Kanton Thiberville

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Ehemaliger
Kanton Thiberville
Region Haute-Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Hauptort Thiberville
Gründungsdatum 21. Februar 1790
Auflösungsdatum 29. März 2015
Einwohner 7.376 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 46 Einw./km²
Fläche 159,95 km²
Gemeinden 21
INSEE-Code 2734

Der Kanton Thiberville war bis 2015 ein französischer Wahlkreis im Arrondissement Bernay, im Département Eure und in der Region Haute-Normandie; sein Hauptort war Thiberville, Vertreter im Generalrat des Départements war zuletzt von 2001 bis 2015 Guy Paris.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Thiberville lag auf den Grenzen der Landschaften Lieuvin, Pays d’Auge und Pays d’Ouche.[1] Er war 159,95 km² groß und hatte 6.436 Einwohner (Stand 1999). Er lag im Mittel auf 174 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen 110 m in Saint-Germain-la-Campagne und 201 m in Le Planquay.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Thiberville wurde am 21. Februar 1790 gegründet und umfasste damals die 20 Gemeinden Barville, Bazoques, Boissy-Lamberville, Bournainville, La Chapelle-Hareng, Drucourt, Duranville, Le Favril, Folleville, Fontaine-la-Louvet, Fontenelle, Giverville, Heudreville, Piencourt, Les Places, Le Planquay, Saint-Aubin-de-Scellon, Saint-Léger-de-Glatigny, Le Theil-Nolent und Thiberville. Die Gemeinden Saint-Germain-la-Campagne, Saint-Mards-de-Fresne, Faverolles-les-Mares und Saint-Vincent-du-Boulay wurden im Jahr IX der Revolution (1800/1801) in den Kanton eingegliedert. Fontenelle und Saint-Léger-de-Glatigny wurden 1845 nach Fontaine-la-Louvet eingemeindet. Faverolles-les-Mares wurde 1964 nach Bournainville eingemeindet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Gemeinden an das Stromnetz angeschlossen. Um die neue Technik besser ausnutzen zu können, bildeten die Mitgliedsgemeinden der Kantone Verbände, sogenannte Syndicats (vergleiche:Syndicat intercommunal à vocation multiple).[2] Die meisten dieser Verbände sind aber heute nicht mehr nach Kantonen aufgeteilt. 1997 gründeten die Mitgliedsgemeinden des Kantons Thiberville den Kommunalverband Communauté de communes du Canton de Thiberville.

Von 1803 bis 1940 wählte der Kanton einen oder zwei Abgeordnete für den Rat des Arrondissements Bernay. Von 1803 bis heute, mit Unterbrechung in den Jahren 1868 und 1871, stellte der Kanton einen Abgeordneten des Generalrats des Départements Eure in Évreux.[3]

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton bestand aus 21 Gemeinden:

Gemeinde Einwohner Code postal Code Insee
Barville 61 27230 27042
Bazoques 136 27230 27046
Boissy-Lamberville 276 27300 27079
Bournainville-Faverolles 425 27230 27106
La Chapelle-Hareng 79 27230 27149
Drucourt 614 27230 27207
Duranville 173 27230 27208
Le Favril 145 27230 27237
Folleville 173 27230 27248
Fontaine-la-Louvet 284 27230 27252
Giverville 270 27560 27286
Heudreville-en-Lieuvin 106 27230 27334
Piencourt 147 27230 27455
Les Places 55 27230 27459
Le Planquay 123 27230 27462
Saint-Aubin-de-Scellon 314 27230 27512
Saint-Germain-la-Campagne 748 27230 27547
Saint-Mards-de-Fresne 317 27230 27564
Saint-Vincent-du-Boulay 267 27230 27613
Le Theil-Nolent 186 27230 27627
Thiberville 1.537 27230 27629

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahlen von 1398 bis 1509 lassen sich nur aus den Steuereinnahmen (Fouage normand) der Pfarreien ableiten. Die Fouage wurde alle drei Jahre per Haushalt erhoben. Ausgenommen waren Bettler, Adlige und Priester. Im Durchschnitt gehörten fünf Personen zu einem Haushalt. Die Aufzeichnungen sind allerdings lückenhaft, so dass man die Gesamtbevölkerung des Kantons pro Jahr nicht berechnen kann.

Haushalte per Jahr (Auswahl)
Ortschaft 1398 1446 1464 1506 1509
Chapelle-Hareng 73 19 19
Drucourt 47 91
Folleville 35 71
Giverville 115
Saint-Aubin-de-Scellon 139 204
Thiberville 16 68 98 159

1509 war Saint-Aubin-de-Scellon die größte Ortschaft des Kantons mit ungefähr 1020 Einwohnern. Für Bazoques, Boissy-Lamberville und Saint-Germain-la-Campagne sind allerdings keine Daten überliefert.

Die erste Bevölkerungsstatistik wurde im Jahr VIII der Revolution (1799/1800) durchgeführt. Der Kanton hatte damals insgesamt 13.515 Einwohner, 1836 sogar 15.453 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sanken die Einwohnerzahlen jedoch. 1866 waren es 12.824 Einwohner, 1906 nur noch 6.095.[4]

Einwohner ab 1962
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
5.621 6.078 6.058 6.367 6.463 6.436 6.737

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michel und Thérèse Mesnil: Le Canton de Thiberville – son histoire, son patrimoine. Imprim’eure, Conches-en-Ouche Juni 2003 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michel und Thérèse Mesnil: Le Canton de Thiberville. son histoire, son patrimoine. Imprim’eure, Conches-en-Ouche Juni 2003, S. 117 (französisch).
  2. Le Canton de Thiberville, S. 15 f.
  3. Le Canton de Thiberville, Seiten=18f
  4. Le Canton de Thiberville, Seiten=19–21