International Christian Fellowship

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ICF – International Christian Fellowship
International Christian Fellowship
Motto: „Kirche neu erleben“
Allgemeines
Organisation Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen, wobei das episkopale im Vordergrund steht.
Besonderheiten keine verbindlichen Mitgliedschaften
Verbreitung Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, Niederlande, Israel, Kambodscha und Albanien
Gründung
Gründungsort Zürich
Sonstiges
Humanitäre Einrichtungen sozialdiakonische Einrichtung „ICF Foundation“
Steuerliche Stellung Freikirche
Auch genannt: ICF Church
Website www.icf.church

ICF (phonetisch [ai'siːæf], für International Christian Fellowship), auch „ICF Church“ genannt, ist eine 1996 entstandene in mehreren Ländern tätige überkonfessionelle christliche Freikirche, die zur neocharismatischen Bewegung gezählt wird.

Das ICF bemüht sich, vor allem ein junges Publikum anzusprechen, weshalb die Kirche einen modernen bis modischen Stil pflegt und ihre Gemeindeorganisation darauf ausrichtet, junge Menschen verantwortlich in die Gemeindearbeit einzubeziehen.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dachorganisation ICF Movement fördert Gemeindegründungen über ihre Strukturen in der Schweiz, Deutschland und International.

So existierten im April 2015 in der Schweiz zehn ICF-Gemeinden, in Deutschland elf, sechs im übrigen europäischen Ausland und zwei in weiteren Ländern, wobei einige Gemeinden als sogenannte Multisite-Church fungieren, d. h. eine Gemeinde, die sich an mehreren Standorten trifft.[1] Seit 2016 gibt es 51 ICF-Kirchen in ganz Europa mit geschätzten 12.000 bis 15.000 Besuchern pro Woche.[2]

Schweiz
Deutschland
International

Mehrere Gemeindegründungen des ICF wurden zwischenzeitlich wieder aufgelöst, u.a. in Deutschland (Bonn, Braunschweig, Coburg, Hamburg und Lippe), Italien (Rom), Niederlande (Zaanstad), Norwegen (Trondheim), Österreich (Bregenz), Schweiz (Aarau, Baden, Thurgau und Zofingen) und Vereinigtes Königreich (London).[30][1]

Das ICF beschäftigt in der Ursprungsgemeinde in Zürich 60 hauptamtliche Mitarbeiter (der Personalaufwand für 2015 macht 52 Prozent des Budgets aus). Damit werden in einer celebration (Gottesdienst) 2015 in allen sechs locations (Versammlungsorte) nach eigenen Angaben wöchentlich 3.200 Besuchende erreicht.[31][32]

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ICF-Bewegung sieht sich als neocharismatische Bewegung, weil sie sich in theologischen Grundsatzfragen nicht zwischen evangelikalem und charismatischem Gedankengut festlegen will.

Als Fundament der Lehre wird die Bibel gesehen. Das ICF betont, dass sie keine Lehre vertritt, die sich von anderen Kirchen unterscheidet. Die Auslegung entspricht der evangelikalen Tradition, auch in sexualethischen Fragen wie vorehelichem Geschlechtsverkehr oder Homosexualität nimmt das ICF eine konservative Position ein.

Zentraler Aspekt der Lehre ist laut ICF, Menschen in eine persönliche und wachsende Beziehung mit Jesus Christus zu führen.

Die ICF-Church hat keine einheitliche theologische Prägung, die einzelnen Gemeinden sind unterschiedlich stark evangelikal und charismatisch geprägt.

Die ICF-Bewegung hat 2006 als gemeinsamen Nenner eine Vision entwickelt, nach welcher sich die einzelnen Gemeinden ausrichten sollen.[33] In der Vision werden folgende Werte deklariert:

  • Menschen ermutigen, Gottes Liebe zu erfahren und weiterzugeben;
  • diese Menschen unterstützen, damit sie ein solides Glaubensfundament entwickeln;
  • sie darin fördern, ihre Talente zu entdecken und ihr Leiterschaftspotential zu entwickeln;
  • schließlich die Menschen motivieren, das Gelernte an andere weiterzugeben.

