Flughafen Teneriffa Nord

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Aeropuerto de Tenerife Norte
Base de Los Rodeos
Plataforma tfn.jpg
Kenndaten
ICAO-Code GCXO
IATA-Code TFN
Koordinaten
28° 28′ 58″ N, 16° 20′ 30″ W28.482652777778-16.341536111111632Koordinaten: 28° 28′ 58″ N, 16° 20′ 30″ W
632 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km von Santa Cruz de Tenerife
Basisdaten
Eröffnung 3. Mai 1946
Betreiber AENA
Passagiere 4.236.169 [1] (2008)
Luftfracht 20.724 t [1] (2008)
Flug-
bewegungen
67.796 [1] (2008)
Start- und Landebahn
12/30 3400 m × 45 m Asphalt

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Flughafen Teneriffa Nord (2010)

Der Flughafen Teneriffa Nord (spanisch Aeropuerto de Tenerife Norte, früher auch: Aeropuerto Internacional de los Rodeos, englisch Tenerife North Airport) ist nach dem Flughafen Teneriffa Süd der kleinere der beiden internationalen Verkehrsflughäfen der spanischen Insel Teneriffa. Das spanische Heer nutzt den Platz als Base de Los Rodeos als Stationierungsort des Batallón de Helicópteros de Canarias (BHELMA VI) seiner Heeresflieger Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra (FAMET).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen wurde im Jahr 1946 eröffnet. Im Laufe seiner Geschichte kam es, nicht zuletzt bedingt durch seine Lage, die häufig Scherwinde und dichten Nebel bedingt, zu mehreren schweren Unfällen. Hervorzuheben ist hier die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa vom 27. März 1977, die den schwersten Unglücksfall in der Geschichte der Luftfahrt ohne terroristischen Hintergrund sowie damit auch den zweitschwersten überhaupt darstellt.

Im Jahr 1978 wurde etwa 65 km entfernt bei El Médano der neue Flughafen Teneriffa Süd eröffnet, der seither einen größeren Teil des Flugverkehrs der Insel bewältigt. 2006 wurden noch etwa 30 Prozent des Passagierverkehrs und 70 Prozent des Frachtverkehrs der Insel in Teneriffa Nord abgewickelt. Er ist zwischenzeitlich auch mit Flugleittechnik auf aktuellem technischen Stand ausgerüstet.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Airport liegt auf einem Hochplateau etwa 10 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife im Gebiet der Gemeinde La Laguna.

Fluggesellschaften und Ziele im Winterflugplan 2011/2012[Bearbeiten]

Teneriffa Nord wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient. Es gibt Umsteigeverbindungen mit Iberia via Madrid und mit Binter Canarias via Gran Canaria.

Weitere Ziele sind Bilbao, León und Fuerteventura. Einzige Ziele außerhalb Spaniens sind Helsinki mit Finnair sowie die einzige Langstreckenverbindung mit Santa Barbara Airlines nach Caracas.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Seit 1956 kamen durch mehrere Unfälle über 1000 Menschen ums Leben.

  • Am 5. Mai 1965 verunglückte eine Lockheed L-1049G Super Constellation der Iberia (EC-AIN) aus Madrid kommend beim Landeanflug. Nach einem missglückten Landeversuch während schlechten Wetters kollidierte die Maschine beim Durchstarten 50 Meter neben der Landebahn mit einem Bulldozer und zerbrach auf einem Acker, wobei 30 der 49 Menschen an Bord ums Leben kamen.[3]
  • Am 7. Dezember 1965 geriet eine Douglas DC-3 der Spantax nach dem Start ins Trudeln und stürzte nahezu senkrecht ab. Alle 32 Insassen kamen ums Leben.[4]
  • Am 16. September 1966 musste eine von Spantax für Iberia betriebene Douglas DC-3/C-47 (EC-ACX) kurz nach dem Start wegen einer Triebwerksstörung im Meer notwassern. Von 27 Menschen an Bord konnten sich 26 aus der langsam sinkenden Maschine retten; ein Passagier weigerte sich, auszusteigen.[5]
  • Am 3. Dezember 1972 ereignete sich der schwerste Unfall einer Convair CV-990. Auf dem Flug nach München-Riem geriet die Spantax-Maschine EC-BZR während des Starts bei nahezu Null Sicht in etwa 90 m Flughöhe außer Kontrolle, überschlug sich und zerschellte schließlich am Boden. Alle 148 Passagiere (vorwiegend deutsche Urlauber) und 7 Besatzungsmitglieder starben.[6]
  • Am 25. April 1980 starben alle 146 Menschen an Bord, als die aus Manchester kommende Boeing 727-46 G-BDAN der britischen Dan-Air Services beim Landeanflug gegen einen Berg prallte. Ursachen waren Navigationsfehler und unklare Informationen seitens der Flugsicherung. Alle 146 Menschen an Bord wurden getötet.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresstatistik der spanischen Flughafen-Betreibergesellschaft AENA (PDF; 64 kB)
  2. Unfallbericht EC-AKV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  3. Unfallbericht EC-AIN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  4. Unfallbericht EC-ARZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. Januar 2016.
  5. Unfallbericht EC-ACX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.
  6. Unfallbericht EC-BZR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Januar 2016.
  7. Unfallbericht G-BDAN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Teneriffa Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien