Ghioroc

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Ghioroc
Gjorok
Gyorok
Wappen von Ghioroc
Ghioroc (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kreischgebiet
Kreis: Arad
Koordinaten: 46° 9′ N, 21° 36′ OKoordinaten: 46° 9′ 21″ N, 21° 35′ 43″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 48,60 km²
Einwohner: 3.790 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 317135
Telefonvorwahl: (+40) 02 57
Kfz-Kennzeichen: AR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Ghioroc, Cuvin und Miniș
Bürgermeister: Corneliu Popi-Morodan (PNL)
Postanschrift: Str. Principala Nr. 89
loc. Ghioroc, jud. Arad, RO-317135
Website:
Lage von Ghioroc im Kreis Arad
Ghioroc auf der Josephinischen Landaufnahme
Ghioroc
Endstation der Straßenbahnlinie Arad-Ghioroc

Ghioroc (deutsch: Gjorok, ungarisch: Gyorok) ist eine Gemeinde im Kreis Arad, im Kreischgebiet, im Westen Rumäniens. Zu der Gemeinde Ghioroc gehören auch die Dörfer Cuvin und Miniș.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghioroc liegt am Fuße des Zărand-Gebirges, in 22 km Entfernung von der Kreishauptstadt Arad.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horia Cuvin Zărand-Gebirge
Vladimirescu Nachbargemeinden Zărand-Gebirge
Sâmbăteni Miniș Cladova

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghioroc wurde 1135 erstmals urkundlich belegt.

Nach dem Frieden von Karlowitz (1699) kam Arad und das Maroscher Land unter österreichische Herrschaft, während das Banat südlich der Marosch bis zum Frieden von Passarowitz (1718) unter Türkenherrschaft verblieb. Auf der Josephinischen Landaufnahme von 1717 ist Gijorak eingetragen. Infolge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs (1867) wurde das Arader Land dem Königreich Ungarn innerhalb der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn angegliedert. Die amtliche Ortsbezeichnung war Gyorok. Der Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 hatte die Grenzregulierung zur Folge, wodurch Ghioroc an das Königreich Rumänien fiel.

Die erste elektrifizierte Eisenbahn in Osteuropa „Săgeata Verde“ (deutsch: Grüner Pfeil) wurde 1913 in Ghioroc eingerichtet. Von ihr profitierten vor allem die Weinbauern der Umgebung, um ihre Ernte auf die Märkte von Arad zu bringen. Die Trasse hatte drei Strecken: Arad-Ghioroc, Ghioroc-Pâncota und Ghioroc-Radna. Um die Trasse zu finanzieren, wurde die „Anonyme Eisenbahn-Sozietät Arader Weinberge“ (rumänisch: Societatea Anonimă Calea Ferată Arad-Podgoria) gegründet. Heute besteht nur noch die Straßenbahnanbindung Arad-Ghioroc. Im Transportmuseum (rumänisch: Muzeul Transporturilor) von Ghioroc kann man eine Fahrt mit der Original-Bahn von 1913 „Săgeata Verde“ buchen, die heute grün gestrichen ist, ursprünglich jedoch grau war.[3]

In Ghioroc gibt es eine moderne Winzerei und ein Weinmuseum. Ghioroc ist ebenso der Ausgangspunkt zu zahlreichen touristischen Trassen ins Zărand-Gebirge.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählung[5] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 4046 3199 704 119 24
1910 5744 3575 2039 118 12
1930 4866 3329 1334 118 85
1977 4875 3726 1082 53 14
1992 4210 3333 812 37 28
2002 4065 3300 695 22 48

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. citypopulation.de, Volkszählung 20. Oktober 2011
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. specialarad.ro, Museum des Grünen Pfeils
  4. virtualarad.net, Ghioroc
  5. kia.hu, E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Arad laut Volkszählungen von 1880 - 2002