Dnipro Dnipropetrowsk

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Dieser Artikel behandelt den Fußballverein. Für den Basketballverein siehe BK Dnipro Dnipropetrowsk.
Dnipro Dnipropetrowsk
FC Dnipro Dnipropetrovsk.svg
Voller Name FK Dnipro Dnipropetrowsk
ФК Дніпро Дніпропетровськ
Ort Dnipropetrowsk
Gegründet 1918
Stadion Dniprostadion
Plätze 31.003
Präsident UkraineUkraine Andrij Stezenko
Trainer UkraineUkraine Myron Markewytsch
Homepage www.fcdnipro.dp.ua
Liga Premjer-Liha
2014/15 3. Platz
Heim
Auswärts
Älteres Logo aus der sowjetischen Zeit
Die Mannschaft von 2010
Fans auf der Südtribüne

Der FK Dnipro Dnipropetrowsk (ukrainisch ФК Дніпро Дніпропетровськ; UEFA-Transkription FC Dnipro Dnipropetrovsk; russisch ФК Дне́пр Днепропетро́вск, FK Dnepr Dnepropetrowsk) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der Stadt Dnipropetrowsk.

Zu den Zeiten der Sowjetunion war Dnipro neben Dynamo Kiew und Schachtar Donezk eine der erfolgreichsten Mannschaften der Ukrainischen SSR und hat in den 1980er Jahren einmal den Pokal und zweimal die Meisterschaft der UdSSR gewonnen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1918 als Werkmannschaft der Petrowski-Stahlwerke gegründet, 1936 nahm die Mannschaft erstmals an einer unterklassigen UdSSR-weiten Liga unter dem Namen Stal (= Stahl) teil, 1946 wurde die Mannschaft in Metalurg umbenannt und behielt diesen Namen bis 1961, als sie an die Jugmasch-Werke abgegeben wurde und diesen Namen erhielt. 1968/69 wurde die Mannschaft erneut abgegeben, sie erhielt den Namen Dnepr nach dem Markenname eines ukrainischen Motorrads und einen jungen, neuen Trainer Walerij Lobanowskyj, der bei Dnepr erste Erfahrungen sammelte, bevor er nach 1974 bei Dynamo Kiew zu einem der erfolgreichsten Trainer der Welt wurde. 1971 gelang Dnepr der erstmalige Aufstieg in die höchste sowjetische Liga. Seitdem blieb der Verein, mit Ausnahme eines zweijährigen Zweitligazwischenspiels 1978–80, erstklassig. Nach dem zweiten Aufstieg entwickelte sich Dnepr in den 1980er-Jahren zu einer der besten Mannschaften der UdSSR, die regelmäßig um die Meisterschaft mitspielte. Dem damaligen Team gelang 1983 und 1988 der Gewinn der sowjetischen Meisterschaft, 1988 feierte man auch den sowjetischen Pokalsieg. 1987 und 1989 wurde Dnepr Vizemeister.

Zur damaligen Mannschaft von Dnepr gehörten Stars wie Oleg Protassow, Gennadi Litowtschenko oder Wladimir Ljuty. Zahlreiche Talente stammten dabei aus der eigenen Jugend.

Dnepr war fünf Mal bester Fußballverein der Teilrepublik Ukraine. Gemessen an der Anzahl der Titel war der Club sogar der zweiterfolgreichste ukrainische Verein überhaupt, nach Dynamo Kiew. Während des Bestehens der Sowjetunion war der Club hauptsächlich unter dem russischen Namen bekannt, Dnepr Dnepropetrowsk (auch in der Schreibweise Dnjepr Dnjepropetrowsk). Nach der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga liegt Dnjepr unter allen ukrainischen Mannschaften, die je an der sowjetischen Liga teilnahmen, auf Platz 4, insgesamt auf Platz 17.

Ukraine[Bearbeiten]

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion spielte der Club nun in der neugegründeten ersten ukrainischen Liga. International und auf Klubsymbolen, darunter auch von FIFA und UEFA, wird seitdem die ukrainische Bezeichnung des Klubs verwendet, Dnipro Dnipropetrowsk.

Nach der Unabhängigkeit der Ukraine konnte Dnipro zwar keinen Titel mehr gewinnen, erreichte aber dreimal das Pokalendspiel und landete sechsmal unter den ersten drei der ukrainischen Meisterschaft. Dnipro Dnipropetrowsk gehört zu den vier Mannschaften, neben Dynamo Kiew, Schachtjor Donezk und Tawrija Simferopol, die noch nie aus der Premjer-Liha abgestiegen sind. Hauptsponsor des Vereins ist seit vielen Jahren die Privat-Gruppe, eine einflussreiche Firmengruppe mit Sitz in Dnipropetrowsk. Bekannteste Spieler des Vereins sind Andriy Rusol, der das erste Tor der Ukraine bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erzielte bzw. die ukrainischen Fußballer des Jahres Oleh Venglinsky (2003) und Jewhen Konopljanka (2010 und 2012).

Mehrmals hatte Dnipro an den europäischen Wettbewerben teilgenommen, davon zweimal an dem Europapokal der Landesmeister (1985, 1990); dabei erreichte der Verein jeweils das Viertelfinale. In der UEFA Europa League 2011/12 scheiterte Dnipro in der Play-off-Runde am englischen Vertreter FC Fulham. Besser verlief es für den ukrainischen Vertreter in der Europa League Saison 2012/13. Dort erreichte die Mannschaft nicht nur die Gruppenphase, sondern wurde mit fünf Siegen und einer Niederlage gegen den SSC Neapel, die PSV Eindhoven und AIK Solna Gruppensieger. In der Zwischenrunde schied Dnipro nach einer 0:2-Auswärtsniederlage und einem 1:1 zuhause gegen den Schweizer Vertreter FC Basel aus. Nach dem Erfolg in der Playoff-Runde erreichte Dnipro Ende August 2013 die Gruppenphase der Europa League 2013/14. Sie belegten in ihrer Gruppe den zweiten Platz und qualifizierten sich für die K.O.-Runde, in der sie gegen Tottenham Hotspur ausschieden.

Finaleinzug in der Europa League 2015[Bearbeiten]

In der Europa-League-Saison 2014/15 erreichte Dnipro hinter Inter Mailand sowie vor FK Qarabağ Ağdam und AS Saint-Étienne erneut den zweiten Platz in der Gruppenphase und qualifizierte sich für die Zwischenrunde, in der sie Olympiakos Piräus besiegten. In der Folge setzten sie sich gegen Ajax Amsterdam, den FC Brügge und den SSC Neapel durch. Sie erreichten als erst zweite ukrainische Mannschaft das Endspiel, wo sie gegen den Titelverteidiger FC Sevilla mit 2:3 verloren. Dieser 2. Platz ist als bisher größter Erfolg auf europäischer Ebene zu werten. Überschattet wurde das Endspiel durch den Zusammenbruch des Spielers Matheus.

Sämtliche Heimspiele fanden aufgrund des Kriegs in der Ostukraine aus Sicherheitsgründen im Olympiastadion in Kiew statt. Ihr Spielstil auf dem Weg in das Finale war durch eine defensiv ausgerichtete Taktik geprägt. Bis zum Finale ließ Dnipro lediglich elf Tore in 16 Spielen zu, erzielte aber auch nur 15. Dazu begingen sie mehr Fouls und erhielten mehr gelbe Karten als alle anderen an der Europa League teilnehmenden Mannschaften.[1]

Stadion[Bearbeiten]

Dnipro Dnipropetrowsk trägt seine Heimspiele im Dniprostadion aus, das am 14. September 2008 nach einer dreijährigen Bauzeit eröffnet wurde und eine Kapazität von 31.003 Zuschauerplätzen aufweist. Errichtet hat das Stadion der deutsche Baukonzern Hochtief.

Vereinswappen[Bearbeiten]

Das Logo des Vereins stellt ein warägisches Drachenboot dar.[1]

Erfolge[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Aktueller Kader 2014/15[Bearbeiten]

Stand: 27. Februar 2015

Nr. Position Name
1 UkraineUkraine TW Oleksiy Bashtashenko
2 RumänienRumänien AB Alexandru Vlad
3 TschechienTschechien AB Ondřej Mazuch
4 UkraineUkraine MF Serhij Krawtschenko
5 UkraineUkraine AB Witalij Mandsjuk
6 BrasilienBrasilien AB Egídio
7 GeorgienGeorgien MF Dschaba Kankawa
8 UkraineUkraine MF Pawlo Ksjons
9 KroatienKroatien ST Nikola Kalinić
10 UkraineUkraine MF Jewhen Konopljanka
11 UkraineUkraine ST Jewhen Selesnjow
12 BrasilienBrasilien MF Leo Matos
14 UkraineUkraine AB Jewhen Tscheberjatschko
15 UkraineUkraine AB Dmytro Tschyhrynskyj
16 TschechienTschechien TW Jan Laštůvka
18 UkraineUkraine ST Roman Sosulja
Nr. Position Name
19 UkraineUkraine MF Roman Bezus
20 PortugalPortugal MF Bruno Gama
21 KroatienKroatien MF Mladen Bartulović
23 BrasilienBrasilien AB Douglas
24 UkraineUkraine AB Walerij Lutschkewitsch
25 UkraineUkraine MF Walerij Fedortschuk
28 UkraineUkraine MF Jewhen Schachow
29 UkraineUkraine MF Ruslan Rotan
30 SenegalSenegal AB Papa Gueye
39 UkraineUkraine AB Oleksandr Swatok
44 UkraineUkraine AB Artjom Fedezkij
71 UkraineUkraine TW Denis Bojko
77 UkraineUkraine TW Denis Schelichow
90 UkraineUkraine AB Oleksandr Mihunow
97 UkraineUkraine MF Andrij Blisnitschenko
99 BrasilienBrasilien ST Matheus

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Ukraine und ehemalige UdSSR

Europa

Südamerika

Amerika

Afrika

Trainer[Bearbeiten]

(unvollständig)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Namenlosen vom fernen Fluss auf derstandard.at, 26. Mai 2015. Abgerufen am: 26. Mai 2015.