Martin Heidegger und der Nationalsozialismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Verhältnis des deutschen Philosophen Martin Heidegger zum Nationalsozialismus (auch: Fall Heidegger) ist mit dem Beginn der 1930er Jahre nachweisbar und wurde bereits Mitte 1933 auch außerhalb der wissenschaftlichen Disziplinen zum Gegenstand der internationalen Kritik.[1]

In der Forschung herrscht Einigkeit darüber, dass sich Heidegger im nationalsozialistischen Deutschland nicht nur engagierte, sondern mit Begeisterung auf der Seite dessen stand, was er eine „Nationale Revolution“ nannte und als solche verstand.[2] 1930 begann er, den Völkischen Beobachter zu lesen.[3] 1932 wählte er die NSDAP.[4] Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wollte er an der Umgestaltung der Gesellschaft mitwirken, besonders durch die Einführung des Führerprinzips an den Universitäten. Am 21. April 1933 wurde er von seinen Kollegen zum Rektor der Universität Freiburg gewählt und trat am 1. Mai 1933 der NSDAP bei, die seinen Beitritt öffentlich feierte und der er bis zum Ende der NS-Herrschaft angehörte.[5]

Bei allen Bekenntnissen Heideggers zum Nationalsozialismus war sein Verhalten ambivalent. So bemühte er sich als Rektor in mehreren Fällen, das Schicksal jüdischer Hochschulangehöriger im Rahmen des Möglichen zu lindern.[6] Andererseits denunzierte er einen jüdischen und einen nicht-jüdischen Kollegen.[7] In politischen Reden, viele davon vor Studenten gehalten, huldigte er Adolf Hitler, der für ihn damals nahezu messianische Züge bekam.[8] Anlässlich der Kundgebung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) am 11. November 1933 in Leipzig hielt er vor tausenden von Zuhörern eine der konstituierenden Reden zum Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. Am 1. Dezember 1933 trat Heidegger auch dem NSLB bei. 1934 legte er sein Amt als Rektor vorzeitig nieder, trat aber weiter für Hitler und den Nationalsozialismus ein, insbesondere mit der im Völkischen Beobachter veröffentlichten Erklärung der Deutschen Wissenschaftler hinter Adolf Hitler und durch seine Mitgliedschaft in dem von Hans Frank gegründeten Ausschuss für Rechtsphilosophie, in dem er mindestens bis 1936 tätig war. Heideggers „Ernüchterung“ bezüglich der Nationalsozialisten findet 1938 eine erste zeitgenössisch dokumentierte Resonanz.[9]

Trotz der konstatierten Ernüchterung hielt Heidegger weiterhin Vorlesungen und verfasste Schriften, die in der Kontroverse nach 1945 relevant wurden. Einige dieser Texte gehören zu dem Bestand, der gemäß seinem Willen erst als Nachlass in der Gesamtausgabe sukzessive veröffentlicht wurde. Auch äußerte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht öffentlich zu seiner Rolle in NS-Deutschland und bestimmte seine wenigen Stellungnahmen dazu ebenfalls nur zur postumen Publikation.[10]

Die Heidegger-Forschung konzentriert sich heute zunehmend auf die Frage, ob und inwiefern die nationalsozialistische Ideologie sich auch in seinem philosophischen Gedanken nachweisen lässt.[11] Dabei erörtert die Diskussion seit dem Beginn der Veröffentlichung von Heideggers „Schwarzen Heften“ im Jahr 2014 vorzugsweise den Aspekt des Antisemitismus und den Vorhalt, dass dieser Heideggers Philosophie als ganze kontaminiere.[12]

Martin Heidegger (1960)
Personalbogen (1935)

Inhaltsverzeichnis

Haltung vor 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verhältnis zur Weimarer Demokratie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heideggers Ruf nach „neuen Menschen“ und Führern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr, in dem der Erste Weltkrieg begann, öffnete sich Heidegger mit der Abkehr vom „transzendentalen Ich“ seines Lehrers Edmund Husserl zugunsten eines weniger abstrakten und erfahrungsreicheren „historischen Ich“ endgültig dem „faktischen Leben“ als dem „philosophischen Ausgangspunkt“. Mit dieser Absage an den transzendentalen Aspekt der Phänomenologie und der Hinwendung zur bloßen Existenz nahm Heidegger auch Positionen ein, die den „Ideen von 1914“ entsprachen und sich beispielsweise in Max Schelers Genius des Krieges (1915) mit der Definition des Krieges als der Möglichkeit zur Offenbarung der wahren Substanz ausdrückten.[13]

Noch im Dienst der zivilen Verwaltung des Deutschen Heeres und für Post und Wetterbeobachtung zuständig, beklagt sich Heidegger am 6. Oktober 1918 brieflich bei seiner Frau über die „ganze Ziellosigkeit u. Hohlheit und Wertefremdheit“, die das staatliche Leben beherrschten. In der sich abzeichnenden Niederlage des Krieges mündete seine Unzufriedenheit mit den politisch und militärisch Verantwortlichen in einer Forderung, die das Neue mit dem Ursprünglichen und dem Geist verband:

„Da helfen nur neue Menschen die eine ursprüngliche Verwandtschaft mit dem Geist u. seinen Forderungen in sich tragen und ich erkenne selbst immer dringender die Notwendigkeit der Führer - nur der Einzelne ist schöpferisch (auch in der Führerschaft) - die Masse nie.“

Hilferuf nach dem Krieg, Poster, 1918

Diese Bemerkungen in persönlichen Briefen gehören zu den frühesten Zeugnissen, die in der „Heidegger-Debatte“ zum Gegenstand der Kritik wurden. Heidegger stempele hier „die Massen, die deren Größenwahn mit ihrem Blut bezahlt haben, als unkreativ ab“ (Anton Fischer).[14] Zum Begriff der Führer heißt es, er habe nicht an politische, sondern an „geistige“ Führer gedacht (Holger Zaborowski). Denn der Führer-Gedanke war schon vor der Gründung der NSDAP (1920) sehr verbreitet – nicht nur in politischen Kontexten[15], sondern auch bei Dichtern und Philosophen wie Stefan George, Georg Simmel, Hermann von Keyserling oder Hans Blüher, einem der zentralen Ideologen der Jugendbewegung, deren charismatisch ausgerichtete „Führer“-Idee zur Hochkonjunktur dieses Gedankens bei Heidegger und anderen beitrug.[16]

Ganzheitliches Konzept zur Erneuerung der Universität

Heidegger sah auch die Universität in der Krise.[17] Schon 1918 stellte er in einem Brief an seine Geliebte Elisabeth Blochmann fest: „Diese einfache und ruhige Linie geistigen Seins u. Lebens ist unseren Universitäten verloren gegangen – wer das einmal ‚gesehen‘ hat, den wundert nicht die innere Hilflosigkeit der akademischen Jugend, der sieht aber auch in programmatischen Reformvorschlägen u. Theorien über das ‚Wesen der Universität‘ nur dieselbe schwächliche Verwirrung. Geistiges Leben kann nur vorgelebt u. gestaltet werden.“[18] Die Idee einer Erneuerung der Universität nach dem Vorbild der Platonischen Akademie und der mittelalterlichen Klöster[19] bewegte Heidegger fortlaufend bis in die Rektoratszeit[20] (s.u.). Dabei ging es ihm um die Wiederherstellung des Lebenszusammenhangs zwischen Theorie und Praxis,[21] wozu eine persönliche Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden an der Universität nötig sei[22]: „Lebensbezüge aber erneuern sich nur im Rückgang in die echten Ursprünge des Geistes, sie bedürfen als historische Phänomene der Ruhe und Sicherheit genetischen Sichverfestigens, mit anderen Worten: der inneren Wahrhaftigkeit wertvollen, sich aufbauenden Lebens.“[23] Für Heidegger muss die Philosophie das akademische Leben in allen Fächern ganzheitlich bestimmen, im Sinn des „Habitus eines persönlichen Daseins“. Diese noch lebensphilosophisch geprägte Beschreibung seines Ideals beinhaltet auch ein „vorbildliches Vorleben“[24] durch die Lehrenden.

Auf einer Geburtstagsfeier für Edmund Husserl fand er 1920 in Karl Jaspers einen Partner, dem das Thema auch am Herzen lag und der ähnliche Gedanken hegte.[25] Auf die anlässlich einer gemeinsamen einwöchigen Klausur im Hause Jaspers von Heidegger angestrebte „Kampfgemeinschaft“ reagierte Jaspers jedoch zurückhaltend.[26] „Beide kritisieren zwar die moderne 'Vermassung'; Jaspers tut dies aber aus liberaler, Heidegger aus nationalistischer Sicht.“[27]

Freundschaft mit den Brüdern Jünger

Seinem Schüler Günther Anders zufolge habe Heidegger bereits in den 1920er Jahren eine „vom Blubo nicht sehr weit entfernte Mentalität“ vertreten.[28] Heidegger war in den 1920er Jahren auch mit den Brüdern Ernst und Friedrich Georg Jünger befreundet, wurde von ihren sozialpolitischen Ideen beeinflusst und beeinflusste die beiden seinerseits philosophisch. Er stand wie sie der Bewegung der „Konservativen Revolution“ nahe, die die Weimarer Republik ablehnte und durch ein elitäres und autoritäres „Drittes Reich“ ablösen wollte. Mit vielen anderen literarischen Repräsentanten der Kriegsjugendgeneration teilte er eine entschiedene Verwerfung der bürgerlichen Moral, die nach dem Ersten Weltkrieg als heuchlerisch betrachtet wurde, zugunsten eines kriegerischen Realismus.[29] Was Heidegger ursprünglich mit dem Nationalsozialismus gemeinsam hatte, sei also die Abwendung von liberalen, sozialistischen und restaurativ-konservativen Strömungen in der Weimarer Republik gewesen.[30] Er wurde aber nicht politisch aktiv, sondern strebte ein Ordinariat an.[31]

Jugendbewegung (Wandervogelgruppe um 1930)

Politisierung während des Ordinariats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Beginn des Extraordinariats in Marburg 1923 zeichnet sich eine Selbstdarstellung ab, die sich mit dem Freiburger Ordinariat 1928 fortsetzt und im Kontrast zu den Konventionen akademischer Gelehrter steht: so kleidet sich Heidegger wie die Bündische Jugend und gibt sich als unangepasster, elitärer Außenseiter, der die Universität radikal philosophisch und pädagogisch erneuern will.[32] Sein Schüler Max Müller bezeugt für dieses Wintersemester:

„An Politik hat niemand von seinen Schülern damals gedacht. In den Übungen kam kein politisches Wort vor. […] Heidegger pflegte mit seinen Studenten einen ganz anderen Stil als die übrigen Professoren. Man machte zusammen Ausflüge, Wanderungen zu Fuß und auf Skiern. Da kam natürlich das Verhältnis zum Volkstum, zur Natur, aber auch zur Jugendbewegung zum Ausdruck. Das Wort ‚völkisch‘ stand ihm sehr nahe. Dabei dachte er nicht an irgendeine Partei. Seine Hochschätzung des Volkes war auch verknüpft mit bestimmten wissenschaftlichen Vorurteilen, z. B. mit der absoluten Ablehnung von Soziologie und Psychologie als großstädtisch-dekadenten Denkweisen. […] Ein Romantizismus hielt ihn an ‚Blut und Boden‘ fest, und die Technizität zog ihn zur ‚neuen Gesellschaft‘![33]

Doch der politische Aspekt dieses volkstümlichen Stils trat hervor, als Heidegger in seiner Vorlesung „Einleitung in die Philosophie“ von 1928/1929 den Philosophen an der Universität berufen sah, „im jeweiligen Ganzen des geschichtlichen Miteinanderseins so etwas wie eine Führerschaft zu übernehmen.“[34]

Und bereits die Vorlesung im Jahr darauf über die „Grundbegriffe der Metaphysik“, in der er sich auf Nietzsches radikale Infragestellung des Christentums bezieht[35], wurde als Dokument einer wachsenden Politisierung der heideggerschen Philosophie gewertet.[36] In dieser Krisenzeit der Weimarer Republik habe er die Langeweile als Grundstimmung konstatiert und nun dazu aufgerufen, ihr nicht entgegenzuhandeln, sondern sich von ihr durchstimmen zu lassen,[37] wissend, dass diese Forderung nicht in den „Programmatismus“ der Zeit gepasst habe.[38] Im politischen Kleinkram und Parteiengezänk der liberalen Demokratie,[39]„in all dem Organisieren und Programmbilden und Probieren“, sah er nur „ein allgemeines sattes Behagen in einer Gefahrlosigkeit“.[40] Die dem „heutigen Normalmenschen und Biedermann“, dem „bange wird und zuweilen schwarz vor Augen“, verächtlich lächerlich machende Radikalität verlange nach dem großen Umwender:[41]

„Wir müssen erst wieder rufen nach dem, der unserem Dasein einen Schrecken einzujagen vermag. Denn wie steht es mit unserem Dasein, wenn ein solches Ereignis wie der Weltkrieg im wesentlichen spurlos an uns vorübergegangen ist?“[42]

Annäherung an die NSDAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Hitler-Verehrung zur Forderung der Diktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitlers Mein Kampf

Am 2. Oktober 1930 schrieb Heidegger seiner Frau: „Ich hatte gerade einen Völkischen Beobachter mit. Vater interessierte sich sehr dafür. Der Leipziger Prozeß scheint ja auf die famosen Ankläger zurückzufallen. Samstag ist hier eine große Hitlerfeier; überall Riesenplakate ‚Wir greifen an!‘“[43] In einem Weihnachtsbrief von 1931 legte er seinem Bruder Fritz nahe, sich mit Hitlers Mein Kampf auseinanderzusetzen, und zu Weihnachten schenkte er ihm eine Ausgabe davon. Er schätze Hitler als die Person ein, der allein zuzutrauen sei, das Abendland zu retten. Er sei für ihn der charismatische Führer, ausgezeichnet durch einen untrüglichen „politischen Instinkt“.[44] Dem Bruder empfahl Heidegger noch Bücher wie Hans Grimms Volk ohne Raum und Werner Beumelburgs Deutschland in Ketten, eine Schrift von 1931, die die vom Friedensvertrag von Versailles niedergedrückte deutsche Nation von ihren „Ketten“ befreien wollte und sie aufruft, zum Hüter ihres Schicksals zu werden.[45]

Zur Jahreswende 1931/32 stattete Heideggers einstiger Marburger Doktorand Hermann Mörchen ihm einen Besuch in der Hütte in Todtnauberg ab, wobei auch Elfride dort anwesend war. Wie Mörchen im Tagebuch notierte, nahm sein ehemaliger Lehrer inzwischen die politischen Positionen seiner Ehefrau ein:

„Von Philosophie war freilich nicht die Rede, sondern vor allem vom Nationalsozialismus. Die einst so liberale Anhängerin Gertrud Bäumers ist Nationalsozialistin geworden, und ihr Mann folgt ihr! Ich hätte es nicht gedacht, und doch ist es eigentlich nicht zu verwundern. Verstehen tut er nicht viel von Politik, und so läßt ihn wohl wesentlich sein Abscheu vor aller mittelmäßigen Halbheit von der Partei etwas erhoffen, die etwas Entschiedenes zu tun und damit vor allem dem Kommunismus wirksam entgegenzutreten verspricht. Demokratischer Idealismus und Brüningsche Gewissenhaftigkeit könnten, wo es einmal soweit gekommen sei, nichts mehr schaffen. So müsse heute eine Diktatur, die vor Boxheimer Mitteln nicht zurückschrecke, gutgeheißen werden. Nur durch eine solche Diktatur sei die schlimmere kommunistische, die alle individuelle Persönlichkeitsstruktur und damit alle Kultur im abendländischen Sinne überhaupt vernichte, zu vermeiden. Mit politischen Einzelfragen beschäftigt er sich wohl kaum. Wer hier oben wohnt, der hat für all das andere Maßstäbe.[46]

NS-Gautreffen mit Adolf Hitler, 1931

Das so beschriebene entrückte Hüttendasein im Kontext der Hinwendung zum Nationalsozialismus als deren Erklärungsmuster wird in der Forschung kontrovers bewertet. Heidegger geriert sich als einsamer Philosoph, der fern vom „humanitären Flachland“[47] „auf solitären Gipfeln der Geistigkeit thront“.[48] Die örtliche Situation in Todtnauberg bewertet S. Vietta als schlechte Bedingung, „um die politischen Geschehnisse zu verfolgen und zu verstehen.“[49] Dagegen wird eingewendet, dass „Heidegger einmal mehr zum welt- und politikfremden Denker stilisiert“ werde, „der blindlings in etwas, das er nicht zu übersehen vermochte, hineingestolpert ist.“[50] Neben diesen Deutungen für den Beginn der Affinität zur nationalsozialistischen Ideologie debattieren Forscher u. a. die Möglichkeit eines instrumentell-vernünftigen Motivs, in dem der Nationalsozialismus ihm als einziges Mittel gegen die „Kulturvernichtung durch den Kommunismus“[51] erschien, und die Möglichkeit einer bereits vorhandenen Prägung, die „sich in seinen Texten selbst“ ausdrücke.[52] Breit gefächert ist auch die Diskussion, ob und inwieweit ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Heideggers philosophischem Werk und seinem politischen Denken bestand.[53] (Näheres unter Rezeption)

Heideggers Schritte zur Wahl Adolf Hitlers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1932 kritisiert Heidegger seinem Bruder gegenüber Brünings Bestrebungen, Hindenburgs Wiederwahl zu betreiben und empfiehlt, Hitler zum Reichspräsidenten zu wählen. Einwände gegen diesen und die Vulgarität der Nazis habe er als „Bedenken verängstigter Bürger“ abgetan. So schrieb er im Juni 1932 an seine Frau vom „Gebrodel und dem unklaren Zeug der Nazis“.[54]

„Das ‚Niveau‘ im V[ölkischen]. B[eobachter]. ist z.Z. wieder unter aller Kritik – wenn nicht sonst die Bewegung ihre Mission hätte, könnte einem das Grauen fassen. […] Je klarer mir wird, wo ich hingehöre, und was ich noch von meiner Arbeit u. diesmal auch vom innersten Selbst verlangen muss […] um so einsamer wird es […].“[55]

Die NSDAP betrachtete er noch im Kontext der Weimarer Republik wie viele seiner Zeitgenossen als ein kleineres Übel, eine Gruppe mit einer eng umgrenzten Aufgabe:[56]

„so viel Überwindung einem die Nazis abfordern, es ist immer noch besser, als diese schleichende Vergiftung, der wir in den letzten Jahrzehnten unter dem Schlagwort ‚Kultur‘ und ‚Geist‘ ausgesetzt waren.[57]

Bei der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 wählte Heidegger, seinem Sohn Hermann zufolge, den völkischen Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbund.[58] Als Hitler zwei Tage zuvor in Freiburg seine Wahlrede hielt, sei der Vater nicht mitgekommen.[59] Im Oktober 1932 zeigte sich noch einmal eine kritische Haltung gegenüber den ungeschulten und unerfahrenen Nationalsozialisten gegenüber:[60]

„Freilich die Nat.soz. versagen überall. … Aber es wird doch die Vermutung bestätigt, dass die Naz. keine geschulten u. erfahrenen Leute haben. Ich finde den Artikel Zehrers u. seine Kritik am Naz.soz. sehr gut.“[61]

Wahlpropaganda vor einem Wahllokal in Berlin, 31. Juli 1932, Aufnahme von Georg Pahl

Bei der nächsten Reichstagswahl vom 6. November 1932 (im Juli gab es keine parlamentarische Mehrheit) wählte Heidegger dennoch die NSDAP. Einen Eintritt in die Partei lehnte er noch ab. Im Dezember 1932 erkundigt sich Rudolf Bultmann brieflich, er habe von Gerüchten gehört, „daß Du Dich jetzt auch politisch betätigst und Mitglied der nationalsozialistischen Partei geworden seist.“ Er selber habe angesichts von „prächtigen nationalsozialistischen Studenten große Hoffnung auf die Bewegung gesetzt“, doch seien jetzt die Eindrücke „deprimierend“. Heidegger antwortet, dies sei nur ein „Latrinengerücht“, Mitglied der NSDAP werde er „nie“ sein. Und er erklärt: „Wohl dagegen stehe ich sehr positiv zu Vielem, trotz der großen Hemmungen, die ich z. B. gegenüber dem ‚Geist‘ und dem ‚Niveau‘ in ‚kulturellen‘ Dingen habe.“[62]

Am 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, hielt Heidegger einen ablehnenden Vortrag über den von Hitler bewunderten Schriftsteller Guido Kolbenheyer. Den Aufruf „Die deutsche Geisteswelt für Liste 1“ (NSDAP), der am Tag vor der nächsten Reichstagswahl, also am 4. März 1933 im Völkischen Beobachter erschien, unterzeichnete er nicht (zwei Freiburger Professoren gehörten dagegen zu den Unterzeichnern).[63] Doch am Ende desselben Monats schrieb er an Elisabeth Blochmann: „Das gegenwärtige Geschehen hat für mich – gerade weil vieles dunkel und unbewältigt bleibt – eine ungewöhnliche sammelnde Kraft. Es steigert den Willen u. die Sicherheit im Dienste eines großen Auftrages zu wirken und am Bau einer volklich gegründeten Welt mitzuhelfen.“[64] Der „Weg der ersten Revolution“, die er in „Hitlers Arbeit“ sah, soll aber nur „eine zweite u. tiefere“ Revolution vorbereiten. Seine Enttäuschung über die ersten Wochen der nationalsozialistischen Machtergreifung spricht er in einem weiteren Brief vom 12. April aus:[65] „Trotzdem viele Leute hin u. her geschäftig sind, ist nicht zu ersehen, was mit den Universitäten zu geschehen hat.“ Obwohl viel gemacht werde, führe dieser Aktionismus doch nicht zu den richtigen Schritten. Zwar bestehe das Misstrauen des neuen Staats gegenüber den Universitäten, „wo gerade jetzt sich recht viel Reaktion hervortut“, zu Recht. Man dürfe deswegen jedoch nicht „in den entgegengesetzten Fehler verleiten, nur Parteigenossen die Aufgaben auszuliefern“.[66]

Verhältnis zu Juden (1916–1933)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heideggers Aussagen über Juden und sein persönliches Verhältnis zu ihnen sind heute in ihrer Bewertung umstritten. Für den Zeitraum von 1916 bis 1933 werden dafür vor allem Schriftstücke, die er selbst verfasste, aber auch Zeugnisse anderer herangezogen. In den privaten Briefen an seine spätere Ehefrau Elfride, doch ebenso in weniger persönlichen Schreiben finden sich Formulierungen die, der Meinung der Mehrheit der Forscher gemäß, antisemitischen Stereotypen entsprechen. So schreibt er beispielsweise über seinen Assistenten: „Brock – ich glaube nicht, daß er im Seminar arbeiten kann. Merkwürdig, wie da doch dem Juden etwas fehlt.“[67] Persönliche Beziehungen zu jüdischen Kollegen wie Ernst Cassirer und Hannah Arendt waren aber auch von Respekt geprägt. Die Gutachten, die Heidegger Ende 1932 und im Jahr 1933 über die jüdischen Philosophen Siegfried Marck und Richard Hönigswald erstellte, werden jedoch im Kontext des Eigennutzes und der Frage debattiert, ob sich seine Haltung zu Juden nach 1933 geändert habe. Edmund Husserl sah bei ihm im Mai 1932 den Übergang zu einem „schroffen Antisemitismus.“[68] Ob Heidegger Antisemit war, bedingt oder gar nicht, ist mit dem ganzen Spektrum denkbarer Meinungen in der Forschung repräsentiert.

Einschlägige Zitate in Briefen (1916–1932)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefe an Elfride

Heidegger äußerte sich in Privatbriefen vor 1933 einige Male über Juden. So schrieb er im Oktober 1916 im Kontext der „Judenzählung“ an seine spätere Frau Elfride: „Die Verjudung unsrer Kultur u. Universitäten ist allerdings schreckerregend u. ich meine die deutsche Rasse sollte noch soviel innere Kraft aufbringen um in die Höhe zu kommen. Allerdings das Kapital!“[69] 1920 schrieb er ihr:

„Hier spricht man viel davon, daß jetzt so viel Vieh aus den Dörfern von den Juden fortgekauft wird […]. Die Bauern werden hier oben allmählich auch unverschämt u. alles ist überschwemmt von Juden u. Schiebern.[70]

Ein Werk über Hölderlin verriss er kurz danach mit dem Ausdruck „…manchmal möchte man schon geistiger Antisemit werden“,[71] sah sich selbst also nicht als solchen und distanzierte sich indirekt von dieser Haltung.[72] Im Echo der Forschung erscheinen diese Briefzitate teils lediglich als eine Folge seines Antimodernismus und „Antiurbanismus“[73], teils, durch die Formulierung von „Juden und Schiebern“, als Stereotyp des „Schacherjuden“, „der in jedem Antisemitismus eine der vertrautesten Figuren des Judentums repräsentiert“.[74] 1924 fragte er sich, wie sein Kollege Paul Jacobsthal es schaffe, seinem Assistenten mehr zu bezahlen als er, Heidegger, als außerordentlicher Professor verdiene und gab sich Antwort: „die Juden!“[75]

Im Jahr 1928, inzwischen in Marburg, schrieb Heidegger an seine Frau, über seine Studenten: „Freilich: die Besten sind — Juden.“ Insofern Elfride als Antisemitin gilt, ist die Deutung des Satzes offen. Gelegentlich gab es ihr gegenüber aber auch anerkennende Äußerungen zu Juden, möglicherweise „um mäßigenden Einfluss auf seine Frau zu nehmen.“ So hatte er ihr 1920 geschrieben, er „lerne sehr viel beim Studium von Bergson“[76] und am 9. Juni 1932: „Baeumler hat für mich die ‚Jüdische Rundschau‘ bestellt, die ausgezeichnet orientiert u. Niveau hat“. Dagegen wieder, am 20. Juni desselben Jahres: „Was Du über das Judenblatt u. den Tick [?] schreibst, war auch schon mein Gedanke. Man kann hier nicht mißtrauisch genug sein.“

Der Brief an Schwoerer und das Wort „Verjudung“ (1929)

Wie schon im privaten Brief an Elfride (s.o.) verwendete Heidegger nun auch in einem offizielleren Schreiben den Begriff „Verjudung“. Um für Eduard Baumgarten ein Stipendium zu erhalten und diesen als Assistenten zu gewinnen, richtete er am 2. Oktober 1929 eine entsprechende Anfrage an den stellvertretenden Präsidenten der „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“, den parteilosen Verwaltungsjuristen Victor Schwoerer:

„Was ich in meinem Zeugnis nur indirekt andeuten konnte, darf ich hier deutlicher sagen: es geht um nichts Geringeres als um die unaufschiebbare Besinnung darauf, daß wir vor der Wahl stehen, unserem deutschen Geistesleben wieder echte bodenständige Kräfte und Erzieher zuzuführen oder es der wachsenden Verjudung im weiteren u. engeren Sinne endgültig auszuliefern.“

Ulrich Sieg, der den Brief 1989 veröffentlichte, kommentiert: „Auch wenn Heidegger kein Antisemit im biologistischen Sinn gewesen sein mag, dürfte doch an seiner antisemitischen Gesinnung nicht mehr zu zweifeln sein.“[77] Ebenso urteilt Tom Rockmore, Heideggers Antisemitismus sei eindeutig und sogar mit dem Antibiologismus kompatibel.[78] Der Schüler Heideggers und umstrittene konservative Historiker Ernst Nolte[79] behauptet hingegen, dass man Schwoerer als „Anti-Antisemiten“ gegenüber „das Wort ‚Verjudung‘“ hätte benutzen dürfen, „ohne dadurch Anstoß hervorzurufen.“ Schwoerer seien antisemitische Vorurteile völlig fremd gewesen. „Verjudung“ sei hier in Gegensatz zu Bodenständigkeit gesetzt.[80] Otto Pöggeler betont, Nietzsches wüste Ausfälle gegen das Judentum als Wurzel aller Entwurzelung und Moralisierung wären „sicherlich“ leitend, wenn Heidegger damals „der wachsenden Verjudung“ gegenüber „wieder echte bodenständige Kräfte und Erzieher“ forderte. Heidegger habe zudem bei Schwoerer ein Jahr vorher für Karl Löwith ebenfalls einen Stipendiumsantrag gestellt.[81]

Reaktion auf den Vorwurf des Antisemitismus (1932)

Im Jahr 1932 antwortete Heidegger im letzten Brief an Hannah Arendt (bis 1950)[82][83] auf ihre Frage bezüglich der Gerüchte seines Antisemitismus, die unter jüdischen Studenten zu hören seien. Darin nennt er die Vorwürfe zwar „Verleumdungen“, doch bekennt er sich andererseits zu einem Antisemitismus „in Universitätsfragen“:[84]

„Die Gerüchte, die Dich beunruhigen, sind Verleumdungen, die völlig zu den übrigen Erfahrungen passen, die ich in den letzten Jahren machen mußte. Daß ich Juden nicht gut von den Seminareinladungen ausschließen kann, mag daraus hervorgehen, daß ich in den letzten 4 Semestern überhaupt keine Seminareinladung hatte. Daß ich Juden nicht grüßen soll, ist eine so üble Nachrede, daß ich sie mir allerdings künftig merken werde. Zur Klärung, wie ich mich zu Juden verhalte, einfach die folgenden Tatsachen: Ich bin dieses Wintersemester beurlaubt und habe deshalb im Sommer schon rechtzeitig bekannt gegeben, daß ich in Ruhe gelassen sein möchte und Arbeiten und dergleichen nicht annehme. Wer trotzdem kommt und dringlich promovieren muß und es auch kann, ist ein Jude. Wer monatlich zu mir kommen kann, um über eine laufende große Arbeit zu berichten (weder Dissertations- noch Habilitations-Projekt) ist wieder ein Jude. Wer mir vor einigen Wochen eine umfangreiche Arbeit zur dringenden Durchsicht schickte, ist ein Jude. Die zwei Stipendiaten der Notgemeinschaft, die ich in den letzten 3 Semestern durchsetzte, sind Juden. Wer durch mich ein Stipendium nach Rom erhält, ist ein Jude. Wer das ‚enragierten Antisemitismus‘ nennen will, mag es tun. Im übrigen bin ich heute in Universitätsfragen genau so Antisemit wie vor 10 Jahren und in Marburg, wo ich für diesen Antisemitismus sogar die Unterstützung von Jacobsthal und Friedländer fand. Das hat mit persönlichen Beziehungen zu Juden (z. B. Husserl, Misch, Cassirer und anderen) gar nichts zu tun. Und erst recht kann es nicht das Verhältnis zu Dir berühren.“[85]

Ob „Heidegger sich damit selbst gegenüber Hannah Arendt als ‚Antisemit‘ bekannt“ hat[86] oder vielmehr bestreitet, das zu sein[87], ist in der Forschung unentschieden. Die Selbstanklage sei „zynisch“ und „nebulös“, urteilt Bernd Grün. Wie der von Heidegger erwähnte Antisemitismus die „Unterstützung“ von zwei Kollegen jüdischer Herkunft gefunden haben soll, konnte bisher ebenfalls nicht geklärt werden. Gleichermaßen ist umstritten, ob der Brief „Feindseligkeiten“[88] „Ressentiment“ (Zaborowski)[89] oder „Stolz“ (Obermayer)[90] gegenüber jüdischen Studenten enthalte. Abgesehen davon, dass Heidegger hier als Gefallen beschreibe, was zu den Pflichten seines Amtes gehörte, werde jedenfalls in seiner Verteidigung deutlich, dass er die Deutschen in Juden und Nicht-Juden teile.[91]

Die beiden Gutachten zu Siegfried Marck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zur kritizistischen Breslauer Schule des Neukantianismus um Richard Hönigswald zu rechnende Siegfried Marck sollte 1929 als dessen Nachfolger an die dortige Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität berufen werden. Der jüdischstämmige Sozialist betrachtete die Existenzphilosophie, insbesondere die von Heidegger, gegnerisch, und bezeichnete sie als „Modephilosophie des europäischen Faschismus“.[92] In Marcks Worten seien darin die Gefühlsmomente „zum Kult erhoben, in romantischen Nebel eingehüllt und gegen Fortschritt, Vernunft und Wissenschaft abgeriegelt.“ Für die Berufung nach Breslau wurden aber zwei Gutachten eben von dem von Marck zuvor in dieser Weise angegriffenen Heidegger angefordert. Am 7. November 1929 schrieb dieser im ersten Gutachten: „Herrn Marck habe ich kurz vor dem Kriege hier in Rickerts Seminar gesehen. Sein 'gewichtiges' Auftreten beförderte in mir keineswegs den Wunsch, ihn kennenzulernen.“

Heidegger teilt in dem Gutachten mit, dass er von Marck nur die Publikation Die Dialektik in der Philosophie der Gegenwart kenne, in dem Heideggers Gedanken kritisiert wird. Der Gutachter bewertet dann die Kritik an seiner eigenen Philosophie als zu jenen Unternehmungen gehörig, die „keine ernsthaften wissenschaftlichen Notwendigkeiten und Aufgaben“ darstellen. Dem Buch fehle, „ebenso wie dem gleichgearteten des Frankfurter Privatdozenten Fritz Heinemann jede Substanz und alles Schwergewicht“.[93]

Das erste Gutachten schließt: „Es erübrigt sich, daß ich weiter auf das Buch hier eingehe, weil es überhaupt nicht in die Klasse der Veröffentlichungen gehört, die als Qualifikationsbeweis für eine Professur in Frage kommen. Ich wundere mich überhaupt, daß Herr M. in dieser Besetzungsfrage zur Debatte steht.“ Im zweiten Gutachten empfahl Heidegger die Psychologen Kurt Lewin, aufgrund der „wissenschaftlichen Qualität“, und Adhemar Gelb, der einen „sicheren philosophischen Instinkt“ habe und „menschlich ein ganz ausgezeichneter Kerl“ sei. In der Kommentierung der Erstveröffentlichung der Gutachten 1989 urteilt N. Kapferer, dass Marck „von seinem ganzen Ansatz her ein Philosoph war, den Heidegger nicht akzeptieren konnte“ und fährt fort: „Hinzu kommt sicherlich noch, dass Marck es gewagt hatte, ihn zu kritisieren. Wird man hier einen antisemitischen Beweggrund unterstellen dürfen? Die von Heidegger empfohlenen Personen Kurt Lewin und Adhemar Geld kamen beide selbst aus einem jüdischen Elternhaus.“[94] Trotz der ablehnenden Gutachten von Heidegger wurde Siegfried Marck im März 1930 als Hönigswalds Nachfolger an die Universität von Breslau berufen.

Verhältnis zu Ernst Cassirer (1923–1932)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Cassirer

Im Dezember 1923, bei einer „Aussprache, die der Verf. gelegentlich eines Vortrages in der Hamburgischen Ortsgruppe der Kantgesellschaft (…) mit C. pflegen konnte“ kam es zur ersten von drei Begegnungen zwischen Heidegger und dem älteren und als weltmännisch geltenden Kollegen Ernst Cassirer. Bei jenem ersten Gespräch zeigte sich, so Heidegger in Sein und Zeit, „eine Übereinstimmung in der Forderung einer existenzialen Analytik“.[95] 1926 in die Berufungskommission für den Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Marburg aufgenommen, schreibt Heidegger an Jaspers: „Der eine Teil der Fakultät hat das einzige Prinzip: keine Juden und möglichst einen Deutschnationalen; der andere (Jaensch und sein Anhang): nur Mittelmäßiges und nichts Gefährliches.“ Drei Monate später heißt es in einer Kritik daran: Der Philosoph jüdischer Herkunft Ernst Cassirer werde „in der Einleitung der Liste ehrenhalber abgesägt (…) Und was das Schlimmste war – sachlich hatten die Herrn gar kein Interesse – sondern es ging einzig darum, die deutschnationale und völkische Partei in der Fakultät zu stärken“. Auf völkisches oder antisemitisches Denken Heideggers, so Zaborowski, „deuten diese Briefe also überhaupt nicht hin – im Gegenteil“.[96]

Das drei Jahre darauf folgende zweite Treffen mit Cassirer fand im Frühling 1929 während der Davoser Disputation statt und gilt oft als Beleg für den angenommenen Gegensatz zwischen Heidegger und jüdischer Philosophie.[97] Ernst Cassirers Frau Toni, die während der Davoser Hochschultage abends zwei Wochen lang neben ihm saß, während Cassirer erkrankt war, berichtet 1948 im Rückblick, daß sie auf „Heideggers merkwürdige Erscheinung (…) ausdrücklich vorbereitet worden“ waren: „seine Ablehnung jeder gesellschaftlichen Konvention war uns bekannt; ebenso seine Feindschaft gegen die Neukantianer, besonders gegen Hermann Cohen. Auch seine Neigung zum Antisemitismus war uns nicht fremd.“ Toni Cassirer zufolge war Heidegger gewillt, die Arbeit des ebenfalls jüdischen Begründers des Neukantianismus „in den Staub zu ziehen und Ernst wenn möglich zu vernichten“.[98] Jedoch: „Ich fing eine so naive Unterhaltung an, als wüßte ich weder von seinen philosophischen noch von seinen persönlichen Antipathien das geringste.“ Bald sah sie mit Vergnügen, „diesen harten Teig wie eine Semmel, die man in warme Milch getaucht hat, sich erweichen.“ Schließlich: „Als Ernst vom Krankenbett aufstand, war es eine schwierige Situation für Heidegger, der nun so viel Persönliches von ihm wußte, die geplante feindliche Haltung durchzuhalten.“[99] Allerdings hatte Heidegger den darniederliegenden Cassirer schon am Krankenbett besucht,[100] und ob es tatsächlich eine „geplante feindliche Haltung“ gegeben hat, ist sonst unbelegt und angesichts des ersten respektvollen Treffens fraglich.[101] Während des dritten Treffens, das 1932 bei Heidegger in Freiburg stattfand, erschien dieser seinem Gesprächspartner Cassirer „direkt aufgeschlossen und sehr freundschaftlich“ zu sein.[102]

Die Zeit des Freiburger Rektorats (1933–1934)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Forschung herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass dem Machtwechsel an der Spitze der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, der durch Heideggers Wahl zum neuen Rektor am 21. April 1933 vollzogen wurde, ein exemplarischer Charakter für die nationalsozialistische „Gleichschaltung“ der deutschen Hochschulen zukam.[103] Die Hintergründe der Ereignisse, die dazu führten, dass die kurz zuvor erst begonnene Amtszeit seines Vorgängers, des demokratisch gesinnten Professors für Anatomie Wilhelm von Möllendorff, ein frühes Ende fand, sind bis heute jedoch ungeklärt. Dabei steht unter anderem zur Debatte, welchen Einfluss auf die neue Personalpolitik die beiden Erlasse hatten, die der spätere „Reichsstatthalter“ in Baden und „Gauleiter“ Robert Wagner am 6. April 1933 beschloss, und welche Rolle die NSDAP[104] durch Mittelsmänner wie den Philologen Wolfgang Aly[105] dabei einnahm und schließlich, in welchem Maße Heidegger selbst daran mitwirkte, das Rektorat der Universität zu übernehmen. Die Umsetzung der Umgestaltung der Lehranstalten im Sinne ganzheitlicher Konzeptionen begann Heidegger dort mit der Etablierung des Führerprinzips und in Todtnauberg mit dem sogenannten Wissenschaftslager, in dem er einen Vortrag zur Rassenlehre jedenfalls zuließ.

Rektor der NS-„Gleichschaltung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn der NSDAP-Herrschaft und Heideggers Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute: verfassungsfeindliches Propagandamittel: Das Abzeichen der NSDAP, der Heidegger vom Mai 1933 bis 1945 angehörte

Schon am 17. Dezember 1932 wurde Wilhelm von Möllendorff zum neuen Rektor der Freiburger Universität gewählt, am 15. April 1933 trat er sein Amt ordnungsgemäß an.[106] Doch nach den geänderten Machtverhältnissen infolge der Reichstagswahl vom März 1933, aus der die NSDAP in Baden mit 49 Prozent der Stimmen als stärkste Partei hervorging[107], forderten die Nationalsozialisten den Rücktritt der badischen Regierung, woraufhin Robert Wagner am 9. März 1933 mit SA- und SS-Einheiten vor das Innenministerium zog und die Regierungsgewalt übernahm. Der NSDAP-Gauleiter, der schon am Hitlerputsch teilgenommen hatte und später zu den Verantwortlichen der Wagner-Bürckel-Aktion gehörte, ließ dann als neuer Machthaber in Baden am 5. April 1933 ohne Rechtsgrundlage[108] die sogenannten „Badischen Judengesetze“ (s.u.) verkünden, die am nächsten Tag und noch vor dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 in Kraft traten und die Entfernung aller jüdischen Wissenschaftler aus dem Hochschuldienst vorsahen. Außerdem gab Wagner einen Erlass zur Aufforderung der Neuwahl der Senate der Hochschulen heraus.

Den am 1. April 1933 landesweit begonnenen „Judenboykott“ hatte das Freiburger NS-Kampfblatt „Der Alemanne“ durch eine Boykott-Liste ergänzt, der hinzugefügt worden war: „Die jüdischen Lehrkräfte und Ärzte an den Universitäten werden noch besonders aufgeführt“, was in der Freiburger Universität zu „Verwirrungen“ führte.[109] Am 9. April wurde Freiburgs Bürgermeister Karl Bender zum Rücktritt genötigt und tags darauf durch den NSDAP-Kreisleiter Franz Kerber ersetzt.[110] Zwei Tage später ging die Kölner Universität in dem Prozess der selbstgewählten „Gleichschaltung“ der deutschen Hochschulen voran, indem der Rektor, Godehard Josef Ebers, vom Amt zurücktrat, das von Ernst Leupold, einem Mitglied des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten und Vertrauensmann der NSDAP, übernommen wurde, was der NS-Kultusminister Bernhard Rust ein „richtungsgebendes Beispiel“ nannte[111] und auf der tags darauf stattfindenden Rektorenkonferenz in Wiesbaden den Beginn der Resignation bei dem noch amtierenden Rektor der Freiburger Universität, Joseph Sauer, und dem designierten Rektor von Möllendorff begründet haben wird: sie sahen sich kaum noch in der Lage, die „Gleichschaltung“ in Freiburg verhindern zu können.[112] Von Möllendorff trug sich da schon mit Rücktrittsgedanken.[113]

Als der von den Nationalsozialisten für seine demokratische Überzeugung angefeindete von Möllendorff am 15. April gemäß dem Votum des Vorjahres der Rektor der Universität wurde, hatten hinter den Kulissen bereits Gespräche begonnen, um seine Amtszeit zugunsten eines Kandidaten sofort wieder zu beenden, dessen Wahl die neuen Machtverhältnisse berücksichtigte. Unumstritten ist, dass Sauer und der Altphilologe Wolfgang Schadewaldt vor von Möllendorffs Amtsantritt darum verhandelten, das Rektorat dem mit Schadewaldt befreundeten Heidegger anzutragen, wobei ungeklärt ist, ob Heidegger seinen Freund und Kollegen als Mittelsmann benutzte oder sich vielmehr von ihm überzeugen ließ[114] und welche Rolle dem NSDAP– und SA–Mitglied Wolfgang Aly dabei zufiel, der sich als „graue Eminenz“ im Hintergrund gab.[115] Aus einem Tagebucheintrag geht hervor, dass Sauer zögerte, weil er Heidegger das Amt nicht zutraute.[116]

Der neue Rektor wurde im Alemannen gleich am Dienstag nach den Osterfeiertagen attackiert. Unter der Überschrift „Herr von Möllendorff als Rektor der Universität unhaltbar“ hieß es dort am 18. April: „Wir können es uns auch nicht vorstellen, wie eine Sphäre des Vertrauens zwischen Herrn Professor von Möllendorff und der überwiegend nationalsozialistisch eingestellten Studentenschaft entstehen kann. (…) Herrn Prof. Möllendorff legen wir nahe, die Gelegenheit zu benutzen und einer Neuordnung der Hochschule nicht im Wege zu stehen.“[117] Am selben Tag berichtete von Möllendorff in einer Senatssitzung über die „Judenerlasse“ und kündigte an, den Senat neu wählen zu lassen, woraufhin Rektor und Senat am 20. April ihren Rücktritt erklärten. Tags darauf trat das Plenum in teils neuer Besetzung zusammen – 13 jüdische Teilnehmer waren inzwischen durch die Rassegesetzgebung beurlaubt und durch nicht-jüdische Kollegen ersetzt worden[118] – und wählte Heidegger auf von Möllendorffs Vorschlag[119] fast einstimmig zum neuen Rektor.

Heideggers Beschlüsse zur NS-Rassenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der neuen rassistischen Gesetzeslage, aber auch wegen entsprechender Aktivitäten in der überwiegend nationalsozialistisch eingestellten Studentenschaft hatte Heidegger als gewählter Rektor der „Gleichschaltung“ der Universität noch vor seinem Amtsantritt mehrere Entscheidungen in diesem Sinn zu fällen.[120]

  • Der Beschluss zum Wagner-Erlass A 7642

Der am 6. April 1933 von dem NS-Gauleiter Wagner herausgegebene Erlass zur Entfernung jüdischer Wissenschaftler aus den badischen Hochschulen sah nicht vor, wie § 3 Absatz 2 des GWB, jüdisch-stämmige Gelehrte, die im Ersten Weltkrieg gedient hatten, von der Regelung zu verschonen. Nach einer Anfrage der Universität Freiburg vom 22. April 1933, die Priorität beider Gesetze betreffend, antwortete der neue, noch kommissarische Kultusminister Otto Wacker am 26. April, dass der Wagner-Erlass durch das landesweite Gesetz „nicht berührt wird“.[121] Daraufhin setzte Heidegger in seiner Eigenschaft als designierter Rektor den Wagner-Erlass per Beschluss 4012 an der Universität gegen die Ausnahmeregelung in Kraft.[122]

„Der Beauftragte des Reichs hat sich (…) veranlasst gesehen, (…) im Interesse der in Baden lebenden Juden anzuordnen, daß alle (…) Angehörigen der jüdischen Rasse mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres vom Dienst zu beurlauben sind. (…)

Robert Wagner, 6. April 1933.“

„Ich bitte, für eine restlose und klare Durchführung des Erlasses vom 6. 4. 1933 (…) Sorge zu tragen, andernfalls läuft die Universität Gefahr, jedes Eintreten für bedrohte Kollegen selbst aussichtslos zu machen.

(…) Heidegger, 28. April 1933.“

Noch am selben Tag hob der Kultusminister Wacker im Prioritätsstreit mit dem GWB den Erlass 7642 und damit einige Beurlaubungen „bis zur endgültigen Klärung“ gleich wieder auf.[123][124]

  • Am 3. Mai begrenzte Heidegger im Rahmen des Gesetzes gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen die Anzahl der „nichtarischen“ Studenten auf 1,5 Prozent.[125] In Freiburg waren für das Sommersemester 1933 allerdings weniger Studenten jüdischer Herkunft immatrikuliert, so dass diese vorläufige Höchstgrenze ohnedies nicht erreicht wurde.[126]
  • Am 4. Mai unterzeichnete Heidegger einen Erlass des badischen Hochschulreferenten und SA-Mitglieds Eugen Fehrle, der Vergünstigungen an Studenten, „die in den letzten Jahren in der SA, SS, oder Wehrverbänden im Kampfe um die nationale Erhebung gestanden haben“, gewährte: „Dagegen dürfen an jüdische oder marxistische Studierende Vergünstigungen nicht mehr gegeben werden.“[127] Jedoch hat man an der Universität Freiburg Studenten jüdischer Abstammung Gebührenerlass gewährt.[128]
  • Zum Verbot des Plakates „Wider den undeutschen Geist“ („Judenplakat“)

legte Heidegger 1945 schriftlich dar – 1966 im Spiegel-Gespräch fast wortgleich bekräftigt – er habe als Rektor verhindert, dass es aufgehängt wurde:

„Meine erste Amtshandlung war am zweiten Tag meines Rektorats das Verbot der Aushängung des „Judenplakats“ in irgendwelchen zur Universität gehörigen Räumen. Das Plakat hing bereits an allen deutschen Universitäten aus. (…) Ungefähr acht Tage darauf kam ein fernmündlicher Anruf des SA-Hochschulamtes in der obersten SA-Führung durch einen SA-Gruppenfüher Dr. Baumann. Er verlangte die Aushängung des Judenplakates. Im Weigerungsfall hätte ich mit meiner Absetzung, wenn nicht gar mit der Schließung der Universität zu rechnen. Ich weigerte mich weiterhin.[129]

Auch diese Aussage ist nicht unumstritten, da es für Heideggers Version keine schriftlichen Belege gibt.

  • Untätigkeit im Fall Neo-Friburgia

Am 16. Mai wurde das Haus der jüdischen Studentenverbindung „Neo-Friburgia“, die sich bereits am 20. April hatte auflösen müssen, ohne Genehmigung vom NS-Studentenbund belagert. Heidegger unternahm aber nichts. Nachdem das Haus am 28. Juni 1933 vom Mob geplündert und zerstört wurde, lehnte das Rektorat eine Untersuchung ab.[130]

Heideggers Eintritt in die NSDAP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Hitler auf der Maikundgebung der Jugend in Berlin 1933. Heidegger hatte in Freiburg auch eine Maikundgebung organisiert: „Der Aufbau einer neuen geistigen Welt für das deutsche Volk wird zur wesentlichsten künftigen Aufgabe der deutschen Universität. Das ist nationale Arbeit von höchstem Sinn und Rang.“[131]

Am 1. Mai, dem Tag der nationalen Arbeit, trat Heidegger mit seiner Frau Elfride in einer öffentlichen Zeremonie in die NSDAP ein.[132] Das sei, so Martin an Fritz Heidegger, „nicht nur aus innerer Überzeugung“ geschehen, sondern „auch aus dem Bewusstein, dass nur auf diesem Weg eine Läuterung und Klärung der ganzen Bewegung möglich ist. Wenn Du Dich im Augenblick dazu auch nicht entschließt, so möchte ich Dir doch raten, Dich auf einen Eintritt innerlich vorzubereiten und dabei in keiner Weise auf das zu achten, was um Dich vorgeht an niedrigen und weniger erfreulichen Dingen.“[133]

Der Zeitpunkt des Beitritts gilt als wohlüberlegt: Er habe sich zunächst sein Rektorat sichern und Handlungsspielraum gegenüber Kollegen bewahren wollen, die nun von dem Schritt überrascht waren.[134] In seiner Autobiographie schilderte Jaspers seine Reaktion, als Heidegger in die NSDAP eintrat: „‚Wie soll ein so ungebildeter Mensch wie Hitler Deutschland regieren?‘ – ‚Bildung ist ganz gleichgültig‘, antwortete er, ‚sehen Sie nur seine wunderbaren Hände an!‘ […] Ratlos war ich. Nichts hatte Heidegger mir berichtet von seinen nationalsozialistischen Neigungen vor 1933.“[135] Gerhard Ritter zufolge war Heidegger jedoch schon lange vor 1933 als Nationalsozialist bekannt gewesen.[136]

Zur „Gleichschaltung“ und zum nationalen Kampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Lampe als „politisch unzuverlässig“ bewertet

Im Mai 1933 verhinderte Heidegger die Verlängerung der Vertretung eines Lehrstuhls, die sein Gegenspieler, der spätere Widerstandskämpfer der „Freiburger Kreise“ Adolf Lampe, übernommen hatte, der damit vorläufig unter den § 4 des Berufsbeamtengesetzes gestellt wurde, der die „politische Unzuverlässigkeit“ im nationalsozialistischen Sinn betraf.

  • Rundbrief zur Gleichschaltung an Hitler

Am 20. Mai unterschrieb Heidegger auf Bitte von Karl Lothar Wolf, des nationalsozialistisch eingestellten Rektors der Universität Kiel, ein Rund-Telegramm an Hitler, in dem um die Verschiebung des Empfanges des Vorstandes des Verbandes der deutschen Hochschulen gebeten wurde, bis durch die „Gleichschaltung“ auch die Leitung des Hochschulverbandes nationalsozialistisch gesinnt sein würde.

Reden und Vorlesungen

  • Erste Vorlesung als Rektor

Am 4. Mai hielt Heidegger seine erste Vorlesung seit der Wahl zum Rektor: „Die Grundfrage der Philosophie und das Grundgeschehen unserer Geschichte. Der geistig-politische Auftrag als Entscheidung zur Grundfrage“:

„Das deutsche Volk im Ganzen kommt zu sich selbst, d.h. findet seine Führung. In dieser Führung schafft das zu sich selbst gekommene Volk seinen Staat. Das in den Staat sich hineingestaltende, Dauer und Stetigkeit stiftende Volk wächst hinauf zur Nation. Solches Volk erringt sich seinen geistigen Auftrag unter den Völkern und schafft sich seine Geschichte. Dieses Geschehen langt weit hinaus in das schwere Werden einer dunklen Zukunft. Und bei diesem Werden ist die akademische Jugend schon mit im Aufbruch und sie steht zu ihrer Berufung. Und das bedeutet: Sie lebt aus dem Willen, die Zucht und die Erziehung zu finden, die sie reif und stark macht zu der geistig-politischen Führerschaft, die ihr künftig aus dem Volk für den Staat in der Welt der Völker aufgetragen werden soll. Alle wesentliche Führung lebt aus der Macht einer großen, im Grunde verborgenen Bestimmung. Und diese ist erstlich und letztlich der geistig-volkliche Auftrag, den das Schicksal einer Nation vorbehalten hat. Das Wissen um diesen Auftrag gilt es zu wecken und einzuwurzeln in Herz und Willen des Volkes und seiner Einzelnen.[137]

  • Immatrikulationsrede

Am 6. Mai hielt der neue Rektor anlässlich der Immatrikulation der Studenten seine erste Rede. Die Immatrikulation bedeute den „Übertritt in die Kampf- und Erziehungsgemeinschaft jener, denen die geistige Sendung des deutschen Volkes das erste und letzte ist“. Und daraus gefolgert: „Die Aufnahme in die höchste Schule der geistig-politischen Erziehung verpflichtet sie zur größten Strenge und Härte gegen sich selbst in allen inneren und äußeren Dingen.“

  • Die philosophische Verherrlichung des Todes von Schlageter

Am 26. Mai hielt Heidegger seine erste öffentliche Rede bei der Gedenkfeier für den zehnten Todestag des von den Nationalsozialisten zum Märtyrer verklärten Albert Leo Schlageter, eines ehemaligen Studenten der Universität Freiburg, der 1923 Bombenanschläge gegen die französische Ruhrbesetzung als Freikorpsler durchgeführt hatte.[138] Der „junge deutsche Held“ Schlageter habe im Grunde das Existenzialideal von Sein und Zeit verwirklicht, so Heidegger, als er in der Einsamkeit den „schwersten und größten Tod“ als eigenste Möglichkeit übernahm. Seine Kraft soll er von „den Bergen seiner Heimat“ (dem Schwarzwald und „alemannischen Land“) hergenommen haben.[139] So versuchte Heidegger zum ersten Mal, einen Tag vor der Rektoratsfeier, vor großer Öffentlichkeit eine politische Nutzanwendung seiner Philosophie.[140]

Zur Debatte nach 1945 siehe unten: Rückblick auf das Rektorat

Amtsantritt und Antrittsrede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aula der Universität Freiburg mit Universitätsdevise: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“

Die feierliche Amtsübernahme, in deren Zentrum Heideggers Antrittsrede stand, fand am 27. Mai 1933 statt und wurde von dem designierten Rektor selbst im Detail vorbereitet. Dazu forderte Heidegger von Freiburgs NS-Oberbürgermeister Kerber zur Erweiterung des Orchesters der Universität noch 45 Musiker an, „um der diesjährigen Feier einer der Zeit entsprechenden Ausdruck zu verleihen.“[141] Schon am 23. Mai hatte Heidegger schriftlich kommuniziert, dass nach der Antrittsrede das Horst-Wessel-Lied gesungen werden sollte, mit erhobener rechter Hand bei der Wiederholungsstrophe und gefolgt von dem Ruf „Sieg Heil“.[142][143] Daraufhin verbreitete sich unter den Professoren eine gewisse Abneigung, weshalb Heidegger mitteilte, dass das Hochheben der Hand „nicht die Bekundung der Zugehörigkeit zur NSDAP“, sondern der Zugehörigkeit zur „nationalen Erhebung“ bedeute. Schließlich einigte man sich darauf, die rechte Hand nur bei der vierten Strophe zu heben.[144] „Die Führerrolle des Rektors und der Dekane“ wurde dann „durch Einzelheiten des Festzuges vorgeschrieben. Erstmals sollten die Dekane allein einen Schritt vor den jeweiligen Fakultäten einherschreiten“.[145]

Am Tag vor Heideggers Amtsantritt teilte ihm W. Aly als ältestes NSDAP-Mitglied der Professorenschaft brieflich mit, die „von zahlreichen Kollegen gewünschte und von der hiesigen Kreisleitung der NSDAP unterstützte Übertragung Ihrer morgigen Rede auf den Rundfunk“ sei „vom Reichskommissar abgelehnt“ worden, was er bedauere. Es ist ungeklärt, welche Gründe den „Reichskommissar“ Wagner zu dieser Ablehnung veranlasst haben. Das Schreiben beweise aber, folgert B. Martin, daß Heidegger als Rektor „auch der Partei als der für diesen Posten ideale Mann galt.“[146], auch wenn man Hemmung zu haben schien, ihn wirklich zu Wort kommen zu lassen.[147]

Antrittsrede: „Die Selbstbehauptung der deutschen Universität“[148]

In der Rede erwähnte Heidegger weder den Nationalsozialismus oder die Partei, noch den Namen „Hitler“, gab aber einen Entwurf zur Umgestaltung der Universität im Sinn des Führerprinzips. Aufgrund der vielfältigen Deutungen der Rede werden im Folgenden die Themen aufgelistet, die teils schon in den früheren Reaktionen darauf kommentiert wurden oder die heute in der Debatte zumeist hervorgehoben werden.

  • Das erweiterte Führerprinzip: die Selbstbehauptung

Heidegger beginnt seine Antrittsrede mit der Darlegung eines durch das Schicksal des Volkes erweiterten Führerprinzips: „Die Übernahme des Rektorats ist die Verpflichtung zur geistigen Führung dieser hohen Schule. (.. ) Dieses Wesen aber kommt ernst zu Klarheit, Rang und Macht, wenn zuvörderst und jederzeit die Führer selbst Geführte sind – geführt von der Unerbittlichkeit jenes geistigen Auftrags, der das Schicksal des deutschen Volkes in das Gepräge seiner Geschichte zwingt.“

Die geführten Führer – dieser Gedanke liegt der Rede und auch ihrem Titel von der Selbstbehauptung zugrunde, da es die „deutsche Universität“ sei, die jene „Führer“ in die Zucht nehmen solle: „Die Selbstbehauptung der deutschen Universität ist der ursprüngliche, gemeinsame Wille zu ihrem Wesen. Die deutsche Universität gilt uns als die hohe Schule, die aus Wissenschaft und durch Wissenschaft die Führer und Hüter des Schicksals des deutschen Volkes in die Erziehung und Zucht nimmt.“

  • Das Fragen und der antichristliche und technikkritische Diskurs

Heidegger erklärt, das Fragen sei der Anfang der Wissenschaft und damit auch der griechischen Philosophie, und dieses Fragen dauere noch an. Doch von diesem Anfang des bloßen Fragens haben sich die „christlich-theologische Weltdeutung, ebenso wie das spätere mathematisch-technische Denken der Neuzeit“ entfernt. Heidegger zitiert Nietzsches Wort, Gott sei tot und erklärt das Fragen zum modus operandi der Möglichkeit in der derartigen „Verlassenheit des Menschen“, das Wesentliche aller Dinge „aufzuschließen“ und die Vereinzelung der akademischen Disziplinen zu überwinden: „Das Fragen (…) wird selbst die höchste Gestalt des Wissens. (…) Wir wählen den wissenden Kampf der Fragenden“, die „Kampfgemeinschaft der Lehrer und Schüler.“

  • Wissen und Geschick

Um die „Übermacht des Schicksals“ gleichwohl noch dem Wissen unterzuordnen, das angesichts dessen erst seinen „höchsten Trotz“ entfalten müsse, um wirksam werden zu können, verweist Heidegger auf einen Vers des griechischen Tragöden Aischylos, aus Der gefesselte Prometheus:

τέχνη δ᾽ ἀνάγκης ἀσθενεστέρα μακρῷ („Die Kunstfertigkeit ist viel schwächer als die Notwendigkeit“)[149]

Heidegger übersetzt dagegen: „Wissen aber ist weit unkräftiger denn Notwendigkeit.“ Dem fügt er sofort die Deutung hinzu: „Das will sagen: jedes Wissen um die Dinge bleibt zuvor ausgeliefert der Übermacht des Schicksals und versagt vor ihr. Eben deshalb muß das Wissen seinen höchsten Trotz entfalten, für den erst die ganze Macht der Verborgenheit des Seienden aufsteht, um wirklich zu versagen.“

  • Zu Blut und Boden

In diesem Konflikt zwischen der Übermacht des Schicksals und dem Wissen sei dieses, die „geistige Welt“, aber doch die Macht, „erd- und bluthafte Kräfte“ zu bewahren: „Und die geistige Welt eines Volkes ist nicht der Überbau einer Kultur, sowenig wie das Zeughaus für verwendbare Kenntnisse und Werte, sondern sie ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.“ Das Wissen sei also dem Schicksal des Volkes unterstellt, könne sich aber aus den erd- und bluthaften Kräften trotzig dagegen aufbauen.

  • Das Gesetz des Wesens der deutschen Universität

Heidegger fährt fort: „Aus der Entschlossenheit der deutschen Studentenschaft, dem deutschen Schicksal in seiner äußersten Not standzuhalten, kommt ein Wille zum Wesen der Universität. Dieser Wille ist ein wahrer Wille, sofern die deutsche Studentenschaft durch das neue Studentenrecht sich selbst unter das Gesetz ihres Wesens stellt (…).“

Der Hinweis auf „das neue Studentenrecht“ leitet den Abschnitt über die drei Bindungen ein, die aus der Freiheit entstünden, sich selbst jenes Gesetz zu geben, womit Heidegger offenbar auf die antisemitische[150][151] Preußische Studentenverordnung vom 12. April 1933 reagierte, „die genau diese drei Dienste für alle Studenten verbindlich machte“[152] und mit der eine seit der Weimarer Republik bestehende Forderung der Deutschen Studentenschaft, alle Studenten zum Arbeitsdienst und zum studentischen Wehrsport in der SA zu verpflichten[153], in Form von „Wehr- und Arbeitsdienst und Leibesübungen“[154][155] verwirklicht wurde.

  • Das Motiv der drei „Bindungen“ und der drei „Dienste“

Entsprechend seiner Vorstellungen einer ganzheitlichen Universität nennt Heidegger dann die drei „Bindungen“, die durch drei „Dienste“ ermöglicht werden sollen und die, obgleich er weder Platon noch Politeia in diesem Zusammenhang erwähnt, als – teils verkehrende – Analogie zur Ständegliederung im platonischen Stadtstaat gedeutet wurden.[156][157][158][159][160]

  • Die erste Bindung ist die der „Volksgemeinschaft“ - diese Bindung wird „in das studentische Dasein eingewurzelt durch den „Arbeitsdienst“.“
  • „Die zweite Bindung ist die an die Ehre und das Geschick der Nation inmitten der anderen Völker. Sie verlangt die in Wissen und Können gesicherte und durch Zucht gestraffte Bereitschaft zum Einsatz bis ins Letzte. (…) Diese Bindung umgreift und durchdringt künftig das ganze studentische Dasein als „Wehrdienst“.“
  • Die dritte Bindung ist „die an den geistigen Auftrag des deutschen Volkes.“ - „Eine studentische Jugend, die früh sich in die Mannheit hineinwagt und ihr Wollen über das künftige Geschick der Nation ausspannt, zwingt sich von Grund aus zum Dienst an diesem Wissen. Ihr wird der Wissensdienst nicht mehr sein dürfen die dumpfe und schnelle Abrichtung zu einem 'vornehmen' Beruf.“ „Diese drei Bindungen (…) seien dem deutschen Wesen gleichursprünglich.“
  • Die Verwendung der Metapher des Sturmes

Die Rede endet mit einem Zitat aus Platons Politeia. Zunächst heißt es bei Platon: „Ein schwieriger Beweis fehlt noch. – Welcher denn? – Auf welche Weise eine polis sich mit Philosophie befaßt, ohne unterzugehen.“ Dann folgt der Satz: „Denn alle großen (Dinge) sind gefährdet.“[161][162] – den Heidegger aber an die von ihm in jener Zeit häufig gebrauchte Metapher des Sturmes angleicht.[163] „Wir wollen uns selbst. Denn die junge und jüngste Kraft des Volkes, die darüber hinweg greift, hat darüber bereits entschieden. Die Herrlichkeit aber und Größe dieses Aufbruchs verstehen wir dann erst ganz, wenn wir uns in jene tiefe und weite Besonnenheit tragen, aus der die alte griechische Weisheit das Wort gesprochen:

τὰ… μεγάλα πάντα ἐπισφαλῆ ‚Alles Große steht im Sturm‘. (Platon, Politeia, 497 d, 9)“

„Diese eigenwillige, im Grunde falsche Übersetzung hat Heidegger fast so viel Kritik eingebracht, wie seine philosophische Weihe der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft in seinen Ausführungen über die Einheit von Arbeits-, Wehr- und Wissensdienst.“[164]

Benedetto Croce

Der Beginn der Heidegger-Debatte

Mit dem Amtsantritt und der zunächst in Auszügen publizierten Rektoratsrede war der Anlass für Zuspruch und Kritik gegeben, die national und international schon für die auf die Rede folgenden Monate dokumentiert sind und die mit ihren polarisierten Bewertungen und Reaktionen die sogenannte Heidegger-Debatte begründen.[165] In Deutschland wurde die Übernahme des Rektorats mit teils „enthusiastischen Akzenten“, im Ausland dagegen „in nicht wenigen Fällen mit Ablehnung rezipiert und von strengen Kritiken begleitet.“[166] Der Text der Rede wurde zunächst nur von der lokalen Presse „in gekürzter Form wiedergegeben“, worauf sich Rudolf Bultmann in seiner brieflichen Kritik bezieht (s. u.). Sieben Wochen nach der Rektoratsfeier druckte ein Breslauer Verlagshaus sie aber komplett, was „für die anscheinend gewünschte Publizität auf Reichsebene“ sorgte.[167] So berichtete der Völkische Beobachter darüber am 20. Juli 1933 unter der Überschrift: „Die drei Bindungen“, und der mit den Nationalsozialisten sympathisierende R. Harder lobte, der Vortrag sei „eine Kampfrede, ein denkerischer Aufruf, ein entschlossenes und zwingendes Sich-in-die-Zeit-Stellen.“[168][169]

  • Eine der ersten kritischen Stimmen erging an Heidegger persönlich: in seinem Schreiben vom Juni 1933 nannte der mit ihm befreundete Bultmann den Vortrag eine Anpassung an die Hybris des Zeitgeistes. Er sei zwar nicht „blind“ gegen die „positiven Leistungen des neuen Reichs“, aber: „‚Wir wollen uns selbst!‘ sagst Du, wenn die Zeitung es richtig wiedergibt. Wie blind erscheint mir dieses Wollen! Wie sehr steht dies Wollen jeden Augenblick in Gefahr, sich selbst zu verfehlen. Wie sehr hat gerade der Umschwung eine υβρις [Hybris] erzeugt, die taub ist gegen die Forderung des Immer-Neu-Erkämpfens der geistigen Welt unter die äußerste Ausgesetztheit unter die Mächte des Seins.“[170]
  • In Basel schrieb der Theologe F. Eymann im Vorwort zu Karl Ballmers Kritik an der Rede: „So theoretisch auch dieser Kampf verlaufen mag, so werden doch seine Ergebnisse sofort menschliche Wirklichkeit, sobald man sie als solche ernst nimmt. Gefährlich werden sie, wenn sie den MENSCHEN als erkennendes Wesen verneinen und damit die Möglichkeit einer erkennbaren Wahrheit. Denn damit ist zugleich die Freiheit als Selbstbestimmung aufgehoben.“[171]
  • Im Text von Ballmer vom Juli 1933 findet das Prinzip „die Führer in die Zucht nehmen“ eine erste Reaktion:„Herr Heidegger, indem er Adolf Hitler 'in Erziehung und Zucht' nimmt, vollzieht damit eine Leistung, vor der andere in Bescheidenheit zurücktreten. Herr Heidegger ist mithin ein Sonderfall in der deutschen Gegenwartsgeschichte.“ Auch die von Heidegger hervorgehobene Begrenzung auf das Fragen wird attackiert: „Kraft seines philosophischen Führertums offenbarte Martin Heidegger als Rektor einer deutschen Universität im Frühjahr 1933: Die Aufgabe der Wissenschaft sei nicht, Wissen zu verbreiten. Aufgabe der Wissenschaft sei nicht das Wissen, sondern das Fragen. Das geistige Brot, welches die Wissenschaft dem Volke zu spenden habe, sei als ein höchstes und letztes ein Fragen, ein standhaft heroisches Aushalten im Fragen. – Wer unbefangenerweise bisher der Meinung war, Wissenschaft sei Wissen, schlechterdings Wissen – (…) –, wird sich unter der Zucht der Meister der Philosophie solche populäre Meinung abgewöhnen müssen.“[172]
  • Karl Jaspers attestierte der Rede brieflich am 23. August 1933, durch den Ansatz „im frühen Griechentum“ eine „glaubwürdige Substanz zu haben“, obgleich etwas darin, „ein wenig forciert anmutet“ und einige Sätze „einen hohlen Klang zu haben scheinen.“[173]
  • Der Neukantianer Jonas Cohn nannte als Vorzug, dass Heidegger das Volk als „geistig-geschichtliches Wesen“ fasse, bedauerte aber, dass die „Entschlossenheit“ leer bleibe, dass er die Philosophie der Neuzeit nicht erwähne, das Forschen vernachlässige und vor allem die Spezialisierung der Studenten ablehne.[174]
  • Aus Italien meldete sich der politisch liberal gesinnte Philosoph Benedetto Croce zu Wort, der als Verfasser von Monographien über Goethe und Hegel und Brieffreund von Thomas Mann eine enge Beziehung zu deutschen Dichtern und Denkern hatte. Croce griff Heidegger als den Adepten einer historisierenden Philosophie an, der das Humane fehle, zunächst in einem Brief, dann in der Zeitschrift La Critica.

„Ich habe endlich die Rede von Heidegger ganz gelesen, die dumm und zugleich servil ist. Ich wundere mich nicht über den Erfolg, den sein Philosophieren eine Zeitlang haben wird: das Leere und Allgemeine hat immer Erfolg. Es bringt aber nichts hervor (…) er entehrt die Philosophie, und das ist ein Schaden auch für die Politik, wenigstens für die zukünftige.“[175]

Im Januar 1934 präzisierte er: Heidegger

„begibt sich heute plötzlich in die Tiefen eines höchst verfehlten Historismus, in jenen, der die Geschichte verneint, für den der Verlauf der Geschichte platt und materialistisch als Bejahung von Ethnizismen und Rassismen konzipiert wird, als Zelebrierung der Taten der Wölfe und Füchse, der Löwen und Schakale, wobei der einzige und wahre Protagonist abwesend ist: die Menschlichkeit.“[176]

  • Im November 1933 nahm der nationalsozialistisch eingestellte Rektor der Universität Hamburg, Eberhard Schmidt, in seiner Antrittsrede auf Heideggers Bezug: „ich wage es nicht, mir das stolze Wort Heideggers anzueignen, der das Rektoramt als die ‚geistige Führung‘ der Universität bezeichnet hat“.[177]

Die Bücherverbrennung in Freiburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spiegel-Gespräch 1966 sagte Heidegger, er habe „die geplante Bücherverbrennung, die vor dem Universitätsgelände stattfinden sollte verboten“, wofür es keinen Beleg gibt.[178] Ob die für den 10. Mai von der Deutschen Studentenschaft auch in Freiburg vorgesehene Verbrennung indizierter Bücher an diesem Tag stattfand, ist ungeklärt. Während die gängige Forschermeinung zugrundelegt, dass das nicht der Fall war[179][180] – weil, wie auch an anderen Orten in Deutschland, heftige Regenfälle das Vorhaben störten – gibt es Zeitzeugen, die ausgesagt haben, dass auf dem Platz vor der Universitätsbibliothek an diesem Tag doch Bücher verbrannt wurden.[181] In Anwesenheit von Freiburgs Oberbürgermeister Franz Kerber sollte der Verbrennungsakt, mit dem die von der „Kommission zum Kampf gegen Schmutz und Schund in der Literatur“ aus den öffentlichen Bibliotheken und Büchereien ausgesonderten Bücher vernichtet wurden, dann am 17. Juni unter Beteiligung der städtischen Schulen stattfinden, was, erneut wegen der Wetterverhältnisse, auf einen anderen Tag verlegt wurde. Am 24. Juni hielt Heidegger im Universitätsstadion vor dem „Sonnwendfeuer“ eine kurze Ansprache. Am Rande brannte ein zweites, „merkwürdig kleines Feuer aus den Büchern eines Leiterwagens“, so Käthe Vordtriede.[182] Zitat aus Heideggers Feuerspruch:

„Feuer! Sage uns: Ihr dürft nicht blind werden im Kampf, sondern Ihr müsst hell bleiben für das Handeln. / Flamme! Dein Lodern künde uns: Die deutsche Revolution schläft nicht, sie zündet neu umher und erleuchtet uns den Weg, auf dem es kein Zurück mehr gibt. / Die Tage fallen – unser Mut steigt. / Flammen zündet! Herzen brennt![183]

Gutachten, Entlassungen, Fürsprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fall Hönigswald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit April 1933 hatten NS-Studenten der Universität München die Entlassung des jüdischen Neukantianers Richard Hönigswald mittels des neu erlassenen antisemitischen Berufsbeamtengesetzes gefordert, doch die Verantwortlichen der Fakultät hatten sich geweigert, dem nachzukommen. Daraufhin fragte das Bayerische Kultusministerium ein Gutachten zu Hönigswald bei Heidegger an.[184] Dieser erwog, sich als dessen Nachfolger zu bewerben, um (so schrieb er seiner ebenfalls jüdischen Studentin Elisabeth Blochmann) „an Hitler heranzukommen“.[185] Am 16. Juni 1933 gab Heidegger, der schon den aus Hönigswalds Breslauer Schule stammenden Siegfried Marck negativ beurteilt hatte (s. o.), auch ein vernichtendes Urteil zu dem Kollegen in München ab.

„Hönigswald kommt aus der Schule des Neukantianismus, der eine Philosophie vertreten hat, die dem Liberalismus auf den Leib zugeschnitten ist. Das Wesen des Menschen wurde da aufgelöst in ein freischwebendes Bewusstsein überhaupt und dieses schließlich verdünnt zu einer allgemein logischen Weltvernunft. Auf diesem Wege wurde unter scheinbar streng wissenschaftlicher philosophischer Begründung der Blick abgelenkt vom Menschen in seiner geschichtlichen Verwurzelung und in seiner volkhaften Überlieferung seiner Herkunft aus Blut und Boden. Damit zusammen ging die bewusste Zurückdrängung jeden metaphysischen Fragens, und der Mensch galt nur noch als Diener einer indifferenten, allgemeinen Weltkultur. Aus dieser Grundeinstellung sind die Schriften Hönigwalds erwachsen. Es kommt aber noch hinzu, dass nun gerade Hönigswald die Gedanken des Neukantianismus mit einem besonders gefährlichen Scharfsinn und einer leerlaufenden Dialektik verficht. Die Gefahr besteht vor allem darin, dass dieses Treiben den Eindruck höchster Sachlichkeit und strenger Wissenschaftlichkeit erweckt und bereits viele junge Menschen getäuscht und irregeführt hat. Ich muss auch heute noch die Berufung dieses Mannes an die Universität München als einen Skandal bezeichnen, der nur darin seine Erklärung findet, dass das katholische System solche Leute, die scheinbar weltanschaulich indifferent sind, mit Vorliebe bevorzugt, weil sie gegenüber den eigenen Bestrebungen ungefährlich und in der bekannten Weise ‚objektiv-liberal‘ sind. Zur Beantwortung weiterer Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mit ausgezeichneter Hochschätzung! Heil Hitler! Ihr ergebener Heidegger.[186]

Der ausdrückliche Rückgriff auf „Blut und Boden“ gilt als Zeichen einer weiteren politischen Radikalisierung Heideggers nach der Rektoratsrede, wenn nicht sogar einer antisemitischen Einstellung.[187] Vor allem wegen dieses Gutachtens – mehrheitlich als politische Denunziation gewertet.[188] – wurde der damals 58-jährige Hönigswald am 1. September 1933 zwangsemeritiert, womit seine Odyssee im nationalsozialistischen Deutschland begann, die mit der Aberkennung des philosophischen Doktorgrades im Jahr 1938 fortgesetzt wurde und ihn nach dem Novemberpogrom ins KZ Dachau brachte, aus dem er nach Wochen wegen internationaler Proteste entlassen wurde. Heideggers Gutachten beendete Hönigswalds akademische Laufbahn für immer, da dieser auch im US-amerikanischen Exil keine Anstellung mehr finden konnte.

Der Fall Baumgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Zerwürfnis zwischen Heidegger und seinem in dem Brief an Victor Schwoerer (s.o.) noch geförderten Assistenten Eduard Baumgarten kam es zu einem weiteren, später heftig kritisierten Schreiben: Baumgarten hatte sich um die Aufnahme in die Flieger-SA und in die NS-Dozentenschaft beworben, doch das Gutachten, das Heidegger zu diesem Anlass am 16. Dezember 1933 verfasste, vereitelte dieses Vorhaben.[189] Das Original dieses Dokuments ist verschollen, doch Baumgarten selbst, nachdem er davon erfahren hatte, konnte über persönliche Beziehungen Einsicht in die Akten des Göttinger NS-Dozentenbundes nehmen und dort eine Abschrift verfassen.[190] Diese verwendete Karl Jaspers am 22. Dezember 1945 für sein Gutachten über Heidegger im Bereinigungsausschuss und sprach davon in einem Brief, auf dem die Auszüge von Constantin von Dietze gründeten, auf die sich Heidegger in einem Schreiben vom 17. Januar 1946 bezog.[191] Darin äußerte er, dass der Teil, in dem er zu Baumgartens Eignung in einer „Gliederung der Partei“ Stellung genommen habe, „wahrscheinlich die Abschrift eines parteiamtlichen Gutachtens“ sei, das nach der dafür „üblichen nachlässigen Methode“ angefertigt wurde[192] – was heute bezweifelt wird.[193] Eine von Baumgartens leicht abweichende Version stammt aus der „Akte Baumgarten“ des Universitätsarchivs Göttingen, die sogenannte „Abschrift von zweiter Abschrift“.[194] In diesem Dokument heißt es:

„Dr. Baumgarten war von 1929–1931 in meinen Vorlesungen (…) mit der Absicht, sich (…) zu habilitieren. Im Laufe der genannten Zeit stellte sich heraus, daß er weder wissenschaftlich noch charakterlich sich dazu eignete. (…) Dr. Baumgarten kommt verwandschaftlich und seiner geistigen Haltung nach aus dem liberal-demokratischen Heidelberger Intellektuellenkreis um Max Weber. Während seines hiesigen Aufenthaltes war er alles andere als Nationalsozialist … Nachdem Baumgarten bei mir gescheitert war, verkehrte er sehr lebhaft mit dem früher in Göttingen tätig gewesenen und nunmehr hier entlassenen Juden Fränkel. Ich vermute, daß Baumgarten sich auf diesem Weg in Göttingen untergebracht hat, woraus sich auch seine jetzigen dortigen Beziehungen erklären mögen. Ich halte zur Zeit seine Aufnahme in die SA für ebenso unmöglich wie die in die Dozentenschaft.“

In der Folge wurde Baumgarten - er war in Göttingen Privatdozent - entlassen, weil er als „Judengenosse“ galt.[195] Nach einer eidesstattlichen Erklärung, daß er Fraenkel nicht kannte und nie gesehen habe, wurde die Entlassung aber rückgängig gemacht.[196] Karl Jaspers, der über Marianne Weber, der Witwe von Max Weber, 1934 eine Abschrift einsehen konnte[197], war „zutiefst getroffen“[198], für ihn gehörte dieser Augenblick, so schrieb er im Brief an Heidegger 1949, „zu den einschneidensten Erfahrungen meines Lebens.“ Es wurde aber darauf hingewiesen, dass Heideggers Warnung vor Baumgarten, da dieser sich nur oberflächlich den neuen Verhältnissen angepasst habe, 'durchaus in der Konsequenz seines Revolutionarismus' liege.[199] Vereinzelte Zweifel, die an der Echtheit der misskreditierenden Bewertungen des Gutachtens geäußert wurden,[200] gelten inzwischen als unbegründet.[201]

Der Fall Staudinger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 1933 bat Heidegger den in Zürich lehrenden Physikprofessor Alfons Bühl, einen Vertreter der „deutschen/arischen Physik“[202], inoffiziell und „heimlich“[203], Gerüchten bezüglich des Chemikers Hermann Staudinger - in Zürich von 1912 bis 1926 tätig - über „politische Unzuverlässigkeit“ aufgrund seines Verhaltens im Ersten Weltkrieg nachzugehen.[204] Bühl wurde bald insofern fündig, als Staudinger während seiner Zeit in Zürich auch die schweizerische Staatsbürgerschaft beantragt hatte und im Ersten Weltkrieg pazifistisch war. Zudem wurde bei der deutschen Abwehr der Berner Botschaft ermittelt, ob Staudinger damalige Kriegsgegner bei der Herstellung waffenfähiger Chemikalien beraten hatte.[205] Dieser Vorwurf wurde später wieder fallengelassen.[206] Am 29. September 1933 berichtete Heidegger dem badischen Hochschulreferenten Fehrle über die Gerüchte, woraufhin Fehrle am Tag darauf gegen Staudinger wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ (§ 4 GWB) Anzeige erstattete.[207] Aufgrund dieser „Initiative Heideggers“ wurde die Gestapo im Fall Staudinger tätig, belegt durch einen Akteneintrag.[208] Die Aktion erhielt den Decknamen „Sternheim“.[209] Der Historiker Hugo Ott, der 1984 auf den Vorfall stieß, spricht von einem „Vorgang eindeutiger politischer Denunziation durch den Rektor Heidegger“[210], und im Urteil der Denunziation folgt ihm die Mehrheit der Forscher.[211] Am 6. Februar 1934 forderte das Kultusministerium Heidegger auf, sich zu dem von der Gestapo zusammengetragenen Material zu äußern und damit auch ein juristisch relevantes Urteil abzugeben.[212] Heidegger antwortete am 10. Februar:

„Das Studium der Akten (…) ergibt zur (…) Frage, ob § 4 (…) anzuwenden ist, folgendes: 1) Alle Berichte (…) sprechen von Weitergabe deutscher chemischer Herstellungsverfahren durch St. ans (feindliche) Ausland. (…) Staudinger hat gemäß des Generalkonsulates in Zürich von 1918, „‚niemals ein Hehl daraus gemacht, daß er in scharfem Gegensatz zu der nationalen Strömung in Deutschland stünde (…)‘. Bezeichnenderweise beschreibt der nachherige marxistische Gesandte Adolf Müller den Staudinger als Idealisten. (…) Diese Tatsachen erfordern (…) die Anwendung des Paragraphen 4 (…). Da sie (…) weiten Kreisen bekannt geworden sind (…), verlangt auch das Ansehen der Universität Freiburg ein Einschreiten, zumal sich Staudinger heute als 110prozentiger Freund der nationalen Erhebung ausgibt. Es dürfte eher Entlassung als Pensionierung in Frage kommen. Heil Hitler!“[213]

Dem Ansinnen Heideggers gemäß verlangte der badische Minister Wacker am 22. Februar 1934 die Entlassung Staudingers aus dem Staatsdienst. Doch jetzt intervenierten der Freiburger Oberbürgermeister Kerber und der Bürgermeister Leupold für den weltberühmten Chemiker und späteren Nobelpreisträger[214], und „mit Rücksicht auf die Stellung, die der Genannte in seiner Wissenschaft im Ausland genießt“, kam nun auch Heidegger zu dem Schluss, dass zwar „in der Sache sich natürlich nichts ändern kann“, doch eine „außenpolitische Belastung nach Möglichkeit zu vermeiden“ sei.[215] Schließlich wurde Staudinger dazu genötigt, pro forma seine eigene Entlassung zu unterschreiben, die in Kraft getreten wäre, hätte es „neuerliche Bedenken“ gegeben. Staudinger hat bis zum Ende seines Lebens nie erfahren, auf wessen Initiative die Ermittlung der Gestapo gegen ihn zurückging.[216] In psychiatrischer Sicht fand Otts Resümee eine Bestätigung, dass nur eine „tiefenpsychologische Auslegung“ die Gründe für Heideggers denunziatorische Initiative offenlegen könnte.[217] Es wurden aber auch „Geltungssucht“ und „Wichtigtuerei“ bei dem zu politischem Einfluss gelangten Rektor als mögliche Motive dafür genannt.[218] Darüber hinaus schloss sich Heideggers Sohn Hermann der in der Forschung verbreiteten Deutung an, dass sich sein Vater über „den sich anbiedernden Opportunismus seines Kollegen“ geärgert habe.[219] Schließlich wird die philosophische Lesart debattiert, dass Staudinger in Heideggers Visier geriet, weil er eine „rein technische Wissenschaftsauffassung vertrat, die Heidegger von Anfang an bekämpft hatte“.[220]

Die Verteidigung von Hevesy und Fraenkel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Chemiker George de Hevesy und den Philologen Eduard Fraenkel, denen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft die Entlassung drohte, verfasste Heidegger am 12. Juli 1933 ein gemeinsames Empfehlungsschreiben an das Kultusministerium, wobei er zunächst hervorhob, „im vollen Bewußtsein von der Notwendigkeit der unabdingbaren Ausführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ zu handeln und dann auf das „ungewöhnliche wissenschaftliche Ansehen des Herrn von Hevesy im gesamten wissenschaftlichen Ausland“ verwies. Deshalb wäre es eine „nicht begründbare Ungleichmäßigkeit der Behandlung (…), wenn Herr von Hevesy bleiben könnte, Herr Fraenkel aber endgültig beurlaubt würde“, da dessen Ansehen im Ausland nicht geringer sei. Er könne auch für ihr „untadeliges Verhalten“ einstehen, „soweit da menschliches Urteil reicht“.[221] In dem Brief vom 19. Juli 1933 bekräftigte Heidegger, dass Fraenkel als „Hauptvertreter der deutschen Altertumswissenschaft, namentlich in Italien, Holland, Schweden, England und den Vereinigten Staaten“ gelte und für die Universität als „führende Persönlichkeit zu erhalten.“ sei.[222] „Trotz dieser zweiten Fürsprache und der zwei Ehrenerklärungen, die die Philosophische Fakultät unter dem Dekanat Schadewaldts für ihn gab, wurde Fraenkel entlassen.“ Im Falle Fraenkels schloss sich Heidegger dieser Initiative Schadewaldts an.[223] George de Hevesy - möglicherweise „aus außenpolitischen Gründen“ - blieb, bis er am 1. Oktober 1934 „auf eigenen Antrag aus dem badischen Staatsdienst entlassen wurde“ und nach Kopenhagen ging.[224]

Entlassungen und Fürsprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Entlassungen an der Freiburger Universität während der Zeit des Nationalsozialismus wurden in den ersten beiden Jahren durchgeführt, also in der Amtszeit von Martin Heidegger.[225] Diese fanden daher ausschließlich auf der Grundlage des GWB statt (das RBG trat erst 1935 in Kraft). Als Rektor versuchte Heidegger aber auch, den von der rassistischen Gesetzgebung betroffenen jüdischen Schülern und Kollegen zu helfen - sofern er ihre Leistungen anerkannte[226] - wie in den o. a. Fällen Hevesy und Fraenkel. Privatdozenten und Assistenten konnten sich dagegen kaum auf seine Unterstützung verlassen.[227] Für den 67-jährigen Historiker Paul Theodor Gustav Wolf,[228] den 60-jährigen und fast vollständig erblindeten Mathematiker Alfred Loewy[229] (bei ihm hatte Heidegger 1911 bis 1913 studiert, er wurde am 1. Dezember 1933 vorzeitig emeritiert), den Pharmakologen Paul Noether, den Romanisten Otto Lenel (beide begingen einige Jahre später Selbstmord)[230] und den Rechtswissenschaftler Andreas Bertalan Schwarz[231] setzte er sich nicht ein.[232]

  • Werner Gottfried Brock, Heideggers Assistent, verlor aufgrund seiner jüdischen Herkunft am 27. September 1933 die Lehrbefugnis.[233] Zunächst empfahl der Rektor ihn aber dem Schweizer Philosophen Paul Häberlin für eine Habilitation und unterstützte dann sein Studium an der Universität Cambridge.[234]
  • Paul Oskar Kristeller half Heidegger mit Empfehlungsbriefen, in Italien eine Anstellung zu finden.[235]
  • Im Februar 1934 lehnte Heidegger Maßnahmen gegen den jüdischen Geophysiker Johann Georg Königsberger ab, der wegen seiner marxistischen Vergangenheit von seinem Kollegen Wilhelm Hammer beim Ministerium angezeigt wurde.[236]
  • Heidegger setzte sich vermutlich für Elisabeth Blochmann in Berliner Kreisen ein und schrieb Ende Oktober 1933 für die Stellensuche in England ein wohlwollendes Zeugnis.[237]
  • Er hat sich wohl auch für die Professoren Siegfried Thannhauser[238], Jonas Cohn[239] und Edmund Husserl[240] beim badischen Kultusministerium verwendet, wofür es keinen schriftlichen Beleg gibt.[241]

Der Versuch einer ganzheitlichen Lehranstalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Führerverfassung“ der Universität

Rund einen Monat nach seiner Amtsübernahme, am 3. Juli 1933, verfasste Heidegger ein Rundschreiben an „sämtliche deutsche Hochschulen“, in dem er mitteilte, dass der Kanzler der Universität von nun an „'im Auftrag des Rektors' zu zeichnen“ habe.[242] Das war ein an „preußischen Universitäten schwer vorstellbares Unterordnungsverhältnis des staatlichen Vertreters und Chefs der Verwaltung unter einen Führer-Rektor“, wobei der Rundbrief in der Absicht verschickt wurde, „daß dieses Modell auch anderswo Schule machen und den Rektor in seinen Kompetenzen als Führer der Universität stärken solle.“[243] Am 21. August 1933 hob der badische Kultusminister Wacker, bis „die Hochschulreform einheitlich und im ganzen Reich vorgenommen wird“, per Schreiben A 22296 alle bestehenden parlamentarischen Kompetenzen der Hochschulgremien, Senate und Fakultäten in Baden auf, was als einstweilige Universitätsverfassung am 1. Oktober 1933 in Kraft trat. Fortan bestimmte das Ministerium den Rektor und Abschnitt I Punkt 1 dekretierte: „Der Rektor ist der Führer der Hochschule“. Dieser ernannte die Kanzler und Dekane.[244] Damit hatte Wacker als erster Minister die Führerverfassung an einer deutschen Universität eingeführt.[245]

Am Tag nach Wackers Schreiben notierte der ehemalige Rektor Joseph Sauer ins Tagebuch: „Finis universitatum – Ende der Universitäten. Und das hat uns dieser Narr von Heidegger eingebrockt, den wir zum Rektor gewählt haben, daß er uns die neue Geistigkeit der Hochschule bringe. Welche Ironie!“[246] Auch im Urteil der Forschung gilt Heidegger teils als ein „Promoter dieser neuen Führerverfassung“[247], teils wird aber auch nur darauf hingewiesen, dass er nicht widersprechen konnte, als die Bereinigungskommission 1945 feststellte, „daß er eifrige Mitarbeit“ dabei geleistet habe. „Die neue Universitätsverfassung“, so das Resümee von H. Ott, „stand im Begründungszusammenhang seines Denkens und Handelns.“[248]

Heidegger gab den Beschluss am 24. August 1933 bekannt – als Grundlage „für den inneren Ausbau der Universität entsprechend den neuen Gesamtaufgaben der wissenschaftlichen Erziehung.“[249] Zu den Sitzungen des Senats konnten fortan zwar auch Vertreter der Studentenschaft, der Assistenten und der Universitätsbediensteten hinzugezogen werden, worin paradoxe „Ansätze einer Demokratisierung“ erkannt werden können, da die Ordinarienherrschaft gebrochen wurde und „eine, wenn auch bescheidene, Mitwirkung der übrigen Kurien der Hochschullehrer und Studenten“ erreicht wurde, doch die Fakultäten hatten ihr Selbstbestimmungsrecht gänzlich eingebüßt.[250] Statt der von Heidegger proklamierten Selbstbehauptung der Universität war es zu ihrer „Selbstenthauptung“ gekommen.[251] Schon eine Woche nach Wackers Beschluss zog die bayerische Hochschulverwaltung nach („Der Rektor ist der Führer der Universität“), wobei „das badische Modell (…) Pate gestanden haben muß.“[252] Der preußische Bildungsminister Rust wiederum orientierte sich mit seinem Erlass von 28. Oktober 1933 am bayerischen Vorbild.[253] Mit der Übernahme an den 13 preußischen Universitäten war die Führungsverfassung an den meisten deutschen Hochschulen durchgesetzt und als Modell für eine reichsweite Regelung nicht mehr zu verhindern.

Ernennung zum „Führer–Rektor“

Wie vorgesehen, wurde Heidegger von Wacker am 1. Oktober 1933 „zum ersten Führer-Rektor der Universität Freiburg ernannt“.[254] Zu Dekanen ernannte dieser unter anderem seinen Vorgänger von Möllendorff sowie seine Vertrauten Schadewaldt (Philosophie) und Erik Wolf (Rechts- und Staatswissenschaften). Wie die anderen Ernannten waren beide keine Parteimitglieder, wobei Schadewaldt sich zu jener Zeit noch besonders im nationalsozialistischen Sinn engagierte.[255] Die Ernennung des Juristen Erik Wolf zum Dekan – der 1934 noch die im NS-Rassegedanken verhaftete Abhandlung Das Rechtsideal des Nationalsozialistischen Staates publizierte[256] – da „er aufgrund seiner 'Heidegger-Hörigkeit' von den Kollegen nicht akzeptiert wurde“, war später einer der Anlässe für Heideggers Rücktritt vom Rektorat.[257]

Auf der Senatssitzung vom 29. November 1933 sprach der neue „Führer-Rektor“ zudem von dem „Sinn einer Ehrenordnung“, und der Philosophiedozent Georg Stieler, im Ersten Weltkrieg Korvettenkapitän, legte den Entwurf einer „Ehrengerichtsordnung“ für die Dozentenschaft dar, in Anlehnung an jene der Offiziere. In einem Kommentar von Heidegger heißt es, die Körperschaft solle von „minderwertigen Elementen“ gereinigt werden, und es solle „künftigen Entartungskampagnen“ vorgebeugt werden. Schließlich wurde der Geist „wahrer Kameradschaft“ und des „echten Sozialismus“ bemüht, „der im Kollegen nicht den Konkurrenten im Kampf ums Dasein sieht“, worin, so das Urteil von Hugo Ott, „die Verworrenheit der nationalsozialistischen Ideologie in klarer Weise“ gespiegelt sei.[258] In einem Rundschreiben an die Fakultäten vom 20. Dezember 1933 ließ Heidegger den Lehrkörper der Universität wissen, dass es von Beginn an sein Ziel war, den „Wandel der wissenschaftlichen Erziehung aus den Kräften und Forderungen des nationalsozialistischen Staates“ durchzusetzen. Nur der „ unbeugsame Wille zum Künftigen“ gäbe „den gegenwärtigen Bemühungen Sinn und Halt“. Und er fuhr fort: „Der Einzelne, wo er auch stehe, gilt nichts. Das Schicksal unseres Volkes in seinem Staat gilt alles.“[259]

Obwohl sich die Führerverfassung an den Universitäten sukzessive auch landesweit durchsetzte[260] und Heidegger, teils in militärischen Simulationen, den Führer-Rektor gab[261], war er Anfang 1934 davon überzeugt, dass die NS-„Revolution“ im Schulwesen noch nicht begonnen habe. In einer Replik auf den Schriftsteller Erwin Guido Kolbenheyer, der sich in einer Rede in Freiburg auf ein Zitat von Adolf Hitler bezogen hatte, die Revolution sei zu Ende, es beginne die Evolution[262], sagte Heidegger am 30. Januar: „Ja – wir wollen doch keine Falschmünzerei treiben. Evolution – gewiß, aber eben da, wo die Revolution zu Ende ist. Aber dort, wo wie im Geistigen und z. B. im Schulwesen die Revolution noch nicht nur nicht zu Ende ist, vielmehr nicht einmal begonnen hat, – wie steht es da?“[263]

Auch bei anderer Gelegenheit machte Heidegger deutlich, dass ihm der Wandel der Gesellschaft im nationalsozialistischen Deutschland nicht weit genug ging: „Und es besteht die Gefahr, daß die übereifrigen Töter des Liberalismus alsbald sich entpuppen als sogenannte 'Vertreter' eines liberalen Nationalsozialismus, der von Harmlosigkeit und Biederkeit und Jugendbewegtheit nur so trieft.“[264]

Arbeitsdienst, Wissensdienst, Wehrsport

Am 16. Juni 1933 und nur auf massive Vorhaltungen seines Vorgängers von Möllendorff rief Heidegger den Senat zu einer ersten konstituierenden Sitzung zusammen. Der Senatssenior Alfred Hoche und der Nationalökonom Walter Eucken hatten Sauer dringend gebeten, auf Heidegger in diesem Sinn einzuwirken.[265] Bei dieser Sitzung artikulierte sich durch Eucken die universitätsinterne Opposition gegen den Führungsanspruch des Rektors. Streitpunkte waren die auf Tagungen des Hochschulverbandes und der Rektoren praktizierte Gleichschaltung und die Stellung von Arbeitsdienst und Wehrsport im Studium. Da inzwischen viele NS-Studenten und mit ihnen sympathisierende Kommilitonen in Wehrsport, Märschen und Zeltlagern den wesentlichen Sinn der Ausbildung an der Universität sahen, wurde der Vorlesungs- und Übungsbetrieb beträchtlich gestört. Zudem existierten keine einheitlichen Richtlinien über die Art der wehrsportlichen Ertüchtigung und deren Integration in die Studiengänge.

Die Freiburger Universität war aber seit dem Juni 1933 „in der nächsten Umgebung von Arbeitslagern“ umringt, die „durch Lehrer dieser Schule mitbetreut“ wurden.[266] Und die Verbindung von Wissensdienst und Arbeitsdienst blieb für Heidegger vordringlich, und dabei war „das Arbeitslager die Institution, die den pädagogischen Auftrag der Universität (…) im Kampf um das Wissen im nationalsozialistischen Staatsgeist“ übernehmen sollte. Selbst der Zynismus des Mottos der späteren nationalsozialistischen Vernichtungslager finde sich, dem Urteil von H. Gehle gemäß, hier bereits in philosophischer Lesart, denn „Arbeit erst gewähre die Grunderfahrung von Entschiedenheit und Entschlossenheit, und Arbeit erst mache frei. 'Das Tier' heißt es, 'und alles bloß Dahinlebende kann nicht arbeiten. Es fehlt ihm die Grunderfahrung dazu: der entscheidungsmäßige Einsatz für eine Aufgabe, das Vermögen der Entschlossenheit und des Standhaltens in einem übernommenen Auftrag, kurz die Freiheit.'“[267]

Heidegger war der erste Rektor, bei dem die Studentenschaft an den Senatssitzungen vertreten war – noch vor Erlass der neuen Universitätsverfassung. Am 10. und 11. Juli 1933 nahm er mit Alfred Baeumler an der von ihm angeregten ersten Schulungstagung des Amtes für Wissenschaft der deutschen Studentenschaft in Berlin teil, wo das Führerprinzip auch für die studentische Ebene beschlossen wurde. Die Fachschaftsleiter sollten fortan ihre Mitarbeiter selbst berufen können. Diese neue Struktur entsprach Heideggers Vorstellungen von studentischer Selbstverwaltung – die „ab dem Sommersemester in den Händen nationalsozialistischer Funktionäre“[268] war. Die Universität Freiburg war zudem die erste, die ein Arbeits- und Wohnheim für Studenten und Arbeiter errichtete, um eine stärkere Einbindung der Studierenden in die „Volksgemeinschaft“ zu ermöglichen.[269]

Diese politische Radikalisierung enttäuschte die Freiburger Professoren, die Heideggers Wahl unterstützt hatten. Gerhard Ritter berichtete 1962: „In Wirklichkeit war die Enttäuschung eine ungeheure, denn Heidegger ging nun mit vollen Segeln im nationalsozialistischen Fahrwasser vor, ziemlich diktatorisch, hielt vor der Studentenschaft Reden, in denen er über das akademische Herkommen höchlich lästerte und zu Wehrdienst, Lehrdienst und Arbeitsdienst, nebeneinandergestellt in einer ausgeprägt nationalsozialistischen Weise, aufrief.“[270]

Dessen ungeachtet feierte dieser am 14. Juni 1933 in der Ansprache „Arbeitsdienst und Universität“ die staatliche Zwangsarbeit als mystisches Verschmelzungsereignis mit dem Volk:[271] „Eine neue und entscheidende Erziehungsmacht ist mit dem Arbeitsdienst aufgestanden. Das Arbeitslager rückt neben das Elternhaus, den Jugendbund, den Wehrdienst und die Schule. Im Arbeitslager verwirklicht sich die Stätte einer neuen unmittelbaren Offenbarung der Volksgemeinschaft.“[272] Der Arbeitsdienst, so H. Zaborowski, schien also Heidegger viel wichtiger als der „Wehrdienst“ bzw. „Wehrsport“ gewesen zu sein.[273]

Gemäß einer Weisung von Adolf Hitler vom 9. September 1933 wurden bald an allen Universitäten SA-Hochschulämter eingerichtet, die dafür zu sorgen hatten, dass „die deutschen Studenten körperlich und geistig im Sinne der Vorkämpfer der deutschen Revolution einheitlich ausgebildet werden“ (Hitler). In Freiburg wurde der SA-Sturmführer Hilmar Wilmanns zum Führer des SA-Hochschulamtes ernannt, der bei den Senatssitzungen künftig vertreten war. „Die deutschen Studenten sollten sich nicht nur dem Gleichschritt der Sturm-Abteilungen einordnen, sondern vor allem auch geistig im Sinn der nationalsozialistischen Weltanschauung erzogen werden.[274] Entsprechend dazu erklärte Heidegger in einer Rede am 30. November 1933 in Tübingen: „Der neue Student ist nicht mehr akademischer Bürger, er geht durch den Arbeitsdienst, steht in der SA oder SS, treibt Geländesport. Das Studium heißt jetzt Wissensdienst.“[275]

Am 22. Januar 1934 erläuterte Heidegger vor 600 Arbeitslosen im größten Hörsaal der Universität, durch „den nationalsozialistischen Staat“ werde „das ganze bisherige Vorstellen und Denken ein anderes“, weil alle Tätigkeit als Arbeit zu begreifen sei und umgekehrt jede Arbeit den Anspruch erheben könne, „etwas Geistiges“ zu sein:[276] „Das Wissen der echten Wissenschaft unterscheidet sich im Wesen gar nicht vom Wissen des Bauern, des Holzfällers, des Erd- und Grubenarbeiters, des Handwerkers. […] Arbeiter und Arbeit, wie der Nationalsozialismus diese Worte versteht, trennt nicht in Klassen, sondern bindet und einigt die Volksgenossen und Stände in den einen großen Willen des Staates. […] Dem Mann dieses unerhörten Willens, unserem Führer Adolf Hitler, ein dreifaches: ‚Sieg Heil!‘“[277]

Das Todtnauberger Experiment

Zeltlager der bündischen Jugend, 1933

Der Gedanke einer neuen Form der akademischen Ganzheitlichkeit im Sinn der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und zum Zweck der politischen Erziehung ausgewählter Studenten fand landesweit einen Ausdruck in sogenannten Wissenschaftslagern.[278] Jenseits des Universitätsbetriebes und seiner Funktion als Rektor organisierte Heidegger vom 4. bis zum 10. Oktober 1933 ein solches Lager in seiner Hütte im Schwarzwald, das von ihm so genannte „Todtnauberger Lager“, an dem Studenten aus Freiburg, Heidelberg und Kiel teilnahmen. Heidegger teilte den ausgewählten Studenten mit: „Das Ziel wird durch Fußmarsch“ von Freiburg aus erreicht, in SA oder SS-Dienstanzug, eventuell Stahlhelmuniform mit Armbinde“.[279] Der „Tagesdienstplan“ war militärisch strukturiert und reichte vom Wecken um 6 Uhr morgens bis zum Zapfenstreich um 22 Uhr. Der Sinn des Unternehmens war eher allgemein gefasst, darunter das „lebendige Näherbringen der Ziele einer nationalsozialistischen Umwälzung des Hochschulwesens“. Und: „Wenige Vorträge vor der ganzen Lagergemeinschft sollen die Grundstimmung und Grundhaltung erwirken.“[280] Dem „Ritual nationalsozialistischer Lagerdisziplin“ entsprechend leitete Heidegger das Lager, Rudolf Stadelmann war der Unterführer der Freiburger Gruppe, Otto Riss stand den Studenten aus Kiel vor und Johannes Stein jenen aus Heidelberg.[281]

Schon bald waren jedoch „politische Differenzen zwischen den Lagerteilnehmern“ zu konstatieren, „die beispielsweise die Bedeutung des Rassegedankens für den Nationalsozialismus betreffen“[282], denn die Heidelberger und auch die Kieler Gruppe verteidigte einen „militanten Antisemitismus“, der mit den noch katholisch geprägten Überzeugungen der Freiburger nicht harmonierte.[283] Stein, zu der Zeit schon „Teil der SS-Seilschaft an der Universität Heidelberg, die als wissenschaftspolitischer Machtvektor wesentlich stärker wirkt, als die im Grunde solitäre nationalsozialistische Emphase Heideggers“[284], war in Todtnauberg der Repräsentant der „Rassentheoretiker“. Wenige Monate darauf arbeitete er eng mit dem späteren „Euthanasie“-Täter Carl Schneider zusammen; während des Zweiten Weltkrieges plädierte er für rassenkundliche Untersuchungen an indischen Kriegsgefangenen im Lager Stalag V C in Offenburg.[285]

Heinrich Buhr, der als einziger Student der Theologie an dem Lager teilnahm, bezeugte später, dass Heidegger dort einen harschen Vortrag gegen das Christentum und somit gegen die Tradition der Freiburger gehalten hatte: schon die göttliche Schöpfung und „daß das Seiende bloß ein Gemachtes sei als von einem Handwerker hergestellt -, das müsse zuerst verworfen werden.“[286] Doch in welcher Weise der Konflikt zwischen NS-Rassentheorie und Katholizismus im Wissenschaftslager von Heidegger beeinflusst oder entschieden wurde, ist ungeklärt. Außer Zweifel steht, dass die „politische Erziehung“ dort am Ende auch „Rassekundeunterricht beinhaltete“, wie U. Arnswald formuliert.[287]

In einem Vermerk, der in dem Rechenschaftsbericht Tatsachen und Gedanken von 1945 noch fehlte[288], berichtet Heidegger, dass Stein, als Anführer der Heidelberger Gruppe, „plötzlich unangemeldet“ am „Morgen des zweiten Tages“ gemeinsam mit dem „Gaustudentenführer“ Gustav Scheel erschienen sei. Beide hätten sich „mit den Heidelberger Teilnehmern des Lagers“ unterhalten, „deren 'Funktion' langsam deutlich wurde.“ Denn: „Die Heidelberger Gruppe hatte den Auftrag, das Lager zu sprengen.“ In dem Vermerk heißt es: „Dr. Stein bat, selbst einen Vortrag halten zu dürfen. Er sprach über Rasse und Rassenprinzip. Der Vortrag wurde von den Lagerteilnehmern zur Kenntnis genommen, aber nicht weiter erörtert.“[289] Es wurde eingewendet, dass der Befund aus dem Briefwechsel zwischen Heidegger und seinem Vertrauten Stadelmann, dem Anführer der Freiburger, der späteren „Darstellung Heideggers ganz eindeutig“ widerspreche: Stadelmann, um der „Befriedung der Lageratmosphäre“ willen, „gleichsam als Opferlamm“, obwohl er „einen Rahmenvortrag über die neue Wissenschaft“ übernommen hatte, mußte auf Befehl Heideggers darauf verzichten und sollte sogar das Lager verlassen.[290]

Das „Wissenschaftslager“ in Todtnauberg gilt als ein gescheiterter Versuch[291] und wird heute teils als „wissenschaftliches Konzentrationslager“ bewertet und mit den Lagern von Stalin und Mao verglichen[292], teils als „Exempel für Heideggers nationalsozialistische Universitätsidee (…) - eine Mischung aus Appell, Frühsport, uniformiertem Wandern an der frischen Luft und ‚scharfen‘ Debatten über Idee und Organisationsform der künftigen höchsten Stätten der deutschen Führerbildung“[293], schließlich aber auch als „ganz gewöhnliches Lagerleben mit Leuten, die eigentlich über das Alter von Pimpfen schon hinaus waren“, und das beim Zusammensein und Singen zur Gitarre eine neue geistige Gemeinschaft erfinden sollte.[294]

Heidegger und die NS-„Rassenhygiene“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Pflichtvorlesung der NS-„Rassenkunde“

Schon seit 1920 hielt Alfred Nißle in Freiburg die Vorlesungen der Medizinischen Fakultät zur „Erbbiologie“ und „Rassenhygiene“. Als die sogenannte „Rassenkunde“ vom badischen Kultusminister Wacker am 19. Dezember 1933 per Erlass 3656 zur Pflichtvorlesung für die Studenten aller Fakultäten erklärt wurde[295], beantragte Nißle im Glauben, dass er auch diese Vorlesungen halten sollte, tags darauf eine Erhöhung des Budgets für Lehrmittel beim Kultusministerium in Karlsruhe.[296] Daraufhin teilte das Ministerium dem Rektorat mit, es komme darauf an, „daß der Vortragende neben einem rassenhygienischen Wissen weltanschaulich einwandfreier Vertreter des Nationalsozialismus ist“ und dass Nißle „als Verfechter des nationalsozialistischen Weltbildes nicht bekannt“ sei.[297] Am 13. April 1934 bat Heidegger in seiner schriftlichen Antwort darum, „von einer Ausdehnung des Lehrauftrages für Herrn Prof. Nissle abzusehen. Ich versuche seit Monaten, eine geeignete Kraft für den Unterricht in diesem Feld ausfindig zu machen, um dann beim Ministerium die Errichtung eines a.o. Lehrstuhles für Rassenkunde und Erbbiologie zu beantragen.“[298] Im folgenden Sommersemester hielt Nißle zwar die Vorlesungen zur Rassenkunde „für Studierende aller Fakultäten“[299], und das Ministerium richtete keinen außerordentlichen Lehrstuhl ein, doch die Aufgabe wurde dann „vom nationalsozialistisch gesinnungstreuen Theodor Pakheiser übernommen“[300], Gesundheitsreferent im Badischen Innenministerium und Gauobmann des NS-Deutschen Ärztebundes, der dafür zum Honorarprofessor ernannt wurde und 100 Reichsmark monatlich erhielt.[301] Die Themen der ersten solcher Vorlesungen, gehalten im Wintersemester 1934, waren „Nationalsozialistische Weltanschauung und Rassegedanke, Volk und Rasse“.[302] Nißle hielt derweil weiter die regulären Vorlesungen.[303] Das Schreiben, in dem dieser als ungeeignet für die Pflichtvorlesungen begutachtet wird, gehörte zu den schließenden Amtshandlungen von Heidegger als Rektor, tags darauf bot er den Rücktritt an.

Zu Eugen Fischers Einfluss auf Heidegger

In Bezug auf Heideggers Verhältnis zur NS-„Rassenhygiene“, der „Eugenik“ und „Erbbiologie“, werden in der Forschung einige seiner Maßnahmen als Rektor und einige Äußerungen zu Rassenkonzepten und Menschenzüchtung zum Teil auf den Einfluss des jahrzehntelang mit ihm befreundeten „Rassentheoretikers“ Eugen Fischer oder auf eine Zusammenarbeit mit ihm zurückgeführt.[304] Heidegger und Fischer hatten sich spätestens auf den Badischen Heimattagen von 1930 kennengelernt, und sie pflegten bis in die 1960er Jahre freundschaftliche Beziehungen. Fischer war (mit Erwin Baur und Fritz Lenz) der Verfasser eines Standardwerks der Eugenik, das Mitte der 1920er Jahre Hitlers Rassismus beeinflusste und später zu einer Referenz für die zur „Euthanasie“ verklärte, zunächst juristisch vorbereitete und dann durchgeführte Ermordung von Patienten wurde.[305] Seit 1918 und bis 1942 war Fischer in Freiburg ordentlicher Professor für Anatomie und berücksichtigte dabei „Fragestellungen der Rassenkunde in Forschung und Lehre“.[306]1927 gründete und leitete er in Berlin das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik[307], wo er bis zum Ruhestand 1942 „wissenschaftliche Begründungen für die menschenverachtende Rassen- und Geburtenpolitik des NS-Staates“ lieferte und „einen aktiven Beitrag zu Selektion und Mord“ leistete.[308] Von 1935 bis 1940 war er „Oberrichter am Erbgesundheitsgericht in Berlin und hatte zu beurteilen, ob ein Proband an einer Erkrankung im Sinne des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ litt und damit zwangssterilisiert werden mußte.“[309]

Zu Eugen Fischers Wirkung auf Heidegger zählt R. Wolin, auf V. Farias verweisend, dass Heidegger als Rektor einen Fragebogen zur rassischen Abstammung an alle Professoren verteilen ließ, von ihnen ihre „Rassereinheit“ beeidet werden musste und dass er die Einrichtung des zur SS gehörigen Rassenamtes der Studentenschaft bei der Universität befürwortete[310], geleitet von Heinz Riedel, einem ehemaligen Schüler von Fischer.[311]

Heideggers Tischrede zum Gesetz der Gesundheit und Krankheit

Nur etwa zwei Wochen nachdem das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses am 14. Juli 1933 erlassen worden war, äußerte sich Heidegger Anfang August in einer Tischrede anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Instituts der pathologischen Anatomie der Universität in Freiburg zu der Thematik.

„So wird zum Beispiel das, was die Medizin als 'Krankheit' verstehen will, ganz davon abhängen von dem, was sie zuvor als das Wesen der Gesundheit begreift. (…). Für die Griechen z. B. bedeutet 'gesund' soviel wie bereit sein und stark zum Handeln im Staat. Wer den Bedingungen dieses Handelns nicht mehr genügte, zu dem durfte der Arzt auch im Falle der 'Krankheit' nicht mehr kommen. (…) Was gesund und krank ist, dafür gibt sich ein Volk und ein Zeitalter je nach der inneren Größe und Weite seines Daseins selbst das Gesetz. Das deutsche Volk ist jetzt dabei, sein eigenes Wesen wieder zu finden und sich würdig zu machen seines großen Schicksals. Adolf Hitler, unser großer Führer und Kanzler, hat durch die nationalsozialistische Revolution einen neuen Staat geschaffen, durch den das Volk sich wieder eine Dauer und Stetigkeit seiner Geschichte sichern soll. (…) Jedes Volk hat die erste Gewähr seiner Echtheit und Größe in seinem Blut, seinem Boden und seinem leiblichen Wachstum. Wenn es dieses Gutes verlustig geht oder auch nur weitgehend geschwächt wird, bleibt jede staatspolitische Anstrengung, alles wirtschaftliche und technische Können, alles geistige Wirken auf die Dauer nutz- und ziellos.[312]

Die Tischrede im anatomischen Institut wird fast einhellig als eine der Rechtfertigung der nazistischen Ideologie der Entrechtung bestimmter Gruppen von Menschen bewertet. Wenn darin teils noch Heideggers Bereitschaft gesehen wird, „das Denken der Prostitution hinzugeben“[313], so geht die Kritik doch mehrheitlich in die Richtung, dass in der Rede „ein Heilungsverbot für das staatsunwerte Leben“ als richtig erkannt und mit „einer Regression auf 'Blut', auf 'Boden' und der Subordination unter das Führerprinzip“ verbunden werde.[314] Es heißt, die Rede sei ein Beitrag zum „nazistischen Gedanken der Eugenik“ und verherrliche sie.[315] In philosophischen Analysen wird u.a. argumentiert, dass Heidegger „aus dem Nichtmüssen bei Platon verschärfend ein Nichtdürfen macht“.[316] Und durch die „Übereinstimmung einiger Aussagen Heideggers (…) mit dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm“, insofern in den ersteren die Seinsgeschichte „in konkrete Handlungsanweisungen übersetzt wird, wird das Biologische notwendig zum Biopolitischen“.[317] Heideggers Biograph H. Zaborowski fasst den Schluss der Kritiken zusammen: man wird „Heidegger angesichts dieser Äußerungen nicht mehr verteidigen können“, „er rechtfertigt aus philosophischer Perspektive den nationalsozialistischen Rassismus.“[318]

Heideggers Verherrlichung von Adolf Hitler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Amtszeit als Rektor hielt Heidegger Reden und verfasste Schriften, in denen er Adolf Hitler verherrlichte und zu dessen Unterstützung aufrief. So nannte er Hitler den „großen Führer“ und erklärte ihn zum Gesetz.[319] Heidegger gehörte auch zu den konstituierenden Rednern des Bekenntnisses der deutschen Professoren zu Adolf Hitler, das in der Leipziger Alberthalle verkündet wurde.[320] Die einschlägigen Texte im Überblick:[321]

  • 18. Mai 1933: „Rede bei einer Kundgebung der Universität Freiburg aus Anlass von Hitlers Rede zum Austritt aus dem Völkerbund“[322]
  • 30. Juni 1933: „Die Universität im neuen Reich“, Vortrag in Heidelberg[323]
  • 3. November 1933: Zum Semesterbeginn. „Deutsche Studenten!“ in der Freiburger Studentenzeitung[324]
  • 10. November 1933: Aufruf zur Wahl „Deutsche Männer und Frauen“ in der Wahlnummer der Freiburger Studentenzeitung[325]
  • 11. November 1933: Leipziger Rede auf der NSLB-Kundgebung in der Alberthalle[326]

Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund diente Heidegger zur Verherrlichung von Adolf Hitler. Am Tag nach dessen Rede dazu, am 18. Mai 1933, propagierte er den Entschluss in seiner Eigenschaft als Rektor, in das Universitätsstadion übertragen:

„„Der Kanzler des Reiches, unser großer Führer, hat gesprochen. Die anderen Nationen und Völker sollen jetzt entscheiden. Wir selbst sind entschieden. Wir sind entschlossen, den schweren Gang unserer Geschichte zu gehen, der von der Ehre der Nation und der Größe des Volkes gefordert ist. (…) Bereitschaft und Kameradschaft. Unserem großen Führer Adolf Hitler ein deutsches Sieg Heil.“[327]

Die beiden universitätsinternen Texte, in denen Heidegger als Hitlers Laudator auftrat, setzten Hitler mit dem Sein und der Wirklichkeit des deutschen Volkes gleich. In Heidelberg sprach Heidegger am 30. Juni vom „Volkskanzler Hitler“, der das „neue Reich“ zur Wirklichkeit bringen werde. Dabei seien „christliche und humanisierende Vorstellungen“ durch einen Kampf zu überwinden, bei dem Hitler „als Bürge“ fungierte, wie A. Schwan in seiner akademischen Studie zum „Fall Heidegger“ kommentiert.[328] Und in der Freiburger Studentenzeitung hieß es am 3. November: „Nicht Lehrsätze und ‚Ideen‘ seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz. (…) Von nun an fordert jedwedes Ding Entscheidung und alles Tun Verantwortung.“[329] In seinem Aufruf am 10. November erweiterte Heidegger den Kreis der Adressaten über die Universität hinaus auf alle deutschen Männer und Frauen. Der Text ist nahezu wortgleich mit seiner Rede in Leipzig am Folgetag.

Die Alberthalle in Leipzig, in der die NSLB-Kundgebung zum „Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler“ stattfand

Für den 11. November 1933 organisierte der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) Sachsen unter der Leitung des „Gauobmannes“ Arthur Göpfert in der Alberthalle in Leipzig eine Kundgebung zur Unterstützung des manipulierten Referendums, das per Einheitsliste („Ein Volk, ein Führer, ein 'Ja'“) am Tag darauf nachträglich Deutschlands im Oktober vollzogenen Austritt aus dem Völkerbund rechtfertigen sollte.[330] Zu diesem Anlass initiierte Göpfert das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. Die Kundgebung fand in Anwesenheit von mehreren tausend Zuhörern statt, zu denen neun Professoren sprachen und jenes Bekenntnis begründeten.[331] Als erster der neun Redner hielt der mit Heidegger befreundete „Rassenhygieniker“ Eugen Fischer (s.o.) einen der Vorträge.[332] Heidegger setzte dann Hitlers Entscheidung, aus dem Völkerbund auszutreten, in den Kontext der Begriffe des „Daseins“, des „völkischen Daseins“, des „Willens“, des „Daseinswillens“ und der „Wahrheit“:

„„Deutsche Lehrer und Kameraden! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Das deutsche Volk ist vom Führer zur Wahl gerufen; der Führer aber erbittet nichts vom Volke, er gibt vielmehr dem Volke die unmittelbarste Möglichkeit der höchsten freien Entscheidung, ob das ganze Volk sein eigenes Dasein will, oder ob es dieses nicht will. Das Volk wählt morgen nichts Geringeres als seine Zukunft. (…) Diese letzte Entscheidung greift hinaus an die äußersten Grenzen des Daseins unseres Volkes. (…) Der Wille zur Selbstverantwortung ist jedoch nicht nur das Grundgesetz des Daseins unseres Volkes, sondern zugleich das Grundgeschehnis der Erwirkung seines nationalsozialistischen Staates. (…) Nicht Ehrgeiz, nicht Ruhmsucht, nicht blinder Eigensinn und nicht Gewaltstreben, sondern einzig der klare Wille zu unbedingter Selbstverantwortung im Ertragen und Meistern des Schicksals unseres Volkes forderte vom Führer den Austritt aus der 'Liga der Nationen'. (…) Das Volk gewinnt die Wahrheit seines Daseinswillens zurück (…). (…) Aus solchem Ursprung entsteht uns die Wissenschaft. Sie ist gebunden in die Notwendigkeit des selbstverantwortlichen völkischen Daseins. (…) Unser Wille zur völkischen Selbstverantwortung will, daß jedes Volk die Größe und Wahrheit seiner Bestimmung finde und bewahre. (…) Diesen Willen hat der Führer im ganzen Volk zum vollen Erwachen gebracht und zu einem einzigen Entschluss zusammengeschweißt. Keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens. Heil Hitler!““

Das Eröffnungswort von Göpfert und die neun Reden wurden im Anschluss als das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler von 961 Gelehrten unterzeichnet[333], ein Bekenntnis zur Subordination der Wissenschaftler unter Adolf Hitler.[334] Heidegger, berichtete Karl Löwith, „liess die Freiburger Studenten geschlossen zum Wahlraum marschieren und dort en bloc ihre Jastimme zu Hitlers Entscheidung abgeben. (An andern Universitäten, wie in Marburg, konnte man noch mit Ja oder Nein wählen, obwohl die Wahl nur noch pro forma geheim war.)“[335] In philosophischer Hinsicht wird Heideggers Argumentation für den Austritt aus dem Völkerbund mitunter eher wohlmeinend als „auf die nationale Ebene gehobene These aus Sein und Zeit“ gedeutet, „daß dem Sich-einlassen auf andere die Sicherung des Eigensten vorauszugehen habe“.[336] Safranski bezeichnet die Leipziger-Rede hingegen als „angewandte völkische Fundamentalontologie“.[337] Heideggers politisches Engagement, so führte Theodor W. Adorno allgemein aus, „folgte aus einer Philosophie, die Sein und Führer identifiziert.“[338]

Knapp drei Wochen nach der NSLB-Kundgebung in der Leipziger Alberthalle trat das NSDAP-Mitglied Heidegger am 1. Dezember 1933 auch dieser zweiten NS-Institution bei, der er angehörte, bis die Alliierten sie 1945 auflösten.[339]

Suspension der Ripuaria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkordatsunterzeichnung in Rom am 20. Juli 1933

Am 27. Januar 1934 wurde die Katholische Deutsche Studentenverbindung Ripuaria Freiburg im Breisgau von dem Freiburger „Sturmführer“ und „Sturmbannadjutanten des NSDStB-Sturmbannes 6 der SA“, Heinrich von zur Mühlen, seit 1932 NSDAP-Mitglied[340], auf Veranlassung des „Reichsführers“ des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) Oskar Stäbel „wegen bewußter Schädigung unserer nationalsozialistischen Bewegung“[341] suspendiert.

Vorausgegangen war der ehrengerichtliche Ausschluss des SA-„Scharführers“ Bernatz im November 1933 aus der Verbindung, den dieser nicht hinnehmen wollte: Am 17. Januar 1934 drang Bernatz mit einer Gruppe, darunter von zur Mühlen und der SA-Standartenführer Lenzen, in das Haus der Verbindung ein und beschlagnahmte die Akten. Auf Drängen des Leiters des Freiburger SA-Hochschulamtes wurde dann Stäbel aktiv. Doch dem Cartellverband (CV) der katholischen Verbindungen stand der Reichstagsabgeordnete Edmund Forschbach vor, und in Anbetracht des Reichskonkordats hob Stäbel mit Rücksicht auf dessen Zuständigkeit die Suspension am 31. Januar 1934 wieder auf[342], was den dadurch vorgeführten Studentenführer von zur Mühlen, der die Suspension offiziell erlassen hatte, zum Rücktritt veranlasste.[343]

Daraufhin schrieb Heidegger am 5. Februar 1934 an Stäbel und setzte sich für seinen Parteigenossen ein: „Dieser öffentliche Sieg des Katholizismus gerade hier darf in keinem Falle bleiben. Es ist eine Schädigung der ganzen Arbeit, wie sie zur Zeit größer nicht gedacht werden kann. (…) Ich werde daher das Vorgehen des Studentenschaftsführers unbedingt decken. Man kennt katholische Taktik immer noch nicht. Und eines Tages wird sich das schwer rächen.“[344]

Rücktritt vom Rektorat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Schreiben vom 14. April 1934 erklärte Heidegger dem Kultusminister Wacker, dass er sein Amt als Rektor zur Verfügung stellen werde. Es heißt darin, dass er „nach eingehender Prüfung der nunmehrigen Lage der Hochschulen“ zu der Überzeugung gelangt sei, zur „unmittelbaren (…) Erziehungsarbeit innerhalb der Studentenschaft und der jüngeren Dozentenschaft zurückkehren“ zu müssen.[345] Verlauf und Gründe, die zu dieser Entscheidung führten, wurden in Heideggers Berichten teils abweichend voneinander dargestellt. Auch heute werden sie unterschiedlich bewertet.

Einigkeit herrscht darüber, dass ein Schreiben von Wacker, in dem er Heidegger zwei Tage zuvor aufgefordert hatte, Erik Wolf als Dekan zurückzuziehen, als der Anlass für den Brief vom 14. April auch jener für die dortige Ankündigung des Rücktritts war.[346] Gemeinsam mit seinem bei der Amtsübernahme erst 31-jährigen bedingungslosen Gefolgsmann Wolf[347], 1933/34 noch ein überzeugter Nationalsozialist[348], hatte Heidegger vorher gegen seinen universitätsinternen Widersacher Walter Eucken versucht, den wie diesen ebenfalls NS-kritisch eingestellten Adolf Lampe[349] als Nachfolger auf dem Lehrstuhl des 1933 emeritierten Nationalökonomen Karl Diehl zu verhindern.[350] Und schon vorher waren durch Wolfs Umstrukturierung des juristischen Studienplans - die zur Einrichtung des SA-Dienstes und der Wehrsportlager hinzu kam - Konflikte mit der Gruppe der Verteidiger der alten Ordnung manifest geworden.[351] Deshalb hatte Wolf am 7. Dezember 1933 seinen Rücktritt angeboten, was von Heidegger aber mit der Erklärung abgelehnt worden war, dass gemäß der neuen Hochschulverfassung das Vertrauen zum Rektor und nicht das zur Fakultät entscheidend sei.[352] Als aber auch der Kultusminister und Dienstherr des Rektors sich gegen Wolf als Dekan stellte, gab Heidegger sein Amt umgehend auf. Da Wacker noch keinen Nachfolger hatte, ordnete er an, die Entscheidung vorerst geheim zu halten.[353] Nachdem Heidegger jedoch davon erfuhr, dass Adolf Lampe inzwischen beim Ministerium Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Wolf eingereicht hatte, wähnte er sich hintergangen und teilte seinen Entschluss am 23. April dem Kanzler und den Dekanen mit, die mit ihm ihre Ämter zur Verfügung stellten. Am 27. April 1934 wurden die Rücktritte vom Ministerium angenommen.[354]

Gründe für den Rücktritt

Die tieferen Ursachen für das vorzeitige Ende des Rektorats werden allgemein im Scheitern der heideggerschen Konzeption betrachtet, eine Universität gemäß dem Führerprinzip leiten zu wollen, was sowohl in der Dozentenschaft wie bei den Studenten[355] Unmut hervorgerufen und zur „Palastrevolte“ geführt hatte.[356] Mit dem Freiburger SA-Hochschulamt lag er im Streit über das nationalsozialistische Programm der Wehrertüchtigung, das er als zu starken Eingriff in den Universitätsbetrieb betrachtete.[357] Zu den erheblichen Spannungen innerhalb der Freiburger Universität kamen außer Konflikten mit dem Kultusministerium noch weitere Motive[358]: Gemäß einer erst 1983 publizierten Fassung von Tatsachen und Gedanken sah Heidegger rückblickend im Scheitern des „Todtnauberger Lagers“ (s.o.), das als „Exempel“ für seine „nationalsozialistische Universitätsidee gedacht“ war, ein „'eigentümliches Vorzeichen' für seinen Sturz.“[359] In dieser Version erhebt er auch den Vorwurf, dass „Kreise der Universität“, die sich sonst über die Nationalsozialisten empörten, „mit dem Ministerium und der es bestimmenden Gruppe“ konspiriert hatten, „um mich aus dem Amt hinauszudrängen.“[360] Mit der „Gruppe“ waren der „Gauleiter“ Scheel und der Frankfurter Rektor Ernst Krieck gemeint.[361] Die bis zum Jahreswechsel 1933/34 in der NS-Hochschulpolitik bestehende „Trias Baeumler-Heidegger-Krieck[362] hatte sich beim „Umkippen um die Jahreswende“ ins Gegnerische gewendet, was zu „primitiven Anpöbelungen“ geführt hatte, „die Heidegger durch Krieck in dessen Zeitschrift Volk im Werden seit dem Frühjahr 1934 widerfuhren“. Das wurde verschärft durch ein Gutachten über die heideggersche Philosophie, das sein einstiger Marburger Kollege Erich Jaensch, der sich im Bund mit Ernst Krieck und Alfred Rosenberg befand, im Februar 1934 auf Anfrage von Walter Groß erstellte, dem Gründer des später so genannten Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Denn eine Gruppe der Partei, die sich „spätestens seit dem Frühjahr 1934 formierte“, wollte Heidegger „nicht als 'Philosophen des Nationalsozialismus' gelten lassen“.[363] Dass aber regimekritische Kreise der Universität mit dem NS-Ministerium gegen Heidegger gearbeitet hätten, ist unbelegt und hat scharfe Widerworte hervorgerufen.[364]

Zweifel an Heideggers Version

Von Heideggers eigenen Darstellungen seines Rücktritts wurden auch weitere Teile aufgrund mangelnder Belege und fehlender Folgerichtigkeit bezweifelt. Neben dem Zeitpunkt - Heidegger gibt in Tatsachen und Gedanken an, dass er seinen Rücktritt schon im Februar 1934 erst Fehrle und dann Wacker gegenüber erklärt habe[365] - richten sich die Einwände dagegen, dass das Ministerium nicht nur den Rücktritt von Wolf, sondern auch den von Heideggers Amtsvorgänger von Möllendorff gefordert haben soll, wofür es keine Anhaltspunkte gibt. Wackers Schreiben vom 12. April lasse sich „überhaupt nicht in Einklang mit Heideggers Version bringen“, so Hugo Ott, der als Resümee seiner Recherchen in den Archiven des badischen Ministeriums hinzufügt: „Auch die übrige Karlsruher Aktenlage stützt Heideggers Darstellung nicht im mindesten, im Gegenteil“.[366] Zudem hat Heideggers Charakterisierung seines Vertrauten Wolf für die Jahre 1933/34 in der Forschung Widerspruch hervorgerufen.[367] Dass auch Wolf der Partei nicht genehm gewesen wäre, entbehre der Logik: „Dies hätte vielleicht für Möllendorff gegolten, den Heidegger zum Dekan der Mediziner ernannt hatte, nicht aber für den damals noch glühend nationalsozialistischen und Heidegger treu ergebenen Rechtslehrer Erik Wolf.“[368] Wenn „Heidegger 1945 und später darauf abhob, er habe in Erik Wolf 1933 gewissermaßen einen Gegner des Nationalsozialismus zum Dekan ernannt, dann unterschiebt er den späteren Wolf.“ Die Einwände gegen Wolf seien nicht politischer Art gewesen.[369]

Es lässt sich aber schließen, dass Heidegger selbst über sein Scheitern als Rektor „wohl tief enttäuscht war“:[370] Er lehnte es mit einer formalen Begründung ab, an der traditionellen Rektoratsübergabe teilzunehmen. Sein Nachfolger wurde der von ihm zuvor als Dekan gegen Wolf ausgetauschte Jurist Eduard Kern.[371] Das gescheiterte Rektorat wird heute als exemplarisch dafür betrachtet, dass eine Universität „mit dem Führerprinzip und dem Einhämmern einer politischen Ideologie nicht zu regieren“ sei. Mit Heideggers Rücktritt sei denn auch „nach dem Urteil vieler Zeitzeugen (…) eine relative Lockerung“ und mit dem neuen Rektor Kern seien „Ruhe und Ordnung“ eingetreten.[372]

Zur Frage des Rassismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidegger und die Philosophie im Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bestimmtes Verhältnis Heideggers zu einer offiziellen „NS-Philosophie“ wird von Forschern inzwischen zurückgewiesen, da sie als solche nicht existiert habe und der Nationalsozialismus philosophisch vielmehr „indifferent“ gewesen sei. Kein einziger Philosoph sei wegen seiner „philosophischen Lehrmeinungen auch 'nur' ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager“ gekommen, so G. Wolters.[373] Auch eine klar festgelegte „antisemitische Doktrin“ habe es nicht gegeben.[374] Allerdings war der Anspruch unter Philosophen, die sich als Mitglieder der NSDAP oder, seit der Aufnahmesperre vom Mai 1933, als Bewerber um die Mitgliedschaft, dazu berufen sahen, eine gültige NS-Philosophie zu formulieren, durchaus verbreitet, konnte aber nicht eingelöst werden: „Ob Heidegger oder Krieck, ob Rothacker, Baeumler oder Dingler - wer die Philosophie des Nationalsozialismus etablieren will, scheitert.“[375]

Verhältnis zu anderen Philosophen der NSDAP

Schon seit dem Beginn der 1920er Jahre pflegte Heidegger kollegialen Kontakt zu Erich Rothacker, der ebenfalls zu den Philosophen gehörte, die am letzten Tag vor der Beitrittssperre, dem 1. Mai 1933, der NSDAP beigetreten waren. Rothacker war vorübergehend Leiter der Abteilung „Volksbildung“ im Propagandaministerium von Joseph Goebbels und wurde im Oktober 1933 zum Dekan der Philosophischen Fakultät in Bonn ernannt.[376] Zudem befand sich Heidegger zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft in der „Trias“ (s.o.) mit dem Philosophen, Pädagogen und NSDAP-Mitglied Alfred Baeumler und dem NSDAP-Mitglied Ernst Krieck, der weder Abitur noch Studium vorweisen konnte und dennoch von den Nationalsozialisten zum Professor für Pädagogik und Philosophie ernannt worden war und nach der Machtergreifung Rektor in Frankfurt wurde: „jeder der drei“, sagt der Historiker H. Ott, „Heidegger, Baeumler und Krieck – wollte seinen Part spielen, gemeinsam wollten sie bestimmte Ziele im nationalsozialistischen Verständnis erreichen.“[377] Über Baeumler, der schon 1930 dem antisemitischen Kampfbund für deutsche Kultur beigetreten war, gab es auch Kontakt zu dessen Gründer Alfred Rosenberg[378], der später im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher zum Tod verurteilt und 1946 hingerichtet wurde. Heidegger begegnete dem NS-Chefideologen Rosenberg zum ersten Mal spätestens im Mai 1934 bei der Eröffnungssitzung des Ausschusses für Rechtsphilosophie, in dem er bis 1936 tätig war.[379] Im selben Jahr, 1934, war Rosenberg von Hitler persönlich zum „Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP“ ernannt und mit einer Dienststelle dafür ausgestattet worden[380], dem Amt Rosenberg.

Zu den zeitgleichen Parteigenossen unter den Philosophen gehörten auch Erich Jaensch, der später ein vernichtendes Gutachten zu Heidegger anfertigte, und Hans Heyse, der nach eigener Aussage in „langen, freundschaftlichen Aussprachen“ mit Heidegger im Frühjahr 1933 zu dem Schluss kam, ebenfalls am 1. Mai, dem letzten Tag vor der vierjährigen Beitrittssperre in die NSDAP einzutreten. Von 1933 bis 1935 Rektor in Königsberg, suchte Heyse „wie Heidegger bei den Griechen eine Antwort auf die Frage nach der Führung der künftigen Universität (und Deutschlands)“.[381]

Zu den NS-Rassenideologien

Die heideggerschen Positionen zur Frage des Volkes und der Rasse im Verhältnis zu den vielfältigen rassenideologischen Konzeptionen zu bewerten, die im öffentlichen und akademischen Diskurs während der NS-Zeit debattiert und propagiert wurden, ist weiterhin eine Aufgabe der Forschung. Wie es keine klar festgelegte „antisemitische Doktrin“ gab, war auch die NS-Rassenideologie nicht einheitlich. So habe Rosenberg gemeint, dass „Rassebewußtsein mit dem Prinzip der Ehre verknüpft“ sei, und Rothacker setzte die Rassentheorie in den Kontext der kulturellen „Lebensstiltheorie“, was mit dem sogenannten „Führergedanken“ vereinbar sei, da dieser innerhalb von „Staatsgedanke, Deutschtumsgedanke, Volksgedanke“ figuriere und das „nicht ohne innere Spannungen zu den übrigen Leitideen.“ Hitler habe 1933 „'die dem nordischen Erbanteil entsprechende heroische Gesinnung und Weltanschauung' gegenüber 'dem ausschließlich somatischen' deutlich hervorgehoben“.[382] Entsprechend dazu blieb die NSDAP diesbezüglich zunächst „unentschieden und schwankend, um sich, spätestens im Jahr 1935, für die 'nordische' Rassenlehre und gegen die Annahme einer 'Deutschrasse' zu entscheiden“.[383] Letztere Theorie meinte „ein Bluts- und Gesittungsgefüge, das aus einem Zusammenspiel mehrerer Rassen“[384] bestehe und der zufolge nicht hätte geklärt werden können, „warum nicht auch 'Juden und Erbkranke' an der natürlichen Rassenassimilierung“ hätten teilhaben können.[385] Die „nordische“ Rassenlehre dagegen basierte auf dem von A. de Gobineau und H. S. Chamberlain am Ende des 19. Jahrhunderts propagierten nationalrassistischen Antisemitismus, der zu dem Schlagwort der „arischen Abstammung“ führte.[386]

Heideggers Position im Disput um die Rasse

Ungeachtet der parteipolitischen Entscheidungen blieb Heideggers Position in rassentheoretischen Fragen in jenem Zeitraum nach gegenwärtigem Kenntnisstand weitgehend konstant und lässt sich auf die von ihm selbst geprägte „kumulative Wendung“ (S. Kellerer) bringen: „'nicht nur' Blut, 'sondern auch' Geist“.[387] Im Wintersemester 1933/34 dozierte er in der Vorlesung Vom Wesen der Wahrheit auch einige Kernsätze zu diesem Verhältnis:

„„Blut und Boden sind zwar mächtig und notwendig, aber nicht hinreichende Bedingung für das Dasein eines Volkes. Andere Bedingungen sind Wissen und Geist, nicht als ein Nachtrag in einem Nebeneinander, sondern das Wissen bringt erst das Strömen des Blutes in eine Richtung und in eine Bahn, bringt erst den Boden in die Trächtigkeit dessen, was er zu tragen vermag; Wissen verschafft Adel auf dem Boden zum Austrag, was er zu tragen vermag.“[388]

Das findet eine Parallele bezüglich der Frage der Rasse: eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung für das Dasein eines Volkes.[389]

„Rasse — was eine notwendige und sich mittelbar aussprechende Bedingung des geschichtlichen Daseins ist (Geworfenheit), das wird zur einzigen und hinreichenden nicht nur verfälscht – son­dern zugleich als das, worüber gesprochen wird. Der 'Intellektua­lismus' dieser Haltung, das Unvermögen zu scheiden zwischen rassischer Erziehung und Theoretisieren über Rasse. Eine Bedin­gung wird zum Unbedingten aufgesteigert.[390]

Nach den in der Gesamtausgabe gemachten Angaben[391] nahm Heidegger den ersten Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung, den 30. Januar 1934, zum Anlass, in einem Widerwort zu dem Schriftsteller Erwin G. Kolbenheyer, der am Tag zuvor in Freiburg dazu gesprochen hatte, u. a. dessen ausschließliche Fixierung auf die Bedeutung des Biologismus und der Evolution zu kritisieren (s.u.), da „zum geschichtlichen Sein“ die „Entscheidung zu einem bestimmten Seinwollen und Schicksal – Einsatz des Handelns, Verantwortung im Ertragen und Durchhalten, Mut, Zuversicht, Glaube, Opferkraft“[392] gehöre. Der von Heidegger in seiner Selbstdarstellung nach 1945 erhobene Anspruch, sich damit vom Nationalsozialismus distanziert zu haben, wird aber mit diversen Argumenten zurückgewiesen.[393]

Heideggers Kritik am rein biologistischen Rassismus, auf die zahlreiche Gelehrte hinweisen[394], wird in der neueren Forschung als Ablehnung der pseudo-darwinistischen Elemente darin debattiert und erhält im Verhältnis zu diesbezüglichen Dogmen während der nationalsozialistischen Zeit eine relativierende Einordnung, der zufolge „der rassistische Antisemitismus als Kernelement der nationalsozialistischen Ideologie Biologisches und Seelisches stets in variablen Formen miteinander verquickte.“[395] In einem Brief an K. Bauch vom 30. Oktober 1936 äußert sich Heidegger zu der Entscheidung, neue Räume der Freiburger Universität durch den völkischen Maler Hans Adolf Bühler ausmalen zu lassen: „Ich fände es toll, wenn nun zu den gemalten Freiburger Dienstmännern noch eine an die Wände gepinselte Rassentheorie käme.“[396]

Der Konflikt mit Baeumler, Krieck, Rosenberg und Jaensch

Die vor allem dem Zweck einer nationalsozialistischen Universitätsreform dienende Gemeinschaft mit Baeumler und Krieck zerbrach um die Jahreswende 1933/34 (s.o.). Das wurde spätestens mit der Publikation des Artikels von Krieck öffentlich, in dem er über die heideggersche Philosophie äußerte, sie sei „ausgesprochener Atheismus und metaphysischer Nihilismus, wie er sonst vornehmlich von jüdischen Literaten bei uns vertreten worden ist“.[397] Der erst durch seine nationalsozialistische Gesinnung promovierte Aufsteiger Krieck hatte „reihenweise abfällige Artikel über prominente Geisteswissenschaftler“[398] verfasst und reagierte hier auf eine Laudatio, die der Mediävist und überzeugte Nazi Hans Naumann auf Heideggers Werke in der Zeitschrift Muttersprache mit dem Tenor gehalten hatte, sie seien die philosophische Vollendung des germanischen Mythos.[399]

Auch von anderer Seite wurde Heidegger heftig angegriffen: das von Walter Groß im Februar 1934 bei Jaensch angefragte Gutachten (s.o.), das dieser auch Krieck geschickt hatte, diente auf dessen Drängen dazu, Rosenberg zu veranlassen, es dafür zu benutzen, Heidegger als Leiter der Preußischen Dozentenakademie zu verhindern. Das Jaensch-Gutachten war „ein Produkt unglaublichen Pamphletierens, nicht zu überbieten die Primitivität des Argumentierens, der Herabwürdigung von Persönlichkeit und Philosophie Heideggers: Eine Berufung Heideggers zum Leiter der Akademie käme einer Katastrophe gleich.“[400] Jaensch schrieb darin u.a. Heidegger sei „von Juden, Halbjuden und Vertretern neuscholastischer, ausgeprägt katholischer Weltanschauung“ hochgelobt worden.[401] Der Plan einer Dozentenakademie zerschlug sich bald und Baeumler, Krieck und Jaensch – letzterer Vertreter einer biologistischen Typenlehre[402] – blieben weiterhin Gegner, da sie „ihn nicht als den 'Philosophen des Nationalsozialismus' gelten lassen wollten.“[403]

Äußerungen zum Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie schon während des Ersten Weltkrieges und der 1920er Jahre verfasste Heidegger auch in der NS-Zeit diverse Texte, die später den Anlass zur Debatte gegeben haben, ob er Antisemit war. Die Debatte erhielt 2014 durch die Publikation der sogenannten Schwarzen Hefte und eines unveröffentlichten Zitates aus der Vorlesung „Geschichte des Seyns“ eine neue Dimension. Eine diesbezüglich relevante Notiz findet sich auch nach dem Ende der NS-Herrschaft.

„Weltjudentum“

Bereits aus dem Jahr 1932 ist eine Bemerkung überliefert, die bis zur Publikation der Schwarzen Hefte eher isoliert erschien, durch Notizen darin dann aber einige Bestätigung erhielt. In einem Gespräch mit Karl Jaspers, in dem dieser „über den bösartigen Unsinn der Weisen von Zion“ sprach, habe ihm Heidegger geantwortet: „Es gibt doch eine gefährliche internationale Verbindung der Juden.“[404] Diese Bemerkung wird inzwischen in einem Kontext mit Heideggers Aussagen zum „Weltjudentum“ in den Schwarzen Heften gelesen.[405] Denn, so legt P. Trawny dar, mit „dieser weit verbreiteten Tendenz, den Juden eine heimatlose bzw. kosmopolitische Lebensweise zuzuschreiben, tritt der Feind auf, der auf internationaler Ebene ungreifbar Krieg führt“. So heißt es einmal bei Heidegger:

„Das Weltjudentum, aufgestachelt durch die aus Deutschland herausgelassenen Emigranten, ist überall unfaßbar und braucht sich bei aller Machtentfaltung nirgends an kriegerischen Handlungen zu beteiligen, wogegen uns nur bleibt, das beste Blut der Besten des eigenen Volkes zu opfern.[406]

Das „Weltjudentum“ oder das „internationale Judentum“ erscheint zudem in dem „Phantasma einer internationalen jüdischen Verschwörung“ (D. F. Krell), indem es die bolschewistische Sowjetunion wie auch NS-Deutschland manipuliere.[407] In einer der Überlegungen der Schwarzen Hefte heißt es dazu: „die imperialistisch-kriegerische und die menschheitlich-pazifistische Denkweise“ - also sowohl die Denkweise der totalitären Staaten wie die der Demokratien - gehören der Metaphysik an, und „daher kann sich auch beider das internationale Judentum bedienen, die eine als Mittel für die andere ausrufen und bewerkstelligen - diese machenschaftliche 'Geschichts'-mache verstrickt alle Mitspieler gleichermaßen in ihre Netze.“[408] Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, im November 1939, spricht Heidegger in einem Brief noch von einem anderen Krieg: „Ich glaube, wir sind erst am Anfang dessen, was uns dieser unsichtbare Krieg bringen wird“. Durch Vergleiche mit einschlägigen Texten bezeichnet S. Kellerer diesen Begriff als einen vom Nationalsozialismus übernommenen „Gemeinplatz des Antisemitismus“, da es sich um die Art des Krieges handele, die dem „Weltjudentum“ zugeschrieben worden sei.[409]

Die Rolle des Weltjudentums, so notiert es Heidegger 1940, sei jedoch „keine rassische, sondern die metaphysische Frage nach der Art von Menschentümlichkeit, die schlechthin ungebunden die Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein als ‚weltgeschichtliche‘ Aufgabe übernehmen kann.“[410] In ebenfalls privaten Aufzeichnungen der Jahre 1938-40, erst 1998 publiziert und „Geschichte des Seyns“ genannt, äußert sich Heidegger zum Wesen der Verbrecher, die er „planetarische Hauptverbrecher“ nennt, wobei er zunächst das „Planetarische“ definiert.

„Das 'Planetarische' meint den Bezug des Machtwesens auf das Ganze der Erde, so zwar, daß dieser Bezug nicht Ergebnis einer Ausweitung ist, sondern der Beginn einer eigenartigen Erdherrschaft.[411]

Umstritten ist der folgende Absatz, weil in den ersten beiden Auflagen des Bandes der Satz daraus gestrichen wurde, in dem von der „Vorbestimmung der Judenschaft für das planetarische Verbrechertum“ die Rede ist, was erst in der dritten Auflage, 2015, wieder eingefügt wurde (s.u.):

„Die planetarischen Hauptverbrecher sind sich ihrem Wesen nach zufolge ihrer unbedingten Knechtschaft gegenüber der unbedingten Ermächtigung der Macht völlig gleich. Historisch bedingte und als Vordergrund sich breitmachende Unterschiede dienen nur dazu, das Verbrechertum ins Harmlose zu verkleiden und gar noch sein Vollbringen als ‚moralisch‘ notwendig im ‚Interesse‘ der Menschheit darzutun. Zu fragen wäre allerdings, worin die eigentümliche Vorbestimmung der Judenschaft für das planetarische Verbrechertum begründet ist. Die planetarischen Hauptverbrecher der neuesten Neuzeit, in der sie erst möglich und notwendig werden, lassen sich gerade an den Fingern einer Hand abzählen.[412]

In seiner ursprünglichen Deutung, so argumentiert der Herausgeber der ersten Auflage, P. Trawny, habe er die „Judenschaft“ in dem gestrichenen Satz als Opfer des „planetarischen Verbrechertums“ gesehen, welches dagegen von Hitler und Stalin repräsentiert werde. Im Jahr 2014, nach der Veröffentlichung der u.a. auch von ihm als antisemitisch gewerteten Zitate der Schwarzen Hefte, machte Trawny den gestrichenen Satz bekannt und räumte eine zweite Lesart ein, nach der nun auch die „Judenschaft“ selbst als „Verbrecher“ in dem Zitat infrage kommt, was durch eine Aussage bekräftigt werde, in der Heidegger vom Grauen der „bolschewistischen Mordkeller“ gemäß Berichten darüber spricht, wobei, so Trawny, Heidegger meinte, „dass das ‚Weltjudentum‘ die Schlüsselpositionen der Bolschewisten besetze.“[413] Auch Th. Kisiel plädiert dafür, dass Hitler und Stalin wie auch „eine weltweite jüdische Kabale (…), die hinter den Kulissen arbeitet“ als „planetarische Hauptverbrecher“ infrage kommen.[414] Dagegen wurde eingewendet, dass „klar sein“ dürfte, „daß Heidegger hier dem Judentum zuspricht, für das planetarische Verbrechertum vorbestimmt gewesen zu sein, also selbst als Hauptverbrecher aufzutreten.“ Heidegger habe Juden damit „in perfider Weise“ als solche betrachtet, wofür auch sein Satz von „der Macht des überall unfaßbaren Weltjudentums“ spreche.[415]

Innerer Feind des Volkes

In der Vorlesung „Vom Wesen der Wahrheit“, im Wintersemester 1933/34 gehalten, doziert Heidegger bezüglich des Fragmentes 53 von Heraklit über den Kampf, den er im Sinne des Krieges, polemos, verstanden wissen will, gibt eine Definition des Feindes eines Volkes und hebt dessen Notwendigkeit hervor:

„Feind ist derjenige und jeder, von dem eine wesentliche Bedrohung des Daseins des Volkes und seiner Einzelnen ausgeht. Der Feind braucht nicht der äußere zu sein, und der äußere ist nicht einmal immer der gefährlichere. Und es kann so aussehen, als sei kein Feind da. Dann ist die Grunderfordernis, den Feind zu finden, ins Licht zu stellen oder gar erst zu schaffen, damit dieses Stehen gegen den Feind geschehe und das Dasein nicht stumpf werde. Der Feind kann in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes sich festgesetzt haben und dessen eigenem Wesen sich entgegenstellen und zuwiderhandeln. Um so schärfer und härter und schwerer ist der Kampf, denn dieser besteht ja nur zum geringsten Teil im Gegeneinanderschlagen; oft weit schwieriger und langwieriger ist es, den Feind als solchen zu erspähen, ihn zur Entfaltung zu bringen, ihm gegenüber sich nichts vorzumachen, sich angriffsfertig zu halten, die ständige Bereitschaft zu pflegen und zu steigern und den Angriff auf weite Sicht mit dem Ziel der völligen Vernichtung anzusetzen.“

Diese heideggerssche Definition des inneren Feindes eines Volkes und das Ziel, „auf weite Sicht“, der völligen Vernichtung werden ganz überwiegend als Rassismus oder speziell als Antisemitismus gewertet.[416] Denn ohne „explizit auf die Juden bezogen zu sein“, werden darin „zentrale Denkfiguren des antiassimilatorischen Antisemitismus“ reproduziert, die „im Herbst 1933 entsprechend verstanden worden sein dürften“.[417] Mit dem Feind „in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes“ sei, im Sinn der Lingua Tertii Imperii, der „Parasit“[418] gemeint, und diesen „zu finden, ins Licht zu stellen“, entspreche dem, „was der Gestapo als neue Mission anvertraut war: der Gegnerforschung.“[419] In der Bejahung dessen, dass der wahre Feind im Inneren des Volkes liege, folge er Hitler, und die Befürwortung, diesen Feind erst zu schaffen, sei „atemraubender Zynismus“.[420] Eingedenk der „antisemitischen Ahnenforschung der jüdisch-christlichen Verdeckung des griechischen Wahrheitsbegriffes gemäß Heidegger“ sei es ausgeschlossen, dass jene Zitate für ihn ein Missgeschick gewesen seien. „Im Kontext des Jahres 1933/34 musste Heidegger klar sein, was er tat, indem er so sprach: er hetzte.“ Er zeige sich hier als „Erz-Nazi“, der „ohne den geringsten äußersten Zwang bei seiner eigensten Tätigkeit (…) zur völligen Vernichtung eines sich parasitär im Dasein des Volkes festsetzenden Feindes aufruft.“[421]

Jüdische „Bodenlosigkeit“, „leere Rationalität“ und „Geldmacherei“

Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung in Yad Vashem, 2007

In derselben Vorlesung, das „Wesen der Wahrheit“, definierte Heidegger das Dasein des Volkes in Bezug auf die Begriffe Blut und Boden und Wissen und Geist: „Blut und Boden sind zwar mächtig und notwendig, aber nicht hinreichende Bedingung für das Dasein eines Volkes. Andere Bedingungen sind Wissen und Geist, nicht als ein Nachtrag in einem Nebeneinander, sondern das Wissen bringt erst das Strömen des Blutes in eine Richtung und in eine Bahn, bringt erst den Boden in die Trächtigkeit dessen, was er zu tragen vermag; Wissen verschafft Adel auf dem Boden zum Austrag, was er zu tragen vermag.“[422] „Blut und Rasse werden zu Trägern der Geschichte“[423] klinge wie Propaganda.[424]

Dagegen wird in den Schwarzen Heften die „Bodenlosigkeit“ gesetzt, die explizit als „Judentum“ benannt wird, und die statt des „Seyns“ die leere Berechnung betreibe:

„Sobald das Geschichtslose sich ‚durchgesetzt‘ hat, beginnt die Zügellosigkeit des ‚Historismus‘ –, das Bodenlose in den verschiedensten und gegensätzlichsten Gestalten gerät – ohne sich als gleichen Unwesens zu erkennen – in die äußerste Feindschaft und Zerstörungssucht. Und vielleicht ‚siegt‘ in diesem ‚Kampf‘, in dem um die Ziellosigkeit schlechthin gekämpft wird und der daher nur das Zerrbild des ‚Kampfes‘ sein kann, die größere Bodenlosigkeit, die an nichts gebunden, alles sich dienstbar macht (das Judentum). Aber der eigentliche Sieg, der Sieg der Geschichte über das Geschichtslose, wird nur dort errungen, wo das Bodenlose sich selbst ausschließt, weil es das Seyn nicht wagt, sondern immer nur mit dem Seienden rechnet und seine Berechnungen als das Wirkliche setzt. […] Eine der verstecktesten Gestalten des Riesigen und vielleicht die älteste ist die zähe Geschicklichkeit des Rechnens und Schiebens und Durcheinandermischens, wodurch die Weltlosigkeit des Judentums gegründet wird.[425]

Die Kritik an diesem Satz von 1937 sieht darin überwiegend den Typus des „Schacherjuden“, der „in jedem Antisemitismus eine der vertrautesten Figuren des Judentums repräsentiert“. In der Verteidigung des Philosophen wird dagegen die „zähe Geschicklichkeit des Berechnens, des Schiebens und des Durcheinandermischens“ auch als höchstens „kultureller Antisemitismus“ bewertet, als eine „Art des Zugeständnisses an den Zeitgeist.“[426] Doch noch in einer anderen Notiz der Schwarzen Hefte konnotiert Heidegger das Judentum mit dem Berechnenden, das die Macht der Juden steigere, wobei er zu den letzteren auch den 1886 zum Christentum konvertierten Edmund Husserl zählt:

„Die zeitweilige Machtsteigerung des Judentums aber hat darin ihren Grund, dass die Metaphysik des Abendlandes, zumal in ihrer neuzeitlichen Entfaltung, die Ansatzstelle bot für das Sichbreitmachen einer sonst leeren Rationalität und Rechenfähigkeit, die sich auf solchem Wege eine Unterkunft im 'Geist' verschaffte, ohne die verborgenen Entscheidungsbezirke von sich aus je fassen zu können. Je ursprünglicher und angfänglicher die künftigen Entscheidungen und Fragen werden, um so unzugänglicher bleiben sie dieser 'Rasse.' (So ist Husserls Schrift zur phänomenologischen Betrachtung unter Absetzung gegen die psychologische Erklärung und historische Verrechnung von Meinungen von bleibender Wichtigkeit – und dennoch reicht sie nirgends in die Bezirke wesentlicher Entscheidungen …)[427]

Und schon am 22. Mai. 1922 hatte Heidegger privat geschrieben (publiziert erst 2013): Diese Juden schrecken vor lauter Geldmacherei vor nichts zurück“. Auch diese Aussage, sagt S. Kellerer, füge sich „ein in die Reihe der inzwischen bekannten zahlreichen antisemitischen Äußerungen Heideggers, die längst nicht mehr, d.h. nicht erst seit der (…) Diskussion um die Schwarzen Hefte als Gelegenheitsäußerungen eines ‚antijudaischen Ressentiments‘ abgetan werden können.“[428] Als Resümee der Zitate zu „Juden und Schiebern“ (1920, s.o.), zum „Rechnen und Schieben“ von Juden und zu ihrer „leeren Rationalität und Rechenfähigkeit“[429] sieht der Herausgeber der Schwarzen Hefte darin einen von drei Typen des Antisemitismus bei Heidegger, den dieser „philosophisch erschreckend weit ausinterpretiere.“[430]

Gemäß S. Vietta dagegen habe Heidegger in Juden zwar den „‚rechnenden Geist‘ am Werk gesehen“, doch „dabei völlig übersehen, dass Juden in bestimmte Berufe gedrängt worden seien.“ Daher sei seine Kritik „Zivilisationskritik, kein Rassismus.“[979] Das erhält eine gewisse Bestätigung durch Heideggers Widerspruch zu Rosenberg, in seinem „zweiten Hauptwerk“[431] geäußert, Beiträge zur Philosophie, das zwischen 1936 und 1938 verfasst, jedoch erst 2003 veröffentlicht wurde. Rosenbergs schlichte und für Heideggers Denken inakzeptable Teilung in einen technischen Geist der nordischen Rasse und einen spekulativen jüdischen Geist[432] wird darin mit harschen Worten zurückgewiesen:

„Der reine Blödsinn zu sagen, das experimentelle Forschen sei nordisch-germanisch und das rationale dagegen fremdartig! Wir müssen uns dann schon entschließen, Newton und Leibniz zu den ‚Juden‘ zu zählen.[433]

Lingua Tertii Imperii

Wie schon in der Rektoratsrede (s.o.) verwendete Heidegger auch in anderen Texten „ideologische Signalwörter“, teils noch „aus der soldatischen Kampfsprache, aus der Propagierung einer autoritär gedachten Gemeinschaftslehre und aus dem großen Vorrat tradierter nationaler Wertbegriffe“[434], dann aber auch Begriffe der Sprache des Nationalsozialismus, Lingua Tertii Imperii, wobei „es sich hier nicht um bloße 'Einsprengsel' oder gar vollkommene Fremdwörter in der heideggerschen Sprache“[435] handelte. Die Forschung thematisiert neben „Weltjudentum“ noch weitere Begriffe.

„Rasseprinzip“, „Entrassung“ „Rassenpflege“

In einer Notiz der Überlegungen der „Schwarzen Hefte“ schreibt Heidegger „den Juden“ das „Rasseprinzip“ zu und verwendet den aus Hitlers Mein Kampf stammenden Begriff „Entrassung“.[436]

„Die Juden ‚leben‘ bei ihrer betont rechnerischen Begabung am längsten schon nach dem Rasseprinzip, weshalb sie sich auch am heftigsten gegen die uneingeschränkte Anwendung zur Wehr setzten. Die Einrichtung der rassischen Aufzucht entstammt nicht dem Leben selbst, sondern der Übermächtigung des Lebens durch die Machenschaft. Was diese mit solcher Planung betreibt, ist eine vollständige Entrassung der Völker durch die Einspannung derselben in die gleich gebaute und gleichschnittige Einrichtung alles Seienden. Mit der Entrassung geht eine Selbstentfremdung der Völker ineins – der Verlust der Geschichte – d. h. der Entscheidungsbezirke zum Seyn.[437]

Aufgrund der Datierung auf 1939 kurz vor den Zweiten Weltkrieg werden als Hintergrund für diese Aussage die Nürnberger Gesetze von 1935, die Pogromnacht vom 9. November 1938, die Brandstiftung in der Freiburger Synagoge am Morgen darauf und schließlich die Deportation von jüdischen Bewohnern Freiburgs in das Konzentrationslager Dachau und das Internierungslager Gurs betrachtet.[438] Eingedenk dieser öffentlichen gewalttätigen Maßnahmen gegen jüdisches Leben in Deutschland fragt P. Trawny: „Ist es möglich, dass Heidegger mit der 'uneingeschränkten Anwendung' des 'Rasseprinzips' die Gewalt meint?“ und folgert: „die Erfindung des Rassedenkens wird seinsgeschichtlich kontextualisiert“.[439] Das Zitat belege bei Heidegger einen Typus des Antisemitismus, der als 'rassisch' oder 'rassistisch' bezeichnet werden könne.[440] Auch „verschwörungstheoretische Züge“ mit Juden als den Beförderern der Seinsverlassenheit wurden in dem Zitat erkannt.[441] Im Widerspruch dazu wird aber darauf hingewiesen, dass die Notiz „im Kontext der Kritik an der 'Machenschaft'“ formuliert sei. Heidegger „kritisiert also nicht Juden an sich oder als Rasse, sondern in bestimmten zivilisatorischen Funk­tionsabläufen. Im Gegensatz zum Rassismus erkennt und brandmarkt Heidegger das Rassedenken selbst als eine Form der 'Machenschaft'.“[442]

In den „Beilagen zu: Koinon“ – aus den Aufzeichnungen Die Geschichte des Seyns, zwischen 1938 und 1940 verfasst, doch erst 1998 publiziert – heißt es: „Die Rassenpflege ist eine notwendige Maßnahme, zu der das Ende der Neuzeit drängt. Ihr entspricht die schon im Wesen der ‚Kultur‘ vorgezeichnete Einspannung dieser in eine ‚Kulturpolitik‘, die selbst nur Mittel der Machtermächtigung bleibt.“[443] Dagegen wiederum einschränkend sei der „Rassegedanke“, so Heidegger in den Aufzeichnungen „Zu Ernst Jünger“ von 1939/1940, „nur auf dem Boden der Subjektivität möglich“, ein „technisch-subjektivitätsmäßiger Begriff“[444]

„Nicht-Arier“, „arische Abstammung“, „Halbjude“

Auch die rassenideologischen NS-Termini „Nichtarier“, „nicht-arische Abstammung“ und „arische Abstammung“ fanden Eingang in Heideggers Vokabular. So ließ er als Rektor in der Freiburger Studentenzeitung verlautbaren, was das GWB vorschreibe:

„Jüdische Studierende obiger Anordnung sind Studierende nicht-arischer Abstammung im Sinne des § 3 der 1. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 11. April 1933. Das Verbot der Gewährung von Vergünstigungen findet also auch auf solche Studierende nichtarischer Abstammung Anwendung, die aus Ehen stammen, bei denen ein Elternteil und zwei Großeltern arischer Abstammung sind und deren Väter im Weltkriege an der Front für das Deutsche Reich und seine Verbündeten gekämpft haben. Von dem Verbot ausgenommen sind nur solche Studierende nicht-arischer Abstammung, die selbst Frontkämpfer gewesen sind oder deren Väter im Weltkriege auf deutscher Seite gefallen sind. Der Rektor.[445]

Ähnlich in einem Brief an die Dekane der Freiburger Universität, in dem Heidegger zu Unterschriften für das Bekenntnis der deutschen Wissenschaftler für Adolf Hitler aufrief und, wie vor ihm schon der NSLB-Funktionär Arthur Göpfert, der Organisator der Leipziger Veranstaltung (s.o.), noch hinzufügte: „Es bedarf keines besonderen Hinweises, dass Nichtarier auf dem Unterschriftenblatt nicht erschienen sollen.“[446] Unter anderem wegen dieser Einschränkung verweigerten Gerhard Ritter und andere Freiburger Professoren ihre Unterschriften.[447] Nach seinem Rücktritt als Rektor beklagt Heidegger am 7. Februar 1935 in einem Brief an Kurt Bauch, dass „für die nächsten Jahrzehnte an den Universitäten und durch sie nichts mehr entschieden“ werde, sie der „Selbstvernichtung“ entgegen gehen und überdies jene fehlen würden, die sich für den Nationalsozialismus einsetzen.

„Zwar kenne ich Ihr 'Publikum' nicht; aber ich fürchte, auch Sie lesen und mühen sich ab vor jenen, die von vornherein gewillt sind, nicht für den Nationalsozialismus zu arbeiten – Versprengte Juden, Halbjuden, sonst Mißglückte, Jesuiten und Schwarze in Laiengestalt und einige Schöngeister. – Aber vielleicht ist es ein Irrtum zu meinen, es gebe außerdem noch Etwas, was eine rechte Hörerschaft darstellen könnte.[448]

Der von Heidegger hier bereits Anfang 1935 verwendete Begriff „Halbjude“, der, wie C. Schmitz-Berning darlegt, auf den „fanatischen Antisemiten Eugen Dühring“ zurückging, kam auch in den Nürnberger Gesetzen vom September und dem einschlägigen Zusatz der Ersten Verordnung vom 14. November 1935 selbst nicht vor (dort heißt es „jüdischer Mischling“) und war im Duden erst ab der Auflage von 1941 verzeichnet.[449] Und S. Kellerer weist darauf hin, dass „Heideggers antisemitische und rassistische Andeutungen“ seinen Briefpartner Bauch aufgrund einer ähnlichen Geisteshaltung nicht gestört haben dürften.[450] Mit der Bemerkung gegenüber Bauch habe Heidegger zudem „unverblümt verraten“, was er von „'jüdischer' Intelligenz“ halte, so D. Thomä.[451] Im selben Jahr äußerte Heidegger in einer Vorlesung aber auch, dass, wenn Spinozas Philosophie jüdisch sei, dasselbe auch für die Philosophie von Leibniz bis Hegel gelte.[452]

„Geist der Rachsucht“

Nach dem Zweiten Weltkrieg, gegen Ende der US-amerikanischen Aufklärung der deutschen Bevölkerung über die nationalsozialistischen Verbrechen[453], beklagt Heidegger 1948 eine „Rachsucht“, deren Ziel es sei, „die Deutschen geistig und geschichtlich auszulöschen.“ Es folgt: „Man mache sich nichts vor. Ein alter Geist der Rache geht um die Erde“, wo aber gerade „der Deutsche allein (…) das Sein ursprünglich neu dichten und sagen“ könne.[454] Gemäß der Exegese von Donatella di Cesare[455], spricht Heidegger in dem Zitat vom Judentum als alttestamentarischer Religion der Vergeltung. Auch Ch. Fuchs, T. Fischer, M. N. Lorenz, E. Blum und S. Kellerer folgen der Deutung der spezifisch „jüdischen 'Rachsucht'“ in dem Zitat.[456] S. Kellerer verweist in diesem Kontext zudem darauf, dass Heidegger in einem Brief vom 23. Juni 1949 an Ernst Jünger „mit Blick auf einen 'jüdischen Emigranten' warnt: 'Wir dürfen der fortbestehenden aber inzwischen schlauer gewordenen Rachsucht nicht das letzte zum Fraß vorwerfen: wir müssen im eigentlichen unangreifbar bleiben.'“[457]

Zum Verhältnis zu Edmund Husserl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmund Husserl (1900)

Heideggers Lehrer und Vorgänger auf dem Freiburger Lehrstuhl für Philosophie, der 1886 vom Judentum zum Christentum konvertierte Edmund Husserl, wurde am 6. April 1933 durch Robert Wagners „Judenerlass“ als Professor der Freiburger Universität vom Rektor Joseph Sauer beurlaubt, was er als größte Kränkung seines Lebens empfand.[458] Nach dem „Frontkämpferprivileg“ im tags darauf erlassenen GWB war Wagners Erlass in diesem Punkt aber sofort überholt, und so hob der badische Kultusminister Wacker die Beurlaubung am 28. April 1933 wieder auf (s.o.).

Am Tag darauf schrieb Elfride Heidegger an Husserls Ehefrau Malvine, auch in Heideggers Namen, und dankte den Husserls für die „Güte und Freundlichkeit“ seit 1918 und für die „Opferbereitschaft“ ihrer Söhne – der jüngere war im Ersten Weltkrieg vor Verdun gefallen, der ältere, der spätere Rechtsprofessor Gerhart Husserl, war ebenfalls aus „rassischen“ Gründen aus dem Universitätsdienst entlassen worden, obgleich auch er unter das „Frontkämpferprivileg“ fiel. Heideggers Ehefrau sah deshalb darin einen bloßen Übergriff untergeordneter Stellen und sagte, es sei „im Sinne dieses neuen (harten, vom deutschen Standpunkt vernünftigen) Gesetzes, wenn wir uns bedingungslos und in aufrichtiger Ehrfurcht zu denen bekennen, die sich in der Stunde der höchsten Not auch durch die Tat zu unserem deutschen Volk bekannt haben.“[459] In einem Antwortbrief erklärte Malvine Husserl nach kurzem Dank „die Beziehung zwischen den beiden Familien für beendet.“[460] Ab dem Sommer 1933 hätte Husserl (bis zu den Nürnberger Gesetzen 1935) zwar wieder Vorlesungen halten können, wollte es unter diesen Umständen aber nicht.[461]

Etappen der Distanzierung

Im Jahr 1927 hatte Heidegger seinem einstigen Lehrer Husserl zwar sein Hauptwerk Sein und Zeit „in Verehrung und Freundschaft“ gewidmet, doch hatte bereits eine Distanzierung stattgefunden.[462] Schon vier Jahre zuvor hatte er an Jaspers geschrieben: „Husserl ist gänzlich aus dem Leim geraten – wenn er überhaupt je ‚drin‘ war – was mir in der letzten Zeit immer fraglicher geworden ist – er pendelt hin und her und sagt Trivialitäten, dass es einen erbarmen möchte. Er lebt von der Mission des ‚Begründers der Phänomenologie‘. Kein Mensch weiß, was das ist …“[463] Seit Heideggers Übernahme des Lehrstuhls von Husserl in Freiburg, 1928, löste sich das enge kollegial-freundschaftliche Verhältnis zwischen beiden auch sichtlich auf und begrenzte sich auf seltene Begegnungen. Husserl zum Jahr 1928:

„„Unser Verkehr nach Antritt seiner Stelle dauerte etwa zwei Monate lang, dann war er, in aller Friedlichhkeit vorbei. Er entzog sich auf einfachste Weise jeder Möglichkeit wissenschaftlicher Aussprache, offenbar für ihn eine unnötige, unerwünschte, unbehagliche Sache. – Ich sehe ihn alle paar Monate einmal.“[464]

In einem Brief an seinen Schüler Dietrich Mahnke vom 4. Mai 1933 bezeichnete Husserl dann Heideggers „(ganz theatralisch) am 1. Mai öffentlich vollzogenene[n] Eintritt in die nationalsozialistische Partei“ als „Abschluss einer vermeintlichen philosophischen Seelenfreundschaft“.[465] Heidegger habe ihn von seinen Schülern am schwersten enttäuscht. Husserl nannte Heidegger nun explizit einen Antisemiten, dessen Einstellung auch gegenüber seinen jüdischen Schülern und Fakultätskollegen „in den letzten Jahren immer stärker zum Ausdruck“ gekommen sei. In dem Brief datierte Husserl den Abbruch der Beziehungen zu Heidegger erneut auf 1928 und sprach die Initiative dafür Heidegger zu:

„Vorausgegangen ist der von ihm vollzogene Abbruch des Verkehrs mit mir (und schon bald nach seiner Berufung) und in den letzten Jahren sein immer stärker zum Ausdruck kommender Antisemitismus – auch gegenüber seiner Gruppe begeisterter jüdischer Schüler und in der Fakultät. Das zu überwinden war ein schweres Stück. (…) Was aber die letzten Monate und Wochen brachten, das war die tiefsten Wurzeln meines Daseins angreifend.[466]

Den Vorhalt, dass Heidegger es war, der den Kontakt abgebrochen habe, und dass er Husserl zudem im April 1933 den Zutritt zur Universitätsbibliothek verboten habe, wie ihm später von anderer Seite vorgeworfen wurde, wies Heidegger 1966 zurück. Er erklärte die Distanz zu Husserl mit rein philosophisch-sachlichen Streitigkeiten und nannte die Behauptung bezüglich des Verbotes eine „Verleumdung“.[467] Für diese in der Forschung gelegentlich wiedergegebene Behauptung gibt es tatsächlich keine Belege, und Husserl erhielt bis zu seinem Tod 1938 die Liste der Neuanschaffungen der Bibliothek und nutzte sie für Notizen.[468] Den direkten persönlichen Kontakt zu Husserl vermied Heidegger aber seit der Beurlaubung.[469]

Mit der Bemerkung in den Schwarzen Heften, Husserls Schrift zur phänomenologischen Betrachtung reiche „nirgends in die Bezirke wesentlicher Entscheidungen“, werde im Kontext der von Heidegger zugleich behaupteten „leeren Rationalität“ und „Rechenfähigkeit“ des Judentums (s.u.) kenntlich, so P. Trawny, dass Heideggers Angriff gegen Husserls Phänomenologie auch eine antisemitische Dimension gehabt habe.[470] Die 1935, jedoch noch vor den Nürnberger Rassengesetzen, mit denen auch Husserl zur „universitären 'Unperson'“[471] wurde, herausgekommene vierte Auflage von Heideggers Sein und Zeit trug zwar weiterhin die Widmung an Husserl, doch 1941 fehlte sie dann – ob auf Heideggers Initiative oder auf Wunsch seines Verlegers Niemeyer, ist umstritten – wobei Heidegger auf dem Abdruck der Fußnote auf Seite 38 bestand, wo er seinem Lehrer dankte.[472] Im Vollzug der Rassengesetze vom September 1935 fehlte im Vorlesungsverzeichnis Husserls Name ab dem Sommersemester 1936. Auch ein Gedenken zum Tod von Husserl im April 1938 gab es von seiten der Universität nicht. „Dieser Tilgung des Gedächtnisses schloss sich Heidegger an, zumindest unterwarf er sich der Auflage“, so H. Ott, der fortfährt: „Es hatte Zeichen-Charakter, hatte Signalwirkung“.[473]

Heidegger erklärte später seine Reue darüber, Husserl nicht besucht zu haben, als dieser im Sterben lag. Der Grund sei seine Scham und Ohnmacht gegenüber der Judenverfolgung gewesen. Er bat Malvine Husserl zu ihrem 90. Geburtstag am 6. März 1950 für dieses „Versäumnis“ um Entschuldigung, mit einem Blumengruß und dem Brieftext: „Ich bitte Sie an diesem Tage, mir das menschliche Versagen, dem ich beim Heimgang Ihres Mannes anheimfiel, aus der weisen Güte Ihres Herzens zu verzeihen.“[474]

Weitere Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Aktivitäten und Aussagen (1934–1936)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt vom Amt des Rektors und auch nach der Zäsur der offen durchgeführten staatlichen Morde im Verlauf des von den NS-Führern behaupteten Röhm-Putsches vom Ende Juni, Anfang Juli 1934 setzte Heidegger seine Parteinahme für Hitler und für den Nationalsozialismus in der Öffentlichkeit auf diversen Ebenen bis mindestens 1936 fort, sei es im Völkischen Beobachter, sei es im Ausschuss für Rechtsphilosophie oder in Vorlesungen und Seminaren an der Freiburger Universität. Seine universitätspolitischen Ambitionen im NS-Staat fanden ihren Ausdruck in Reden als Referent an der von Goebbels' Propagandaministerium geleiteten Deutschen Hochschule für Politik und in seinem Engagement für eine nationalsozialistische Dozentenakademie.

Der Plan einer NS-Dozentenakademie

Noch während des Rektorats, im September 1933, sollte Heidegger „aus staatspolitischen Erwägungen“[475] zum Leiter einer geplanten nationalsozialistischen Dozentenakademie berufen werden, was der Staatssekretär im Preußischen Ministerium für Wissenschaft und Erziehung, Wilhelm Stuckart, in einem Brief als eine Berufung ankündigte, mit der „ein besonderer politischer Auftrag verbunden“ wäre.[476] Am 8. September fuhr Heidegger deshalb nach Berlin, wurde dort aber nur von einem Ministerialrat empfangen und nicht zu höheren Stellen vorgelassen („man hat mich nicht gerufen“), wodurch er offenbar gekränkt war. Er habe sich gefragt, „ob ein höherer Wille hinter dem Ganzen stehe“ – R. Mehring: „Das zielt wohl auf Hitler“[477] – und kehrte unverrichteter Dinge zurück.[478]

Nach dem Rektorat bat Stuckart aber noch einmal im August 1934 darum, dass ihm Heidegger und andere Professoren ihre Konzeptionen für eine solche zu schaffende nationalsozialistische Dozentenakademie mitteilten. Die Zielsetzung dieser Schule war die „'Heranbildung der jungen Hochschullehrer zu Wissenschaftlern und Erziehern im nationalsozialistischen Geist' und die 'politische Willensbildung des akademischen Nachwuchses'“.[479] Heidegger kam dem Anliegen am 28. August 1934 mit einem sechsseitigen Kommentar nach[480], in dem er sich „mit der Konzeption weitgehend identifiziert“.[481] Er forderte ein „Umdenken der bisherigen Wissenschaft aus den Fragerichtungen und Kräften des Nationalsozialismus“ und „Einsatzbereites Wissen um die künftige Universität als erzieherischer Lebensgemeinschaft aus geschlossener Weltanschauung.“[482] Und unter Punkt 4:

„Die Dozentenschule muss eine ständige Einrichtung werden. Denn sie wird auch dann nicht überflüssig, wenn einmal die künftigen Lehrer durch die nationalsozialistische höhere Schule, Hitler-Jugend, Arbeitsdienst und sogar durch eine nationalsozialistische Universität erzogen sind.[483]

Zur weltanschaulichen Qualifikation des dort auszubildenden Lehrpersonals:

„Die „Leiter und Lehrer (…) müssen 'Nationalsozialisten' gerade für ihre eigenste Aufgabe sein. Es genügt nicht, daß sie politisch zuverlässige Männer sind und dabei ihr Fach ganz ordentlich vertreten, sondern sie müssen imstande sein, als Nationalsozialisten des Geistes die Revolution der Wissenschaft von innenher vorzubereiten.“[484]

Ein „Wandel“ komme nur „durch neuerzogene Universitätslehrer.“[485] War Heidegger zu Beginn des Jahres 1934 noch der aussichtsreichste Kandidat[486], so war die Aussicht darauf, dass er fortan die Philosophen ausbilden könnte, der Anlass für Krieck, am 14. Februar 1934 das Gutachten von Jaensch zu benutzen (s.o.)[487] und mit Baeumler eine Front gegen ihn zu bilden. Heidegger wurde schließlich von der Liste der möglichen Kandidaten des Direktorenamtes genommen, und der gesamte Plan der Dozentenakademie wurde nicht verwirklicht.[488]

Dozent der gleichgeschaltenen Deutschen Hochschule für Politik

Nach der „Gleichschaltung“ der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin durch das Reichspropagandaministerium im Mai 1933 wurden dort „Themen wie Propaganda, Wehrpolitik, Rassenkunde und Rassenpflege“ aufgenommen, und „unter der Maxime der Schulung von 'Führern' wurden Kurse für die SA und HJ, für die NS-Frauenschaft und die Fortbildung von Lehrern in der 'nationalpolitischen Pädagogik' durchgeführt.“[489] Während jüdische Dozenten wie Albert Salomon und Regimegegner wie die Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer die Hochschule verlassen mussten, trat eine Schar von NS-Größen an: im Wintersemester 1933/34, noch während seines Rektorates, war Heidegger neben Rudolf Hess, Joseph Goebbels, Hermann Göring, Walther Darré, Alfred Rosenberg und Baldur von Schirach einer der neuen Dozenten der Hochschule. Gemäß dem von Goebbels eingesetzten Präsidenten, Paul Meier-Benneckenstein, sollten die Schriften der DHfP der „weiteren Durchdringung des deutschen Volkes mit nationalsozialistischem Gedankengut und der Erziehung im Geiste der Volksgemeinschaft“ dienen.[490] Auch das Vorlesungsprogramm von 1935 listet noch Heideggers Namen auf.[491]

Weitere Fürsprachen für Hitler und den Nationalsozialismus

  • Ende Mai 1934 hielt Heidegger eine Ansprache an seine ehemaligen Klassenkameraden, in der er die „neue deutsche Wirklichkeit“ in einer Weise deutet, die belegt, dass seine Treue zu Adolf Hitler ungebrochen war: „Die Gefolgschaft, das Sichbinden in den Willen des Führers schafft erst Gemeinschaft.“[492]
  • Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und sieben Wochen nach den Morden des von den Nationalsozialisten sogenannten „Röhm-Putsches“ plädierte Heidegger anlässlich der Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs in einem Beitrag im Völkischen Beobachter für die Einheit des Amtes des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten.[493] Durch das entsprechende Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom August 1934 wurde Adolf Hitler auch formal zum „Führer und Kanzler“.

„Wir unterzeichneten Vertreter der deutschen Wissenschaft, die wir auch namens vieler sprechen, die in diesen Tagen weder durch Wort noch Brief für uns erreichbar waren, haben das Vertrauen zu Adolf Hitler als Staatsführer, dass er das deutsche Volk aus seiner Not und Bedrückung herausführen wird. Wir vertrauen auf ihn, dass auch die Wissenschaft unter seiner Führung die Förderung erfahren wird, deren sie in ihrer Gesamtheit bedarf, um die hohe Aufgabe zu erfüllen, die ihr beim Wiederaufbau der Nation zukommt. Um der Wirkung nach innen wie nach außen willen muss erneut die Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes und seines Willens zu Freiheit und Ehre durch das Bekenntnis zur Führerschaft Adolf Hitlers zum Ausdruck gebracht werden. Die unterzeichneten Vertreter der deutschen Wissenschaft folgen dem Appell der Reichsregierung, mit dem das deutsche Volk am 19. August zur Entscheidung gerufen wird.“

Völkischer Beobachter, 20. August 1934[494]
  • An der Freiburger Universität hielt Heidegger Mitte August 1934 sogenannte Ausländerkurse zum Thema „Die deutsche Universität“ und legte im Abschnitt „Das Wesen der nationalsozialistischen Revolution als Verwandlung der deutschen Wirklichkeit“ dar:

„Das Wesen der nationalsozialistischen Revolution, besteht darin, daß Adolf Hitler jenen neuen Geist der Gemeinschaft zur gestaltenden Macht einer neuen Ordnung des Volkes erhöht und durchgesetzt hat. Die nationalsozialistische Revolution ist also nicht die äußere Übernahme einer vorhandenen Staatsmacht durch eine dazu hinreichend angewachsene Partei, sondern die innere Umerziehung des ganzen Volkes zu dem Ziel seine eigene Einigkeit und Einheit zu wollen.[495]

Gegen Ende der Vorlesung hieß es:

„Der Führer hat das sichere Wissen um das Einfache. Er hat aber zugleich den unbändigen Willen zu seiner Durchsetzung. (…) Erziehung des Volkes durch den Staat zum Volk – das ist der Sinn der nationalsozialistischen Bewegung, das ist das Wesen der neuen Staatsbildung.[496]

Zum Zitat der „inneren Wahrheit und Größe des Nationalsozialismus“ (1935)

Die Vorlesung des Sommersemesters 1935, Einführung in die Metaphysik – in der Heidegger zu Beginn beklagt, der Zustand von Wissenschaft und Universität sei „heute trotz mancher Säuberung unverändert“[497], – befasst sich mit dem religiösen „Glauben der Herkunft“ als einer „außerphilosophischen Bindung“, die erneut zurückgewiesen wird[498] und nimmt eine geopolitische Analyse vor, deren Quellen und Bezüge alles zum Geist zurückführen:[499]

„Wir liegen in der Zange. Unser Volk erfährt als in der Mitte stehend den schärfsten Zangendruck, das nachbarreichste Volk und so das gefährdetste Volk und in all dem das metaphysische Volk.[500]

Am Schluss der Vorlesung wendet sich Heidegger dem ethischen Problem von „Sein und Sollen“ zu und spricht in diesem Kontext von Werten:

„Da der Ausdruck 'Wert' sich jedoch allmählich als abgegriffen ausnimmt (…), nennt man die Werte jetzt 'Ganzheiten', aber mit diesem Titel haben nur die Buchstaben gewechselt. Allerdings wird an diesen Ganzheiten eher das sichtbar, was sie im Grunde sind, nämlich Halbheiten. (…) Was heute vollends als Philosophie des Nationalsozialismus herumgeboten wird, aber mit der inneren Wahrheit und Größe des Nationalsozialismus nicht das Geringste zu tun hat, das macht seine Fischzüge in diesen trüben Gewässern der ‚Werte‘ und der ‚Ganzheiten‘.[501]

Bei der späteren Publikation des Satzes, so hat sein Student R. Marten bezeugt, nahm Heidegger zwei entscheidende Änderungen vor. Marten, der als Student bei der Überarbeitung der Vorlesung behilflich war: „Als wir ihm 1953 zu dritt bei der Drucklegung der Vorlesung raten, in der Vorahnung ihrer öffentlichen Wirkung die Wendung ‚mit der inneren Wahrheit und Größe des Nationalsozialismus‘ […] zu streichen, ändert er statt dessen das zweite „Nationalsozialismus“ in „Bewegung“ und fügt danach die Klammer ein“, die auch in den Korrekturfahnen noch nicht gegeben war und die heute in der Gesamtausgabe abgedruckt ist: „(nämlich mit der Begegnung der planetarisch bestimmten Technik und des neuzeitlichen Menschen)“. Doch um 1935, so Marten, gebe es für Heidegger noch nicht die Sicht „eines zur technischen Vernutzung des Seienden pervertierten Nationalsozialismus“.[502]

Schon mit der Wendung zu Beginn bezüglich der Säuberung an den Universitäten zeige sich Heidegger „unbeirrt als Anwalt des wahren Faschismus“ und diese zweite Formulierung spreche in jedem Wort „zugunsten des philosophisch für echt und gut erkannten Faschismus und straft rein aus sich die nachträgliche Selbstauslegung Lügen.“[503]

Der Historiker Hugo Ott fügt hinzu: „In diesem Abschnitt (…), der sich mit der Werte-Philosophie auseinandersetzt, rechnet Heidegger mit den Philosophen-Kollegen ab, die eine Philosophie des Nationalsozialismus beanspruchen und feilhalten“, während das Wissen um die von Heidegger behauptete innere Größe und Wahrheit des Nationalsozialismus „allein dem Denker des Seins, dem Wissenden, der die innere Wahrheit entborgen hat und fortwährend entbirgt, zufällt“.[504]

Hans Franks Ausschuss für Rechtsphilosophie

Der sogenannte „Reichsführer“ des von ihm selbst 1928 gegründeten „Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes“, Hans Frank, hatte, auch aus Enttäuschung darüber, nur zum Reichsminister ohne Portefeuille und nicht zum Reichsjustizminister ernannt worden zu sein[505], am 26. Juni 1933[506] eine für die Gesetzesfindung gedachte Vereinigung mit dem Namen Akademie für Deutsches Recht gegründet, um „das nationalsozialistische Programm im künftigen Recht zu verwirklichen.“[507] Das NS-Programm wurde von Frank in der Zeitschrift der „Akademie“ im „Sinne einer biologistisch verborgenen Naturrechtslehre“ interpretiert, in der die Rechtsgesetze der durch die Rasse bestimmten Naturgesetze folgen. Das Recht könne gemäß Hans Frank „immer nur ein Mittel (…) zur Erhaltung, Sicherstellung und Förderung der rassisch-völkischen Gemeinschaft“ sein.[508]

Am 5. Mai 1934 fand im Weimarer Nietzsche-Archiv die Gründungssitzung einer Unterorganisation der „Akademie“ statt, Ausschuss für Rechtsphilosophie genannt, an der auch Heidegger teilnahm, der erst kurz zuvor vom Amt des Rektors zurückgetreten war. Als Gründungsmitglieder saßen u.a. Rosenberg und Rothacker mit am Tisch. Zur Eröffnung sagte Frank über die Aufgaben des Ausschusses: „Wir in unserem engen Kreis […] wollen die Sammlung der volksbetonten allgemeinen Soziallehre des Nationalsozialismus in der Form durchführen, daß wir die Begriffe Rasse, Staat, Führer, Blut, Autorität, Glauben, Boden, Wehr, Idealismus (…) dem deutschen Recht als Unterlage vermitteln.“ Der neue Staatsbegriff sei „im Recht und im Führerprinzip“ verwirklicht. Zum Schluss bat Frank darum, „dass der Ausschuß sich als ein Kampfausschuß des Nationalsozialismus konstituiert.“[509] 1935 wurde dort auch Julius Streicher, der Herausgeber des NS-Hetzblattes Der Stürmer, aufgenommen.[510]

Julius Streicher 1934, ein Jahr vor der Arbeit mit Heidegger im Ausschuß für Rechtsphilosophie

Die Tatsache der gemeinschaftlichen Arbeit von Heidegger und Streicher nahm Karl Löwith bei einem Besuch Heideggers 1936 in Rom zum Anlass zur kritischen Nachfrage. Löwith:

„Auf meine Bemerkung, dass ich zwar Vieles an seiner Haltung verstünde, aber eines nicht, nämlich, daß er sich an ein und denselben Tisch (in der Akademie für Deutsches Recht) setzen könne mit einem Individuum wie J. Streicher, schwieg er zunächst. Schließlich erfolgte widerwillig jene bekannte Rechtfertigung (…), die darauf hinauslief, dass alles 'noch viel schlimmer geworden' wäre, wenn sich nicht wenigstens Einige von den Wissenschaftlern dafür eingesetzt hätten. (…) 'Wenn sich diese Herren nicht zu fein vorgekomen wären, um sich einzusetzen, dann wäre alles anders gekommen, aber ich stand ja ganz allein.'“ Über „Streicher brauche man kein Wort zu verlieren, der Stürmer sei doch nichts anderes als Pornographie.“[511]

Aufgrund von Aktenvernichtungen sind Arbeit und Themengebiete des Ausschusses für Rechtsphilosophie weithin unbelegt.[512] Doch die von V. Farías 1989 auf Grundlage des Berichtes von Löwith und zeitgenössischer Zeitungsberichte thematisierte Mitgliedschaft Heideggers in dem Ausschuss hat in der Heidegger-Kontroverse dazu Anlass gegeben, dem Ausschuss der „Akademie“ eine Rolle im rassistischen NS-Gesetzgebungsverfahren zuzuschreiben[513], die von Studien der Rechts- und Geschichtswissenschaften explizit verneint wird. So heißt es z. B. bei H.-D. Heller: „Die nur spärliche Einschaltung der Akademie in das Gesetzgebungsverfahren war für Frank immer wieder enttäuschend. Am meisten hat ihn wohl gekränkt, dass die Nürnberger Gesetze ohne Mitwirkung der Akademie zustande gekommen waren.“[514]

Nach jetzigem Forschungsstand bestimmt Löwiths 1940 erstellter Bericht mit dem Sommer 1936 als Datum des Gesprächs während der Reise nach Rom den terminus post quem für das Ende von Heideggers Mitarbeit in dem Ausschuss.[515]

Das Hegel-Seminar

Heideggers wenig bekanntes Interesse für Rechtsphilosophie zeigte sich auch in einem Hegel–Seminar für Anfänger, das er im Wintersemester 1934/35 gemeinsam mit dem Juristen Erik Wolf anbot, jenem damals vom Nationalsozialismus noch tief überzeugtem Gefolgsmann, der zum Anlass für seinen Rücktritt geworden war (s.o.). Von dem Seminar existieren synthetisierende Mitschriften der Teilnehmer Wilhelm Hallwachs und Siegfried Bröse, die jedoch keine wörtlichen Protokolle und für eine wissenschaftliche Exegese deshalb nur sehr bedingt heranzuziehen sind. Anlass zur Diskussion im Kontext der Heidegger-Debatte gab der darin enthaltene Widerspruch zu einem Satz von Carl Schmitt, Hegel sei 1933 gestorben:

„Welches ist nun aber die heutige Staatsauffassung? Man hat gesagt, 1933 ist Hegel gestorben; im Gegenteil: er hat erst angefangen zu leben.[516]

Die im Jahr 2005 begonnene Kontroverse um das Seminar thematisiert, ob Heidegger darin den Nationalsozialismus hegelianisieren oder ihn vielmehr als Metaphysik und platonisches Staatsverständnis zurückweisen wollte.

Siehe: Heideggers und Wolfs Anfängerseminar zu Hegels Rechtsphilosophie, 1934/35

Zeichen der Ambivalenz (1935–1938)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Zeitraum zwischen 1935 und 1938 vollzieht sich der schrittweise Rückzug von Heideggers politischem Engagement, der mit Anzeichen einer Distanzierung vom real existierenden Nationalsozialismus einhergeht und schließlich zur Feststellung einer „Ernüchterung“ des Philosophen und NSDAP-Mitgliedes führt. Während aber die Entfernung vom politischen Geschehen und die Enttäuschung über sein Scheitern als Rektor und als zeitweise designierter Direktor einer NS–Dozentenhochschule wie auch als der maßgebliche Philosoph des Nationalsozialismus von den meisten Forschern anerkannt wird, so herrscht doch ein erheblicher Dissens über die Bewertung der stellenhaften Kritik an nationalsozialistischen Repräsentanten und ihren Positionen: teils heißt es, sie stütze Heideggers Selbstdarstellung nach 1945, dass sein anfänglicher Nazismus mit der Desillusionierung Mitte der 1930er Jahre überwunden war. Andererseits werden Heideggers kritische Kommentare nur als Teil einer Einebnungsstrategie bewertet, deren Grund für ihn darin lag, die bürgerlichen Anteile am Nationalsozialismus zugunsten einer radikaleren Form zurückzuweisen.

Zum „gewöhnlichen“ und dem „barbarischen“ Nationalsozialismus

Mit dem Beginn des Wintersemersters 1934/35 hatte sich Heidegger zunehmend dem Thema des „geschichtlichen Daseins“ zugewandt, dem seinsgeschichtlichen Ansatz, der bis in die Erörterung der Gegenwart reichte, was bald „mit vereinzelten resignativen wie distanzierenden Tönen“[517] einherging, wie sie im Brief an den Kunsthistoriker Kurt Bauch vom Dezember 1935 anklingen: „All das lohnt nicht mehr. Es bleibt nur, sich dumm stellen und innerlich ein riesiges Gelächter anstimmen – und im übrigen und d. h. eigentlich für die nächsten 100 Jahre voraus arbeiten.“[518] Die spätere Deutung, diese Unmutsbekundung gehöre zu einer inzwischen erfolgten Ablehnung des Nationalsozialismus insgesamt, hat jedoch massiven Widerspruch gefunden. So sind sich diverse Forscher, darunter G. Leaman, P. Matussek, R. Marten, T. Rockmore und J.-P. Faye, weitgehend darin einig, dass die Kritik dem „real-existierenden“ und dem „gewöhnlichen oder vulgären NS“ galt, sich aber von einem für Heidegger weiter bestehenden „'wahren' Nationalsozialismus unterschied“.[519] George Leaman schlussfolgert daher: Heidegger konnte „die 'innere Wahrheit und Größe'“, die er im Nationalsozialismus sah, „von der politischen Praxis des Nazismus trennen und auch dann noch an ihr festhalten, als andere Nazi-Philosophen sich längst zur liberalen Ideologie der westdeutschen Republik bekannten.“[520] Die Kritik am realen Nationalsozialismus seiner Zeit, dem Heidegger einen anderen Nazismus entgegengestellte, wird durch zwei Zitate zum „Barbarischen“ bestätigt. Eines davon findet sich in einem weiteren Brief an K. Bauch:

„Ich habe das Gefühl, es geht irgendwo einem Ende zu; der Nationalsozialismus wäre schön als barbarisches Prinzip – aber er sollte nicht so bürgerlich sein.“

Heidegger: an Kurt Bauch, 7. Juni 1936

Trotz der Eindeutigkeit der Aussage wurde zunächst eingewendet, es sei „kaum anzunehmen, dass Heidegger den Nationalsozialismus als 'barbarisches' Prinzip rechtfertigen wollte“.[521] Doch seit der Publikation der Schwarzen Hefte im Jahr 2014 ist „das Verhältnis der Heideggerschen Philosophie zum Nationalsozialismus, der wegen seiner Barbarei verherrlicht“[522] wird, aufgrund der dortigen „Parallele“[523] zweifelsfrei bestätigt:

„Der Nationalsozialismus ist ein barbarisches Prinzip. Das ist sein Wesentliches und seine mögliche Größe. Die Gefahr ist nicht er selbst – sondern dass er verharmlost wird in eine Predigt des Wahren, Guten und Schönen[524]

Im Sinn der o. g. Forschermeinungen liegt auch Daniel Morats Resümee: „Heidegger glaubte also ganz offensichtlich noch an die Idee des Nationalsozialismus, die in seinen Augen aber durch die Realität des 'Dritten Reiches' verraten zu werden drohte.“[525] Im Briefwechsel mit Bauch lässt sich zudem, gemäß Martin Papenbrock, die beiderseitige „Vorstellung eines geschichtlich und kulturell begründeten deutschen Führungsanspruchs“ und „unverhohlenen Nationalchauvinismus“ von 1937 bis ins Jahr 1942 belegen.[526]

Löwiths Bericht über Heidegger im Rom, 1936

Das Theater von Tusculum (von Thomas Worthington Whittredge, 1860)

Als ein aufschlussreiches zeitgenössisches Zeugnis für Heideggers Beziehung zum nationalsozialistischen Deutschland gilt auch der 1940 verfasste Bericht von Karl Löwith über das Treffen in Rom im Frühling 1936.[527] Während des Aufenthaltes unternahmen Löwith und Heidegger, der mit seiner Ehefrau und den Söhnen angereist war, einen Familienausflug nach Frascati und Tusculum. Auch an diesem Tag, so notiert der aus NS-Deutschland aufgrund der rassistischen Gesetzgebung geflüchtete Löwith, trug Heidegger das Symbol des Hakenkreuzes am Revers: „es war ihm offenbar nicht in den Sinn gekommen, daß das Hakenkreuz nicht am Platz war, wenn er mit mir einen Tag verbrachte.“ Das Gespräch kam auf Heideggers Mitgliedschaft im Ausschuss für Rechtsphilosophie (s.o.), und schließlich erklärte Löwith seinem ehemaligen Lehrer, er sei der Meinung, „daß eine Parteinahme für den Nationalsozialismus im Wesen seiner Philosophie liege“. Löwith fährt fort:

„Heidegger stimmte mir ohne Vorbehalt zu und führte mir aus, daß sein Begriff von der 'Geschichtlichkeit' die Grundlage für seinen politischen Einsatz sei. Er ließ auch keinen Zweifel über seinen Glauben an Hitler; nur zwei Dinge habe er unterschätzt: die Lebenskraft der christlichen Kirchen und die Hindernisse für den Anschluß von Österreich. Er war nach wie vor überzeugt, daß der Nationalsozialismus der für Deutschland vorgezeichnete Weg sei; man müsse nur lange genug 'durchhalten'.[528]

Der von Löwith tags darauf auch in einer Postkarte an Karl Jaspers thematisierte Zusammenhang zwischen dem Nationalsozialisten und dem Denker Heidegger war also von diesem selbst bestätigt worden, „durch eine Art Geschichtsphilosophie“ erhärtet, so Hugo Ott.[529]

Mögliche Observation, Rückzug, und „Ernüchterung“ (1936-1938)

Für die von Heidegger später behauptete Observation durch Spitzel, die an Baeumler und Krieck über seine Lehrtätigkeit nach dem Rücktritt vom Rektorat berichteten, beginnend mit der Vorlesung zur Logik im Sommer 1934, gibt es keine Belege. In einer Erinnerung von 1977 an diese Vorlesung schrieb aber der bereits am Versuch des „Wissenschaftslagers Todtnauberg“ (s. o.) beteiligte damalige Theologiestudent H. Buhr, der Hörsaal sei „überbesetzt“ gewesen und man habe „alle Art von Uniformen“ gesehen: „Heidegger begann (…): 'Ich lese Logik.(…).' (…) Nach wenigen Stunden war der Hörsaal wieder normal besetzt, von Leuten, die philosophieren, denken, lernen wollten (etwas anderes, als Resultate und Belegstellen sammeln).“[530] Gänzlich unbewiesen sind Heideggers Berichte über das 1937 erfolgte Geständnis seines Mitarbeiters Kurt Hancke, der für den Studentenführer Scheel tätig gewesen war – inzwischen SD-Oberabschnittsleiter Südwest –, dass Hancke von diesem den Auftrag erhalten habe, Heidegger geheimdienstlich auszuforschen.[531] Da Hancke im Oktober d. J. Abteilungsleiter im SD-Hauptamt unter dem SD-Inlandsgeheimdienstchef Franz Six wurde, ist eine solche Tätigkeit nicht auszuschließen, doch für die Bewertung wurde darauf hingewiesen, dass Heidegger zur Zeit seiner ersten Erwähnung dieses Falls schon von Hanckes Tod im Zweiten Weltkrieg 1941 wusste: „Ihm war also klar, dass dieser als Zeitzeuge nicht mehr zu befragen war.“[532] Und dessen ungeachtet „überwachte der SD mehr oder weniger folgenreich so ziemlich jeden profilierten Geistesarbeiter“.[533] Möglicherweise wurde eine solche Observierung auch durchgeführt, da, wie Hancke berichtete, im SD die Überzeugung herrschte, Heidegger kollaboriere mit Jesuiten.[534]

Dass Kurt Bauch 1938 vom Reichsdozentenbundführer Walter Schultze gebeten wurde, seine „Ansicht über Pg. Prof. Heidegger in fachlicher und weltanschaulicher Hinsicht mitzuteilen“, zeige jedenfalls, so Martin Papenbrock, „dass man sich in Bezug auf Heidegger in dieser Hinsicht nicht so sicher war“. Jedoch bescheinigte Bauch dem Freund, „die stärkste Potenz einer wirklich gedanklichen Überwindung des liberalen und katholischen Denksystems“ zu sein und politisch getragen zu werden „von einem radikalen Willen, die heutige Situation klar zu erkennen und den Nationalsozialismus ausser im Erleben und Handeln gerade auch im Denken selbst durchzusetzen.“[535] Mit der von NS-Funktionären offenbar geforderten Erkundigung über Heidegger ging aber jedenfalls zeitlich dessen schrittweiser Rückzug aus der Öffentlichkeit einher, der von Egon Vietta bereits 1936 in einem Artikel in Das deutsche Wort bemerkt wurde. „Aber warum, wird man fragen, hat Heidegger die Folge seiner Veröffentlichungen abgebrochen und sich selbst aus der öffentlichen Diskussion zurückgezogen?“[536] Zwischen 1936 und 1938 verfasste Heidegger, tatsächlich zurückgezogen, die „Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis)“, die erst postum 1989 publiziert wurden und in denen eine „'Einkehr' in den Verzicht auf jegliches Tun, allerdings unter fortwährenden Unmutsbekundungen“ gesehen wurde.[537]

„… eben da, wo man wieder Ziele zu haben glaubt, wo man wieder 'glücklich' ist, wo man dazu übergeht, die bisher den 'Meisten' verschlossenen 'Kulturgüter (Kinos und Seebadreisen) allem 'Volke' gleichmäßig zugänglich zu machen, eben da, in dieser lärmenden 'Erlebnis-Trunkenboldigkeit', ist der größte Nihilismus, das organisierte Augenschließen vor der Ziel-losigkeit des Menschen, das 'einsatzbereite' Ausweichen vor jeder Ziel setzenden Entscheidung, die Angst vor jedem Entscheidungsbereich und seiner Eröffnung.[538]

Der Rückzug in eine Kritik an der Erlebnisgier, der subjektivistischen Weltsicht, damit auch an den „Machenschaften“ wird mit den Beiträgen mehrheitlich eingeräumt, doch inwieweit das auch eine Kritik am Nationalsozialismus beinhaltete, ist umstritten.[539] Allerdings stellte B. Altmann 1938 in seinem Prager Exil in einem Artikel fest: „Ernüchterung eines Philosophen. Heidegger macht nicht mehr gerne Pfötchen“. Gemäß Altman zog man bereits „Parallelen mit anderen, mit Richard Strauss, mit Planck. Sie wollten sich dem Dritten Reich zur Verfügung stellen, sich vielleicht gar hofieren lassen und immer müssen sie die Erfahrung machen, dass man nicht einmal den modus vivendi mit ihren Führern finden kann, wenn man den Anspruch erhebt, Gelehrter, Künstler und sittlicher Mensch zu bleiben.“[540] Heidegger selbst nannte rückblickend, bei einer Wanderung, die er am 14. Oktober 1959 mit Heribert Heinrichs unternahm, auch das Datum 1938 als eines des „Wendejahres“ in seinem Leben. Er habe seit diesem Jahr „das totale Verhängnis erkannt und sein Verhältnis zum Nationalsozialismus radikal revidiert.“[541]

Heidegger wendet sich Hölderlin und Nietzsche zu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geistegeschichtliche Grenze zwischen Dichten und Denken und zwischen Mythos und Logik zugunsten einer Ganzheitlichkeit aufzulösen, bestimmt Heideggers Versuch, nach dem griechischen einen anderen, den deutschen Anfang zu einem seinsgeschichtlichen Ursprung zu erklären, was vorzugsweise in der Exegese der Werke von Hölderlin und Nietzsche und der damit einhergehenden Idealisierung eines „Auftrags der Deutschen“ seinen Ausdruck fand[542], in kritischer Wertung als „Nationalästhetizismus“ beschrieben.[543]

Zu Heideggers Deutung von Hölderlin (1934–1943)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem ersten Scheitern auf dem Gebiet realpolitischen Wirkens im NS-Staat und mit der Notwendigkeit eines neuen Zugangs zum seinsgeschichtlichen Ansatz, der, neben anderem, diesem Engagement zugrundelag, begann 1934 die Hinwendung zu Hölderlin, womit auch die „Frage nach der dichterischen Sprache“ zentral wurde[544], welche als „Wegbereiterin eines anderen Anfangs“[545] erschien, wie Hölderlin selbst für Heidegger „der Dichter des anderen Anfangs unserer künftigen Geschichte“ ist.[546] Auch diese Wende ins Dichterische und die erste Schrift zu dem Thema, die Vorlesung vom Wintersemester 1934/35, werden teils im Kontext einer Abkehr vom Nazismus und vom Politischen überhaupt nach dem Rücktritt, teils aber auch in dem einer Politisierung des Poetischen und einer in Heideggers Perspektive nicht ausreichenden Radikalisierung der nationalsozialistischen „Revolution“ debattiert.[547]

Heideggers Arbeiten zu Hölderlin während der nationalsozialistischen Zeit:[548]

  • Hölderlins Hymnen „Germanien“ und „Der Rhein“, Vorlesung von 1934/35
  • Hölderlin und das Wesen der Dichtung, Vortrag, gehalten am 2. April 1936 in Rom
  • Wenn am Feiertage, Rede, mehrfach gehalten, 1939/1940
  • Hölderlins Hymne: 'Der Ister, 1942
  • Andenken, Gedenkschrift zum hundertsten Todestag von Hölderlin, 1943
  • Heimkunft/An die Verwandten, Rede zum hundertsten Todestag, gehalten in der Aula der Universität von Freiburg, 6. Juni 1943
  • Vielfache Erwähnungen Hölderlins in den Schwarzen Heften
  • Vielfache Erwähnungen im postum publizierten Werk Beiträge zur Philosophie

Der „andere Anfang“

Schon im Sommer 1931 hatte sich die Perspektive entwickelt, die in jedem Anfang die „nie wieder zu erreichende Größe“, dagegen im Fortschritt die Hinwendung zum „Neuesten“ sah und dieser Gegensätzlichkeit einen Ausweg durch eine „Akzentversetzung“ eröffnete, „nicht nur des philosophiegeschichtlichen (im Sinne der späteren 'Seynsgeschichte'), sondern auch des geschichtsphilosophischen Denkens Martin Heideggers. Die Beschwörung des Anfangs, des griechischen Ursprungs, ermöglicht einen genuinen Neuanfang im Sinne einer Annullierung des Vorhergekommenen“, durch den „Brückenschlag zum griechischen Denken“.[549]

„Es ist nicht Willkür oder gar irgendein gelehrter Brauch, sondern tiefste Notwendigkeit unseres deutschen Daseins, wenn wir in diesen griechischen Anfang zurückhören. Es bedeutet: begreifen lernen, daß jener große Anfang unseres Daseins über uns hinweg uns vorausgeworfen ist als jenes, was wir einzuholen haben, – wiederum nicht, um ein Griechentum zu vollenden, sondern um die Grundmöglichkeiten des urgermanischen Stammeswesen auszuschöpfen und zur Herrschaft zu bringen.“

Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit, 1933/34[550]

Diese im Jahr zuvor dozierte Deutung des Verhältnisses zwischen Griechentum und „urgermanischem Stammeswesen“ stellt, gemäß Daniel Meyer, auch den „geschichtsphilosophischen Grundgedanken“ der Vorlesung Hölderlins Hymnen 'Germanien' und 'Der Rhein' dar.[551] Hölderlins Dichtung weise für Heidegger „den Weg in das Mögliche eines neuen Anfangs, weil sie das Wohnen des Menschen auf der Erde unter das Maß des Göttlichen stellt, so aber allererst Geschichte als Geschichte eines (und Heidegger meint zuerst und zuletzt: des deutschen) Volkes gründet.“[552] Die Quelle und der Verlauf des Rheins werden darin, ungeachtet der geographischen Einzelheiten, zu diesem sich selbst widerstreitenden Ursprung, der „als Anfang zugleich das bestimmende Ende, d.h. eigentlich das Ziel“ ist.[553]

In der so veränderten seinsgeschichtlichen Perspektive begreift Heidegger das Dichterische als „jene Macht, aus der das geschichtliche Dasein eines Volkes entspringt und auch das philosophische Denken und die Politik ihre Bestimmung erfahren“.[554] Die drei dazu analogen Gewalten „Dichter, Denker und Staatsschöpfer gelten Heidegger als die (…) 'eigentlich Schaffenden'“, wobei die Sprache „der 'Grund der Möglichkeit von Geschichte'“ ist. Darin sei Hölderlins Dichtung die „Ursprache des Volkes“, er sei auch volks-schöpferisch der „'Dichter, der die Deutschen erst dichtet'“.[555] Im Manuskript Besinnung von 1938 wird bekräftigt, dass Hölderlin „hier nicht als ein Dichter unter anderen genommen wird (…), sondern als der Dichter des anderen Anfangs unserer künftigen Geschichte.“[556] In diesem „habe das Volk von Germanien 'die besondere Sendung' (…) den neuen Göttern den Boden zu bereiten.“[557] Denn die Konzeption des „'ersten' und 'anderen Anfangs'“, hintergründig in den Schwarzen Heften beschrieben, sei eine an „das Andenken im Griechentum (…), das außerhalb des Judentums und d.h. des Christentums geblieben“ sei.[558] Der sich seit dem Beginn der 1930er Jahre abzeichnende seinsgeschichtliche Ansatz wird, hier Hölderlins Schreibweise „Seyn“ übernehmend, durch den „Stifter des deutschen Seyns“[559] und bezogen auf „das abendländisch-germanische geschichtliche Dasein“[560], nunmehr also explizit zu einem völkisch[561] orientierten:

„Das 'Vaterland' ist das Seyn selbst, das von Grund aus die Geschichte eines Volkes als eines daseienden trägt und fügt.[562]

Heideggers Hölderlin als „wahrer Führer“

Das „Einzigartige“ der Dichtung Hölderlins wird im Vortrag in Rom der platonischen Auffassung eines allgemeinen Wesens der Dichtung entgegengesetzt, mit der Absicht, Hölderlin als den Dichter der „Entbergung der Wahrheit des Seins“ in mythische Höhen zu heben.[563] Angesichts der Trias aus „Dichter, Denker und Staatsschöpfer“ wird überwiegend zugrundegelegt, dass Heidegger schon in der Vorlesung von 1934/35 Hölderlin zum „wahren Führer“ erklärte und mit dem folgenden Zitat an die Stelle von Hitler setzte:[564]

„Der wahre und einzige Führer weist in seinem Seyn allerdings in den Bereich der Halbgötter. Führer sein ist ein Schicksal und daher endliches Seyn.[565]

Heidegger deute sich „im Verein mit Hölderlin als die vermittelnde Mitte“[566], womit eine Linie gezogen sei, die über Hölderlin zu ihm selbst führe[567] und schon in der Vorlesung von 1934/35 das berühmte Wort von Nietzsche zugrundelegt und variiert:

„Halbgötter – nicht selbst Götter, aber Wesen in Richtung auf die Götter, und zwar in einer Richtung, die über den Menschen hinausführt – Übermenschen, die gleichwohl unterhalb der Größe der Götter bleiben – Untergötter[568]

Damit manifestiere sich, gemäß H. Ott, auch „das ‚Kleine‘, aus dem Heidegger kam, um zum ‚Geheimnis des Großen‘ aufzusteigen“, denn nur, „wer als Begreifender ‚erst in der Macht der Geschichte‘ steht, weiß, daß ein Größeres über ihm ist.“ Heidegger: „Dieses Über-sich-haben-können-des-Größeren ist das Geheimnis des Großen.“[569]

„Die Geschichte steht auf“

Heidegger schließt die Vorlesung von 1934/35 mit der Proklamation des Auftrages der Deutschen, zwischen Vergangenheit und Zukunft die Rolle der mittelnden Halbgötter zu übernehmen:

„Jenes schwer zu tragende Glück ist dem Volke dieses Landes aufgetragen: ein Zwischen zu sein, eine Mitte, aus der und in der Geschichte gegründet wird. Das kann aber nur so geschehen, daß dieses Volk selbst sein Dasein gründet und stiftet, d. h. erst wieder ursprünglich das Seyn nennt, dichterisch–denkerisch stiftet. So gipfelt der Auftrag und die Kunde des Adlers in der Forderung jenes dreifachen Nennens, das von diesem Land und seinem Volke, und das heißt zuerst von seinen Schaffenden, vollbracht werden muß. Zu nennen – im ursprünglich stiftenden Sagen und Wissen wieder zu eröffnen – ist einmal die Mutter, die Erde selbst. Aber eben in dieser Nennung als dichterischer tönt auf das 'Vergangengöttliche' (V. 100) in eins mit dem Zukünftigen: die Geschichte steht auf.[570]

Während des Zweiten Weltkriegs wendet sich Heidegger der Hymne zu, in der Hölderlin mit der Donau, (lat.: „Ister“) jenen Fluss besingt, der im Schwarzwald entspringt, und von diesem deutsch-heimischen Ursprung nach Osten durch zehn Länder bis in die Ukraine fließt. Der Stromverlauf, dem schon in der Vorlesung zur Hymne über den Rhein erhebliche Bedeutung im Kontext des anderen, des deutschen Anfangs zukam, wird „bei der Ister-Hymne, mit politischen Implikationen als ein Gegenstreben des Flusses 'rükwärts' vom Lauf nach Osten“ begriffen, sich selbst widerstreitend, worin das kriegerische Element im Heraklitischen Sinne liege.[571] Die „Ister“–Vorlesung wurde 1942 gehalten, als die deutschen Truppen die Leningrader Blockade betrieben und ein halbes Jahr, nachdem Hitler den USA den Krieg erklärt hatte, woran T. Sheehan und G. Geismann erinnern[572] – Heidegger spricht darin auch explizit von den politischen Ereignissen und vom „Nationalsozialismus und seiner geschichtlichen Einzigartigkeit“ und deutet die us–amerikanische Verteidigung der angelsächsischen Welt als eine Absage an den seinsgeschichtlichen Anfang:

„Wir wissen heute, dass die angelsächsische Welt des Amerikanismus entschlossen ist, Europa, und d. h. die Heimat, und d. h. den Anfang des Abendländischen, zu vernichten. Anfängliches ist unzerstörbar. Der Eintritt Amerikas in diesen planetarischen Krieg ist nicht der Eintritt in die Geschichte, sondern ist bereits schon der letzte amerikanische Akt der amerikanischen Geschichtslosigkeit und Selbstverwüstung. Denn dieser Akt ist die Absage an das Anfängliche und die Entscheidung für das Anfanglose. Der verborgene Geist des Anfänglichen im Abendland wird für diesen Prozess der Selbstverwüstung des Anfanglosen nicht einmal den Blick der Verachtung übrig haben, sondern aus der Gelassenheit der Ruhe des Anfänglichen auf seine Sternstunde warten.[573]

Die seit dem Beginn des Jahres 1934 öffentliche Entzweiung mit anderen Denkern der NSDAP (s.o.), die sich auch in Heideggers eigensinniger Deutung von Hölderlin fortsetzt, zudem der zugunsten eines neuen Anfangs des deutschen Volkes, der also jener Dichtung entspringe, auch in diesen Texten zurückgewiesene rein biologistische Ansatz, den einige NS-Ideologen zu dem „Germanischen“ propagierten, werden zum Teil aber auch als Kritik am Nationalsozialismus bewertet, die eine Abkehr belege.[574] Doch Heideggers Selbstsicht und Stellung im „Dritten Reich“, verbunden mit seiner völkischen Messianisierung von Hölderlin, die teils zeitgleich mit der Verherrlichung von Hitler (s.o.) stattfand, seine Distanz zu anderen Nationalsozialisten, die somit auch das Maß der Nähe bestimmt, finden ein differenziertes Resümee bei Hugo Ott, mit dem Vortrag in Rom beginnend:

„Den Hölderlin-Vortrag brachte Heidegger noch im Dezemberheft 1936 der Zeitschrift Das Innere Reich zur Veröffentlichung – einem esoterischen Organ, in dem das unsichtbare Deutschland, verborgen in der deutschen Geistigkeit, zur Geltung gebracht werden sollte, dem Führer Adolf Hitler in einer besonderen, subtilen Weise unterwürfig (…). Wer in dieser Zeitschrift schrieb, war mitnichten zu einer inneren Emigration aufgebrochen, gehörte eher zu den von den kernigen Nationalsozialisten belächelten oder auch verlachten und verhöhnten Figuren, deren Narrenfreiheit eben noch geduldet wurde. (…) Und dabei, für Heidegger war dies ohne jeden Zweifel, war allein ihm die gleichsam mystische Schau des Wesens des Nationalsozialismus, 'der inneren Wahrheit und Größe' der Bewegung zugefallen, von welcher Erkenntnis er nicht abgehen konnte, nie, zeitlebens!“

H. Ott[575]

„Nietzsche“ (1936–1940): Über „Rasse“ und „Züchtung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1936 hat Heidegger als Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses des Nietzsche-Archivs an einer Neuausgabe des Nachlasses von Nietzsche mitgearbeitet. In dieser Zeit hat er sich kritisch zu Versuchen der Einflussnahme aus dem Amt Rosenberg geäußert. 1942 ist er von seinen Aktivitäten beim Nietzsche-Archiv zurückgetreten, ohne dass ein näherer Grund bekannt ist.[576]

In seiner Auseinandersetzung mit Nietzsche ordnet Heidegger den Philosophen des „Willens zur Macht“ in die Seinsgeschichte ein, als Vollendung der abendländischen Metaphysik im europäischen Nihilismus.[577] Die rationalitas der „totalen Mobilmachung“ führe, so Heideggers 1939, aus dem animal rationale bloß noch in die brutalitas der bestialitas.[578] Am Ende der Metaphysik stehe der Satz: „Homo ist brutum bestiale.“ Die „blonde Bestie“ Nietzsches, so Heidegger 1940, sei keine Überwindung, sondern eine Konsequenz des „europäischen Nihilismus“.[579] In einer nicht vorgetragenen Nietzsche-Vorlesung schrieb er 1940: „Die metaphysische Fest-stellung des Menschen zum Tier bedeutet die nihilistische Bejahung des Übermenschen“. Die Bedingung der Erdherrschaft sei daher „eine vollständige ‚Machinalisierung‘ der Dinge und die Züchtung des Menschens“:[580]

„Die Züchtung des Menschen aber ist nicht Zähmung als Niederhalten und Lahmlegen der ‚Sinnlichkeit‘, sondern die Aufspeicherung und Reinigung der Kräfte in der Eindeutigkeit des streng beherrschbaren ‚Automatismus‘ allen Handelns. Nur wo die unbedingte Subjektivität des Willens zur Macht zur Wahrheit des Seienden im Ganzen wird, ist das Prinzip der Einrichtung einer Rassenzüchtung, d. h. nicht bloße aus sich wachsende Rassenbildung sondern der sich selbst wissende Rassengedanke möglich und d. h. metaphysisch notwendig. So wenig der Wille zur Macht biologisch, vielmehr ontologisch gedacht ist, so sehr hat Nietzsches Rassengedanke nicht einen biologistischen, sondern einen metaphysischen Sinn.[581]

Emmanuel Faye deutet diese Stelle als historische und philosophische Legitimierung der Rassenselektion und Judenvernichtung.[582] Zaborowski betont hingegen, Faye habe übersehen, dass der Satz nicht nur 1942 (Jahr der Wannseekonferenz), sondern auch 1940, geschrieben wurde. Fayes Deutung sei der eigentlichen Intention Heideggers „diametral entgegengesetzt. […] Nicht jeder, der etwas auf seinen Grund zurückführt, legitimiert es auch!“[583] Krzysztof Ziarek urteilt auch: Es gehe ohne Zweifel um kritische Bemerkungen zu Rasse und Rassevorrang.[584] 1927 hatte Heidegger in einem Schelling-Seminar geäußert, dass das „Böse metaphysisch notwendig“ ist, d. h. notwendig zum Sein des Seienden gehört.[585] 1940 schrieb er: „Nietzsche erkennt den metaphysischen Charakter der Maschine […]: ‚sie gibt das Muster der Partei-Organisation und der Kriegsführung‘.“[586] In einer gestrichenen Stelle der Vorlesung über „Nietzsche: Der europäische Nihilismus“ 1940 diskutierte er ebenso das Wesen der Metaphysik (als „Macht der Berechnung und Planung“ definiert)[587] am Beispiel der „‚Motorisierung‘ der Wehrmacht“:

„Aus dem Gesichtskreis bürgerlicher Bildung und ‚Geistigkeit‘ möchte man z. B. die vollständige, d. h. hier von Grund auf grundsätzliche ‚Motorisierung‘ der Wehrmacht für eine Erscheinung des nur schrankenlosen ‚Technizismus‘ und ‚Materialismus‘ ansehen. In Wahrheit ist dies ein metaphysischer Akt, der an Tiefgang sicherlich etwa die Abschaffung der ‚Philosophie‘ übertrifft.[588]

Herman Philipse zufolge begrüße Heidegger mit diesen Sätzen das totalitäre NS-Regime, weil es einen aktiven Nihilismus und folglich die „Umwertung aller Werte“ Nietzsches vollziehe.[589] Der Grund für die zunehmende Bedeutung der Technik bei Heidegger nach 1933 sei eher darin zu suchen, so Daniel Morat, dass er „durch die Betonung der technisch-modernen Seite der ‚Machenschaften‘ des Nationalsozialismus sein eigenes ideologisches Bezugssystem der ‚Erde‘ vor der NS-Kontamination retten wollte“.[590] Heidegger sagte 1940 offen, dass das Herrschafts- und Machtdenken „als ein Kampf“ (so Silvio Vietta sei die Assoziation zu Mein Kampf auffällig) nichts anderes als Nihilismus ist, der die Kategorie der Wahrheit nur mehr noch als Funktion von Macht begreifen kann: „Was in diesem Kampf unterliegt, ist, weil es unterliegt, im Unrecht und unwahr. Was in diesem Kampf oben bleibt, ist, weil es siegt, im Recht und wahr.“[591]

Die Kapitulation Frankreichs, trotz der nationalgewordenen Nutzungsmöglichkeit der cartesianischen Metaphysik („Descartes' Deutung des Seins als Vor-gestelltheit ist die metaphysische Möglichkeit des Kraftmaschinentechnik“),[592] deutet er 1940 als ein weiteres Zeichen des geistigen Verfalls:[593] „In diesen Tagen sind wir selbst die Zeugen eines geheimnisvollen Gesetzes der Geschichte, daß ein Volk eines Tages der Metaphysik, die aus seiner eigenen Geschichte entsprungen, nicht mehr gewachsen ist in dem Augenblick, da diese Metaphysik sich in das Unbedingte gewandelt hat.“ Heidegger stellte in Anlehnung an Nietzsche und Ernst Jünger fest, dass „die neuzeitliche ‚machinale Ökonomie‘, die maschinenmäßige Durchrechnung alles Handelns und Planens in ihrer unbedingten Gestalt ein neues Menschentum fordert, das über den bisherigen Menschen hinausgeht“.[594] Jüngers Denken sei eigentlich selbst „eine Gestalt des Willens zur Macht“. Nur aus der „Überwindung der Metaphysik schlechthin“ sei „der zureichenden Standort zu gewinnen“.[595] Nach Otto Pöggeler,[596] Silvio Vietta[597] und anderen habe sich Heidegger mit seinen Nietzsche-Lektüren vom Nationalsozialismus offen abgesetzt. Im Gegensatz zu Alfred Baeumlers Auffassung des „Übermenschen“ Nietzsches als des Repräsentanten eines heroischen Germanismus habe Heidegger den Übermenschen als Technokraten gedeutet, dessen künftige Herrschaft nach dem „Tod Gottes“ zwar metaphysikgeschichtlich notwendig sei, zugleich aber als „überwindbar“ angesehen werde.[598] „Im Gespräch mit Nietzsche – in denkbar scharfer Ideologiekritik -,“ so Michael Trowitzsch, habe er, „entgegenlaufend der Verwendung der Texte Nietzsches durch die Nazis Ideologen“, den Nationalsozialismus als „den Exponenten neuzeitlichen Machtdenkens“ dargestellt.[599]

Am 18. Februar 1941 in einem öffentlichen Vortrag gegen die Euthanasie „Der Eid des Hippokrates“ bezog sich der Freiburger Professor für Pathologie Franz Büchner auf Heideggers philosophische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen des Todes („Sein zum Tode“). Dies hätte aber Heidegger selber machen können, bedauert Bernd Martin.[600]

„Heraklit“ (1943)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1943 schrieb er in der Heraklit-Vorlesung: „Der Planet steht in Flammen. Das Wesen des Menschen ist aus den Fugen. Nur von den Deutschen kann, gesetzt, dass sie ‚das Deutsche‘ finden und wahren, die weltgeschichtliche Besinnung kommen.“[601] In eine Art „innere Emigration“ zurückgezogen[602] erwartete Heidegger die Rettung aus dem Weltkrieg vom deutschen Volk der Dichter und Denker, in Anlehnung an Norbert von Hellingraths Hölderlin, der Souverän des Geheimen Deutschlands.[603][604][605] Diana Aurenque betont, der romantische Traum von einem Geheimen Deutschlands sei „nicht zwangsläufig mit dem NS-Wahn“ verbunden. Man dürfe nicht vergessen, dass Claus Schenk Graf von Stauffenberg als eine zentrale Figur des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus sich auf den George-Kreis beziehe.[606] Heidegger wäre aber noch radikaler als der George-Kreis gewesen, indem das, worum es ihm ginge, nicht nur geheim, sondern uns selbst – so wie ihm – noch verborgen bleibe.[607]

Im Sommer 1944 schrieb er Kurt Bauch: Die Formel „das Sein des Seienden“ sei für ihn „oft ein Deckname“. Hinter der Formel verberge sich „etwas Wesentliches.“[608] Emmanuel Faye deutet diese Aussage als Beweis dafür, dass Heidegger einen Geheimcode verwendete. „Sein“ bedeute bei ihm schon immer das deutsche und nationalsozialistische Vaterland. Als Beleg diene die Hölderlin-Vorlesung vom Wintersemester 1934–1935, in der er ausrufe: „Das ‚Vaterland‘ ist das Seyn selbst“.[609] Thomas Sheehan kritisiert dies als Verschwörungstheorie. Im Brief an Bauch gehe es weder um „das Seyn selbst“ noch um Nazismus, sondern um „das Sein des Seienden“. Heidegger verweise auf die „Lichtung“. In der Hölderlin-Vorlesung gehe es außerdem nicht nur um „das Vaterland“ sondern auch um „das Heilige“, „die Natur“, „Chaos“, „die Allerschaffende“ oder „das Geschick“. Heidegger schreibe nicht, das „Seyn selbst“ sei das Vaterland, sondern umgekehrt: Hölderlins „Vaterland“ sei das Seyn selbst, also nichts Nationales.[610][611] Nach Peter Wapnewskis Erinnerung „verzichtete“ Heidegger im Sommer 1944 „auf das peinliche Ritual, das ausnahmslos alle seine Kollegen in jenen Jahren in Front des Hörsaals fügsam vollzogen: Ausstrecken des rechten Arms zum sogenannten ‚Deutschen Gruß‘“.[612] Im Herbst 1944 hatte der lettische Philosoph Paul Jurevics ein Privattreffen verabredet und es danach beschrieben:

„Als ich mit der Erzählung fertig war, bei der er wohl merkte, dass ich nicht von allem, was die Deutschen bei uns unternommen hatten, begeistert war, bekannte auch er Farbe und sagte, es werde jetzt alles von Toren und beschränkten Leuten geführt und bestimmt, und das könne nicht gut enden. Er fragte, was mit den in unsere Länder gebrachten Juden passiert sei. Als ich das erzählte, wurde er noch dunkler und äußerte sich immer schärfer über das jetzige Unwesen, wenn alles von total verblendeten Parteibonzen bestimmt werde. Für mich war überraschend, dass er sich mit mir, einem ganz fremden Menschen, so offen unterhielt und Worte äußerte, für die man damals ohne weiteres zumindest ins KZ gelangen konnte.[613]

Im November 1944 fiel der ehemalige Rektor zusammen mit Gerhard Ritter in die Gruppe der „Ganz-Entbehrlichen“ seiner Universität und wurde im Rahmen des Volkssturms zur Schanzarbeit eingezogen.[614] Laut Bernd Martin wurde er eigentlich als Vorbild, „als fünfundfünfzigjähriger, sportlicher, gesunder Mann“, auserwählt.[615] Dem Rassenhygieniker und ehemaligen Kollegen Eugen Fischer verdankte er im Dezember seine Freistellung.[616] Im Telegramm Fischers an Gauleiter Scheel vom 23. November 1944 liest man: „Wir haben wahrhaft nicht viele grosse Philosophen, und nationalsozialistisch eingestellte noch weniger.“[617]

„Feldweg-Gespräche“ (1944–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Feldweg-Gespräche betitelten Band enthält das dritte, im Frühjahr 1945 verfasste Gespräch, das Abendgespräch in einem Kriegsgefangenenlager in Russland zwischen einem Jüngeren und einem Älteren, die Frage nach dem, was das „Heilsame“ ist.[618] Heidegger notiert: Die „verblendete Irreführung des eigenen Volkes“ sei „zu kläglich“, um daran eine Klage zu verschwenden; davon zu sprechen sei nur „nach den höchsten Maßstäben und ohne falsche Leidenschaft“ legitim. Im Versuch zu begreifen bleiben Schmerz und Verstörung offen; wer über die Verblendungs- und Verwüstungsgeschichte nachdenke, um zu verstehen, dass und wie sie „tieferen und weither kommenden Wesens ist“, werde immer wieder zum Menetekel der Ereignisse „zurückkehren“ müssen. Das „Böse“ sei der „Ingrimm des Aufruhrs“ – also jene grenzenlose Dynamik der Selbstermächtigung, die sich auch im berechnenden und verfügenden System der Technokratie artikuliere.[619] Moralische Beurteilungen reagieren nur, ohne das Böse wirklich zu fassen. Es komme alles darauf an, das Böse nicht mit dem moralisch Schlechten oder dem Verwerflichen zu verwechseln. Aus ihnen könne sogar ein Geist der Selbstbehauptung sprechen, der mit dem Bösen verwandt sei:[620]

„Es könnte nämlich sein, daß die Moral ihrerseits und mit ihr all die sonderbaren Versuche, durch sie den Völkern eine Weltordnung in die Aussicht […] zu stellen, nur eine Ausgeburt des Bösen wären[621]

nämlich der deutlichste Ausdruck einer Subjektivität, die zu planen und zu schaffen versuche, weil sie das Warten nicht gelernt habe, und die darum die Verwüstung unablässig erneuere. Die Diffamierung des Willens als eines solchen, auch des sittlichen Willens, und der Wille zum Nicht-Wollen machen so den Widerstand gegen das durchaus menschliche und nicht „seinsgeschichtliche“ Böse unmöglich.[622] Der Wille zur Macht untergrabe seine eigenen Voraussetzungen, indem er etwa eine bloß noch materialistische Sicht des Menschen betreibt und so den nach Selbstermächtigung strebenden Menschen auf seine biologische Existenz reduziert. Zur bloß noch biologisch verstandenen Ausrottung von Menschen, wie die „wütenden Funktionäre ihrer eigenen Mittelmäßigkeit“ sie betrieben haben, sei es dann bloß noch ein Schritt.[623] Das sittliche Urteil aber erscheine nun als Ausdruck dafür, dass „der Mensch zum Knecht einer Selbstgerechtigkeit“ geworden ist.[624] Sittliches Wollen wie sittliches Urteilen seien immer noch Ausdrucksformen jenes „Aufstands in die Subjektivität“, den es zu überwinden gilt.[625]

Emmanuel Faye urteilt: Hier gehe die „Heideggersche Negierung der Moral bis hin zur diabolischen Identifikation mit ihrem Gegenteil“. Der Wille, jede Moral radikal zu disqualifizieren, werde unter anderem die Zurückweisung „jeglicher moralischer Verurteilung des Nationalsozialismus und seiner Anführer als ineffizient und sogar illegitim“ zur Folge haben.[626] Heidegger spricht vom „noch vorenthaltenen Wesen unseres geschlagenen Volkes“,[627] betont aber zugleich den machtförmigen Charakter des nationalistisch verstandenen nationalen Denkens. Die Deutschen könnten nicht Deutsche werden, „solange sie dem Deutschen nachjagen im Sinne eines Nationalen“. Die eigene Tradition zu verstehen und aufzunehmen liege jenseits einer gegen andere gerichteten Selbstbehauptung, die „auf Naturgegebenes pocht“, und sei etwas anderes als der Versuch, sich hinter einem „verschwommenen Internationalismus“ zu verstecken.[628] Mit dem 8. Mai 1945 datierte Heidegger den Satz:

„Am Tage, da die Welt ihren Sieg feierte / und noch nicht erkannte, daß sie seit / Jahrhunderten schon die Besiegte ihres / eigenen Aufstandes ist. […] Der Krieg zu Ende, nichts geändert, nichts Neues, im Gegenteil.[629]

Haltung nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Bereinigungsausschuss“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Besatzungszone in Deutschland, Gebietsstand vom 8. Juni 1947 bis 22. April 1949

Die französischen Militärregierung trat Ende Juli 1945 an die aus der Berliner Haft entlassenen Professoren Constantin von Dietze, Gerhard Ritter und Adolf Lampe heran, um an der Freiburger Universität eine Kommission zu bilden, was der Senat zu billigen hatte, indem er diesen Kollegen das Vertrauen aussprach. Zur Hauptaufgabe dieser Kommission, erweitert um einen Professor der theologischen Fakultät und den Botaniker Friedrich Oehlker, wurde die „Bearbeitung von Gutachten für die politische Reinigung“ des ns-belasteten akademischen Lehrkörpers, als dessen prominentester Fall Martin Heidegger galt. Der Beschuldigte wurde von der Kommission einvernommen und Zeugen wurden gehört. Die Mitglieder, so Ott, seien Heidegger gegenüber „überwiegend wohlwollend eingestellt“ gewesen.[630] Der Historiker Gerhard Ritter hatte beispielsweise zu Protokoll gegeben, dass er „aus vertrautem Umgang mit Heidegger“[631] wisse, dass Heidegger seit 1934 innerlich sogar zu einem Gegner des Nationalsozialismus geworden sei. Das abschließende Gutachten des „Bereinigungsausschusses“ vom September 1945 fiel entsprechend moderat aus:

„Der Philosoph Professor Martin Heidegger lebte vor dem Umbruch von 1933 in einer völlig unpolitisch geistigen Welt, stand aber in freundschaftlichen Berührung (auch durch seine Söhne) mit der damaligen Jugendbewegung und gewissen literarischen Wortführern der deutschen Jugend wie Ernst Jünger, die das Ende des bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters und das Heraufkommen eines neuen deutschen Sozialismus ankündigten. Von der nationalsozialistischen Revolution erwartete er eine geistige Erneuerung des deutschen Lebens auf völkischer Grundlage, gleichzeitig, wie sehr viele deutsche Gebildete, eine Aussöhnung der sozialen Gegensätze und eine Rettung der abendländischen Kultur von den Gefahren des Kommunismus. Von den politisch-parlamentarischen Vorgängen, die der Machtergreifung des Nationalsozialismus vorangingen, besaß er keine klare Vorstellung, glaubte aber an die geschichtliche Mission Hitlers, die ihm selbst vorschwebende Geisteswende herbeizuführen.[632] […] So endete sein Rektoratsjahr schon am Schluss des W.S. 1933/34 […] seitdem hat sich Heidegger ganz und gar auf seine philosophischen Studien zurückgezogen, der Partei immer tiefer entfremdet, zuletzt in schärfster innerer Oppositionshaltung, ohne diese jedoch nach außen klar hervortreten zu lassen. […] Als Nazi kann er schon seit 1934 nicht mehr bezeichnet werden, und eine Gefahr, dass er jemals wieder nazistischen Ideen Vorschub leisten würde, besteht nicht.“[633]

Diese sehr wohlwollende Beurteilung kam allerdings gegen das Votum von Adolf Lampe zustande, dessen Verlängerung einer Lehrstuhlvertretung Heidegger 1933 „wegen politischer Unzuverlässigkeit“ abgelehnt hatte.[631] Der Senat kritisierte das Urteil ebenfalls und argumentierte, dass es nun keine Handhabe mehr gebe, gegen andere belastete Mitglieder des Lehrkörpers vorzugehen und dass „der intellektuelle Verführer Heidegger […] viele jüngere Gelehrte auf die schiefe Bahn geführt habe“.[634] In Heideggers späterem Rechtfertigungsbericht „Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken“ von 1945 erklärte Heidegger, er habe dieses Amt lediglich auf drängenden Vorschlag seiner Vorgänger von Möllendorf und Sauer übernommen, die ihn hierzu im Interesse der Universität „zu überzeugen versucht“ hätten. Er habe das Amt schließlich angetreten, um angesichts der Übergriffe der NSDAP durch Rückbesinnung auf den Anfang abendländischen Denkens „das Positive zu retten, zu läutern und zu festigen“. Der NSDAP sei er nur „im Interesse der Universität, die im politischen Kräftespiel kein Gewicht hatte“, und nur mit der Bedingung, kein Parteiamt und keine sonstige Parteitätigkeit auszuüben, beigetreten.[635] Er habe an NSDAP-Sitzungen nicht teilgenommen, sei zu diesen auch nie eingeladen worden. Die sogenannte „Friedensrede“ vom 17. Mai 1933 habe ihm damals bewiesen, dass mit Hitler Übereinkunft möglich wäre.[636] In seiner Vernehmung vor der inneruniversitären „Reinigungskommission“ 1945 behauptete Heidegger, „er habe in einer Unterstützung des Nationalsozialismus die einzige und letzte Möglichkeit gesehen, einem Vordringen des Kommunismus Einhalt zu gebieten“ und „sein Rektorat nur mit größtem Widerstreben und ausschließlich im Interesse der Universität angetreten“; Hitlers Mein Kampf habe er „aus Widerstreben gegen seinen Inhalt nur teilweise lesen können“. Das Kommissionsmitglied Adolf Lampe wertete dies als schwere Belastung, „weil Heidegger dann in seinem Aufruf an die Freiburger Studentenschaft vom 3. November 1933 mit der Verherrlichung Hitlers in einen unlösbaren inneren Widerspruch geraten sei.“ Er hielt auch Heidegger vor, „dass er in seiner Rektoratszeit das Führerprinzip mit einem derartigen Radikalismus durchgehalten habe, dass jede konstruktive Mitarbeit im Senat zur Erfolglosigkeit verurteilt gewesen sei.“[637]

Karl Jaspers beurteilte in seinem Gutachten vom Dezember 1945 Heideggers Denkstil als „unfrei, diktatorisch, communikationslos“ und schädlich für „die heute innerlich fast widerstandslose Jugend“. Nach ihm sei eigentlich „die Denkungsart wichtiger als der Inhalt politischer Urteile“: Heideggers „Sprechweise und seine Handlungen haben eine gewisse verwandtschaft mit nationalsozialistischen Erscheinungen, die seinen Irrtum begreiflich machen“.[638] Folglich beschloss der Senat am 19. Januar 1946 den Entzug von Heideggers Lehrbefugnis. Rüdiger Safranski meinte, dass die Universität in diesem Fall ein Exempel statuieren wollte, „um gegenüber der Militärverwaltung glaubwürdig zu bleiben“.[639] Am 15. März 1949 wurde das parallel zu den universitären Bereinigungsverfahren laufende Spruchkammerverfahren Heideggers abgeschlossen und er lediglich als „Mitläufer“ eingestuft[640] (keine „Sühnemaßnahmen“).[641] So der Philosoph Franz Vonessen wäre Heidegger in Wirklichkeit „kein Mitläufer, sondern Kollaborateur“ gewesen, „aber offensichtlich gar kein geschickter“.[642]

In seinem Antrag auf die „Wiedereinstellung in die Lehrtätigkeit“ vom 4. November 1945 wollte Heidegger seine Lehrtätigkeit nach 1934 als Form des „Widerstands geistiger Art“ gegen die Partei und NS-Ideologie verstanden wissen:

„Meine Stellung zur Partei habe ich auch in Äußerlichkeiten sichtbar werden lassen, insofern ich weder die Parteiversammlungen besuchte, noch das Parteiabzeichen trug, noch meine Vorlesungen und Vorträge mit dem sogenannten deutschen Gruß begann. Ich rechne mir den in den letzten elf Jahren geleisteten Widerstand geistiger Art zu keinem besondern Verdienst an.“[643]

Victor Farías[644] und Hugo Ott[645] bezweifeln diese Einstellung, weil Heidegger 1936 in Rom, Karl Löwith zufolge, das Hakenkreuz öffentlich getragen habe. Dazu Hermann Heidegger in einer Entgegnung auf Hugo Ott: „Ich kenne kein Foto, auf dem mein Vater je das schwarzweißrote Hakenkreuz-Parteiabzeichen trug. Während seines Rektorats trug er zeitweise die kleine silberfarbige Anstecknadel (Hoheitsadler mit Hakenkreuz). Richtig ist dagegen, daß meine Mutter auf Bitte des damaligen Botschafters von Hassel auf ihrem englischen Wollkostüm das Parteiabzeichen in Rom, um nicht für eine Engländerin gehalten zu werden. Engländer wurden während des Abessinien-Konfliktes in Rom unfreundlich behandelt.“[646] Silvio Vietta berichtet, Martin und Elfride Heidegger haben ihm persönlich versichert, „dass auf seiner uniformähnlichen Jacke eine Anstecknadel, aber kein Parteiabzeichen war.“[647] Er habe es doch manchmal getragen, wie sein Neffe Heinrich Heidegger erzählte:

„Weil wir noch etwas auf den Zug warten mussten, sagte er mir, er müsse jetzt wieder das Parteiabzeichen am Revers tragen. Ich fragte ihn daraufhin: ‚Bist Du in der Partei?‘ – das war mir völlig neu, denn in den vielen Wochen und Monaten, die er bei uns verbrachte, kam er mir und uns allen immer sehr kritisch gegenüber der NS-Partei und Hitler vor.[648][649]

Hermann Heidegger, der Sohn Martin Heideggers, sagte 1996 in einem Interview mit der linken Zeitung „La Repubblica“, sein Vater habe „zweifellos einen geistigen Widerstand geleistet“: „Keinen aktiven, weil die Struktur seiner Persönlichkeit ihm das nicht erlaubte. Aber es gibt genügend Zeitzeugen, die bestätigen, daß Heidegger in seinen Vorlesungen und Seminaren wirklich gefährliche Sachen gesagt hat.“ Ott antwortete: „Diese zur Überschrift geronnene Feststellung entspricht der von Martin Heidegger seit 1953 in Leserbriefen bekundeten ‚Legende‘ – im Zusammenhang mit der publizistischen Auseinandersetzung nach der 1953 erfolgten Veröffentlichung von Einführung in die Metaphysik (Vorlesung SS 1935). Nach meiner Ansicht ist es eine Verhöhnung derjenigen Menschen, die tatsächlich Widerstand geleistet haben.“[650][651] Hermann Heidegger bekräftigte diese Sicht und sein Zurückhalten wichtiger Originaltexte Heideggers aus der NS-Zeit 2002 in der neurechten Zeitung Junge Freiheit.[652][653] Holger Zaborowski urteilt: „Derlei Interpretationen können heute kaum noch überzeugen.“[654]

Verhältnis zu Hannah Arendt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jüdin Hannah Arendt hatte als Studentin von 1924 bis 1930 eine Liebesbeziehung mit Heidegger und korrespondierte mit ihm. Seit 1930 interessierte sich Arendt immer stärker für die politische Bekämpfung des Antisemitismus. Sie verstand sich bewusst als Jüdin und Aufklärung als integralen Bestandteil jüdischer Identität und Aktivität.[655] Im Herbst 1932 fragte sie Heidegger schriftlich, ob es zutreffe, dass er sich an der Freiburger Universität von Juden distanziere. Er antwortete, das seien Verleumdungen (siehe oben).[656] Infolge seiner zeitweisen Bejahung des Nationalsozialismus brach sie 1933 den Kontakt ab. Ihr Verhältnis zueinander wurde seit 1987 infolge der Heidegger-Kontroverse öfter untersucht, auch um zu klären, ob Heideggers NSDAP-Mitgliedschaft nur Charakterschwäche oder auch Folge seiner Philosophie war.[657]

Was sein Nazitum angeht, so schrieb sie dieses 1946 in Was ist Existenzphilosophie? nicht nur einer Charakterschwäche zu, sondern machte dafür seinen unheilbaren Romantizismus verantwortlich, eine „Verspieltheit, die teils aus dem Geniewahn und teils aus der Verzweiflung stammt“.[658] Sie schrieb ausserdem, daß Heidegger 1933 seinem „Lehrer und Freund“ Husserl verboten hätte, die Fakultät zu betreten, weil er „Jude war“.[659] Karl Jaspers teilte ihr mit, dass Husserl keineswegs auf das Betreiben des Rektors Heidegger aus dem Universitätsdienst ausgeschlossen worden sei. Er vermutete, dass jeder Rektor ein solches Rundschreiben verfassen und Professoren es unterzeichnen mussten. Sie beharrte weiterhin darauf (erneut fälschlicherweise), Heidegger hätte aus ihrer Sicht „in dem Moment, wo er seinen Namen unter dieses Schriftstück zu setzen hatte, […] abdanken müssen.“ Das „wirklich Irreparable“ richte oft jenen Wall auf, „der Menschen wirklich scheidet“. Sie fuhr fort: „[…] da ich weiß, daß dieser Brief und diese Unterschrift ihn [Husserl] beinahe umgebracht haben, kann ich nicht anders, als Heidegger für einen potentiellen Mörder zu halten.“[660] Heideggers angebliche Signatur unter dem Beurlaubungsschreiben hat sich als Irrtum herausgestellt.[661][662] Sie attestierte ihm 1949 in einem Brief an Jaspers Charakterlosigkeit, in dem Sinne, „daß er buchstäblich keinen hat, bestimmt auch keinen besonders schlechten.“ Sie setzte jedoch hinzu: „Dabei lebt er doch in einer Tiefe und mit einer Leidenschaftlichkeit, die man nicht vergessen kann.“[663]

1950 nahm sie wieder Kontakt zu ihm auf, besuchte ihn einige Male und hielt ihre Freundschaft bis zu ihrem Tod 1975 aufrecht. In einem Brief behauptete Heidegger, schon Mitte der Dreißigerjahre die Ursache der deutschen Katastrophe entdeckt und sie in eines seiner Werke eingearbeitet zu haben – über Heraklit und Parmenides. Nun erwartete er einen Bürgerkrieg, der Frankreich und Europa die Existenz kosten würde. „Inzwischen wird die Welt immer düsterer“, schreibt er 1952: „Das Wesen der Geschichte wird immer rätselhafter. […] So bliebe nur die Resignation. Doch ich sehe im Gegenteil trotz gesteigerter äußerer Bedrohung in allem eine Ankunft neuer, besser gesagt ältester Geheimnisse.“[664] Arendt scheint sich bei Jaspers beschwert zu haben, dass keine Verständigung über die Nazizeit möglich sei. Schwierig sei dies, „weil er wirklich nicht weiß und auch kaum in einer Position ist, herauszufinden, welcher Teufel ihn da hineingeritten hat“.[665] Arendt lag jedoch nichts ferner, als dies aus dem spezifischen Denken Heideggers zu erklären. Vielmehr verglich sie 1951 in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft Heidegger und Platon, die beide „ihre Zuflucht zu Tyrannen und Führern nahmen.“ Hierbei handele es sich um eine déformation professionnelle großer Denker: „Denn die Neigung zum Tyrannischen lässt sich theoretisch bei fast allen großen Denkern nachweisen (Kant ist die große Ausnahme).“ Dieser Faszination für Hitler habe ein „Mangel an wirklicher Urteilskraft“ zu Grunde gelegen, so dass die intellektuelle Elite den eigentlichen Zustand der Gesellschaft 1933 nicht erkannt habe.[666] 1958 erschien ihr Buch Vita activa oder Vom tätigen Leben, das eine Unabhängigkeitserklärung von zentralen Aspekten seiner Philosophie, vor allem seinem Schweigen über die Beziehung zwischen Politik und Philosophie, war.[667]

In dem zuerst 1969 veröffentlichten Text Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt pries sie die Qualität seines Denkens. Unter der Hommage ist jedoch der Hinweis auf Heideggers Kompromittierung durch seinen Versuch, sich auf die Politik einzulassen, kaum versteckt.[668] Ihre Achtung vor Heidegger beruhe darauf, dass er aus seinem Fehler gelernt und sich fortan auf die Domäne des Denkens beschränkt habe.[669] Und sie meinte:

„Diesen ‚Irrtum‘ hat Heidegger zwar nach kurzer Zeit eingesehen und dann erheblich mehr riskiert, als damals an den deutschen Universitäten üblich war. Aber das Gleiche kann man nicht von den zahllosen Intellektuellen und sogenannten Wissenschaftlern behaupten, die nicht nur in Deutschland es immer noch vorziehen, statt von Hitler, Auschwitz, Völkermord und dem ‚Ausmerzen‘ als permanenter Entvölkerungspolitik, sich je nach Einfall und Geschmack an Plato, Luther, Hegel, Nietzsche oder auch an Heidegger, Jünger oder Stefan George zu halten, um das furchtbare Phänomen aus der Gosse geisteswissenschaftlich uns ideengeschichtlich aufzufrisieren.[670][671]

Aussagen zum Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Marcuse in Newton, Massachusetts 1955

Heidegger äußerte sich ab 1945 öffentlich nicht über sein Verhältnis zum Nationalsozialismus. Viele ehemalige Schüler, darunter Juden, die Deutschland in der NS-Zeit hatten verlassen müssen, befremdete dieses Schweigen. Herbert Marcuse schrieb Heidegger am 27. August 1947: „Wir können die Trennung zwischen dem Philosophen und dem Menschen Heidegger nicht machen – sie widerspricht Ihrer eigenen Philosophie. Ein Philosoph kann sich im Politischen täuschen – dann wird er seinen Irrtum offen darlegen. Aber er kann sich nicht täuschen über ein Regime, das Millionen von Juden umgebracht hat – bloß weil sie Juden waren, das den Terror zum Normalzustand gemacht hat und alles, was je mit dem Begriff Geist und Freiheit und Wahrheit verbunden war in sein blutiges Gegenteil verkehrt hat. Sie können der Identifizierung Ihrer Person und Ihres Werkes mit dem Nazismus (und damit die Auslöschung Ihrer Philosophie) nur dann bekämpfen (und wir können sie nur dann bekämpfen), wenn Sie ein öffentliches Bekenntnis Ihrer Wandlung und Verwandlung ablegen.“ Dies sei umso notwendiger, weil Heidegger 1933/34 seine „begeisterte Verteidigung des Nazistaates und des Führers“ philosophisch begründet habe.[672]

Heidegger antwortete am 20. Januar 1948:

„Wenn ich Ihrem Brief entnehme, daß es Ihnen ernst ist mit einer richtigen Beurteilung meiner Arbeit und meiner Person, so zeigt mir gerade Ihr Schreiben, wie schwer ein Gespräch mit Menschen ist, die seit 1933 nicht mehr in Deutschland waren und die den Beginn der nationalsozialistischen Bewegung von ihrem Ende aus beurteilen. Zu den Hauptpunkten Ihres Briefes möchte ich folgendes sagen.
1. Zu 1933: ich erwartete vom Nationalsozialismus eine geistige Erneuerung des ganzen Lebens, eine Aussöhnung sozialer Gegensätze und eine Rettung des abendländischen Daseins vor den Gefahren des Kommunismus. Diese Gedanken wurden ausgesprochen in meiner Rektoratsrede (haben Sie diese ganz gelesen?), in einem Vortrag über 'Das Wesen der Wissenschaft' und in zwei Ansprachen an die Dozenten und Studenten der hiesigen Universität. Dazu kam noch ein Wahlaufruf von ca. 25/30 Zeilen, veröffentlicht in der hiesigen Studentenzeitung. Einige Sätze darin sehe ich heute als Entgleisung an. Das ist alles.
2. 1934 erkannte ich meinen politischen Irrtum, legte unter Protest gegenüber Staat u. Partei mein Rektorat nieder. Daß man n. 1. propagandistisch im In- u. Ausland ausnutzte, n. 2. aber ebenso propagandistisch verschwieg, kam mir nicht zur Kenntnis u. kann mir nicht zur Last gelegt werden.
3. Sie haben völlig recht, daß ein öffentliches, allen verständliches Gegenbekenntnis von mir fehlt; es hätte mich ans Messer geliefert und die Familie mit. Jaspers sagte dazu: Daß wir leben, ist unsere Schuld.
4. Ich habe in meinen Vorlesungen und Übungen von 1934/44 einen so eindeutigen Standpunkt eingenommen, daß von denen, die meine Schüler waren, keiner der Naziideologie verfiel. Meine Arbeiten aus dieser Zeit werden, wenn sie einmal erscheinen, dafür zeugen.
5. Ein Bekenntnis nach 1945 war mir unmöglich, weil die Nazianhänger in der widerlichsten Weise ihren Gesinnungswechsel bekundeten, ich aber mit ihnen nichts gemein hatte.
6. Zu den schweren berechtigten Vorwürfen, die Sie aussprechen 'über ein Regime, das Millionen von Juden umgebracht hat, das den Terror zum Normalzustand gemacht hat und alles, was ja wirklich mit dem Begriff Geist und Freiheit u. Wahrheit verbunden war, in sein Gegenteil verkehrt hat', kann ich nur hinzufügen, daß statt 'Juden' 'Ostdeutsche' zu stehen hat und dann genauso gilt für einen der Alliierten, mit dem Unterschied, daß alles, was seit 1945 geschieht, der Weltöffentlichkeit bekannt ist, während der blutige Terror der Nazis vor dem deutschen Volk tatsächlich geheimgehalten worden ist.“[673]

Damit begrenzte Heidegger seinen „Irrtum“ in der NS-Zeit auf wenige Sätze in insgesamt fünf Reden des Jahres 1933 und auf ein politisches, kein intellektuelles Versagen. Daraufhin brach Marcuse den Kontakt zu ihm im Mai 1948 endgültig ab.[674] Zudem übernahm Heidegger zwei Reaktionsmuster der deutschen Nachkriegszeit: die Aufrechnung von jüdischen Holocaustopfern gegen Vertreibungen Ostdeutscher und die Behauptung, Kenntnis der NS-Verbrechen sei erst seit 1945 möglich gewesen. Seinen Antikommunismus behielt er bei: In einem Leserbrief von 1950 verwahrte er sich gegen fortgesetzte „Diffamierung“ derer, „die sich kurze oder auch längere Zeit politisch geirrt haben“, während zugleich Jeder zur KPD gehören könne. In diesem Zustand sah er eine „innere Auflösung der letzten substantiellen Kräfte unseres Volkes“.[675] Otto Pöggeler fragt, ob Marcuses Annahme richtig ist, Heidegger habe Auschwitz mit der Vertreibung der Ostdeutschen aufrechnen wollen: „Spricht aus Heideggers Sätzen nicht viel mehr die alte Einstellung, die eine radikale Erneuerung oder gar nichts will?“[676]

Karl Jaspers (1966)

Karl Jaspers hatte damals als Gegner und Verfolgter des NS-Regimes hohe moralische Autorität. Er versuchte bis 1948 entgegen der Kollektivschuldthese des alliierten Entnazifizierungsprogramms, jeden Deutschen zur Auseinandersetzung mit der „Schuldfrage“ (Buchtitel 1946) hinsichtlich der NS-Verbrechen zu bewegen, um zur moralisch-politischen Erneuerung Deutschlands beizutragen. Am 5. Juli 1949 schrieb ihm Heidegger: „Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Unheil und seiner weltgeschichtlich-neuzeitlichen Verflechtung wird den Rest unseres Lebens durchdauern!“ Am 7. März 1950 schrieb er:

„Ich bin seit 1933 nicht deshalb nicht mehr in Ihr Haus gekommen, weil dort eine jüdische Frau wohnte, sondern weil ich mich einfach schämte.“

Am 8. April 1950 fügte er hinzu, dass „von Jahr zu Jahr, je mehr das Bösartige herauskam, auch die Scham wuchs, jemals hier unmittelbar und mittelbar mitgewirkt zu haben.“[677] Mit der Wortwahl von „Unheil“ und „Scham“ umging er die Frage nach individueller Schuld, indem er zuerst auf die Sicht Anderer, nicht auf das eigene Gewissen reagierte. Diese Abwehrhaltung war unter deutschen Akademikern verbreitet.[678] Demgemäß kritisierte Jaspers an Heideggers Märzbrief, dass ein „Schuldbekenntnis“, das „kein echtes, wirklich verstehendes ist, unnötig und folgenlos bleibt“. Hannah Arendt verriet ihm daraufhin, sie habe Heidegger zu seiner Aussage veranlasst.[679] 1959 auf einer Wanderung mit dem Pädagogen Heribert Heinrich soll Heidegger gesagt haben, Hitler sei der „Räuber und Verbrecher des Jahrhunderts“. Zugleich behauptete er, „das totale Verhängnis seit 1938 erkannt und sein Verhältnis zum Nationalsozialismus radikal revidiert“ zu haben.[680]

Einschätzungen

Heidegger erklärte sein öffentliches Schweigen damit, dass er sein Denken vor billigen Einwänden ad personam schützen wolle. Hierdurch wolle er Ersatzhandlungen vorbeugen, die statt das Denken den Denkenden angreifen.[681] Er sah laut Walter Biemel keine Notwendigkeit, seine in der NS-Zeit geübte deutliche Kritik an Biologismus, Rassismus und jeder Weltanschauungsposition zu wiederholen.[682] Als 1945 die Tore der Konzentrations- und Vernichtungslager geöffnet wurden, konnte Heidegger sich sagen, so Otto Pöggeler, „daß er mit den Urhebern der Unmenschlichkeit dort nichts gemeinsam gehabt habe. In der Tat hatte er nie akzeptiert, was sich doch als Kern des Nationalsozialismus herauskristallisiert hatte: den Rassengedanken, den Kampf um die Weltherrschaft von einem totalitären System aus. So schrumpfte für Heidegger die eigene Beteiligung an der nationalsozialistischen Bewegung auf einen kurzen Irrtum zusammen.“[683] Jean-Michel Palmier berichtet, dass er 1969 mit Ernst Jünger über Heideggers Schweigen gesprochen habe: Ernst Jünger äußerte sich dahingehend, dass Heidegger sich für seinen politischen Irrtum deshalb nicht entschuldigen habe wollen, weil er von seinem Standpunkt aus eher hätte erwarten müssen, dass Hitler wiederauferstehe und um Verzeihung bitte, ihn, Heidegger, irregeführt zu haben. Palmier kommentierte:

„Dieser Ausfall enthält viel Wahres. Alles läßt darauf schließen, daß Heidegger niemals anerkannte, sich über das Wesen von Hitlers Nationalsozialismus tragisch getäuscht zu haben. Statt dessen dachte er, der Irrtum stamme aus der Bewegung, denn sie habe irgendwie der metaphysischen Wahrheit nicht entsprochen, die er in ihr entdeckt haben wollte.[684]

George Steiner, der 1978 Heideggers Schweigen als „disqualifizierend“ bewertete, fragte kritisch: „Was hätte Heidegger sagen können? Was außer opportunistische Banalitäten konnte die Sprache Hölderlins, Kants und Heideggers selbst zum Thema äußerster Bestialität und Selbstvernichtung zu bieten haben? Welcher Philosoph irgendwo hat etwas anderes als mehr oder weniger leere Plattitüden über die Nacht zu sagen gehabt, die in den vierziger Jahren über den Menschen kam?“[685] Die Philosophin Ute Guzzoni versuchte 1986 zu erklären, warum es Heidegger nicht möglich gewesen sei, nach 1945 „die Schuld seines Irregehens von 1933 einzubekennen“. Heideggers Haltung sei „eine – vielleicht letztlich gläubig zu nennende – Hinnahme des Zugeschickten“, des sogenannten Seinsgeschicks gewesen. Sie meinte deshalb, dass nach Heideggers „eigener Überzeugung“ seine „politische Verirrung“ nichts wäre, „was jenseits seiner Philosophie stünde, was lediglich ein Irrtum des fehlbaren Menschen Heidegger gewesen wäre“.[686] Dass Heidegger über die Judenvernichtung Stillschweigen bewahrte, sei aber Philippe Lacoue-Labarthe (1986) zufolge „unverzeihbar schlechthin“,[687] eben weil er „als erster“ in der Lage gewesen wäre, die Zäsur zu konstatieren:

„Daß Gott in Auschwitz gestorben ist, hat Heidegger niemals gesagt. Aber alles spricht dafür, daß er, wenn er es gewollt hätte, […] es hätte sagen können.[688]

Heidegger habe das „Unheil“ verschwiegen, um das, was er für Deutschland hielt, zu entschulden.[689] Auch Maurice Blanchot urteilte 1987, „daß Heideggers irreparabler Fehler in seinem Schweigen zur Vernichtung liegt“.[690] „Durfte man daraus nicht schließen“, fragte Pöggeler 1988, „daß Heideggers Denken unfähig blieb, sich zur Wirklichkeit in einen Bezug zu setzen?“[691] Jacques Derrida nannte 1988 das Schweigen Heideggers „eine Verwundung des Denkens“ und wagte eine „Hypothese“:

„Angenommen, Heidegger hätte zu 1933 nicht nur gesagt: Ich habe eine große Dummheit begangen, sondern: Auschwitz ist der absolute Schrecken, es ist das, was ich von Grund auf verurteile. Ein Satz, wie er uns allen geläufig ist. Was wäre dann gewesen? Er hätte wahrscheinlich ohne weiteres die Absolution erhalten. Man hätte die Akten über Heidegger, über die Beziehung zwischen seinem Denken und den Ereignissen des sogenannten Nationalsozialismus, geschlossen. Und mit einem Satz, der auf einen mühelosen Konsens zielte, hätte Heidegger die Angelegenheit beendet gehabt, und wir stünden heute nicht im Begriff uns fragen zu müssen, was die Erfahrung von Heideggers Denken enthalten könnte an Affinitäten, an Synchronien des Denkens, an Gemeinsamkeiten der Verwurzelung und dergleichen, mit dem noch immer ungedachten Phänomen, das für uns der Nationalsozialismus darstellt.[692]

Aussagen zum Holocaust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RAF-Luftaufnahme Auschwitz-Birkenau, aufsteigender Rauch der Verbrennungsgruben

Heidegger hielt 1949 in Bremen unter dem Titel „Einblick in das was ist“ die vier zusammenhängenden Vorträge „Das Ding“, „Das Gestell“, „Die Gefahr“, „Die Kehre“. Darin entfaltete er das von ihm seit 1935 reflektierte Wesen der modernen Technik, seine Bedeutung und Gefahr für das Sein des Menschen.[693] In Druckausgaben von 1954 und 1962 fehlte ein Satz des zweiten Vortrags zum Holocaust. Die komplette Reihe mit dem ursprünglichen Wortlaut erschien 1994 in der Gesamtausgabe.[694]

Im dritten Vortrag („Das Gestell“) wies Heidegger auf seinen Sprachgebrauch hin: Als „das Selbe“ (nicht „dasselbe“) bezeichnete er ein Verhältnis zwischen dem „Gestell“ (wie er das „Wesen“ der modernen Technik nannte) und der „Welt“ in der Gegenwart: „Das Selbe ist niemals das Gleiche. Das Selbe ist ebensowenig nur der unterschiedlose Zusammenfall des Identischen. Das Selbe ist vielmehr das Verhältnis des Unterschiedes.“[695] Im Folgenden nannte er Beispiele für die Problematik der modernen Massenproduktion:

„Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie, im Wesen das Selbe wie die Fabrikation von Leichen in Gaskammern und Vernichtungslagern, das Selbe wie die Blockade und Aushungerung von Ländern, das Selbe wie die Fabrikation von Wasserstoffbomben.“[696]

„Hunderttausende sterben in Masse. Sterben sie? Sie kommen um. Sie werden umgelegt. Sterben sie? Sie werden Bestandsstücke eines Bestandes der Fabrikation von Leichen. Sterben sie? Sie werden in Vernichtungslagern unauffällig liquidiert. Und auch ohne Solches – Millionen verelenden jetzt in China durch den Hunger in ein Verenden. Sterben aber heißt, diesen Austrag vermögen. Wir vermögen es nur, wenn unser Wesen das Wesen des Todes mag. Doch inmitten der ungezählten Tode bleibt das Wesen des Todes verstellt.“[697]

Diese einzigen Erwähnungen des Holocaust in Heideggers Werk wurden stark diskutiert. Hannah Arendt beschrieb die Entmenschlichung der Lagerhäftlinge 1949 und öfter ähnlich: Ihnen sei nicht nur ihr Leben und ihre Würde, sondern auch jedes humane Sterben geraubt worden. Sie bezeichnete den industriellen Aspekt dieses Massenmordens ebenfalls mit Ausdrücken wie „Fabrikation von Leichen“ und „Todesfabriken“.[698] Jedoch beschrieb sie damit die historischen Besonderheiten der Judenvernichtung, um deren „Wesen“ zu erfassen. Heidegger dagegen erwähnte den Holocaust als Beispiel für das Wesen der modernen Technik und stellte ihn mit anderen Massentötungen und friedlicher Techniknutzung in eine Reihe. Das kritisierte Daniel Morat mit Enzo Traverso als „Banalisierung“ des Holocaust und als „Nivellierungsstrategie“. Indem Heidegger seine Technikkritik der 1930er Jahre nach 1945 nahtlos fortsetzte, habe diese nichts zur Erklärung des Holocaust geleistet, sondern eine relativierende und entschuldende Funktion erhalten.[699] Holger Zaborowski hingegen betonte, ohne einen „schockierenden Mangel an Sensibilität“ zu leugnen, dass Anfang der 1950er Jahre die späteren Debatten um die historische Einmaligkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung noch nicht stattgefunden hatten.[700]

Der französische Philosoph Emmanuel Faye kritisierte diese Aussagen mit dem von ihm selbst erfundenen Begriff „ontologischen Negationismus“: Heidegger habe im Grunde das Sterben in den Vernichtungslagern geleugnet.[701] Todd Samuel Presner interpretierte die Zitate aus Heideggers Gesamtgedankengang. Heidegger habe sein Konzept des authentischen Todes (Sein und Zeit, §§ 46–53) mit der modernen Technik konfrontiert und deshalb das aktive, bewusste „Sterben“ im Sinne des Seins-zum-Tode dem passiven, anonymen, massenhaften, nichtöffentlichen Getötetwerden entgegengesetzt. Deshalb habe er weder Täter noch ideologische Tatmotive noch die Juden als Opfer benannt. Er habe wie Arendt das Grundproblem der Massenvernichtung in der Moderne erkannt und reflektiert: Indem massenhaft Leichen fabriziert werden, wird dem Menschen sein individueller Tod genommen, so dass man eigentlich nicht vom „Sterben“ der Opfer reden kann. „Massenhafte Nöte zahlloser, grausig ungestorbener Tode überall — und gleichwohl ist das Wesen des Todes dem Menschen verstellt. Der Mensch ist noch nicht der Sterbliche.“[697] Er habe jedoch übersehen, dass die Nationalsozialisten mit diesen Leichenfabriken historische Spuren hinterließen, so dass ihnen die beabsichtigte totale Vernichtung der Erinnerung an ihre Opfer misslang.[702]

Mit Jean-François Lyotard fragte Florian Grosser die textimmanenten Interpreten von Heideggers Holocaust-Aussagen, „warum ausgerechnet die europäischen Juden zu den wesentlichen Leidtragenden der im Zeitalter der 'rasenden' Technik kulminierenden Entwicklung des Abendlandes geworden sind“. Darauf gebe Heidegger keine Antwort. Zudem habe er die Begriffe „Opfer“ und „Ereignis“ trotz deren hohen Stellenwerts in seiner Philosophie nie auf die millionenfach ermordeten Juden bezogen. Diese fehlende Konkretion lege nahe, dass er den Holocaust nicht als einen die Geschichte des Abendlands verwandelnden Zivilisationsbruch betrachtet, sondern als bloße, wie aus einem „ontologischen Gesetz“ folgerichtig hervorgegangene Episode in die abendländische Entwicklung eingereiht habe. Damit sei er dem „deutschen Opferdiskurs“ der Nachkriegszeit, bei dem nur deutsche, nicht jüdische Opfer beklagt wurden, sehr nahegekommen. In seiner ersten Holocaust-Aussage identifiziere er das „Seinsgeschick“ der modernen Technik mit einzelnen aktuellen Manifestationen: Spätestens daran erweise sich, dass seine Makroperspektive „es ausschließt, konkreten zeitgeschichtlichen Geschehnissen und Phänomenen adäquat zu begegnen“. Seine Formel „im Wesentlichen das Selbe“ zeige Heideggers fundamentalen Mangel an kritischem Rüstzeug, politischer Urteilskraft und seine Unfähigkeit, den unaufhebbaren Unterschied des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts zu irgendeinem anderen technischen Phänomen zu begreifen und zu benennen.[703]

So sei, schreibt Silvio Vietta, die heideggersche Kritik am Nationalsozialismus übergegangen in eine Kritik an einer zukünftigen, rein technologisch orientierten Gesellschaft.[704] Nachdem der französische existentialistische Philosoph Jean-Paul Sartre 1952 Heidegger in Freiburg besuchte, erzählte er, enttäuscht: „Er verabscheut das Engagement. Ich habe ihm davon erzählt. Ich wurde mit unendlichem Mitgefühl beobachtet. Am Ende redete ich mit seinem Hut.“[705] 1957 engagierte er sich allerdings zusammen mit Günther Anders für die Kampagne „Kampf dem Atomtod“, die sich gegen die von der CDU/CSU-geführten Bundesregierung geplante Bewaffnung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen richtete. Hanna Arendt kommentierte ironisch: „Heidegger, der eben keine Volksbewegung auslassen kann, hat sich auch schon hübsch angeschlossen“.[706] Zu Anfang der sechziger Jahre unterstützte er, ähnlich wie Albert Schweitzer, die Deutsche Friedens-Union, und späterhin unterzeichnete er einen Aufruf gegen die Notstandsgesetze von 1968. Franz Vonessen urteilt: Diese „Überzeugungen“ zeigen Heidegger „weit von den Erben des Hitler-Geistes entfernt“.[642]

Die Heidegger-Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich: Debatte noch während der Besatzungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean-Paul Sartre (um 1950)

Die Debatte um Heideggers Verhältnis zum Nationalsozialismus begann schon 1933 mit den geteilten Reaktionen auf sein Rektorat. Sie lebte 1943 in Frankreich neu auf, als Kommunisten Jean-Paul Sartre wegen seiner Nähe zu Heidegger Nazismus vorwarfen.[707] Die kommunistische Zeitung Action veröffentlichte am 29. Dezember 1944 Sartres Gegendarstellung. Er warf Heidegger Feigheit vor, in Sartres Worten Unaufrichtigkeit:

„Heidegger war Philosoph, lange bevor er Nazi war. Seine Zustimmung zum Hitlerismus erklärt sich durch Angst, vielleicht durch Karrierismus, sicher durch Konformismus: das ist nicht schön, ich gebe es zu. Doch das genügt, Ihr schönes Argument zu entkräften: ‚Heidegger‘, sagen Sie, ‚ist Mitglied der nationalsozialistischen Partei, also muß seine Philosophie eine Nazi-Philosophie sein.‘ Das stimmt nicht: Heidegger hat keinen Charakter, das ist die Wahrheit; können Sie daraus schließen, daß seine Philosophie eine Apologie der Feigheit ist? Wissen Sie denn nicht, daß die Menschen manchmal nicht auf der Höhe ihrer Werke sind? Und können Sie den ‚Gesellschaftsvertrag‘ verurteilen, weil Rousseau seine Kinder ausgesetzt hat? Und außerdem, was zählt schon Heidegger? Wenn wir unser eigenes Denken anläßlich dessen eines anderen Philosophen entdecken, wenn wir bei diesem Techniken und Methoden suchen, die uns zu neuen Problemen Zugang verschaffen können, heißt das dann, daß wir alle seine Theorien teilen? Marx hat seine Dialektik von Hegel übernommen. Sagen Sie deshalb, ‚Das Kapital‘ sei ein preußisches Werk?[708]

1946 wurden Artikel deutsch-jüdischer Heidegger-Schüler und französischer Philosophen in Sartres Journal Les Temps Modernes veröffentlicht. Karl Löwith leitete Heideggers Hinwendung zum Nationalsozialismus direkt aus seiner Philosophie ab,[709] während Alfred de Towarnicki diese Hinwendung als zeitbedingt, befristet und unverbunden mit seinem Werk ansah. Diese Fragestellung blieb bis in die Gegenwart konstant. Diese erste Debatte war Teil der gegen Sartre gerichteten Heidegger-Rezeption in Frankreich, die Jean Beaufret und Heideggers Brief über den Humanismus 1947 förderten. Georg Lukács verwarf Heideggers Philosophie 1948 von einem orthodoxen Marxismus aus als präfaschistisch, wurde aber kaum beachtet.

Deutschland: Jürgen Habermas nimmt das Thema wieder auf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Westdeutschland eröffnete 1953 der damals 24-jährige Doktorand Jürgen Habermas die Debatte in einer für die FAZ verfassten Rezension zur Neuauflage einer Sammlung älterer Vorlesungen Heideggers unter dem Titel „Einführung in die Metaphysik“ (1935).[710] Unter Berufung auf die „Wächterschaft der öffentlichen Kritik“ wie den Aufklärungsbedarf einer jüngeren Studentengeneration forderte Habermas von Heidegger eine offene Auseinandersetzung mit dem eigenen Anteil an der Diktatur.[711] Er zeigte sich vor allem empört auf den Satz von der „inneren Wahrheit und Größe“ der NS-Bewegung, den Heidegger nicht gestrichen hatte,[712] was Habermas als Teil der „fortgesetzten Rehabilitation“ des Nationalsozialismus durch „die Masse, voran die Verantwortlichen von einst und jetzt“, verurteilte: „Da diese Sätze 1953 ohne Anmerkung erstmals veröffentlicht wurden, darf unterstellt werden, daß sie unverändert Heideggers heutige Auffassung wiedergeben.“ Er kommt sodann zu dem Schluss, dass Heidegger „nicht nur den eigenen Irrtum, sondern an Stelle einer moralischen Klärung, auch den ‚Irrtum‘ der nationalsozialistischen Führung seinsgeschichtlich begründet.“ Und er fragt: „Hatten wir nicht acht Jahre Zeit seither, das Risiko der Auseinandersetzung mit dem, was war, was wir waren, einzugehen? Ist es nicht die vornehme Aufgabe der Besinnlichen, die verantwortlichen Taten der Vergangenheit zu klären und das Wissen darum wachzuhalten?“ Außerdem entziehe sich Heideggers Philosophie der Logik, die daher noch weltanschaulich infiziert sei. Habermas fürchtete eine Neuinfektion „begeisterungsfähiger Studenten“ durch die martialische Aufladung der damaligen Terminologie:[713]

Wahlkampfplakat der CDU (1953)

„Denn Stil ist gelebte Haltung, von ihm springt der Funke spontaner Verhaltensbildung über.“

Dabei klinge Habermas' Rezension nicht nur wie eine Anklage Heideggers, sondern der Deutschen insgesamt.[714] Obwohl sich Habermas im Jahr zuvor noch über Gottfried Benn begeistert gezeigt hatte, distanzierte er sich zum ersten Mal von den autoritativen Führungsfiguren der Vergangenheit,[715] darunter sein eigener Doktorvater Erich Rothacker und der Korreferent Oskar Becker. So gedachte er vor allem die Gelegenheit zu nutzen, um den restaurativen Geist und die apologetische Tendenzen der Adenauer-Zeit zu bekämpfen.[716] Christian Ernst Lewalter warf ihm deshalb eine neomarxistische denunziatorische Absicht vor.[717] Karl Korn verteidigte ihn: Es sei beachtlich, „daß es fähige junge Leute gibt, die nicht noch einmal aus philosophischem Missverständnis die Opfer“ einer solchen Bewegung werden wollen.[718] Schließlich erwiderte Heidegger selbst in der Zeit vom 24. September 1953: Die Streichung des Satzes, der „geschichtlich“ zur Vorlesung gehöre, habe er aus Gründen der historischen Redlichkeit unterlassen. Außerdem sei er „überzeugt, daß die Vorlesung die erwähnten Sätze durchaus verträgt für einen Leser, der das Handwerk des Denkens gelernt“ habe.[719] Es war daher nicht von ungefähr, dass Habermas im Jahre 1956 als Assistent zu Theodor W. Adorno an die Universität Frankfurt am Main überwechselte,[720] dem Heidegger als restaurative Gegenfigur auch erschien.[721] 1959 hielt Adorno einen Vortrag zur Vergangenheitsbewältigung, in dem es implizit um Heidegger ging.[722]

Vorne: Max Horkheimer und Adorno, hinten rechts: Habermas (1964)

1959 wurde auch Paul Hühnerfeld zum Ankläger „In Sachen Heidegger“,[723] dessen Philosophie sich letztendlich als mystisch verkleideter Nihilismus entlarve.[724] In seiner Rezension sprach Ludwig Marcuse vom „heikelsten Thema der gegenwärtigen Philosophie“ und bedauerte, dass die Heidegger-Interpreten seit Thomas MannsDoktor Faustus“ den „Irren-Rationalismus“ von „Mein Kampf“ vom „Irrationalismus“ und Führer-Ideal Stefan Georges deduzieren. Ebenso wenig habe „Sein und Zeit“ 1927 mit Heideggers Faschismus zu tun.[725] Guido Schneeberger, ein Schüler von Karl Jaspers, gab 1960 eine Bibliographie der für die Debatte relevanten Heideggertexte heraus,[726] zwei Jahre später angereichert durch eine umfangreiche „Nachlese zu Heidegger“, wobei er Urheberrechte durch einen Selbstverlag umging.[727] 1961 veröffentlichte Jean-Pierre Faye Hitler-freundliche Heideggertexte auf Französisch, darunter die Rektoratsrede. Zudem verglich er Heideggers Sprache mit der des Nationalsozialismus.[728]

Theodor W. Adorno: Kritik an Heideggers „Jargon“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 entwickelte ebenso Adorno in einer Vorlesung zur Einführung in die philosophische Terminologie („Jargon der Eigentlichkeit“ betitelt) eine umfassende Kritik an Heideggers deutschtümelnder Sprache und Denkstil, die er als genuin faschistisch beurteilte. Adorno aber nimmt Heidegger zunächst nur als Sprecher, so Romano Pocai, nicht als Stifter des Jargons in den Blick:[729] Er ziele auf die Bedeutung, die Heideggers Denken für das Nachwirken des Faschismus nach 1945 besitze, für die Sprache, die dem Faschismus als „gesellschaftliche Entwicklungstendenz“ Asyl gewähre.[730] Auch Karl Jaspers[731] gehöre zu den „Patriarchen des Jargons“ d. h. der herrschenden zeitgenössischen „deutschen Ideologie“, die „aus der schlechten Empirie Transzendenz“ mache.[732] Rudolf Augstein griff Heidegger in einem Spiegel-Artikel an, worauf dieser dem Spiegel 1966 sein einziges Interview gab, das 1976 veröffentlicht wurde. Am 11. März 1966 hatte Heidegger an den Schriftsteller Erhart Kästner geschrieben:

„Im Grunde handelt es sich gar nicht um mein kurzfristiges Rektorat 1933/34, sondern allein um das, was Paul Valéry […] feststellt: ‚Wer das Denken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an‘.[733]

Zur Verteidigung Heideggers veröffentlichte Jean-Michel Palmier 1968 eine Textanalyse der während seines Rektorats verfassten Werke.[734] Der Soziologe Pierre Bourdieu versuchte 1975, Heideggers intellektuelle und ideologische Affinitäten mit seiner Generation freizulegen, Charakteren wie Hans Freyer, Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck.[735] Diese Arbeit wies Ähnlichkeiten[736] mit Christian Graf von Krockows Darstellung eines „konservativ-revolutionären Habitus“ auf.[737] Hans-Georg Gadamer wendete sich 1979 vehement gegen jegliche soziologische Untersuchung Bourdieus oder Habermas’.[738] Bourdieus Heidegger-Analyse sei „einfach erheiternd“, habe „etwas sehr Dilettantisches“ und sei „wiederum einfach komisch“.[739]

1983 erschien erstmals die vollständige Rektoratsrede (abgesehen von einer Art Raubdruck im vorigen Jahr in Frankreich) mit einem Rechtfertigungsversuch Heideggers. Dies bedauerte Willy Hochkeppel: Ansätze, sich rückhaltlos zu seiner „kurzfristigen Verirrung“ zu bekennen, werden da durch „peinliche“, ins „Seinshafte“ gesteigerte Umdeutungen wieder, „unglaubwürdig“. Hochkeppel fragte: „warum gerade in Heideggers Fall die beharrliche Sucht, richten zu wollen? Wo doch bei anderen, etwa jahrzehntelang ‚verirrten‘ Stalinisten, beide Augen zugedrückt werden.“[740] Jean-Michel Palmier blieb davon überzeugt: „Genau genommen, gibt es nicht die mindeste Verbindung zwischen seinem Denken und dem Nationalsozialismus.“[741]

Rückblick auf das Rektorat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1960er Jahre kam zu der Debatte das Thema des politischen Engagements hinzu, das durch Heideggers Amt als Rektor im nationalsozialistischen Deutschland gegeben war. Sein ehemaliger Schüler Emmanuel Lévinas betrachtete dieses Engagement als eine als fatale Fortsetzung des heideggerschen ontologischen Denkens in dem Sinn einer philosophischen Tradition, die Anerkennung der Moral als „erste Philosophie“, nicht kenne.[742] Theodor W. Adorno stellte fest: „Heideggers Einordnung in den Hitlerschen Führerstaat war kein Akt des Opportunismus“,[743] sondern folgte aus einer Philosophie, die „bis in ihre innersten Zellen faschistisch“ sei.[744] Alexander Schwan analysierte 1965 die „Politische Philosophie im Denken Heideggers“ als „Ins-Werk-setzen der Wahrheit“,[745] wobei Heidegger den Werkbegriff erst nach dem Scheitern seines Rektorates und allein in Bezug auf die Dichtung voll entwickelte.[746] 1981 schrieb Gerd Tellenbach:

„Äußerte er doch in dem [Spiegel-]Interview, das er Rudolf Augstein zu postumer Veröffentlichung gewährte, er habe sich vor 1933 nie mit Politik beschäftigt. Das sollte ihn entschuldigen! Als ob irgendwen Mensch, in Handeln, Erleiden oder bloßer Indifferenz ohne politische Wirkung und Mitverantwortung wäre. Und als ob er, Heidegger, mit seiner Philosophie, nicht in geschichtlichen Zusammenhängen gestanden und politische Wirkungen ausgeübt hätte.“[747]

1986 urteilten die Historiker Bernd Martin und Gottfried Schramm, Heideggers Denken habe ihn nicht befähigt, den Nazis skeptisch und hellhörig zu begegnen:[748] Es gelte daher „auch zu bedenken, ob nicht dieses Denken von vornherein Affinitäten“ zu ihnen eingeschlossen habe. Allerdings schrieben sie auch: „Solange Heidegger auf dem ihm eigenen Felde blieb und nicht jenseits davon dilettierte, dachte er auf Bahnen, die mit dem Nationalsozialismus im Grunde unvereinbar waren.“[749] Gerhart Schmidt warf Heidegger vor, das Wesen der Institutionen nicht verstanden zu haben.[750] Heideggers Philosophie habe „mit dem Nationalsozialismus keinerlei Gemeinsamkeit, wie sogar Heideggers Feinde eingestehen“ mussten:

„Heidegger war gar kein Nationalsozialist, sondern Hitlerist. Er hatte sich verrannt, vielleicht weil er die erklärten Ziele Hitlers nicht genug kannte, eher wohl deswegen, weil er sie für bloßes Spielmaterial hielt. Für ihn war der Nationalsozialismus – und damit hatte er sogar teilweise recht – gleichbedeutend mit der Auflösung der institutionalen Gängelung des Menschen. Für ihn war (und blieb) er nicht bloß eine Partei, sondern eine ‚Bewegung‘, und das bedeutet für den Philosophen die Auflösung des Festen, den Aufbruch zu neuen Ufern, die Chance zu geschichtlicher Größe.“[751]

Ebenso urteilte Max Müller: Den Nationalsozialismus parallelisierte Heidegger „mit dem eigenen denkerischen Vorhaben als einen grundsätzlichen Abschied von der bisherigen Politik. Das war natürlich utopisch: Die Leute, denen er dieses zutraute, wollten ja etwas ganz anderes als er in seinem Abschied vom bisherigen Denken. […] Er setzte nicht auf die Partei, sondern auf eine Person und auf die Richtung, auf die ‚Bewegung‘.“[752] Der Historiker Hugo Ott versuchte 1988 darzulegen, dass Heideggers Darstellung über die Hintergründe der Rektoratsübernahme den tatsächlichen Vorgängen nicht entspreche. Er vermutete,[753] dass im Vorfeld stattdessen der NS-Hochschulreferent Eugen Fehrle und eine kleine Gruppe von Freiburger Universitätslehrern die entscheidende Rolle spielten, so u.a. Wolfgang Schadewaldt:

„Weder hat der gewählte und wenige Tage amtierende Rektor, der Anatomieprofessor von Möllendorf, auf Weisung des Ministers sein Amt niederlegen müssen – er gab es vielmehr freiwillig auf, weil er als überzeugter Demokrat und Republikaner die auf der Universität zurollende Gleichschaltung nicht mittragen wollte, auch nicht die Maßnahmen gegen jüdische Professoren und Assistenten-, noch hatten in erster Linie die genannten Kollegen Heidegger bedrängt, das Rektorat zu übernehmen. Die Gründe liegen tiefer. (…) Heidegger ist (…) nicht aus zufälliger Konstellation ins Rektorenamt gelangt, mit dieser Bürde belastet von den ehrenwerten Männern Sauer und von Möllendorf. Es gab vielmehr eine universitätsinterne Vorbereitung – hinter den Kulissen durch den kleinen NS-Kader, auf der Bühne indes wurde inszeniert nach Drehbuch!“[754]

Jürgen Habermas spricht vom „kruden Nationalismus, dem Heidegger seit 1933 auch öffentlich anhängt“. Demnach bleibt dieser „in den durch Hölderlin mehr oder weniger sublimierten Formen eine Invariante seines Denkens.“[755] Andererseits habe Heidegger, trotz eines Antisemitismus „vom üblichen kulturellen Schlage“, den Germanenkult und den Rassismus als Bestandteil des „kruden Nationalismus“ nicht mitgemacht.[756] Karl Löwith hatte 1940 berichtet:

„Die kleinbürgerliche Orthodoxie der Partei hat Heideggers Nationalsozialismus verdächtigt, weil die Rassen- und Judenfrage darin keine Rolle spielt. ‚Sein und Zeit‘ ist dem Juden Husserl, das Kantbuch dem Halbjuden Scheler gewidmet, und in der Freiburger Zeit haben wir unter Heideggers Leitung Bergson und Simmel studiert.“[757]

Nichtsdestoweniger sei er, so Löwith, ein radikaler Nationalsozialist gewesen, „weil Heideggers Entscheidung für Hitler die Übereinstimmung mit der Ideologie und dem Programm der Partei weit übertrifft. Er war und blieb Nationalsozialist, am Rande und in der Vereinzelung, die aber keineswegs wirkungslos ist.“[758] Otto Pöggeler versuchte, dieses blinde Vertrauen zu Hitlers Politik zu relativieren:

„Er war nicht der einzige Getäuschte: Roosevelt war vom Auftreten Hitlers begeistert, die Londoner Times unterstützte Hitlers Forderungen, und bald kam es angesichts des neuen Kurses dazu, daß man in den Londoner Kinos Beifall klatschte, wenn die Wochenschau das Bild Hitlers zeigte. […] Wenn Heidegger bei Regimefernen wie Jaspers Hitler gegen den Vorwurf des Primitivismus mit dem Argument verteidigte, Hitler habe aber wunderbare Hände, so konnte nachgewiesen werden, daß auch Toynbee nach einer Audienz von 1936 von Hitler festhielt: ‚he has beautiful hands‘ […]. Nun mag man darauf hinweisen, daß man sich damals in Mein Kampf über die wahren Ziele Hitlers habe orientieren können; doch dieses Buch wurde kaum gelesen und schon gar nicht ernst genommen.“[759]

Er habe sich als Philosoph und nicht als Politiker in den politischen Raum begeben, betont Felix O'Murchadha. Von seinem Selbstverständnis her wäre sein Rektorat keine persönliche Angelegenheit: „Heidegger wollte vielmehr mit seinem Handeln als Rektor zeigen, wie sich die Philosophie zur Politik verhalten soll.“ In seinem Handeln und in den Texten stehe „die unbefragte platonische Voraussetzung im Hintergrund, daß die Philosophie eine führende Rolle in der Gesellschaft spielen“ müsse.[760] Allerdings urteilt Rainer Thurnher: „Die dokumentierten Appelle und Reden – darunter auch die vieldiskutierte Rektoratsrede – zeigen aber Heidegger auf einem Niveau, das tief unter dem seiner denkerischen Bemühungen – der vorangegangenen wie der nachfolgenden – liegt.“ Den Grund für Heideggers begeistertes Engagement sieht Thurnher in einer „Fehleinschätzung“ des politischen Geschehens,[761] Holger Zaborowski in der damals verbreiteten „höchst selektiven Wahrnehmung des Nationalsozialismus“.[762] Alfred Denker folgert, für den Philosophen des „Entwurfs“ seien die Möglichkeiten der nationalsozialistischen Revolution entscheidender als die damalige politische Realität gewesen.[763] Er habe 1933 die Hoffnung gehegt, so Juan Vermal, durch eine gründliche Wandlung des Wissens die Kraft der „Bewegung“ in eine andere Richtung zu lenken, die von den rassischen und eng nationalistischen Ideologien weit entfernt wäre.[764]

Deutungen der Antrittsrede seit 1983

Als 1983 die Rektoratsrede erschien, urteilte der Philosoph Franz Vonessen, Heidegger habe zwar viel von Zucht und Härte gesprochen, nicht aber von dem „obligaten Thema Nr. 1 einer anständigen NS-Rede“: vom „Führer“ selbst. Die „Verblendung“ und Hybris des großen Denkers verrate jedoch der Schlusssatz. Nicht seines Rektorats, aber dieser „hartnäckigen Uneinsichtigkeit wegen“ werde Heideggers „Rang in der Geschichte der Philosophie immer zweideutig“.[765] Ebenso urteilte Willy Hochkeppel 1983: Die Rede zeige, dass Heidegger „den Führer führen“ wollte, wie Jaspers einmal Hochkeppel bedeutet habe. „Auf jeden Fall“ wolle Heidegger die Wissenschaft „parteiischer Bevormundung und Politisierung entziehen“. Schon der Titel müsse sich in jenen Jahren „herausfordernd genug“ ausnehmen. „Nationalsozialist“ sei Heidegger „sicher nicht“ gewesen. Aber dass der Nationalsozialismus und das politische Denken Heideggers „aus demselben völkischen Schoß krochen“, dieser Eindruck lasse sich „nicht verwischen.“[740] Bernd Martin betonte 1986, dass in der Rede „weder der Name Hitler noch der Begriff Nationalsozialismus auftauchen“. Sie entspreche nicht „der damals gängigen und von oben gewünschten Linie des angepaßten Verhaltens“ und unterscheide sich darin von anderen damaligen Universitätsreden, so dass sie keine dauerhafte Rolle für die NS-Propaganda gespielt habe.[766] Der französische Philosoph Jacques Derrida las 1987 die Rede als eine „Anrufung des Geistes“ durch den Geist der Philosophie. Indem Heidegger im Nationalsozialismus die „geistige Kraft“ des Abendlandes mobilisieren will, bürge er allerdings auch „für den Nazismus“, als wäre dieser eine „geistige“ Bewegung. Derrida kommentiert: „Je unvergleichlicher, je einzigartiger, je eigenartiger eine Gestalt des Geistes ist, desto mehr neigt man dazu, sich zu täuschen oder sich täuschen zu lassen, entweder aufgrund eines Vergleichs oder aufgrund einer Verwechslung.“[767] Jedoch haben zahlreiche Kommentatoren, darunter Wolfgang Röd[768] oder Tom Rockmore,[769] Anklang an die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie gesehen, da Heidegger an einer Stelle ausführte:

„Die geistige Welt eines Volkes ist nicht der Überbau einer Kultur, sowenig wie das Zeughaus für verwendbare Kenntnisse und Werte, sondern sie ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.“[770]

Heidegger hat in einer späteren Rechtfertigung zur Rektoratsrede die Rede von „erd- und bluthaften Kräften“ unterschlagen und beansprucht, eine zur Ideologie Alfred Rosenbergs gegenteilige Position vertreten zu haben.[771] Günther Anders bestreitet die Plausibilität dieser Einlassungen und spricht sogar von einer „Falschheit Heideggers“.[772] Hierbei aber zitiert er selbst die Rektoratsrede falsch und ersetzt „eines Volkes“ durch „unseres Volkes“. Nach Alfred Denker macht das einen großen Unterschied: „Die ‚Kräfte‘ sind verbunden mit der Bodenständigkeit eines jeden Volkes und nicht spezifisch deutsch. Die Bodenständigkeit ist die Grundlage einer geistigen Welt.“[773] Heideggers Begriff des Volkes, der nun ab 1933 verstärkt auftrat, ist dabei nicht durch ein biologisches Privileg ausgezeichnet, wie bei Rosenberg und Kolbenheyer, sondern geschichtlich, durch die Hingabe an ein „Geschick“ (Schicksal).[774] So Henning Ottmann sei es wohl mehr die „Erde“, die über Hölderlin für Heidegger in den 30er Jahren immer bedeutsamer werde, als das „Blut“, worauf es Heidegger hier ankommt.[775]

Tom Rockmore sieht die Rede als Hauptdokument für Heideggers öffentliche Identifikation mit dem nationalen Sozialismus, aber gehalten in einer „quasi-platonischen“ Sprache, die eine Art rechtsgerichteten Platonismus vertrete.[776] Reinhard Brandt deutet ihr Ziel als „Umwandlung der liberalen akademischen Universität in eine von einem einzigen Führerwillen durchherrschte völkische Einheit, die Zerstörung der kosmopolitischen Vernunft durch die völkische Autarkie, die Freiheit vom Joch allgemeiner Ideen in der Selbstbehauptung des Deutschen gegen die Not von außen und innen.“[777]

Heidegger hatte jedoch 1966 eingeräumt, dass dieser Satz seine damalige Hoffnung auf einen Einparteienstaat und nationalen Sozialismus ausdrückte: „Ich sah damals keine andere Alternative. Bei der allgemeinen Verwirrung der Meinungen und der politischen Tendenzen von 22 Parteien galt es, zu einer nationalen und vor allem sozialen Einstellung zu finden, etwa im Sinne des Versuchs von Friedrich Naumann.“ Der Redetitel „Selbstbehauptung der Universität“ habe die von nationalsozialistischen Studenten geforderte Politisierung der Wissenschaft abwehren sollen.[778] Der Philosoph Jacques Taminiaux meint, die Rede sei zwar „das eindeutigste Symptom“ für Heideggers Bejahung des Nationalsozialismus, erweise sich aber als ein „den Umständen entsprechendes Remake …von Platons ‚Der Staat‘“. Sie widerspreche somit dem Streben der NS-Ideologie, sich dieser Tradition des politischen Denkens „ein für allemal“ zu entledigen.[779] Jedoch leistete die politische Interpretation Platons seit den 1920er Jahren ihrerseits dem autoritären Machtstaat Vorschub.[780]

Weitgehender wissenschaftlicher Konsens ist heute, dass die Rede nicht parteipolitisch zu verstehen ist. Heidegger wollte als etablierter Philosoph im Rahmen der damaligen Gleichschaltungsoffensive des NS-Regimes von der politischen Aufbruchstimmung profitieren und in Übereinstimmung mit seinen elitären Konzepten der 1920er Jahre weitgehende Universitätsreformen anstoßen. Diese Absicht verband seine Rede sprachlich und inhaltlich mit vielen damaligen Rektoratsreden.[781]

Die Exegese von Sein und Zeit im Kontext der Debatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob nationalsozialistische oder gar politische Vorstellungen in Sein und Zeit 1927 zu finden seien, wird von der Heidegger-Forschung unterschiedlich gesehen. Verneint wird dies von Ludwig Marcuse[782] und Bernd Martin.[783] Winfried Franzen meint wenigstens eine „emphatische Theorie anti-politischer Existenz“ ausmachen zu können.[784] Philippe Lacoue-Labarthe bewertet hingegen das Buch als „politisch eingeschätzt, eine Philosophie ‚der Rechten‘, tragisch-heroisch und revolutionär“.[785] Walter Euchner urteilt: Der „heroische Vorgang“ der Entschlossenheit, der die „Gemeinschaft des Volkes“ stifte und mit der „entscheidungslähmenden Verlorenheit in das ‚Man‘“ kontrastiert[786] werde, sei „ohne weiteres mit der faschistischen Denkweise vereinbar“.[787] Domenico Losurdo identifiziert in Heideggers Themen die nationalkonservative Kriegsideologie aus dem Ersten Weltkrieg.[788] Johannes Fritsche sieht in Sein und Zeit den paradigmatischen Text der Nationalkonservativen der Weimarer Republik,[789] Dieter Thomä eher die philosophische Voraussetzung für den Umschlag von Theorie zur Praxis und für Heideggers politisches Engagement: Als Vorlage biete Sein und Zeit hierzu „den Übergang von der ‚Geschichlichkeit‘ über das ‚Geschick‘ zur ‚Gemeinschaft‘ des ‚Volkes‘“, auch wenn das NS-Engagement „nicht in der direkten Konsequenz“ von Sein und Zeit liege.[790]

Gemäß Emmanuel Faye sei „Heideggers völkischer Glaube“ schon 1927 „am Werk“ gewesen, da „Abschnitte über Tod und Geschichtlichkeit (mit ihrem Lob des Opfers)“ und „über die Wahl der Helden und des authentischen Geschicks des Daseins in der Volksgemeinschaft“ in Sein und Zeit zu finden seien.[791] Ist, wie Heidegger manchmal unterstreiche, die „Welt“ ein kulturelles, ja nationales Ganzes, dann wäre Sein und Zeit ein Programm für nationale Erneuerung.[792] Thomas Sheehan betont hingegen, die Nazi-Wörter „Volksgemeinschaft“ oder „Schicksalsgemeinschaft“ tauchen im Buch nirgendwo auf. Von einer „Destruktion der Idee des Ichs“ (Faye) sei nicht die Rede, im Gegenteil. Heideggers Philosophie führe zu einem starken Gegensatz von „Jemeinigkeit“ (Individuum) und „Man“ (Gemeinschaft). Wenn Heidegger schreibt, „daß das Dasein sich seinen Helden wählt“, verweise er nicht auf Hitler oder Nietzsches Übermensch, sondern zitiere Goethes Iphigenie auf Tauris. Das Wort „Bodenlosigkeit“ in Sein und Zeit bedeute lediglich die „Grundlosigkeit“ eines Arguments und habe nichts mit „Blut und Boden“ zu tun. Nicht Sein und Zeit sondern die soziale und personale Biographie Heideggers habe zur späteren Entscheidung für Hitler geführt.[793]

Victor Farías: Das Gesamtwerk im Fokus des NS-Vorwurfs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 versuchte Victor Farías (Heidegger et le nazisme), einen direkten Zusammenhang zwischen der Philosophie Heideggers und dem Nationalsozialismus herzustellen. Er popularisierte die Heidegger-Kontroverse und löste eine Welle neuer Forschungen zum Thema aus. Der Historiker Hugo Ott fasste die neueren Forschungsergebnisse in seiner Biographie 1988 zusammen.[794] Farías veröffentlichte Mitschriften von Vorlesungen Heideggers, um zu zeigen, dass dieser sein ganzes Leben lang „politisch-praktisch im Sinne des Nationalsozialismus agiert“ habe.[795] Dabei handelte es sich um nichtautorisierte Texte. Das Buch wurde fachwissenschaftlich stark kritisiert, so dass auch Farías These der Verknüpfung von Biographie und Philosophie Heideggers unglaubwürdig wirkte.[796] „Die Fachleute“, so Silvio Vietta, „waren sich relativ einig: Victor Farías Buch ist philosophisch eher flach, dokumentarisch lücken- und fehlerhaft.“[797] Unter anderem verwechselte er in der französischen Version seines Buches die Frankfurter Vorstadt Sachsenhausen mit dem gleichnamigen KZ bei Berlin.[798] Er behauptete, Heidegger habe die Veröffentlichung seines Platon-Artikels im Jahrbuch von Ernesto Grassi Goebbels zu verdanken[795] (er verdankte sie Giuseppe Bottai). Im Vorwort der französischen Ausgabe des Werks erhebt Christian Jambert den Vorwurf, Heidegger habe als Rektor auf die Ermordung jüdischer Studenten nicht reagiert (von der Ermordung irgendwelcher Studenten in Freiburg ist nichts bekannt).[799] Hans-Georg Gadamer urteilte, Farías Informationen seien sonst „gänzlich äußerlich und längst überholt“. Das Buch sei „dort, wo es Philosophisches berührt, von grotesker Oberflächlichkeit“, die „von Unkenntnis geradezu strotzt.“[800] Hugo Ott hält Farías Methode unter historisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten für völlig inakzeptabel.[801] Walter Biemel zufolge sprach Farías gegen den Rat von Freunden vor der Veröffentlichung seines Buchs nicht mit Zeitzeugen wie ihm selbst und Margherita von Brentano, weil er seine These „dann vielleicht nicht mehr hätte sagen können.“[802] Für viele ergab sich mit der Veröffentlichung des Buches Farías’ die Gelegenheit, die intellektuelle Hegemonie des Heideggerianismus in Frankreich zu liquidieren.[803] Die Libération titelte: „Heil Heidegger!“[804] Hugo Ott kommentierte: „In Frankreich ist ein Himmel eingestürzt — le ciel des philosophes.“[805]

1988 erkannte der poststrukturalistische Soziologe Jean Baudrillard die „überflüssige“ Heidegger-Affäre als Symptom eines „entkräfteten Denkens, das nicht einmal mehr Stolz auf seine eigenen Referenzen besitzt“.[806] So wie man angefangen habe, im Schlafzimmer von Marx „herumzuwühlen“, nachdem es mit dem Marxismus vorbei war, so krame man jetzt in der Biographie Heideggers herum. Aber das nütze alles nichts, weil nicht nur das Denken dahinschmelze, sondern auch weil es „nicht mehr genug Geschichte gibt, um irgendeinen historischen Beweis für das, was geschehen ist, zu erbringen.“ Wir leben in einer jämmerlichen Epoche, die nicht nur von allen Göttern, sondern auch von der Geschichte und dem Denken verlassen sei.[807]

Das Buch Farías’ war im Laufe des Historikerstreits entstanden, an dem Jürgen Habermas maßgeblich beteiligt war und den er in seinem Vorwort zur deutschen Übersetzung (1989) auch aufgriff.[713] Er betrachtete den „Fall Heidegger“ als repräsentativ für einen deutschen intellektuellen Sonderweg, dessen Wurzeln im 19. Jahrhundert zu finden seien.[808] So wurde der „Historikerstreit“ zum „Philosophenstreit“,[809] vor allem wegen den französischen Philosophen, die sich laut Habermas von Heideggers Antimodernismus faszinieren ließen.[810] Nicht zufällig stammte der einzige Aufsatz in der französischen Zeitschrift Le Débat, der die Thesen Farías’ ernstnahm, von Alain Renaut,[811] dem Mitverfasser des Pamphlets gegen das „antihumanistische Denken“ der Strukturalisten,[812] wie etwa Michel Foucault. Habermas verwies in seinem Vorwort auf Manfred Franks Meinung zu den neufranzösischen varianten der Heideggerschen Vernunftkritik (wie sie vor allem von Gilles Deleuze, Derrida und Lyotard vorgetragen werde): „Die neufranzösischen Theorien werden von vielen unter unseren Studenten wie eine Heilsbotschaft aufgenommen. Ich halte das Phänomen für gefährlich: denn hier saugen die jüngeren Deutschen begierig, unter dem Vorgeben der Öffnung ins Französisch-Internationale, ihre eigene nach dem III. Reich unterbrochene irrationalistische Tradition wieder ein, die dadurch von aller nationalen Schlacke gereinigt scheint, daß sie durch die Hand der Franzosen gegangen ist.“[813] In der Bundesrepublik gab es dann empört nachzitternde Reaktionen bis hin zu der Unterstellung, der inquisitorische Ton der deutschen Theoretiker habe zur Folge gehabt, „dass der von Frank und Habermas redaktionell beratene Suhrkamp Verlag kein Werk der inkriminierten französischen Autoren mehr übersetzt“.[814]

Ernst Nolte und das Argument der „kleinen Lösung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 versuchte Ernst Nolte, ein Schüler Heideggers, dessen Thesen zum europäischen Faschismus den Historikerstreit ausgelöst hatten, Heideggers Entscheidung für den Nationalsozialismus verständlich zu machen. Er bediente sich dabei seines umstrittenen Arguments, dass der Nationalsozialismus, als Antibolschewismus genommen, historisch im Recht gewesen sei.[815] Mit Hilfe begrifflicher Differenzierungen zwischen „großem“ und „kleinem Lösungsversuch“, zwischen einem „nationalen Sozialismus“, einem „sozialen Nationalismus“ und einem „Radikalfaschismus“ kommt Nolte zu dem Schluss, dass Heidegger allenfalls der Richtung eines „kleinen Lösungsversuches“ in Form des „nationalen Sozialismus“ zuzurechnen sei. Damit sei er gescheitert, weil auch Hitler den Anspruch erhob, „deutscher Sozialist“ zu sein. Aber Hitler habe etwas wesentlich anderes als Heidegger gewollt. Zwar beurteilte Heidegger die Verwandlung von Geist in „Intellekt“ ebenso negativ wie die ganze Lebensphilosophie und wie – auf seine Weise — Hitler. Aber niemals suche er die Ursache in den Juden, wie es Hitler und übrigens auch ein bedeutender Denker, nämlich Ludwig Klages, getan haben. Heidegger hätte recht, als er dem Drängen Marcuses und anderer nach einem „Schuldgeständnis“ nicht nachgab: „Wer 1933 glaubte, im Rahmen der Nationalsozialistischen Partei einen ‚Deutschen Sozialismus‘ verwirklichen zu können und sich nach dem 30. Juni 1934 auf erkennbare Weise von dem Regime distanzierte, braucht keine Mitschuld an den späteren Untaten des Radikalfaschismus zu übernehmen“. Nicht „Schuld“ sei die adäquate Kategorie, um das Verhältnis des nationalen Sozialismus zum Radikalfaschismus zu bestimmen, sondern „Tragödie“.[816] Und hinsichtlich der angeblichen „Denunziationen“ durch Heidegger solle nicht vergessen werden, „daß Georg Lukács, ohne viel Anstoß zu erregen, in seiner Autobiographie erzählen darf, er habe während seiner Tätigkeit als Politischer Kommissar bei einer Armee sieben Deserteure erschießen lassen, und daß von Ernst Bloch, ohne viel Anstoß zu erregen, berichtet werden kann, er habe während der Moskauer Prozesse den Angeklagten ‚Mitleid mit den Kulaken‘ vorgeworfen, während Heidegger wegen bloßer Aussagen in der noch flüssigen Anfangsphase von 1933/34 die schwersten Vorwürfe gemacht werden.“[817] Den Umschwung im Jahr 1933 stellt Nolte als „Volkserregung und Volksbewegung“. Heidegger sei in diesem Kontext „vielleicht zum ‚Faschisten‘“ dadurch geworden, dass er sich „für die ‚kleine Lösung‘“ engagierte, „aber er geriet deshalb keineswegs von vornherein ins historische Unrecht“:

„So wie man auch heute den Vorkämpfern der ‚großen Lösung‘ Anerkennung zollen kann, weil sie sich von guten Intentionen leiten ließen und einige Grundzüge der Entwicklung richtig voraussahen, so sollte man heute imstande sein, den Vertretem der ‚kleinen Lösung‘ ebenfalls Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, auch wenn man konstatiert, daß dieses Unternehmen nicht minder gescheitert ist. In politischer Perspektive ist Heidegger am ehesten als ‚nationaler Sozialist‘ zu bezeichnen, der die im Ansatz schon erfolgte ‚Klassenversöhnung‘ zu einer vollständigen und anschaubaren machen wollte, und zwar so, daß diese Gemeinschaft zugleich den Mut hätte, sich der ‚Ungewißheit des Seienden im Ganzen‘ auszusetzen.“[818]

Ernst Nolte besteht auf Heideggers oft unerwarteter Fortschrittlichkeit: Wegen seiner Warnung vor den Gefahren des Atomzeitalters sei „dieser ‚Reaktionär‘ 1955, mitten im Enthusiasmus über die ‚friedliche Nutzung der Kernenergie‘, erstaunlich ‚progressiv‘“. Seine politische Couleur sei „weit eher ‚grün‘ als ‚braun‘“. In der Rede über Abraham a Sancta Clara von 1964 stimme Heidegger „einem alten Angriff gegen das Geld uneingeschränkt [zu], der mit ganz ähnlichen Worten auch von dem jungen Marx“ artikuliert wurde. Für Ernst Nolte besteht kein Widerspruch zwischen diesen „fortschrittlichen“ und „sozialistischen“ Aspekten von Heideggers Werk und seinem nationalsozialistischen Engagement, sondern im Gegenteil damit eng zusammenhängt: Heidegger vertrete politisch wie der Nationalsozialismus die „kleine Lösung“ der Modernitätsprobleme, die zwar nur „halbsozialistisch“, aber gerade deswegen „realsozialistisch“ sei. Heidegger sehe im russischen Bolschewismus einen „metaphysischen Vorsprung“ und übernehme anscheinend „das marxistische Verständnis von ‚bürgerlich‘“. Auch die von Heidegger selbst herausgestrichene Affinität seiner „Hochschulreform“ mit den Programmen der Studentenrevolten der Jahre nach 1968 sei in einem gewissen Maß begründet.[819]

Emmanuel Faye: Heidegger - ein NS-Ideologe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emmanuel Faye kritisierte in seinem 2005 erschienenen Buch Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie[820] die Heidegger-Lesarten von Ernst Nolte, Jean Beaufret, François Fédier und anderen als Geschichtsrevisionismus, mit denen sie die Gräueltaten der Nazis relativiert hätten.[821] Er erkennt unter Berufung auf geistige Nachbarschaften (Erik Wolf, Alfred Baeumler, Carl Schmitt) sowie auf Seminar-Nachschriften der frühen 1930er Jahre eine kontinuierliche Bejahung des Nationalsozialismus. Heidegger solle nicht mehr philosophisch, sondern ideologiegeschichtlich als Vertreter des europäischen faschistischen Denkens interpretiert werden: „Es liegt uns fern“, schreibt Faye, „Heideggers Lehrstunde einen ausführlichen Kommentar zu widmen und so dem Schein des Akademischen zu erliegen, den Heidegger seinen Ausführungen zu verleihen sucht, um einen radikal hitlerischen Bodensatz besser zu verpacken.“[822] So interpretiert Faye ein vierteiliges Pfeilschema, mit dem Heidegger ein Gedicht Hölderlins erläutert, als verkapptes Swastika-Kreuz.[823] Er vertritt auch die Hypothese, dass Heidegger eine „gewisse Rolle“ in einem „verborgenen Netz“ von Personen gespielt habe, die für die Konzeption von Reden und Artikeln Hitlers als Ghostwriter zuständig waren.[824] Heideggers Werk gehöre folglich nicht in die philosophischen Fachbibliotheken: Es habe eher seinen Platz in den Beständen, die der Geschichte des Nazismus und Hitlerismus gewidmet seien.[825] Faye kritisierte deshalb, dass 2006 in Frankreich Textauszüge von Heidegger bei der schriftlichen Prüfung für die Agrégation, das staatliche Wettbewerbsverfahren fürs höhere Lehramt, vorgelegt wurden.[826] Damit bekämpft er vor allem den Einfluss, den Heideggers Anti-Cartesianismus und Amoralismus seit 1945 auf die Philosophie in Frankreich ausübt:[827]

„Diese Position hat einen so großen Einfluss auf die Mentalitäten ausgeübt, dass man heute, selbst von Menschen mit unnachgiebiger Haltung gegenüber dem Nationalsozialimus, häufig zu hören bekommt, dass es nichts bringe zu ‚moralisieren‘.[828]

Faye berief sich unter anderem auf noch unveröffentlichte, nur ihm vorliegende Materialien und Schriften Heideggers. Kritiker warfen ihm fehlende Belegbarkeit, ja sogar bewusste Verstellung der Aussagen Heideggers vor.[829] Die Philosophen Jacques Bouveresse, Georges-Arthur Goldschmidt, Jean Bollack, Michel Onfray, die Historiker Jean-Pierre Vernant, Pierre Vidal-Naquet, Paul Veyne und Serge Klarsfeld nahmen Faye gegen seine Kritiker in Schutz.[830]

In Deutschland wurde das Buch als positiv von Kurt Flasch betrachtet: Es handele sich um „eine gescheite und durchdachte Herausforderung“, indem es „Heideggerianer, vom hohen Ross herunterzukommen und sich erneut der Textarbeit zu widmen“ zwinge.[831] Dieter Thomä, Daniel Morat, Henning Ottmann und Willem van Reijen griffen hingegen dessen „Abstrusitäten“ und Mängel an.[832][833][799] Faye verwechsle z. B. den jüdischen Philosophen Richard Kroner mit dem Kröner-Verlag, indem er schreibt, Heidegger hätte 1934 die Textausgabe der Hegelschen Rechtsphilosophie von „Richard Kröner“ kritisiert,[834] oder ersetzt in seiner Übersetzung des Ausdrucks „die Notwendigkeit der Führer“ den Plural durch einen Singular („la nécessité du Führer“).[835] In den Vereinigten Staaten äußerten 2015 Krzysztof Ziarek und Thomas Sheehan: „Emmanuel Faye sei entweder unfähig zu verstehen, was er liest, oder er missverstehe absichtlich.“ Faye habe sogar einige Texte Heideggers „wiedergeschrieben“.[584][836] François Rastier erwiderte, es handele sich um eine Verleumdungskampagne gegen Faye, die nur auf „Haarspaltereien“ über die Übersetzung von Wörtern beruhe. Die schon damals veröffentlichten „Schwarzen Hefte“ liefern einen zureichenden Beleg für Fayes These.[837]

Positionen im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieter Thomä unterscheidet grob acht verschiedene Positionen der Heidegger-Forschungskontroverse:[838]

  1. Die erste Position vollziehe eine strikte Trennung von Person und Werk. Heideggers philosophisches Werk und seine Unterstützung des Nationalsozialismus werden unabhängig voneinander betrachtet: so Richard Rorty,[839] Hannah Arendt,[840] und Jean-François Lyotard.[841]
  2. Heidegger wird als Vertreter der deutschen Intelligenz gesehen, der aufgrund der soziologischen und historischen Umstände dem Nationalsozialismus zugeneigt gewesen sei: so Jean-Michel Palmier,[842] und Hans Sluga.[843]
  3. Heideggers Philosophie sei zu jeder Zeit mit dem Nationalsozialismus unverträglich gewesen, da er einen imaginären „Privatnationalsozialismus“ vertreten bzw. in direktem Gegensatz zur NS-Ideologie gestanden habe. Es gebe allenfalls äußere Ähnlichkeiten, wie Gegnerschaft zu Bolschewismus und Liberalismus: so Julian Young,[844] Otto Pöggeler[845] und François Fédier.[846]
  4. Es existiere eine Nähe zwischen Heideggers Denken und dem Nationalsozialismus, jedoch müsse diese in Abwägung der Zeit um 1933 und danach untersucht werden. Hierbei wird das Problem der Heterogenität von Heideggers Werk betont. Heideggers Werk wird somit als „Steinbruch“ behandelt, bei dem einiges produktiv sei und aufgegriffen werden könne: so George Steiner,[847] Alexander Schwan[848]
  5. Das NS-Engagement Heideggers sei einer bestimmten Phase seines Denkens zuzuordnen, die der in Sein und Zeit noch nicht gänzlich überwundenen Philosophie des Subjekts geschuldet sei: so Jacques Derrida[849] und Hans Köchler.[850] Eine Überwindung werde erst im Spätwerk geleistet. Von hier aus lesend, lasse sich Heideggers Philosophie als exklusiver Beitrag zur Analyse des Nationalsozialismus nutzen. Von Bedeutung sind dabei Heideggers Brief über den »Humanismus« und der Vortrag Die Frage nach der Technik (so Philippe Lacoue-Labarthe).[851] Derrida hielt die Schriften nach 1945 aufgrund ihrer radikalen Lösung von der traditionellen Metaphysik für antifaschistisch. Trotzdem kritisierte er Heidegger harsch, nicht ohne die Notwendigkeit zu betonen, ihn zu lesen.
  6. Heideggers „Sein und Zeit“ könne gegen die NS-Ideologie gewendet werden, seine späten Texte seien hingegen an seine Äußerungen in der NS-Zeit angelehnt: so Winfried Franzen,[852] und Jürgen Habermas.[853] Die Abwendung vom Subjekt im Spätwerk wird kritisch beurteilt, da Heidegger nunmehr eine blinde Hingabe an „Geschick“ mit einer Abkehr vom Wahrheitsbezug verbinde (so Ernst Tugendhat)[854] und sich dabei auch nach dem Krieg nicht von seinem nationalistisch-rassistischen Denken gelöst habe (so Rainer Marten).[855]
  7. Es bestehe ein starker Bezug von Sein und Zeit und auch der späten Schriften zum NS-Engagement. Das Nachdenken über Heidegger als Philosoph müsse die Analyse seines NS-Engagements einbeziehen: so Tom Rockmore.[856] Dabei wird als Heideggers Grundmotiv „Hass auf die Moderne“ angenommen: so Luc Ferry und Alain Renaut.[857]
  8. Heideggers Philosophie sei „bis in ihre innersten Zellen faschistisch“ (so Theodor W. Adorno)[858] und lasse sich nur von der NS-Verstrickung her verstehen: so Victor Farias,[859] und Emmanuel Faye.[860] Dabei sei Heidegger stets Philosoph und Nationalsozialist: so Bernard-Henri Lévy.[861]

Die „Schwarzen Hefte“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 kündigte P. Trawny, Mitherausgeber der Gesamtausgabe der Werke Heideggers, die Veröffentlichung der bis dahin unbekannten „Schwarzen Hefte“ an, Denktagebücher aus den Jahren 1931 bis 1975. In den Heften der Jahre 1938–1941 und 1941–1948 finden sich Stellen, in denen sich Heidegger zum „Judentum“, der „Judenschaft“ und zu dem von ihm so genannten „Weltjudentum“ äußert.[862] Trawny gab einige Auszüge daraus vorab französischen Philosophen bekannt, die sie veröffentlichten, was ab Mitte 2013 eine Debatte über Heideggers Antisemitismus auslöste, die die Kontroverse erneuerte und verschärfte.[863] Noch vor der Veröffentlichung des ersten Bandes im März 2014 beteiligten sich bereits ab Dezember 2013 auch deutsche Medien an der Diskussion.[864] Im Januar 2014 tauchte ein weiteres Schwarzes Heft auf, Anmerkungen I, das sich im Privatbesitz befand, auch dem Herausgeber nicht bekannt war und gleichermaßen umstrittene Aussagen zu Juden enthält.[865]

Die Heidegger-Forschung kommt überwiegend zu dem Schluss, dass die genannten Textstellen antisemitischer Art seien, wobei zum Teil vom „seinsgeschichtlichen Antisemitismus“ oder vom „metaphysischen Antisemitismus“[866] gesprochen wird, was jedoch auch als Versuch kritisiert wird, „Heideggers Antisemitismus wegzurücken vom Antisemitismus der Nazis“, dagegen es sich bei den Zitaten um eine Verbindung zum „eliminatorischen Antisemitismus“ handele und Heidegger die sogenannte „Endlösung“ befürwortet habe.[867] Auf der anderen Seite des Spektrums wird im Widerspruch dazu zurückgewiesen, dass Heidegger ein „naiver Anhänger des Rassismus“ gewesen sei. Vetter zufolge sei Heideggers „Antijudaismus“ religiös und nicht antisemitisch motiviert: „Nach Heidegger müssen wir über den Gott der Metaphysik hinausgehen, um ‚dem‘ Gott eine Stätte zu bereiten. Und das ist unjüdisch. Der jüdische Gott bedarf unser nicht, damit wir ihm eine Stätte bereiten, er braucht nur unsere Bereitschaft.“ 995 Schließlich wird die Frage um seinen Antisemitismus auch offengelassen.[868]

Im Januar 2015 gab der Freiburger Philosophieprofessor Günter Figal seinen Rücktritt vom Vorsitz der Martin-Heidegger-Gesellschaft bekannt, da die antisemitischen Passagen der „Schwarzen Hefte“ es ihm unmöglich machen würden, als Vorsitzender den Philosophen und Menschen Heidegger offiziell zu vertreten.[869] Im März 2015 übernahm Helmuth Vetter den Vorsitz. Er bedauerte, dass in den Diskussionen sich fast alles auf den Vorwurf des Antisemitismus zu beziehen scheine und gab zu denken, dass es vielleicht „gar nicht so übel“ wäre, die umstrittenen Aussagen von der folgenden Notiz der Schwarzen Hefte aus zu interpretieren[870]:

„Anmerkung für Esel: mit ‚Antisemitismus‘ hat die Bemerkung nichts zu tun. Dieser ist so töricht und so verwerflich, wie das blutige und vor allem unblutige Vorgehen des Christentums gegen ‚die Heiden‘. Daß auch das Christentum den Antisemitismus als ‚unchristlich‘ brandmarkt, gehört zur hohen Ausbildung der Raffinesse seiner Machttechnik.[871]

Die Publikation der Schwarzen Hefte und die folgende Debatte hat in der deutschen Öffentlichkeit zu den Forderungen geführt, nach Heidegger benannte Institutionen und Straßen umzubenennen. So soll der Martin-Heidegger-Weg in Freiburg künftig „Philosophenweg“ heißen, da, so die Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen, „die Aufarbeitung der politischen Rolle und der Überzeugungen des Philosophen“ mit „der Veröffentlichung der 'Schwarzen Hefte', Heideggers privaten Aufzeichnungen mit antisemitischen Ausfällen, ihren Höhepunkt erreicht“ habe.[872]

Revisionismus

In ihrer Rezension der Schwarzen Hefte 1942–1948 betonen Emmanuel Faye, Sidonie Kellerer und Francois Rastier besonders den revisionistischen Aspekt eines Heidegger-Notats von 1946 über die nationalsozialistischen Verbrechen, den Holocaust und das Verhalten der Alliierten im besetzten Deutschland.[873] Wie viele Nazisympatisanten habe Heidegger die Befreiung von der Naziherrschaft durch die Alliierten 1945 als Niederlage empfunden und das deutsche Volk als Opfer der „Sieger“ betrachtet. Selbst angesichts der offenkundigen und längst allgemein bekannt gewordenen NS-Verbrechen weiche Heidegger in den Schwarzen Heften nicht von deren seinsgeschichtlichen Auslegung und Relativierung ab und bedauere, dass der schicksalshafte Auftrag der Deutschen („Geschick“) von den Alliierten „niedergehalten“ werde. Das besagte Notat im Wortlaut:

„Wäre z. B. die Verkennung dieses Geschickes – das uns ja nicht selbst gehörte, wäre das Niederhalten im Weltwollen – aus dem Geschick gedacht, nicht eine noch wesentlichere ‚Schuld‘ und eine ‚Kollektivschuld‘, deren Größe gar nicht – im Wesen nicht einmal am Greuelhaften der ‚Gaskammern‘ gemessen werden könnte -; eine Schuld – unheimlicher denn alle öffentlich ‚anprangerbaren‘ ‚Verbrechen‘ – die gewiß künftig keiner je entschuldigen dürfte. Ahnt ‚man‘, daß jetzt schon das deutsche Volk und Land ein einziges KZ ist – wie es ‚die Welt‘ allerdings noch nie ‚gesehen‘ hat und das ‚die Welt‘ auch nicht sehen will – dieses Nicht-wollen noch wollender als unsere Willenslosigkeit gegen die Verwilderung des Nationalsozialismus.“[874]

Die Rezensenten führen aus, dass Heidegger hier suggeriere, dass die Befreiung durch die Alliierten die eigentliche Gefahr darstelle und nicht die – von Heidegger bewusst in Apostrophen gesetzten – ‚Verbrechen‘ der Deutschen.[875] Das von den Alliierten besetzte Deutschland sei nach Heidegger das eigentliche KZ und nicht Auschwitz; die Alliierten hätten Heidegger zufolge weit schlimmere Verfehlung auf sich geladen, als es die vorgeblichen und öffentlich „anprangerbaren“ „Verbrechen“ seien: Sie hätten das deutsche Volk daran gehindert, seine seinsgeschichtliche Mission zu erfüllen:

„Dem Leser wird nahegelegt, die Befreiung Deutschlands durch die Alliierten sei ein schlimmeres Unheil als das „Greuelhafte der ‚Gaskammern‘“. Das Wort vom „Greuelhaften der ‚Gaskammern‘“, mit der bewussten Verwendung der Anführungszeichen, ist keineswegs Eingeständnis von Schuld. Sie ist auch nicht Einsicht angesichts des Barbarischen der NS-Verbrechen, sondern Spiel mit dem Terminus ‚Greuelhetze‘, den die Nazis unter anderem beim ‚Aprilboykott‘ 1933 benutzten, um ihre Verbrechen zu rechtfertigen. (…). Die unterstellte Austauschbarkeit von Tätern und Opfern wurde nach der Niederlage von 1945 zum nationalsozialistischen Gemeinplatz. Ihre Verbrämung in Heideggers pseudophilosophischer Sprache ändert nichts an ihrem zynisch unmenschlichen Charakter.“[876]

Editionskritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1953, als Heidegger seine nationalsozialistisch geprägten Texte unverändert wiederpublizierte, wird verstärke Kritik an der Editionspraxis seiner Werke geäußert.[877] Jürgen Habermas zeigte sich damals irritiert über die kommentarlose Neuveröffentlichung der Vorlesung Einführung in die Metaphysik und spekulierte, ob nicht damit der Versuch gemacht werden sollte, den Nationalsozialismus zu rehabilitieren.[878] Die Kritik richtet sich seit 1975 gegen die Heidegger-Gesamtausgabe, deren Bandfolge, Textauswahl, die Zugänglichkeit bzw. Sperrung von archivierten Manuskripten und Originalfassungen. Nach den Leitlinien Heideggers sei die Gesamtausgabe eine Ausgabe letzter Hand und keine historisch-kritische, die den „Willen des Verfassers“ übergehen würde, „seine Lebensarbeit in die von ihm entworfene zusammenschließende Gestalt einzubringen“, so ein Prospekt des Verlages:

„Das bedeutet, daß die Bände der Gesamtausgabe grundsätzlich in der Weise herausgegeben werden, wie der Philosoph selber seine Schriften zugänglich gemacht hat: ohne einen philologischen Apparat und ohne Register.[879]

Dabei handelt es sich, laut Reinhard Mehring, um ein „Familienunternehmen“, bei dem – wie etwa schon bei der Hegel-Ausgabe – auf Vorlesungsmitschriften zurückgegriffen werden musste.[880] Einen Tonbandmitschnitt aber lehnte Heidegger ab und der Veröffentlichungstext der Vorlesungen ist nicht mit den Manuskripten identisch. Der Hauptherausgeber Friedrich-Wilhelm von Herrmann versicherte 1982, dass ausschließlich noch von Heidegger persönlich korrigierte Nachschriften von zuvor „geprüften“ und „erprobten Schülern“ berücksichtigt wurden.[881] Er weist auch darauf hin, dass „Husserls Vollmachten gegenüber seinen Mitarbeitern unverhältnismäßig weitergingen als die Anweisungen Heideggers“ und zitiert den Husserl-Herausgeber Ludwig Landgrebe: „Husserl erteilte mir nunmehr unter Verzicht auf eine eigenhändige Fertigstellung die Vollmacht, unter eigener Verantwortung die letzte Hand an den Text zu legen.“[882] Danach legen die Herausgeber „letzte Hand“ an. Nur das Verfahren sei durch Heidegger autorisiert. So ging es ihm bei seinen späten Seminaren um die Erprobung der Schüler und Protokollanten in die künftigen Aufgaben der Heidegger-Edition. Außerdem erfolgten die „Anweisungen“ Heideggers in schriftlicher und mündlicher Form.[880] 1992 kritisierte der amerikanische Philosoph Theodore Kisiel in Anspielung an Hitler die unkontrollierbaren Berufungen auf Heideggers „Tischgespräche“.[883]

1995 nannte Kisiel das „Gesamtausgabe“ einen „internationalen wissenschaftlichen Skandal“, nachdem ein von ihm verfasstes Vorwort vom Sohn Hermann Heidegger mit der Begründung stark gekürzt wurde, dass die Lizenzverträge des Verlags für Übersetzungen jede „inhaltliche Einführung“ und „Interpretation“ in Vor- oder Nachwort verbieten.[884] 1997 wurden die von Heidegger 1937/38 verfasste „Beilage zu Wunsch und Wille“ veröffentlicht, die er im Untertitel Über die Bewahrung des Versuchten nennt.[885] Reinhard Mehring schrieb, Heidegger habe sich etwa ab 1935 von der Universitätspolitik auf die Editionspolitik verlegt, auf die „grosse Politik“ der Überlieferung seines Werkes. Man müsse die „Beilage“ als nachlasspolitisch orientierte, testamentarische Verfügung lesen, als eine erste Fassung der editorischen „Weisungen“, auf die sich die Heidegger-Edition stets berufe.[886] Die Editionspolitik, meinte Jörg Appelhans 2002, ziele darauf ab, „Heideggers Autorschaft als Werkherrschaft gegen die Fremdkommentierung seiner Texte auch postum zu garantieren“.[887] Helmut Vetter urteilte, „trotz aller oft geäußerten Kritik“ ermögliche die Gesamtausgabe, „überaus schnell einen umfassenden Einblick in Heideggers Schriften“.[888]

Ende 2014 fragte der Journalist Eggert Blum vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“, warum „Heideggers Judenfeindschaft“ nicht schon früher in Bänden der Gesamtausgabe sichtbar geworden sei. Er erhob den Vorwurf, dass Heideggers Erben über viele Jahre antisemitische Spuren „mit Eifer verwischt“ hätten. Als Beleg einer Textmanipulation verwies Blum auf eine Passage, die sich nach dem Herausgeber Peter Trawny im Manuskript „Geschichte des Seyns“ (Band 69 der Gesamtausgabe) fand, nicht jedoch in der von Heidegger selbst noch kollationierten Reinschrift.[889] Trawny hatte berichtet, dass 1998 im Rahmen der Textedition von Hermann Heidegger und Friedrich-Wilhelm von Herrmann eine Passage der Handschrift in der Druckfassung gegen seinen Vorschlag mit der Begründung weggelassen worden sei, dass der Satz in der von Fritz und Martin Heidegger angefertigten Abschrift des Manuskripts fehlte (Trawny zufolge wurde sonst seine editorische Arbeit von der Familie Heidegger „rückhaltlos unterstützt“).Es handelte sich um den folgenden Satz Heideggers (in dem um 1938 verfassten Text über „die planetarischen Hauptverbrecher“):[890]

„Zu fragen wäre allerdings, worin die eigentümliche Vorbestimmung der Judenschaft für das planetarische Verbrechertum begründet ist.“

Sütterlin, Beispiele für Verbindungen (deutsche Kurrent)

Trawny habe im Weglassen der Passage damals „kein allzugroßes Problem“ gesehen, so der Verlag Vittorio Klostermann, denn im Lichte der damaligen Kenntnis schien Heidegger auf die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus hinzuweisen. Erst im Lichte der „Schwarzen Hefte“ habe er begriffen, dass hier nicht von den Juden als Opfern die Rede war, sondern als der Kraft, die die technische Weltbeherrschung ins Werk gesetzt und somit auch die eigene Vernichtung vorgezeichnet habe.[891] Der Verlag Klostermann verwies auch in diesem Zusammenhang auf einen besonderen Lesefehler: „Im Band 39 (Hölderlins Hymnen ‚Germanien‘ und ‚Der Rhein‘)“ werde „eine Abkürzung ‚N.soz‘ fälschlich als ‚Naturwissenschaft‘ gelesen.“ Auf der Manuskriptseite sei klar zu sehen, dass nur ein sehr geübtes Auge dieses Kürzel überhaupt lesen konnte. Heidegger schrieb Sütterlin, und der betreffende Schriftzug lasse mehr als eine Deutung zu. Im Kontext könnte man auch nicht notwendigerweise auf die Idee kommen, dass die Abkürzung „Nationalsozialismus“ heißen muss:

„a) Zum Unterschied von dichterischem Naturverstehen und wissenschaftlicher Naturvorstellung. Wir wissen, die Ströme sind nicht einfach ›Bilder‹ für etwas, sondern sind selbst gemeint und mit ihnen die heimatliche Erde. Aber diese ist nicht ein irgendwie abgezirkelter Bereich von Land, Wasser, Pflanzen, Tieren und Luft unseres Planeten im Sinne des Gegenstandsfeldes der Naturwissenschaften von der Geologie bis zur Astrophysik, überhaupt nicht ‚Natur‘ im neuzeitlichen Sinne. Denn gerade der metaphysische Sinn von Natur, natura, φύσις in der uranfänglichen Nennkraft des Wortes ist schon eine wesentliche Auslegung des Seins, die mit Naturwissenschaft nicht das Geringste zu tun hat. Die ursprüngliche, von den Griechen erschlossene und ins Wort gebrachte Natur wurde später durch zwei fremde Mächte denaturiert. Einmal durch das Christentum, wodurch die Natur erstlich zum „Geschaffenen“ herabgesetzt und zugleich in ein Verhältnis zu einer Uber-Natur (Reich der Gnade) gebracht wurde.[892]

Der Verlag schickte folglich einen Brief allen 19 Herausgebern, die an den Schriften aus der Nazizeit beteiligt waren: Sie sollen mitteilen, „ob ihnen problematische Abweichungen der ggf. autorisierten Abschriften zur Handschrift bekannt sind, ob es nachträgliche Streichungen gegeben hat oder eventuell später entdeckte Lesefehler“.[893] Die Philosophen Marion Heinz und Rainer Marten forderten, Heideggers Nachlass müsse endlich für die Forschung frei gegeben werden.[894] Der Nachlassverwalter Arnulf Heidegger antwortete: Sobald ein Band erschienen ist, seien auch die ihm zugrunde liegenden Quellen zugänglich, wie es Heidegger selbst verfügt hätte. Damit konnte er „die Texte zügig den Lesern in einer lesbaren Ausgabe zur Verfügung zu stellen und zugleich der wissenschaftlichen Forschung die Überprüfung der Texte anhand der Quellen und die Überprüfung der Arbeit der Herausgeber zu eröffnen“. Der Vorwurf einer „Verwischung der Spuren“ treffe also nicht. Es sei das gute Recht eines Autors, einen zur Veröffentlichung anstehenden Text zu überarbeiten. Zusätzlich zu den 102 Bänden der Gesamtausgabe werde der Heidegger-Forscher Klaus Held Ergänzungsbände mit weiteren Schriften aus dem Nachlass vorschlagen. Gesperrt bleiben private Notizen und Korrespondenzen Heideggers mit intimem Charakter,[895] wie etwa der Briefwechsel mit seinem Bruder Fritz.[896]

Emmanuel Faye, Gaëtan Pégny und Sidonie Kellerer zufolge habe Heidegger selbst Textmanipulationen an seinen vor 1945 geschriebenen Texten anlässlich deren Veröffentlichung in den 50er Jahren vorgenommen.[897] Der deutsch-französischen Philosophin Sidonie Kellerer sei es gelungen, eine solche Retusche an dem 1950 erschienenen Sammelband „Holzwege“ nachzuweisen, in dem sie die Druckfassung eines darin enthaltenen Vortrages von 1938 – „Die Zeit des Weltbildes“ – mit der im Literaturarchiv Marbach archivierten Handschrift verglich. Heidegger habe in diesem Fall mit Textmanipulationen nachträglich versucht, den Eindruck zu erwecken, dass er schon zwölf Jahre zuvor die nationalsozialistische Weltanschauung öffentlich kritisiert und vor den Gefahren der modernen Technik gewarnt habe.[898] Sidonie Kellerer kritisierte öffentlich im Januar 2015 den Herausgeber der Schwarzen Hefte: „Zwar erklärt Peter Trawny, Hg. der im März letzten Jahres erschienenen ersten drei Bände im Nachwort des Bandes 95, die darin enthaltenen Schwarzen Hefte seien zwischen Ende 1938 und Sommer 1939 entstanden. Doch dann begegnet man in den Aufzeichnungen diese Bandes […] einem Satz, der – wie eine Fußnote des Hg. erläutert – sich auf das 1959 erschienene Buch Versuch über ein deutsches Genie von Paul Hühnerfeld bezieht und deshalb frühestens 1959 verfasst worden ist. Wie viele weitere Unstimmigkeiten gibt es?“[899] Trawny erwiderte: „Sie unterschlägt dabei, dass ich im Nachwort, S. 453, klarmache, dass die ‚19 Beilagen‘, von denen sie spricht, aus den ‚fünfziger/sechziger Jahren‘ stammen. […] Ich betrachte das als eine wissenschaftliche Unredlichkeit.“[900]

Ebenso äußerte Richard Wolin im Mai 2015, „dass die Hüter von Heideggers Nachlass ebenso wie die Editoren systematisch pronazistische und antisemitische Äußerungen aus den veröffentlichten Versionen von Heideggers Texten getilgt haben, was die oft vorgebrachte Behauptung, es handele sich um eine Ausgabe ‚letzter Hand‘, Lügen straft“. Solange es keine Kritische Ausgabe von Heideggers Werken gebe, hätte man keine Gewissheit über das, was Heidegger seinerzeit geschrieben hat.[901] Der Verleger Vittorio Klostermann fragte Wolin nach Beispielen, wo etwas verändert oder weggelassen worden sei, da die Manuskripte aller innerhalb der Gesamtausgabe erschienenen Bände in Marbach eingesehen werden können, „jedoch ohne Antwort“. Die Verlässlichkeit der „Martin Heidegger Gesamtausgabe“ sei daher festzustellen.[902] Wolin erwiderte im November 2015: „Während der 90er Jahre ergab eine vorläufige Zählung über 100 Fehler in Band 20, über 80 Fehler in Band 55 und 50 Fehler im Fall von Band 56/57.“[903] Vittorio Klostermann nahm erneut Stellung zu den Vorwürfen Wolins:[904]

„1.) Kaum ein Buch ist ohne Druckfehler. Professor Theodore Kisiel hat den Verlag darauf aufmerksam gemacht, dass die in jeweils erster Auflage im Jahr 1979 erschienenen Bände 20 und 55 davon in ganz ungewöhnlichem Maße betroffen waren. Der Verlag hat daraufhin Corrigenda-Listen an die Abonnenten geschickt und die Neuauflagen in korrigierter Form herausgebracht. Die Corrigenda-Listen stehen auf unserer Website zum Download bereit (Auf unserer Website bitte durchklicken: Bücher, Philosophie, Heidegger, Corrigenda).[905] Die Pannen der Anfangsjahre haben Nachlassverwaltung, Herausgeber und Verlag zum Anlass genommen, Fahnen-, Umbruch- und Revisionskorrekturen größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass die Anzahl der von einer Auflage zur nächsten zu korrigierenden Druckfehler auf eine marginale Größe geschmolzen ist.

2.) Susanne Ziegler hatte bei der Entzifferung des Manuskripts des Hölderlin-Bandes 39 auf Seite 195 „Naturwissenschaft“ statt „Nationalsozialismus“ gelesen. Richard Wolin schreibt, er „überlasse es dem Urteil der Leser, ob es sich dabei um ein bloßes Vesehen handelt, wie Herr Klostermann behauptet, oder um ein allgemeines Muster einer bewussten editorischen Manipulation.“ Um dem Leser die eigene Urteilsfindung zu erleichtern, hat der Verlag die entsprechende Manuskriptseite als Faksimile ebenfalls auf die Corrigenda-Seite gestellt. Die problematische Stelle befindet sich am Ende des Klammersatzes der Manuskriptseite oben links.

3.) Richard Wolin verweist auf Forschungen von Sidonie Kellerer, die ergeben hätten, dass Heidegger bei der Publikation seines Vortrags „Die Zeit des Weltbildes“ innerhalb der „Holzwege“ etwas ergänzt habe, was den Eindruck erweckt, er habe späte Einsichten auf das Jahr 1938 rückdatiert. Ich kann aus eigener Anschauung den Vorwurf nicht beurteilen, aber immerhin ankündigen, dass die Erstfassung des Vortrags im zweiten Teilband des Bandes 80 innerhalb der nächsten Jahre veröffentlicht werden wird.

4.) Einen ähnlichen Vorwurf erhebt Richard Wolin gegenüber Peter Trawny, dem Herausgeber der Schwarzen Hefte. Dieser Vorwurf ist jedoch substanzlos; er belegt lediglich, dass Richard Wolin das Nachwort des Herausgebers nicht gelesen hat, in dem das Abfassungsdatum der späteren „Beilagen“ mitgeteilt wird.

5.) In meiner Entgegnung auf Richard Wolin vom 31. August 2015 habe ich ausdrücklich betont, nur für die Gesamtausgabe seiner Werke sprechen zu können und nicht für sonstige Publikationspraktiken Heideggers. Deshalb empfinde ich es als unfair, wenn Wolin den Vorwurf erhebt, dass Heideggers Lob für Hitler und Mussolini von 1936 aus der ersten Publikation der Schelling-Vorlesung gestrichen wurde, ohne zu erwähnen, dass diese Stelle im entsprechenden Band der Gesamtausgabe durchaus enthalten ist. (Band 42, Seite 40)“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Homolka/Arnulf Heidegger (Hg.): Heidegger und der Antisemitismus. Positionen im Widerstreit. Mit Briefen von Martin und Fritz Heidegger. Herder, Freiburg 2016, ISBN 978-3-451-37529-3.
  • Michèle Cohen-Halimi/Francis Cohen: Der Fall Trawny. Zu den Schwarzen Heften Heideggers. Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Oliver Precht. Turia & Kant, Reihe Neue Subjektile, Wien 2016, ISBN 978-3-85132-850-9 (Michèle Cohen-Halimi et Francis Cohen: Le Cas Trawny. à propos des cahiers noirs de heidegger. Sens & Tonka, Paris 2015, ISBN 978-2-84534-250-7).
  • Marion Heinz und Sidonie Kellerer (Hrsg.): »Schwarze Hefte«. Eine philosophisch-politische Debatte. Mit Beiträgen von Rainer Marten, Günther Mensching, Hassan Givsan, Emmanuel Feye, Marion Heinz, Jaehoon Lee, Livia Profeti; Goran Gretić, Johannes Fritsche, Dieter Thomä, Susanne Lettow, Theodore Kisiel, Thomas Rohkrämer, Christian Geulen; Reinhard Mehring, Daniela Helbig, Gaëtan Pégny; Anna Pia Ruoppo, Gregory Fried, Maurizio Fernaris, Richard Wolin, Anton M. Fischer. Suhrkamp (stw 2178), Berlin 2016, ISBN 978-3-518-29778-0.
  • Alfred J. Noll: Der rechte Werkmeister. Martin Heidegger nach den »Schwarzen Heften«. PapyRossa, Köln 2016, ISBN 978-3-89438-600-9.
  • Bernard Willms: Heidegger und der Antifaschismus. Karolinger, Wien 2015, ISBN 978-3-85418-165-1.
  • Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Klostermann, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-465-04204-4.
  • Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Felix Meiner, Hamburg 2014, ISBN 978-3-7873-2276-3.
  • Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, ISBN 978-3-549-07447-3.
  • Helmuth Vetter: Wilhelm Dilthey, Martin Heidegger und Heideggers Antisemitismus. Reflexionen und Materialien. In: DIVINATIO • studia culturologica series 38 (2013–2014) 7–64. ISSN 1310-9456.
  • André Glucksmann: Philosophie des Widerstands: Sokrates oder Heidegger. Passagen, Wien 2012, ISBN 978-3-7092-0015-5.
  • Hassan Givsan: Zu Heidegger. Ein Nachtrag zu „Heidegger – Das Denken der Inhumanität“. Königshausen & Neumann, Würzburg 2011, ISBN 978-3-8260-4541-7.
  • Florian Grosser: Revolution denken: Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62155-0.
  • Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: I. Dokumente. Karl Alber, Freiburg/ München 2009, ISBN 978-3-495-45704-7.
  • Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: II. Interpretationen. Karl Alber, Freiburg/ München 2009, ISBN 978-3-495-45705-4.
  • Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-18017-2 (Dieter Thomä, FAZ, 7. Juli 2010: Rezension).
  • Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, ISBN 978-3-88221-025-5.
Rezensionen: Thomas Meyer (Die Zeit)
Sidonie Kellerer.
Emmanuel Faye: Antwort auf Thomas Meyer (Die Zeit)
Alfred Schmidt (Deutschlandradio)
  • Bernhard Radloff: Heidegger and the Question of National Socialism. Disclosure and Gestalt. University of Toronto Press, 2007, ISBN 978-0-8020-9315-8.
  • Bernhard H. F. Taureck (Hrsg.): Politische Unschuld? In Sachen Martin Heidegger. Wilhelm Fink, München 2007, ISBN 978-3-7705-4537-7.
  • Charles R. Bambach: Heidegger’s Roots. Nietzsche, National Socialism, and the Greeks. Cornell University Press, 2005, ISBN 0-8014-7266-0.
  • Reinhard Brandt: Universität zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Kants „Streit der Fakultäten“. Mit einem Anhang zu Heideggers „Rektoratsrede“. Akademie, Berlin 2003, ISBN 3-05-003859-4.
  • Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart 2003, ISBN 3-476-01804-0.
  • Miguel de Beistegui: Heidegger and the Political. Routledge, 2002, ISBN 0-415-13063-8.
  • Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Auflage. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-15157-0 (Rezension Dieter Thomä 1. Oktober 1994).
  • Gerhard Oberschlick (Hrsg.): Günther Anders: Über Heidegger. Beck, München 2001, ISBN 3-406-48259-7.
  • Theodore Kisiel: Heideggers Philosophical Geopolitics in the Third Reich. In: Gregory Fried, Richard Polt (Hrsg.): A Companion to Heidegger’s ‚Introduction to Metaphysics‘. Yale University Press, 2000, ISBN 0-300-08328-9, S. 226–249.
  • Johannes Fritsche: Historical Destiny and National Socialism in Heidegger’s Being and Time. University of California Press, Berkeley 1999 (Text online).
  • Herman Philipse: Heidegger’s Philosophy of Being: A Critical Interpretation. Princeton University Press, Princeton 1998, ISBN 1-4008-2295-5 (§ 14: Heidegger and Hitler. S. 246–274).
  • Hassan Givsan: Heidegger – Das Denken der Inhumanität. Eine ontologische Auseinandersetzung mit Heideggers Denken. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1388-3.
  • Hassan Givsan: Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den „Fall Heidegger“ korrumpieren lassen. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1389-1.
  • Tom Rockmore: On Heidegger’s Nazism and Philosophy. 2. Ausgabe, University of California Press / Harvester Wheatsheaf, Berkeley 1997 (Text online).
  • Domenico Losurdo: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland: Heidegger und die Kriegsideologie. Aus dem Italienischen von Erdmuthe Brielmayer. Metzler, Stuttgart 1995, ISBN 3-476-01299-9.
  • George Leaman: Die Universitätsphilosophen der „Ostmark“. In: FORVM 481–484, April 1994, S. 25–31.
  • George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument Sonderband 205, Hamburg / Berlin 1993, ISBN 3-88619-205-9.
  • Richard Wolin: The Heidegger Controversy: A Critical Reader. MIT Press, 1993, ISBN 0-262-23166-2 (Rezension von Thomas Sheehan: A Normal Nazi (Memento vom 15. Oktober 2012 im Internet Archive); PDF).
  • Hans Sluga: Heidegger’s Crisis: Philosophy and Politics in Nazi Germany. Harvard University Press, 1993, ISBN 0-674-38711-2.
  • Jacques Derrida: Vom Geist. Heidegger und die Frage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-518-28595-5.
  • Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-549-07241-4.
  • Andreas Großmann: Überspielen des Politischen? Anfragen an Heidegger und die Postmoderne. In: Heiner Bielefeldt, Winfried Brugger, Klaus Dicke (Hrsg.): Würde und Recht des Menschen. Festschrift für Johannes Schwardtländer zum 70. Geburtstag. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, ISBN 3-88479-683-6.
  • Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-593-34633-8.
  • Ernst Topitsch: Der verhinderte Heilsherrscher. Heidegger und der Nationalsozialismus. In: Alfred Bohnen, Alan Musgrave (Hrsg.): Wege der Vernunft. Festschrift zum siebzigsten Geburtstag von Hans Albert. Mohr, Tübingen 1991, ISBN 3-16-145712-9, S. 245–260.
  • Philipp Rippel: Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. In: Politische Vierteljahresschrift 32, Westdeutscher Verlag, 1991, S. 123–129.
  • Richard Wolin: Seinspolitik. Das politische Denken Martin Heideggers. Passagen, 1991, ISBN 3-900767-85-8.
  • Victor Farias: Heidegger und der Nationalsozialismus. (1987) S. Fischer, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-10-020402-6 (Rezension von Alex Steiner).
  • Bernd Martin: Heidegger und das „Dritte Reich“: Ein Kompendium. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-10929-5.
  • Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. 1989, ISBN 3-531-12036-0.
  • Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Max Niemeyer, Tübingen 1989, ISBN 3-484-70150-1.
  • Symposium on Heidegger and Nazism. In: Critical Inquiry. Ausgabe 15, Nr. 2, The University of Chicago Press 1989.
  • Emil Kettering, Günther Neske (Hrsg.): Antwort. Martin Heidegger im Gespräch. Klett-Cotta, 1988, ISBN 3-608-91097-2.
  • Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse. Athenäum, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-610-04714-3.
  • Annemarie Gethmann-Siefert, Otto Pöggeler (Hrsg.): Heidegger und die praktische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988
  • Pierre Bourdieu: Die politische Ontologie Martin Heideggers. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-11514-6.
  • Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. (Paris 1987) Stuttgart 1990.
  • Heinrich Wiegand Petzet: Auf einen Stern zugehen. Begegnungen und Gespräche mit Martin Heidegger 1929–1976. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7973-0414-5.
  • Otto Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger. 2. Auflage. Alber, Freiburg / München 1974, ISBN 3-495-47261-4.
  • Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit: Zur deutschen Ideologie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1964, ISBN 3-518-10091-2.
  • Guido Schneeberger: Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken. Mit zwei Bildtafeln. Bern 1962.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Ballmer, „Aber Herr Heidegger! Zur Freiburger Rektoratsrede Martin Heideggers“. Mit einem Vorwort von Prof. theol. F. Eymann, Bern, Basel 1933; Hans Barth, Neue Zürcher Zeitung, 6. 12. 1933, Nr. 1417, „Zu Heideggers Rektoratsrede über die 'Selbstbehauptung der deutschen Universität'“; Dolf Sternberger, „Die Wahrheit. Zur Zweiten Vorlesung Martin Heideggers im Hochstift“, Frankfurter Zeitung, 81. Jg., Nr. 608, 27. 11. 1936; „Am Ursprung? Zu Martin Heideggers Frankfurter Vorlesung“, Frankfurter Zeitung, 81. Jg., Nr. 672, 8. 12. 1936.
  2. Günter Figal (Deutschland Radio Kultur, 18. Dezember 2013): Umstrittender Philosoph: „Überlegungen zum Judentum, die eindeutig antisemitisch sind“
  3. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. München 2005, S. 165.
  4. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 761.
  5. Thomas Rentsch: Martin Heidegger. Das Sein und der Tod. Piper, München 1989, S. 158.
  6. Vgl. Bernd Martin, Universität im Umbruch: Das Rektorat Heidegger 1933/34, in: Eckhard John/Bernd Martin/Marc Mück/Hugo Ott (Hrsg.): Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus, Freiburg 1991, 9–24, 16; Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra’ Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, hier: S. 315; Traugott Roser: Protestantismus und soziale Marktwirtschaft: eine Studie am Beispiel Franz Böhms. LIT Verlag Münster, 1998, S. 49, Fn 94; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 388f.; Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 258.
  7. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Fischer, Frankfurt 2001, S. 426.
  8. Alfred Denker: Martin Heidegger, Karl Jaspers und die Universitätsreform (1919–1933), in: Heidegger-Jahrbuch 5. Hrsg.: Alfred Denker und Holger Zaborowski: Heidegger und der Nationalsozialismus: II. Interpretationen. Alber, Freiburg / München 2009, 32-45, hier 43.
  9. Bruno Altmann, Neuer Vorwärts, 15. Mai 1938, Nr. 256, Beilage, 3: „Ernüchterung eines Philosophen. Heidegger macht nicht mehr gerne Pfötchen“; Heidegger-Jahrbuch 4. Heidegger und der Nationalsozialismus I, Dokumente, 2009, Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hg)
  10. Der Spiegel, 1976, Nr. 23, S. 3: „Das Spiegel-Gespräch mit Martin Heidegger (…) durfte nach dem strikten Wunsche des Philosophen erst nach seinem Tode ans Licht.“
  11. Zur Herleitung des NS-Engagements aus Heideggers Denken und Werk vor und nach 1933 vgl. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In der Dunkelkammer der Seinsgeschichte. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben. Werk. Wirkung. Metzler, Stuttgart, Weimar 2013, S. 108–133; hier vor allem die Kapitel Voraussetzungen von ‚Sein und Zeit‘ her, S. 110 ff. und Das NS-Engagement, S. 113 ff.; vgl. ferner Thomäs allgemeine Darstellung der unterschiedlichen Positionen in der bisherigen „Forschungskontroverse“ zu dieser Frage, S. 129 ff.
  12. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Klostermann, Frankfurt 2015, S. 12; vgl. u. a. auch die wissenschaftlichen Tagungen des Martin-Heidegger-Instituts, Wuppertal 2014, der Universität Princeton, 2014, oder der Universität Siegen, 2015, zu diesem Thema.
  13. Richard Wolin: Heidegger und Jünger: Der gefährliche Augenblick, in: August H. Leugers-Scherzberg, Lucia Scherzberg (Hrsg.): Genderaspekte in der Aufarbeitung der Vergangenheit, Saarbrücken, 2014, S. 55–82, hier: S. 66; Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt 2001, S. 75.
  14. Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, Zürich 2008, S. 88.
  15. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 143f. u. 284f.
  16. Jörg Appelhans: Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. Niemeyer, Tübingen 2002, S. 37.
  17. Holger Zaborowski: „eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus, Fischer, Frankfurt 2010, 134-159
  18. Brief vom 15. Juni 1918, in: Joachim W Storck (Hrsg.): Martin Heidegger/Elisabeth Blochmann. Briefwechsel. 1918–1969, Deutsche Schillerges. 2. Auflage 1990, zitiert nach: Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick. Eine dionysische Selbstinszenierung, Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, 31. Vgl. Joachim W Storck (Hrsg.): Martin Heidegger/Elisabeth Blochmann. Briefwechsel. 1918–1969, Deutsche Schillergesellschaft, 1989, S. 7.
  19. Herman Philipse: Heidegger’s Philosophy of Being: A Critical Interpretation., Princeton University Press, 1998, 437.
  20. GA 56/57 (Zur Bestimmung der Philosophie, Kriegsnotsemester 1919), 3-6: Vorbetrachtung. Wissenschaft und Universitätsreform: „Die vielberedete Universitätsreform ist gänzlich mißleitet und eine totale Verkennung aller echten Revolutionierung des Geistes, wenn sie sich jetzt ausweitet in Aufrufen, Protestversammlungen, Programmen, Orden und Bünden: geistwidrige Mittel im Dienste ephemerer Zwecke“ (S. 4); GA 56/57 (Zur Bestimmung der Philosophie, Anhang I, SS 1919), 205-214: Nachschrift von Oskar Becker: Über das Wesen der Universität und des akademischen Studiums; GA 63 (Ontologie, Vorlesung SS 1923),33: „Die Lage der Wissenschaften und der Universität ist fragwürdig geworden. Was geschieht? Nichts. Man schreibt Broschüren über die Krisis der Wissenschaften, über den Beruf der Wissenschaft. Einer sagt es dem anderen, man sage, wie man höre, mit den Wissenschaften sei es aus. Es gibt heute schon eine Literatur über die Frage, wie es sein müßte. Sonst geschieht nichts.“; GA 28 (Der deutsche Idealismus, SS 1929) 347-361: Einführung in das akademische Studium; GA 16 (Reden und andere Zeugnisse, 14./15. August 1934), 285-307: Die Deutsche Universität; GA 16 (Reden und andere Zeugnisse, Anhang 3, Vortrag 30. Juni 1933), 761-763: Die Universität im Deutschen Reich
  21. Der „Bankrott“ der Wissenschaft kann nur dadurch beseitigt werden, „daß die verschüttete Idee selbst wieder ans Licht gebracht und Wissenschaft wieder wird eine Lebensform, nicht ein Handwerk und Geschäft.“, Martin Heidegger: Grundprobleme der Phänomenologie, WS 1919/20, GA 58, 20
  22. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, 149 – 150
  23. Martin Heidegger: Frühe Freiburger Vorlesungen GA 56/57 (Die Idee der Philosophie und das Weltanschauungsproblem, Kriegsnotsemester 1919), 5
  24. Martin Heidegger: Frühe Freiburger Vorlesungen GA 56/57 (Die Idee der Philosophie und das Weltanschauungsproblem, Kriegsnotsemester 1919), 5
  25. Karl Jaspers: Die Idee der Universität, Berlin 1923, neugefasste Ausgaben unter gleichem Titel von 1946 und 1961
  26. Karl Jaspers: Notizen zu Heidegger, hrsg. von Hans Saner, Pieper, München 1978, Nr. 59: „Was mich wurmt: daß wir nicht Bundesgenossen in der Öffentlichkeit geworden sind, wozu 1921 eine Möglichkeit schien – […]Da dies nicht geschehen ist – […] aber die Weise des Versagens kann auf beiden Seiten verschiedene Motive haben – ist die Beziehung belastet mit dieser ausgebliebenen Möglichkeit.“
  27. Reinhard Mehring: Heideggers „große Politik“. Mohr Siebeck, Tübingen 2016, 71
  28. Günther Anders: Austriaca, Presses universitaires de Rouen et du Havre, 1992, Nr. 35, S. 29.
  29. Richard Wolin: Heideggers „Schwarze Hefte“: Nationalsozialismus, Weltjudentum und Seinsgeschichte. Institut für Zeitgeschichte, de Gruyter, München 2015.
  30. Otto Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger. 2. Auflage. Alber, Freiburg / München 1972, S. 109.
  31. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 105 f.
  32. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 106–107
  33. Gottfried Schramm, Bernd Martin: Ein Gespräch mit Max Müller (†), in: dies. (Hrsg.): Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik. 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 2001 [1. Aufl. 1984], 75-116, zuerst erschienen in den Freiburger Universitätsblättern, Juni 1986, vollständig, aber ohne Autorisierung (Schramm/Martin S. 115/116) wieder abgedruckt in: Günther Neske, Emil Kettering (Hrsg.): Antwort. Martin Heidegger im Gespräch. Pfüllingen 1988, S. 90–220. Das Zitat steht bei Schramm/Martin mit dem ersten Teil auf S. 80, mit dem zweiten Teil auf S. 81 – dazwischen liegt eine andere Frage. Der dritte Teil steht auf S. 85 mit mehreren auch thematisch abweichenden Fragen dazwischen. Referiert wird der erste Teil des Zitats bei Manfred Weinberg: Hitlers Hände. Heidegger und die Euthanasie. In: Ulrich Bröckling und andere (Hrsg.): Disziplinen des Lebens. Narr Francke Attempto, 2004, S. 305 Fn 29., allerdings nur bezogen auf das Jahr 1928 und mit dem Verweis, dass Müller sich über das Jahr 1933 gegenteilig geäußert habe.
  34. Martin Heidegger: Einleitung in die Philosophie (WS 1928/29) GA 27, S. 7.
  35. Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit (WS 1929/30) GA 29/30, 110; hierzu Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Opladen 1990, S. 23.
  36. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 761.
  37. Michael Grossheim: Politischer Existentialismus. Subjektivität zwischen Entfremdung und Engagement. Mohr Siebeck, Tübingen 2002, S. 384.
  38. Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit (WS 1929/30) GA 29/30, 240.
  39. Rudolf Ringguth, Der Spiegel (18. August 1986): Führer der Führer.
  40. Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit (WS 1929/30) GA 29/30, 245.
  41. Ernst Vollrath: Was ist das Politische? Eine Theorie des Politischen und seiner Wahrnehmung. Würzburg 2003, S. 175.
  42. Martin Heidegger: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit (WS 1929/30) GA 29/30, 255 f.
  43. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. DVA, München 2005, S. 165.
  44. Walter Homolka, Arnulf Heidegger (Hrsg.): Heidegger und der Antisemitismus. Positionen im Widerstreit. Mit Briefen von Martin und Fritz Heidegger. Herder, Freiburg 2016, S. 21f. u. 23: „Anfangs war ich etwas überrascht über das Hitlerbuch-Geschenk.“ (Fritz Heidegger)
  45. Walter Homolka, Arnulf Heidegger (Hrsg.): Heidegger und der Antisemitismus. Positionen im Widerstreit. Mit Briefen von Martin und Fritz Heidegger. Herder, Freiburg 2016, S. 26f.
  46. H. Mörchen las den Text aus seinem Tagebuch am 30. Januar 1989 auf WDR 3 vor, vgl. dazu Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Fischer, Frankfurt 2001, S. 257f., Anm. 12
  47. Dieses Bild verwendet Karl Löwith: Heidegger – Denker in dürftiger Zeit, Stuttgart 1983 (Sämtliche Schriften Band 8), 18
  48. Florian Grosser: Revolution denken. Heidegger und das Politische. Beck, München 2011, 267
  49. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und an der Technik. Niemeyer, Tübingen, 1989, S. 17
  50. Manfred Weinberg: Hitlers Hände. Martin Heidegger und die Euthanasie, in Ulrich Bröckling, […] Martin Weinberg (Hrsg.): Disziplinen des Lebens: zwischen Anthropologie, Literatur und Politik, Narr, Tübingen 2004, 297-324 S. 305, Anm. 31
  51. Eduard Langwald: Das andere sagen. Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk. LIT, Münster 2004, 76 (Kommunismus)
  52. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Einleitung, I, Über Heideggers politische Ausrichtung vor 1933: „Kurz: der öffentliche Anschluss Heideggers an den Nationalsozialismus 1933 ist nicht ein vorübergehendes, den Umständen geschuldetes Ereignis. Es ist die Vollendung einer ‚Prägung‘ und einer inneren Entwicklung, die weit zurück reicht und sich in seinen Texten selbst ausdrückt.“
  53. Neben anderen: Miguel de Beistegui: Heidegger and the Political. Routledge, London 2002; Pierre Bourdieu: Die politische Ontologie Martin Heideggers. Suhrkamp, Frankfurt 1988; Florian Grosser: Revolution denken. Heidegger und das Politische. Beck, München 2011; Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. (Paris 1987) Stuttgart 1990; Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt 1992; Otto Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger. 2. Aufl. Alber, Freiburg / München 1974; Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. [1965] 2. um einen Nachtrag 1988 erw.Aufl. Westdeutscher Verlag, Opladen 1989; Hans Sluga: Heidegger’s Crisis: Philosophy and Politics in Nazi Germany. Harvard University Press, Cambridge/Mass. 1993; Gérard Bensussan: „Beides, Herr General“: Heidegger, der Nazi, Heidegger, der Philosoph und umgekehrt, in: Bernhard H. F. Taureck (Hrsg.): Politische Unschuld? In Sachen Martin Heidegger. Wilhelm Fink, München 2007, 83-96; Richard Wolin: Seinspolitik. Das politische Denken Martin Heideggers. Passagen, Wien 1991
  54. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. DVA, München 2005, S. 176.
  55. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. DVA, München 2005, S. 178 f.
  56. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 229.
  57. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. DVA, München 2005, S. 180.
  58. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, S. 238. GA 16, 835.
  59. Iris Radisch, Hermann Heidegger (Die Zeit, 6. März 2014): „Er war ein lieber Vater“.
  60. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 229.
  61. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfride 1915–1970. DVA, München 2005, S. 184.
  62. Rudolf Bultmann/Martin Heidegger: Briefwechsel 1925–1975. Hrsg. von A. Großmann und C. Landmesser. Klostermann/Mohr Siebeck, Tübingen 2009, S. 191.
  63. Bernd Martin: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 20; Norbert Kapferer: Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933–1945. Lit, Münster 2001, S. 54
  64. Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger, Elisabeth Blochmann: Briefwechsel 1918–1969. 2. Aufl. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1990, S. 60.
  65. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 216–217.
  66. Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger, Elisabeth Blochmann: Briefwechsel 1918–1969. 2. Aufl. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1990, S. 62
  67. Heidegger/Bauch, S. 32
  68. Christian Tilitzki, Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, S. 346, m. Anm. 601, Husserl in einem Brief (Husserl an Landgrebe, 28. 5. 1932, Husserl Briefwechsel 1994, Band IV, S. 288 f.):
  69. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ München 2005, S. 51.
  70. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ München 2005, S. 112.
  71. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ München 2005, S. 116.
  72. Holger Zaborowski: War Heidegger ein Antisemit? In: Heidegger und der Nationalsozialismus. II. Interpretationen. Freiburg/München 2009, S. 260.
  73. Holger Zaborowski: War Heidegger ein Antisemit? In: Heidegger und der Nationalsozialismus. II. Interpretationen. Freiburg/München 2009, S. 301.
  74. Vgl. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Klostermann, Frankfurt 2015, S. 35.
  75. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ München 2005, S. 188
  76. Gertrud Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger: „Mein liebes Seelchen!“ München 2005, S. 105
  77. Ulrich Sieg (Die Zeit, 22. Dezember 1989): Die Verjudung des deutschen Geistes. Ein unbekannter Brief Heideggers.
  78. Tom Rockmore: On Heidegger’s Nazism and philosophy. University of California Press, Berkeley / Los Angeles 1992, S. 111.
  79. Mathias Brodkorb: Der kausale Nexus. Eine Einführung in das Denken Ernst Noltes. In: Mathias Brodkorb (Hrsg.): Singuläres Auschwitz? Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre „Historikerstreit“, S. 17 u. 28.
  80. Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt am Main 1992, S. 145.
  81. Otto Pöggeler: Von Nietzsche zu Hitler? Heideggers politische Optionen. In: Hermann Schäfer (Hrsg.): Annäherungen an Martin Heidegger. Festschrift für Hugo Ott zum 65. Geburtstag. Frankfurt am Main und New York 1996, 81–101, S. 96.
  82. Rüdiger Safranski, S. 301
  83. Tatjana Noemi Tömmel, Wille und Passion: Der Liebesbegriff bei Heidegger und Arendt, 2013, S. 22: „Der trotz Arendts Heirat mit Günter Stern alias Günter Anders aufrechterhaltene Kontakt zu Heidegger kommt mit den politischen Ereignissen im Winter 1932/33 zu einem vorläufigen Ende. Den Schlußstrich unter die erste Phase setzt eine briefliche Entgegnung Heideggers auf die Gerüchte über seinen ‚enragierten Antisemitismus‘, die Arendt alarmiert hatten.“
  84. Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Karl Alber, Freiburg/München 2010, S. 249.
  85. Ursula Ludz (Hrsg.): Hannah Arendt, Martin Heidegger: Briefe 1925–1975. Frankfurt am Main 2013, S. 68 f.
  86. Gerhard Scheit, Überarbeitete und gekürzte Fassung des Heidegger-Kapitels aus Die Meister der Krise. Über den Zusammenhang von Vernichtung und Volkswohlstand. Freiburg, 2001; zuerst erschienen in: Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands 18. Jg./2001, H. 1 u. 2), S. 1: „Dabei hatte sich Heidegger selbst gegenüber Hannah Arendt als „Antisemit“ bekannt.“
  87. Maria Robaszkiewicz, Übungen im politischen Denken: Hannah Arendts Schriften … S. 92
  88. Annette Vowinckel, Geschichtsbegriff und Historisches Denken bei Hannah Arendt. S. 20
  89. Zaborowski, S. 409
  90. Hans Peter Obermayer: Deutsche Altertumswissenschaftler Im Amerikanischen Exil: Eine Rekonstruktion. Berlin 2014, S. 668, Fn. 1443.
  91. Safranski, S. 289
  92. Franz Walter, Vom Milieu zum Parteienstaat: Lebenswelten, Leitfiguren und Politik im Historischen Wandel, 2010 S. 26 f.
  93. Norbert Kapferer, Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933–1945, S. 28ff.
  94. Norbert Kapferer, Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933–1945, S. 30.
  95. Martin Heidegger: Sein und Zeit, Niemeyer, Tübingen (1927) 2006, S. 50, Anm. 1.
  96. Holger Zaborowski: War Heidegger ein Antisemit? In: Heidegger Handbuch 5: Heidegger und der Nationalsozialismus. II. Interpretationen. Alber, Freiburg/München 2009, S. 260.
  97. Philipp von Wussow, „Davoser Disputation“, in: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, Band 2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 69–74, hier S. 73.
  98. Toni Cassirer: Mein Leben mit Ernst Cassirer, Meiner, Hamburg 2003, 187f.
  99. Toni Cassirer: Mein Leben mit Ernst Cassirer, Meiner, Hamburg 2003, 188.
  100. Karlfried Gründer: Heidegger und Cassirer in Davos 1929, in: Über Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen. Hrsg. von Hans-Jürg Braun, u.a., Frankfurt/M., 290-302, 293.
  101. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 629.
  102. Dominic Kaegi: Die Legende von Davos, in: Hannah Arendt. Verborgene Tradition - Unzeitgemäße Aktualität?, 75-86, hier S. 76, Anm. 8, Brief an Toni Cassirer in: Toni Cassirer: Mein Leben mit Ernst Cassirer, Hildesheim, 1981, 167
  103. J. Meier, Die personelle Gleichschaltung der badischen Hochschulen 1933–1935 Konformität und Resistenz in Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg im Vergleich, Heidelberg, 2015, S. 20
  104. Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933 Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136 (1988), S. [445] - 477“; S. 454: Mit Verweis auf ein Schreiben (26. Mai 1933) von Wolfgang Aly zur Absage der Rundfunkübertragung von Heideggers Antrittsrede - „Des weiteren beweist das Schreiben, dass Heidegger nicht nur der Wunschkandidat einer kleinen Zahl völkisch orientierter Kollegen für das Rektoranamt war, sondern auch der Partei als der für diesen Posten ideale Mann galt.“
  105. J. Malitz, Klassische Philologie, In: E. Wirbelauer (Hg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Jürgen Malitz, Klassische Philologie, S. 308 f. m. Anm 20.
  106. Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, S. 310
  107. Museum am Burghof, Lörrach, Nationalsozialismus in Baden, 1. Robert Wagner wird Reichsstatthalter von Baden
  108. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 305; J. Meier, Die personelle Gleichschaltung der badischen Hochschulen 1933–1935 Konformität und Resistenz in Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg im Vergleich, Heidelberg, 2015, S. 20: „Der Erlass Wagners war willkürlich und ohne Rechtsgrundlage zustande gekommen und stellte eine massive Missachtung der Beamtenrechte dar“, m. Anm. 55.
  109. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 305
  110. Freiburger Zeitung v. 10. April 1933
  111. Haumann, Heiko/Schadek, Hans (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau. Band 3. Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart. Stuttgart, Theiss 1992, S. 303 f.; NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Kölner Universität beispielgebend
  112. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 308: „Da auf der Rektorenkonferenz auch bekannt wurde, daß die Universität Köln als erste durch den Rücktritt von Rektor und Senat den Weg zur Gleichschaltung der Hochschulen bereits freigemacht hatte, sahen sich Sauer und v. Möllendorff kaum noch in der Lage, dies in Freiburg noch verhindern zu können.“
  113. Annette Schulz-Baldes: Das Jahr 1933. Die Medizinische Fakultät und die „Gleichschaltung“ an der Universität Freiburg. in: Bernd Grün/Hans-Georg Hofer/Karl-Heinz Leven (Hg.), Medizin und Nationalsozialismus: die Freiburger Medizinische Fakultät und das Klinikum in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“, Lang, Frankfurt 2002, S. 139–160, 152.
  114. B. Martin: Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“, 136 (1988), S. [445] - 477, hier: S. 453: „Eine direkte Beteiligung von Parteistellen beim Wechsel des Rektorats von Möllendorff auf Heidegger lag angesichts der Pressekampagne gegen den demokratisch eingestellten Medizinprofessor nahe, konnte jedoch bislang nicht bewiesen werden.“; Bernd Martin: Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, in: „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“, 136 (1988), S. [445] - 477, hier: S. 453. „Als Heidegger sich im März 1933,nach dem Wahlsieg der NSDAP im Bunde mit den Rechtsparteien, bei einem Besuch in Heidelberg mit der Bemerkung von Karl Jaspers verabschiedete, 'man muß sich einschalten', scheint er präzisere Ideen über sein zukünftiges politisches Handeln gehabt zu haben, als er in der nachträglichen Entlastungsschrift wahrhaben wollte.“
  115. Jürgen Malitz: Klassische Philologie, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006, 303-364, hier S. 309, Anm. 20. über W. Aly: „Anfang April spielte er sich als 'Graue Eminenz' hinter den Kulissen auf“; ein Schreiben vom 26. Mai 1933 - dem Tag vor der Antrittsrede - legt nahe, dass dessen Verfasser, W. Aly, im Hintergrund wirkte: Bernd Martin: Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, in: „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“, 136 (1988), S. [445] - 477, hier: S. 454: „Implizit läßt dies den Schluß zu, daß vor dem Rücktritt Möllendorffs vom Rektoramt auch Gespräche zwischen Parteidienststellen und Heidegger, womöglich über Mittelsmänner wie Professor Aly, stattgefunden haben müssen.“
  116. Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, S. 313: „Dass Schadewaldt am Ostersonntag [16. April] noch einmal Sauer mit dem gleichen Anliegen aufsuchte, ist eigentlich nur unter der Annahme erklärbar, dass er unter schwerem Druck (wahrscheinlich auch von Seiten Heideggers selber) stand. Sauer traute Heidegger das Amt nicht zu“, m. Anm. 14: Tagebucheintrag von Sauer am 16. 4. 1933
  117. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 302 f.
  118. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 309
  119. Otto Pöggeler: Neue Wege mit Heidegger. Alber, Freiburg, München 1992, S. 223; Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, S. 313
  120. H. Ott, S. 171: Heidegger hatte „noch vor seinem Amtsantritt mit antisemitischen Maßnahmen und Ausschreitungen zu tun“.
  121. Heidegger, GA 1, S. 84
  122. Anton M. Fischer, Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 287: „Heidegger verteidigt nun nicht etwa das mildere Reichsgesetz, sondern reicht Wackers Schreiben an seine Dekane weiter und fügt eine Aufforderung bei (…)“.
  123. GA 16, S. 91 f.
  124. Dominic Kaegi in Wolfgang U. Eckart, Volker Sellin, Eike Wolgast (Hrsg.), Die Universität Heidelberg im Nationalsozialismus, 2006, S. 326: „In Freiburg musste die Beurlaubung Husserls rückgängig gemacht werden, weil sie dem Berufsbeamtengesetz widersprach“.
  125. Emmanuel Faye: Heidegger: The Introduction of Nazism Into Philosophy. Yale University Press, 2009, S. 56; Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: I. Dokumente. Karl Alber, Freiburg/München 2009, S. 13.
  126. Albrecht Götz von Olenhusen: Die „nichtarischen“ Studenten an den deutschen Hochschulen. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 14(1966), H. 2, 175–206,S. 181
  127. Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: I. Dokumente. Karl Alber, Freiburg/München 2009, S. 13 f.
  128. Albrecht Götz von Olenhusen: Die „nichtarischen“ Studenten an den deutschen Hochschulen. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 14(1966), H. 2, 175–206, S. 184, Fn 47
  129. GA 16, S. 382
  130. GA 16, S. 142; Wolfgang Kreutzberger: Studenten und Politik 1918–1933: Der Fall Freiburg im Breisgau. Göttingen 1972, V&R, S. 173.
  131. GA 16, S. 82f.
  132. Laut Parteibucheintrag; vgl. Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt a. M., S. 137.
  133. GA 16, 93.
  134. Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, hier: S. 314 und Fn. 15
  135. Walter Biemel, Hans Saner (Hrsg.): Martin Heidegger, Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Frankfurt am Main 1992, S. 257.
  136. Gerhard Ritter: Selbstzeugnis 3. Die Universität Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen, Freiburg und München, 2006, S. 788.
  137. GA 36/37, 3.
  138. Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136 (1988), S. 445–477, hier: 460 f.
  139. Guido Schneeberger, Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken, Bern, 1962, Dok. Nr. 44.
  140. R. Safranski, S. 376.
  141. Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933, S. 454 f.
  142. Rainer Rotermundt: Konfrontationen. Hegel, Heidegger, Levinas. Ein Essay. Würzburg: Königshausen & Neumann 2006, S. 81
  143. R. Safranski, S. 285
  144. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt/M. 1988, S. 149: „(Mitteilung Nr. 5288): Das Hochheben der Hand (…) sei (…) der Nationalgruß des deutschen Volkes geworden“.
  145. Bernd Martin, Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933, S. 454 f.
  146. Bernd Martin Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136, 1988, 454.
  147. Holger Zaborowski, Eine Frage von Irre und Schuld? Martin Heidegger und der Nationalsozialismus, Frankfurt am Main 2010, S. 257.
  148. Die Rede ist in GA 16, S. 107–117 publiziert.
  149. vgl. Bächli/Graeser, Grundbegriffe der antiken Philosophie, Stuttgart, 2000, u. „Kunst“: „τεχνη bedeutete nämlich jegliche Form menschlicher oder göttlicher (vg. Platon, Sophistes 265e) Kunstfertigkeit und praktischer Intelligenz, im Kontrast zum selbständigen Tun der Natur.“
  150. Michael Grüttner, Geschichte der Universität Unter den Linden, Berlin 2012, S. 252: „Juden waren damit von vornherein ausgeschlossen“ m. Anm. 176.
  151. Holger Zinn, Die Studentische Selbstverwaltung in Deutschland bis 1945, Wiesbaden, 2005,S. 25: um zur Studentenschaft zu gehören, war eine eidesstattliche Versicherung nötig, „daß Eltern und Großeltern deutscher Abstammung waren“.
  152. D. Morat, S. 122
  153. Harald Maier-Metz, Entlassungsgrund: Pazifismus: Albrecht Götze, der Fall Gumbel und die Marburger Universität 1930–1946, S. 106 f.
  154. Karl Dietrich Bracher, Die nationalsozialistische Machtergreifung: Studien zur Errichtung des totalitären Herrschaftssystems in Deutschland 1933/34, Wiesbaden, 1960, S. 568 m. Anm. 239 f.: „zur Eingliederung in die Volksgemeinschaft zu Wehr- und Arbeitsdienst und Leibesübungen.“
  155. Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert (Hrsg.), Traditionen, Brüche, Wandlungen: die Universität Jena 1850–1995, Köln, Weimar, Wien, 2009, S. 444
  156. Ulrich Barth, Gott als Projekt der Vernunft, Tübingen, 2005, S. 48, Anm. 55: „sehr zeitgebundene Unterscheidung (…) nach Analogie des Platonischen Drei-Stände-Staates“
  157. Reinhard Brandt, Universität zwischen Selbst- und Fremdbestimmung: Kants „Streit der Fakultäten“, Berlin, 2003, S. 181: „Paradoxerweise wird so mit einer platonischen Reminiszenz die auf Platon zurückgehende Idee der Akademie zerstört.“
  158. H. Vetter, S. 421: „Doppeldeutigkeit“.
  159. Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens. Band 4.2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 7
  160. Vgl. Grün in HJ5, S. 96.
  161. Paul Shorey:„For all great things are precarious“, Perseus, Plat., Polit., 497 d
  162. Bernd Martin, Einführung: „Alles Große ist auch gefährdet“ – der Fall Heidegger(s), in: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Ein Kompendium, ders. (Hrsg.), Darmstadt 1989, S. 3: „Denn alles Große ist auch gefährdet“.
  163. Manfred Geier, Wittgenstein und Heidegger: Die letzten Philosophen, S. 261: Heidegger hatte „die Metapher des 'Sturms' schon seit einiger Zeit gern benutzt, um sowohl die Energie seines Philosophierens als auch die zeitgeschichtlichten Ereignisse zu charakterisieren. (…) Wollte Heidegger die jungen SA-Männer, die erstmals an einer akademischen Feier teilnahmen, mit seinem Sturm begeistern? Platon als Wortgeber der 'Sturmabteilung'?“
  164. Bernd Martin, Einführung: „Alles Große ist auch gefährdet“ – der Fall Heidegger(s), in: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Ein Kompendium, ders. (Hrsg.), Darmstadt 1989, S. 3.
  165. GA 16, S. 663.
  166. Francesco Cattaneo, Forme del conflitto. La filosofia di Heidegger degli anni Trenta tra politica e arte, Bologna, 2007, S. 74: „Il dibattito intorno a Heidegger si scatenò già con la sua assunzione del rettorato, che in Germania fu accolta con accenti entusiastici, ma che all’estero fu in non pochi casi recepita con sbigottimento e accompagnata da severe critiche.“
  167. Bernd Martin, S. 53, m. Anm. 36: Guido Schneeberger, Dokumente 46-48.
  168. G. Schneeberger, 1962, Dok. 79
  169. H. Ott, S. 146.
  170. Rudolf Bultmann/Martin Heidegger: Briefwechsel 1925–1975. Hrsg. von A. Großmann und C. Landmesser. Klostermann/Mohr Siebeck, Tübingen 2009, S. 194 f.
  171. F. Eymann in: Karl Ballmer, Aber Herr Heidegger! Zur Freiburger Rektoratsrede Martin Heideggers. Mit einem Vorwort von Prof. theol. F. Eymann, Bern, Basel 1933; A. Denker, H. Zaborowski (Hrsg.) Heidegger und der Nationalsozialismus, Dokumente. Heidegger-Jahrbuch 4, Freiburg, München, 2009, S. 155–177
  172. Karl Ballmer, Aber Herr Heidegger! Zur Freiburger Rektoratsrede Martin Heideggers. Mit einem Vorwort von Prof. theol. F. Eymann, Bern, Basel 1933 in: A. Denker, H. Zaborowski (Hrsg.) Heidegger und der Nationalsozialismus, Dokumente. Heidegger-Jahrbuch 4, Freiburg, München, 2009, S. 155–177
  173. zit. N. H. Ott, S. 192 f.
  174. Hans Dieter Zimmermann: Philosophie und Fastnacht. Martin und Fritz Heidegger. München 2005, S. 86
  175. Brief an Karl Vossler vom 9. September 1933, vgl. R. Safranski, S. 292.
  176. La Critica. Rivista di Letteratura, Storia e Filosofia, 32, 1934, S. 69 f.
  177. A. Denker, H. Zaborowski (Hrsg.) Heidegger und der Nationalsozialismus, Dokumente. Heidegger-Jahrbuch 4, Freiburg, München, 2009, S. 196 f.
  178. GA 16, S. 658; Hugo Ott: Martin Heidegger. Frankfurt am Main 1992, S. 182.
  179. Margrid Bircken, Helmut Peitsch (Hg.), Wolfgang Benz, Brennende Bücher. Erinnerungen an den 10. Mai 1933, Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung, Potsdam, 2003, Der Kulturskandal: Mythos, Tradition und Wirkung der Bücherverbrennung. Ansprüche auf kulturelle Hegemonie und ihre Durchsetzung pdf., S. 30
  180. vgl. dazu auch den Zeitzeugen Gerhard Ritter, Selbstzeugnis 3, Die Universität Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen, S. 802 sagt, bezüglich der Bücherverbrennung in Freiburg am 10. Mai: „Ich weiß nichts davon.“
  181. nach dem Zeugnis des italienischen Philosophen und Zeitzeugen Ernesto Grassi, vgl. H. Ott, Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie, S. 182: „Vor der Universitätsbibliothek loderte das Feuer“; H. Ott, ebd: „Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, die diese Darstellung bestätigen. Dagegen steht Heideggers (…) Aussage, die Bücherverbrennung verboten zu haben.“
  182. Käthe Vordtriede: „Es gibt Zeiten, in denen man welkt“. Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Lengwil 1999, S. 80; vgl. auch Heiko Wegmann: Auch in Freiburg wurden von den Nazis Bücher verbrannt. In: Badische Zeitung. 13. August 2013: online
  183. GA 16, 131
  184. Ulrich Sieg: Deutsche Wissenschaft und Neukantianismus. In: Hartmut Lehmann, Otto Gerhard Oexle (Hrsg.): Nationalsozialismus in den Kulturwissenschaften 2. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-35862-8, S. 211
  185. Otto Gerhard Oexle: Krise des Historismus – Krise der Wirklichkeit. Wissenschaft, Kunst und Literatur 1880–1932.Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35810-8, 104
  186. GA 16, S. 132
  187. H. Zaborowski, S. 358: „Plötzlich steht nicht mehr der Geist im Vordergrund, sondern Blut und Boden“.
  188. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In der Dunkelkammer der Seinsgeschichte. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung. Metzler, Stuttgart und Weimar 2003, S. 527; Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 301; Emmanuel Faye. Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Berlin, 2009, S. 65; Stefan Blankertz: Thomas von Aquin: Die Nahrung der Seele. Berlin 2013, S. 196; Max Brinnich, Georg Heller: Kant und die Phänomenologie in Österreich. In: Violetta Waibel (Hrsg.): Umwege: Annäherungen an Immanuel Kant in Wien, in Österreich und in Osteuropa. Wien 2015, S. 495; Manfred Geier: Wittgenstein und Heidegger: Die letzten Philosophen. Reinbek 2017, S. 262
  189. GA 16, 417: „Ich bekam eine Anfrage aus Göttingen über Baumgartens wissenschaftliche Fähigkeiten, in der auch seine nationalsozialistische Zuverlässigkeit erfragt wurde. Ich habe daraufhin ein wissenschaftliches Gutachten abgegeben, wegen seiner politischen »Zuverlässigkeit« auf seine Herkunft hingewiesen, weil ich erhebliche Zweifel in Baumgartens zur Schau gestellten Nationalsozialismus hegte. Nach anderen, mir von Kollegenseiten zugegangenen Berichten schien er mir zu denen zu gehören, die sich mit Hilfe der Partei zur Geltung bringen wollten“; Hans-Joachim Dahms: Aufstieg und Ende der Lebensphilosophie. Das philosophische Seminar Göttingen zwischen 1917 und 1950, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler (Hrsg.): Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, 2. erw. Ausg. Sauer, München 1998, S. 288–317, hier: S. 300; Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Meiner, Hamburg 2014, S. 413.
  190. David Luban: A conversation about Heidegger with Eduard Baumgarten, in: Berel Lang: Heideggers Silence, Cornell University Press, New York 1996, 101–112, hier:S. 107
  191. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 183 m. Anm. 146; Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, S. 417: „Ihr Schreiben vom 7. 1. mit Teilabschrift von Jaspers Brief …“
  192. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, S. 417f.
  193. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 2009, S. 385, Anm. 127: „Dagegen spricht nicht nur, dass dieses Verfahren höchst ungewöhnlich gewesen wäre, sondern auch, dass das Gutachten in der ersten Person verfasst ist.“
  194. Hans Saner (Hrsg.): Karl Jaspers, Notizen zu Heidegger, Piper, München 1978, Vorwort, ders., S. 14f., irrtümlich als Abschrift von Baumgarten bezeichnet, vgl. dazu Hans-Joachim Dahms: Aufstieg und Ende der Lebensphilosophie. Das philosophische Seminar Göttingen zwischen 1917 und 1950, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler (Hrsg.): Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, 2. erw. Ausg. Sauer, München 1998, S. 288–317, hier: S. 312, Anm. 86 und die beiden Versionen bei Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 183; Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, 774, Dokument UAF B 34/31, vgl. auch Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Meiner, Hamburg 2014, S. 413 m. Anm. 42.
  195. Hans-Joachim Dahms: Aufstieg und Ende der Lebensphilosophie. Das philosophische Seminar Göttingen zwischen 1917 und 1950, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler (Hrsg.): Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, 2. erw. Ausg. Sauer, München 1998, S. 288–317, hier: S. 312, Anm. 87.
  196. David Luban: A conversation about Heidegger with Eduard Baumgarten, in: Berel Lang: Heideggers Silence, Cornell University Press, New York 1996, 101–112, hier:S. 108
  197. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 183: „Etwa 1934/35 wurde Jaspers, vermittelt durch Marianne Weber der Witwe von Max Weber, die Abschrift eines Gutachtens über Eduard Baumgarten bekannt, das Heidegger am 16. Dezember 1933 zu Händen des NS-Dozentenbundes in Göttingen ausgestellt hatte.“; Daniel Morat, Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920–1960, Wallstein, Göttingen 2007,S. 371, Anm. 41
  198. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 184
  199. R. Safranski, S. 319.
  200. Jürgen Busche, „Der Standpunkt Martin Heideggers“, Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. April 1983; dem widersprach Wilhelm Schoeppe, Heidegger und Baumgarten, FAZ, 28. Mai 1983; François Fédier: Heidegger – anatomie d’un scandale. Laffont, 1988, S. 104.
  201. Hans-Joachim Dahms: Aufstieg und Ende der Lebensphilosophie. Das philosophische Seminar Göttingen zwischen 1917 und 1950, in: Heinrich Becker, Hans-Joachim Dahms, Cornelia Wegeler (Hrsg.): Die Universität Göttingen unter dem Nationalsozialismus, 2. erw. Ausg. Sauer, München 1998, S. 288–317, hier: S. 300: „Obwohl die Authentizität des Gutachtens neuerlich sogar in der Tagespresse bestritten wurde, ist daran kaum Zweifel möglich.“ m. Anm. 87: „Was das Baumgartengutachten Heideggers betrifft, ist dieser Mangel jedenfalls so empfindlich nicht, daß man an seiner Authentizität vernünftigen Zweifel haben kann.“ Nachdem Baumgarten sich den Text des Gutachtens besorgt hatte, „gab es darüber einen Schriftwechsel zwischen der Fakultät und der Dozentenschaft.“ (dort zitiert); Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 184: „Da Jaspers in seinem 1945er Gutachten bereits ausführlich den Baumgarten-Komplex vorgetragen hatte, Heidegger das Jaspers-Gutachten kannte, in der Bereinigungskommission der Fall diskutiert worden war, ist an der Authentizität nicht zu zweifeln. Hätte eine Fälschung oder auch nur Verfälschung stattgefunden, Heidegger hätte dies richtiggestellt.“; Hermann Heidegger, in: Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, Anm. 186, beschränkt sich auf den Hinweis „unsicherer Wortlaut des Gutachtens“.
  202. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 210; vgl. dazu auch Klaus Hentschel, Physics and National Socialism: An Anthology of Primary Sources, Springer-Verlag, 1996, S. 100–109: Philipp Lenard, der Vorkämpfer der Deutschen Physik, Karlsruhe, (Karlsruher Akademische Reden, Nr. 17): Alfons Bühl, Philipp Lenard und die deutsche Naturforschung, 1935; des Weiteren: Gerhard Rammer, Die Nazifizierung und Entnazifizierung der Physik an der Universität Göttingen, Göttingen, 2004, S. 62, Anm. 188: „Die 'Deutschen Physiker' waren vertreten durch Alfons Bühl …“
  203. Richard L. Rubenstein, Center for Holocaust and Genocide Studies, The Philosopher and the Jews: The Case of Martin Heidegger, Modern Judaism, Spring 1989, S. 8: „secret denunciations of academic colleagues to Nazi authorities.“
  204. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 209: Aktennotiz, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, vom 28. Juli 1933: „Privatdozent Dr. Bühl teilt mir mit, daß er vom Rektor der Universität Freiburg beauftragt sei, Material über Professsor Staudinger, zur Zeit Professor an der Universität Freiburg, zu sammeln, da dort verschiedene Gerüchte wegen Kriegsdienstverweigerung usw. umlaufen.“
  205. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 207; Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, S. 248 „Alle Berichte des deutschen Generalkonsulats Zürich, besonders die Aktennotiz nach Legionssekretär von Simon vom 15.II.1917, sprechen von Weitergabe deutscher chemischer Herstellungsverfahren durch Staudinger ans (feindliche) Ausland.“
  206. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 205: „der Vorwurf des Verrates von Fabrikationsgeheimnissen ist selbst von den Nationalsozialisten nicht aufrecht erhalten worden.“
  207. Siegfried Niese: Die Sternstunde der Naturwissenschaften: Die späteren Nobelpreislaureaten Spemann – Hevesy – Krebs - Staudinger und ihr politisch-soziales Umfeld, Manuskript S. 15, in: 550 Jahre Albert-Ludwigsuniversität Freiburg – Festschrift, Band 3: Bernd Martin, (Hrsg.), Von der Badischen Landesuniversität zur Hochschule des 21. Jahrhunderts, Alber, Freiburg 2007, S. 259–279: „Als der badische Hochschulreferent Professor Fehrle am 29. 9. 33 im Zusammenhang mit der Ernennung Heideggers als Führer-Rektor die Universität besuchte, verdächtigte Heidegger ihm gegenüber Staudinger, den er mit auf die Liste der zu Entlassenden setzen wollte, kriegswichtige Geheimnisse an das Ausland verraten zu haben. Diese Mitteilungen bezogen sich auf Vorgänge während des Ersten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegsjahre. Fehrle hatte dann am Tag darauf (…) bei der Polizeidirektion Freiburg gegen Staudinger eine Anzeige eingereicht, obwohl Heidegger keine sachdienlichen Mitteilungen machen, sondern nur auf ein Gerücht verweisen konnte.“
  208. Staatsarchiv Freiburg, A5 Kunstakademie, Musikhochschule, Universität Freiburg Nr. 180, zit. n. Hugo Ott: Martin Heidegger als Rektor der Universität Freiburg i. Br. 1933/34. II. Die Zeit des Rektorats von Martin Heidegger (23. April 1933 bis 23. April 1934), in: Jahresheft des Breisgau-Geschichtsverein Schau-ins-Land (1984), S. 124, Anm. 57
  209. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 202.
  210. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 201
  211. Paul Matussek, Martin Heidegger in: Analytische Psychosentherapie, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 1997, S. 49–78,S. 66: „gezielte politische Denunziation“; Dieter Wyss, Kain: eine Phänomenologie und Psychopathologie des Bösen, Würzburg, 1997, S. 430; Victor Farias, Heidegger and Nazism, Philadelphia, 1987, S. 119; Dermot Moran, Introduction to Phenomenology, New York, 2000 S. 212; Richard L. Rubenstein, Center for Holocaust and Genocide Studies, The Philosopher and the Jews: The Case of Martin Heidegger, Modern Judaism, Spring 1989, S. 8; Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt 2001, S. 321
  212. H. Zaborowski, S. 385: „Heidegger, der sich hier als Rechtsgutachter und Richter aufspielt“.
  213. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16 S. 248 f.
  214. Hugo Ott: Jahresheft des Breisgau-Geschichtsverein Schau-ins-Land (1984), S. 126
  215. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, S. 260.
  216. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 208
  217. Paul Matussek, Martin Heidegger in: Analytische Psychosentherapie, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 1997, S. 49–78,S. 66.
  218. Dieter Wyss, Kain: eine Phänomenologie und Psychopathologie des Bösen, Würzburg, 1997, S. 430
  219. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16 S. 798 f, Anm. 133: „Heideggers scharfes Urteil über Staudinger entsprang offensichtlich dem Ärger über den sich anbiedernden Opportunismus seines Kollegen.“
  220. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 22.
  221. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, 140 ff; vgl. dazu auch Siegfried Niese: Die Sternstunde der Naturwissenschaften: Die späteren Nobelpreislaureaten Spemann – Hevesy – Krebs - Staudinger und ihr politisch-soziales Umfeld, Manuskript S. 15, veröffentlicht in: 550 Jahre Albert-Ludwigsuniversität Freiburg – Festschrift, Band 3: Bernd Martin, (Hrsg.): Von der Badischen Landesuniversität zur Hochschule des 21. Jahrhunderts, Alber, Freiburg 2007, S. 259–279: „Heidegger setzte sich bei dem Kulturreferenten der Staatsregierung Baden, Fehrle, sehr für den Verbleib von Hevesy an der Universität ein, weil er dessen außergewöhnliche Fähigkeiten und hohes Ansehen im Ausland für die Universität und das Dritte Reich erhalten wollte.“
  222. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976) GA 16, 144 ff.
  223. Vgl. B.Martin in Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, S. 45: „Schließlich rang sie [die Philosophische Fakultät] sich auf Einzelantrag Schadewaldts doch im Falle Fraenkels zu einem Begleitschreiben an das Ministerium durch, dem sich Heidegger, wie in anderen Fällen, sogleich anschloß.“
  224. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 199
  225. Die von Bernd Martin erarbeitete Dokumentation Die Entlassung der jüdischen Lehrkräfte an der Freiburger Universität und die Bemühungen um ihre Wiedereingliederung nach 1945, in: Schicksale: jüdische Gelehrte an der Universität Freiburg in der NS-Zeit. Freiburg: Rombach, 1995. (Freiburger Universitätsblätter; 129 = 34. Jg. 1995), S. 7–46 (online) wurde ausgewertet von Julia Meier: Die personelle Gleichschaltung der badischen Hochschulen 1933–1935. Konformität und Resistenz in Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg im Vergleich, Historisches Seminar Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2015, S. 20 (online); siehe auch: Siegfried Niese: Die Sternstunde der Naturwissenschaften: Die späteren Nobelpreislaureaten Spemann – Hevesy – Krebs - Staudinger und ihr politisch-soziales Umfeld, Manuskript S. 15, in: 550 Jahre Albert-Ludwigsuniversität Freiburg – Festschrift, Band 3: Bernd Martin, (Hrsg.), Von der Badischen Landesuniversität zur Hochschule des 21. Jahrhunderts, Alber, Freiburg 2007, S. 259–279: „Zu denen, die entlassen wurden, gehörten: Der Theoretische Physiker Johann Königsberger, der Mathematiker Alfred Loewy, der Dozent der Inneren Medizin Hans Adolf Krebs, der Dozent der Pathologie Rudolf Schönheimer, der Dozent für Physikalische Chemie und Mitarbeiter von Hevesy Ernst Alexander, sowie der Bibliotheksassessor Max Pfannenstiel.“
  226. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 392 f.
  227. Hugo Ott: Martin Heidegger als Rektor der Universität Freiburg i. Br. 1933/34. II. Die Zeit des Rektorats von Martin Heidegger (23. April 1933 bis 23. April 1934), in: Jahresheft des Breisgau-Geschichtsverein Schau-ins-Land (1984), 107-130, hier 123.
  228. Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Karl Alber, Freiburg/München 2010, S. 211.
  229. Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, Zürich 2008, S. 287.
  230. Marlis Meckel, Den Opfern ihre Namen zurückgeben: Stolpersteine in Freiburg, Freiburg 2006, S. 46, 144 u. 209; David R. Blumenthal: Living with God and Humanity, herausgegeben von Hava Tirsoh-Samuelson und Aaron Hughes, Leiden/Bosten 2014, S. 113.
  231. Leonie Breunung, Manfred Walther: Die Emigration deutschsprachiger Rechtswissenschaftler ab 1933. Ein bio-bibliographisches Handbuch. Band 1: Westeuropäische Staaten, Türkei, Palästina/Israel, lateinamerikanische Staaten, Südafrikanische Union. Berlin 2012, S. 464.
  232. Friedrich Heer: Das Wagnis der Schöpferischen Vernunft, Stgt. u.a. 1977. Neuausg. Wien u.a. 2003, S. 311.
  233. Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976), GA 16, S. 792
  234. Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger, Elisabeth Blochmann. Briefwechsel 1918–1969, 2. Aufl. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1990, S. 70
  235. Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Meiner, Hamburg 2014, S. 408.
  236. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt am Main 1992, S. 213; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 391f.
  237. Brief Elisabeth Blochmanns an Heidegger vom 29. 09. 1933 in: Joachim W. Storck (Hrsg.): Martin Heidegger – Elisabeth Blochmann. Briefwechsel 1918–1969, 2. Aufl. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1990 S. 75; Klafki/Müller 1992, S. 61–67. Zitiert nach Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 259.
  238. Vgl. Johannes Baptist Lotz im Gespräch, in: Günther Neske (Hrsg.): Erinnerung an Martin Heidegger, Neske, Pfullingen 1977 S. 158; Gustav René Hocke: Im Schatten des Leviathan: Lebenserinnerungen 1908–1984, Deutscher Kunstverlag, München 2005, S. 84; Martin Heidegger im Spiegel-Gespräch: GA16, 662; Hermann Heidegger, Die Zeit, 20. August 2015; Holger Zaborowski, HJ5 S. 261: „Gleichzeitig aber scheint sich Heidegger auch 1933 für Thannhauser verwendet zu haben.“, Zum Fall Thannhauser siehe Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau: Grundlagen und Entwicklungen, Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 313 f.
  239. Hans Dieter Zimmermann: Philosophie und Fastnacht. Martin und Fritz Heidegger. München 2005, S. 84; Peter Trawny: Heidegger and the Myth of a Jewish World Conspiracy, Chicago 2015, S. 65; Silvio Vietta: „Etwas rast um den Erdball …“ Martin Heidegger: Ambivalente Existenz und Globalisierungskritik, München 2015, S. 94.
  240. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 347
  241. Zur Erinnerung Hermann Heideggers: Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976), GA 16, 788 sowie zur Reaktion des Ministeriums: Martin Heidegger: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (1910–1976), GA16, 91. Vgl. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, S. 69.
  242. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 167
  243. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 168
  244. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 181; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 191; Bernd Grün: Universitätsleitung und Philosophische Fakultät, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006, S. 715–730, hier, S. 718: „In Baden fand die nationalsozialistische 'Machtergreifung' ihren ersten verfassungsrechtlichen Niederschlag mit der zum Wintersemester 1933/34 in Kraft getretenen 'Verfassung der badischen Hochschulen' vom 21. August 1933, die sich in Erwartung einer reichseinheitlichen Regelung explizit als vorläufig verstand.“
  245. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 181; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 191: „Das Land Baden, seinem Ruf als 'Musterländle' ein weiteres Mal getreu, war vorgeprescht, wollte maß-gebend sein. Der Rektor selbst ernannte die Dekane als Führer der Fakultäten, künftig die Universität nach dem klaren Führerprinzip gestaltend“; Bernd Grün: Universitätsleitung und Philosophische Fakultät, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006, S. 715–730, hier S. 718: „Deutlich erkennbar stellte die badische Regierung den traditionellen Aufbau der Universität in Frage und führte das wohl prägendste Element der nationalsozialistischen Verwaltungsstruktur ein: das Führerprinzip.“
  246. Hellmut Flashar: Biographische Momente in schwerer Zeit. In: Spectra. Narr Francke Attempto, 2004, S. 307–328, hier: S. 316 f.
  247. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 187; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 126: „neu erlassene Badische Universitätsverfassung, an deren Zustandekommen er nicht unmaßgeblich beteiligt war“; Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München. 193-196
  248. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 191 f.
  249. GA 16, S. 157
  250. Bernd Grün: Universitätsleitung und Philosophische Fakultät, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006, S. 715–730, hier S. 719: „Die Dekane wurden zusätzlich verpflichtet, den Rektor über alle Fakultätsangelegenheiten zu informieren. Auf diese Weise sollte klargestellt werden, dass der Rektor der Führer der gesamten Universität war und die Fakultäten kein Recht auf ein irgendwie geartetes Eigenleben hatten. Die Verfassung sah die Universität nur noch als eine hierarchisch strukturierte Lehr- und Lerngemeinschaft von Studierenden und Dozierenden.“
  251. Bernd Martin: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989, S. 31–35.
  252. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: 187.
  253. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: S. 191
  254. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 192
  255. Vgl. Jürgen Malitz: Klassische Philologie, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006,303-364, hier S. 313, Anm. 35: „Aus dem Gesamtgutachten der philosophischen Fakultät Leipzig vom 2. 12. 1933 (Univ.-Archiv Leipzig, Personalakte Schadewaldt): Die Rede über den neuen deutschen Studenten, die Schadewaldt auf Wunsch der Studentenschaft gegen Ende des S.S. in Freiburg hielt, legen wir in dem Abdruck der Freiburger Studentenzeitung vom 27. 7. 33 bei, weil sie uns ein besonders wichtiges Zeugnis dafür scheint, wie sehr der Redner vom Geiste des Nationalsozialistischen durchdrungen ist, wie lebendig der Redner den Rhythmus der gegenwärtigen Bewegung zu übertragen vermag“; ebd. S. 315, Stellungnahme der Fakultät nach 1945: „Einen starken Umschwung brachte das Jahr 1933, in dem der Philosoph Heidegger Rektor wurde und unter seinen Anhängern in der Fakultät, insbesondere bei dem von ihm ernannten Dekan Schadewaldt, kräftigste Unterstützung fand. Schadewaldt sorgte bei seinem Weggang nach Leipzig 1934 und beim Abgang des jüdischen Philologen (sic !) Fränkel unter starker Ausnützung des Führerprinzips für die Neubesetzung beider Lehrstühle durch radikale Nationalsozialisten (Oppermann und Bogner)“; vgl. UB Freiburg, digitalisierte historische Bestände, Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 1934, Personalverzeichnis, 1. Februar 1934
  256. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer, Frankfurt 2005, S. 685, zitiert Wolf: „Zu den nichtarischen Volksgästen, denen keine Rechtsstandschaft zukommt, gehören rassisch Fremdstämmige und Ausländer.“; weitere Nachweise bei Christoph M. Scheuren-Brandes: Der Weg von nationalsozialistischen Rechtslehren zur Radbruchschen Formel. Untersuchungen zur Geschichte der Idee vom „Unrichtigen Recht“. Schöning, Paderborn 2006, S. 76,77; siehe auch Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, 196-197
  257. Bernd Grün: Universitätsleitung und Philosophische Fakultät, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Alber, Freiburg/München 2006, S. 715–730, hier S. 722
  258. Senatssitzung vom 29.XI.1933, zu 9., GA 16, S. 214; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 151 f.; vgl. Paul Matussek: Analytische Psychosentherapie. 2 Anwendungen, Springer, Berlin u.a. 2001, S. 66–67, der davon spricht, dass Heidegger „den Kontakt zu seinem privaten Selbst vollkommen verloren“ habe.
  259. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 229, mit der nicht näher spezifizierten Quellenangabe: Universitätsarchiv Freiburg; dieser Brief wurde weder in GA 16 noch in das Heidegger-Jahrbuch 4, in denen die Dokumente zu Heideggers Engagement im Nationalsozialismus gesammelt wurden, aufgenommen.
  260. Über die Entwicklung an verschiedenen Universitäten berichtet Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933 in: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik, 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194
  261. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt 2001, S. 312: „Bisweilen fand man ihn auch komisch und erzählte sich die Geschichte, wie einige Studenten unter der Leitung des bereits erwähnten Philosophiedozenten und ehemaligen Korvettenkapitäns Stieler in der Lehmgrube einer Ziegelei mit Gewehrattrappen aus Holz exerzierten, und wie dann Heidegger im Wagen vorgefahren und herausgesprungen sei. Der baumlange Stieler – er maß 2,02 Meter – habe sich vor dem kleinwüchsigen Heidegger aufgebaut und militärisch korrekt Meldung erstattet, und Heidegger, der den Kriegsdienst nur bei der Postzensur und einem Wetterbataillon geleistet hatte, habe militärisch ebenfalls korrekt wie ein Kommandeur die Meldung salutierend entgegengenommen. Von solcher Art waren Heideggers Kampfszenen.“
  262. Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 171.
  263. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007 S. 134;, GA 36/37, S. 212; Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 171. Bernd Martin: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 35 kommentiert Heideggers Bemühen um fortgesetzte geistige Erneuerung: „Der Aufruf an die Deutschen Studenten, seine Ansprache auf der Wahlkundgebung der Wissenschaft in Leipzig (11. Nov.), seine Rede in Tübingen und nicht zuletzt seine vehemente Unterstützung einer Loyalitätsadresse der deutschen Wissenschaft für Adolf Hitler - der Aufruf an die Gebildeten der Welt - sind Zeugnisse einer irrationalen Verblendung, eines verzweifelten Sich-Festklammerns an von der tatsächlichen Entwicklung längst überholten Idealen.“
  264. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit, in: Sein und Wahrheit, GA 36/37, S. 119, zitiert nach: Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007 S. 135
  265. GA 16, S. 124; Claus Arnold: Katholizismus als Kulturmacht. Der Freiburger Theologe Joseph Sauer (1872–1949) und das Erbe des Franz Xaver Kraus, Schöningh, Paderborn 1999, S. 371.
  266. Holger Gehle: Motive einer Literatur »nach Auschwitz«. In: Sven Kramer (Hrsg.): Das Politische im literarischen Diskurs. Studien zur deutschen Gegenwartsliteratur. Westdeutscher Verlag, Opladen 1996, S. 109
  267. GA 16, 239; Holger Gehle: Motive einer Literatur »nach Auschwitz«. In: Sven Kramer (Hrsg.): Das Politische im literarischen Diskurs. Studien zur deutschen Gegenwartsliteratur. Westdeutscher Verlag, Opladen 1996, S. 109; vgl. auch GA 16, S. 303: „Arbeit ist keine Strafe und Mühsal, sondern der Vorrang des freien Menschen. Deshalb bleibt auch dem Tier das Vorrecht der Arbeit versagt.“
  268. Siegfried Müller, Kultur in Deutschland: Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung, Stuttgart, 2017, Teil 2, „Schule und Bildung“, 1933–1945: „Die Universität“.
  269. Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 226–228, mit Verweisen auf Guido Schneeberger: Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken. Mit zwei Bildtafeln. Bern 1962, insbesondere S. 76–80; siehe auch Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933. In: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik. 2. erw. Aufl. Rombach, Freiburg 1986, S. 149–194, hier: 169-173; weiterhin: Artikel „Dienst“ in: Cornelia Schmitz-Berning (Hrsg.): Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin 2007, 152; zur Position der Studenten siehe: Grüttner, Michael: Studenten im Dritten Reich. Schöningh, Paderborn 1995, 63
  270. Gerhard Ritter: Selbstzeugnis 3. Die Universitåt Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzungen., Alber, Freiburg/München 2006, 780.
  271. Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 282.
  272. Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 282; GA16, S. 125.
  273. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt 2010, S. 308.
  274. Bernd Martin: Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933. Eine Nachlese zu Heideggers Rektorat, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136 (1988), S. 445–477, hier S. 458, m. Anm. 86.
  275. GA 16, S. 766
  276. Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens. Band 4.2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 7 PDF
  277. GA 16, S. 234
  278. Thomas Ditt: „Stoßtruppfakultät Breslau“, Mohr (Siebeck), Tübingen 2011, S. 212; Karl Roch, Von Logos, Geisteskampf und germanischem Weistum. Ein Streifzug durch die philosophischen Zeitschriften im deutschen Faschismus in: Widerspruch Nr. 13 Philosophie im deutschen Faschismus (1987), S. 57–65, hier S. 62, m. Zitat von Georg Dahm: Zur gegenwärtigen Lage der deutschen Universität. In: Zeitschrift für deutsche Kulturphilosophie 2 (1936), 211 ff.: „Als neue Form wissenschaftlicher Tätigkeit wurde Dahm zufolge an den deutschen Universitäten das „Wissenschaftslager“ entwickelt, das „in seiner Verbindung soldatischer Lebensformen mit freier wissenschaftlicher Auseinandersetzung und kameradschaftlichem Zusammensein von Dozent und Student“ einen Ansatz zur Erneuerung der Hochschule darstellen sollte“; Florian Grosser: Revolution denken. Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011,S. 69: „Schließlich stellt die Planung und Durchführung eines 'Wissenschaftslagers' im Herbst 1933 im Schwarzwald ein weiteres Projekt dar, an welchem das Bemühen Heideggers um einschneidende Veränderungen der akademischen Wirklichkeit abzulesen ist. Ausgesuchte Dozenten und Studenten, Kandidaten für zukünftige Führungsaufgaben im nationalsozialistischen Deutschland, sollen, so das Vorhaben, das 'Wissenschaftslager' als ein Mittel der politischen Erziehung erproben“; Martin Heidegger: An die am Ferienlager Todtnauberg (Schwarzwald) teilnehmenden Herren Dozenten und Assistenten, GA 16 Nr. 90, S. 170, Punkt 2: „Das lebendige Näherbringen der Ziele einer nationalsozialistischen Umwälzung des Hochschulwesens“; vgl. auch Martin Heidegger: Arbeitsdienst und Universität, GA 16 Nr. 59, S. 125 f.
  279. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 218; Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Westdeutscher Verlag, Opladen 1990, S. 30
  280. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 218 m. Anm. 155
  281. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 218; zu Johannes Stein s. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Ullstein, Berlin 2014, S. 267
  282. Florian Grosser Revolution denken. Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011,S. 69
  283. Jürgen Malitz: Klassische Philologie, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Alber, Freiburg/München 2006, S. 322 f., Anm. 66
  284. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Der Philosoph, der Spiegel und die SS. Ullstein, Berlin 2014, S. 269.
  285. Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. S. Fischer, Frankfurt am Main 1997, S. 256.
  286. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 216; vgl auch Herman Philipse: Heidegger's Philosophy of Being: A Critical Interpretation. Princeton University Press, Princeton/NJ 1998, S. 184 f., m. Anm. 425
  287. Ulrich Arnswald, Rezension des Buches von E. Faye: „Einiges an Heideggers Vergangenheit ist heutzutage unstrittig: (…) Er betrieb Propaganda für die NSDAP z. B. in Form von Reden und Wahlaufrufen für Hitler sowie mittels der von ihm organisierten Wissenschaftslager zur 'politischen Erziehung' der Studenten, die auch Rassekundeunterricht beinhaltete“; Emmanuel Faye, Vorwort der italienischen Ausgabe von Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie - Heidegger, l'introduzione del nazismo nella filosofia, Rom, 2012, Prefazione all'edizione italiana, S. XVIII: „Und es ist in Todtnauberg, wo, im Oktober 1933, der Rektor Heidegger sein erstes Lager zur Indoktrination organisiert (mit einem Marsch von Freiburg in SA- oder SS-Uniformen) und wo er Kurse der Rassenlehre halten lässt und sich selbst zur Auswahl der Geeignetsten anschickt.“ (Ed è a Todtnauberg che, nell'ottobre del 1933, il rettore Heidegger organizza il suo primo campo di indottrinamento (con marcia da Friburgo in uniforme della SA o delle SS), dove fa tenere corsi di dottrina razziale e procede egli stesso alla selezione dei più idonei.)
  288. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 217: „diese Passagen sind in den Akten des politischen Reinigungsverfahrens von 1945 nicht enthalten“.
  289. Martin Heidegger: Das Rektorat 1933734. Tatsachen und Gedanken. GA 16 Nr. 180, 387; siehe auch ebd. 381 f.
  290. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt 1992, S. 219.
  291. Florian Grosser Revolution denken. Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011, S. 69: „Dem auf universitätspolitische Grabenkämpfe und politische Differenzen zwischen Lagerteilnehmern, die beispielsweise die Bedeutung des Rassegedankens für den Nationalsozialismus betreffen, zurückzuführenden faktischen Misslingen des 'Todtnauberger Lager' zum Trotz dokumentiert auch diese Episode Heideggers Willen zur Umgestaltung der Universität.“
  292. Tom Rockmore: On Heidegger's Nazism and Philosophy. University of California Press, Berkeley/Los Angeles 1992, S. 68: „recalls the worst excess of political efforts at mind control“, „scientific concentration camp“.
  293. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Ullstein, Berlin 2014, S. 191.
  294. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt 2001, S. 307
  295. Margarete Götz: Die Grundschule in der Zeit des Nationalsozialismus. Klinkhardt, Bad Heilbrunn/Obb, 1997, S. 63; Martin Heidegger: Brief vom 13. April 1934 mit Bezug auf Wackers Erlass (Jahreszahl falsch), GA 16 Nr. 147, 269.
  296. Volker Hasenauer: Rassenkunde. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Alber, Freiburg/München 2006, 485-508, hier S. 503; Nißles Brief vom 20. 12. 1933, archiviert: UAF B1/1224.
  297. Volker Hasenauer: Rassenkunde. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Alber, Freiburg/München 2006, 485-508, hier S. 503; Antwortbrief des Kultusministeriums (UAF B1/1124)
  298. Martin Heidegger: Brief vom 13. April 1934 mit Bezug auf Wackers Erlass (Jahreszahl falsch), GA 16 Nr. 147, 269
  299. Albert-Ludwigs-Universität, Vorlesungsverzeichnis für das Sommerhalbjahr 1934, S. 42: „Erbbiologie, Rassenhygiene (einschließlich wichtigster Kapitel der Rassenkunde) und ihre Bedeutung für die Bevölkerungspolitik; gr. Mi 8-9; Nißle“.
  300. Volker Hasenauer: Rassenkunde. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Alber, Freiburg/München 2006, 485-508, hier 507f
  301. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Grundlagen und Entwicklungen. Springer, Berlin-Heidelberg 1993, S. 331.
  302. Angelika Uhlmann, Wolfgang Kohlrausch (1888–1980) und die Geschichte der deutschen Sportmedizin, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., Freiburg/Stuttgart 2004, S. 126.
  303. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Grundlagen und Entwicklungen. Springer, Berlin-Heidelberg 1993 S. 331.; Albert-Ludwigs-Universität, Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1934, Medizinische Fakultät: „‚Rassenkunde und Rassenpflege‘: Pakheiser; ‚Erbbiologie und Rassenhygiene‘: Nißle“.
  304. Richard Wolin, French Heidegger Wars, in: Ders. (Hrsg.), The Heidegger Controversy - A Critical Reader. (1993) MIT Press, Cambridge u.a. 1998, S. 283: „due to Fischer's influence that the racial measures promoted by Heidegger during his tenure as rectore that have been chronicled by Farias“; V. Farias: Heidegger and Nazism, htsg. mit einem Vorwort von Joseph Margolis und Tom Rockmore, Temple University Press, Philadelphia 1989, S. 70; Stuart K. Hayashi: Hunting Down Social Darwinism: Will This Canard Go Extinct? Lexington Books, Lanham 2015, S. 139: „collaborated extensively with Eugen Fischer in his eugenics studies“; J. A. Barash, Heidegger et la question de la race, Les Temps Modernes, 2008/4 (Nr. 650), S. 290–305, hier: S. 299 f.: „Il me semble qu’à placer Heidegger sur le même plan idéologique que Fischer, Günther, voire Bäumler ou Rosenberg, on efface certaines nuances cruciales“; zu Konzeptionen der „Volksgesundheit“ und der Rassenzüchtung bei Heidegger s. auch Wolf-Dietrich Bukow: Leben in der multikulturellen Gesellschaft: Die Entstehung kleiner Unternehmer und die Schwierigkeiten im Umgang mit ethnischen Minderheiten. Westdeutscher Verlag, Opladen 1993, S. 56; Alexander Schwann: Zeitkritik und Politik in Heideggers Spätphilosophie. In: Annemarie Gethmann-Siefert, Otto Pöggeler (Hrsg.): Heidegger und die Praktische Philosophie. Suhrkamp, Frankfurt/M 1988, S. 100; Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Matthes & Seitz, Berlin 2009, Kapitel 3, 98-101; italienische Ausgabe S. 103–106; auch Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, 358-365
  305. Heiner Fangerau: Das Standardwerk zur menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz im Spiegel der zeitgenössischen Rezensionsliteratur 1921–1941, Inaugural-Dissertation Medizinische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum, Bremen/Bochum 2000, S. 23, m. Zitat v. Michael Biddiss: Disease and dictatorship: the case of Hitler’s Reich. Journal of the Royal Society of Medicine 30 (1997), S. 342–346, S. 345: „Als es wenig später dann zu den 'Euthanasieprogrammen' und zum Morden an Juden und Zigeunern kam, konnten die Machthabenden dies unter Berufung auf sich selbst „wissenschaftlich“ nennende Werke wie den Baur-Fischer-Lenz 'nicht als Mord, sondern als »Heilung« behandeln, als therapeutische Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit des Volkskörpers'“; Henry Friedlander: The Origins of Nazi Genocide: From Euthanasia to the Final Solution. The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1995 S. 123
  306. Alex Steiner, Der Fall Martin Heidegger. Philosoph und Nazi, I: Die Bestandsaufnahme, Messkirch, 2000, Steiner: „Die Freiburger Vorlesungsverzeichnisse zeigen, dass er sich keineswegs auf die klassischen Themen der Anthropologie beschränkt, sondern die neuen Fragestellungen der Rassenkunde in Forschung und Lehre berücksichtigt“; Helmut Heiber: Der Generalplan Ost. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Dokumentation 6, 1958, Heft 3, S. 294; Albert-Ludwigs-Universität, Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1918, Medizinische Fakultät, Anatomie
  307. Volker Hasenauer: Rassenkunde. In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Alber, Freiburg/München 2006, 485-508, hier S. 492.
  308. Freie Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut, Inschrift der Gedenktafel am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie.
  309. Heiner Fangerau, Das Standardwerk zur menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene von Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz im Spiegel der zeitgenössischen Rezensionsliteratur 1921–1941. Inaugural-Dissertation Medizinische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum, Bremen/Bochum 2000 S. 28
  310. Richard Wolin, French Heidegger Wars. In: Ders. (Hrsg.), The Heidegger Controversy - A Critical Reader. (1993) MIT Press, Cambridge u.a. 1998, S. 283
  311. Hans-Walter Schmuhl, Grenzüberschreitungen: das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie. Wallstein, Göttingen 2005, S. 163, Anm. 19; Arno Münster, Heidegger, la Science allemande et le national-socialime, Kimé, Paris 2002, S. 29.
  312. Martin Heidegger: Aus der Tischrede bei der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Instituts für pathologische Anatomie an der Universität Freiburg (Anfang August 1933), GA 16 Nr. 75, S. 151 f.
  313. Reinhold Aschenberg: Ent-Subjektivierung des Menschen: Lager und Shoah in philosophischer Reflexion. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003 S. 152, Anm. 116
  314. Ludger Lütkehaus: Der Staat am Sterbebett, Zeit-online (23. Mai 2001): „Hier gibt er ein womöglich noch staunenerregenderes Beispiel, wie er das viel gerühmte Prunkstück seiner frühen Philosophie - die des Todes als ‚eigenstes Seinkönnen des Daseins‘ - euthanatologisch füllen möchte. (…) Nichts Geringeres als ein Heilungsverbot für das staatsunwerte Leben. (…) Angesichts der Bedeutung dieses Heilungsverbots für das staatsunwerte Leben muss man es noch einmal wiederholen: Es handelt sich hier nicht um eine bloße historische und völkische Charakteristik der griechischen Krankheits- und Gesundheitsbegriffe, sondern vielmehr um Identifikation und Überbietung. (…) Auf engstem Raum verbindet sich hier (…) die Selbstgesetzgebung in den existenziellen Fragen von Gesundheit und Krankheit mit einer ‚Auslegung‘ des Menschenwesens, die ‚feststehender‘ kaum gedacht werden könnte: der Regression auf ‚Blut‘, auf ‚Boden‘ und der Subordination unter das Führerprinzip.“
  315. Stuart K. Hayashi: Hunting Down Social Darwinism. Will This Canard Go Extinct? Lexington Books, Lanham 2015, S. 139: „substantial contributor to Nazi eugenicist thought (…) Martin Heidegger who gave lectures in praise of Hitler and eugenics during the summer of 1933 at the Institute for Pathological Anatomy“.
  316. Ludger Lütkehaus, Zeit-online (23. Mai 2001): Der Staat am Sterbebett:„… an wem er sich, ohne seinen Gewährsmann zu nennen, orientiert. Es ist eine so berühmte wie berüchtigte Passage im dritten Buch von Platons Politeia. Dort heißt es: „Den, der nicht in seinem angewiesenen Kreise zu leben vermag, den glaubte er (Asklepios) auch nicht pflegen zu müssen, weil er weder sich selbst noch dem Staate nützt.“ (…). Die euthanatologische Absicht in beiden Versionen ist deutlich, nur dass Heidegger - und das ist gravierend - aus dem Nichtmüssen bei Platon verschärfend ein Nichtdürfen macht. Die Falschübersetzung Platons am Schluss der Rektoratsrede findet hier ihre Entsprechung.“
  317. Manfred Weinberg, Hitlers Hände. Martin Heidegger und die Euthanasie, in: Ulrich Bröckling, Benjamin Bühler, Marcus Hahn, Matthias Schöning, Manfred Weinberg (Hrsg.): Disziplinen des Lebens. Zwischen Anthropologie, Literatur und Politik. Narr, Tübingen 2004, 297–323, hier: S. 317; zur Erörterung der Rede vgl. ebd. S. 310 ff.
  318. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 356f.
  319. vgl. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 364–365, oder auch Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Alber, Freiburg/München 2010, S. 175
  320. Anton Knuth, Der Protestantismus als moderne Religion, S. 70, Anm. 241: „dem 'Bekenntnis' liegt eine Rede Martin Heideggers zugrunde, die zusammen mit der Unterschriftenliste vom Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) am 11. November 1933 der Regierung überreicht wurde“; vgl. auch N. Kapferer, S. 54: „'Bekenntnis der deutschen Professoren (…) zu Adolf Hitler' (…). Enthält Reden einer Kundgebung in der Alberthalle zu Leipzig“; George Leaman, S. 100.
  321. vgl. zur Auswahl auch Roger Behrens in: Heidelinde Beckers, Christine Magdalene Noll (Hrsg.), Die Welt als fragwürdig begreifen - ein philosophischer Anspruch, Würzburg, 2006, S. 122, Anm. 89
  322. Martin Heidegger: Nach der Rede des Führers (übertragen aus dem Stadion). GA 16 Nr. 48, S. 104
  323. Martin Heidegger: Die Universität im neuen Reich (30. Juni 1933). GA 16 Nr. 286, S. 761–763.
  324. Martin Heidegger: Zum Semesterbeginn, vgl. Universitätsführer 1933/34, veröffentlicht in der Freiburger Studentenzeitung am 3. November 1933, GA 16 Nr. 101, S. 184 f.
  325. Martin Heidegger: Aufruf zur Wahl (10. November 1933), erschienen in der Wahlnummer der Freiburger Studentenzeitung (Zaborowski 364), GA 16 Nr. 105, S. 188–189
  326. Martin Heidegger: Ansprache am 11. November 1933 in Leipzig. GA 16 Nr. 104, S. 190–193; Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Überreicht vom Nat.-soz. Lehrerbund Deutschland, Gau Sachsen, o. J. [1933] Dresden-A. 1, Zinzendorfstr. 2; 136 S. Mit den Reden der Protagonisten. Mit Übersetzungen in die engl., ital., franz. und span. Sprache, S. 13 f.
  327. Martin Heidegger: Rede zu der Dozenten- und Studentenschaft „nach der Rede des Führers am 17. Mai 1933“ (übertragen auf das Stadion). GA 16, Nr. 48, S. 104
  328. Alexander Schwan, Politische Philosophie im Denken Heideggers. 2. Aufl. Westdeutscher Verlag, Opladen 1965, Ein Nachtrag, 1988, S. 218: es „sei ein „scharfer Kampf im nationalsozialistischen Geist zu führen, der nicht ersticken dürfe durch christliche und humanisierende Vorstellungen“, ein „Kampf für dessen Verwirklichung der Volkskanzler Adolf Hitler Bürge sei.“
  329. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 160: „Dieses ist, von Martin Heidegger herausgehoben durch den kursiven Schriftsatz, birgt in sich die Aussage des Seins.“ Zur Bewertung dieser Aussage siehe: Manfred Weinberg: Hitlers Hände. Heidegger und die Euthanasie. In: Ulrich Bröckling und andere (Hrsg.): Disziplinen des Lebens. Narr Francke Attempto, 2004, S. 306, Peter Trawny: Martin Heidegger, Frankfurt am Main 2003 S. 74, Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Opladen 1990, S. 13–37, hier 27, Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, S. 81, Karl-Georg Weber: Selbstbild und Täuschung. Politisches Werben zwischen Beeinflussung und Manipulation, Centaurus, Pfaffenweiler 1996, S. 173, Hassan Givsan, Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den ‚Fall Heidegger‘ korrumpieren lassen, Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 57ff.; Florian Grosser: Revolution denken: Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. Beck, München 2011, S. 170; Alfred Denker: Unterwegs in Sein und Zeit., Klett-Cotta, 2011, Stuttgart, S. 67; Richard Wolin: The Politics of Being: The Political Thought of Martin Heidegger, Columbia University Press, New York 2016, S. 106, Tracy B. Strong: „On Relevant Events, Then and Now“ in: Ingo Farin and Jeff Malpas (Hrsg.), Reading Heidegger's Black Notebooks 1931–1941, MIT Press, Cambridge/MA 2016, S. 223–238, hier 225f.
  330. Konrad Krause, Alma mater Lipsiensis: Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart, Leipzig, 2003, S. 277: Der 'Führer' wurde als Retter und Wiedererwecker des deutschen Volkes gepriesen“; Wolfgang U. Eckart, Ferdinand Sauerbruch – Meisterchirurg im politischen Sturm, S. 22; Victor Farias, Hitler and Nazism, S. 156.
  331. Kurt Nowak, Protestantische Universitätstheologie und „Nationale Revolution“ in: Leonore Siegele-Wenschkewitz, Carsten Nicolaisen, Theologische Fakultäten im Nationalsozialismus, S. 111, Anm. 60
  332. Vicor Farias, Heidegger and Nazism, S. 156 ff.; es sprachen nach Göpferts Eröffnungsrede nacheinander die Wissenschaftler Eugen Fischer, Arthur Golf, Martin Heidegger, Emanuel Hirsch, Wilhelm Pinder, Ferdinand Sauerbruch, Eberhard Schmidt (Rechtswissenschaftler), Friedrich Karl Schumann und Friedrich Neumann, vgl. Konrad Krause, Alma mater Lipsiensis: Geschichte der Universität Leipzig von 1409 bis zur Gegenwart, Leipzig, 2003, S. 276 f.; Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Überreicht vom Nat.-soz. Lehrerbund Deutschland, Gau Sachsen, o. J. [1933] Dresden-A. 1, Zinzendorfstr. 2; 136 S. Mit den Reden der Protagonisten. Mit Übersetzungen in die engl., ital., franz. und span. Sprache.
  333. Norbert Kapferer: Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933–1945 . Lit, Münster 2001,S. 54; George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 100.
  334. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“. Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 364: „Es handelt sich nämlich letztlich um einen Aufruf zum Führer und zur Unterordnung unter ihn.“
  335. Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Metzler, Stuttgart 2007, S. 39
  336. Dieter Thomä: Die Zeit des Selbst und die Zeit danach. Zur Kritik der Textgeschichte Martin Heideggers 1910–1976. Suhrkamp, Frankfurt/M 1990, S. 550
  337. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Aufl. Fischer, Frankfurt/M 2001, S. 387.
  338. Theodor W. Adorno: Eingriffe: Neun kritische Modelle. Suhrkamp, Frankfurt/M 1963, S. 464
  339. Vgl. George Leaman, S. 47: Mitgliedsnummer 285.217; ebd. S. 100; N. Kapferer, S. 54; Geoff Waite in: Bruce Krajewski (Hrsg.), Gadamer’s Repercussions: Reconsidering Philosophical Hermeneutics, Berkeley, Los Angeles, London, 2004, S. 273 f.
  340. Enrico Heitzer: Heinrich von zur Mühlen (1908–1994). Historiker, Experte für „Volkstum“ und Geheimdienstler. In: Helmut Müller-Enbergs; Armin Wagner (Hrsg.): Spione und Nachrichtenhändler: Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939–1989. Ch. Links Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-872-1, S. 109–145, hier: S. 111 f.
  341. Petra Umlauf, Die Studentinnen an der Universität München 1926 bis 1945, Berlin/Boston, 2016,, S. 293 m. Anm. 479
  342. Hugo Ott: Ein Brief des Rektors der Freiburger Universität Martin Heidegger an den Führer der Deutschen Studentenschaft und Reichsführer des NSDStB Oskar Stäbel in: Freiburger Diözesan-Archiv Band 117, 1997, S. 229–240, hier: S. 236.
  343. Petra Umlauf, Die Studentinnen an der Universität München 1926 bis 1945, Berlin/Boston, 2016,, S. 293 m. Anm. 479: „Für von zu Mühlen war damit die eigene Autorität 'an der schwarz-reaktionären Universität Freiburg' völlig zerstört.“
  344. Vgl. Hugo Ott: Ein Brief des Rektors der Freiburger Universität Martin Heidegger an den Führer der Deutschen Studentenschaft und Reichsführer des NSDStB Oskar Stäbel in: Freiburger Diözesan-Archiv Band 117, 1997, S. 229–240, Faksimile des handschriftlichen Schreibens: S. 231f.. Siehe auch Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Auflage. Fischer, Frankfurt 2001, S. 317
  345. Martin Heidegger: Zu unbehinderter Erziehungsarbeit zurückkehren. An den Herrn Minister des Kultus des Unterrichts und der Justiz (14. April 1934), GA 16, Nr. 149, S. 272; Bernd Martin: Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahr 1933, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 136 (1988), S. 445–477, hier S. 475.
  346. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 234 ff.; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 368; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Schöningh, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13; Bernd Grün, Universitätsleitung und Philosophische Fakultät in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, S. 723.
  347. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 227, Eucken über Wolfs Verhältnis zu Heidegger: „abgöttische Anbetung“; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Schöningh, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „abgöttisch ergeben“ m. Anm. 5: „Dies galt zumindest für die Zeit von Heideggers Rektorat.“
  348. Rudolf Vierhaus, Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 10, München, 2008, u. „Erik Wolf“: „Unter dem Einfluß von Martin Heidegger geriet W. 1933/34 für kurze Zeit in den Bann der NS-Ideologie“; Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, S. 251: „glühend nationalsozialistisch“.
  349. Nils Goldschmidt, Die Entstehung der Freiburger Kreise, gekürzte Fassung der Diplomarbeit, Freiburg, 1995, S. 5: „Lampe, später Kernmitglied der Freiburger Kreise, war zwar national gesinnt, aber entschiedener Gegner des Nationalsozialismus“; Joachim Scholtyseck, Christoph Studt, Universitäten und Studenten im Dritten Reich, S. 144, (über Adolf Lampe): „Zugleich war ihm die Gesellschaftsauffassung der Nationalsozialisten (…) zuwider“; zu Euckens Gegnerschaft zum NS s.u. H. Maier.
  350. Lüder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen: Mohr Siebeck (2000), 53-115, hier S. 86: „Heidegger verhindert, gestützt auf den von ihm zum Dekan ernannten Rechtswissenschaftler Erik Wolf, dass Adolf Lampe zum Ordinarius ernannt wird“, m. Anm. 199: Schreiben vom 18. 11. 1933, Heidegger ans Kultusministerium, Staatsarchiv Freiburg 25/2 - 18; Alexander Hollerbach, Jurisprudenz in Freiburg: Beiträge zur Geschichte der Rechtwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität, Tübingen, 2007, S. 74 f.; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „Beim Versuch einer Umgestaltung der Universität hatte Martin Heidegger vor allem in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät lebhafte Debatten ausgelöst. In dieser Fakultät fand er beides: seinen leidenschaftlichsten Anhänger und seinen heftigsten Gegner. Der eine war der Rechtsphilosoph Erik Wolf, (…) ein Mann, der dem Rektor abgöttisch ergeben war und ihm blind auch gegen die Mehrheit der Fakultät folgte; der andere der Nationalökonom Walter Eucken, der die Reste der verbliebenen Selbstverwaltungsrechte nutzte und in der Fakultät wie im Senat mutig unangenehme Fragen stellte; er stieg bald zum heimlichen Oppositionsführer gegen den NS-Kurs des Rektors auf.“; Bernd Martin: Martin Heidegger und der Nationalsozialismus - der historische Rahmen. In: Martin Heidegger und das 'Dritte Reich'. Ein Kompendium, Darmstadt 1989, S. 14–50, hier S. 26: Eucken war der „eigentliche Widerpart und Herausforderer des die nationalsozialistische Hochschulpolitik vorantreibenden Rektors“ Heidegger; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 342.
  351. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 228; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 373; Bernd Grün, Universitätsleitung und Philosophische Fakultät in: E. Wirbelauer (Hg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960, Jürgen Malitz, Klassische Philologie, S. 723
  352. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 228.
  353. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 236: „Dieses Rücktrittsgesuch hielt Heidegger vorerst geheim“.
  354. Frank Schalow, Alfred Denker, Historical Dictionary of Heidegger's Philosophy,S. 30; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 236 f.: „Heidegger nahm also diese eher formale Angelegenheit zum Anlaß, um die Flinte ins Korn zu werfe“; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 764; GA 16, 272, 274.
  355. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 373 m. Anm. 89 f.
  356. Bernd Martin, Das politisch-weltanschauliche Umfeld, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen, Freiburg und München, 2006, S. 44.: „Doch das Experiment (…) den Führer geistig zu führen, scheiterte. Heidegger (…) hinterließ eine extrem polarisierte Hochschullehrerschaft“; ebd. S. 45, Anm. 67: „UAF B3/71: Neue Habilitationsordnung vom 15. Februar 1934: Voraussetzung, neben der wissenschaftlichen Arbeit, der Nachweis der Teilnahme am Wehrsport und einem Arbeitsdienstlager. Genehmigung des Ministeriums. Diese neue Habilitationsordnung dürfte ein weiterer badischer Alleingang sein, hinter dem Martin Heidegger als 'spiritus rector' vermutet werden darf“; ders., Die Universität Freiburg im Breisgau im Jahre 1933, S. 475: „die Resignation über das Scheitern seiner hochfahrenden Pläne, die Hohe Schule zur geistigen Zentrale des Dritten Reiches auszubauen, gab den eigentlichen Grund ab“; P. Matussek, Martin Heidegger. Vorbemerkung: Die Psychodynamik der Persönlichkeit in ihrer Beziehung zum Werk, Aufsatz aus: ders. Analytische Psychosentherapie, Heidelberg, 1997: „Das Rektorat 1933/34, in dem Heidegger sich noch einmal mit aller Unerbittlichkeit zum Führer und 'echten Nazi' aufspielte“; Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, S. 72: „im Stil eines Hochschuldiktators“; Zimmermann, S. 65: „Als Martin Heidegger am 23. April 1934 vom Freiburger Rektorat zurücktrat, tat er dies auch aus Enttäuschung darüber, daß seine radikalen Ideen nicht durchzusetzen waren. Die Politik der NSDAP war ihm nicht revolutionär genug“; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 340 ff.: „Palastrevolte“.
  357. Bernd Martin: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 35; Martin Heidegger: Streit mit dem Führer des SA-Hochschulamtes, GA 16, Nr. 136, 256f.; Anton M. Fischer: Martin Heidegger – der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 337: „Mit der Parallelautorität, die sich inzwischen als SA-Hochschulamt etabliert hat, liefert er sich einen hoffnungslosen Machtkampf.“; Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. 2. Aufl. Westdeutscher Verlag, Opladen 1965, Ein Nachtrag, 1988, S. 212f.: „Er war nun der rechtlich und politisch eindeutig geführte Führer. Er hatte seine eigene Führerschaft durch eine aktiv mitbetriebene, aber undurchschaute Selbstpreisgabe erkauft. Dieser Umstand hat die Konstellation bei seinem Rücktritt im April 1934 maßgeblich bestimmt. […] Heidegger hatte akzeptiert, daß nach der neuen badischen Hochschulverfassung ein SA-Hochschulamt in der Universität eingerichtet wurde und dessen Führer zum ständigen Mitglied des Senats ernannt werden mußte. Damit aber war die eigentliche Führung in der Universität institutionalisiert.“
  358. D. Morat, S. 126, Anm. 73; Victor Farias, S. 213 ff.
  359. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 224; Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, S. 261: „In den Vorgängen bei jenem 'Todtnauberger Lager' (…) sah Heidegger 'ein eigentümliches Vorzeichen' für seinen Sturz. Das Ferienlager (…) war als Exempel für Heideggers nationalsozialistische Universitätsidee gedacht“; Martin Heidegger: Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken, GA 16, Nr. 180, 372-394, hier 386.
  360. Martin Heidegger: Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken, GA 16, Nr. 180, 372-394, hier S. 388.
  361. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 224.
  362. Bernd Martin, Das politisch-weltanschauliche Umfeld, in: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen, Freiburg und München, 2006, S. 43: „die anfängliche Trias Baeumler-Heidegger-Krieck“.
  363. zu Baeumler, Krieck und dem Gutachten von Jaensch s. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 241 ff; Gerhard Ritter: Selbstzeugnis 3. Die Universität Freiburg im Hitlerreich. Persönliche Eindrücke und Erfahrungen.In: Eckhard Wirbelauer (Hrsg.): Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920–1960. Mitglieder – Strukturen – Vernetzungen. Freiburg und München 2006, S. 782: Heidegger habe zu Ritter im Bereinigungsverfahren 1945 gesagt, „daß er sich so über die Ernennung von Krieck (…) zum Rektor von Heidelberg geärgert hat, daß er auf sein Rektorat verzichtete. Diese Ernennung machte ihm deutlich, daß er gar keinen Einfluß auf die Kulturpolitik der Partei besaß“.
  364. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 235: „der schlimme Satz von der Konspiration gewisser Universitätskreise mit dem Nationalsozialismus“.
  365. Martin Heidegger: Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken, GA 16, Nr. 180, 372-394, hier S. 388; s. dazu Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 234: „Den Zeitpunkt, nämlich Februar 1934, dürfte inzwischen niemand mehr aufrechterhalten wollen“.
  366. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 345.
  367. Martin Heidegger: Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken, GA 16, Nr. 180, 372-394, hier S. 388 f.; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 234.
  368. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament: Der Philosoph, der SPIEGEL und die SS. Propyläen, Berlin 2014, S. 251.
  369. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 227 f.
  370. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 371.
  371. Martin Heidegger: Stellungnahme zur Beibehaltung der Rektoratsübergabe (4.5.34), GA 16, Nr. 153, S. 278; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 370 ff.
  372. ; Hans Maier (Hrsg.), Die Freiburger Kreise. Akademischer Widerstand und soziale Marktwirtschaft, Paderborn, 2014, ders., Akademischer Widerstand im Dritten Reich, S. 13: „Auf der anderen Seite zeigte das rasche Scheitern seines Rektorats exemplarisch, dass eine Universität in ihrer Vielgestaltigkeit und Kompliziertheit mit dem Führerprinzip und dem Einhämmern einer politischen Ideologie nicht zu regieren war. So trat nach Heideggers Rücktritt nach dem Urteil vieler Zeitzeugen in Freiburg eine relative Lockerung des akademischen Lebens ein“; C. Kersting, Pädagogik im Nachkriegsdeutschland, S. 288 f.: „Kern (…) war (…) Parteimitgliedern vorgezogen worden, um (…) für Ruhe und Ordnung zu sorgen“; Ende Mai 1934 schrieb Eucken, es habe sich „vieles gebessert, seitdem Heidegger und seine Clique aus der Führung der Universität ausgeschieden sind“: An Alexander Rüstow in Istanbul, zitiert nach Wendula von Klinckowstroem: Walter Eucken: Eine biographische Skizze, in: Lüder Gerken (Hrsg.), Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen: Mohr Siebeck (2000), 53-115, hier S. 87; Nils Goldschmidt, Die Entstehung der Freiburger Kreise, gekürzte Fassung der Diplomarbeit, Freiburg, 1995, S. 5: „allmähliche Beruhigung“.
  373. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 13: „Innerhalb der NSDAP gab es stets konkurrierende Stimmen, die den 'wahren Nationalsozialismus' zu definieren suchten: ihre Kämpfe wurden nie eindeutig entschieden und waren auch nicht eindeutig entscheidbar. (…) Die oft wiederholte Behauptung seiner Verteidiger, er habe unter 'Nationalsozialismus' etwas ganz besonderes verstanden, das mit dem realen Nazismus nichts zu tun hatte, erweist sich als trivial, weil stets eine Vielzahl von unterschiedlichen Versionen in Umlauf gewesen ist“; Gereon Wolters: Philosophie im Nationalsozialismus, in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Philosophie im Nationalsozialismus. Meiner, Hamburg 2009, 57-81, hier S. 64; auch Heidegger bestätigt die Vielfalt der NS-Philosophien und die Verzichtbarkeit der Philosophie für die Weltanschauung in einem nicht vorgetragenen Zusatz zu „Die Zeit des Weltbildes“ (Holzwege, GA 5, 100), in dem er 1939 „von den mühseligen Anfertigungen so widersinniger Erzeugnisse, wie es die nationalsozialistischen Philosophien sind“ spricht, die „nur Verwirrung anrichten. Die Weltanschauung braucht zwar und benutzt die Philosophiegelehrsamkeit, aber sie bedarf keiner Philosophie, weil sie als Weltanschauung eine eigene Deutung und Gestaltung des Seienden übernommen hat“
  374. R. Wolin, „Hohe Luft“, 2015, 03: „Es gab keine offizielle antisemitische Doktrin, sondern immer ein ganzes Spektrum von antisemitischen Sichtweisen. Solange jemand mit bestimmten Prinzipien zur Lösung der Judenfrage übereinstimmte, wurde das vom Regime akzeptiert.“
  375. Hans Jörg Sandkühler: Vergessen? Verdrängt? Erinnert? Philosophie im Nationalsozialismus. Zur Einführung, in: ders. (Hrsg.): Philosophie im Nationalsozialismus, Meiner, Hamburg 2009, 9-29, hier S. 17: s. auch Gereon Wolters: Der „Führer“ und seine Denker. Zur Philosophie des „Dritten Reichs“, in: DZPhil, 47 (1999), 223-251, hier S. 229: „umittelbar nach der 'Machtergreifung' beinahe ein Gerangel der 'besten Geister' darum (…), wer (…) dazu bestimmt war, die (…) Philosophie des Regimes (…) zu repräsentieren“; G. Wolters, S. 233, wertet gemäß zweier Kriterien u.a. Baeumler, Krieck, Rothacker und Heidegger als „mindestens zeitweise, Naziphilosophen“; Ralph Stöwer: Erich Rothacker: Sein Leben und Seine Wissenschaft Vom Menschen, Bonn University Press, Bonn 2011, S. 16: „Wie Heidegger, Carl Schmitt, Freyer oder Krieck gehörte auch Rothacker zu den Professoren, die den Anspruch erhoben, 'den neuen Staat als unabhängiger Denker geistig und politisch mitzugestalten'“ m. Verw. auf Rothacker in Anm. 18; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2020, S. 251, Anm. 103: „Es scheint, dass Heidegger bereits 1932 zu den 'gewonnenen >besten Kräften<' gezählt wurde – neben Baeumler, Jaensch und Rothacker. Allerdings ist fraglich, was dies genau bedeutet“
  376. Briefwechsel Heidegger-Rothacker 1922–1924 s. Theodore Kisiel in: Dilthey-Jahrbuch VIII/1992-1993, S. 226 ff.; ders., The Genesis of Heidegger's „Being and Time“. S. 477 f.; George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 73
  377. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 140
  378. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 187
  379. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993Leaman, S. 47.
  380. „Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten weltanschaulichen und geistigen Schulung und Erziehung der NSDAP und der ihr angeschlossenen Verbände“ (…): „In dieser Eigenschaft hat er die Reinheit der nationalsozialistischen Idee zu hüten. Sein Amt ist gegliedert in Verwaltungsamt, Amt Schulung, Amt für Kunstpflege, Hauptstelle Wissenschaft (Philosophie und Pädagogik, Geschichte, arische Weltanschauung), Amt Schrifttumspflege, Abteilung für weltanschauliche Information, Amt Vorgeschichte, Hauptstelle Nordische Fragen, Hauptstelle Presse.“ In: Rudolf Kluge, Heinrich Krüger (Hrsg.): Verfassung und Verwaltung im Großdeutschen Reich. Reichsbürgerkunde. 2., neubearb. Aufl., Berlin 1939, S. 197
  381. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 134 f. U. Anm. 50
  382. Ralph Stöwer, Erich Rothacker: Sein Leben und Seine Wissenschaft Vom Menschen. Bonn University Press, Bonn 2011,S. 243 f. m. Anm. 633: Verw. a. den Völkischen Beobachter v. 2. 9. 1933
  383. Oliver Kohns, Reinheit als hermeneutisches und als paranoides Kalkül. Der Rassediskurs der 1920er und 30er Jahre, Weimarer Beiträge 54(2008)3, S. 366 f..
  384. Ludwig Ferdinand Clauß, Rasse und Seele, zit. n. O. Kohns, S. 365
  385. Oliver Kohns, Reinheit als hermeneutisches und als paranoides Kalkül. Der Rassediskurs der 1920er und 30er Jahre, Weimarer Beiträge 54(2008)3, S. 367: „Die Theorie einer arischen Rasse bleibt vor allem realpolitisch weiterhin wirksam, der rassenideologische Diskurs der Zeit ist jedoch weitaus komplexer, als es die gängige Formel der 'reinen arischen Rasse vermuten ließe.“
  386. Jan Weyand, Historische Wissenssoziologie des modernen Antisemitismus. Wallstein, Göttingen 2016,S. 311 ff. „nationalrassistischer Antisemitismus“; Oliver Kohns: Reinheit als hermeneutisches und als paranoides Kalkül. Der Rassediskurs der 1920er und 30er Jahre, Weimarer Beiträge 54(2008)3,S. 366 f.; Brigitte Fuchs: „Rasse“, „Volk“, Geschlecht: anthropologische Diskurse in Österreich 1850–1960. Campus, Frankfurt 2003, S. 92 f.
  387. Sidonie Kellerer: Kampf der Besinnung. DZPhil 63 (2015), 941-957, S. 948: „Heidegger spricht im Herbst 1938 von den machenschaftlich begründeten Prinzipien des 'Blut und Boden' (GA 96, 55). Doch er benutzt bis etwa Ende 1936 wiederholt die kumulative Wendung: 'nicht nur' Blut, 'sondern auch' Geist. Die Bedeutung des Blutes wird nicht negiert; sie wird zugunsten des Geistes und des Wesens relativiert.“
  388. GA 36/37, S. 263
  389. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Klostermann, Frankfurt/M 2014, S. 61: „Genauso wie Heidegger mit dem Begriff der 'Rasse' umgeht, nämlich seine positive Bedeutung anzuerkennen, um sie einzuschränken (…) behandelt er auch das Ideologem von 'Blut und Boden'. 'Blut und Boden' seien 'zwar mächtig und notwendig, aber nicht hinreichende Bedingung für das Dasein eines Volkes'“; s. auch ebd. S. 40: „Heideggers Distanz zum Rassedenken betrifft demnach die theoretische Verabsolutierung eines Momentes der 'Geworfenheit' unter anderen Momenten, jedoch nicht die Ansicht, das 'Rasse' zum Dasein gehört“; Morat, S. 136 f.: „Auf diese Weise versuchte sich Heidegger zwar von einem rein biologistischen Rassismus abzugrenzen, vertrat selbst aber ebenfalls ein völkisches Blut-und-Boden-Denken“.
  390. GA 94, S. 189, Überlegungen III
  391. Mit dem Verweis auf unveröffentlichte Forschungen von Franck Jolles widersprach Emmanuel Faye dieser Darstellung und machte geltend, dass Heidegger am 30. Januar 1934 vielmehr eine „manifeste Lobrede“ auf den Nationalsozialismus gehalten habe, aus der Faye im Gespräch mit I. Radisch zitiert,Die Zeit, 2014, 01
  392. GA 36/37, S. 263, Sein und Wahrheit, Vorlesung WS 1933/34: „Wesen der Wahrheit“
  393. Reinhard Mehring: Heideggers „große Politik“. Mohr Siebeck, Tübingen 2016, S. 165 f.: „Heidegger macht dem Biologismus aber nicht den Rassismus, sondern den Evolutionismus zum Einwand“; Meike Siegfried, S. 412 f.: Heideggers Ablehnung einer „biologistischen Deutung des menschlichen Daseins“ zeige, dass „die Frage nach dem Wer-Sein des Volkes“ bei ihm eine „'Entscheidungsfrage'“ sei; die Ablehnung von Biologismus und Rassismus führe „nicht zwangsläufig in eine unüberbrückbare Ferne zur NS-Ideologie“, da das Motiv „Härte und Schwere“ hier „überdeutlich“ hervortrete; J. Appelhans, Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. S. 164: „Tatsächlich übt Heidegger in dieser Vorlesung weder Kritik am Nationalsozialismus noch zieht er einen Schlußstrich unter sein politisches Engagement, denn die Figuren Rosenberg und Kolbenheyer waren innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung durchaus umstritten und die Kritik an ihnen war risikolos, ja sogar konsensfähig.“
  394. vgl. z. B. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 634; Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Klostermann, Frankfurt am Main 2014, S. 29; George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 136: „Und hier liegt die wesentliche Differenz zwischen Heidegger und den anderen Philosophen-Rektoren: Während diese sich mit den biologistischen Rasse-Theorien Rosenbergs arrangierten oder 'Rasse' als philosophischen Begriff zumindest akzeptierten, lehnte Heidegger dies konsequent ab - aber (wie gesehen) nicht etwa deshalb, weil er den Nazismus ablehnte“; Ch. R. Bambach, Heidegger's Roots: Nietzsche, National Socialism, and the Greeks, S. 5.
  395. S. Kellerer, Heidegger: Denken als Kampf, S. 948; s. auch J. A. Barash, Heidegger et la question de la race, Les Temps Modernes, 2008/4 (Nr. 650), S. 290–305, hier: S. 299 f.:„Dans le cours de 1933–1934 'Vom Wesen der Wahrheit', Heidegger prend soin de distinguer son propre concept de race (Rasse, Stamm, Geschlecht, Art) des idées de ce qu’il nomme la 'biologie libérale', périmées à son sens. Sous cette expression de 'biologie libérale', il désigne notamment la théorie de l’évolution de Darwin dont il critique les principes biologiques en ce qu’ils expriment les préjugés du libéralisme et du positivisme anglais de son époque. Mais il inclut de façon significative dans sa critique de Darwin le darwinisme tel qu’il a été modifié par les idéologues de la race aryenne. Il s’en prend explicitement à des apologistes du nazisme, notamment au romancier et essayiste Erwin Guido Kolbenheyer (1878–1962) qui applique l’idéologie de la race aryenne (ou nordique) à la compréhension de la réalité politique de l’époque. (…) Il me semble qu’à placer Heidegger sur le même plan idéologique que Fischer, Günther, voire Bäumler ou Rosenberg, on efface certaines nuances cruciales“; s. auch O. Kohns, Anm. 28: „An dieser Stelle muß Frank-Lothar Kroll (Utopie als Ideologie. Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich: Hitler – Rosenberg – Darré – Himmler – Goebbels, Paderborn u.a. 1998, S. 122) widersprochen werden, der einen Gegensatz sieht zwischen einer theologisch orientierten Kritik des Judentums (bei Alfred Rosenberg) und der rassistisch orientierten Kritik (bei Clauß, Hitler etc.). Tatsächlich begründet sich sowohl der theologisch als auch der rassistisch argumentierende Antisemitismus in den 1930er Jahren durch identische Klischees und Topoi, identische Motive: der Materialismus der Juden, ihre Gier, ihre Neigung zur Verstellung, kurz: ihre Verbundenheit mit der Repräsentation in all ihren Formen.“
  396. Heidegger/Bauch: Briefwechsel 1932–1975. Karl Alber, 2010, S. 35.
  397. Kriecks Artikel in „Volk im Werden“, Germanischer Mythos und Heideggersche Philosophie, wieder publiziert bei Schneeberger, 1962, S. 225 ff.; Heidegger-Jahrbuch 4, S. 193–195; Andreas Luckner, Heidegger und das Denken der Technik. transcript, Bielefeld 2008 S. 67
  398. Ralph Stöwer: Erich Rothacker: Sein Leben und seine Wissenschaft vom Menschen. Bonn University Press, Bonn 2011, S. 175
  399. Hans Naumann in der Zeitschrift „Muttersprache“, Laudatio auf Heidegger: Sorge und Bereitschaft. (Der Mythos und die Lehre Heideggers), Germanischer Schicksalsglaube, Jena 1934, S. 68–89, jetzt in: Heidegger-Jahrbuch 4, S. 178–193; Karl A. Moehling in: Thomas Sheehan (Hg.), Heidegger: The Man and the Thinker, New Jersey, 1981, S. 36; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 563–566: Erörterung des Textes von Naumann.
  400. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 242.
  401. zit. n. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 243.
  402. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument, Hamburg / Berlin 1993, S. 53.
  403. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 241; s. dazu auch R. Marten, Groß denken, groß irren. Rasse, Volk und Geist: Bemerkungen zur politischen Philosophie Martin Heideggers, Sonderdrucke aus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Originalbeitrag erschienen in: Badische Zeitung 27. Jan. 1988 (= Nr. 21), S. 12 Sp. 2: „Kraft und Rasse als je eigene deutsche sind jetzt das wahrhaft Universelle, aus dem all das, was anderen 'eigen' ist, wesenhaft ausgeschlossen bleibt. Genau mit diesem ideologischen Selbstverständnis des Nationalsozialismus geht Heidegger konform: 1933 und alle Zeit danach.“ ebd. Sp. 3: „Doch die Hitler-Leute konnten seinem philosophischen Rassismus nicht folgen.“
  404. Karl Jaspers, Philosophische Autobiographie, erweiterte Auflage, Piper, München, 1977, S. 101, zit. n. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 45 f.
  405. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 45, 50.
  406. GA 96, Überlegungen XV, 17, auf 1941 datiert, vgl. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 45 f.
  407. David Farrell Krell, Ecstasy, Catastrophe: Heidegger from Being and Time to the Black Notebooks, New York, 2015, S. 164: „who would not be defeated by the phantasm of an international Jewish conspiracy manipulating both Bolshevik Russia and National Socialist Germany?“
  408. GA 96, Überlegungen, XIII, 77; s. auch Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 52: „die ‚Denkweise‘ der totalitären Staaten (…) als auch der westlichen Demokratien“.
  409. Sidonie Kellerer, Rezension: Heideggers Briefwechsel mit Kurt Bauch, S. 5 f.; Martin Heidegger, Kurt Bauch, Briefwechsel 1932–1975, Almuth Heidegger (HG.), Freiburg, München, 2010, S. 61, Brief vom 25. November 1939 an Kurt Bauchs Ehefrau Doris; s. auch dies., Heidegger. Denken als Kampf, S. 950 f.; dies, 2014, A quelle „guerre invisible“ Heidegger faisait-il référence?
  410. Überlegungen, XIV, 1940
  411. Die Geschichte des Seyns, GA 69, 74
  412. Die Geschichte des Seyns, GA 69, 77 f.
  413. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 53 f. m. Anm. 40
  414. Theodore Kisiel, 2016: „… 'can be counted on the fingers of one hand' (GA 69: 78). Heidegger's select company of global arch-criminals of the 20th century would certainly have included Hitler and at least Stalin, with the possible supplement of a global Jewish cabal working stealthily and conspiratorially behind the scenes of the world stage“; s. auch Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 54: „es ist nicht auszuschließen, dass diese Kennzeichnung neben Hitler und Stalin die 'Judenschaft' mit umfasst.“
  415. Till Kinzel, Rezension von Trawny, Peter: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. In: Informationsmittel (IFB): digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft. pdf, S. 3
  416. s. auch Thomas Vašek, Heidegger. Ein totalitärer Denker, Hohe Luft, 2014, Nr. 09, S. 73: „Als Freiburger Rektor beteiligt sich Heidegger zwar nicht unmittelbar an der primitiven Judenhetze der Nazis. Doch es gibt bereits damals Hinweise auf Heideggers Antisemitismus (…). In einer Vorlesung im Wintersemester 33/34 sagt Heidegger: '(…) Dieser Feind könne sich auch 'in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes' festgesetzt haben'“; James Phillips, Heidegger's Volk: Between National Socialism and Poetry, Stanford, 2005, S. 105: „Heidegger asserts, again like Hitler, that the real enemy lies invert within the people“; Gaëtan Pégny, Polysemie et Equivoque,S. 129: „Avec ce que l’on a pu dire en introduction de la généalogie antisémite du re-couvrement du concept grec originel de vérité par le judéo-christianisme faite par Heidegger, le passage suivant, tiré du cours du semestre d’hiver 1933–34 sur L’essence de la vérité consacré au fragment 53 d’Héraclite sur le combat père de toutes choses, ne peut plus lui non plus apparaître comme un accident de parcours“.
  417. Daniel Morat; Von der Tat zur Gelassenheit. Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst und Friedrich Georg Jünger, Wallstein, Göttingen 2007, S. 133
  418. Thomas Poiss: Gerissenheit. Heidegger als Heraklit. In: Wolfgang Ulrich (Hrsg.): Verwindungen. Arbeit an Heidegger, Frankfurt/ M., 2003, 63-88, hier: S. 73: das Wort 'festgesetzt' im Kontext von 'Wurzel des Daseins' suggeriert unzweifelhaft: „nicht urwüchsig, sondern wie ein Parasit“; Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 103 f.: „Möglicherweise will Heidegger den neuen Machthabern entgegenkommen. Denn die Semantik dieser Formulierung ist aktuell. Ist es nicht der „Parasit“, der sich „in der innersten Wurzel des Daseins eines Volkes festgesetzt“ hat? (…) Unausgesprochen wird (…) das 'Judentum', der 'völligen Vernichtung' ausgesetzt“.
  419. E. Faye, S. 229: „Der Kampf beschreibt haargenau in der für Heidegger so charakteristischen Sprache den Rassenkampf der Nationalsozialisten gegen die Juden, die sich im deutschen Volk assimiliert haben“; ders., Der Nationalsozialismus in der Philosophie. Sein, Geschichtlichkeit, Technik und Vernichtung in Heideggers Werk in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.), Philosophie im Nationalsozialismus, Hamburg, 2009, 134 f.: „Was Heidegger schreibt, entspricht dem, was der Gestapo als neue Mission anvertraut war: der 'Gegnerforschung'. Es handelt sich um den auf die innerste Wurzel des germanischen Volkes gepfropften Feind, den es zu identifzieren gelte, um ihn gänzlich zu zerstören, somit den Gegner der nationalsozialistischen Revolution, von dem in den Vorlesungen laufend die Rede ist, aber ebenso und vor allem handelt es sich um den im deutschen Volk assimilierten Juden“.
  420. Gregory Fried in: Ingo Farin, Jeff Malpas, Reading Heidegger's Black Notebooks 1931–1941, Cambridge/Mass., London, 2016, S. 53: „Heidegger's cynism is breathtaking: he is willing to allow the manufacture of an enemy (…), so that Dasein may not lose its edge.“
  421. Thomas Poiss: Gerissenheit. Heidegger als Heraklit. In: Wolfgang Ulrich (Hrsg.): Verwindungen. Arbeit an Heidegger, Frankfurt/ M., 2003, 63-88, hier: S. 74: „Im Kontext des Jahres 1933/34 musste Heidegger klar sein, was er tat, indem er so sprach: er hetzte.“ (…) „Jemand, der ohne den geringsten äußersten Zwang bei seiner eigensten Tätigkeit - z. B. dem Auslegen von Heraklits polemos-Fragment, zur völligen Vernichtung eines sich parasitär im Dasein des Volkes sich festsetzenden Feindes aufruft“; s. auch S. Kellerer, de Gruyter, Heidegger. Denken als Kampf, DZPhil 2015; 63(5): 941–957, hier: S. 947; Jan E. Dunkhase, Deutsches Literaturarchiv Marburg, Quelle: „wo die ‚Judenschaft‘ im ‚Zeitraum des christlichen Abendlandes, d. h. der Metaphysik‘ als ‚das Prinzip der Zerstörung‘ dargestellt wird und der Kampf des „wesenhaft ‚Jüdischen‘ im metaphysischen Sinne gegen das ‚Jüdische‘ als ‚Höhepunkt der Selbstvernichtung in der Geschichte‘ (Anmerkungen I, GA 97, S. 20) – da können nur Unbeirrbare Antisemitismus in Abrede stellen.“
  422. GA 36/37, S. 263
  423. GA 65, S. 493
  424. Tom Rockmore: Philosophie oder Weltanschauung? In: Wolfdietrich Schmied-Kowarzik und andere (Hrsg.): Erkennen – Monas – Sprache: Internationales Richard-Hönigswald-Symposion. Kassel 1995
  425. GA 95, S. 96 f., Überlegungen VIII, 9
  426. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 35; ders. ebd. S. 33, weist auf ein von einem Studenten überliefertes Zitat Heideggers aus einer Vorlesung vom Winter 1933/34 hin: „Einem slavischen Volke würde die Natur unseres deutschen Raumes bestimmt anders offenbar werden als uns, den semitischen Nomaden wird sie vielleicht überhaupt nie offenbar“; die Vorlesungsmitschrift wurde nicht in der Gesamtausgabe publiziert, vgl. dafür Über Wesen und Begriff von Natur, Geschichte und Staat in Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: I. Dokumente. Karl Alber, Freiburg/München 2009, S. 82; Emmanuel Alloa, Gagarine Et La Forêt Noire. Métapolitiques Du Déracinement Chez Heidegger, Lévinas Et Blanchot, in: Alfred Bodenheimer, Miriam Fischer-Geboers (Hg.), Lesarten der Freiheit, München, 2015, S. 167 f.: „Celui-ci n'est au mieux qu'un antisémitisme culturel (…) un sorte du concession au Zeitgeist ambiant.“
  427. Überlegungen XII, GA 96, p. 46, 1939
  428. Jörg Heidegger, Alfred Denker (Hg.), Martin Heidegger. Briefwechsel mit seinen Eltern und Briefe an seine Schwester, Freiburg, München, 2013, S. 56, zit. n. S. Kellerer, Rezension: Heideggers Briefwechsel mit seiner Familie und mit Kurt Bauch, S. 3, m. Verw. in Anm. 4 a. H. Zaborowski, Heidegger-Jahrbuch, Bd. 5, Freiburg, 2009, S. 261; Peter Trawny: „Eine neue Dimension“ in: Die Zeit, 27. 12. 2013, S. 48; P. Trawny spricht ebd. von einem „antisemitischen“ Ressentiment, das in den Schwarzen Heften „eine andere, erschreckende Dimension“ erhalte.
  429. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 33–38.
  430. P. Trawyn, Mythos, S. 38 f.
  431. Vgl. das Nachwort des Herausgebers: Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis). GA 65, S. 511.
  432. Mario Fischer: Religiöse Erfahrung in der Phänomenologie des frühen Heidegger. Göttingen 2013, S. 265 f., m. Anm. 61
  433. Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis), GA 65, S. 163
  434. Hartmut Schmidt, Die Sprache des Regimes und die Sprache der Bürger. Carl Goerdeler und andere zum Leipziger Universitätsjubiläum 1934, S. 83 f.
  435. Meike Siegfried, Abkehr vom Subjekt: Zum Sprachdenken bei Heidegger und Buber, S. 405
  436. Günter Hartung, Deutschfaschistische Literatur und Ästhetik: gesammelte Studien,S. 97: Der aus Hitlers antisemitischem Mein Kampf stammende Begriff „Entrassung“
  437. GA 96, S. 56, Überlegungen XII, 82
  438. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 41 ff. m. Anm. 18.
  439. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 43.
  440. Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 45: „Der zweite Typus des Antisemitismus bei Heidegger kann als 'rassisch' oder 'rassistisch' bezeichnet werden“.
  441. Thomas Vašek, Heidegger. Ein totalitärer Denker, Hohe Luft, 2014, Nr. 09, S. 74: „Aus Heideggers Sicht befördern die Juden die Seinsverlassenheit der modernen Welt, die ‚Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein‘. Ein solches Denken trägt verschwörungstheoretische Züge.“
  442. S. Vietta, Erdball, S. 20 f.
  443. Die Geschichte des Seyns, GA 69, S. 223.
  444. Zu Ernst Jünger, GA 90, 99 bzw. 38
  445. Freiburger Studentenzeitung, Nr. 1, 3. November 1933, S. 6, vgl. Guido Schneeberger, Nachlese zu Heidegger, Bern 1962, S. 137
  446. Ruf an die Gebildeten der Welt, GA 16, 217; vgl. dazu Victor Farias: Heidegger und der Nationalsozialismus, Fischer, Frankfurt/M. 1989, S. 224.
  447. Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Karl Alber, Freiburg/München 2010, S. 177, Fn 123.
  448. Heidegger/Bauch: Briefwechsel 1932–1975. Karl Alber, 2010, Brief vom 7. Februar 1935, S. 18.
  449. Cornelia Schmitz-Berning, Vokabular des Nationalsozialismus, Berlin, 2007, S. 292 f. u. „Halbjude“
  450. Sidonie Kellerer, Rezension. Heideggers Briefwechsel mit seiner Familie und mit Kurz Bauch, S. 4, m. Verw. in Anm. 4 a. H. Zaborowski, Heidegger-Jahrbuch, Bd. 5, Freiburg, 2009, S. 261; Peter Trawny: „Eine neue Dimension“ in: Die Zeit, 27. 12. 2013, S. 48.
  451. Dieter Thomä, Heidegger und der Nationalsozialismus. In der Dunkelkammer der Seinsgeschichte. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben-Werk-Wirkung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Metzler, Stuttgart und Weimar 2013, S. 116.
  452. zit. n. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001, S. 289; Michael Watts: The Philosophy of Heidegger. McGill-Queen's University Press, 2011, S. 250.
  453. vgl. dazu Martina Thiele, Publizistische Kontroversen über den Holocaust im Film,S. 89–91
  454. Anmerkungen V, GA 97, S. 444.
  455. D. di Cesare Heidegger, die Juden, die Shoah, Frankfurt, 2015, 334 ff.
  456. Anti-Semitism, Anti-Marxism, and Technophobia: The Fourth Volume of Martin Heidegger’s Black Notebooks (1942–1948), University of Westminster, tripleC 13(1): 93–100, 2015,S. 96; Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hg.), Lexikon der 'Vergangenheitsbewältigung' in Deutschland S. 240: Eggert Blum im Artikel der Zeit vom 27. November 2014, in dem er den in der GA 96 fehlenden Satz der „Vorbestimmung der Judenschaft für das planetarische Verbrechertum“ publizierte, vgl. auch Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Klostermann, Frankfurt/M. 2014, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2015, S. 119 f.
  457. Sidonie Kellerer: Heidegger. Denken als Kampf, DZPhil 2015; 63(5): 941–957, hier: S. 952; Ernst Jünger/Martin Heidegger: Briefe 1949–1975. Unter Mitarbeit von Simone Maier herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Günter Figal, Klett-Cotta/Vit­torio Klostermann. Stuttgart/Frankfurt 2008, S. 13.
  458. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt a. M. 1988, S. 171.
  459. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 390; Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. 2014, S. 407; Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie, Frankfurt a. M. 1988, S. 169 f., datiert den Brief dagegen auf den 28. April 1933 und weist darauf hin, dass es zwei „Überlieferungsstränge“ der Version des Briefes gibt: das Original des Briefes „ist 1940 im Antwerpener Hafen (…) verbrannt“.
  460. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 391: Beziehung für beendet erklärt.
  461. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 391, Anm. 142.
  462. Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. 2014, S. 70–72
  463. zit. nach Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt a. M. 1988, S. 176.
  464. Husserl in: Herbert Spiegelberg, Eberhard Avé-Lallemant, Pfänder-Studien, Den Haag, 1982, S. 342 f. zit. n. H. Ott, S. 175.
  465. zit. n. H. Ott, S. 172.
  466. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001.
  467. GA 16, S. 662; vgl. dazu auch Peter Freienstein: Sinn verstehen: Die Philosophie Edith Steins. London 2007, S. 169
  468. vgl. hierzu Hugo Ott: Martin Heidegger, Unterwegs zu seiner Biographie. Campus Verlag, S. 168f.; Walter Biemel: Erinnerungsfragmente. In: Günther Neske (Hrsg.): Erinnerung an Martin Heidegger. 2003, S. 22, zit. n. Zaborowski, S. 391 m. Anm. 142.
  469. „Max Müller: Martin Heidegger – Ein Philosoph und die Politik. Ein Gespräch mit Bernd Martin und Gottfried Schramm“. In: Günther Neske, Emil Kettering (Hrsg.): ‘’Antwort. Martin Heidegger im Gespräch.’’ Pfüllingen 1988, S. 90–220, hier: S. 203; Bernd Grün: Der Rektor als Führer? Die Universität Freiburg i. Br. von 1933 bis 1945. Karl Alber, Freiburg/München 2010, S. 253, Max Müller: „ Ein gewisser Kontakt zwischen dem Philosophischen Seminar und Husserl blieb erhalten. Aber beide, (…) Honecker ebenso wie Heidegger, (…) gingen nicht mehr persönlich zu Husserl, sondern schickten Assistenten, zum Beispiel mich, zu ihm hin. Auf diese Weise wurde Husserl laufend unterrichtet darüber, welche Doktorarbeiten gemacht worden waren und was im laufenden Semester geschah. Er sollte sich nicht als völlig isoliert betrachten“; s. auch ders. in: Waltraud Herbstrith (Hrsg.): Edith Steins Unterstützer: Bekannte und unbekannte Helfer während der NS-Diktatur. Berlin: Lit, 2010, S. 141
  470. Trawny bezieht sich auf das Heidegger-Notat „Die zeitweilige Machtsteigerung des Judentums …“, in: Martin Heidegger: Überlegungen XII, 67. In: Ders.: Überlegungen XII-XV GA 96; Peter Trawny: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Klostermann, Frankfurt 2015, S. 37.
  471. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt a. M. 1988, S. 173.
  472. vgl. dazu Heidegger, GA 16, S. 661, wurde für die fünfte Auflage 1941 „auf Wunsch und Vorschlag von Niemeyer schließlich vereinbart, die Widmung in dieser Auflage fortzulassen, unter der von mir gestellten Bedingung, dass auch jetzt die Anmerkung auf S. 38 stehenblieb, durch die jene Widmung eigentlich erst begründet wurde“; S. Vietta, S. 44: „Widmung (…) auf Drängen des Verlegers Niemeyer herausnehmen musste“; Manfred Geier, Martin Heidegger, Quelle: „Er hatte nicht nur die Widmung (…) 1941 streichen lassen“; Mark Lilla, Der hemmungslose Geist: Die Tyrannophilie der Intellektuellen Quelle: „(In den frühen Vierzigern ließ er sogar die Widmung an Husserl aus Sein und Zeit streichen, später allerdings nahm er sie ebenso stillschweigend wieder auf)“; Ursula Pia Bauch in: Salvatore Pisani, Elisabeth Oy-Marra (Hg.), Ein Haus wie Ich: Die gebaute Autobiographie in der Moderne, S. 73: „ab 1941, ab der fünften Auflage, wird Heidegger auch die Widmung (…) unterdrücken“.
  473. H. Ott, S. 173.
  474. Manfred Geier, Martin Heidegger, Quelle; GA 16, S. 443; S. 663 f.
  475. Heinz-Elmar Tenorth, Eduard Sprangers hochschulpolitischer Konflikt 1933. Politisches Handeln eines preussischen Gelehrten, Zeitschrift für Pädagogik 36 (1990) 4, S. 573–596, hier: S. 581, Anm. 23: ZSTA 1 (Zentrales Staatsarchiv der DDR), Merseburg, Rep. 76 V a Sekt. 2, Tit. IV, Nr. 68 A. Die Anstellung und Besoldung der ordentlichen und außerordentlichen Professoren in der Philosophischen Fakultät (der Universität Berlin). A Philosophische Wissenschaften, Bd. 2, Oktober 1932 - Dezember 1934; Blatt 158.
  476. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 377 m. Anm. 101; Martin Heidegger: Ruf an die Universität Berlin. Brief an Dr. Fehrle, GA 16, Nr. 85, 163
  477. Reinhard Mehring, Kriegstechniker des Begriffs: Biographische Studien zu Carl Schmitt. Mohr Siebeck, Tübingen 2014, S. 105
  478. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 377 f., m. Anm. 103 f.: Zitat aus dem Brief vom 19. September 1933 an Blochmann, in: Joachim W Storck (Hrsg.): Martin Heidegger/Elisabeth Blochmann. Briefwechsel. 1918–1969, 2. Aufl., Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1990, S. 73.
  479. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 244.
  480. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920–1960. Wallstein, Göttingen 2007, S. 144.; Martin Heidegger: Zur Einrichtung der Dozentenschule, GA 16, Nr. 156, 308-314
  481. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, 245.
  482. Martin Heidegger: Zur Einrichtung der Dozentenschule, GA 16, Nr. 156, 308-314, 308; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920–1960. Wallstein, Göttingen 2007, S. 144.
  483. Martin Heidegger: Zur Einrichtung der Dozentenschule, GA 16, Nr. 156, 308-314, 308 f.
  484. Martin Heidegger: Zur Einrichtung der Dozentenschule, GA 16, Nr. 156, 308-314, S. 309; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920–1960. Wallstein, Göttingen 2007, S. 144
  485. Martin Heidegger: Zur Einrichtung der Dozentenschule, GA 16, Nr. 156, 308-314, S. 311.
  486. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit: konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920–1960. Wallstein, Göttingen 2007, S. 143
  487. Rüdiger Safranski, Martin Heidegger: Between Good and Evil, S. 280, deutsch: Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Auflage. S. Fischer, Frankfurt/M 2001, 313
  488. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 246; Rüdiger Safranski, Martin Heidegger: Between Good and Evil, S. 280, deutsch: Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Auflage. S. Fischer, Frankfurt/M 2001, 314
  489. Wilhelm Bleek, Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland. Beck, München 2001, S. 230 ff.
  490. Paul Meier-Benneckenstein im Vorwort zu Joseph Goebbels, Der Faschismus und seine praktischen Ergebnisse (Schriften der DHfP, Heft 1), Berlin 1934, S. 5.
  491. Victor Farias, Heidegger and Nazism, Philadelphia, 1989, S. 208; Arnon Hampe, Handbuch des Antisemitismus, Berlin, de Gruyter, 2009, S. 345: „Referent an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, (1935–1936)“
  492. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 272 m. Anm. 30; Martin Heidegger: Die deutsche Universität (Zwei Vorträge in den Ausländerkursen der Freiburger Universität, 15. Und 16. August 1934), GA 16, Nr. 155, 284-307, S. 284.
  493. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument Sonderband 205, Hamburg / Berlin 1993, S. 47.
  494. Victor Farías,Heidegger und der Nationalsozialismus, Frankfurt 1989, S. 261; Völkischer Beobachter Nr. 231/232, S. 2.
  495. Martin Heidegger: Die deutsche Universität (Zwei Vorträge in den Ausländerkursen der Freiburger Universität, 15. Und 16. August 1934), GA 16, Nr. 155, 284-307, S. 302.
  496. Martin Heidegger: Die deutsche Universität (Zwei Vorträge in den Ausländerkursen der Freiburger Universität, 15. Und 16. August 1934), GA 16, Nr. 155, 284-307, S. 307; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 337, 396 f.
  497. Martin Heidegger: Einführung in die Metaphysik (Sommersemester 1935), Hrsg.: P. Jaeger, Klostermann, Frankfurt 1983, GA 40, S. 51; vgl. dazu Reinhold Aschenberg, Ent-Subjektivierung des Menschen: Lager und Shoah in philosophischer Reflexion, S. 142 f.
  498. Vgl. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie, Frankfurt am Main, 1988, 1992, S. 261.
  499. Papenfuss, Dietrich/Pöggeler, Otto (Hrsg.): Symposium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung vom 24.-28. April 1989 in Bonn-Bad- Godesberg. Band 2. Klostermann, Frankfurt a. M. 1990, S. 264.
  500. Martin Heidegger: Einführung in die Metaphysik (Sommersemester 1935), Hrsg.: P. Jaeger, Klostermann, Frankfurt 1983, GA 40, S. 28.
  501. zit. n. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie, Frankfurt am Main, 1988, 1992, S. 277 m. Anm. 207: Pöggeler, 1983, S. 340 ff.
  502. Rainer Marten: Ein rassistisches Konzept von Humanität. Überlegungen zu Victor Farías' Heidegger-Buch und zum richtigen Umgang mit Heideggers Philosophie, PDF; 123 kB, Badische Zeitung Nr. 293, 19./20. Dezember 1987; vgl. dazu auch: Otto Pöggeler: Heideggers politisches Selbstverständnis. In: Heidegger und die praktische Philosophie. hrsg. von Annemarie Gethmann-Siefert und Otto Pöggeler, Suhrkamp, Frankfurt/M. 1988, S. 38; Wolfgang Müller-Lauter, Heidegger und Nietzsche, de Gruyter, Berlin 2000, S. 13 f., m. Anm. 42.
  503. Rainer Marten: Ein rassistisches Konzept von Humanität. Überlegungen zu Victor Farías' Heidegger-Buch und zum richtigen Umgang mit Heideggers Philosophie, PDF; 123 kB, Badische Zeitung Nr. 293, 19./20. Dezember 1987.
  504. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie, Frankfurt am Main, 1988, 1992, S. 277 f.
  505. Ralf Frassek: Wege zur nationalsozialistische „Rechtserneuerung“ - Wissenschaft zwischen „Gleichschaltung“ und Konkurrenzkampf, in: Hans-Georg Hermann u.a. (Hrsg.): Von den Leges Barbarorum bis zum ius barbarum des Nationalsozialismus, S. 354, Böhlau, Köln 2008, 351-377
  506. Hans-Detlef Heller: Die Zivilrechtsgesetzgebung im Dritten Reich: die deutsche bürgerlich-rechtliche Gesetzgebung unter der Herrschaft des Nationalsozialismus - Anspruch und Wirklichkeit, Monsenstein u. Vannerdat, Münster 2015, S. 112 f.
  507. Benedikt Hartl: Das nationalsozialistische Willensstrafrecht. Weißensee, Berlin 2000 (Diss. Regensburg 2000), S. 70
  508. Dietmar Willoweit in: Michael Stolleis, Dieter Simon (Hg.) Rechtsgeschichte im Nationalsozialismus, S. 27; Hans Frank: Nationalsozialismus im Recht; in: Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht, 1. Jahrgang (1934), Heft 1 (Juni), S. 8.
  509. Victor Farías, Heidegger and Nazism, S. 205–207; ders., deutsche Version: Heidegger und der Nationalsozialismus, S. 277–279.
  510. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit. (1994) 8. Auflage. S. Fischer, Frankfurt/M 2001, 316.
  511. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 253; Frank-Rutger Hausmann, Reinhart Kosellek (Hrsg.): Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933, Stuttgart 2007, Neuausgabe; Erstausgabe: 1986, S. 58 f..
  512. Victor Farías, Heidegger and Nazism, S. 207; ders., deutsche Version: Heidegger und der Nationalsozialismus, S. 279: Durch den Mangel an Quellen, da die Dokumente über die Akademie „im Bayerischen Hauptstaatsarchiv von München zum überwiegenden Teil zerstört worden sind, ließen sich weitere Einzelheiten über die Mitarbeit von Heidegger im Ausschuß für Rechtsphilosophie nicht ermitteln. (Eine Akte über die konstituierende Sitzung des Ausschusses befindet sich im Goethe- und Schillerarchiv Weimar; in ihr ist ohne weitere Bemerkungen die Teilnahme von Heidegger erwähnt.)“; vgl. Werner Schubert, Akademie für Deutsches Recht. 1933–1945 Protokolle, TIB Leibniz Universität Hannover, in denen der Ausschuss für Rechtphilosophie fehlt.
  513. Emmanuel Faye: Der Nationalsozialismus in der Philosophie. Sein, Geschichtlichkeit, Technik und Vernichtung in Heideggers Werk, in: Hans Jörg Sandkühler (Hrsg.): Philosophie im Nationalsozialismus. Meiner, Hamburg, 2009, S. 135 f.: Victor Farías habe „gezeigt, daß Heidegger (…) sich erneut engagiert hat (…) beispielsweise durch seine aktive Teilnahme (…) an einem Ausschuss für Rechtsphilosophie, der (…) damit beauftragt war, die künftigen Nürnberger Gesetze zu legitimieren“; Farías referiert in dem Kontext, S. 277–279, nicht auf die Nürnberger Gesetze; S. Kellerer, Antwort auf Hermann Heideggers Leserbrief in der Zeit: „Der Ausschuss wirkte maßgeblich an der Vorbereitung der Nürnberger Gesetze mit.“
  514. Hans-Detlef Heller: Die Zivilrechtsgesetzgebung im Dritten Reich: die deutsche bürgerlich-rechtliche Gesetzgebung unter der Herrschaft des Nationalsozialismus - Anspruch und Wirklichkeit, Münster, 2015, S. 114, m. Anm. 1074: Hans Frank, Im Angesicht des Galgens, München, 1953, S. 178; Hans-Rainer Pichinot, Die Akademie für Deutsches Recht - Aufbau und Entwicklung einer öffentlich-rechtlichen Köperschaft des Dritten Reichs, Kiel 1981, S. 62 ff.; siehe auch: H.-G. Hermann (Hg.), Von den Leges Barbarorum bis zum ius barbarum des Nationalsozialismus, S. 354; Lothar Gruchmann, Blutschutzgesetz und Justiz. Zur Entstehung und Auswirkung des Nürnberger Gesetzes vom 15. September 1935, Institut für Zeitgeschichte München, Heftarchiv, 31. Jahrg., 3. H. (Jul., 1983), S. 418–442.
  515. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument Sonderband 205, Hamburg / Berlin 1993, S. 47; Richard Wolin: Heidegger’s Children: Hannah Arendt, Karl Löwith, Hans Jonas, and Herbert Marcuse. Princeton University Press 2015, S. 36 f.
  516. Martin Heidegger: Seminare: Hegel – Schelling. Peter Trawny (Hrsg.): Klostermann, Frankfurt/M 2011, GA 86, 85.
  517. Walter Pauly, „Das Volk ist das Seiende, dessen Sein der Staat ist“, Wissenschafts- und seinsgeschichtliche Bewegungen bei Martin Heidegger und darüber hinaus, Rechtsgeschichte, Rg 19 (2011), Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, S. 255–262, hier: S. 261.
  518. Almuth Heidegger (Hrsg.): Martin Heidegger / Kurt Bauch: Briefwechsel 1932–1975. Martin Heidegger Briefausgabe Abt. II, Bd. 1. Alber, Freiburg 2010, S. 27.
  519. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument Sonderband 205, Hamburg / Berlin 1993, S. 134: „Der Vergleich wird zeigen, daß Heidegger im Gegensatz zu ihnen zwischen einem gewöhnlichen oder vulgären NS (…) und einem ‚wahren‘ NS unterschied“; Tom Rockmore, Philosophie oder Weltanschauung. Über Heideggers Stellungnahme zu Hönigswald in: Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hg.), Erkennen – Monas – Sprache, Internationales Richard-Hönigswald-Symposium Kassel, 1995, Würzburg 1997, S. 176 f.:, bez. 1935: „Aber auch wenn Heidegger sich vom real-existierenden Nationalsozialismus später distanziert hätte, gibt es nicht das geringste Indiz dafür, dass er sich vom Nazismus im allgemeinen distanziert hätte“; Rainer Marten, Ein rassistisches Konzept von Humanität: Überlegungen zu Victor Farias’ Heidegger-Buch und zum richtigen Umgang mit Heideggers Philosophie, Badische Zeitung, 19./20. Dez. 1987 (Nr. 293), S. 14, Sonderdrucke aus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg S. 4: „Wer gegen Farias einwendet (…), er habe Heideggers Kritik am Nationalsozialismus überlesen, versieht sich an der Tatsache, daß Heidegger niemals mit einem anderen als dem in seinen Augen falschen Faschismus abgerechnet hat“; Paul Matussek: Martin Heidegger, in: Analytische Psychosentherapie, Springer, Berlin, Heidelberg, New York, 1997, S. 49–78, S. 68: „Was ihn letztlich auf Distanz gehen läßt, ist (…) die kränkende Erfahrung, daß er von den Nazis nicht ernstgenommen wird“; J.-P. Faye, Le piège'. La philosophie heideggerienne et le nazisme, Balland 1994.
  520. George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Argument Sonderband 205, Hamburg / Berlin 1993, S. 134.
  521. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 493, Amn. 59.
  522. François Rastier, Schiffbruch eines Propheten. Heidegger heute. Neofelis, Berlin 2017, S. 129.
  523. Sidonie Kellerer, Rezension: Heideggers Briefwechsel mit seiner Familie und mit Kurt Bauch, S. 7.
  524. Martin Heidegger: Schwarze Hefte. Überlegungen und Winke III, 1934, GA 94, S. 194
  525. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 182.
  526. Martin Papenbrock: Besprechung von Heidegger / Bauch. Briefwechsel 1932 - 1975, in: Regine Hess, Martin Papenbrock, Norbert Schneider (Hrsg.): Kirche und Kunst: Kunstpolitik und Kunstförderung der Kirchen nach 1945 (Kunst Und Politik). V&R unipress, Göttingen 2012, S. 158: „Sowohl Heidegger als auch Bauch waren überzeugt von der Vorstellung eines geschichtlich und kulturell begründeten deutschen Führungsanspruchs, die sie sich in ihren Briefen mit unverhohlenem Nationalschauvinismus gegenseitig bestätigten (vgl. die Briefe vom 27. 04. 1937, 14. 05. 1937 und 01. 05. 1942)“.
  527. Helmuth Vetter, Grundriss Heidegger: Ein Handbuch zu Leben und Werk. Meiner, Hamburg 2014, S. 218, Anm. 519.
  528. Frank-Rutger Hausmann, Reinhart Kosellek (Hrsg.): Karl Löwith: Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Stuttgart 2007, S. 57.
  529. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 131 f.
  530. Heinrich Buhr: Der weltliche Theolog in: Günter Neske, Erinnerung an Martin Heidegger. Neske, Pfullingen 1977, S. 53–59, hier: S. 55.
  531. Martin Heidegger: Das Rektorat 1933/34. Tatsachen und Gedanken, GA 16 Nr. 180, 372-394, GA 16, S. 391 f.
  532. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Der Philosoph, der Spiegel und die SS. Ullstein, Berlin 2014, S. 279 ff.; Gideon Botsch: „Politische Wissenschaft“ im Zweiten Weltkrieg. Die „Deutschen Auslandswissenschaften“ im Einsatz 1940–1945. Schöningh, Paderborn 2006, S. 252.
  533. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Der Philosoph, der Spiegel und die SS. Ullstein, Berlin 2014, S. 281.
  534. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 254.
  535. Martin Papenbrock: Besprechung von Heidegger / Bauch. Briefwechsel 1932 - 1975, in: Regine Hess, Martin Papenbrock, Norbert Schneider (Hrsg.): Kirche und Kunst: Kunstpolitik und Kunstförderung der Kirchen nach 1945 (Kunst Und Politik). V&R unipress, Göttingen 2012, S. 159.
  536. Egon Vietta, Das deutsche Wort 12, 1936, S. 830–835, hier: S. 835, zit. n. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 599, Anm. 130.
  537. Alexander Schwan: „Verliebt in Untergang und Abgrund,“ Rheinischer Merkur, Christ und Welt, Nr. 17 (28 April 1989), S. 15: „So werden die 'Beiträge' zum grossen Widerruf alles dessen, was für Heidegger mit 1933 verbunden war. Sie führen jedoch nicht zur aktiven Wende gegen die zur blanken Tyrranei ausgearteten 'Machenschaften' des Nationalsozialismus, sondern lediglich zur 'Einkehr' in den Verzicht auf jegliches Tun, allerdings unter fortwährenden Unmutsbekundungen, also doch nicht aus gänzlich freien Stücken.“
  538. Martin Heidegger: Beiträge zur Philosophie. GA 65, S. 493
  539. Vgl. Alexander Schwan: „Verliebt in Untergang und Abgrund,“ Rheinischer Merkur, Christ und Welt, Nr. 17 (28 April 1989), S. 15; T. Rockmore, On Heidegger's Nazism and Philosophy, Berkeley, Los Angeles, 1992, S. 347, Anm. 16: „Already in his book on Heidegger's political philosophy, Schwan claimed that the relation between Heidegger's thought and Nazism could not be maintained after 1933 to the same degree as in 1933 unless Heidegger simply abandoned philosophy. See Schwan, Politische Philosophie im Denken Heideggers (see chap. 3, n. 115), p. 101. Schwan seems not fully to have realized the extent of the compatibility between Heidegger's thought and Nazism and the durable nature of his commitment.“
  540. Bruno Altmann: „Ernüchterung eines Philosophen. Heidegger macht nicht mehr gerne Pfötchen“, in: Neuer Vorwärts, 1938, Nr. 256 (15. Mai 1938); wieder abgedruckt in: Heidegger-Jahrbuch 4, Alber, Freiburg 2009, S. 206–209; vgl. dazu auch Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 596.
  541. vgl. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und an der Technik. Niemeyer, Tübingen 1989 S. 47;Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 143, Anm. 1; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2010, S. 542 ff.; Hassan Givsan: Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den „Fall Heidegger“ korrumpieren lassen. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, S. 24.
  542. Vgl. Jörg Appelhans, Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. Niemeyer, Tübingen 2002, 2.1.1.: „Dichten und Denken. Heidegger sucht die verlorene Ganzheit“, S. 37–44 u. ebd. S. 43: „Hölderlin ist ein Denker des Anfangs - ausgehend von dieser Voraussetzung erklärt Heidegger Hölderlins Dichtung zum poetischen Paradigma seiner Philosophie. Zur Gegenfigur Hölderlins auf der Seite der Denker erklärt Heidegger Nietzsche, den 'letzten Denker der abendländischen Philosophie', der 'als Denker ein Dichter ist', dessen Philosophie zugleich aber auch den Kulminationspunkt der abendländischen Metaphysik darstellt“, m. Verw. a. Martin Heidegger: Einleitung in die Philosophie. Abgebrochene Vorlesung Wintersemester 1944/45, GA 50, S. 95; 150 u. 154; Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 516 ff. m. Verw. a. Martin Heidegger, Kurt Bauch. Briefwechsel 1932–1975, hrsg. von Almuth Heidegger, Alber, Freiburg/München 2010, S. 70.
  543. Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. Schwarz, Stuttgart 1990, S. 89–127: These des „Nationalästhetizismus“, der den „Aspekt der ästhetischen Inszenierung nationalsozialistischer Politik“ enthält; zur Überwindung der Grenzen der Logik durch das Wesen der dichterischen Sprache in Heideggers Hinwendung zu Hölderlin s. Peter Trawny: Martin Heidegger. Campus, Frankfurt/M 2003, S. 127.
  544. Anja Lemke, Im Reich des Übergänglichen – Überlegungen zu Heideggers Hölderlin-Deutung in: Peter Brandes, Michaela Krug (Hrsg.): Übergänge: Lektüren zur Ästhetik der Transgression. Lit, Münster 2003, S. 11.
  545. Andreas Großmann: Heidegger-Lektüren. Über Kunst, Religion und Politik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 51.
  546. Martin Heidegger: Besinnung, GA 66, S. 426; s. zur Konzeption des anderen Anfangs in der Vorlesung von 1934/35 auch Anja Lemke, Im Reich des Übergänglichen – Überlegungen zu Heideggers Hölderlin-Deutung in: Peter Brandes, Michaela Krug (Hrsg.): Übergänge: Lektüren zur Ästhetik der Transgression. Lit, Münster 2003, S. 20; des Weiteren zum „anderen Anfang“ bez. Hölderlin: Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 502, m. Verw. a. Martin Heidegger: Einführung in die Metaphysik. Vorlesung Sommersemester 1935, GA 40, S. 4f.; 520 m. Verw. a. Martin Heidegger: Besinnung, GA 66, S. 426, GA 88, S. 15; Jörg Appelhans, Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. Niemeyer, Tübingen 2002, S. 43.
  547. Andreas Grossmann: Heidegger-Lektüren. Über Kunst, Religion und Politik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 51: „Wenn sich Heidegger 1934/35 ausdrücklich Hölderlins Hymnen 'Germanien' und 'Der Rhein' zuwendet, mag darin sicher eine erste Distanzierung vom eigenen politischen Engagement wie vom offiziellen Nationalsozialismus zum Ausdruck kommen. Dies allerdings ist eine Distanzierung, die nicht etwa damit zu tun hat, daß sich Heidegger zum Demokraten bekehrt hätte, sondern - im Gegenteil - der Überzeugung entsprungen zu sein scheint, der Verlauf der 'Revolution' von 1933 sei nicht radikal, nicht 'ursprünglich' genug gewesen (so daß Heidegger 1935 in Einführung in die Metaphysik die 'innere Wahrheit und Größe des N.S.' gegen die offizielle 'Philosophie des Nationalsozialismus' verteidigen konnte)“; Anja Lemke: Im Reich des Übergänglichen – Überlegungen zu Heideggers Hölderlin-Deutung in: Peter Brandes, Michaela Krug (Hrsg.): Übergänge: Lektüren zur Ästhetik der Transgression. Lit, Münster 2003, S. 11 f.: „Dass diese Wende zur Dichtung unmittelbar nach der Niederlegung des Freiburger Rektorats geschieht, verknüpft sie von Anfang an mit der Politik. (…) Der Vorwurf, es handle sich bei dieser Poetik im Kern um eine ästhetisierte Form der nationalsozialistischen Politik, bezieht sich vor allem auf die Geschichts- und Gemeinschaftsvorstellung, die Heidegger in den Hölderlin-Vorlesungen entwickelt“; zur politischen Implikation der Hölderlin-Vorlesungen s. Theodore Kisiel: Political Interventions in the Lecture Courses of 1933-1936, S. 121 f.; ders. The Siting of Hölderlin's „Geheimes Deutschland“ in Heidegger's Poetizing of the Politica in: Heidegger-Jahrbuch 5. Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Alber, München 2009, S. 145–154, zit. n. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus Fischer, Frankfurt/M 2009; dagegen, ders., S. 520: „mit der (…) Abwendung von der Welt der unmittelbaren (Universitäts-)Politik verbunden“; S. 592: „Zugang zu Hölderlin gänzlich a- oder sogar antipolitisch“; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 196: Die „Zuwendung zur Dichtung und zum Dichter Hölderlin“ bedeute „zugleich eine Abwendung von der Politik und dem Politiker Hitler“.
  548. Vgl. zu diesen Angaben Martin Heidegger: Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung, GA 4, S. 203; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 186 m. Anm 77.
  549. Daniel Meyer: Die Entdeckung des griechischen Mythos: Heideggers geschichtsphilosophische Wende, Germanica, 45, 2009, S. 13–26, hier, pdf S. 4; s. auch Charles Bambach: Heidegger, der Nationalsozialismus und die Griechen, abstracts, zit.n. Heidegger-Jahrbuch 5. Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Alber, München 2009, S. 461:„Immer wieder – von seiner Bemerkung über „die innere Wahrheit und Größe“ des Nationalsozialismus in der Einführung in die Metaphysik (1935) bis zu seiner Bemerkung über die „geschichtliche Einzigkeit des Nationalsozialismus“ in seiner Ister-Vorlesung (1942) – wird Heideggers Vision einer deutschen Zukunft legitimiert durch ihre innere Beziehung auf die griechische arche. Entscheidend für diese Vision ist Heideggers Hölderlinisch-Nietzscheanische Wiederholung der Macht des ersten Anfangs als Übergang (und Entscheidung) zum anderen Anfang“; H. Zaborowski, S. 519: „Hölderlin und die Suche nach einem 'anderen Anfang'“.
  550. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit, GA 36/37, S. 89.
  551. Daniel Meyer: Die Entdeckung des griechischen Mythos: Heideggers geschichtsphilosophische Wende, Germanica, 45, 2009, S. 13–26, hier, pdf S. 7
  552. Andreas Grossmann: Heidegger-Lektüren. Über Kunst, Religion und Politik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 52.
  553. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992,S. 66 f.: „'Quelle' liest er philosophisch als 'Ursprung' (…) Widerstreit des Stromes in sich (…) Gegenwille im Strom selbst, seine Quelle zu verlassen“, im Sinne vom „Streit an der Quelle“, der Einheit der Gegensätze bei Heraklit; Michael Schödlbauer, Psyche - Logos - Lesezirkel: ein Gespräch selbdritt mit Martin Heidegger. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 385.
  554. Andreas Grossmann: Heidegger-Lektüren. Über Kunst, Religion und Politik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 53.
  555. zit. n. Andreas Grossmann, Heidegger-Lektüren. Über Kunst, Religion und Politik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 53, Verw. auf Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit. Vorlesung Wintersemester 1933/34, GA 39, S. 51; 79; 58 f. u. 220.
  556. Martin Heidegger: Besinnung, GA 66, S. 426, zit. n. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 520; Felix O'Murchadha: Zeit des Handelns und Möglichkeit der Verwandlung: Kairologie und Chronologie bei Heidegger im Jahrzehnt nach Sein und Zeit. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 202: „die Dichtung entwirft den anderen Anfang“.
  557. Michael Schödlbauer: Psyche - Logos - Lesezirkel: ein Gespräch selbdritt mit Martin Heidegger. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 380.
  558. vgl. Peter Trawny: Martin Heidegger. Campus, Frankfurt/M 2003S. 127 m. Anm. 26: Martin Heidegger: Anmerkunken, I, 30, GA 97; das komplette Zitat, ebd.: „Von hier aus ist zu ermessen, was für das Denken in das verborgene anfängliche Wesen der Geschichte des Abendlandes das Andenken im Griechentum bedeutet, das außerhalb des Judentums und d. h. des Christentums geblieben.“
  559. vgl. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 187 m. Anm. 79.
  560. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, S. 70.
  561. Rainer Marten: Radikalität des Geistes. Heidegger - Paulus – Proust. Herder, Freiburg 2016, S. 78, m. Anm. 56: „Heidegger braucht Hölderlin, um sich seiner völkisch-geistigen Seinssicht als der einzig wahren durch weissagende Dichterworte vergewissert zu wissen“, wobei er maßgeblich die Zukunft des Vaterlandes im Blick habe und darin aber von Hölderlin abweiche.
  562. Martin Heidegger: Hölderlins Hymnen „Germanien“ und „Der Rhein“. Vorlesung Wintersemester 1934/35, GA 39, S. 121.
  563. Jörg Appelhans: Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. Niemeyer, Tübingen 2002, S. 191 u. 194, Anm. 344.
  564. Vgl. z.B. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, S. 67; Andrea Barbara Alker: Das Andere im Selben: Subjektivitätskritik und Kunstphilosophie bei Heidegger und Adorno. Königshausen & Neumann, Würzburg 2007, S. 320 m. Verw. in Anm. 591 auf den letzten Zwischentitel der Vorlesung von 1942, Hölderlins Hymne: Der Ister: „Hölderlins Wesen des Dichters als Wesen des Halbgotts“. (GA 53)
  565. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit. Vorlesung Wintersemester 1933/34, GA 39, S. 210.
  566. Rainer Marten: Radikalität des Geistes. Heidegger - Paulus – Proust. Herder, Freiburg 2016, S. 76.
  567. Vgl. Peter Trawny: Martin Heidegger. Campus, Frankfurt/M 2003, S. 127.
  568. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit. Vorlesung Wintersemester 1933/34, GA 39, S. 166, zit. n. Michael Schödlbauer, Psyche - Logos - Lesezirkel: ein Gespräch selbdritt mit Martin Heidegger. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 382.
  569. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 70 m. Verw. a. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit. Vorlesung Wintersemester 1933/34, GA 39, S. 145.
  570. Martin Heidegger: Vom Wesen der Wahrheit. Vorlesung Wintersemester 1933/34, GA 39, S. 289, zit. n. Daniel Meyer, Die Entdeckung des griechischen Mythos: Heideggers geschichtsphilosophische Wende, Germanica, 45, 2009, S. 13–26, hier, pdf S. 7.
  571. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1992, S. 66 f.; 72; Jennifer Anna Gosetti-Ferencei, Heidegger, Hölderlin, and the Subject of Poetic Language. Fordham Univ Press, New York 2004, S 93: „'event' of returning“.
  572. vgl. Georg Geismann: Rezension von: Martin Heidegger, Gesamtausgabe. 4 Abteilungen: Gesamtausgabe 2. Abt. Bd. 53: Hölderlins Hymne „Der Ister“. 2. Aufl., Frankfurt/Main 1993, Berlin, 2014, Die Vergewaltigung Hölderlins; Thomas Sheehan: Heidegger and the Nazis, The New York Review of Books, XXXV, Nr. 10, 1988, S. 38–47, pdf, S. 14.
  573. Martin Heidegger: Hölderlins Hymne „Der Ister“, GA 53, S. 68.
  574. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus Fischer, Frankfurt/M 2009, S. 521 u. 526 f.; O. Pöggeler, S. 321: „Die Hölderlinvorlesung vom Winter 1934/35 polemisiert entschlossen gegen den Rassegedanken und die Verfälschung des Geistes sowie gegen die Vereinnahmung von Dichten und Denken durch eine totalitäre Politik“.
  575. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M 1992, S. 133.
  576. Marion Heinz, Theodore Kisiel: Heideggers Beziehungen zum Nietzsche Archiv im Dritten Reich. In: Hermann Schäfer (Hrsg.): Annäherungen an Martin Heidegger. Campus, Frankfurt/M 1996, 103-136
  577. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 502.
  578. Vgl. hierzu GA 06.2, 23; Wolfgang Müller-Lauter: Heidegger und Nietzsche. Berlin 2000, de Gruyter, S. 104, Fn 187.
  579. Vgl. hierzu GA 48, 267; Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001, S. 464 f.
  580. GA 50, 55.
  581. GA 50, 56 f.
  582. Emmanuel Faye: Heidegger: The Introduction of Nazism Into Philosophy. Yale University Press, 2009, S. 272.
  583. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 627f.; GA50, 56 f.
  584. a b Krzysztof Ziarek: Beyond Revolution: Benjamin and Heidegger on Violence and Power. In: Andrew Benjamin, Dimitris Vardoulakis (Hrsg.): Sparks Will Fly: Benjamin and Heidegger. New York, SUNY Press 2015, S. 228.
  585. Sebastian Kaufmann: Metaphysik des Bösen. In: Lore Hühn, Jörg Jantzen (Hrsg.): Die Protokolle von Martin Heideggers Seminar zu Schellings „Freiheitsschrift“ (1927/28) und die Akten des Internationalen Schelling-Tags 2006. Stuttgart, S. 209.
  586. GA 50, 56 f.; Nietzsche: Der Wanderer und sein Schatten. n. 218.
  587. GA 47, 72; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 178.
  588. GA 48, 333.
  589. Herman Philipse: Heidegger’s Philosophy of Being: A Critical Interpretation. Princeton University Press, Princeton 1998, S. 273.
  590. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 177.
  591. GA 06.2, 131; Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 63.
  592. GA 48, 204; Karsten Laudien: Die Schöpfung der ewigen Wahrheiten. Berlin 2001, S. 23.
  593. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Würzburg 1992, K&N, S. 84.
  594. GA 48, 205.
  595. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 156 f.; GA 90, S. 227.
  596. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers. Klett-Cotta, Stuttgart 1994, ISBN 3-608-91112-X, S. 384 f.
  597. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und an der Technik. Berlin 1989, S. 49.
  598. Wolfgang Müller-Lauter: Heidegger und Nietzsche. Berlin 2000, de Gruyter, S. 105.
  599. Michael Trowitzsch: Karl Barth heute. Göttingen 2007, S. 293.
  600. Bernd Martin: Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 9.
  601. GA 55, S. 123.
  602. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 471.
  603. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 188.
  604. Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Felix Meiner, Hamburg 2014, S. 405 f.
  605. Korinna Schönhärl: Wissen und Visionen. Theorie und Politik der Ökonomen im Stefan. George-Kreis. Berlin, Akademie Verlag 2009, S. 45.
  606. Diana Aurenque: Ethosdenken: Auf der Spur einer ethischen Fragestellung in der Philosophie Martin Heideggers. Freiburg/München: Alber, 2011, S. 249; Manfred Riedel: Geheimes Deutschland. Stefan George und die Brüder Stauffenberg. Köln 2006.
  607. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 526.
  608. Martin Heidegger, Kurt Bauch: Briefwechsel. II/1: 92 f.
  609. GA 39: 121 f.
  610. Thomas Sheehan: Emmanuel Faye, The introduction of Fraud into Philosophy. Philosophy Today, 2015, S. 367–400, hier: 388 f. PDF.
  611. Volker Caysa: Das Seyn entwerfen: Die negative Metaphysik Martin Heideggers. New York: Lang, 1994, S. 97.
  612. Peter Wapnewski: Ein letzter Sommer: Freiburg 1944. In: Freiburger Universitätsblätter. Nr. 166 (2004), S. 99–107, hier 104.
  613. Pauls Jurevics: Meine Begegnung mit Heidegger und seiner Philosophie. In: Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus I. Dokumente. Heidegger-Jahrbuch 4, München 2009, Karl Alber, S. 265.
  614. Peter Trawny: Martin Heidegger. Campus, Frankfurt am Main, 2003, S. 190; GA 16, S. 666.
  615. Bernd Martin: Martin Heidegger und das Dritte Reich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, S. 40.
  616. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001, Kapitel 20.
  617. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt/M. 1988, 156.
  618. Martin Burger: Endliches Dasein. Heideggers Daseinsanalyse und Becketts Roman „Molloy“ (Epistemata Literaturwissenschaft, Bd. 508). 115 S., Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, S. 11.
  619. GA 77, 206ff.
  620. Günter Figal, FAZ (10. Oktober 1995): Rezension: Der Ingrimm des Aufruhrs. Heideggers Gedanken zum Kriegsende.
  621. GA 77, 209.
  622. Richard Schaefflers: Heidegger, Martin, Gesamtausgabe III. Abt.: Unveröffentl. Abhandlungen, Bd. 77: Feldweg-Gespräche 1944/1945. In: Emil Schürer, Adolf von Harnack (Hrsg.): Theologische Literaturzeitung 122 (3). Evangelische Verlagsanstalt, 1997, S. 64.
  623. GA 77, 211.
  624. GA 77, 215.
  625. GA 77, 235.
  626. Emmanuel Faye: Heidegger gegen alle Moral. In: Fritz Bauer Institut (Hrsg.): Moralität des Bösen. Ethik und nationalsozialistische Verbrechen. Jahrbuch 2009 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Frankfurt a. Main, S. 225.
  627. GA 77, 234.
  628. GA 77, 236.
  629. GA 77, 240 f.
  630. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt 1988, S. 299.
  631. a b Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001, S. 388.
  632. Zitiert bei Hugo Ott: Martin Heidegger. Frankfurt am Main 1992, S. 134.
  633. Zitiert bei Ortwin Reich-Dultz: Die Nürnberger Anklage gegen die deutsche Kulturgeschichte: Eine philosophiehistorische Studie. Flensburg 2008, S. 129 (PDF).
  634. <zitiert bei Hugo Ott: Martin Heidegger. Frankfurt am Main 1992, S. 307 f.
  635. GA 16, S. 107–117.
  636. GA 16, S. 383 ff.
  637. Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Frankfurt am Main 1988, S. 302 f.
  638. Walter Biemel, Hans Saner (Hrsg.): Martin Heidegger, Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Frankfurt am Main 1990, S. 272.
  639. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt am Main 2001, S. 391.
  640. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 302.
  641. Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk. Felix Meiner, Hamburg 2014, S. 398.
  642. a b Franz Vonessen: Metapher als Methode: Studien zu Platon. Königshausen & Neumann: Würzburg 2001, S. 200.
  643. Martin Heidegger, Brief an den Rektor der Universität Freiburg vom 4. November 1945, GA 16, S. 404.
  644. Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1989, S. 314.
  645. Hugo Ott: Martin Heidegger. Frankfurt am Main 1992, S. 131.
  646. Hermann Heidegger, FAZ (23. Januar 1998): An Heideggers Revers. Zu Ihrem Beitrag »Auf den Hügeln wird abgewartet« (F. A.Z. vom 14. Januar). In: Johann Georg Reissmüller: „Dazu möchte ich bemerken…“ Leserbriefe in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus 50 Jahren. Keyser, 1999, S. 304.
  647. Silvio Vietta: Eine grundlegende Entwurzelung. In: Die Zeit. 30. Januar 2014.
  648. Heinrich Heidegger, Pierfrancesco Stagi: Martin Heidegger – Ein Privatporträt zwischen Politik und Religion. Meßkirch 2012, Gmeiner Verlag.
  649. Anton M. Fischer: Martin Heidegger – Der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers. Rüffer & Rub, 2008, S. 805.
  650. Hermann Heidegger: Auch mein Vater hat Widerstand geleistet. In: Information Philosophie Band. 25, Nr. 2 (1997), S. 44–51.
  651. Thomas Sheehan, Richard Palmer: Husserl and Heidegger: The Making and Unmaking of a Relationship. In: Edmund Husserl: Psychological and Transcendental Phenomenology, and the Confrontation with Heidegger. Dordrecht 1997, S. 32, Fn 128.
  652. Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Berlin 2014, S. 227.
  653. Emmanuel Faye, Tom Rockmore, Michael B. Smith: Heidegger: The Introduction of Nazism Into Philosophy in Light of the Unpublished Seminars of 1933–1935. 2009, S. 318. Originalinterview in der Jungen Freiheit, 1. November 2002: Mein Vater wollte sich nicht gemein machen.
  654. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 24.
  655. Irving Louis Horowitz: Hannah Arendt – Eine Radikal-Konservative. Walter de Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-032028-2, S. 27.
  656. Ursula Ludz (Hrsg.): Hannah Arendt, Martin Heidegger: Briefe 1925–1975. Frankfurt am Main 2013, S. 68.
  657. Jakob S. Seitz: Hannah Arendts Kritik der politisch-philosophischen Tradition – unter Einbeziehung der französischen Literatur zu Hannah Arendt. Herbert Utz, 2003, ISBN 3-8316-0168-2, S. 23.
  658. Hannah Arendt: Was ist Existenzphilosophie? [1946] Frankfurt a. M. 1990, S. 28f.
  659. Vorbemerkung: Zum englischen Text ihres Buches What is Existenz Philosophy?, in: Partisan Review 13 [1946], S. 34–36.
  660. Lotte Köhler, Hans Saner (Hrsg.): Hannah Arendt, Karl Jaspers: Briefwechsel 1926–1969. München 1993, S. 84 und 99.
  661. Mark Lilla: Der hemmungslose Geist: Die Tyrannophilie der Intellektuellen. München 2015, S. 29ff.
  662. Seyla Benhabib: The Reluctant Modernism of Hannah Arendt. Rowman & Littlefield, 2003, ISBN 0-7425-2151-6, S. 221–234 (The Personal is not the Political).
  663. Lotte Köhler, Hans Saner (Hrsg.): Hannah Arendt, Karl Jaspers: Briefwechsel 1926–1969. München 1993 (Brief vom 29. September 1949)
  664. Ursula Ludz (Hrsg.): Hannah Arendt, Martin Heidegger: Briefe 1925–1975. Frankfurt am Main 2013, S. 137.
  665. Lotte Köhler, Hans Saner (Hrsg.): Hannah Arendt, Karl Jaspers: Briefwechsel 1926–1969. München 1993, S. 204.
  666. Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Neuausgabe, Piper, München 1991, ISBN 3-492-21032-5, S. 539.
  667. Mark Lilla: Der hemmungslose Geist: Die Tyrannophilie der Intellektuellen. München 2015, S. 29ff.
  668. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt. In: Günther Neske, Emil Kettering (Hrsg.): Antwort – Martin Heidegger im Gespräch. Tübingen 1988; Julia Kristeva: Hannah Arendt. 2001, S. 46.
  669. Günter Magiera: Die Rehabilitierung der Meinung. Arendts Auseinandersetzung mit Platon und Heidegger. 2004, S. 51.
  670. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt. In: Günther Neske, Emil Kettering (Hrsg.): Antwort – Martin Heidegger im Gespräch. Tübingen 1988, S. 245.
  671. Elzbieta Ettinger: Hannah Arendt – Martin Heidegger. Eine Geschichte. Piper, München 1995, ISBN 3-492-21904-7, S. 15.
  672. Bernd Martin: Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Darmstadt 1989, S. 156.
  673. GA 16, S. 430 f.
  674. Gérard Raulet, Manfred Gangl: Intellektuellendiskurse in der Weimarer Republik: Zur politischen Kultur einer Gemengelage. Peter Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-56625-1, S. 181.
  675. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger 1920–1960. 2007, S. 282 und Fn. 5.
  676. Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Opladen 1990, S. 34.
  677. Walter Biemel, Hans Saner (Hrsg.): Martin Heidegger, Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Frankfurt am Main 1990, S. 201.
  678. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger 1920–1960. 2007, S. 369.
  679. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger 1920–1960. 2007, S. 375.
  680. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 46 f.
  681. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger Handbuch. Stuttgart 2003, S. 156 f.
  682. Walter Biemel: Bemerkungen zum Briefwechsel. In: Richard Wisser, Leonard H. Ehrlich (Hrsg.): Karl Jaspers: Philosoph unter Philosophen. Königshausen & Neumann, Würzburg 1993, S. 168.
  683. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers. Stuttgart 1994, S. 386.
  684. Jean-Michel Palmier: Heidegger et le national-socialisme. In: Michel Haar (Hrsg.): Martin Heidegger. Cahiers de l’Herne Nr. 45, Paris, 1983, p. 351.
  685. George Steiner: Martin Heidegger. Eine Einführung. (New York 1978) München 1989, S. 33 u. 36 f.
  686. Rudolf Ringguth, Der Spiegel (18. August 1986): Führer der Führer.; Ute Guzzoni: Bemerkungen zu Heidegger 1933. In: Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik. 2. Auflage. Freiburg 2001, S. 203.
  687. Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. (Paris 1987) Stuttgart 1990, S. 67 ff.
  688. Philippe Lacoue-Labarthe: Dichtung als Erfahrung. (Paris 1986) Stuttgart 1990, S. 149.
  689. Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. (Paris 1987) Stuttgart 1990, S. 201.
  690. Maurice Blanchot: Ein Brief von Maurice Blanchot an Catherine David. Die Apokalypse denken. 1987. In Die Heidegger-Kontroverse. 1988, S. 99.
  691. Otto Pöggeler (Hrsg.): Heidegger und die praktische Philosophie. Suhrkamp, 1988, S. 62.
  692. Jacques Derrida: Heideggers Schweigen. In: Emil Kettering, Günther Neske (Hrsg.): Antwort. Martin Heidegger im Gespräch. Klett-Cotta, 1988, S. 159f.
  693. Karl-Heinz Volkmann-Schluck: Die Philosophie Martin Heideggers: Eine Einführung in sein Denken. Königshausen & Neumann, Würzburg 1996, ISBN 3-8260-1098-1, S. 185.
  694. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 463 f. und Fn. 20, 22.
  695. GA 79/III (Bremer und Freiburger Vorträge), Frankfurt am Main 2005, S. 52.
  696. GA 79/III (Bremer und Freiburger Vorträge), Frankfurt am Main 2005, S. 27.
  697. a b GA 79/III (Bremer und Freiburger Vorträge), Frankfurt am Main 2005, S. 56.
  698. Eike Geisel (Hrsg.): Hannah Arendt: Nach Auschwitz. Edition Tiamat, 1989, ISBN 3-923118-81-3, S. 11, 20; Hannah Arendt: Elemente totaler Herrschaft. S. 907–943.
  699. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Göttingen 2007, S. 465.
  700. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 642.
  701. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Berlin 2009, S. 406 f.
  702. Todd Samuel Presner: Mobile Modernity: Germans, Jews, Trains. Columbia University Press, 2007, ISBN 978-0-231-14012-6, S. 205–233, hier: S. 230.
  703. Florian Grosser: Revolution denken: Heidegger und das Politische 1919 bis 1969. München 2011, S. 345.S. 351.
  704. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 11.
  705. Jean Cau: Croquis de mémoire, Paris, Julliard, 1985, S. 253. Hier lesbar.
  706. Hannah Arendt/Heinrich Blücher, Lotte Köhler (Hrsg.), Briefe 1936–1968. Piper, 1996, S. 473.
  707. Dominique Janicaud: Heidegger en France. Albin Michel, 2001, Vol. 1., S. 103.
  708. Jean-Paul Sartre: Zum Existenzialismus – eine Klarstellung. In: Der Existenzialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays 1943–1948. Philosophische Schriften I, Frankfurt am Main 1994, S. 114.
  709. Karl Löwith: Les implications politiques de la philosophie de l’existence chez Heidegger. In: Les Temps modernes. November 1946, S. 343–360, hier S. 347;
  710. Jürgen Habermas: Mit Heidegger gegen Heidegger denken: zur Veröffentlichung von Vorlesungen aus dem Jahre 1935. In: FAZ. 25. Juli 1953.
  711. Marcus M. Payk: Der Geist der Demokratie: Intellektuelle Orientierungsversuche im Feuilleton der frühen Bundesrepublik: Karl Korn und Peter de Mendelssohn. München 2008, S. 209 f.
  712. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. 2007, S. 311.
  713. a b Harald Harzheim: Habermas liest Heidegger. (PDF; 186 kB). In: Sezession. April 2009.
  714. Alessandro Pinzan: Jürgen Habermas. München, Beck 2007, S. 15.
  715. Marcus M. Payk: Der Geist der Demokratie. Intellektuelle Orientierungsversuche im Feuilleton der frühen Bundesrepublik. Karl Korn und Peter de Mendelssohn. München 2008, S. 209 f.
  716. Robert C. Holub: Jürgen Habermas: Critic in the Public Sphere. London: Routledge 1991, S. 10.
  717. Christian E. Lewalter: Wie liest man 1953 Sätze von 1935? Zu einem politischen Streit um Heideggers Metaphysik. In: Die Zeit. 13. August 1953.
  718. Karl Korn: Warum schweigt Heidegger? Antwort auf den Versuch einer Polemik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. August 1953.
  719. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. 2007, S. 312.
  720. Friedrich Tomberg: Habermas und der Marxismus: Zur Aktualität einer Rekonstruktion des historischen Materialismus. Würzburg: Königshausen & Neumann 2003, S. 38.
  721. Joachim Perels: Die Zerstörung von Erinnerung als Herrschaftstechnik. In: Andreas Wöll, Michael Kohlstruck, Helmut König (Hrsg.): Vergangenheitsbewältigung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. VS Verlag, Opladen 1998, S. 55 f.
  722. Theodor W. Adorno: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit? In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. 10.2, Frankfurt a. M. 1977, S. 555–572.
  723. Paul Hühnerfeld: In Sachen Heidegger. Versuch über ein deutsches Genie. Hamburg 1959, Hoffmann & Campe.
  724. Bernt Knauber: Liebe und Sein. Die Agape als fundamentalontologische Kategorie. Berlin: de Gruyter 2006, S. 112 Fn. 114.
  725. Ludwig Marcuse: Das heikelste Thema der gegenwärtigen Philosophie. Versuch einer Entmythologisierung Martin Heideggers. In: Die Zeit. 1. Mai 1959.
  726. Guido Schneeberger: Ergänzungen zu einer Heidegger-Bibliographie. Mit vier Beilagen und einer Bildtafel. Bern 1960.
  727. Guido Schneeberger: Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken. Mit zwei Bildtafeln. Bern 1962.
  728. Jean-Pierre Faye: Heidegger et la révolution. In: Médiations. Nr. 3 (1961), S. 151–159.; Attaques Nazies contre Heidegger. In: Médiations. Nr. 5 (1962), S. 137–151.
  729. Romano Pocai: Jargon der Eigentlichkeit. Zur Deutschen Ideologie. In: Axel Honneth (Hrsg.): Schlüsseltexte der Kritischen Theorie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, S. 52.
  730. Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie. In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. VI: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit. Frankfurt a. M. 1973, S. 413–526, hier 416.
  731. Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie. In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. VI: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit. Frankfurt a. M. 1973, S. 413–526, hier 427 ff.
  732. Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie. In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. VI: Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit. Frankfurt a. M. 1973, S. 413–526, hier 490.
  733. Martin Heidegger, Erhart Kästner: Briefwechsel 1953–1974. Hrsg. v. Heinrich W. Petzet. Frankfurt/M. 1986, S. 83.
  734. Jean-Michel Palmier: Les Ecrits politiques de Martin Heidegger. Paris, éditions de l’Herne, 1968; Emmanuel Faye, Tom Rockmore, Michael B. Smith: Heidegger: The Introduction of Nazism Into Philosophy in Light of the Unpublished Seminars of 1933–1935. 2009, S. viii–xi (Vorwort).
  735. Pierre Bourdieu: Die politische Ontologie Heideggers. Frankfurt 1976.
  736. Richard Wolin: Heideggers „Schwarze Hefte“: Nationalsozialismus, Weltjudentum und Seinsgeschichte. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (Heft 3-2015). de Gruyter, München 2015.
  737. Christian Graf von Krockow: Die Entscheidung. Eine Untersuchung über Ernst Jünger, Carl Schmitt, Martin Heidegger. Stuttgart 1958.
  738. Peter Dirksmeier: Urbanität als Habitus. Zur Sozialgeographie städtischen Lebens auf dem Land. Bielefeld 2009, S. 111.
  739. Hans-Georg Gadamer: Heidegger und die Soziologie: Bourdieu und Habermas. In ders.: Gesammelte Werke, Bd. 10, Hermeneutik im Rückblick. Tübingen 1995, 51 f.
  740. a b Willy Hochkeppel, Heidegger, die Nazis und kein Ende. In: Die Zeit. 6. Mai 1983.
  741. Jean-Michel Palmier: Heidegger et le national-socialisme. In: Michel Haar (Hrsg.): Martin Heidegger. Cahiers de l’Herne Nr. 45, Paris, 1983, S. 332.
  742. Emmanuel Lévinas. Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität. München, Freiburg 1993, S. 442.
  743. Theodor W. Adorno: Eingriffe: Neun kritische Modelle. Frankfurt am Main 1963, S. 464.
  744. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften. Band 19, Frankfurt am Main 1976, S. 637 ff.
  745. Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. 1965, 3. Aufl., Köln, Opladen: Westdeutscher Verlag, 2013, S. 9.
  746. Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Würzburg 1992, K&N, S. 69.
  747. Gerd Tellenbach: Aus erinnerter Zeitgeschichte. Freiburg 1981, Verlag der Wagnerschen Universitätsbuchhandlung, 110 f.
  748. Rudolf Ringguth, Der Spiegel (18. August 1986): Führer der Führer.
  749. Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik. 2. Auflage. Freiburg 2001, S. 10f.
  750. Rudolf Ringguth, Der Spiegel (18. August 1986): Führer der Führer.
  751. Gerhart Schmidt: Heideggers philosophische Politik. In: Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989, S. 57.
  752. Gottfried Schramm, Bernd Martin (Hrsg.): Martin Heidegger. Ein Philosoph und die Politik. 2. Auflage. Freiburg 2001, S. 87f.
  753. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 235.
  754. Vgl. das Kapitel Wie Heidegger Rektor wurde. In: Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt a. M., S. 139–145, hier S. 139.
  755. Jürgen Habermas: Heidegger – Werk und Weltanschauung. In: Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1989, S. 24.
  756. Vgl. hierzu Jürgen Habermas: Heidegger – Werk und Weltanschauung. In: Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1989, S. 23; Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 8.
  757. Karl Löwith: Der okkasionelle Dezisionismus von Carl Schmitt. In: Karl Löwith: Heidegger – Denker in dürftiger Zeit. Zur Stellung der Philosophie im 20. Jahrhundert. Stuttgart 1984, S. 290 f.
  758. Karl Löwith: Der okkasionelle Dezisionismus von Carl Schmitt. In: Karl Löwith: Heidegger – Denker in dürftiger Zeit. Zur Stellung der Philosophie im 20. Jahrhundert. Stuttgart 1984, S. 67f.
  759. Otto Pöggeler: Neue Wege mit Heidegger. Karl Alber, Freiburg 1992, S. 248.
  760. Felix O’Murchadha: Zeit des Handelns und Möglichkeit der Verwandlung: Kairologie und Chronologie bei Heidegger im Jahrzehnt nach Sein und Zeit. Würzburg: Königshausen & Neumann 1999, S. 210.
  761. Rainer Thurnher: Martin Heidegger. In: Heinrich Schmidinger, Wolfgang Röd, Rainer Thurnher (Hrsg.): Geschichte der Philosophie Band XIII. München 2002, S. 199.
  762. Holger Zaborowski: „Eine Frage von Irre und Schuld?“ Martin Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2010, S. 46.
  763. Alfred Denker: Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Freiburg/München 2009, S. 43.
  764. Juan Vermal: Bemerkungen über die Nietzsche-Vorlesungen Heideggers und ihren Bezug zur Politik. In: Denker/Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Freiburg/München 2009, S. 140.
  765. Franz Vonessen: Alles Große neigt zu stürzen. In: Badische Zeitung. 5. Mai 1983. In: (Ders.): Metapher als Methode: Studien zu Platon. Königshausen & Neumann: Würzburg 2001, S. 200.
  766. Bernd Martin: Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933. In: Martin Heidegger: ein Philosoph und die Politik. Rombach, Freiburg 1986, S. 52.
  767. Jacques Derrida: Vom Geist, Suhrkamp 1992, S. 50 ff.
  768. Wolfgang Rödt: Der Weg der Philosophie, Band 2: Von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. 2. Auflage. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58581-4, S. 460.
  769. Tom Rockmore: On Heidegger’s Nazism and philosophy. University of California Press, Berkeley / Los Angeles 1992, ISBN 0-520-07711-3, S. 64.
  770. Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg am 27. Mai 1933. [Hervorhebung von Heidegger] In: GA 16, S. 112.
  771. Antrag auf die Wiedereinstellung in die Lehrtätigkeit (Reintegrierung), Brief vom 4. November 1945, Nr. 182 in GA I/16, S. 397–404, hier S. 398 f.
  772. Gerhard Oberschlick (Hrsg.): Günther Anders: Über Heidegger. München 2001, S. 361.
  773. Alfred Denker: Martin Heidegger, Karl Jaspers und die Universitätsreform. In: Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: II. Interpretationen. Freiburg / München 2009, S. 44.
  774. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 135 f.
  775. Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens. Band 4.2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 7 PDF
  776. Tom Rockmore: On Heidegger’s Nazism and philosophy. University of California Press, Berkeley / Los Angeles 1992, ISBN 0-520-07711-3, S. 115.
  777. Reinhard Brandt: Universität zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Berlin 2003, S. 167–195.
  778. Spiegel-Gespräch mit Martin Heidegger (23. September 1966). In: Günter Figal (Hrsg.): Heidegger Lesebuch. Klostermann, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-465-04011-8, S. 348.
  779. Jacques Taminiaux: Art et événement: Spéculation et jugement des Grecs à Heidegger. Belin, Paris 2005, ISBN 2-7011-4194-X, S. 9 ff.
  780. Teresa Orozco: Platonische Gewalt – Gadamers politische Hermeneutik der NS-Zeit. Berlin 1995, S. 33–45 und S. 50–53; Teresa Orozco: Die Platon-Rezeption in Deutschland um 1933. In: Ilse Korotin (Hrsg.): „Die besten Geister der Nation“. Philosophie und Nationalsozialismus. Wien 1994, S. 141–185.
  781. Bernd Grün: Martin Heidegger als Gleichschaltungsrektor. Eine vergleichende Studie anhand der Rektoratsreden des Jahres 1933. In: Alfred Denker, Holger Zaborowsk: Heidegger und der Nationalsozialismus II: Interpretationen. München 2009, S. 76–109.
  782. Ludwig Marcuse: Das heikelste Thema der gegenwärtigen Philosophie. Versuch einer Entmythologisierung Martin Heideggers. In: Die Zeit. 1. Mai 1959.
  783. Bernd Martin: Martin Heidegger und das „Dritte Reich“. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989, S. 55.
  784. Winfried Franzen: Von der Existenzialontologie zur Seinsgeschichte. Eine Untersuchung über die Entwicklung der Philosophie Martin Heideggers. Meisheim 1975, S. 73.
  785. Philippe Lacoue-Labarthe: Die Fiktion des Politischen. Heidegger, die Kunst und die Politik. Patricia Schwarz, Stuttgart 1990, S. 155.
  786. Im Artikel wohl Druckfehler, weil sinnstörend: „konstatiert“
  787. Walter Euchner: Philosoph im Weltbürgerkrieg. In: Zeit. 19. März 1993.
  788. Domenico Losurdo: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland. Heidegger und die Kriegsideologie. Stuttgart, Weimar 1995, S. 52 ff.
  789. Johannes Fritsche: Historical Destiny and National Socialism in Heidegger’s „Being and Time“. University of California Press, Berkeley 1999, 218.
  790. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In der Dunkelkammer der Seinsgeschichte. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben. Werk. Wirkung. Metzler, Stuttgart, Weimar 2013, hier das Kapitel Voraussetzungen von ‚Sein und Zeit‘ her, S. 111 f.
  791. Emmanuel Faye: Wie die Nazi-Ideologie in die Philosophie einzog. In: Die Zeit. 18. August 2005.
  792. Mark Lilla: Der hemmungslose Geist: Die Tyrannophilie der Intellektuellen. München 2015, S. 24.
  793. Thomas Sheehan: Emmanuel Faye, The introduction of Fraud into Philosophy. Philosophy Today, 2015, S. 367–400, hier 370 ff. PDF
  794. Heinrich Schmidinger, Wolfgang Röd, Rainer Thurnher: Geschichte der Philosophie Band XIII: Lebensphilosophie und Existenzphilosophie. Beck, München 2002, ISBN 3-406-49275-4, S. 392, Fn. 21.
  795. a b Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt 1989, S. 40.
  796. Oliver Jahrhaus: Martin Heidegger. Ein Einführung. Stuttgart 2004, S. 35.
  797. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Tübingen 1989, S. 2.
  798. Otto Pöggeler: Philosophie und Nationalsozialismus – am Beispiel Heideggers. Opladen 1990, S. 29.
  799. a b Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens. Band 4.2, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 5 PDF
  800. Hans-Georg Gadamer: Zurück von Syrakus? In: Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse. Frankfurt am Main 1988, S. 179, Fn. 20.
  801. Julian Young: Heidegger, Philosophy, Nazism. Cambridge University Press, 1997, S. 39; Hugo Ott: Paths and Wrong Paths. N & K, S. 138.
  802. Walter Biemel: Bericht eine Zeitzeugen zu den Seminaren Heideggers 1942–1944. In: Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: II. Interpretationen. Freiburg / München 2009, S. 370.
  803. Dominique Janicaud: Heidegger en France. Albin Michel, 2001, Vol. 1., S. 349.
  804. Andreas Luckner: Heidegger und das Denken der Technik. Bielefeld 2008, S. 64.
  805. Hugo Ott: Wege und Abwege: Zu Victor Farías’ kritischer Heidegger-Studie. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 275 (27. November 1987).
  806. Jean Baudrillard: Necrospective antour de Martin Heidegger. In: Libération. 27. Januar 1988, übersetzt von Katharina Zimmer, Die Zeit. 5. Februar 1988: Der Streit um Heidegger: Zu spät!
  807. Lothar Baier: Zeichen und Wunder. Kritiken und Essays. Berlin: Tiamat 1988, S. 15.
  808. Richard Wolin: Heideggers „Schwarze Hefte“: Nationalsozialismus, Weltjudentum und Seinsgeschichte. Institut für Zeitgeschichte, de Gruyter, München 2015.
  809. A. Reif: Der Fall Martin Heidegger. Vom „Historikerstreit“ zum „Philosophenstreit“. Ein Gespräch mit Professor Dr. Alexander Schwan. In: Politische Studien. Bd. 40, Stuttgart 1989, S. 296.
  810. Jürgen Habermas: Die Moderne – Ein unvollendetes Projekt. Philosophisch-politische Aufsätze. Leipzig 1990.
  811. Alain Renaut: „La déviation Heidegger“? In: Le Débat. Gallimard 1988, Nr. 48 (Januar-Februar), S. 112–192, hier 172 (mit Beiträgen von Pierre Aubenque, Henri Crétella, Michel Deguy, François Fédier, Gérard Granel, Stéphane Moses und Alain Renaut).
  812. Marieluise Christadler: Wohin steuert die Republik des Geistes? Frankreich in den achtziger Jahren. Braunschweig, Georg-Eckert-Institut 1988, S. 30.
  813. Manfred Frank: Conditio moderna. Reklam, 1993, S. 28.
  814. Walter Reese-Schäfer: Jürgen Habermas. Campus, Frankfurt am Main 2001, S. 139 f.
  815. Vgl. hierzu Stefan Breuer: Die kleine Lösung. Alle Wege führen nach Moskau: Noltes Heidegger. In: FAZ. 29. September 1992; Walter Euchner: Philosoph im Weltbürgerkrieg. In: Zeit. 19. März 1993.
  816. Peter Kemper: Martin Heidegger – Faszination und Erschrecken. Die politische Dimension einer Philosophie. Campus, Frankfurt/Main New York, S. 10 u. 48.
  817. Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt am Main 1992, S. 151f.
  818. Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt am Main 1992, S. 297.
  819. Joachim Landkamer: Der philosophische Antimodernismus zwischen ‚Sympathie‘ und ‚Verstehen‘. In: Thomas Nipperdey u.a. (Hrsg.): Weltbürgerkrieg der Ideologien. Antworten an Ernst Nolte. Festschrift zum 70.Geburtstag. Frankfurt/Berlin 1993, S. 446.
  820. Emmanuel Faye: Heidegger: l’Introduction du nazisme dans la philosophie. Autour des seminaires inedits de 1933–1935. Paris, Albin Michel 2005; Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Im Umkreis der unveröffentlichten Seminare zwischen 1933 und 1935. Aus d. Franz. v. Tim Trzaskalik, Berlin: Matthes & Seitz 2009.
  821. Emmanuel Faye: Heidegger: The Introduction of Nazism Into Philosophy in Light of the Unpublished Seminars of 1933–1935. 2009, S. 318.
  822. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, 181.
  823. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, S. 150.
  824. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, S. 202 ff.
  825. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (2005) Matthes & Seitz, Berlin 2009, S. 426.
  826. Joseph Hanimann: Wie Heideggers Zukunft aussieht. In: FAZ. 5. Februar 2007.
  827. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. 2007, S. 25.
  828. Emmanuel Faye: Heidegger gegen alle Moral. In: Fritz Bauer Institut (Hrsg.): Moralität des Bösen. Ethik und nationalsozialistische Verbrechen. Jahrbuch 2009 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Frankfurt a. Main, S. 225.
  829. Ablehnende Rezension von Thomas Meyer in „Die Zeit“ vom 21. Juli 2005. Antwort Fayes auf die Rezension. Weitere Entgegnung zu Faye von Goedart Palm, weitere Rezension in der „TAZ“.
  830. Joseph Hanimann: Grundsatzdebatte auf schmaler Basis. In: FAZ. 20. Juni 2005.
  831. Kurt Flasch: Rezension in der Süddeutsche Zeitung vom 14. Juni 2005.
  832. Dieter Thomä (FAZ, 30. September 2005): Alle zwanzig Jahre wieder
  833. Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. 2007, S. 25.
  834. Willem van Reijen, Rezension in: Philosophisches Jahrbuch 116, Alber 2009, S. 447.
  835. Emmanuel Faye (Le Monde, 4. Januar 2006): Pour l'ouverture des archives Heidegger
  836. Thomas Sheehan: Emmanuel Faye, The introduction of Fraud into Philosophy. Philosophy Today, 2015, S. 367–400, hier: 398. PDF
  837. François Rastier et al.: „An Open Letter to Philosophy Today“. In: Philosophy Today. 2015, Vol. 59, No. 4, S. 713–717. PDF
  838. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. In: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger Handbuch. Stuttgart 2003, S. 159.
  839. Richard Rorty: Contingency, irony, and solidarity. Cambridge 1989; ders.: Eine andere mögliche Welt. In: Christoph Jamme, Karsten Harries (Hrsg.): Martin Heidegger. Kunst – Politik – Technik. München 1992, S. 135–142.
  840. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt. In: Menschen in finsteren Zeiten. München/Zürich 1989, S. 172–184.
  841. Jean-François Lyotard: Heidegger und „die Juden“. 2. überarbeitete Auflage. Passagen, Wien 2005, ISBN 3-85165-730-6.
  842. Jean-Michel Palmier: Heidegger et le national-socialisme. In: Michel Haar (Hrsg.): Heidegger. Paris 1983, S. 333–353.
  843. Hans Sluga: Heidegger’s Crisis. Philosophy and Politics in Nazi Germany. Cambridge/London 1993, S. 30–35.
  844. Julian Young: Heidegger, philosophy, Nazism. Cambridge 1997.
  845. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers. Stuttgart 1994; ders.: Den Führer führen? Heidegger und kein Ende. In: Philosophische Rundschau. 32/1985, S. 26–67; ders.: Philosophie und Politik bei Heidegger. Freiburg/München 1972.
  846. François Fédier: La question politique. In: Magazin littéraire. 235/1988, S. 51 f.
  847. George Steiner: Martin Heidegger. New York 1978.
  848. Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. Opladen 1989; ders.: Zeitkritik und Politik in Heideggers Spätphilosophie. In: Annemarie Gethmann-Siefert, Otto Pöggeler (Hrsg.): Heidegger und die praktische Philosophie. Frankfurt am Main 1988, S. 93–107.
  849. Jacques Derrida: De l’esprit. Heidegger et la question. Paris 1987, (deutsch: Vom Geist. Frankfurt am Main 1992); ders.: Die Hölle der Philosophie. Ein Gespräch mit Jacques Derrida. In: Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse. Frankfurt am Main 1988, S. 83–93.
  850. Hans Köchler: Ist Heideggers Fundamentalontologie gesellschaftsfähig? Zur Frage der systematischen Wertung seines nationalsozialistischen Engagements. In: Politik und Theologie bei Heidegger. Politischer Aktionismus und theologische Mystik nach „Sein und Zeit“. Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, Innsbruck 1991, S. 7–27.
  851. Philippe Lacoue-Labarthe: La fiction du politique. Paris 1987 (deutsch: Die Fiktion des Politischen. Stuttgart 1990)
  852. Winfried Franzen: Von der Existenzialontologie zur Seinsgeschichte. Meisenheim 1975, S. 80 f.
  853. Jürgen Habermas: Heidegger – Werk und Weltanschauung. In: Victor Farias: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1989, S. 11–37.
  854. Ernst Tugendhat: Der Wahrheitsbegriff bei Husserl und Heidegger. Berlin 1967.
  855. Rainer Marten: Ein rassistisches Konzept von Humanität. Überlegungen zu Victor Farias’ Heidegger-Buch und zum richtigen Umgang mit Heideggers Philosophie. (PDF; 123 kB), Badische Zeitung Nr. 293, 19./20. Dezember 1987, S. 14; Rainer Marten: Edith Stein und Martin Heidegger. (PDF; 258 kB), Edith-Stein-Jahrbuch 2/1996, S. 347–360; Heideggers Geist. (PDF; 194 kB), Allmende 20/1988, S. 82–95.
  856. Tom Rockmore: On Heidegger’s Nazism and Philosophy. Berkeley 1997.
  857. Luc Ferry, Alain Renaut: Heidegger et les Modernes. Paris 1988.
  858. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften. Band 19, Frankfurt am Main 1976, S. 637 ff.
  859. Victor Farias: Heidegger et le nazisme. Lagrasse 1987.
  860. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Berlin 2009.
  861. Bernard-Henri Lévy: Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts. München/Wien 2002.
  862. Martin Heidegger: Überlegungen XII–XV (Schwarze Hefte 1939–1941), Heidegger Gesamtausgabe 96. Hrsg. von Peter Trawny, Frankfurt a. M. 2014; Ders.: Überlegungen II–VI (Schwarze Hefte 1931–1938), Heidegger Gesamtausgabe 94. Hrsg. von Peter Trawny, Frankfurt a. M. 2014; Ders.: Überlegungen VII–XI (Schwarze Hefte 1938/39), Heidegger Gesamtausgabe 95. Hrsg. von Peter Trawny, Frankfurt a. M. 2014; Ders.: Anmerkungen I–V (Schwarze Hefte 1942–1948), Heidegger Gesamtausgabe 97. Hrsg. v. Peter Trawny, Frankfurt a. M. 2015.
  863. Trawny, Die Zeit, 27. Dezember 2013: „… das Bekanntwerden einiger Passagen aus diesen Notizen in Paris zum Teil hysterische Reaktionen ausgelöst hat. (…) Französische Gelehrte, die seit Jahrzehnten Heideggers Denken interpretieren, liefen sozusagen intellektuell Amok“.
  864. In der Zeit vom 27. Dezember 2013 erschienen die Artikel von Peter Trawny: Eine neue Dimension und Thomas Assheuer: Er spricht vom Rasseprinzip sowie ein Interview mit Emmanuel Faye: Die Krönung der Gesamtausgabe
  865. Zeit online, 22. Januar 2014, Vermisstes Werk von Heidegger aufgetaucht.
  866. Peter Trawny, Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Frankfurt/M., 2014, S. 69: „Der seinsgeschichtliche Antisemitismus besteht darin, dass Heidegger meint: Die 'nach dem Rasseprinzip' lebenden Juden machen (…) die in diesem 'Rasseprinzip' fundierte Selbstauslegung (…) zum Sinn und Zweck ihrer 'Machtentfaltung'“; Alain Badiou, zit, n. Deutschland Radio Kultur, 18. Dezember 2013, Umstrittener Philosoph, „Überlegungen zum Judentum, die eindeutig antisemitisch sind“: „eigentlich ein ganz gewöhnlicher Antisemit“; Donatella di Cesare in Thomas Vašek (Hohe Luft. 10. Februar 2015), Heidegger-Enthüllung: „Deshalb würde ich von einem metaphysischen Antisemitismus sprechen“; Jean-Luc Nancy („Faustkultur“, 16. Februar 2015), Tatsachen aus Heften:„Dies bedeutet zumindest, dass Heidegger in Anlehnung an eine Kritik der „Neuzeit“ den banalsten Antisemitismus seiner Zeit wiederholt“; Wolfram Eilenberger, Deutschlandfunk „Es gibt eine systematische, es gibt eine philosophische Nähe Heideggers zum Antisemitismus, und das ist ein neues und wichtiges Ereignis nicht nur in der Heidegger-Forschung, sondern auch in der Philosophie des 20. Jahrhunderts.“
  867. R. Wolin Im Gespräch mit Thomas Vašek (Hohe Luft. 27. März 2015), „Heidegger hielt die 'Endlösung' für notwendig“
  868. S. Vietta, S. 622: „Wie der Leser diese Heidegger’sche Judenkritik benennen will, ob Antisemitismus oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.“
  869. Vgl. Vorsitzender der Heidegger-Gesellschaft zurückgetreten, Pressemitteilung SWR2, 16. Januar 2015; Das Ende des Heideggerianertums. Interview Figals in der Badischen Zeitung, 23. Januar 2015:„Ich habe trotz Heideggers großer Sympathie für den Nationalsozialismus nicht gedacht, dass er vorsätzlich und mit Überzeugung antisemitische Äußerungen tut, noch dazu von einer solchen Infamie. Es war der zwingende Anlass, mein Verhältnis zur Person Heidegger zu überdenken.“
  870. Stellungnahme des Vorsitzenden der Martin-Heidegger-Gesellschaft
  871. GA 97, 159
  872. Abschlussbericht der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen, zur Begründung des Vorschlages, den Martin-Heidegger-Weg in Freiburg umzubenennen, S. 42.
  873. Vgl.: Emmanuel Faye, Sidonie Kellerer, F. Rastier: Heidegger und die Vernichtung der Juden. In: TAZ. 9. April 2015, Online.
  874. Heidegger: Anmerkungen I,151. In: Ders.: Anmerkungen I-V. GA 97
  875. Vgl. hierzu auch Peter Trawnys Interpretation dieses Notats: Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. Frankfurt 2015, S. 117 f.
  876. Emmanuel Faye, Sidonie Kellerer, F. Rastier: Heidegger und die Vernichtung der Juden. In: TAZ. 9. April 2015, Online.
  877. Joachim Perels: Die Zerstörung von Erinnerung als Herrschaftstechnik. In: Andreas Wöll, Michael Kohlstruck, Helmut König (Hrsg.), Vergangenheitsbewältigung am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. VS Verlag, Opladen 1998, S. 55 f.
  878. Marcus M. Payk: Der Geist der Demokratie: Intellektuelle Orientierungsversuche im Feuilleton der frühen Bundesrepublik: Karl Korn und Peter de Mendelssohn. München 2008, S. 209 f.
  879. Allgemeine Informationen des Verlages zur Gesamtausgabe.
  880. a b Reinhard Mehring: Heideggers Überlieferungsgeschick: eine dionysische Selbstinszenierung. Würzburg 1992, K&N, S. 150f.
  881. Friedrich-Wilhelm von Herrmann: Die Edition der Vorlesungen Heideggers in seiner Gesamtausgabe letzter Hand. In: Edition und Interpretation. Freiburger Universitâtsblâtter. Heft 78, 1982, 85-102; 2. Auflage in: Heidegger Studies. 2 (1986), 153-172.
  882. Ludwig Landgrebe: Vorwort des Herausgebers. In: Edmund Husserl: Erfahrung und Urteil. Untersuchungen zur Genealogie der Logik. Redigiert und herausgegeben von Ludwig Landgrebe, Hamburg 1985, S. XXVI.
  883. Theodore Kisiel: Das Kriegsnotsemester 1919: Heidegger’s Durchbruch zur hermeneutischen Phänomenologie. In: Philosophisches Jahrbuch. 99, S. 103 ff.
  884. Theodore Kisiel: Heidegger’s Gesamtausgabe: An International Scandal of Scholarship. In: Philosophy Today. 39 (1995), S. 3.
  885. GA 66, 419.
  886. Reinhard Mehring: Von der Universitätspolitik zur Editionspolitik. Heideggers politischer politischer Weg. In: Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus: II. Interpretationen. Freiburg / München 2009, S. 299 u. 312.
  887. Jörg Appelhans: Martin Heideggers ungeschriebene Poetologie. Tübingen: Niemeyer, 2002, S. 345.
  888. Helmuth Vetter: Grundriss Heidegger: Ein Handbuch zu Leben und Werk. Hamburg 2014, S. 17.
  889. Vgl. Eggert Blum, „SWR2“ (12. November 2014): Schwarze Hefte, geschönte Werke. Die Zeit, (29. November 2014): Die Marke Heidegger. In: Philosoph – Die Marke Heidegger; Südkurier (5. Dezember 2014): Heidegger und der Nationalsozialismus: Erben verwischen antisemitische Spuren.
  890. GA 69, 77.
  891. Vittorio E. Klostermann, Die Zeit (30. Dezember 2014): Mit Eifer verwischt?
  892. GA 39, 195.
  893. Adam Soboczynski, Die Zeit (26. März 2015): Was heißt „N.soz“?; Michael Roesler-Graichen, (30. April 2015): Heidegger und die „Schwarzen Hefte“.
  894. Rainer Marten, Die Zeit (22. März 2015): Gralshüter mit letzter Treuebereitschaft.
  895. Arnulf Heidegger, Die Zeit (19. März 2015): Der Vorwurf geht ins Leere.
  896. Thomas Asseheuer, Die Zeit (12. März 2015): Er verstand sich als Revolutionär.
  897. Emmanuel Faye (Hrsg.): Heidegger, Le sol, la communauté, la race, Paris, Beauchesne, 2014.
  898. Sidonie Kellerer: Heideggers Maske. ‚Die Zeit des Weltbildes‘ – Metamorphose eines Textes. In: Zeitschrift für Ideengeschichte. Jg. 5(2), S. 109–120; Eggert Blum, a. a. O. In: Die Zeit. 29. November 2014.
  899. Philosophie-Magazin. Sonderausgabe 03, S. 72.
  900. Am 6. Januar auf der Facebookseite des Martin Heidegger Institutes.
  901. Richard Wolin: Heideggers „Schwarze Hefte“: Nationalsozialismus, Weltjudentum und Seinsgeschichte. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (Heft 3-2015). de Gruyter, München 2015.
  902. Thomas Vašek: „Hohe Luft“ (31. August 2015): Eine verlässliche Ausgabe und ein unredlicher Angriff – Vittorio E. Klostermann über die Heidegger-Gesamtausgabe.
  903. Richard Wolin: J'accuse! Eine Antwort auf Vittorio Klostermann. In: „Hohe Luft“ vom 2. November 2015.
  904. Stellungnahme von Vittorio E. Klostermann, in: „Hohe Luft“ vom 9. November 2015.
  905. http://www.klostermann.de/Buecher/Seite-/-Kategorie/Corrigenda