Siehdichum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Siehdichum (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Siehdichum
Siehdichum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Siehdichum hervorgehoben
Koordinaten: 52° 12′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Schlaubetal
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 73,62 km²
Einwohner: 1522 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15890
Vorwahlen: 033653, 033654, 033656
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 458
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 40
15296 Müllrose
Bürgermeister: Wolfgang Beitsch
Lage der Gemeinde Siehdichum im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Kirche im Ortsteil Rießen
Försterfriedhof in der Nähe des Forsthauses Siehdichum

Siehdichum ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Sie wird vom Amt Schlaubetal verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Siehdichum befindet sich in einer durch die Weichseleiszeit geprägten Hügellandschaft, die fast völlig bewaldet ist. Die westliche Gemeindegrenze bildet das Schlaubetal, im Osten fällt das Gelände stark zur durch die Oder gebildeten Ziltendorfer Niederung ab. Im Südosten schließen sich das Areal des Stahlwerks ArcelorMittal Eisenhüttenstadt sowie die Stadt Eisenhüttenstadt an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehdichum gliedert sich in drei Ortsteile, die entlang der öst-westlich verlaufenden Landesstraße zwischen Müllrose und Eisenhüttenstadt aufgereiht sind. Im Westen liegt der Ortsteil Schernsdorf, gefolgt von Rießen. Pohlitz liegt im Osten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Siehdichum wurde im Rahmen der Brandenburger Gemeindegebietsreform am 26. Oktober 2003 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Pohlitz, Rießen und Schernsdorf gebildet.[2] Namensgebend war das alte Forsthaus Siehdichum, das einige Kilometer vom Siedlungsgebiet entfernt am Hammersee liegt.

Die Ortsteile Siehdichums wurden bereits im Spätmittelalter angelegt. Im Jahre 1300 ist Rießen als Angerdorf erstmals urkundlich erwähnt worden. Aus dem Jahre 1332 ist eine Verkaufsurkunde über das Angerdorf Pohlitz bekannt. Ebenfalls im 14. Jahrhundert wurde das Gassendorf Schernsdorf erstmals erwähnt.

Schernsdorf hatte vor der Fusion selbst mehrere Ortsteile, die 2003 aufgelöst wurden. Dies waren Kallinenberg, Ragower Mühle, Siehdichum und Wustrow. Der Ort wurde 1347 erstmals als Sczchirnisdorf urkundlich erwähnt.[3] Bis 1969 befand sich bei Schernsdorf eine Wassermühle, die Mittelmühle, welche in der DDR-zeit abgerissen wurde.

Pohlitz hat seit 1966 östlich des Dorfes einen Flugplatz. Weiterhin gibt es ein Schäfereimuseum des Schäfervereins Märkischer Heidehof. Der Ort wurde 1318 erstmals als „Parlitz maior et minor“ (Großer und kleiner Pohlitzer See) erwähnt.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2003 1.779
2004 1.788
2005 1.773
2006 1.765
2007 1.744
2008 1.703
2009 1.658
Jahr Einwohner
2010 1.616
2011 1.566
2012 1.564
2012 1.542
2013 1.542
2014 1.535

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Siehdichum besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.[7]

Wählergruppe Sitze
2003–2008
Sitze
2008–2014
Bürgervereinigung Rießen 4 4
Bürgervereinigung Pohlitz 4 4
Bürgervereinigung Schernsdorf 2 3
Wählergemeinschaft Feuerwehr 2 1

Neben der Gemeindevertretung gibt es in den drei Ortsteilen Ortsbeiräte mit jeweils drei Sitzen. Die Ortsbeiräte wählen den jeweiligen Ortsvorsteher. In Pohlitz ist dies Ilka Blumenthal, in Rießen Uwe Helm und in Schernsdorf Willy Uhe.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Beitsch ist seit seiner Wahl am 26. Oktober 2003 Bürgermeister der Gemeinde. Er wurde als Einzelbewerber in der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 mit 86,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. Januar 2007 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold eine eingebogene grüne Spitze bis zum blauen Wellenschildfuß, belegt mit drei zu einer Garbe gebundenen goldenen Kornähren, beseitet rechts von einem schräggekreuzten schwarzen Schlägel und Eisen und links von einem schwarzen Schaufelrad.“[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Siehdichum und in der Liste der Bodendenkmale in Siehdichum stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Dazu gehört unter anderem die Ragower Mühle im Ortsteil Schernsdorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenhüttenstadt, Flugplatz, Luftaufnahme (2015)

Siehdichum liegt an der Landesstraße 37, die Müllrose und Eisenhüttenstadt verbindet.

Die Gemeinde gehört zum Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Die Buslinie 443 der BOS, die zwischen Eisenhüttenstadt und Müllrose verkehrt, hält in allen drei Ortsteilen.

Die nächsten Bahnhöfe sind Mixdorf und Müllrose an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Frankfurt (Oder). Sie werden von der Regionalbahnlinie RB 36 bedient. Ziltendorf liegt an der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Cottbus. Hier verkehrt die Regionalbahnlinie RB 11 zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus.

Im Ortsteil Pohlitz befindet sich der Verkehrslandeplatz Eisenhüttenstadt-Frankfurt (Oder), an dem die Gemeinde einen Anteil (2 %) hält.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siehdichum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. Märkische Oderzeitung, 22. März 2006, S. 11
  4. Märkische Oderzeitung, 24. März 2006, S. 9
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz (PDF) S. 18–21
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. Ortsbürgermeister. Amt Schlaubetal.
  9. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg