Stadion an der Bremer Brücke

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Stadion an der Bremer Brücke
Bremer Brücke
Die damalige Osnatel-Arena im Juli 2007
Blick auf die Südtribüne im Juli 2007
Frühere Namen

Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke (1995–2004)
Osnatel-Arena (2004–2016)

Daten
Ort Scharnhorststraße 50
DeutschlandDeutschland 49084 Osnabrück, Deutschland
Koordinaten 52° 16′ 51″ N, 8° 4′ 16″ OKoordinaten: 52° 16′ 51″ N, 8° 4′ 16″ O
Eigentümer VfL Osnabrück Stadion GmbH & Co. KG
Betreiber VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA
Baubeginn 21. November 1931
Eröffnung 1931
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 16.667 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Stadion an der Bremer Brücke ist ein Fußballstadion im Stadtteil Schinkel der niedersächsischen Großstadt Osnabrück. Die Arena ist die Heimspielstätte des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück und verfügt über insgesamt 16.667 Plätze, davon 10.475 Stehplätze und 6.192 Sitzplätze.

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lageplan mit Umgebung des Stadions

Die Anlage liegt an der Scharnhorststraße und ist von den Wohnhäusern des Schinkels umgeben. Der nächstgelegene Bahnhof ist der Hauptbahnhof in der Innenstadt in ca. 1,5 km Entfernung. Mit dem Stadtbus ist das Stadion über die Linien 71/72 in Rtg. Belm zu erreichen. An Heimspieltagen werden zusätzlich E-Wagen eingesetzt.

Mit dem Auto ist die Sportstätte über die Autobahn 33 und die Mindener Straße oder die Bremer Straße zu erreichen. Aufgrund der Lage in einem Wohngebiet stehen direkt an der Arena keine großen Parkflächen zur Verfügung, an der Südtribüne existiert lediglich ein V.I.P.-Parkplatz für ca. 100 Fahrzeuge. Oft kann jedoch das Außengelände der Halle Gartlage an der Schlachthofstraße zum Parken genutzt werden, das ca. 300 Meter entfernt ist. Die Stellflächen für die Reisebusse der Gästefans befinden sich an der Buerschen Straße in ca. 500 Metern Entfernung.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftzug am Stadion

Der ursprüngliche Name war „Städtisches Stadion an der Bremer Brücke“, im Volksmund auch einfach nur die „Bremer Brücke“. Dieser Name rührt von der Eisenbahnbrücke her, die in direkter Nachbarschaft die Bremer Straße mit der Bahnverbindung nach Bremen überquert. 1995 wurden die Namensrechte an die Unternehmensgruppe des langjährigen Präsidenten und Mäzen des VfL Osnabrück, Hartwig Piepenbrock, verkauft und das Stadion in „Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke“ umbenannt.[1]

Im Jahr 2004 wurden die Namensrechte durch das Telekommunikationsunternehmen Osnatel erworben, das Stadion erhielt den Namen Osnatel-Arena (eigene Schreibweise: osnatel ARENA). Zum Jahresende 2016 lief der Namensrechtsvertrag mit EWE Tel, mittlerweile Mutterkonzern von Osnatel, aus. Auf der Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück am 16. Januar 2017 wurde das neue Sponsoring-Konzept für das Stadion präsentiert. Es trägt demnach zukünftig wieder seinen traditionellen Namen „Stadion an der Bremer Brücke“, dafür sollen die Tribünen Namen von Sponsoren erhalten.[2] Dies wurde zur Saison 2017/18 umgesetzt: Die Südtribüne mit dem Sponsor Stadtwerke Osnabrück wurde in Stadtwerke Südtribüne, die Nordtribüne mit dem Sponsor Sparkasse Osnabrück in GiroLive Nordtribüne umbenannt.[3]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion an der Bremer Brücke befindet sich im Eigentum der VfL Osnabrück Stadion GmbH & Co. KG (im Vereinsumfeld häufig nur „Stadion-KG“ genannt). Diese Eigentumsgesellschaft befindet sich wiederum zu 95 % im Besitz des Verein für Leibesübungen von 1899 e. V. Osnabrück („VfL Osnabrück“) und zu 5 % im Besitz der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH („OBG“), einer Tochtergesellschaft der Stadt Osnabrück. Die VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA, die für den Spielbetrieb der Profimannschaft des VfL zuständig ist, nutzt das Stadion über einen Pachtvertrag und ist auch für dessen Betrieb und Instandhaltung verantwortlich.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Spatenstich erfolgte am 21. November 1931. Auf einem Wiesengelände an der Brücke der Eisenbahnlinie nach Bremen baute der SC Rapid Osnabrück eine Sportstätte mit 9.000 Stehplätzen. 1939 wurde die Bremer Brücke um eine Sitzplatztribüne für 500 Zuschauer erweitert. Als erste große Partie im neuen Stadion des VfL Osnabrück gilt das Spiel vom 19. November 1939, als die lila-weiße Elf den deutschen Meister FC Schalke 04 vor 13.000 Zuschauern mit 3:2 schlug. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stadion fast völlig zerstört und der Verein musste bis zum Neubau ins sogenannte Wembleystadion, einem Platz an der Jahnstraße, der von den britischen Soldaten zur Verfügung gestellt wurde, ausweichen.

