Klaus-Peter Thaler

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Klaus-Peter Thaler Straßenradsport
Klaus-Peter Thaler (2016)
Klaus-Peter Thaler (2016)
Zur Person
Geburtsdatum 14. Mai 1949
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Disziplin Straße / Querfeldein
Team(s)
1977
1978–1979
1980–1981
Team Teka
TI-Raleigh
Puch
Wichtigste Erfolge
Querfeldein-Weltmeisterschaften
1985, 1987 Weltmeister
1973, 1976 Weltmeister (Amateure)
Tour de France
1977 eine Etappe
1978 zwei Etappen
Vuelta a España
1980 eine Etappe
Infobox zuletzt aktualisiert: 13. August 2017

Klaus-Peter Thaler (* 14. Mai 1949 in Eckmannshausen, Amt Netphen) ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer und Radsport-Bundestrainer. Er war neben Dietrich Thurau einer der dominierenden deutschen Radsportler in den 1970er Jahren.

Radsportkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Klaus-Peter Thaler zunächst an der Universität Siegen Sport und Geographie, um Lehrer zu werden. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Lehrer absolvierte er eine Ausbildung zum Diplom-Trainer Radsport an der Trainerakademie Köln an, die er 1976 mit einer Diplomarbeit bei Arnd Krüger abschloss.[1]

Ab 1964 betrieb Thaler aktiv Radsport. 1973 und 1976 wurde er Weltmeister im Querfeldeinrennen der Amateure. 1974 und 1976 wurde er deutscher Amateurmeister im Straßenrennen. Bei den Olympischen Spielen 1976 nahm er ebenfalls als Straßenfahrer teil und überquerte im Sprint der Spitzengruppe als Zweiter die Ziellinie. Die Silbermedaille wurde ihm allerdings wegen Behinderung aberkannt, so wurde Thaler als Letzter der Spitzengruppe und damit als Neunter klassiert.[2]

Aus Verärgerung über die mangelnde Unterstützung durch den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wechselte er 1977 ins Profilager und unterschrieb einen Vertrag bei dem spanischen Team Teka.[2] Bei seiner ersten Teilnahme bei der Tour de France im selben Jahr gewann er auf Anhieb eine Etappe. Im Jahr darauf belegte er im Endklassement den 35. Rang, kam in der Punktewertung auf Platz sechs, trug vorübergehend das Gelbe Trikot und gewann eine weitere Etappe. Insgesamt startete er fünf Mal bei der Tour.

Nach seiner Tätigkeit als Trainer beim BDR entschloss sich Thaler zur Fortsetzung seiner Profikarriere, und nach nur sechswöchiger Trainingsphase verblüffte er die Konkurrenz mit einem zweiten Rang bei den Deutschen Querfeldeinmeisterschaften 1985. Die Krönung war aber dann zwei Wochen später der Sieg bei der WM vor heimischem Publikum im Münchener Olympiastadion. 1987 kam dann der vierte WM-Titel dazu. 1988 nahm er nach fast 25 Jahren aktiver Laufbahn schließlich seinen endgültigen Abschied vom Radsport.

Motorsportkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nation:
DTM
Erstes Rennen: Nürburgring 1989
Teams (Hersteller)
1989 Irmscher (Opel)
Statistik
Starts Siege Poles SR
2 (1)
Podestplätze:
Gesamtsiege:
Punkte:
Vorlage:Infobox DTM-Fahrer/Wartung/Alte Parameter

1986 kam Thaler erstmals mit dem Automobilsport in Kontakt. Noch während seiner Zeit als aktiver Radsportler bestritt er ab 1987 Langstreckenrennen im Veedol Langstreckenpokal. 1989 startete er in einem Opel Kadett GSi auch bei zwei Rennen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Zu seinen größten motorsportlichen Erfolgen zählen ein vierter und ein fünfter Rang beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sowie der Gewinn der Langstreckenmeisterschaft 2001.[3]

Als Liebhaber von Oldtimern nimmt Thaler an Veranstaltungen wie der Rallye Histo Monte oder den Heidelberg Classics teil.[4]

Berufliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1983 verabschiedete sich Thaler vorläufig vom aktiven Sport und nutzte für zwei Jahre seine Qualifikation als Diplomtrainer für ein Zwischenspiel als Bundestrainer.[1] Gegen Ende seiner Zeit als aktiver Sportler gründete er 1986 gemeinsam mit seiner Frau die Radsport-Grosshandelsfirma Thaler sports, deren Geschäftsführer er heute ist, und vertreibt seine eigene Textilmarke Protective (Radsport- und Ski/Snowboardkleidung).

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Dezember 2003 erhielt Klaus-Peter Thaler durch den nordrhein-westfälischen Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt das Verdienstkreuz am Bande verliehen.[5] Geehrt wurde er damals für sein vielseitiges soziales Engagement. Seine Mitarbeit als Kapitän der Tour der Hoffnung, die Gründung 1996 des gemeinnützigen Verein Menschen für Kinder e. V. und seine Mitarbeit im Freundeskreis zu Gunsten der Stiftung radWerk, die arbeitslosen Jugendlichen hilft, eine Ausbildung zu finden, wurden in der Laudatio hervorgehoben. 2005 wurde er für sein Engagement mit der Pierre-de-Coubertin-Medaille ausgezeichnet.[6]

Diverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus-Peter Thaler ist unter dem Beinamen Tom Smart Mitglied des renommierten Londoner Pickwick Bicycle Club.[6]

Erfolge im Radsport (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thaler als Weltmeister 1987 (l.: Danny De Bie, r.: Christophe Lavainne)

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974
1975
1976
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Amateur-Meister - Straßenrennen
1977
1978
1979
1980
1982

Querfeldein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1973
  • Weltmeister Amateur-Weltmeister
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Amateur-Meister
1974
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Amateur-Meister
1975
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Amateur-Meister
1976
  • Weltmeister Amateur-Weltmeister
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Amateur-Meister
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister (?)
1977
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1978
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1979
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1980
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1981
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1982
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1985
  • Weltmeister Weltmeister
1986
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1987
  • Weltmeister Weltmeister
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister
1988
  • MaillotAllemania.svg Deutscher Meister

Grand Tour-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand Tour 1977 1978 1979 1980 1981 1982
Pink jersey Giro d’Italia - - - - - -
Yellow jersey Tour de France DNF 35 - 37 49 90
red jersey Vuelta a España 3 - - DNF - -

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klaus-Peter Thaler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Klaus Peter Thaler – Alumniverbund. In: uni-siegen.de. 22. August 2010, abgerufen am 13. August 2017.
  2. a b Vanessa Kögl: Klaus-Peter Thaler. In: biciclettadacorsa.de. Abgerufen am 6. August 2017.
  3. MOTORSPORT 2000 - VLN Klaus-Peter Thaler: Am Anfang stand ein Damenteam. In: motorsport2000.de. 27. August 1978, abgerufen am 5. August 2017.
  4. SID: Radsport – National: Ex-Weltmeister Thaler feiert 60. Geburtstag. In: Focus Online. 14. Mai 2009, abgerufen am 13. August 2017.
  5. Verdienstorden – Termin: Pressemitteilung des Landtags NRW zu Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande
  6. a b pickwickbc.org.uk (englisch)