Tourenwagen-Weltmeisterschaft

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Tourenwagen-Weltmeisterschaft
Aktuelle Saison Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2016
WTCC logo.svg
Fahrzeugtyp Tourenwagen
Land oder Region Weltmeisterschaft
Aktueller Name FIA World Touring Car Championship
Erste Saison 1987 bzw. 2005
Reifen Yokohama
Offizielle Website www.fiawtcc.com
WTCC-Rennen mit TC2 Tourenwagen
WTCC-Rennen mit TC1 Tourenwagen

Die FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft (deutsch für World Touring Car Championship, kurz WTCC) ist von der FIA ausgeschriebene Weltmeisterschaftsserie für Tourenwagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der damaligen Tourenwagen-Europameisterschaft entstand 1987 die Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Die Serie war eine Farce mit letzten Endes gerade einmal sechs Autos, die überhaupt Punkte sammelten. Als Sieger ging der BMW-Pilot Roberto Ravaglia hervor, der sich somit fast 20 Jahre lang mit dem prestigereichen – wenn auch eigentlich wertlosen – Titel Tourenwagen-Weltmeister rühmen konnte. Nach nur einem Jahr wurde diese Rennserie wieder eingestellt.

1993–1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren von 1993 bis 1995 rief die FIA den Touring Car World Cup aus. Ähnlich wie der European Touring Car Cup bis 2009 war dies nur eine einmal im Jahr stattfinde Veranstaltung. Das zu der Zeit in vielen nationalen Rennserien verwendete Klasse-2-Reglement der Supertourenwagen diente hier als Basis. 1993 fand das Rennen in Monza statt, 1994 in Donington und 1995 in Le Castellet.

1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehn Jahre nach der letzten Tourenwagen-Weltmeisterschaft sollte 1997 wieder eine WM ausgeschrieben werden. Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft entwickelte sich immer internationaler. Daher wurde 1995 die International Touring Car Championship (ITC) ausgeschrieben, die neben der DTM existierte. 1996 gab es nur noch die ITC mit Rennen auch in Übersee. Für 1997 war nun die offizielle FIA-Weltmeisterschaft geplant, doch schon 1996 explodierten die Kosten, so dass zwei der drei Hersteller (Opel und Alfa Romeo) am Saisonende ihren Rücktritt aus der Rennserie bekundeten. Zurück blieb Mercedes-Benz, das allein keine WM austragen konnte.

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst im Jahr 2005 kam es wieder zu einer Weltmeisterschaft für Tourenwagen. Am 30. Juni 2004 wurde durch den Automobilweltverband in Paris beschlossen, die bisherige Tourenwagen-Europameisterschaft (ETCC) in eine Weltmeisterschaft mit dem Titel „World Touring Car Championship“ (WTCC) umzuwandeln. Veranstaltungen außerhalb von Europa waren aber keine Neuheit, denn bereits 2004 wurde das Finale zur ETCC in Dubai ausgetragen. Neu im Kalender waren Puebla (Mexiko), der Grand-Prix-Kurs bei Istanbul (Türkei) und der berühmte Stadtkurs von Macao (zu China), welcher nach dem Gastauftritt 2004 nun offiziell zum Kalender gehörte. Im Gegensatz zur ETCC 2004, als man in Hockenheim und Oschersleben fuhr, fand in der Motorsport Arena Oschersleben bei Magdeburg die einzige Veranstaltung in Deutschland statt.

Der neue WM-Status weckte bei mehreren Herstellern Interesse: Um die erst kürzlich zuvor in Europa umbenannte Marke Chevrolet (vorher Daewoo) besser zu vermarkten, entschied man sich bei General Motors zum Einstieg in den Motorsport für die WTCC. Zusammen mit dem britischen Tuner Ray Mallock Limited schickte das Unternehmen zum ersten Mal in seiner Geschichte ein Werksteam auf eine WM-Bühne. Als Piloten für die drei Chevrolet Lacetti verpflichtete man neben den beiden erfahrenen Tourenwagenpiloten Nicola Larini, der in der ETCC für Alfa Romeo startete, und Alain Menu, der in der DTM für Opel aktiv war, auch den jungen Robert Huff.

Auch Ford trat nun werksseitig in den Tourenwagensport ein. Vor der Saison gab es Ford-intern zu klären, ob man weiterhin in der Rallye-Weltmeisterschaft fährt oder in die WTCC wechselt. Man entschied sich zweigleisig zu fahren. Allerdings engagierten sich die Kölner nicht mit vollem Werkseinsatz in der WTCC, sondern stellten den neu entwickelten Super-2000-Tourenwagen auf Basis des neuen Ford-Focus-Kundenteams zur Verfügung. Ein Partner von Ford in Tourenwagen-WM war der Rennstall von Hans Hotfiel. Schon 2004 entwickelten die Ostwestfalen das alte Focus-Modell, das in der Tourenwagen-Europameisterschaft vom RS-Line-Team eingesetzt wurde. In der Premierensaison war aber nur wenig Erfolg vom neuen Focus festzustellen.

Bei Seat gab es einen deutsch-deutschen Platztausch. Peter Terting ersetzte ab der Saison 2005 Frank Diefenbacher. Terting war in den Jahren zuvor schon als Rennfahrer im VW-Konzern tätig. Neben dem VW Lupo Cup und dem Seat Leon Supercopa fuhr er auch schon für Audi in der DTM. Zum WM-Lauf in Magny Cours kehrte Frank Diefenbacher zurück in die WTCC. Im Team von RS-Line pilotierte er einen Vorjahres-Focus. Allerdings war das nur ein kurzes Gastspiel, da er sich dort bei einem Unfall einen Lendenwirbel brach.

Anlässlich der Motor Show in Barcelona hat Seat die Super-2000-Version des neuen Leon präsentiert, der in enger Zusammenarbeit mit Audi Sport entstand. Die Premiere feierte der Leon in der Motorsport Arena Oschersleben. Beim Seat-Heimspiel in Valencia konnte Jordi Gené den ersten Sieg des Leon feiern.

Auch die dänische Peugeot-Sport-Truppe versuchte sich in diesem Jahr, diesmal mit dem Peugeot 407. Auf Grund der enttäuschenden Ergebnisse bei den Testeinsätzen in Spa und Oschersleben zog sie sich aber nach zwei Rennen wieder zurück.

Alessandro Zanardi konnte in der Motorsport Arena Oschersleben nach seinem Horror-Crash im September 2001 auf dem EuroSpeedway Lausitz, wo er beide Beine verloren hatte, seinen ersten Sieg in der höchsten Tourenwagen-Liga feiern.

Der Weltmeistertitel ging an den amtierenden Europameister Andy Priaulx, der sich, wie schon in der ETCC, im Titelduell gegen Dirk Müller durchsetzen konnte. Des Weiteren sicherte sich BMW ebenfalls die Hersteller-Wertung. Marc Hennerici wurde zum ersten Sieger der WTCC Independence Trophy. Verfolgen konnte man dies in Deutschland neben der bekannten Übertragung auf Eurosport auch in der ZDF-Sportreportage, die zusammengefasst von den Rennen berichtete.

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verändert hatte sich 2006 das Veranstaltungspaket des LG SRW (Super Racing Weekend), in dem die WTCC zusammen mit der FIA-GT-Meisterschaft ihre Rennen austrug. Die beiden Serien gingen ab diesem Jahr getrennte Wege. Dadurch veränderte sich auch der Rennkalender: Neu hinzugekommen waren die Rennen in Curitiba (Brasilien), Brands Hatch (Großbritannien) und das Automotodrom Brno (Tschechien). Dafür mussten die Strecken Spa-Francorchamps in Belgien, Imola in Italien und Silverstone in Großbritannien weichen. Yokohama gewann die Reifenausrüstung ab diesem Jahr für die WTCC und löste damit Michelin ab.

Überraschend stieg Alfa Romeo in dieser Saison aus der WTCC aus. Es gab im Vorfeld viele Gerüchte bezüglich eines neuen Tourenwagens auf Basis des Alfa Romeo 147 mit Dieselmotor, doch dies bewahrheitete sich nicht. N.technology setzte weiterhin den Alfa Romeo 156 in der WTCC ein. Trotz des Ausstiegs überwies Alfa die Summe für die Einschreibung in die Herstellerwertung an die FIA. Somit punktete N.technology nicht in der Independent-Trophy, der Sonderwertung für Privatfahrer, sondern in der Herstellerwertung. Als Fahrer hielt N.technology nur Augusto Farfus. Gabriele Tarquini und James Thompson wechselten zu Seat. Dort waren sie eine enorme Verstärkung. Man verpflichtete zusätzlich zu den bisherigen Fahrern auch noch Yvan Muller, der schon in den Vorjahren das Team bei einigen Rennen unterstützte.

Neben Alfa Romeo stieg auch Ford nach einem überaus bescheidenen Jahr wieder aus der WTCC aus. Man wollte 2006 die Ford-Teams nur noch technisch, nicht aber finanziell unterstützen. Die Folge war, dass überhaupt kein Ford mehr in der WTCC antrat. Das Ford-Werksteam konzentrierte sich wieder voll auf die Rallye-Weltmeisterschaft.

BMW trat in dieser Saison mit dem neuen 3er auf Basis des E90 an. Dieser hatte erstmals einen Vierzylinder anstatt eines Sechszylinders unter der Haube. Möglich machte dies das Sondermodell 320si extra für den Super-2000-Tourenwagen. Mit diesem Modell konnte Andy Priaulx seinen Weltmeistertitel verteidigen. Dies war bis zum letzten Rennen in Macau aber noch sehr offen, denn dort hatten noch neun Fahrer theoretische Chancen auf den WM-Titel. Meister in der Privatfahrerwertung wurde Tom Coronel.

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 änderten sich die Regeln erneut. Aufgrund des Startvorteils von BMW (wegen des Heckantriebs) wurde das erste Rennen eines Laufes im so genannten Indy-Start gestartet. Das heißt, als erstes wird eine Einführungsrunde gefahren und dann „fliegend“ gestartet. Die zweite Regeländerung in diesem Jahr war die Gewichtsverteilung. Das maximale Handicap-Gewicht wurde auf 40 kg gesenkt, nun bekamen die ersten acht Fahrzeuge Gewichte aufgeladen.

Streckenmäßig gab es 2007 eine Besonderheit. Mit Pau (Frankreich) und Porto (Portugal) kamen zwei Stadtstrecken dazu. Ebenfalls neu waren der ehemalige Formel-1-Kurs in Zandvoort (Niederlande) und Anderstorp in Schweden. Monza (Italien) als traditioneller Saisonstart war nun die vorletzte Station, Macao blieb weiterhin als Saisonabschluss.

Augusto Farfus wechselte 2007 zum BMW Team Germany. Dirk Müller verließ das Team. Somit gab es zum ersten Mal eine internationale Paarung in diesem Team. Auch neu war, dass das Team Germany ohne die Nummern 42 und 43 fuhr. Mit Augusto Farfus gab es auch neue Nummern, 2 und 3. Beim BMW Team Italy-Spain ersetzte der ehemalige GP2-Fahrer Félix Porteiro Marcel Costa. Das Seat-Team bekam Michel Jourdain (ex IndyCar-Fahrer) und Tiago Monteiro (ab Zandvoort) als Zuwachs. Dafür gingen Peter Terting, James Thompson und Rickard Rydell, allerdings hatte Terting einen Gaststart in Oschersleben und Rydell einen Gaststart in Schweden für Chevrolet und einen in Macau für Seat. Alfa Romeo hatte neben Thompson für 2007 Olivier Tielemans verpflichtet. Der Holländer war vorheriges Jahr in der DTM mit einem Audi eines Kundenteams gefahren.

Mitten in der Saison gab es zwei Treibstoff-Premieren in der WTCC. Ab dem 13. Lauf im schwedischen Anderstorp stattete Seat seine Leons mit einem 2000-cm³-Turbodieselmotor für die Piloten Jordi Gene und Yvan Muller aus. Nach dem Reglement FIA Super 2000D muss der Seat Leon TDI 30 Kilogramm schwerer sein als das mit Benzin betriebene Modell. Direkt beim darauf folgenden Rennen in Oschersleben gewann Yvan Muller den ersten Lauf und schrieb damit Geschichte als erster Sieger überhaupt mit einem Diesel-Fahrzeug bei einer FIA-Weltmeisterschafts-Veranstaltung. Ebenfalls in Anderstorp am Start war ein mit Ethanol E85 betriebener Volvo S60 des Teams Polestar.

Zu Beginn der Saison dominierte BMW sehr stark, und die Spitze der Fahrerwertung wechselte von Rennen zu Rennen nur zwischen Andy Priaulx, Augusto Farfus und Jörg Müller. Doch zu Mitte der Saison wurden die BMW von der FIA eingebremst. Zur gleichen Zeit konnte Seat mit dem Turbodiesel stark auftrumpfen. Die neuen engen Stadtkurse kamen dem schmalen Chevrolet Lacetti entgegen. Chevrolet-Pilot Alain Menu war sogar mit fünf Siegen der erfolgreichste Fahrer des Jahres. Für BMW war es nun nur noch durch die umgedrehte Startreihenfolge im zweiten Lauf möglich zu siegen. Der große Punktevorsprung, den die BMW-Piloten zur Saisonmitte hatten, wurde bis zum Finalrennen in Macao durch die Konkurrenz egalisiert. Andy Priaulx und Yvan Muller hatten vor dem Rennen beide 81 Punkte. Während Yvan Muller den ersten Lauf von Position zwei in Angriff nahm und direkt am Start die Führung übernahm, fuhr Priaulx nur außerhalb der Punkte. Doch in der vorletzten Runde fiel Muller durch eine lockere Benzinpumpe aus. Andy Priaulx erbte den achten Platz und somit die Poleposition für Lauf zwei. Mit einem Sieg sicherte sich Andy Priaulx seine vierte Meisterschaft sowie seine dritte in der Weltmeisterschaft in Folge. Die Privatfahrerwertung ging an Stefano d’Aste.

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu im Kalender waren 2008 die Strecken in Estoril (Portugal), Imola (Italien), Aida (Japan) und auch Puebla (Mexiko), wo 2007 kein Rennen ausgetragen wurde. Somit fanden 2008 insgesamt 24 WM-Läufe statt. Den Titel holte sich der Seat-Fahrer Yvan Muller. Privatfahrermeister wurde Sergio Hernández im BMW.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als neue Strecke kam am ersten Maiwochenende Marrakech in Marokko in den Kalender hinzu. Dafür wurde auf Monza verzichtet. Weltmeister wurden im letzten Rennen Seat und Gabriele Tarquini. In der Privatfahrerwertung siegte Tom Coronel im Seat Leon.

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chevrolet feierte von 2010 bis 2012 die meisten Rennsiege in der WTCC (Bild zeigt den Cruze von Yvan Muller am 4. September auf der IAA 2011)

Die Wirtschaftskrise machte auch vor der WTCC nicht halt. Seat verzichtete auf einen Werkseinsatz, Lada verließ die Serie komplett und auch BMW setzte nur zwei Fahrzeuge werksseitig ein. Allerdings wurde der Weggang der Werksteams durch viele Privatteams kompensiert.

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2011 gab es nun de facto gar keine Herstellerwertung mehr, da Chevrolet als einziger Hersteller in dieser Wertung verblieben war. Zahlreiche Seat (nach dem einsetzenden Team als "Sunred" bezeichnet) und BMW sowie ein einzelner Volvo ergänzten das Feld. Alle Hersteller setzten jetzt einen neuen 1,6-Liter-Turbomotor ein, um so den in den Straßenversionen verkauften Fahrzeugen näher zu sein.

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2012 wurde das Qualifying modifiziert. Außerdem waren jetzt nur noch die 1,6-Liter-Turbomotoren erlaubt. Zu Saisonbeginn wurde aber der TDI nochmals zugelassen, weil SEAT nicht genug Motoren liefern konnte. Der Leon trat wieder als Seat an. BMW entwickelte den E90 weiter. Volvo trat 2012 nicht mehr an. Honda sowie Lada starteten zu Entwicklungs- und Testzwecken, um jeweils einen Werkseinsatz für 2013 auszuloten. Wie erwartet fuhr Chevrolet die meiste Zeit vor der Konkurrenz. Mit dem Slovakiaring, Salzburgring und dem Sonoma Raceway kamen neue Strecken hinzu. Weltmeister wurde im letzten Rennen Chevrolet mit Rob Huff.

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2014: Citroën C-Elysée WTCC und der Honda Civic WTCC
Tourenwagen-Weltmeisterschaft 2014: Lada Granta WTCC

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eckpunkte des Reglements 2014 sehen vor, dass die Fahrzeuge etwa 50 PS mehr Leistung bekommen werden. Im Gegenzug soll das Gewicht der Rennwagen um 50 kg fallen. Die in den Vorjahren verwendeten Kompensationsgewichte sind weggefallen. Statt mit den bisher verwendeten 17-Zoll-Felgen gehen die Fahrzeuge auf 18-Zoll-Felgen an den Start. Das Qualifikationsrennen ist statt zwei auf nunmehr drei Sessions erhöht worden. Der fliegende Start (Indianapolis-Start) ist 2014 wieder durch stehenden Start ersetzt worden. Als neuer Hersteller ist Citroën 2014 in die WTCC eingestiegen.[1]

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die werksseitig teilnehmenden Hersteller in der WTCC wechseln seit Bestehen der Serie nahezu jedes Jahr. So wurden in der Geschichte der Rennserie schon Fahrzeuge von acht Herstellern werksseitig eingesetzt. Darüber hinaus gab und gibt es zahlreiche sogenannte „Privatfahrer“, die sowohl Fahrzeuge dieser Marken wie auch Eigenentwicklungen auf der Basis anderer Fahrzeuge einsetzen – insbesondere Fahrzeuge von BMW, Chevrolet und Seat sind so seit Gründung der WTCC durchgehend vertreten. Diese Privatfahrer sind dabei durchaus zu Rennsiegen in der Lage; die Gesamtwertung wurde bisher jedoch stets von einem Werksteam gewonnen.

Marken der ETCC/WTCC-Teilnehmer Tourenwagen-Europameisterschaft (ETCC) Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC)
2000er 2010er
2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6
Alfa Romeo  
BMW  
Chevrolet  
Citroën  
Ford  
Honda  
Lada  
Nissan  
Peugeot  
Seat  
Toyota  
Volvo  

██ TC1 Werksteams

██ TC1 Privatteams

██ TC2 (Super2000) Werksteams

██ TC2 (Super2000) Privatteams

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Kosten stabil zu halten, gilt auch weiterhin das Regelwerk der FIA Super 2000. Das bedeutet, die Rennwagen müssen dem FIA-Reglement der Gruppe A entsprechen und mit einem Zusatz-Kit Super 2000 ausgestattet sein. Das Serienfahrzeug muss mindestens 2500 mal in identischen Einheiten produziert worden sein. Es ist ein Mindestgewicht für frontangetriebene Fahrzeuge von 1140 kg vorgeschrieben, für Hecktriebler sind es mindestens 1170 kg. Fahrzeuge mit Allradantrieb sowie elektronische Fahrhilfen wie ABS und ESP sind nicht zugelassen.

Ebenfalls vorgeschrieben ist ein 2000-cm³-Saugmotor mit Drehzahlbegrenzung: Vierzylinder mit maximal 8500 Umdrehungen in der Minute, Fünfzylinder mit 8750 und Sechszylinder mit höchstens 9000 min−1. Alternativ gilt auch das Reglement FIA Super 2000D, das einen 2000-cm³-Turbodieselmotor erlaubt. Ein Motor muss mindestens vier Rennwochenenden in Folge halten und darf während dieser Zeit nicht getauscht werden. Tritt ein Schaden auf oder wird der Motor vorzeitig gewechselt, so muss das betroffene Fahrzeug am Ende des Feldes starten und wird beim darauf folgenden Rennen in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten versetzt.

Sequenzielle Getriebe anstelle der üblichen H-Schaltung sind erlaubt, allerdings werden diese Fahrzeuge mit einem Strafgewicht von 30 kg belastet. Die Anzahl der Einheitsreifen vom Hersteller Yokohama ist für Training, Qualifying und Rennen streng limitiert.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BMW 320si[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BMW setzte 2005 den mit mehreren Titeln sehr erfolgreichen Sechszylinder 320i auf Basis des BMW E46 ein. Ab der Saison 2006 ging ein neues Modell an den Start, das auf der internationalen Automobilausstellung (IAA) am 12. September 2005 in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die neue Rennversion basierte auf einer Vierzylinder-Sonderversion des BMW E90 namens BMW 320si, von der nur die vom Reglement geforderte Mindestanzahl von 2500 Stück produziert wurden. 2009 erschien eine überarbeitete Version des BMW 320si.

Fahrzeug für 2006 laut BMW Werksangaben

BMW 320si
  • Länge: 4535 mm, Breite: 1845 mm, Höhe: 1350 mm, Radstand: 2763 mm, Fahrzeuggewicht: 1140 kg (mit Fahrer)
  • Motor: Vierzylinder-Reihenmotor
    • Hubraum: 1998 cm³
    • Leistung: etwa 202 kW (275 PS) bei etwa 8300/min
    • Drehmoment: etwa 242 Nm bei 7250/min
    • Zylinderblock: Aluminium-Zylinderblock mit Bedplate
    • Motorsteuerung: BMW Motorsport ECU404
    • Tankinhalt: etwa 45 Liter
    • Kraftstoff: Einheitskraftstoff, Super Plus bleifrei
  • Chassis/Karosserie: selbsttragende Stahlblechkarosserie
  • Vorderachse: Zweigelenk-Federbeinachse mit Verstellstabilisator
  • Hinterachse: Fünflenkerachse mit Verstellstabilisator
  • Dämpfer: Sachs mit einstellbarer Zug- und Druckstufe
  • Bremse Vorderachse: 332 mm Stahlscheibe mit Vierkolbenfestsattel AP
  • Bremse Hinterachse: 280 mm Stahlscheibe mit Zweikolbenfestsattel AP
  • Räder: Aluminiumfelgen SA 216 BBS
  • Sitz: Recaro ProRacer HANS

Fahrzeug für 2009 laut BMW Werksangaben[2]

BMW 320si
  • Länge: 4539 mm, Breite: 1845 mm, Höhe: 1350 mm, Radstand: 2763 mm, Fahrzeuggewicht: 1155 kg (mit Fahrer)
  • Motor: Vierzylinder-Reihenmotor
    • Hubraum: 1999 cm³
    • Leistung: etwa 206 kW (280 PS) bei etwa 8300/min
    • Drehmoment: etwa 245 Nm bei 7250/min
    • Zylinderblock: Aluminium-Zylinderblock mit Bedplate
    • Motorsteuerung: BMW Motorsport ECU404
    • Tankinhalt: etwa 45 Liter
    • Kraftstoff: Einheitskraftstoff, Super Plus bleifrei
  • Chassis/Karosserie: selbsttragende Stahlblechkarosserie
    • Aerodynamikpaket: Frontschürze, Heckschürze, vordere Kotflügel und hintere Kotflügelverbreiterungen aus CFK, Heckflügel aus Aluminium
  • Vorderachse: Zweigelenk-Federbeinachse mit Verstellstabilisator
  • Hinterachse: Fünflenkerachse mit Verstellstabilisator
  • Dämpfer: Sachs mit einstellbarer Zug- und Druckstufe
  • Bremse Vorderachse: 332 mm Stahlscheibe mit Vierkolbenfestsattel AP
  • Bremse Hinterachse: 291 mm Stahlscheibe mit Zweikolbenfestsattel AP
  • Räder: Aluminiumfelgen SA 216 BBS
  • Sitz: Recaro ProRacer HANS

Chevrolet Lacetti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Chevrolet Nubira
Chevrolet Lacetti

Fahrzeug für 2005 laut Chevrolet Werksangaben

  • Motor: Vierzylinder-Saugmotor
    • Hubraum: 1998 cm³
    • Leistung: 198 kW (270 PS) bei 8400/min
    • Drehmoment: 267 Nm bei 5880/min
    • Höchstgeschwindigkeit: 254 km/h (geschätzt)
  • Struktur: Selbsttragende Stahlkarosserie mit EFA-Überrollkäfig
  • Karosserie: Stahl und Verbundwerkstoffe mit Aerodynamikbausatz
  • Aufhängung vorne: MacPherson-Federbeine
  • Aufhängung hinten: Doppelte Querlenker
  • Räder und Reifen: 9x17" Aluminiumräder, Rennfelgen mit Michelin-Motorsportreifen

Chevrolet Cruze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Chevrolet Cruze
Chevrolet Cruze

Fahrzeug für 2009 laut Chevrolet Werksangaben[3]

  • Motor: Vierzylinder-Saugmotor
    • Hubraum: 1998 cm³
    • Leistung: 204 kW (278 PS) bei 8400 min−1
    • Drehmoment: 267 Nm bei 5800 min−1
    • Höchstgeschwindigkeit: 254 km/h (geschätzt)
    • Fahrzeuggewicht: 1170 kg (lt. FIA-Reglement)
  • Struktur: Selbsttragende Stahlkarosserie mit EFA-Überrollkäfig
  • Karosserie: Stahl und Verbundwerkstoffe mit Aerodynamikbausatz
  • Aufhängung vorne: MacPherson-Federbeine
  • Aufhängung hinten: Doppelte Querlenker
  • Räder und Reifen: 9x17" Aluminiumräder, Rennfelgen mit Yokohama-Motorsportreifen

Seat Leon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Leon 2.0 TFSI[4]

Seat Leon 2.0 TFSI
  • Motor: Vierzylinder-Saugmotor
    • Hubraum: 2000 cm³
    • Leistung: 194 kW (264 PS) bei 8500/min
    • Drehmoment: 225 Nm bei 7000/min
    • Höchstgeschwindigkeit: 246 km/h
    • Kraftstoffverbrauch: etwa 44 l/100 km (geschätzt)
  • Fahrzeuggewicht: 1140 kg (inkl. Fahrer)
  • Struktur: Selbsttragende Stahlkarosserie mit EFA-Überrollkäfig
  • Karosserie: Stahl und Verbundwerkstoffe mit Aerodynamikbausatz
  • Aufhängung vorne: MacPherson-Federbeine
  • Aufhängung hinten: Doppelte Querlenker
  • Räder und Reifen: 9x17" Aluminiumräder, Rennfelgen mit Yokohama 26B Motorsportreifen

Seat Leon 2.0 TDI[4]

Seat Leon 2.0 TDI
  • Motor: Vierzylinder-Turbodieselmotor
    • Hubraum: 2000 cm³
    • Leistung: 209 kW (284 PS) bei 4000/min
    • Drehmoment: 450 Nm bei 2500/min
    • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
    • Kraftstoffverbrauch: etwa 40,5 l/100 km (geschätzt)
  • Fahrzeuggewicht: 1140 kg (inkl. Fahrer)
  • Struktur: Selbsttragende Stahlkarosserie mit EFA-Überrollkäfig
  • Karosserie: Stahl und Verbundwerkstoffe mit Aerodynamikbausatz
  • Aufhängung vorne: MacPherson-Federbeine
  • Aufhängung hinten: Doppelte Querlenker
  • Räder und Reifen: 9x17" Aluminiumräder, Rennfelgen mit Yokohama 240/61 R 17 Motorsportreifen

Regelwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rennformat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rennformat der WTCC wurde im Laufe der Zeit öfters leicht modifiziert. Ein wesentlicher Charakterzug der WTCC war schon immer, dass ein Rennen mit einer umgedrehten Startreihenfolge gestartet wurde. Zu Anfang starteten die Top 8 des ersten Rennens in Rennen 2 in umgedrehter Startreihenfolge. Dies hatte aber in Rennen 1 oft zur Folge, dass sich innerhalb der Top 8 Fahrer ohne Aussicht auf den Sieg auf den 8. Platz haben zurück fallen lassen, um in Rennen 2 von der Poleposition zu starten. Daher wird seit 2011 auch die Startaufstellung des zweiten Rennens über das Qualifying ermittelt, allerdings in umgedrehter Reihenfolge. Ein taktisches Langsamfahren im Qualifying soll durch die Punktevergabe nach dem Schema 5-4-3-2-1 seit 2012 Punkte vermieden werden[5]. Das Qualifying wurde in den ersten Jahren in einem 30 minütigen Zeittraining ermittelt. Später wurde das Qualifying zu einem mehrteiligen Ausscheidungsverfahren bei dem mittlerweile die Top 5 aus Abschnitt 2 in einem Einzelzeitfahren um die Poleposition kämpfen.

Um den Vorteil der dynamischen Radlastverteilung eines Hecktrieblers beim Rennstart zu minimieren, wurde zwischen 2007 und 2013 das erste Rennen rollend gestartet. Da nach dem TC1 Reglement derzeit nur Fronttriebler existieren, gilt mittlerweile wieder für alle Rennen der sicherere stehende Start.

In den Anfangsjahren waren beide Rennen mit 50 Kilometern gleich lang. In den folgenden Jahren wurde die Renndistanz auf 60 Kilometer angehoben. Seit 2016 gibt es namentlich ein Eröffnungsrennen und ein Hauptrennen, welches eine Runde länger als das Eröffnungsrennen ist. Die umgedrehte Startreihenfolge des Qualifying-Ergebnisses wird nun für das Eröffnungsrennen herangezogen.

Saison Rennen 1 Rennen 2
Startaufstellung Start Renndistanz Startaufstellung Start Renndistanz
2005 bis 2006[6] Ergebnis Qualifying stehend 50km Ergebnis Rennen 1
Top 8 umgedrehte Reifenfolge
stehend 50km
2007 bis 2010[6] Ergebnis Qualifying rollend 50km Ergebnis Rennen 1
Top 8 umgedrehte Reihenfolge
stehend 50km
2011[6] Ergebnis Qualifying Q2 rollend 50km Ergebnis Qualifying Q1
Top 10 umgedrehte Reihenfolge
stehend 50km
2012 bis 2013[6][7] Ergebnis Qualifying rollend 50km - 60km Ergebnis Qualifying
Top 10 umgedrehte Reihenfolge
stehend 50km - 60km
2014 bis 2015[7] Ergebnis Qualifying stehend 60km Ergebnis Qualifying
Top 10 umgedrehte Reihenfolge
stehend 60km
Saison Eröffnungsrennen Hauptrennen
Startaufstellung Start Renndistanz Startaufstellung Start Renndistanz
2016[8] Ergebnis Qualifying
Top 10 umgedrehte Reihenfolge
stehend 60km Ergebnis Qualifying stehend 65km

Team-Zeitfahren MAC3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2016 führte die WTCC das sogenannte Team-Zeitfahren MAC3 (Manufacturers against the clock, auf Deutsch: Hersteller gegen die Uhr) ein, das sich an dem Mannschaftszeitfahren im Straßenradsport orientiert, aber neuartig im Motorsport ist. Teilnehmen dürfen an MAC3 nur die in der Herstellerwertung eingeschrieben Marken. Diese müssen drei Fahrer nominieren, die sowohl aus den Werks- als aus den Privatteams stammen dürfen. Das Format sieht vor, dass sich die drei Fahrzeuge des jeweiligen Herstellers nebeneinander an der Startlinie aufstellen. Nach einem stehenden Ampelstart werden zwei Runden gefahren und die Zeit gewertet bis das gesamte Team die Ziellinie überquert hat. Für die Herstellerwertung werden Punkte für die schnellste MAC3 Zeit nach folgendem Schlüssel verteilt: 10-8-6-5-4-3-2-1. Sollten nur zwei Fahrzeuge die Ziellinie überqueren, oder beträgt der Abstand zwischen dem ersten und dem dritten Auto mehr als 15 Sekunden, so werden keine Punkte in der Herstellerwertung vergeben.[9]

Punktesystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Fahrer- und eine Markenmeisterschaft. Die Punkte wurden in der Fahrermeisterschaft bis 2009 nach dem damaligen Schema der Formel 1 vergeben: 10-8-6-5-4-3-2-1. Seit 2010 werden Punkte nach dem Schema 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 vergeben. In der Markenmeisterschaft werden die Punkte der zwei bestplatzierten Fahrer einer Marke gewertet. Zusätzlich gibt es noch für die privaten Teams die sogenannte „Independents Trophy“, die reichlich Preisgelder ausschüttet.

Punktesystem im Rennen
Platzierung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Punkte 1987 20 15 12 10 8 6 4 3 2 1
Punkte 2005 bis 2009 10 8 6 5 4 3 2 1
Punkte seit 2010 25 18 15 12 10 8 6 4 2 1
Punktesystem im Qualifying
Platzierung 1 2 3 4 5
Punkte seit 2012 5 4 3 2 1
Punktesystem in der Privatfahrerwertung
Platzierung 1 2 3 4 5 6 7 8
Punkte 10 8 6 5 4 3 2 1
Punktesystem im MAC3
Platzierung 1 2 3 4 5 6 7 8
Punkte 10 8 6 5 4 3 2 1

Leistungsbezogene Zusatzgewichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Tourenwagen der WTCC auf Großserienfahrzeugen basieren, entstehen Leistungsunterschiede aufgrund des verwendeten Fahrzeugkonzepts, die durch das seriennahe Reglement nicht ganz egalisiert werden können. Daher werden seit der Neugründung der WTCC nach jedem Rennen Zusatzgewichte für die Fahrzeuge berechnet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das in vielen anderen Rennserien als Balance of Performance (BoP) genannte System. Die Regelungen und Berechnungen des Zusatzgewichtes haben sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert.

In den Anfangsjahren existierte ein fahrerbezogenes Handicap-Gewicht oder auch Erfolgs-Ballast genanntes System, das sich aus dem Ergebnis der vorherigen Veranstaltung (bei dem beide Rennen eines Wochenendes gemittelt wurden) und dem WM-Punktestand in der Meisterschaft berechnete.

Saison WM
Punkte
Gemitteltes Resultat beider Rennen eines Wochenendes max min
1 2 3 4 5 6 7 8 9 ab 10 max min
Zusatzgewichte 2005 +5kg pro 10 Pkt. +40kg* +30kg* +20kg* +10kg* ±0kg* -5kg* -10kg* -15kg* -20kg* +40kg ±0kg +60kg ±0kg
Zusatzgewichte 2006[10] +5kg pro 10 Pkt. +40kg* +30kg* +20kg* +10kg* ±0kg* -5kg* -10kg* -15kg* -20kg* +60kg ±0kg +80kg ±0kg
Zusatzgewichte 2007[10] +5kg pro 10 Pkt. +20kg* +15kg* +10kg* +10kg* +10kg* +5kg* +5kg* +5kg* –5kg* –10kg* +40kg ±0kg +60kg ±0kg
Zusatzgewichte 2008[11] +1kg pro 1 Pkt. +30kg** +25kg** +20kg** +15kg** +10kg** +5kg** ±0kg** +30kg ±0kg +70kg ±0kg
* Gewichte vorheriger Veranstaltungen wurden hinzuaddiert
** Gewichte vorheriger Veranstaltungen wurden annulliert

Zur Saison 2009 wurde das System grundlegend verändert und Kompensationsgewicht genannt. Die Berechnung ist hierbei nicht individuell für einen Fahrer sondern bezieht sich auf das Fahrzeugmodell und ist für alle Piloten dieses Fahrzeugmodells gleich. Zur Ermittlung des Kompensationsgewichtes zieht die FIA die besten Rundenzeiten der zwei schnellsten Fahrer eines Fahrzeugmodells der vorherigen Veranstaltungen aus Qualifying und Rennen heran und bestimmt nach einem Berechnungsschlüssel für jedes Fahrzeugmodell eine gemittelte Rundenzeit. Die Rundenzeiten werden von der FIA auf eine Standardrundenzeit von 114 Sekunden skaliert, um die unterschiedlichen Streckenlängen im Kalender zu berücksichtigen. Außerdem werden die Zeiten aus dem Qualifyfing mit einem Faktor von 1,5 höher für die Mittelung gewichtet. Das schnellste Fahrzeugmodell dient hierbei als Referenzfahrzeug und erhält das maximale Zusatzgewicht. Das Zusatzgewicht der weiteren Fahrzeugmodelle bestimmt sich nach dem Zeitabstand zum Referenzfahrzeug.[12]

Saison Gemittelter zeitlicher Abstand zum Referenzfahrzeug*
0,0s +0,1s +0,2s +0,3s +0,4s +0,5s +0,6s +0,7s +0,8s > +0,9s max min
Zusatzgewichte 2009 bis 2013[13] +40kg +30kg +20kg +10kg ±0kg -10kg -20kg +40kg -20kg
Zusatzgewichte 2014 bis 2015 +60kg +50kg +40kg +30kg +20kg +10kg ±0kg +60kg ±0kg
Zusatzgewichte 2016[14] +80kg +70kg +60kg +50kg +40kg +30kg +20kg +10kg ±0kg +80kg ±0kg
* Bezogen auf die vorherigen 3 Veranstaltungen

Rahmenprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei ausgewählten Veranstaltungen in Europa startet der European Touring Car Cup im Rahmenprogramm der WTCC. Diese Rennserie wird von der FIA als die 2. Liga im Tourenwagensport bezeichnet und dient als Unterbau zur WTCC. In dieser Rennserie starten im Gegensatz zur WTCC keine TC1 Fahrzeuge sondern Tourenwagen nach der Kategorie Super 2000 (TC2, TC2-T, TCN2) und Super 1600.

Rennstrecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rennstrecken Zeitleiste der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) Rennstrecken
2000er 2010er
1987 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6
Europa
BelgienBelgien Spa-Francorchamps
BelgienBelgien Zolder
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Nürburgring
DeutschlandDeutschland Nordschleife
DeutschlandDeutschland Oschersleben
FrankreichFrankreich Dijon
FrankreichFrankreich Magny-Cours
FrankreichFrankreich Pau
FrankreichFrankreich Paul Ricard
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brands Hatch
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Donington Park
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Silverstone
ItalienItalien Imola
ItalienItalien Monza
NiederlandeNiederlande Zandvoort
OsterreichÖsterreich Salzburgring
PortugalPortugal Estoril
PortugalPortugal Portimão
PortugalPortugal Porto
PortugalPortugal Vila Real
RusslandRussland Moscow Raceway
SchwedenSchweden Anderstorp
SlowakeiSlowakei Slovakiaring
SpanienSpanien Jarama
SpanienSpanien Valencia
TschechienTschechien Brünn
UngarnUngarn Hungaroring
Asien
China VolksrepublikVolksrepublik China Peking
China VolksrepublikVolksrepublik China Shanghai
China VolksrepublikVolksrepublik China Tianma
JapanJapan Fuji
JapanJapan Motegi
JapanJapan Okayama
JapanJapan Suzuka
KatarKatar Doha
MacauMacau Macau
ThailandThailand Buriram
TurkeiTürkei Istanbul
Amerika
ArgentinienArgentinien Termas de Río Hondo
BrasilienBrasilien Curitiba
MexikoMexiko Puebla
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sonoma
Afrika
MarokkoMarokko Marrakesch
Australien
AustralienAustralien Bathurst
AustralienAustralien Calder Park
NeuseelandNeuseeland Wellington

Gesamtsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Touring Car World Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Strecke Fahrer Wagen
1993 ItalienItalien Monza NeuseelandNeuseeland Paul Radisich Ford Mondeo
1994 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Donington NeuseelandNeuseeland Paul Radisich Ford Mondeo
1995 FrankreichFrankreich Le Castellet DeutschlandDeutschland Frank Biela Audi A4

