Diensdorf-Radlow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Diensdorf-Radlow führt kein Wappen
Diensdorf-Radlow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Diensdorf-Radlow hervorgehoben

Koordinaten: 52° 14′ N, 14° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Scharmützelsee
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 9,34 km2
Einwohner: 588 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15864
Vorwahl: 033677
Kfz-Kennzeichen: LOS, BSK, EH, FW
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 112
Gemeindegliederung: 2 Wohnplätze
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulweg 1
15864 Diensdorf-Radlow
Website: www.amt-scharmuetzelsee.de
Bürgermeister: Stefan Petrick
Lage der Gemeinde Diensdorf-Radlow im Landkreis Oder-Spree
Bad SaarowBeeskowBerkenbrückBriesenBrieskow-FinkenheerdDiensdorf-RadlowEisenhüttenstadtErknerFriedlandFürstenwalde/SpreeGosen-Neu ZittauGroß LindowGrünheideGrunow-DammendorfJacobsdorfLangewahlLawitzBriesen (Mark)MixdorfMüllroseNeißemündeNeuzelleRagow-MerzRauenReichenwaldeRietz-NeuendorfSchlaubetalSchöneicheSiehdichumSpreenhagenSteinhöfelStorkowTaucheVogelsangWendisch RietzWiesenauWoltersdorfZiltendorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Diensdorf-Radlow (niedersorbisch Dimšojce-Radłow[2]) ist eine Gemeinde im westlichen Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Scharmützelsee an, das seinen Verwaltungssitz in der Gemeinde Bad Saarow hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Ostufer des Scharmützelsees am Westrand der Beeskower Platte, etwa fünf Kilometer südlich des Kerns von Bad Saarow und grenzt im Norden an den Bad Saarower Wohnplatz Theresienhof. Im Süden schließt sich die Gemeinde Wendisch Rietz und im Osten die Gemeinde Rietz-Neuendorf an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Diensdorf-Radlow hat laut ihrer Hauptsatzung[3] keine Orts- oder Gemeindeteile. Die beiden früher selbstständigen Gemeinden Diensdorf und Radlow sind lediglich Wohnplätze innerhalb der (Gesamt-)Gemeinde[4]. Seit dem 1. Januar 1962 sind Diensdorf und Radlow zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diensdorf wurde erstmals 1490 urkundlich erwähnt. Die erste Eintragung von Radlow stammt aus dem Jahr 1445. Vorgeschichtliche Ausgrabungsfunde beweisen allerdings, dass der Ort schon vor über 3400 Jahren besiedelt wurde. Während Radlow Sitz eines Rittergutes war, das 1620 in den Besitz derer von Pfuel kam, und von 1634 bis 1802 zu den Löschebrandschen Besitzungen gehörte, blieb Diensdorf eher von Fischern und Bauern geprägt.[5] In beiden Orten spielte die Ziegelei im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Rolle. Die überwiegend roten Backsteinhäuser bezeugen dies noch heute. Durch den Ausbau des Storkower Kanals von 1862 bis 1865 erfolgte ein reger Schiffstransport nach Berlin, der Ziegel aus Radlow nach Spandau für den Ausbau der dortigen Zitadelle brachte.

Mit dem Ausbau weiterer Verkehrsanbindungen wie Bahn- und Straßenbau begannen sich die Dörfer zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Urlaubsorten zu entwickeln. In Diensdorf entstand eine Bootswerft, die den Wassersport und Tourismus im Ort anwachsen ließ.

Diensdorf und Radlow gehören seit 1836 zum Kreis Beeskow-Storkow in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1964 526
1971 526
1981 545
1985 560
1989 535
Jahr Einwohner
1990 532
1991 521
1992 526
1993 513
1994 491
1995 510
1996 524
1997 533
1998 535
1999 558
Jahr Einwohner
2000 551
2001 567
2002 540
2003 555
2004 558
2005 554
2006 548
2007 555
2008 541
2009 567
Jahr Einwohner
2010 570
2011 565
2012 558
2013 553
2014 567
2015 564
2016 567
2017 590
2018 588

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011 der Europäischen Union

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverwaltung

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Diensdorf-Radlow setzt sich aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister zusammen.

Wählergruppe Sitze
2003
Sitze
2008
Sitze
2014
Sitze
2019
Förderverein Diensdorf-Radlow - 5 5 5
Gemeindefeuerwehrverein 4 2 2 2
Einzelbewerber Tom-Andreas Wienkoop - - - 1
Einzelbewerber Burkhard Mell 1 1 1 -
PDS 3 - - -

(Stand Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Klaus John (PDS)[10]
  • 2003–2015: Klaus-Bernd Fischer (2003 PDS; ab 2008 Förderverein Diensdorf-Radlow)[11]
  • seit 2016: Stefan Petrick (Förderverein Diensdorf-Radlow)[12]

Petrick wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 92,3 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[13] gewählt.[14]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Diensdorf-Radlow und in der Liste der Bodendenkmale in Diensdorf-Radlow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diensdorf-Radlow liegt an der Landesstraße L 35 von Fürstenwalde nach Glienicke.

Die Buslinie 430 verbindet den Ort mit Fürstenwalde und Beeskow.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Cohrs (1921–1999), Komiker und Schauspieler, lebte bis 1977 und 1990 bis zu seinem Tod in Diensdorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Diensdorf-Radlow vom 28. Juni 2001 PDF (Memento des Originals vom 8. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diensdorf-radlow.de
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Gemeinde Diensdorf-Radlow
  5. Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preussischen Monarchie. Rauh, 1856, S. 196–197.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Oder-Spree (Memento des Originals vom 12. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  11. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 28
  12. Stefan Petrick zum Bürgermeister gewählt. In: Märkische Oderzeitung, 23. Februar 2016
  13. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diensdorf-Radlow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien