Groß-Bieberau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Groß-Bieberau
Groß-Bieberau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Groß-Bieberau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 182 m ü. NHN
Fläche: 18,27 km²
Einwohner: 4665 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 255 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 64401,
64395 (Hippelsbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 06162, 06161 (Hippelsbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 009
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 28–30
64401 Groß-Bieberau
Webpräsenz: www.gross-bieberau.de
Bürgermeister: Edgar Buchwald (SPD)
Lage der Stadt Groß-Bieberau im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Groß-Bieberau ist eine Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen am Nordrand des Odenwalds.

Im Jahre 787 wurde Groß-Bieberau erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1312 hat Groß-Bieberau Stadtrechte. Im Mittelalter bestand hier eine der 30 Wildhuben des Wildbannes Dreieich, welchem auch die umliegenden Wälder angehörten.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß-Bieberau grenzt im Norden an die Stadt Reinheim, im Osten an die Gemeinde Brensbach (Odenwaldkreis), im Süden an die Gemeinde Fischbachtal sowie im Westen an die Gemeinde Modautal und die Stadt Ober-Ramstadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober-Ramstadt Reinheim Reinheim
Modautal Nachbargemeinden Brensbach
Fischbachtal Fischbachtal Brensbach

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Groß-Bieberau bestehen folgende Stadtteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der großen Fruchtbarkeit (Lößboden) und des überaus reichlichen Wasservorkommens war die Gemarkung von Groß-Bieberau bereits in der jüngeren Steinzeit von Ackerbauern besiedelt. Dies wird sehr deutlich belegt durch die zahlreichen Keramik- und Schmuckfunde aus dieser Zeit. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes gab es im Jahre 787, die Verleihung des Stadtrechts erfolgte dann ein halbes Jahrtausend später, im Jahre 1312. Groß-Bieberau war von 1312 bis 1479 im Besitz der Grafen von Katzenelnbogen und fiel 1567 der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zu, nachdem die Linie der Grafen von Katzeneinbogen ausgestorben war[2]. Der Dreißigjährige Krieg, den gerade mal zwölf Einwohner überlebten, bedeutete einen herben Rückschlag für die Stadt. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt ging dann 1806 im Großherzogtum Hessen auf. Groß-Bieberau gehört danach zu den folgenden dokumentierten Verwaltungseinheit[2]:

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 31. Dezember 1971 die bis dahin selbstständige Gemeinde Rodau nach Groß-Bieberau eingegliedert.[3]

Ortsname und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden historischen Ortsnamen sind überliefert:[2]

  • Biberahe; Biberae villa (1267)
  • Bibera (1312)
  • Biberauwe (1326)
  • Bybera (1345)
  • Beberaw; Bieberaw (1422)
  • Büberauw; Büberauwe; Großenbibra (1514)
  • Großen Bieberaw (1671)

Dokumentierte Einwohnerzahlen sind[2]:

  • 1829: 1408 Einwohner
  • 1939: 2067 Einwohner
  • 1961: 3113 Einwohner
  • 1970: 3353 Einwohner
Groß-Bieberau: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.432
1840
  
1.614
1846
  
1.654
1852
  
1.717
1858
  
1.530
1864
  
1.578
1871
  
1.565
1875
  
1.582
1885
  
1.526
1895
  
1.616
1905
  
1.763
1910
  
1.855
1925
  
1.806
1939
  
2.067
1946
  
2.851
1950
  
2.949
1956
  
3.053
1961
  
3.113
1967
  
3.291
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,5 8 35,2 8 29,7 7 33,8 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,8 7 28,3 7 31,3 7 51,8 12
FWG Freie Wählergemeinschaft Groß-Bieberau 27,4 6 22,4 5 25,9 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,4 2 6,1 1 5,3 1
FDP Freie Demokratische Partei 7,3 2 5,7 1 7,0 2 9,0 2
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 52,0 56,2 58,8 67,1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Groß-Bieberau zeigt in Blau einen rechtsgewendeten aufsteigenden rotbewehrten und rotgezungten grauen Biber.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert-Einstein-Schule (AES)
    Unter der AES befindet sich ein Schutzraumbauwerk (ehemaliges Hilfskrankenhaus mit 1000 Betten). Die Albert-Einstein-Schule ist eine kooperative (schulformbezogene; früher: additive) Gesamtschule, die in ihren Ursprüngen auf die im Jahre 1900 gegründete Höhere Bürgerschule Groß-Bieberau zurückgeht. Ihre direkte Vorstufe hat sie im Schulzentrum Odenwald, einer gemeinsamen Gründung Groß-Bieberaus und der Schulverbandsgemeinden, die nach der Gebietsreform zum Teil dem Odenwaldkreis zugeordnet wurden.
  • Haslochbergschule (Grundschule)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großsporthalle Groß-Bieberau während eines Bundesligaspiels der TSG Groß-Bieberau.

Überregional bekannt ist der Sportverein TSG Groß-Bieberau. Die erste Männermannschaft spielt in der 3. Handball-Liga (Süd).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einstige Gersprenztalbahn (Reinheim – Reichelsheim) ist stillgelegt. Zwischen Reinheim und Groß-Bieberau findet zurzeit kein Güterverkehr statt. Diese Strecke wird von der Buslinie 693 bedient, die den Anschluss zur Odenwaldbahn (Frankfurt – Darmstadt – Eberbach) herstellt. Außerdem verkehren die Buslinien K55 (Darmstadt – Roßdorf – Reinheim – Niedernhausen), K57 (Reinheim – Niedernhausen  – Neunkirchen - Brandau – Gadernheim), K58 (Groß-Bieberau – Asbach – Ernsthofen) und K 85 (Schnellbus; Darmstadt – Reinheim – Groß-Bieberau – Niedernhausen).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urlaubsregion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Odenwald wird als Urlaubsregion immer beliebter. Groß-Bieberau liegt am nördlichen Rand des Odenwaldes und wird auch als das „Tor zum Odenwald“ bezeichnet. Der nahegelegene Hausberg ist die Neunkircher Höhe in 605 m Höhe. Das weithin sichtbare Schloss Lichtenberg liegt in der Nachbargemeinde Fischbachtal, im Ortsteil Lichtenberg, in 278 m Höhe.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Groß-Bieberau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d „Groß-Bieberau, Landkreis Darmstadt-Dieburg“,. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 29. April 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 230
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. Darmstädter Echo, Freitag, 23. Oktober 2015, S. 18
  8. Darmstädter Echo, Donnerstag, 26. November 2015, S. 20