Am 27. Juli 1946 war die Bremer Brücke wieder aufgebaut und der Spielbetrieb wurde wieder aufgenommen. 1952 wurde das Stadion für das Meisterschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart ausgebaut. Ziel war es, die Bremer Brücke in nur 18 Tagen auf 35.000 Plätze zu erweitern. Schließlich waren am 27. April 1952 weit mehr als 35.000 Zuschauer im Stadion, auch wenn offizielle Quellen von 32.500 Besuchern ausgingen.[5] In jenen Jahren konnte der Übergang zwischen der Westkurve und der Nordtribüne aus rechtlichen Gründen nicht errichtet werden. Ein Kleingärtner weigerte sich, sein Grundstück zu verkaufen, und so blieb 35 Jahre lang eine Lücke im Stadion.

1969 wurde das Fassungsvermögen der Bremer Brücke aus Sicherheitsgründen auf 28.500 begrenzt. Im Jahr 1968 wurde für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga eine provisorische Tribüne errichtet. Das Richtfest für die dreiseitige Sitz- und Stehplatztribüne war 1974. Am 11. Februar 1975 wurde die Flutlichtanlage eingeweiht. Diese Erweiterungen waren nötig, um die Bewerbung des Vereins um einen Platz in der Zweiten Bundesliga zu unterstützen. Im Jahre 2000 wurde die Sitzplatztribüne mit Schalensitzen aus dem alten Leverkusener Stadion ausgerüstet.

Neubau der Nordtribüne und Modernisierung ab 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. April 2008 wurde mit dem Abriss der alten Nordtribüne begonnen, die durch eine moderne, überdachte Sitzplatztribüne ersetzt wurde. Im Ligaspiel gegen den SC Freiburg am 22. August 2008 wurde diese zum ersten Mal benutzt. In der „Affenfelsen“ genannten Nordost-Ecke entstanden zudem 750 neue Stehplätze. Die Gesamtkapazität sank dadurch auf 16.130 Plätze, der Anteil der Sitzplätze stieg jedoch auf 5.655, rund 35 Prozent. Das ermöglicht dem VfL höhere Einnahmen pro verkauftem Ticket. Außerdem entstanden an der Südtribüne neue Verwaltungsräume, an der Westkurve wurde der zur Stadt hin gelegene Vorplatz neu gestaltet. Im Innenraum wurden eine Rasenheizung verlegt und zwei je 25 Quadratmeter große LED-Videowände installiert. Die Stadt Osnabrück sorgte für eine Verbindung zwischen dem Außenbereich der Nord- und Ostkurve, sodass man nun beinahe das ganze Stadion zu Fuß umrunden kann. Am 30. Januar 2009 war das Stadion beim Heimspiel des VfL Osnabrück gegen den FC St. Pauli (2:2) erstmals seit dem Umbau ausverkauft.

Das letzte Stück zwischen Nordtribüne und Westkurve konnte zunächst nicht ausgebaut werden, weil sich die Eigentümerin eines dahinter befindlichen Grundstückes seit Jahrzehnten weigerte, aufgrund einer weit zurückliegende Fehde zwischen ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann und dem damaligen VfL-Präsidenten Friedel Schwarze das Grundstück an den VfL zu verkaufen. Erst im Oktober 2010 konnte nach längeren Verhandlungen der Kauf abgeschlossen werden. Im Dezember 2010 begann man mit vorbereitenden Maßnahmen zum weiteren Ausbau des Stadions. Zwei Monate später wurde damit begonnen, das noch unüberdachte Teilstück der Nordtribüne um 503 Sitzplätze zu erweitern und zu überdachen. Mittlerweile ist das ganze Stadion bis auf einen kleinen Teil der Gästestehplätze überdacht.

Zur Saison 2015/16 fanden erneut kleinere Sanierungsarbeiten in der Arena statt. So wurden die Toiletten in der Ostkurve erneuert und der Eingang zum Gästeblock überarbeitet.[6] 2016 wurde bekannt, dass das Stadion durch die Kooperation des VfL mit der niederländischen Firma SportLED künftig mit LED-Werbebanden ausgestattet sein wird.[7]

Heutige Stadionbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Süden ausgehend gliedert sich das Stadion entgegen dem Uhrzeigersinn in folgende Bereiche:[8]

Die Stadtwerke Südtribüne ist eine reine Sitzplatztribüne mit einem Familienblock, der V.I.P.-Tribüne, den V.I.P.-Lounges sowie der Sprecherkabine. An die Tribüne ist ein Verwaltungsgebäude angegliedert, das die Geschäftsstelle des VfL Osnabrück und einen Fanshop beherbergt. Am Dach der Süd-Ost-Ecke ist eine der beiden Videowände des Stadions angebracht.

Die Ostkurve ist eine reine Stehplatztribüne mit dem Fanblock des VfL, Gästefans haben keinen Zutritt.

In der Nord-Ost-Ecke befindet sich der so genannte Affenfelsen mit Stehplätzen. Die 2008 eröffnete GiroLive Nordtribüne ist eine Sitzplatztribüne mit dem Pressebereich, einem weiteren Familienblock, den Gäste-Sitzplätzen sowie den so genannten Firmenboxen. Diese werden von Sponsoren gemietet, deren Mitarbeiter sich z. B. während des Spiels Speisen und Getränke am Platz servieren lassen können. Auch die Umkleiden und Räumlichkeiten der Spieler sind in die Tribüne integriert.

Die Nord-West-Ecke des Stadions gehörte zur alten Nordtribüne. Mittlerweile wird der Bereich nicht mehr regulär für Zuschauer genutzt, sondern dient als Pufferzone. Hier ist die zweite Videowand installiert.

Die Westkurve ist eine Stehplatztribüne. Im Nordteil der Tribüne befindet sich der Gästeblock, während der Südteil für Heimfans reserviert ist. An die Tribüne angegliedert sind die ehemaligen Umkleideräume der Spieler, heute werden die Räumlichkeiten als Betriebsgebäude genutzt. Die Tribünenteile sind durch den alten Spielertunnel getrennt. In der Süd-West-Ecke befindet sich die Joe Enochs Kindertribüne. Kinder im Alter von 5 bis 12 können hier ohne Eltern, jedoch unter Aufsicht, das Spiel verfolgen.

Weitere Ausbauplanungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war geplant, in der noch freien Nord-West-Ecke der Arena einen V.I.P.-Turm für die Sponsoren zu bauen, der mit zwölf Lounges für jeweils zwölf Personen auf insgesamt vier Stockwerken hätte aufwarten können. Zusätzlich sollte eine Fankneipe hinter der Ostkurve eingerichtet werden. Der Verein plante hierfür ca. 2 Millionen Euro ein. Die Baumaßnahmen sollten direkt nach Abschluss der Erweiterung der Nordtribüne beginnen, jedoch konnten nicht rechtzeitig genügend Lounges verkauft werden, sodass der Baubeginn für den V.I.P.-Turm zunächst verschoben wurde.[9] Außerdem war geplant, die West- und die Ostkurve auszubauen, sodass die Kapazität des Stadions (wieder) auf ca. 22.500 Zuschauer steigt. Nach dem erneuten Abstieg des VfL in die Drittklassigkeit wurden die Ausbaupläne jedoch bis auf weiteres auf Eis gelegt.

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadion an der Bremer Brücke wurden bisher sieben Länderspiele der Deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft ausgetragen. Das wichtigste war das Endspiel bei der Europameisterschaft 1989 gegen Norwegen, das mit 4:1 gewonnen wurde. 23.000 Zuschauer sahen das Spiel in Osnabrück, ein bis zum 22. April 2009 gültiger Rekord für ein Heimspiel der deutschen Nationalelf.

  • Spiele der Frauen-Nationalmannschaft
Datum Gegner Ergebnis Spielart
10. Mai 1989 DanemarkDänemark Dänemark 1:0 Freundschaftsspiel
02. Juli 1989 NorwegenNorwegen Norwegen 4:1 Endspiel der EM 1989
27. Okt. 1994 RusslandRussland Russland 4:0 EM-Viertelfinale (Rückspiel)
16. Juli 2000 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 1:3 Turnier „100 Jahre DFB“
21. Apr. 2005 KanadaKanada Kanada 3:1 Freundschaftsspiel
03. Juni 2011 ItalienItalien Italien 5:0 Freundschaftsspiel
08. Mai 2014 SlowakeiSlowakei Slowakei 9:1 Qualifikationsspiel zur WM 2015
12. Apr. 2016 KroatienKroatien Kroatien 2:0 Qualifikationsspiel zur EM 2017

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadion an der Bremer Brücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Stadion "Bremer Brücke" in Osnabrück, radiobremen.de, 19. April 2017, abgerufen am 21. November 2017.
  2. liga3-online.de: Osnabrück: Aus "Osnatel-Arena" wird wieder "Bremer Brücke" Artikel vom 16. Januar 2017
  3. Stadtwerke und Sparkasse Osnabrück neue Tribünen-partner an der Bremer Brücke, vfl.de, 28. Juli 2017.
  4. „Unser VfL Konzern“ - Organigramm des VfL Osnabrück, erstellt durch die VfL-Fanabteilung.
  5. Lilaweiss.de Stadion
  6. VfL Osnabrück saniert Toiletten in der Fankurve. In: noz.de. 10. Juli 2015; abgerufen am 29. Juni 2016.
  7. SportLED und der VfL Osnabrück schließen langfristige Partnerschaft. In: vfl.de. 14. Juni 2016; abgerufen am 29. Juni 2016.
  8. VfL-Stadion. In: vfl.de. Abgerufen am 29. Juni 2016.
  9.  Neue Osnabrücker Zeitung: VfL plant V.I.P.-Tower in Omas Garten. Ausgabe vom 16. Februar 2011, abgerufen am 8. Dezember 2015.