Bruck in der Oberpfalz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bruck i.d.Opf.
Bruck in der Oberpfalz
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bruck i.d.Opf. hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 12° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 44,4 km2
Einwohner: 4462 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92436
Vorwahl: 09434
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 117
Marktgliederung: 22 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstraße 7
92436 Bruck i.d.OPf.
Website: www.marktbruck.de
Bürgermeister: Hans Frankl (Freie Wähler)
Lage des Marktes Bruck i.d.Opf. im Landkreis Schwandorf
AltendorfBodenwöhrBruck in der OberpfalzBurglengenfeldDieterskirchenFensterbachGleiritschGuteneckMaxhütte-HaidhofNabburgNeukirchen-BalbiniNeunburg vorm WaldNiedermurachNittenauOberviechtachPfreimdSchmidgadenSchönseeSchwandorfSchwarzachSchwarzenfeldSchwarzhofenStadlernSteinberg am SeeStullnTeublitzTeunzThansteinTrausnitzWackersdorfWeidingWernberg-KöblitzWinklarnWolferloheBayernLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis RegensburgLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis ChamTschechienLandkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Bruck (2017)
Ansicht von Bruck in der Oberpfalz nach einem Ölgemälde von 1730

Bruck in der Oberpfalz (amtlich: Bruck i.d.OPf.) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruck liegt in der Oberpfalz im Naturpark Oberer Bayerischer Wald, ca. 35 Kilometer nordöstlich von Regensburg an der Bundesstraße 85. Ortsteile sind Vorderthürn, Hinterthürn und Kellerhof, Sollbach mit den früheren Gemeindeteilen Kobl, Wackenried, Ried, Gipfelberg und Sulzmühl, Schöngras mit den früheren Gemeindeteilen Kölbldorf und Hofing, Mögendorf sowie Mappach. Durch Bruck fließt der Sulzbach, der im Hammersee in Bodenwöhr entsteht und in Nittenau in den Regen mündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bruck in der Oberpfalz besteht neben dem Hauptort aus folgenden 21 Ortsteilen:[2]

  • Schöngras
  • Sollbach
  • Sulzmühl
  • Vorderrandsberg
  • Vorderthürn
  • Wackenried
  • Windischbachmühl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist urkundlich um 1140 erstmals als Brugge urkundlich belegt. Als Markt wird Bruck am 25. April 1343 greifbar, denn damals trugen Reymar der Jüngere von Schwarzenburg und seine Schwester den Herzögen von Oberbayern Bruck als Lehen auf, d. h., sie stellten sich unter deren Schutz. Danach erscheint Bruck wieder in einer Verkaufsurkunde vom 19. Juni 1345 des Ulrich von Satzenhofen, einem Schwager des Reymar von Schwarzenburg, in der Bruck an die Pfalzgrafen Ruprecht der Ältere und Ruprecht der Jüngere veräußert wird.[3]

Das Halsgericht über den Markt Bruck war ein Lehen der Landgrafen von Leuchtenberg. Um 1396 übertrugen sie dieses dem Dietrich Hofer von Lobenstein. Am 3. Mai 1470 traten die Brüder Hans und Dietrich Hofer von Lobenstein ihre Gerechtsame zu Bruck an den Pfalzgrafen Otto II. ab. Dieser bestätigte am 15. Mai 1468 dem Rat und der Gemein die alten Rechte, insbesondere das Recht viermal im Jahr einen Jahrmarkt abzuhalten. In dem am 12. Juli 1489 verliehenen Freiheits- und Privilegienbrief wird dem Markt auch das Ummauerungsrecht verliehen. Vermutlich steht dies in Zusammenhang mit den Hussiteneinfällen seit Beginn des 15. Jahrhunderts. Allerdings wurde mit dem Mauerbau erst nach 1527 auf Befehl des Pfalzgrafen Friedrich begonnen, wobei auch daran gedacht war, Vaganten und Raubgesindel abzuhalten. Die errichtete Mauer war 15 Fuß hoch, besaß 12 Halbtürme und drei Tore.

In dem Freiheitsbrief von 1489 wird auch zwischen der Niedergerichtsbarkeit, die in der Selbstverwaltung des Marktes stand, und der hohen Strafgerichtsbarkeit unterschieden, die von dem durch den Landesherren eingesetzten Pfleger ausgeübt wurde. Ein weiterer Amtmann war als Gerichts-, Markt- und Polizeidiener vorgesehen. Pfleger und Amtmann kam auch die Aufgabe zu, die Privilegien des Marktes zu schützen. Diese Privilegien wurden auch von späteren Landesherren (Kurfürst Friedrich V. von 1615, Kurfürst Maximilian von 1628) bestätigt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bruck von den Schweden völlig zerstört, was in der Folgezeit zu einer hohen Verschuldung führte. Selbst in dem Gewerbesteuerkataster von 1809 wird die wirtschaftliche Situation des Marktes durch Joseph Anton von Destouches als äußerst ungünstig dargestellt. Durch die Montgelas’schen Reformen wurde die Selbstverwaltung des Marktes weiter eingeschränkt und die von dem Markt ausgeübte niedere Gerichtsbarkeit 1808 ganz aufgehoben. Durch das Edikt von 1818 erhielt der Markt seine Selbstverwaltung in eingeschränkter Form wieder zurück.

Kreiszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 kam Bruck zum Landkreis Schwandorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Mappach, Mögendorf und Vorderthürn eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kamen Schöngras und Sollbach hinzu.[4] Zum 1. November 2013 kam ein Stück des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Einsiedler und Walderbacher Forst hinzu.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 67,6 %
(2008: 62,3 %)
 %
40
30
20
10
0
37,4
34,4
15,7
12,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,1
+6,7
-2,9
+1,3
Sitzverteilung im Marktrat Bruck i.d.OPf.
    
Insgesamt 17 Sitze

Unter den Sitzen der FW befindet sich der des 1. Bürgermeisters.

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:[7]

SPD Grüne FW CSU
3 Sitze 2 Sitze 6 Sitze 6 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgermeisterwahl am 11. Januar 2009 führte zu folgendem Ergebnis:[8][9]

  • Hans Frankl (FW): 43,87 %
  • Robert Feuerer (CSU): 38,47 %
  • Helmut Faltermeier (SPD): 13,72 %
  • Rudi Sommer (GRÜNE): 3,93 %

Die beiden stärksten Kandidaten traten am 25. Januar 2009 in einer Stichwahl gegeneinander an, die Hans Frankl (FW) mit 53,29 % der Stimmen gegen Robert Feuerer (CSU) gewann, der 46,71 % erzielte.[10][11] Frankl wurde 2014 im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau über silbernen Wellen eine goldene Holzbrücke, auf der ein rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe schreitet. Wappen seit Ende des 15. Jahrhunderts. Der pfalzbayerische Löwe erinnert an die Ortsherrschaft der Wittelsbacher.[12]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Bruck sind:[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An das Autobahnnetz ist Bruck durch die 15 Kilometer entfernte Bundesautobahn 93 angeschlossen (von Süden kommend: Anschlussstelle Teublitz (35); von Norden kommend: Anschlussstelle Schwandorf Mitte (33) in Richtung ChamBundesstraße 85). Die gut ausgebaute B 85 verläuft direkt nördlich der Marktgemeinde und wird in der Region wegen ihrer teilweise vierspurigen Streckenführung auch Bayerwaldautobahn genannt. Die Kraftfahrstraße Bundesstraße 16, die direkt nach Regensburg führt, kann man in dem knapp sieben Kilometer entfernten Nachbarort Nittenau erreichen.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Bahnhof befindet sich in der benachbarten Gemeinde Bodenwöhr. Der Zugbetrieb wird durch die Oberpfalzbahn gewährleistet. Die Linie verläuft von Schwandorf nach Furth im Wald über Bodenwöhr-Nord, Roding und Cham. Zwischen 1907 und 1955 befand sich im Ort eine Haltestelle an der Bahnstrecke Bodenwöhr–Nittenau. Diese Bahnstrecke wird heute nur noch von Güterzügen befahren.

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz Nittenau-Bruck hat den ICAO-Code EDNM und liegt zwischen den beiden Ortschaften Nittenau und Bruck.

Initiative Donau-Moldau-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Regensburg hat zusammen mit anderen ostbayerischen Kommunen und Institutionen in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Schieneninfrastruktur in Ostbayern ergriffen. Hierbei soll eine Neubaustrecke zwischen Regensburg und Pilsen entstehen, auf welcher die Fernverkehrszüge von München nach Prag fahren sollen. Sollte das Projekt verwirklicht werden, so ist es wahrscheinlich, dass Bruck-Schöngras und Nittenau einen Bahnhof an dieser neuen Schienentrasse bekommen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielvereinigung Bruck wurde 1925 gegründet. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß. Angeboten werden die Sparten Fußball, Damengymnastik, Stockschiessen, Basketball, Herrengymnastik, Ski, Schach, Taekwondo, Tennis und Volleyball.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reste der Marktbefestigung, Halbtürme aus dem Jahre 1489
  • Heimat- und Bauernmuseum Mappach
  • Wallfahrtskirche St. Sebastian
  • Katholische Pfarrkirche St. Ägidius
  • Sandoase Sulzbach

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerfest jedes Jahr im Juli
  • Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruck in der Oberpfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Ingrid Schmitz-Pesch, 1986, besonders S. 414 ff.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 559.
  5. Verkündung (PDF).
  6. wahlen.bayern.de Bayerisches Landesamt für Statistik
  7. marktbruck.de
  8. marktbruck.de
  9. mittelbayerische.de
  10. marktbruck.de
  11. http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3077&pk=349324&p=1@1@2Vorlage:Toter Link/www.mittelbayerische.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. marktbruck.de
  13. Markt Bruck: Partnerstädte Abgerufen am 23. Mai 2011.