Ottnang am Hausruck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Ottnang am Hausruck
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ottnang am Hausruck
Ottnang am Hausruck (Österreich)
Ottnang am Hausruck
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Hauptort: Ottnang
Fläche: 30,32 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 13° 40′ OKoordinaten: 48° 5′ 44″ N, 13° 39′ 41″ O
Höhe: 554 m ü. A.
Einwohner: 3.897 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 4901
Vorwahl: 07676
Gemeindekennziffer: 4 17 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Marktplatz 1
4901 Ottnang am Hausruck
Website: www.ottnang.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Helml (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
9
8
5
3
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Ottnang am Hausruck im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im HausruckwaldAttersee am AtterseeAttnang-PuchheimAtzbachAurach am HongarBerg im AttergauDesselbrunnFornachFrankenburg am HausruckFrankenmarktGampernInnerschwand am MondseeLenzingManningMondseeNeukirchen an der VöcklaNiederthalheimNußdorf am AtterseeOberhofen am IrrseeOberndorf bei SchwanenstadtOberwangOttnang am HausruckPfaffingPilsbachPitzenbergPöndorfPuchkirchen am TrattbergPühretRedleitenRedlhamRegauRüstorfRutzenhamSchlattSchörfling am AtterseeSchwanenstadtSeewalchen am AtterseeSt. Georgen im AttergauSt. LorenzSteinbach am AtterseeStraß im AttergauTiefgrabenTimelkamUngenachUnterach am AtterseeVöcklabruckVöcklamarktWeißenkirchen im AttergauWeyregg am AtterseeWolfsegg am HausruckZell am MoosZell am PettenfirstOberösterreichLage der Gemeinde Ottnang am Hausruck im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Ottnang am Hausruck ist eine Marktgemeinde im Bezirk Vöcklabruck im oberösterreichischen Hausruckviertel mit 3897 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottnang am Hausruck liegt auf 554 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,8 km, von West nach Ost 7,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 30,3 km². 32,6 % der Fläche sind bewaldet, 57,6 % sind landwirtschaftlich genutzt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ottnang ist eine regionale Zeitspanne im Tertiär benannt, das Ottnangium, auch als Ottnang-Stufe oder Ottnangien bezeichnet, gelegentlich verkürzt zu Ottnang. Das Ottnangium ist eine regionale chronostratigraphische Stufe des Miozäns (Neogen) im zentralen Paratethys-Bereich. Ausschlaggebend für die Namensgebung dieser geologische Stufe sind Gesteine, die in Ottnang und Umgebung auftreten und dort gut erforscht werden konnten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Achleithen (25)
  • Bärnthal (34)
  • Bergern (237)
  • Bruckmühl (275)
  • Deisenham (28)
  • Englfing (300)
  • Gatterlacken (11)
  • Grub (46)
  • Grünbach (36)
  • Hagleithen (69)
  • Hausruckedt (183)
  • Holzham (54)
  • Holzleithen (157)
  • Hub (21)
  • Kronabitten (24)
  • Kropfling (46)
  • Laah (5)
  • Manning (3)
  • Mansing (20)
  • Mitterarming (17)
  • Niederpuchheim (53)
  • Oberkienberg (16)
  • Obermühlau (125)
  • Ottnang (967)
  • Plötzenedt (24)
  • Rackering (68)
  • Redl (128)
  • Roithing (19)
  • Schachen bei Furtpoint (18)
  • Schlag (149)
  • Simmering (4)
  • Stockedt (74)
  • Thomasroith (465)
  • Untermühlau (121)
  • Vorderarming (3)
  • Vornwald (17)
  • Walding (32)
  • Wassenbrunn (15)
  • Wiesing (8)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberschwang (RI) Geboltskirchen (GR)
Ampflwang im Hausruckwald Nachbargemeinden Wolfsegg am Hausruck
Zell am Pettenfirst Ungenach Manning

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Auf dem Schloss Oberbergham in der Ortschaft Plötzenedt war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert der österreichische Zweig des Adelsgeschlechts der Pflachern ansässig.

Während der Napoleonischen Kriege war Ottnang mehrfach besetzt.

Während der Februarkämpfe 1934 kam es in der Ortschaft Thomasroith zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Die Gemeinde war bis Ende 2004 Teil des Gerichtsbezirks Schwanenstadt und wurde per 1. Jänner 2005 Teil des Gerichtsbezirks Vöcklabruck.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ottnang am Hausruck
  • Katholische Pfarrkirche Bruckmühl Heiliges Herz Jesu
  • Katholische Pfarrkirche Ottnang am Hausruck hl. Stephan: Die von einem Friedhof umgebene Kirche wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie unter Carlo Antonio Carlone zur jetzigen dreischiffigen Form umgebaut und erweitert.
  • Der Südfeldstollen in Thomasroith wurde als Schaustollen vom Bergknappenverein Thomasroith eingerichtet und erinnert an die rund 250 Jahre Braunkohle-Bergbau im Hausruckgebiet – u. a. auch in Thomasroith, wo einst die Bergdirektion stand.
  • Das Haus von Thomas Bernhard in Ottnang; diese Liegenschaft mit den Hausnamen „Hanspaul“, auch „Quirchtenhaus“, wurde von Thomas Bernhard 1972 von der Familie Huemer erworben und neugestaltet. Der Museumsteil kann in der Zeit von Ostern bis Ende Oktober nach Voranmeldung bei der Thomas Bernhard Nachlaßverwaltung (07612/64475 bzw. über thomasbernhard63@hotmail.com) gegen einen Unkostenbeitrag von € 5.- pro Person besichtigt werden.[2][3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich aus der ehemaligen Zimmerei Weidinger das heute noch bestehende Unternehmen Holztreppen Weidinger. Anfang der 1970er Jahre machten sich einige Mitarbeiter dieses Unternehmens selbständig und gründeten „Hausjell, Purrer & Stockinger Holztreppenbau“.

Ein weiterer bedeutender Betrieb der Region ist Engel Glas im Ortsteil Redl.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1850 waren:[5]

  • 1850–1855 Leopold Sickinger
  • 1855–1861 Carl Watzinger
  • 1861–1864 Lorenz Purrer
  • 1864–1867 Michael Fellinger
  • 1867–1870 Franz Voraberger
  • 1870–1873 Peter Starlinger
  • 1873–1876 Josef Baumgartner
  • 1876–1879 Leopold Mair
  • 1879–1882 Josef Grösslinger
  • 1882–1885 Franz Mairinger
  • 1885–1894 Josef Gröstlinger
  • 1894–1900 Ignaz Voraberger
  • 1900–1903 Josef Holl
  • 1903–1906 Johann Imlinger
  • 1906–1909 Ludwig Fellinger
  • 1909–1912 Johann Imlinger
  • 1912–1919 Johann Hiptmair
  • 1919–1934 Michael Katzlberger
  • 1934–1934 Karl Hittmayer
  • 1934–1942 Josef Kapeller
  • 1942–1945 Ignaz Starlinger
  • 1945–1961 Konrad Fous
  • 1961–1978 Josef redlinger
  • 1978–1979 Leopold Thaller
  • 1979–1991 Johann Fellner
  • 1991–2003 Friedrich Lidauer
  • 2003–2015 Josef Senzenberger
  • 2015–2021 Friedrich Neuhofer
  • seit 2021 Peter Helml

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Zwischen grünen, gezähnten Flanken in Silber ein schwarzer, aufgerichteter Bär mit roter Zunge und roten Krallen, der in der linken Tatze eine schwarze, rot leuchtende Grubenlampe hält. Die Gemeindefarben sind Weiß-Grün.

Das Gemeindewappen wurde 1971 verliehen. Der Bär verweist auf die Ortschaft Bärnthal, die Grubenlampe auf den ehemaligen Braunkohleabbau in Thomasroith.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Haas, genannt Schmidtofferl, 1817 Anführer einer Abspaltung der Sekte der Pöschlianer
  • Gustav Ehart (1876–1968), Eisenbahner und sozialdemokratischer Abgeordneter zum OÖ. Landtag
  • Josef Skrabal (1892–1934), Kämpfer im Österreichischen Bürgerkrieg 1934
  • Maria Enser (1900–1989), SPÖ-Abgeordnete zum Nationalrat
  • Alois Kaltenbrunner (1901–1966), SPÖ-Abgeordneter zum OÖ.-Landtag
  • Wilhelm Remplbauer (1933–1992), SPÖ-Abgeordneter zum Nationalrat
  • Barbara Prammer (1954–2014), Politikerin (SPÖ), 2006–2014 Präsidentin des Nationalrats
  • Chris Müller (* 1973), Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden Tabakfabrik Linz, Intendant Theater Hausruck
  • Marianne Gesswagner (* 1977), Sängerin
  • Walther Koller (* 1. Juli 1920 in Ottnang am Hausruck; † 2. März 2014 in Faistenau) war praktischer Arzt, Ehrenbürger und Träger des Ehrenrings der Gemeinde Faistenau.
  • Franz Hitzenberger (1921–2014), Begründer der Rot Kreuz Stelle Thomasroith – Goldenes Verdienstzeichen der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Bernhard (1931–1989), gilt international als einer der bedeutendsten österreichischen und deutschsprachigen Autoren; er besaß in Ottnang das frühere Wohnhaus eines Braunkohlearbeiters und Imkers mit Wirtschaftsteil.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ottnang am Hausruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. https://thomasbernhard.at/die-haeuser/fotogalerie/ottnang/
  3. https://thomasbernhard.at/die-haeuser/das-bernhard-haus/
  4. https://orf.at/wahl/ooe21/ergebnisse/41722
  5. Gemeinden, Ottnang am Hausruck. Land Oberösterreich -, abgerufen am 11. Oktober 2021.
  6. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (3. Nachtrag). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 1/2, 1973, S. 13 (PDF [1,5 MB] im Forum OoeGeschichte.at).