Latour-de-France

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Latour-de-France
La Tor de Trinhac
Wappen von Latour-de-France
Latour-de-France (Frankreich)
Latour-de-France
Region Okzitanien
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Prades
Kanton La Vallée de l’Agly
Gemeindeverband Communauté de communes Agly Fenouillèdes
Koordinaten 42° 46′ N, 2° 39′ OKoordinaten: 42° 46′ N, 2° 39′ O
Höhe 77–422 m
Fläche 13,94 km2
Einwohner 1.048 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 75 Einw./km2
Postleitzahl 66720
INSEE-Code

Kapelle Saint-Martin

Latour-de-France (okzitanisch: La Tor de Trinhac) ist eine Gemeinde mit 1048 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Orientales in der südfranzösischen Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Latour-de-France liegt an einer Flussschleife des Agly im Osten des Fenouillèdes, etwa 29 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordwestlicher Richtung von Perpignan entfernt. Der Weinort Caramany liegt etwa 13 Kilometer südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 1.047 1.019 1.078 833 885 1.052

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerbszweig der Einwohner von Latour-de-France ist die Land- und Forstwirtschaft und hier vor allem der Weinbau an den sonnenverwöhnten Südhängen.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die Ortschaften Lesquerde, Caramany und Tautavel hat Latour-de-France eine Sonderrolle innerhalb des großen Weinbaugebietes der Côtes du Roussillon-Villages inne, denn die Weine gelten als besonders qualitätvoll und dürfen unter der jeweiligen Ortsbezeichnung vermarktet werden. Angebaut werden die Rebsorten Syrah, Grenache und Carignan, mit denen vorwiegend Rotweine erzeugt werden. Außerdem wird in Latour-de-France und Umgebung der Likörwein Rivesaltes gekeltert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Ort nicht als Touristenort im herkömmlichen Sinne bezeichnet werden kann, spielen der Weintourismus und die Vermietung von Ferienhäusern (gîtes) eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Völker und Kulturen vergangener Epochen (Megalithkulturen, Keltiberer, Römer, Westgoten u. a.) haben auf dem Gebiet von Latour keinerlei archäologische Spuren hinterlassen. In karolingischer Zeit gehörte die Vizegrafschaft des Fenouillèdes zur Grafschaft Bésalù, später dann – bis zum Jahr 870 − zur historischen Grafschaft Razès. Bereits im 11. Jahrhundert hatte Latour eine Burg mit einem wahrscheinlich markanten Turm. Im 11. und 12. Jahrhundert war das Fenouillèdes zwischen dem Königreich Aragón und den südfranzösischen Grafschaften Foix und Carcassonne sowie dem Erzbistum Narbonne umstritten. Im 13. Jahrhundert war Latour eine Zeitlang Grenzstadt – ein Grenzstein (La Roque d'en Talou) mit dem Wappen der damaligen Herren von Latour (Seigneurs de Montesquieu) und dem Kreuz Aragons hat sich erhalten.

Die Unterzeichnung des Pyrenäenfriedens im Jahr 1659 beendete die Gebietsansprüche der spanischen Krone auf Nordkatalonien. Im Zuge der Französischen Revolution wurde das Fenouillèdes – zusammen mit den anderen fünf Comarcas Nordkataloniens – dem neugeschaffenen Département Pyrénées Orientales zugeschlagen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Notre-Dame-de-l'Assomption ist die einzige Sehenswürdigkeit des Ortes. Der gerade Chorschluss stammt – unter der Einbeziehung von älteren Bauteilen – wohl noch aus dem 15. Jahrhundert; das einschiffige Langhaus wurde im 17. Jahrhundert neugebaut. Der Weg vor dem Portal ist mit schönen geometrischen Mustern aus Flusskieseln gepflastert. In ihrem Inneren finden sich diverse Ausstattungsgegenstände (Altar, Bilder, Statuen) aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
  • Die Chapelle Saint Martin aus dem 12./13. Jahrhundert wurde schon vor langer Zeit in ein Wohnhaus umgewandelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Latour-de-France – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien