Belorado

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Gemeinde Belorado
Belorado – Plaza Mayor und Iglesia San Pedro
Belorado – Plaza Mayor und Iglesia San Pedro
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Belorado
Belorado (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Montes de Oca
Koordinaten 42° 25′ N, 3° 11′ WKoordinaten: 42° 25′ N, 3° 11′ W
Höhe: 772 msnm
Fläche: 133,41 km²
Einwohner: 1.911 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 14,32 Einw./km²
Postleitzahl: 09250
Gemeindenummer (INE): 09048 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.belorado.org

Belorado ist ein Ort am Jakobsweg in der spanischen Provinz Burgos der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León mit etwa 1911 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belorado liegt etwa 47 Fahrtkilometer östlich von Burgos am Fuß der Montes de Ayago und ist Hauptort eines Municipios, zu dem noch die Ortschaften Eterna, Puras de Villafranca y Quintanaloranco, Avellanosa de Rioja, Castil de Carrias, Loranquillo und San Miguel de Pedroso gehören. Durch die Gemeinde fließt der Ebrozufluss Río Tirón, der in der Sierra de la Demanda entspringt. Das als Conjunto histórico-artístico anerkannte Ortszentrum von Briviesca liegt etwa 25 Kilometer nördlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2012
Einwohner 2.741 2.259 2.165 2.185 2.019 2.082

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Ort stets zwischen 2.300 und 3.000 Einwohner. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner seit der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Ortes geht möglicherweise auf den keltiberischen Stamm der Autrigonier[2] zurück. Später war Belorado römisch besiedelt, erlangte aber erst im Mittelalter Bedeutung, als es zum Grenzort zwischen Navarra und Kastilien wurde und von Alfons I. ein Fuero zugestanden bekam.

Grundlage für seine Entwicklung war u. a. die Lage Belorados am Übergang vom Ebrotal zur Meseta. Um diesen Landstrich zu kontrollieren wurde zu Beginn der Reconquista die Burg auf einem Hügel nahe dem Ort erbaut. Die Bevölkerung, die ursprünglich näher am Fluss gesiedelt hatte, zog daraufhin in den Schutz der Befestigungsanlage. Rodrigo Díaz de Vivar, genannt „El Cid“, erhielt diese Burg von Ferdinand I., dem ersten kastilischen König, als Hochzeitsgeschenk zu seiner Heirat mit Jimena Díaz.

Im 10. Jahrhundert dankte Fernán González, erster unabhängiger Graf der Grafschaft Kastilien, dem Ort die Mithilfe bei seiner Befreiung aus navarresischer Gefangenschaft durch das Recht, montags einen Markt abzuhalten. Dieser Brauch hat bis in die heutige Zeit überlebt und belebt zum Wochenanfang die Plaza Mayor in Belorado.

Die wirtschaftliche Basis Belorados ergab sich sowohl aus seiner Lage an einer Wegkreuzung und an der Reichsgrenze: Neben zwischenstaatlichem Handel fand hier auch der Austausch zwischen den Landwirten der Ebene und den Viehzüchtern der nahegelegenen Berge statt. Auch die Lage am Jakobsweg trug zur wirtschaftlichen Blüte des Ortes bei.

Im Jahre 1116 gestand Alfons I. dem Ort das oben erwähnte Gewohnheitsrecht fuero zu, das unter anderem das Abhalten einer jährlichen Messe (feria) beinhaltete. Es handelt sich dabei um die älteste in Spanien dokumentierte feria, die die Handelsaktivitäten der damals schon bedeutsamen Judería (jüdisches Viertel, unterhalb der Burg gelegen)[3] und damit den Wohlstand der gesamten Stadt weiter förderte.

Die Stadt wuchs weiter, und zu Beginn des 13. Jahrhunderts durfte der Stadtrat aufgrund eines königlichen Privilegs Alfons VIII. seine Dokumente mit einem Siegel legitimieren. Weitere königliche Zuwendungen erfolgten durch Alfons den Weisen, der bei seinen Aufenthalten der Stadt bedeutende Schenkungen tätigte.

Peter der Grausame dankte den Einwohnern der Stadt geleistete Unterstützung im Krieg, nach seinem Tod strafte die neue Dynastie unter Heinrich von Trastamara die Stadt für eben jene Unterstützung mit dem Entzug von Privilegien wie der Aberkennung des Status als „königliche Stadt“. Der Judería erlegte sie Steuern und Dienste auf, die jedes Mal demütigender waren und den Exodus der Juden aus der Stadt vorbereiteten.

Die Katholischen Könige beförderten schließlich mit der Vertreibung der Juden zugleich den Ruin der Stadt. Ungeachtet des Dekrets blieben einige wohlhabende Familien, die zum christlichen Glauben konvertierten. Spross einer dieser Familien war der hier geborene Simón Ruiz, der spätere Bankier Philipps II.

Während die Entwicklung der Stadt im Mittelalter durch die verschiedenen Könige beeinflusst wurde, gelangte Belorado im Übergang zur Neuzeit in den Herrschaftsbereich der Kronfeldherren von Kastilien (Condestables de Castilla). Wichtige Adelsfamilien lebten hier, deren Abkömmlinge sich u. a. als Konquistadores bei der Eroberung Amerikas, in den Geisteswissenschaften (z. B. Lehrer der Töchter Philipps II.) oder in den Naturwissenschaften (Expeditionsleitung durch Hipólito Ruiz zum Studium der amerikanischen Flora) einen Namen machten.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marienkirche (Iglesia de Santa María), mit einem qualitätvollen Altarretabel aus dem 16. Jahrhundert in der Jakobskapelle
  • Peterskirche (Iglesia de San Pedro), 17. Jahrhundert
  • Ermita Unserer Lieben Frau von Betlehem (Ermita de Nuestra Señora de Belén), einziges Zeugnis des alten Pilgerhospiz, rekonstruiert im 18. Jahrhundert
  • Franziskanerkloster (Convento de San Francisco), 1250 gegründet, Übernachtungsort des heiligen Bernhardin von Siena während seiner Wallfahrt nach Santiago de Compostela, heute zum Wohngebäude umgebaut
  • Klarissenkloster (Convento de Nuestra Señora de Bretonera), 16. Jahrhundert, aktives Kloster
  • Hauptplatz (Plaza Mayor), typisch spanischer Hauptplatz mit Arkaden
  • Ruinen der Burg (im Mittelalter wichtige Grenzfestung zu Navarra) und alte Stadtmauer (muralla)
  • Eremitenhöhle des heiligen Caprasio (Cuevas de San Caprasio), der Legende nach Rückzugsort des Heiligen

Fiestas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patronatsfest “San Vitores”: 26. August
  • Erntedank: erstes Septemberwochenende
  • Fiesta der “Virgen de Belén”: 25. Januar

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cordula Rabe: Spanischer Jakobsweg. Von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München 2008, ISBN 978-3-7633-4330-0 (Rother Wanderführer).*Míllan Bravo Lozano: Praktischer Pilgerführer. Der Jakobsweg. Editorial Everest, Léon 1994, ISBN 84-241-3835-X.
  • Míllan Bravo Lozano: Praktischer Pilgerführer. Der Jakobsweg. Editorial Everest, Léon 1994, ISBN 84-241-3835-X.
  • López Bernal, Hipólito. Apuntes históricos de Belorado. Estepa: Imp. de Antonio Hermoso, 1907 (spanisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Belorado – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Die Annahme stützt sich auf archäologische Funde von Stelen, Freundschaftsplättchen (tesseras) und Münzen, die diesem Stamm zugeordnet werden.
  3. Das Vorhandensein der Juderías war oft Indikator für Handelsaktivitäten und bis zur Vertreibung der Juden aus Spanien meist deren Zentrum in einer Stadt.
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