Groß Lindow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Groß Lindow
Groß Lindow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Lindow hervorgehoben
Koordinaten: 52° 14′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Brieskow-Finkenheerd
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 15,39 km2
Einwohner: 1734 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15295
Vorwahl: 033609
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 180
Adresse der Amtsverwaltung: August-Bebel-Straße 18a
15295 Brieskow-Finkenheerd
Bürgermeister: Peter Schlatter (Bürger für Groß Lindow)
Lage der Gemeinde Groß Lindow im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Kirche Groß Lindow

Groß Lindow ist eine Gemeinde im Südosten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree. Sie wird vom Amt Brieskow-Finkenheerd verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Friedrich-Wilhelm-Kanal, der Spree und Oder miteinander verbindet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Hammerfort, Klixmühle, Schlaubehammer, Weißenberg und Weißenspring.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde erstmals im Jahr 1354 urkundlich als Lyndow erwähnt. Der Ort war ein kleines Bauerndorf in Besitz des Kartäuserklosters in Frankfurt (Oder) bis zum Jahr 1540, dann gehörte es der Frankfurter Universität Viadrina. Lyndow war Grenz- und Zollort an der Grenze zu Sachsen.

Oberlindow wurde um 1700 gegründet und gehörte zur Herrschaft derer von Burgsdorf in Müllrose. Durch seine Lage erhielt Lindow nun den Zusatz Unter-. Neulindow wurde von Kolonisten 1766 gegründet und 1934 mit Oberlindow vereinigt. Im Jahre 1950 erfolgte die Zusammenlegung von Oder- und Unter-Lindow zu Groß-Lindow.[3]

In Urkunden aus dem Jahr 1739 wird eine Ansiedlung bey der Weißenspringschen Schleuse erwähnt[4], der Grundstein zur gleichnamigen Schleuse wurde jedoch schon am 12. Juli 1702 gelegt. Der Ortsname bezieht sich auf die Trinkwasserquelle, welche dort aus weißem Sand sprudelt.[5] Weißenspring nahm deutlichen Aufschwung, als Friedrich II. dem Kriegsrat Kienitz 1765 das seit 1754 ansässige Hammerwerk als Erbeigentum übereignete, mit der Auflage, 30 ausländische Familien anzusiedeln und eine Pfeifenfabrik zu gründen.[6] Die Pfeifenfabrik und Weißenspring befanden sich zur damaligen Zeit in der Kaysermühlschen Forst, gehörig zum Amt Biegen.[7]

Schlaubehammer wird 1545[8] erstmals erwähnt: vff dem Eysenhammer, dieser Hammer ist vermutlich 1533[9] gegründet worden. Im Jahr 1647 wurde vom Schlaube Hammer gesprochen, was auf die Lage an der Schlaube zurückzuführen ist. 1739 war der Betrieb bereits eingestellt, an seiner Stelle wurde eine Schneidemühle errichtet.[8]

Für kurze Zeit, vom September 1945 bis 1947, wurden Ober- und Unterlindow, Weißenspring und Schlaubehammer als Ortsteile in die Stadt Frankfurt (Oder) eingemeindet, 1947 jedoch in den damaligen Landkreis Lebus zurückgeführt.[10]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1950 2 019
1964 1 476
1971 1 414
1981 1 442
1985 1 350
1989 1 300
1990 1 278
1991 1 264
1992 1 271
Jahr Einwohner
1993 1 319
1994 1 398
1995 1 464
1996 1 493
1997 1 560
1998 1 630
1999 1 731
2000 1 796
2001 1 825
Jahr Einwohner
2002 1 871
2003 1 883
2004 1 912
2005 1 878
2006 1 857
2007 1 844
2008 1 836
2009 1 840
2010 1 837
Jahr Einwohner
2011 1 779
2012 1 738
2013 1 720
2014 1 737
2015 1 734

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[11][12] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Groß Lindow besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[13]

  • Bürger für Groß Lindow: 7 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Groß Lindow: 3 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Mario Kemmel: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Schlatter (Bürger für Groß Lindow) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 81,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[14] gewählt.[15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. Dezember 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein blauer Schrägwellenbalken, nach der Figur begleitet von zwei abgeschnittenen, gegengewendeten grünen Lindenzweigen.“[16]

Der Wellenbalken symbolisiert den Friedrich-Wilhelm-Kanal; die Lindenzweige verweisen auf die Bedeutung des Ortsnamens.

Kanaldenkmal

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Groß Lindow und in der Liste der Bodendenkmale in Groß Lindow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Der Friedrich-Wilhelm-Kanal war die älteste Wasserstraße zwischen Oder und Spree und verband die Berliner Gewässer mit den östlichen schiffbaren Gewässern in Deutschland. Er wird heute touristisch genutzt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatstube Groß Lindow

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sowjetischer Ehrenfriedhof mit Denkmal für 45 gefallene Sowjetsoldaten in der Ortsmitte an der Lindenstraße. Daneben ein Denkmal für Widerstandskämpfer aller Länder

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Lindow liegt an der Landesstraße L 373 zwischen Müllrose und Brieskow-Finkenheerd.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Groß Lindow

Seit 1995 gibt es den Förderverein Lindenbäumchen e. V. der Grundschule Groß Lindow.

Sport und Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meiler und kleiner Schaumeiler

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Groß Lindow
  3. Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187 S. 270
  4. Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187, S. 138
  5. Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Geographisch-historisch-Statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Band 3, S. 210, A. Müller, 1856
  6. Kurt Hinze: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Neudrucke, Band 9, W. de Gruyter, 1963, S. 79
  7. August Heinrich von Borgstede: Statistisch topographische Beschreibung der Kurmark Brandenburg, Band 1, Berlin 1788, S. 250
  8. a b Cornelia Willich, Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen des Landes Lebus, Brandenburgisches Namenbuch, Band 8, Böhlau, 1994, ISBN 3740009187, S. 32, S. 129
  9. Berthold Schulze: Neue Siedlungen in Brandenburg, 1500–1800. Beiband zur Brandenburgischen Siedlungskarte, 1500–1800, Historischer Atlas der Provinz Brandenburg, hrsg. von der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Kommissionsverlag von Gsellius, 1939, Band 8 S. 81
  10. Frankfurt, so wie es war (PDF; 1,8 MB)
  11. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 18–21
  12. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  13. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  14. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  15. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  16. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Groß Lindow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien