Zădăreni

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Zădăreni
Saderlach
Zádorlak
Zădăreni führt kein Wappen
Zădăreni (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Arad
Koordinaten: 46° 8′ N, 21° 13′ OKoordinaten: 46° 7′ 56″ N, 21° 13′ 8″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 120 m
Fläche: 2.145 km²
Einwohner: 2.495 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 1 Einwohner je km²
Postleitzahl: 317130
Telefonvorwahl: (+40) 02 57
Kfz-Kennzeichen: AR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Zădăreni, Bodrogu Nou
Bürgermeister: Doina Petri (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 28
loc. Zădăreni, jud. Timiș, RO–317130
Website:

Zădăreni (deutsch Saderlach, ungarisch Zádorlac) ist eine Gemeinde im Kreis Arad, Banat, Rumänien. Zur Gemeinde Zădăreni gehört das Dorf Bodrogu Nou.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zădăreni liegt am linken Maroschufer, im Norden des Banats, im Westen Rumäniens, an der Kreisstraße (Drum județean) DJ 692 und an der Eisenbahnstrecke Neu-AradGroß-Sankt-Nikolaus, acht Kilometer von der Kreishauptstadt Arad entfernt. Auf der Gemarkung der Gemeinde, vier Kilometer westlich von Zădăreni, befindet sich das griechisch-orthodoxe Kloster Hodoș-Bodrog, ein aus dem Mittelalter stammender Wallfahrtsort.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pecica Marosch Neu-Arad
Bodrogu Nou Nachbargemeinden Fântânele
Felnac Vinga Șagu

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Zádorlac deutet auf einen Besitzer Namens „Zádor“ und das ungarische Nachwort „lak“ für Wohnort hin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saderlach-Denkmal in Görwihl

Die älteste Erwähnung der Siedlung „Zadarlaka“ stammt aus den päpstlichen Zehentlisten von 1332 bis 1337. Im Jahr 1514 wurde das „Schloss Zadorlak“ von den Aufständischen Dózsas geplündert und alle Lehensurkunden vernichtet. Im Sommer 1661 wurde das Schloss von Mehmed III. eingenommen. Während der Türkenherrschaft wird lediglich eine kleine Siedlung „Szallas“ (Praedium) von etwa 30 Personen in der Nähe des heutigen „Sallaschberges“ erwähnt.[2]

Nachdem das Banat als Folge des Friedens von Passarowitz (1718) habsburgisches Kronland geworden war, begann die staatlich gelenkte, planmäßige Besiedlung dieses weitgehend entvölkerten Landstriches. Die Saderlacher Ansiedler kamen als geschlossene Gruppe zwischen dem ersten und zweiten Schwabenzug (1740–1780). Nach dem Banater Historiker Leo Hoffmann ist 1737 das Jahr der ersten Hotzen zu betrachten.[2] Der überwiegende Teil der Saderlacher Ansiedler stammte aus dem südlichen Schwarzwald, nämlich aus dem Zwing und Bann des Klosters St. Blasien, aus der Grafschaft Hauenstein (wozu der Hotzenwald gehörte), der Grafschaft Bonndorf, der Landgrafschaft Stühlingen, der Landgrafschaft Klettgau und dem Fürstentum Fürstenberg; zu diesen stießen auch Auswanderer aus dem linksrheinischen Fricktal. Nach der Niederschlagung der Hotzenwälder Salpetererunruhen ließ Maria Theresia 1755 122 Aufständische ins Banat verbannen. Saderlach war bis in die jüngste Vergangenheit die einzige deutschsprachige Siedlung im südöstlichen Teil Europas mit alemannischer Mundart.[2][3]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Hodoș-Bodrog ist ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt. Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Mönchskloster ist im Besitz einer umfangreichen Ikonensammlung aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, sowie zahlreicher Bücher, Manuskripte, Silbergefäßen und Artefakte aus der Römerzeit, die bei Ausgrabungen in den Jahren 1976–1977 freigelegt wurden.[4]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählung[5] Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 2192 160 45 1985 2
1910 2127 176 82 1860 9
1930 1727 180 14 1529 4
1977 2223 1383 42 786 12
2002 2104 2006 58 21 19
2011[1] 2495 2297 49 13 136

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Burger, Franz Eisele, Peter Kleemann: Saderlacher Sippenbuch: 1737–2012. Heimatortsgemeinschaft Saderlach, 2012.
  • Johann Burger: Saderlach 1737–1987. Festschrift zur 250-Jahrfeier. VMM, Emmendingen 1987.
  • Hildegard Frey: Der Wortschatz der Mundart von Saderlach. Diplomarbeit. Temeswar 1965.
  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5: Städte und Dörfer. Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München 2011, ISBN 3-922979-63-7.
  • Leo Hoffmann: Kurze Geschichte der Banater Deutschen: von 1717 bis 1848. Druck der Schwäbischen Verlags-Aktien-Gesellschaft, 1925.
  • Karl Kraushaar: Kurzgefasste Geschichte des Banats und der deutschen Ansiedlungen. Wien 1923.
  • Johannes Künzig: Saderlach 1737–1937, eine alemannische Bauerngemeinde im rumänischen Banat. Karlsruhe 1937.
  • Theresia Schelb: Sitten und Bräuche und ihre Widerspiegelung im Wortschatz der alemannischen Mundart von Saderlach. Diplomarbeit. Temeswar 1979.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b c saderlach.de, Saderlach
  3. Zur Sprache siehe Hildegard Frey: Der Wortschatz der Mundart von Saderlach. Diplomarbeit. Temeswar 1965; Theresia Schelb: Sitten und Bräuche und ihre Widerspiegelung im Wortschatz der alemannischen Mundart von Saderlach. Diplomarbeit. Temeswar 1979.
  4. cjarad.ro, Comuna Zădăreni
  5. kia.hu (PDF; 784 kB), E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Arad laut Volkszählungen von 1880–2002