Martin Schwalb

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Martin Schwalb
Martin Schwalb

Martin Schwalb am 8. Februar 2014 im Interview mit Sport1

Spielerinformationen
Geburtstag 4. Mai 1963 (57 Jahre)
Geburtsort Stuttgart, Deutschland
Staatsbürgerschaft DeutscherDeutscher deutsch
Körpergröße 1,94 m
Spielposition Rückraum rechts
Wurfhand links
Vereinslaufbahn
von – bis Verein
0000–1980 DeutschlandDeutschland TSG Steinheim
1980–1982 DeutschlandDeutschland TSG Oßweil
1982–1984 DeutschlandDeutschland Frisch Auf Göppingen
1984–1988 DeutschlandDeutschland TV Großwallstadt
1988–1990 DeutschlandDeutschland TUSEM Essen
1990–1998 DeutschlandDeutschland SG Wallau/Massenheim
1999–1999 DeutschlandDeutschland HC 93 Bad Salzuflen[1]
Nationalmannschaft
Debüt am 29. Juni 1983
gegen RumänienRumänien Rumänien in Kragujevac
  Spiele (Tore)
DeutschlandDeutschland Deutschland 193 (594)
Stationen als Trainer
von – bis Station
1998–2005 DeutschlandDeutschland SG Wallau/Massenheim
2005–2005 DeutschlandDeutschland HSG Wetzlar
2005–2011 DeutschlandDeutschland HSV Hamburg
2012–2014 DeutschlandDeutschland HSV Hamburg
2020– DeutschlandDeutschland Rhein-Neckar-Löwen

Stand: 25. Februar 2020

Martin Schwalb am 11. August 2007 in Ehingen beim Schlecker Cup

Martin Schwalb (* 4. Mai 1963 in Stuttgart) ist ein deutscher früherer Handballspieler und jetziger Handballtrainer sowie Sportfunktionär. Schwalb spielte im rechten Rückraum.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der langjährige Nationalspieler bestritt in seiner aktiven Karriere 428 Bundesligapartien, in denen er mit 2272 Toren (davon 945 Siebenmeter) die fünftmeisten Treffer in der Bundesligahistorie erzielte.[2][3]

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit bereits 19 Jahren feierte Schwalb 1982 sein Debüt in der Bundesliga für Frisch Auf Göppingen. Nach dem Zwangsabstieg der Mannschaft wechselte Schwalb 1984 zum amtierenden Meister TV Großwallstadt. Die Meisterschaft könnte er in vier Jahren mit seinem neuen Team nicht gewinnen, wurde in der Saison 1986/87 jedoch Vizemeister und gewann den DHB-Pokal und damit seinen ersten Titel.[4] In seiner letzten Saison für Großwallstadt wurde das Finale des Europapokals der Pokalsieger erreicht, welches jedoch verloren ging. Zur Saison 1988/89 wechselte Schwalb dann zum damals amtierenden Meister TUSEM Essen und konnte mit der Mannschaft den Titel verteidigen, wurde somit erstmals deutscher Meister und gewann im selben Jahr mit Essen den Europapokal der Pokalsieger.[4] Zur Saison 1990/91 wechselte Schwalb zur SG Wallau/Massenheim. Dort gewann er 1992 erneut die deutsche Meisterschaft, sowie den IHF-Pokal. Während er und seine Mannschaft im darauffolgenden Jahr die Meisterschaft verteidigen können, verlor man das Finale im Europapokal der Landesmeister knapp.[4] Schwalb verpasste das Hinspiel verletzungsbedingt. Mit der SG Wallau/Massenheim ließ er 1993 und 1994 weitere Titel folgen und gewann zweimal den DHB-Pokal.[4] Auch persönliche Auszeichnungen folgten im Jahr 1996 als er zum einen Torschützenkönig wurde und zusätzlich noch zum Handballer des Jahres gekürt wurde. Zum Ende der Saison 1997/98 wurde Schwalb Spielertrainer bei seinem Team und beendete nach Abschluss der Saison seine aktive Karriere als Spieler.[4]

