Riocavado de la Sierra

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Gemeinde Riocavado de la Sierra
Riocavado de la Sierra – Ortsbild
Riocavado de la Sierra – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Riocavado de la Sierra
Riocavado de la Sierra (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Sierra de la Demanda
Koordinaten 42° 13′ N, 3° 18′ WKoordinaten: 42° 13′ N, 3° 18′ W
Höhe: 1181 msnm
Fläche: 43,32 km²
Einwohner: 59 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,36 Einw./km²
Postleitzahl: 09615
Gemeindenummer (INE): 09318 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Riocavado de la Sierra www.riocavadodelasierra.es/ Ayuntamiento de Riocavado de la Sierra

Riocavado de la Sierra ist eine kleine Gemeinde (municipio) mit 59 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) in der nordspanischen Provinz Burgos in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Die romanische Kirche Santa Columba ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) anerkannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riocavado de la Sierra liegt im Herzen der Sierra de la Demanda in einer Höhe von etwa 1180 Metern ü. d. M. Die nächstgelegene Stadt ist das etwa 20 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich gelegene Salas de los Infantes; die Provinzhauptstadt Burgos ist etwa 70 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hatte der Ort im 19. Jahrhundert zeitweise noch über 300 Einwohner, so sind es derzeit nur noch um die 50.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die Bewohner der meisten Bergorte im Norden Spaniens, so lebten auch die Riocavadeños jahrhundertelang als Selbstversorger von der Viehzucht (Schafe und Ziegen) und von ein wenig Ackerbau (Gerste und Weizen). Aus der Milch der Tiere wurde ein haltbarer Käse hergestellt, der sich manchmal auf den Märkten der weit entfernten Städte verkaufen ließ. Ähnliches gilt für die Schafswolle, die jedoch auch für die Herstellung der eigenen Kleidung benötigt wurde; aus den Ziegenhaaren wurden Seile etc. geflochten. In der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchten viele Zuwanderer ihr Glück als Minenarbeiter in den Bergwerken (Eisen, Kupfer, Blei und Kohle) der Umgebung.

Mittlerweile spielen der Tages- und Wochenendtourismus sowie die Vermietung von Ferienhäusern (casas rurales) eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist anzunehmen, dass die Gründung des Ortes in die Zeit der Wiederbesiedlung (repoblación) der – nach der Eroberung (conquista) durch die Mauren – weitgehend menschenleeren Gebiete im Norden der Iberischen Halbinsel fällt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1028; durch seine abgelegene Lage war der Ort vor erneuten Angriffen der Mauren, die sich in die weiter südlich gelegenen Regionen zurückgezogen hatten, weitgehend geschützt. Durch die nahegelegenen Erz- und Kohlebergwerke erlebte der Ort im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine kurze Blütezeit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iglesia de Santa Columba
  • Die etwa in die Mitte des 12. Jahrhunderts zu datierende romanische Pfarrkirche (Iglesia de Santa Columba) beeindruckt vor allem durch ihre handwerklich perfekte Ausführung aus exakt bearbeiteten Hausteinen – ein Aspekt, der auf wandernde Steinmetze schließen lässt. Die Apsis ist von Halbsäulenvorlagen in vertikale Felder unterteilt, die von – meist fensterlosen und im Scheitelpunkt leicht angespitzten – Blendbögen aufgelockert werden. Auf der Nordseite erhebt sich ein schlanker und weitgehend ungegliederter Glockenturm, der gleichzeitig der Stabilisierung der Außenwand dient. Die südliche Langhauswand, in der sich auch das nachträglich im 16. Jahrhundert hier eingebaute Portal befindet, ist dagegen durch Strebepfeiler statisch gesichert. In der vollkommen schmucklosen Westfassade ist noch deutlich das zugemauerte ehemalige Portal zu erkennen. Das einschiffige Innere der Kirche erhielt im 16. Jahrhundert ein Rippengewölbe; die von einem Chorbogen begrenzte Apsis ist noch von der originalen halbkuppelförmigen Kalotte bedeckt.
  • Einige Häuser im Ort sind mit Wappen etc. geschmückt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riocavado de la Sierra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).