Hohes Fichtelgebirge

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Hohes Fichtelgebirge
Das Hohe Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns

Das Hohe Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns

Lage des Hohen Fichtelgebirges

Lage des Hohen Fichtelgebirges

Höchster Gipfel Schneeberg (1051 m ü. NN)
Lage Bayern, Tschechien
Teil des Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirges
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Koordinaten 50° 3′ N, 11° 51′ OKoordinaten: 50° 3′ N, 11° 51′ O
p5

Das Hohe Fichtelgebirge ist ein wald- und bergreicher, aus mehreren Gebirgszügen zusammengesetzter Gebirgsstock, welcher hufeisenförmig (Fichtelgebirgs-Hufeisen) die Selb-Wunsiedler Hochfläche umschließt. Naturräumlich stellt das Hohe Fichtelgebirge die Haupteinheit 394 innerhalb der Haupteinheitengruppe Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge (39) dar, die sich vom Thüringer Wald bis zum Fichtelgebirge zieht.[1][2]
Seit September 2010 existiert ein Neuentwurf der Naturräume Nordostbayerns, in dem mit Naturraum Hohes Fichtelgebirge nur der zentrale Gebirgsteil mit Schneeberg, Ochsenkopf, Königsheide und Kösseine gemeint ist, während der Waldsteinzug (mit Kornberg), Steinwald, Pechbrunner Basaltgebiet (mit Reichsforst) und Kohlwaldgebiet gesonderte Naturräume des Fichtelgebirges darstellen.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hohe Fichtelgebirge beginnt im Nordosten mit dem Kornberg, weiter über Waldstein, Schneeberg, Ochsenkopf und Königsheide im Südwesten zur Kösseine, dann über Steinwald und Reichsforst zum Kohlwald im Südosten.

Als naturräumliche Untereinheiten werden der Abschnitt von Kornberg und Waldstein als Nordkamm (394-A), der Abschnitt von Schneeberg, Ochsenkopf, Königsheide und Kösseine als Westkamm (394-A), der Abschnitt von der Kösseine zum Steinwald als Pilgramsreuther Sattel (394-B), der Steinwald mit Reichsforst als Steinwald (394-C) und der Abschnitt Kohlwald als Lausnitzer Randberge (394-D) unterteilt.[4]

Geomorphologische Einteilung Tschechiens mit Smrčiny (rot markiert)

In der geomorphologischen Gliederung des Nachbarlandes Tschechien werden auch Ašská vrchovina (deutsch: Ascher Bergland), Hazlovská pahorkatina (deutsch: Haslauer Hügelland) sowie Chebská pahorkatina (deutsch: Egerer Hügelland) dem (Hohen) Fichtelgebirge als Haupteinheit Smrčiny (I3A-1) zugeordnet.[5]

Blick auf das Hohe Fichtelgebirge
Hohes Fichtelgebirge, vom Waldstein aus gesehen
Blick vom Schneeberg auf den Fichtelsee und Mehlmeisel
Der Fernmeldeturm auf dem Schneeberg im August 2007

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch besteht der Gebirgsstock im Wesentlichen aus Granit. Die Geschichte seiner Orogenese beginnt im Präkambrium vor etwa 750–800 Millionen Jahren – fast 20 % der Erdgeschichte deckt das Gebirge ab, was nur auf wenige der heute noch bestehenden Rumpfgebirge zutrifft.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bergen im Hohen Fichtelgebirge gehören sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NN):

Berg Höhe (m) Anmerkung
Schneeberg 1.051 Höchster Berg des Fichtelgebirges, Haberstein (923 m) am Südwesthang
Ochsenkopf 1.024 Wintersport, Sessel- und Schlepplifte, Weißmainfelsen (906 m) am Osthang
Nußhardt 972
Seehügel 953 Ahornfels (910 m) am Südwesthang
Platte (Steinwald) 946 mit 35 m hohem Oberpfalzturm, Aussichtsplattform auf 976 m Gesamthöhe
Kösseine 939 Nebengipfel Kleine Kösseine (922 m)
Platte (Schneeberg) 885
Burgstein (Kösseinemassiv) 879 Burgsteinfelsen auf 869,2 m, Luisenburg-Kreuzfelsen (785 m) am Nordfuß
Großer Waldstein 877 Wintersport, Loipen
Rudolfstein (Schneeberg) 866 Felsformation am Gipfel und Formation Drei Brüder (850 m) 500 m südwestlich
Hohberg (Königsheide) 863 Wintersport, Schlepplifte
Weißenstein (Steinwald) 863
Bergkopf (Waldstein) 857 25 m hohe (817 m ü. NHN) Granitformation Hoher Stein am Nordostfuß
Haberstein (Kösseine) 848
Kreuzstein (Königsheide) 838
Platte (Königsheide) 830
Großer Kornberg 827 Wintersport, Schlepplift und Loipen
Geißberg (Königsheide) 818
Schottenbühl (Königsheide) 816
Hohe Matze 813 Felsformation Prinzenfelsen (751 m)
Epprechtstein (Waldstein) 798 Wintersport, Loipen
Lehstenberg 768
Schauerberg (Kösseinemassiv) 767
Hüttenberg (Königsheide) 758
Schanzberg (Königsheide) 742
Eisenberg (Königsheide) 732
Neuwelter Berg (Königsheide) 732
Schauerberg (Schneebergmassiv) 732
Armesberg 731
Rabenberg (Schönwald) 713
Tannenberg (Königsheide) 711
Pfaffenberg (Schönwald) 710
Steinberg (Reichsforst) 705
Ruheberg (Fichtelgebirge) 692 Gipfelregion Naturschutzgebiet
Berg (Weißenstadt) 691
Wenderner Stein 686
Teichelberg 685
Schwarzberg (Königsheide) 682
Fürstenstein (Fichtelgebirge) 675
Mittelberg (Königsheide) 670
Výhledy (deutsch: Oberkunreuthberg) 656 Brunnenhaus
Sieben-Linden-Berg 643 Wintersport, Loipen
Zelená hora (deutsch: Grünberg) 637 Fernmeldeturm, Aussichtsturm Bismarckturm
Kohlberg (Kohlwald) 633 Aussichtsturm Waldenfelswarte
Glasberg 628 Dreifaltigkeitskirche Kappl
Dietzenberg 626
Lehenbühl 620 bei Konnersreuth
Elmberg (Fichtelgebirge) 618
Gossenbühl 616
Konnsberg 613 bei Konnersreuth

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zahlreichen Aussichtstürmen und -plattformen sind die auffälligsten Bauwerke im Hohen Fichtelgebirge die ehemals militärisch genutzten und jetzt stillgelegten Fernmeldetürme auf dem Schneeberg (Turmhöhe 73 m) und dem Großen Kornberg (Turmhöhe 64 m), sowie die zivil genutzten Fernmeldetürme auf dem Ochsenkopf (Turmhöhe 163 m) und der im tschechischen Teil des Gebirges liegenden Zelená hora (deutsch: Grünberg).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Karl Heinrich Vollrath: Viola in Nordostbayern (Seite 132–133)
  4. Naturräumliche Untergliederung
  5. Smrčiny (Fichtelgebirge)

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]