Schwalb debütierte 1983 für die deutsche Nationalmannschaft und blieb bis 1998, also dem Ende seiner aktiven Spielerkarriere, Nationalspieler. Sein letztes großes Turnier war die EM 1998, wo er mit der Mannschaft Bronze gewann. Zudem war Martin Schwalb zweimal bei Olympischen Spielen dabei: 1984 in Los Angeles und 1996 in Atlanta. In Los Angeles gewann er die olympische Silbermedaille.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als neuer Chefcoach der SG Wallau/Massenheim ab 1998 konnte er, trotz finanzieller Probleme des Vereins, als Trainerneuling respektable Ergebnisse vorweisen. So wurde er 2000 zum Trainer des Jahres gekürt und führte seine Mannschaft ein Jahr später als vierter der Liga sogar nochmal in den EHF-Pokal.[4] 2005 ist jedoch Schluss bei Wallau/Massenheim, da der Verein keine Lizenz mehr für die 1. Bundesliga erhielt. Schwalb wechselte zur HSG Wetzlar, stieg dort jedoch relativ kurz nach Saisonbeginn dank einer Ausstiegsklausel wieder aus und nahm das Angebot des HSV Hamburg an. Ab dem 21. Oktober 2005 trainierte er die Mannschaft des HSV Hamburg in der Bundesliga. Bereits in seiner ersten Saison gewann er mit dem DHB-Pokal 2006 seinen ersten Titel als Trainer. Im Folgejahr wurde die Mannschaft unter Schwalb Vizemeister hinter dem THW Kiel und gewann den Europapokal der Pokalsieger. Auch 2008 und 2009 wurde die Mannschaft Vizemeister und etablierte sich international mit dem Erreichen des Final Four der Champions League. In der Saison 2009/10 wurde die Mannschaft erneut Pokalsieger und Schwalb erneut Trainer des Jahres. Die Saison 2010/11 krönte dann die Entwicklung der Vorjahre unter Trainer Schwalb und endet mit der ersten deutschen Meisterschaft. In der Champions League scheiterte man erneut im Halbfinale.[4] Nach der Saison 2010/11 gab er seinen Trainerposten an Per Carlén ab und war in der Saison 2011/12 Geschäftsführer und Präsident des Vereins.[5] Nach sportlichen Problemen trainierte Schwalb, gemeinsam mit Jens Häusler, seit Anfang 2012 wieder den HSV Hamburg und gab seinen Posten als Geschäftsführer zum Ende der Saison auf.[6] In der Saison 2012/2013 gewann Schwalb dann mit dem HSV erstmals die Champions League mit einem Finalsieg gegen den FC Barcelona. Nach Unstimmigkeiten mit dem Mäzen des Vereins Andreas Rudolph erhielt Schwalb zum Ende der Saison 2013/14 die Kündigung. Am 3. Juli 2014 erlitt Schwalb einen Herzinfarkt und musste notoperiert werden.[7] Eine Woche später wurde Christian Gaudin als sein Nachfolger bei den Hamburgern präsentiert.[8] Im Frühjahr 2016 wurde Schwalb Vizepräsident beim HSV Hamburg und gestaltete den Neuaufbau des Vereins in der dritten Liga mit, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Sport und Kommunikation.[9][10] In der zweiten Saison stieg man unter Trainer Torsten Jansen, ein ehemaliger Spieler von Schwalb, in die zweite Bundesliga auf. Seit Februar 2020 trainiert er den Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen. Bis zum Ende seiner Vertragszeit ruht sein Amt als Vizepräsident beim HSV.[11]

Anfang Februar 2021 kündigte Schwalb an, nach der Saison 2020/21 mit Ende seiner Vertragslaufzeit die Rhein-Neckar-Löwen zu verlassen, da er seinen Lebensmittelpunkt bei seiner Familie in Hamburg sieht.[12]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und andere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996 Torschützenkönig, (230 Tore, 102 Siebenmeter)
  • 1996 Handballer des Jahres
  • 2000 und 2010 Trainer des Jahres
  • 193 Länderspiele

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Handballweltmeisterschaft 2007 war Christian Schwarzer vom ZDF als Experte für die Live-Übertragungen vorgesehen. Dieser kommentierte die ersten beiden Spiele der Vorrunde, musste dann aber aufgrund seiner Nachnominierung durch Heiner Brand diese Tätigkeit niederlegen. Schwalb übernahm für ihn den Posten des ZDF-Experten. Bei der Handball-EM 2010 in Österreich übernahm er die Expertenposition bei der ARD. Neben diesen beiden Expertentätigkeiten war Schwalb seit September 2014 bis zu seinem Comeback als Trainer 2020 einer der Experten bei Sky für deren Übertragungen der EHF Champions League[13] und seit der Saison 2017/18 auch der Bundesliga.

Schwalb unterstützt als Botschafter die Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus.[14]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundeswehr leistete er seinen Dienst zusammen mit den ehemaligen Fußball-Profis Andreas Möller und Manfred Binz.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ahlener SG gegen Bad Salzuflen 1999, Relegationsspiele zum Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga in: YouTube, abgerufen am 02.04.2020
  2. Handball im Norden, Herausgeber: Flensborg Avis AG, Ausgabe: 30. August 2007
  3. handball-world.news: Uwe Gensheimer knackt als elfter Spieler die Grenze von 2.000 Toren in der Handball-Bundesliga, abgerufen am 15. November 2020
  4. a b c d e f g h NDR: Martin Schwalb - Erfolge als Spieler und Coach. Abgerufen am 15. November 2020.
  5. Martin Schwalb neuer Präsident des HSV Handball. In: hsvhandball.com. 30. Juni 2011, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  6. Martin Schwalb kehrt bis Saisonende auf die Bank zurück. In: abendblatt.de. 16. März 2012.
  7. Martin Schwalb nach Herzinfarkt in Klinik auf www.kicker.de vom 4. Juli 2014, abgerufen am 4. Juli 2014
  8. handball-world.com: HSV bestätigt Gaudin-Verpflichtung und Vertragsverlängerung vom 10. Juli 2014, abgerufen am 10. Juli 2014
  9. Sport1.de: Martin Schwalb kehrt als Vizepräsident zum HSV Hamburg zurück. Abgerufen am 15. November 2020.
  10. PRÄSIDENT MARC EVERMANN BERUFT NEUES PRÄSIDIUM hsvhandball.com 21. April 2016 (Memento vom 21. April 2016 im Internet Archive)
  11. handball-world.news: Martin Schwalb wird neuer Trainer der Rhein-Neckar Löwen vom 25. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020
  12. Martin Schwalb beendet Amtszeit als Löwen-Trainer im Sommer - Rhein-Neckar Löwen - LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. 4. Februar 2021, abgerufen am 4. Februar 2021 (deutsch).
  13. skygo.sky.de: Schwalb ist neuer Sky Experte (Memento vom 26. Oktober 2017 im Internet Archive), abgerufen am 25. Oktober 2017
  14. Botschafter – Sport. (Nicht mehr online verfügbar.) Gemeinnützige Respekt! Kein Platz für Rassismus GmbH, archiviert vom Original am 13. Februar 2015; abgerufen am 13. Februar 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.respekt.tv

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Martin Schwalb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien