Lerma (Burgos)

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Gemeinde Lerma
Lerma – Ortsansicht mit Palacio Ducal und Colegiata San Pedro
Lerma – Ortsansicht mit Palacio Ducal und Colegiata San Pedro
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Lerma
Lerma (Burgos) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Burgos
Comarca: Arlanza (Comarca)
Koordinaten 42° 2′ N, 3° 45′ WKoordinaten: 42° 2′ N, 3° 45′ W
Höhe: 849 msnm
Fläche: 166,4 km²
Einwohner: 2.652 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 15,94 Einw./km²
Postleitzahl: 09340
Gemeindenummer (INE): 09194 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Lerma www.lerma.burgos.es/ Ayuntamiento de Lerma

Lerma ist eine spanische Gemeinde (municipio) mit 2652 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Süden der Provinz Burgos in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Die Altstadt von Lerma ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lerma liegt auf einer Anhöhe über dem Tal des Río Arlanza in einer Höhe von etwa 850 Meter ü. d. M. knapp 40 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich von Burgos. Zusammen mit den mittelalterlichen Orten Covarrubias (ca. 23 Kilometer östlich) und Santo Domingo de Silos (ca. 31 Kilometer südöstlich) bildet Lerma das sogenannte „Dreieck von Arlanza“ (Triángulo de Arlanza). Die Entfernung nach Madrid beträgt gut 200 Kilometer.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2012
Einwohner 2.605 2.575 2.591 2.417 2.502 2.886

Im 20. Jahrhundert unterlag die Einwohnerzahl Lermas nur geringfügigen Schwankungen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umland von Lerma ist landwirtschaftlich geprägt; die Stadt bot die notwendigen regionalen Dienstleistungen in den Bereichen Handwerk und Handel. Bereits seit geraumer Zeit spielen der Tages- und Wochenendtourismus eine wesentliche Rolle im Wirtschaftsleben der Kleinstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rubens – Der Herzog von Lerma (1603)

Die Anhöhe von Lerma war schon in prähistorischer Zeit als natürlicher Festungshügel genutzt worden; aus römischer, frühmittelalterlicher oder islamischer Zeit fehlen jedoch Textquellen und Funde und somit gesicherte Erkenntnisse. Bei Lerma führte die Cañada Burgalesa vorbei, einer von mehreren bereits im Hochmittelalter genutzten Triftwegen für die großen Schafherden aus dem Süden Spaniens; in dieser Zeit entstand die mittelalterliche Stadt mit einem großen zentralen Platz und einer Wehrmauer mit vier Toren.

Doch erst durch die baulichen Aktivitäten des Francisco Gómez de Sandoval y Rojas, Marqués de Denia, Duque de Lerma (1553–1625) erhielt der Ort im beginnenden 17. Jahrhundert sein heutiges Aussehen. Der „Herzog von Lerma“ war ein Enkel des Jesuitengenerals Francisco de Borja und ein führender Vertreter der Gegenreformation in Spanien. Er diente dem spanischen König Philipp III. als Minister und wurde 1618 zum Kardinal der römisch-katholischen Kirche ernannt. Vom Architekten Francisco de Mora (1553–1610), einem Schüler bzw. Nachahmer Juan de Herreras (1530–1597), dem Planer und Erbauer des Escorial, ließ er Anfang des 17. Jahrhunderts den herzoglichen Palast von Lerma sowie vielleicht auch einige Nebenbauten − darunter den Konvent von San Blas – errichten, wodurch der Ort ein weitgehend einheitliches architektonisches Gepräge erhielt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzogspalast und Kirche San Blas
Plaza Mayor
Kollegiatkirche San Pedro
Stadttor Puerta de la Cárcel
  • Der Herzogspalast (Palacio Ducal de Lerma) wurde in den Jahren 1601–1617 erbaut und ist das beherrschende Gebäude des von Arkadenhäusern umstandenen rechteckigen Platzes. Das stilistisch dem Escorial nachempfundene Gebäude dient heute als Parador.
  • Rechts neben den Herzogspalast – und früher durch einen Arkadengang mit ihm verbunden – steht die Kirche des Konvents von San Blas (Convento de San Blas).
  • Aus spätmittelalterlicher Zeit stammt der große zentrale Platz – mit fast 7000 m² einer der größten Spaniens. Er wurde möglicherweise auf Anordnung des Herzogs umgestaltet.
  • Der Clarissenkonvent (Monasterio de la Ascensión de Nuestro Señor) wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von einer Schwiegertochter des Herzogs von Lerma in Auftrag gegeben und im Jahre 1610 fertiggestellt.
  • Zwischen dem Clarissenkonvent und dem Karmelitinnenkonvent befindet sich die Plaza Santa Clara. Die offenen Arkadenbögen an der Nordseite ermöglichen schöne Blicke über das Land.
  • Der Karmelitinnenkonvent (Convento de Santa Teresa) stammt ebenfalls aus dem beginnenden 17. Jahrhundert und wurde in Anwesenheit Philipps III. im Jahre 1617 eingeweiht.
  • Die ehemalige Klosterkirche des Dominikanerordens (Santo Domingo) steht im Süden der Stadt und hat einen gesprengten barocken Glockengiebel; sie wurde ebenfalls im Jahr 1617 fertiggestellt. In den ehemaligen Klostergebäuden ist heute das Rathaus (ayuntamiento) untergebracht.
  • Die dreischiffige Kollegiatkirche (Colegiata San Pedro (Lerma)) erhebt sich genau gegenüber dem Herzogspalast, aber etwa 300 Meter von diesem entfernt. Ihr Turm ahmt die Türme des Herzogspalasts nach. Das Innere beherbergt eine reichhaltige Ausstattung.
  • Das Gefängnistor (Puerta de la Cárcel) und spärliche Reste der ehemaligen Stadtmauern sind architektonische Zeugnisse aus dem Spätmittelalter.
  • Ebenfalls aus dem 14./15. Jahrhundert stammt eine Steinbogenbrücke über den Río Arlanza.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lerma ist der Schauplatz eines Theaterstücks:

Lerma war Drehort zweier spanischer Spielfilme:

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quisiera que tú hubieras visto ... la hermosa plaza de Lerma, un cuadro como en pintura... („Ich wünschte, dass Du den herrlichen Ort Lerma gesehen hättest – ein Bild wie ein Gemälde...“ Lope de Vega: „La burgalesa de Lerma“)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lerma (Burgos) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).