World Touring Car Championship[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Meister 2. Platz 3. Platz Markenmeister Independents Trophy
1987 ItalienItalien Roberto Ravaglia
BMW BMW M3
DeutschlandDeutschland Klaus Ludwig
Ford Ford Sierra Cosworth
DeutschlandDeutschland Klaus Niedzwiedz
Ford Ford Sierra Cosworth
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ford Ford
2005 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Andy Priaulx
BMW BMW 320i
DeutschlandDeutschland Dirk Müller
BMW BMW 320i
ItalienItalien Fabrizio Giovanardi
Alfa Romeo 156
DeutschlandDeutschland BMW BMW DeutschlandDeutschland Marc Hennerici
BMW BMW 320i
2006 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Andy Priaulx
BMW BMW 320si
DeutschlandDeutschland Jörg Müller
BMW BMW 320si
BrasilienBrasilien Augusto Farfus
BMW BMW 320si
DeutschlandDeutschland BMW BMW NiederlandeNiederlande Tom Coronel
Seat SEAT León
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Andy Priaulx
BMW BMW 320si
FrankreichFrankreich Yvan Muller
Seat SEAT León
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Thompson
Alfa Romeo 156
DeutschlandDeutschland BMW BMW ItalienItalien Stefano d’Aste
BMW BMW 320si
2008 FrankreichFrankreich Yvan Muller
Seat SEAT León TDI
ItalienItalien Gabriele Tarquini
Seat SEAT León TDI
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Huff
Chevrolet Chevrolet Lacetti
SpanienSpanien Seat Seat SpanienSpanien Sergio Hernández
BMW BMW 320si
2009 ItalienItalien Gabriele Tarquini
Seat SEAT León TDI
FrankreichFrankreich Yvan Muller
Seat SEAT León TDI
BrasilienBrasilien Augusto Farfus
BMW BMW 320si
SpanienSpanien Seat Seat NiederlandeNiederlande Tom Coronel
Seat SEAT León TFSI
2010 FrankreichFrankreich Yvan Muller
Chevrolet Chevrolet Cruze
ItalienItalien Gabriele Tarquini
Seat SEAT León TDI
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Huff
Chevrolet Chevrolet Cruze
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chevrolet Chevrolet SpanienSpanien Sergio Hernández
BMW BMW 320si
2011 FrankreichFrankreich Yvan Muller
Chevrolet Chevrolet Cruze
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Huff
Chevrolet Chevrolet Cruze
SchweizSchweiz Alain Menu
Chevrolet Chevrolet Cruze
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chevrolet Chevrolet DanemarkDänemark Kristian Poulsen
BMW BMW 320 TC
2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Huff
Chevrolet Chevrolet Cruze
SchweizSchweiz Alain Menu
Chevrolet Chevrolet Cruze
FrankreichFrankreich Yvan Muller
Chevrolet Chevrolet Cruze
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chevrolet Chevrolet UngarnUngarn Norbert Michelisz
BMW BMW 320 TC
2013 FrankreichFrankreich Yvan Muller
Chevrolet Chevrolet Cruze
ItalienItalien Gabriele Tarquini
Honda Honda Civic
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Nash
Chevrolet Chevrolet Cruze
JapanJapan Honda Honda Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich James Nash
Chevrolet Chevrolet Cruze
2014 ArgentinienArgentinien José María López
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Yvan Muller
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Sébastien Loeb
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Citroën Citroën DeutschlandDeutschland Franz Engstler
BMW BMW 320 TC
2015 ArgentinienArgentinien José María López
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Yvan Muller
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Sébastien Loeb
Citroën Citroën C-Elysée WTCC
FrankreichFrankreich Citroën Citroën UngarnUngarn Norbert Michelisz
Honda Honda Civic WTCC

Medienpräsenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehübertragungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Motto der WTCC „Real Cars, Real Racing“ werden die Rennen auf Eurosport bzw. Eurosport 2 unter der Moderation von Dirk Adorf und Uwe Winter live übertragen.

Computerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Race, den Nachfolgern Race07, sowie RaceOn von SimBin Studios sind drei offizielle WTCC-Rennspiele veröffentlicht worden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tourenwagen-Weltmeisterschaft – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Bräutigam/Reiner Kuhn: Ein Jahr Mix-Feld in Motorsport aktuell, MSA 29/2013, vom 2. Juli 2013, S. 18.
  2. Technische Daten des BMW 320si E90 (ab 2009)
  3. Technische Daten des Chevrolet Cruze
  4. a b Technische Daten des Seat Leon 2.0 TFSI und Seat Leon 2.0 TDI
  5. Stefan Ziegler: Die neuen Qualifying-Regeln: "Ein guter Fortschritt". motorsport-total.com, 18. März 2012, abgerufen am 30. März 2016.
  6. a b c d Stefan Ziegler: Die Geschichte der WTCC. motorsport-total.com, 18. März 2013, abgerufen am 30. März 2016.
  7. a b Stefan Ziegler: FIA schreibt Renndistanz auf 60 Kilometer fest. motorsport-total.com, 5. Dezember 2013, abgerufen am 30. März 2016.
  8. Roman Wittemeier & Markus Lüttgens: Neues Rennformat ab 2016: Zweites Rennen wird wichtiger. motorsport-total.com, 27. November 2015, abgerufen am 30. März 2016.
  9. Markus Lüttgens: WTCC 2016: So funktioniert das Team-Zeitfahren MAC3. motorsport-total.com, 29. März 2016, abgerufen am 4. Mai 2016.
  10. a b Stephan Carls: Handicap-Gewicht reduziert. speed-magazin.de, 22. Dezember 2006, abgerufen am 22. März 2016.
  11. Pete Fink: FIA führt den "Erfolgs-Ballast" ein. motorsport-total.com, 17. Dezember 2007, abgerufen am 22. März 2016.
  12. Markus Lüttgens: WTCC erklärt: So wird das Kompensationsgewicht berechnet. motorsport-total.com, 22. April 2016, abgerufen am 4. Mai 2016.
  13. Stefan Ziegler: Hintergrund: Das Kompensationsgewicht. motorsport-total.com, 14. April 2009, abgerufen am 22. März 2016.
  14. Markus Lüttgens: Bis zu 80 Kilogramm: WTCC verändert Kompensationsgewicht. motorsport-total.com, 14. April 2009, abgerufen am 22. März 2016.