Gottesdienst und Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottesdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gottesdienste werden im ICF Celebrations genannt. Vor allem hier soll das Motto am Puls der Zeit sichtbar werden. Beliebt sind Predigtserien, in denen ein bestimmtes Thema in mehreren aufeinander folgenden Wochen in den Gottesdiensten und in Smallgroups genannten Gesprächskreisen behandelt wird. Die Predigten (von der ICF Messages genannt) sind sehr um Anschaulichkeit bemüht, und ein erklärtes Ziel der ICF Movement ist es, dass die Predigten von den Gläubigen umgesetzt werden können; sie rufen also die Gottesdienstbesucher auf, umzudenken und konkret zu handeln.

Moderne Musik im Stil von Rock, Pop, House, Dance, oder Soul ist Teil jedes Gottesdienstes. Die gesamte Feier und darin vor allem der Anbetungsteil ähnelt den Gottesdiensten der Hillsong Church oder anderen attraktionalen Gemeinden. Hierbei spielt moderne Veranstaltungstechnik eine auffällige Rolle, und alle ICF-Gemeinden gestalten ihre Gottesdienste mit ähnlichen modernen Mitteln wie

  • Videoclips,
  • Interviews und
  • kurzen Theaterstücken.

Musikstücke entstehen zum Teil aus dem ICF selbst, vielfach aber werden andere Bands beliehen, das heißt die Rechte für die entsprechenden Songs gekauft und diese dann mit den kircheneigenen Bands gespielt.

Auffällig ist ein massiver und konsequenter Gebrauch von Anglizismen wie z. B. Celebration für Gottesdienst, Message für Predigt, Worship für Lobpreismusik.

Die wöchentlichen Gottesdienste in Zürich in der größten ICF-Gemeinde werden nach eigenen Angaben von ca. 3'000 Gläubigen besucht.

Außer den Gottesdiensten bietet das ICF Kurse an, etwa über Glaubensgrundlagen, persönliche Begabungen, den Umgang mit Geld oder Leiterschaftsausbildung.

Smallgroups[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 gibt es im ICF ein Kleingruppen-Modell (Smallgroups genannt), das sich an der Gemeinschaft der Jünger Jesu laut dem Neuen Testament orientiert. Diese Gruppen sollen durch persönlichen Austausch den Glauben festigen und vertiefen und die Gemeinschaft untereinander fördern. Die Gestaltung der meist wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Treffen ist den Gruppenmitgliedern überlassen; einige legen vor allem Wert auf geistlichen Austausch, andere auf den Aspekt der Gemeinschaft.

Anfangs wurde im Rahmen der Kleingruppen in einigen ICFs das sogenannte G12 eingeführt, ein Pyramiden- oder Schneeballsystem, wobei jeder Teilnehmer einer G12 als „Missionar“ fungierte, der jeweils zwölf Interessenten anwerben durfte, die dann seine eigene Kleingruppe bildeten. Diese Vorgehensweise wurde von außen wie innerhalb des ICF stark kritisiert. Als problematisch gesehen wurden dabei der Missionierungsdruck und eine eventuell zu starke Bindung an den Gruppenleiter. Dies sorgte für Vorwürfe gegen das ICF, sie hätten sektiererische Strukturen. Aufgrund der Schwierigkeiten wurde bald wieder auf den Missionierungsdruck und G12 verzichtet.[34]

College[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zürich, München, Berlin und Karlsruhe wird im sogenannten ICF-College eine Laienausbildung in den Basisfächern „Bible Challenge“ (Bibelstudium), „Leadership Challenge“ (Leitungsgrundlagen) und „Life Challenge“ (Selbst- und Sozialkompetenz) sowie in Vertiefungsfächern eine theologische Ausbildung angeboten, die sich an Bibelschulen orientiert.[35]

ICF Worship[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen ICF Worship produziert die Freikirche ICF Zürich sowie das ICF Movement Worship Musik. Die Songs kommen aus dem Herzen der lokalen Kirche und haben als Ziel, Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Seit Anfang 2013 arbeitet ICF Worship eng mit Integrity Music (UK/USA) zusammen. Integrity Music publiziert und verwaltet die ICF Worship Songs weltweit und unterstützt ICF Worship bei der Verbreitung der Songs in den Kirchen weltweit. Seit 1996 wurden mehr als 20 CDs produziert und mehrere Konzert- und Musicaltourneen durchgeführt.

ICF TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit August 2010 werden halbstündige Aufzeichnungen von Predigten, die der ICF-Pastor Leo Bigger in Zürich gehalten hat, über Fernsehen verbreitet. Die Sendungen können über die eigene Website von ICF TV und über Ausstrahlungen diverser Sender angesehen werden (Rhein-Main TV, Das Vierte, Super RTL und andere).[36]

Organisation: Aufbau, Führung und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corporate Identity[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICF hat seine Corporate Identity, das ist sein Leitbild und seine einheitliche und verbindliche Selbstdarstellung, in sechs Schlagworten zusammengefasst:[37]

  • Am Puls der Zeit
  • Vom Leben begeistert
  • Gemeinschaft erleben
  • Potential entfalten
  • Das Beste geben
  • Nichts ist unmöglich.

Gemeindestruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz befindet sich in Zürich (sog. Mutterkirche). Die Schweizer ICF-Gemeinden sind als Non-Profit-Organisationen im Sinne eingetragener Vereine in den jeweiligen Handelsregistern der Kantone eingetragen.

Das ICF-Movement kennt, im Gegensatz zu den meisten anderen Freikirchen, keine verbindliche Mitgliedschaft. Besucher, welche das ICF als ihre Kirche betrachten, sind keine Mitglieder des Vereins und haben deshalb kein demokratisches Mitbestimmungsrecht etwa über die Verwendung des Zehnten oder die Lehre. Daher kann man nicht sagen, dass in der Organisationsstruktur ein kongregationalistisches Element vorliegt. So gibt es im ICF keine Gemeindeversammlung. Der Verein ICF Zürich zum Beispiel hat drei Mitglieder mit Einzelunterschrift. Klar im Vordergrund - auch medial - steht jedoch der Hauptleiter Leo Bigger.

Jeder Besucher wird ermuntert, selbst Teil der Kirche zu werden. Durch Mitarbeit in den Celebrations und im Hintergrund der jeweiligen lokalen Gemeinde können so Dienste (sog. Ministries) abgedeckt werden. Ziel sei es, dass jeder nach seinen Begabungen eingesetzt werde und durch seine Mitarbeit aufblühe. Nach Aussage von ICF ist die Mitarbeit freiwillig, es werde kein Druck ausgeübt.[38]

Die Struktur der ICF-Kirchen ist eine Mischform zwischen presbyterianischen und episkopalen Elementen und ist nicht überall gleich.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ICF-Gemeinden werden nicht staatlich, sondern durch Spenden finanziert, deshalb wird in ICF-Veranstaltungen regelmäßig um Spenden gebeten. Als theologische Begründung wird wie von den meisten Freikirchen auf die Abgabe an den jüdischen Tempel verwiesen, die in der Bibel als Pflicht der Gläubigen angeführt wird.[30] Das ICF stellt es Gottesdienstbesuchern jedoch ausdrücklich frei zu entscheiden, ob sie in der Lage und willens sind, etwas zu spenden; eine Spendenpflicht gibt es nicht.

Das ICF betont, die Finanzen transparent zu halten, und bekundet verschiedentlich die Bereitschaft, über seine Ausgaben Auskunft zu geben.[39] Den Spendern werde einmal oder mehrmals im Jahr ein Finanzbericht gegeben, aus dem die einzelnen Einnahmen, Spenden und Ausgaben ersichtlich seien. So erfahre jeder Spender, was mit seinem Geld geschieht. Etwa 10 Prozent des Geldes werden karitativ eingesetzt.

An finanziellen Entscheidungen beteiligt ist in der Regel eine Gruppe, die aus dem lokalen Hauptpastor (der vom ICF „Senior Pastor“ genannt wird) und den örtlichen Diakonen (die „Ministryleiter“ genannt werden) besteht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweizer Heinz W. Strupler, Gärtner und Gemeindegründer, der bereits in der Newlife-Bewegung, der Schweizer Version der Jesus-People, ab Ende der 1960er Jahre eine wichtige Rolle spielte, organisierte am 19. August 1990 einen überkonfessionellen Lobpreis-Gottesdienst in der St.-Anna-Kapelle der Evangelischen Gesellschaft. Es wurden 380 Personen gezählt.[40] Die junge Gemeinde ließ sich später in der alten Börse in Zürich nieder.

Aus der ICF heraus entstanden 1990 das Institut für Gemeindebau und Weltmission sowie 1992 verschiedene christliche Gemeinden, so die Evangelische Gemeinde Glockenhof (später Limmatgemeinde genannt), die English Church of Zurich und die Assemblée Chrétienne de Zurich.

1993 zog die Gemeinde für kurze Zeit in den Glockenhof, dann für ein paar Monate in das Bahnhofs-Einkaufszentrum Shopville um. 1994 übergab Heinz W. Strupler Leo Bigger die Leitung des ICF. Ab diesem Jahr fanden die ICF-Gottesdienste im Hotel Limmathaus statt.[41]

1996 kam die Limmatgemeinde von Matthias Bölsterli wieder zur ICF. Im selben Jahr gründeten Leo Bigger, Matthias Bölsterli und Micky Conod den Verein ICF Church, der 1999 in icf-zürich umbenannt wurde. Schon damals war ihr erklärtes Ziel, eine internationale Bewegung zu werden.[42]

1997 zog die ICF Church vom Hotel Limmathaus in die alte Börse am Paradeplatz in Zürich um. Im Jahr 1998 diversifizierte die Bewegung ihre Gottesdienste, um verschiedene Altersgruppen ansprechen zu können: Groundzero- (13 bis 15 Jahre), Youthplanet- (16 bis 19 Jahre) und seit 2002 gibt es den Zwänzger-Gottesdienst (20 bis 25 Jahre). Seit wenigen Jahren gibt es zudem den GenX-Gottesdienst für Über-25-jährige (GenX steht für Generation X).

1999 wurden in Basel und Bern, im Jahr 2000 in Nürnberg neue ICF-Gemeinden gegründet.

2002 wurden im ICF Hausbibelkreise mit jeweils zwölf Personen nach dem Vorbild einer kolumbianischen Gemeinde von César Castellanos in Bogotá gebildet. Dieses G12-Prinzip - die später als Smallgroups bezeichnet wurden - wurde später wieder fallengelassen. Im selben Jahr verlegte die Zürcher ICF-Gemeinde ihren Standort von der alten Börse in die Maag-Event-Hallen im Kreis 5 in Zürich mit 1900 Sitzplätzen.[42]

2005 organisierte ICF Zürich den Kongress Leadership in Style mit den Gastreferenten Walter Heidenreich, Robert Schuller und Magnus Persson, den 1500 Teilnehmende besuchten. Im gleichen Jahr wird das Verlagshaus ICF Media GmbH gegründet.

2006 feierte die ICF-Bewegung ihr zehnjähriges Bestehen. Die Feier war mit einer Konferenz verbunden und wurde mit der Feier zu Christi Himmelfahrt zusammengelegt. Sie erhielt intern die Bezeichnung Big10 (ausgesprochen Big Ten in Anlehnung an Big Ben). Etwa 3500 Personen besuchten den Anlass mit verschiedenen Gastreferenten und der britischen Band delirious? im Eishockeystadion Kolping Arena in Kloten. Im selben Jahr wurde die sozialdiakonische Stiftung Acts gegründet.

2008 eröffnete ICF in Rapperswil und Winterthur zwei neue Standorte unter dem Motto: One Church - Three Locations. Ebenso wurde das ICF College mit wöchentlichen theologischen Vorlesungen gestartet.

2010 wurden erstmals ICF-Gottesdienste auf zwei Privat-Fernsehkanälen, Star TV und Das Vierte, übertragen. Im selben Jahr wurden die ICF-Filialen Winterthur, Rapperswil und Wetzikon organisatorisch in das ICF Zürich eingegliedert unter dem Motto: One Church - Four Locations.[42]

2011 wurden Biggers Predigten auch auf dem deutschen Sender Main TV und Austria 9 ausgestrahlt. Ebenso fand die Feier zum 15-Jahr-Jubiläum im Hallenstadion Zürich statt. Dieses Mal hieß der Event Teh Big 15[43] und wurde von etwa 7.000 Menschen besucht. Durch das hohe Interesse auch seitens der Medien wurde der Event kritisiert, als Beispiel sei der Tages-Anzeiger erwähnt.[44] Die ICF Band veröffentlichte das Album Take a Stand, der Titelsong eroberte Platz eins auf den Schweizer iTunes-Charts.

Von Anfang 2012 bis April 2013 war die ICF Zürich im Güterbahnhof lokalisiert, danach wechselte es in die nur wenige Meter entfernte Maaghalle.

Ab 2017 wird der ICF Zürich seine Gottesdienste der Location Zürich in einem eigenen Gebäude im Dübendorfer Stadtteil Stettbach abhalten, das mit Franken 4.9 Mio. veranschlagt ist und mit Spenden finanziert wird.[45]

Verbindungen zu anderen Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICF gehört keiner ökumenischen Organisation an, doch die meisten ICFs sind Teil der Evangelischen Allianz. ICF-Zürich als Mutterkirche hält eine Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz für nicht notwendig,[30] wirkt aber bei evangelikal-charismatischen Kongressen mit. Gemeindebeteiligungen an überkonfessionellen Aktionen:

  • Karlsruhe ist im Netzwerk Forum Christlicher Leiter Karlsruhe vertreten und Teil der evangelischen Allianz Karlsruhe, wobei einer der leitenden Pastoren 2007 sogar den Vorsitz Allianz übernahm. Steffen Beck, Pastor im ICF Karlsruhe, ist auch aktuell der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Karlsruhe und einer der Erstunterzeichner der deutschlandweiten Aktion Zeit zum Aufstehen.[46][47]
  • Berlin nimmt regelmäßig an den sogenannten 24/7-Prayers teil, einer überkonfessionellen Gebetsbewegung (24 Stunden 7 Tage die Woche wird gebetet).
  • Nürnberg unterstützte 2006 das ökumenische Fest für Fußballfreunde, ist in Kontakt mit der evangelischen Allianz und LUX, einem Jugendkirchenprojekt der evangelischen Kirche.[48]
  • Singen ist Mitglied der evangelischen Allianz
  • München ist Mitglied der Evangelischen Allianz München.[49][50]
  • Augsburg ist Mitglied der evangelischen Allianz
  • In der Schweiz sind neun lokale ICF-Gemeinden Mitglied bei der zuständigen Lokal- oder Regional-Sektion der Schweizerischen Evangelischen Allianz.[51]
  • Mittelland beteiligt sich mit der reformierten Landeskirche und diversen Freikirchen an der Gebetswoche der evangelischen Allianz.
  • In Österreich sind alle existierenden ICF-Gemeinden Teil des Gemeindebundes Freie Christengemeinde – Pfingstgemeinde und somit Mitglieder der Freikirchen in Österreich (FKÖ). Dadurch sind sie in Österreich staatlich anerkannt.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher stand das ICF wegen des inzwischen aufgegebenen Smallgroup-Prinzips „G12“ in der Kritik, weil dies als Schneeballsystem galt. Am häufigsten kritisiert wird das ICF wegen des Fehlens demokratischer Elemente und seiner fundamentalistischen Ausrichtung.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zürcher Journalist und Sekten-Experte Hugo Stamm bezeichnete den ICF als eine charismatische Freikirche mit sektiererischen Tendenzen, während die Fachstelle infosekta die Entfremdung von Familie und Freunden, großen psychischen Stress bei Zweifeln und einen problematischen Umgang mit psychischen Grenzsituationen als mögliche Probleme für Mitglieder auffasst.[52]

Zu einer gegenteiligen Ansicht gelangte die Sektenberatungsstelle Inforel nach ausführlichen Recherchen im Umfeld der Kirche. So heißt es auf der offiziellen Homepage: „Die ICF unterscheidet sich theologisch nicht von anderen evangelischen Freikirchen […] ICF will vor allem junge Menschen ansprechen, die noch keiner Kirche angehören. Deshalb werden […] Gottesdienste so gestaltet, dass Junge angesprochen werden […].[53]

Der Journalist und evangelische Theologe Fritz Imhof kritisiert zudem Infosekta für die potentiell irreführende Entscheidung „[…] eine christliche Jugendkirche in einer statistischen Tabelle neben der Scientology und dem VPM […]“ zu platzieren. Auch bemängelte er, dass Infosekta sich bei der Bewertung des ICF hauptsächlich auf Aussagen ehemaliger Mitglieder stütze. Imhof gibt zu bedenken, dass „[…] Aussteiger meist sehr scharf mit ihrer früheren geistigen Heimat ins Gericht gehen. [D]a ist oft viel Frustration, die in Form von Aggression und entsprechend harten Urteilen kompensiert wird. Aussteiger geben kein neutrales Bild ab.[54]

Sicht von Landeskirchen und anderen Freikirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICF zieht hauptsächlich junge Menschen aus anderen Kirchen an. Dies löste den Protest einiger Kirchen aus, welche der Meinung sind, ICF werbe bisher bei ihnen engagierte Jugendliche ab.[34] Die ICF Church bestreitet dies: Es gebe keine gezielte Abwerbung. Ein landeskirchlicher Pfarrer meint zu dieser Thematik: „Unser Gemeindeleben spricht die meisten Jugendlichen nicht mehr an. Mir ist es dann lieber, wenn sie in dieser oder einer anderen Freikirche aufgenommen werden, als den Kontakt ganz zu verlieren.“[55]

Proselytismus durch junge ICF-Besucher sei laut Georg Otto Schmid auf Relinfo.ch häufig im Jugendlager „Camp Rock“ vorgekommen. Es hätten sich ICF-Zugehörige als Camp-Betreuende engagiert und dabei Werbung für ICF unter den ihnen anbefohlenen Jugendlichen gemacht. Da die Teens des Camp Rocks meistens aus anderen Freikirchen stammen, sei dies Abwerbung. Aus persönlichen Berichten ist bekannt, dass bei lokalen Neugründungen von ICF-Kirchen junge Besucher von traditionellen, örtlichen Christengemeinden zum neuen ICF wechseln. Ob dies das Ergebnis aktiver Abwerbung oder der automatische Sog der ICF-Kirche mit ihrer multimedial-modernen Aufmachung ist, ist ungeklärt. Der Pfarrer einer evangelischen Landeskirche meint dazu, dass die modernen Formen der Glaubenspraxis als Konkurrenz verurteilt werden könnten, aber auch eine Chance bieten, das eigene Gemeindeleben und die Gestaltung der Gottesdienste zu überdenken.[55]

Reaktionen der ICF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ICF wehrt sich gegen den Vorwurf, eine Sekte zu sein. Beispielsweise erklärte die ICF-Zofingen in einer FAQ auf seiner früheren Website, eine wertneutrale Beurteilung gebe es nicht, wenn man entscheiden wolle, ob eine Gemeinschaft eine Sekte sei oder nicht, der Begriff sei daher grundsätzlich fragwürdig. Die von Sektenexperten benutzten Erkennungsmerkmale für Sekten[56] hielt das ICF-Zofingen für unzureichend und erklärte: „Wir glauben, dass nicht die Sektenmerkmale das primäre Beurteilungskriterium sein sollten, sondern die Auswirkungen, die eine Organisation auf einzelne Menschen und auf die Gesellschaft hat.“ Dass das ICF keine Sekte sei, erkenne man unter anderem daran, dass es keine Mitglieder gebe, niemand daran gehindert werde, die Gemeinschaft zu verlassen und auch die Finanzen transparent seien.[56]

Weiter wird zu den Anstoßpunkten Stellung bezogen: Das ICF behauptet von sich, dass die biblisch-konservative Ethik „alter Wein in neuen Schläuchen“ sei, das ICF vertrete somit die biblischen Prinzipien nach ihrer Auslegung konsequent und loyal. Es behauptet weiter, dass gerade die biblische Ethik in der Gesellschaft als konservativ und daher veraltet gelte, müsse kein Maßstab sein. Das ICF ist der Ansicht, dass die Homosexualität in der Bibel (vor allem in den Paulusbriefen des Neuen Testaments) als Sünde bezeichnet wird. ICF ist der Meinung, dass sie Homosexuelle nicht diskriminiere, da sie alle Menschen willkommen heiße. Dazu äußert sich das ICF weiter: Es verurteile die Sünde, nicht aber den Sünder. Für das ICF sei jede Sünde vor Gott gleich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Schmid, Georg Otto Schmid (Hrsg.): Die Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum. ISBN 3-290-17215-5, Theologischer Verlag Zürich, 7. Auflage Zürich 2003.
  • mehrere Autoren, ICF-Mittelland (Hrsg.): Portrait ICF Zofingen, Eigendruck 2005.
  • mehrere Autoren, ICF-Mittelland (Hrsg.): Geschäftsbericht (ICF Zofingen), Eigendruck 2006.
  • Francis Müller: Selbsttransformation und charismatisch evangelikale Identität. Eine vergleichende ethnosemantische Lebenswelt-Analyse Springer VS, Wiesbaden 2015. ISBN 978-3-658-09250-4 (Dissertation an der Universität Bayreuth 2013. ICF kommt besonders auf Seiten 70-81 und 243-249 vor)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: fellowship – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ICF Movement: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  2. 20 Jahre ICF: Am Puls der Zeit, Idea, Artikel vom 14. Mai 2016.
  3. ICF Basel: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  4. ICF Bern: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  5. ICF Chur: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  6. ICF Emmental: Location; abgerufen am 20. April 2015
  7. ICF Mittelland: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  8. ICF Lausanne: Villes; abgerufen am 20. April 2015
  9. ICF Genève: Villes; abgerufen am 20. April 2015
  10. ICF Zug: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  11. ICF Luzern: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  12. ICF Zentralschweiz: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  13. ICF Schaffhausen: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  14. ICF St. Gallen: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
  15. ICF Zürich: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  16. ICF Augsburg: Location; abgerufen am 20. April 2015
  17. ICF Berlin: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  18. ICF Bielefeld: Location; abgerufen am 20. April 2015
  19. ICF Freiburg: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
  20. ICF Karlsruhe: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  21. ICF Karlsruhe: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  22. ICF Nürnberg: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
  23. ICF Paderborn: Location; abgerufen am 20. April 2015
  24. ICF Reutlingen: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  25. ICF Singen: Location; abgerufen am 20. April 2015
  26. ICF Stuttgart: Locations; abgerufen am 20. April 2015
  27. ICF Salzburg: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
  28. ICF Vorarlberg: Location; abgerufen am 20. April 2015
  29. ICF Wien: Kontakt; abgerufen am 20. April 2015
  30. a b c Georg Otto Schmid: ICF heute, Kurzinformation, relinfo.ch, 2007; abgerufen am 20. April 2015.
  31. http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/schweiz-icf-gemeinden.html
  32. Mitteilungen im Gottesdienst Zürich 9. August 2015
  33. Vision. In: ICF Zürich. Archiviert vom Original am 5. Mai 2006, abgerufen am 5. August 2012 (Inzwischen werden die Ziele leicht verändert formuliert: ICF Zürich: About: Willkommen).
  34. a b Livenet: ICF: Für junge Menschen der Inbegriff von Kirche
  35. icf.ch, Seite College
  36. Sendezeiten. In: „ICF Television mit Leo Bigger“. Abgerufen am 12. August 2012.
  37. Unser Style. In: ICF Zürich. Abgerufen am 1. Februar 2015.
  38. Portrait ICF-Zofingen
  39. Über ICF: Finanzen. Rechenschaft. In: „ICF Freiburg e. V.“ 18. Mai 2012, abgerufen am 5. August 2012: „[…] Immer wieder berichten wir auch in unseren Celebrations, bei anderen Anlässen und im Newsletter über den aktuellen Stand der Finanzen. Wenn du zu diesem Bereich Fragen hast, kannst du auch gerne unseren Finanz-Chef Tim ansprechen.“
  40. Heinz und Annelies Strupler: History Maker 2. … die Geschichte geht weiter., Projektion J Gerth, Asslar 2003, ISBN 3-89490-474-7, S. 138.
  41. Claude-Alain Humbert: Religionsführer Zürich. 370 Kirchen, religiös-spirituelle Gruppierungen, Zentren und weltanschauliche Bewegungen der Stadt Zürich. Orell Füssli, Zürich 2004, ISBN 3-280-05086-3, S. 288-289.
  42. a b c About. History. In: ICF Zürich. Abgerufen am 20. Februar 2012.
  43. Homepage "The Big 15"
  44. Tagesanzeiger Online vom 14. Juni 2011
  45. Christof Bauernfeind: Am Puls der Zeit. 20 Jahre ICF. Keine Gemeinde hat in den letzten zwei Dekaden die freikirchliche Landschaft der Schweiz so umgestaltet wie die International Christian Fellowship. Das war nicht immer allen recht, hat aber gerade die Jugendarbeit vielerorts neu angestossen. Idea Spektrum Nr. 19, Liestal 11. Mai 2016, Seiten 11-15
  46. Liste der Erstunterzeichner auf Homepage von Zeit zum Aufstehen. Abgerufen am 9. Juni 2015.
  47. Homepage der Evangelischen Allianz Karlsruhe, Willkommen. Abgerufen am 9. Juni 2015.
  48. NZ-Online.de 'Oft ist die Kirche wie eine Mauer' über LUX und ICF vom 22. Januar 2010
  49. Zugehörige Gemeinden, Werke und Bewegungen. In: „Evangelische Allianz München“. Abgerufen am 27. November 2014.
  50. Was ist ICF? In: „ICF München“. Abgerufen am 17. August 2012: „Was uns auch sehr freut ist: Wir sind seit kurzem Mitglied in der evangelischen Allianz München (Link: www.ea-muenchen.de), weil uns die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Organisationen sehr am Herzen liegt.“
  51. http://www.each.ch/search/node/ICF (abgerufen am: 14. Januar 2015)
  52. ICF – evangelikale Doktrin in modernem Gewand (infoSekta, 2012). In: infosekta – Fachstelle für Sektenfragen. Abgerufen am 29. April 2014.
  53. ICF Basel. Lehre und Ziele. In: „INFOREL, Information Religion“. 3. Februar 2012, abgerufen am 5. August 2012: „Die ICF unterscheidet sich theologisch nicht von anderen evangelischen Freikirchen (evangelisches Glaubensbekenntnis). Das Ziel von ICF-Basel ist es, Menschen in eine persönliche und wachsende Beziehung zu Jesus zu führen. ICF will vor allem junge Menschen ansprechen, die noch keiner Kirche angehören. Deshalb werden Multimedia-Gottesdienste so gestaltet, dass Junge angesprochen werden: Moderne Musik, Theaterstücke, Videobeiträge und Predigten, die sich auf die Alltagssituation der Besuchenden beziehen.“
  54. Fritz Imhof: ICF …oder wenn die Statistik eine Freikirche zur Sekte macht. In: „livenet.ch, Webportal von Schweizer Christen“. 8. Mai 2004, abgerufen am 5. August 2012 (Ein Offener Brief).
  55. a b Chrismon 5 / 2014.Teil Baden spezial, Gemeinden und Bezirke, Seite 3.
  56. a b FAQ. Wie kann ich wissen, dass icf keine Sekte ist? In: „ICF Zofingen“. Archiviert vom Original am 7. Dezember 2004, abgerufen am 12. August 2012: „Sektenberater schauen auf ‘Sektenmerkmale’: 1. Rasch eintretender, hoher Abhängigkeitsgrad, 2. Abbruch bestehender sozialer Verbindungen; 3. Gurukult; 4. Gleichschaltung des Denkens; 5. Anspruch als Einzige den Weg zum Heil zu kennen; 6. Straffe Führungsstrukturen; 7. Finanzielle Ausbeutung. Eine wertneutrale Beurteilung gibt es nicht. In ihrer Beurteilung gehen auch Sektenexperten von ihrem eigenen Weltbild aus. […]“