Aranda de Duero

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Aranda de Duero
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Aranda de Duero
Aranda de Duero (Spanien)
Ajoneuvolla ajo kielletty 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Burgos
Comarca: Ribera del Duero
Koordinaten 41° 40′ N, 3° 41′ W41.669166666667-3.6880555555556798Koordinaten: 41° 40′ N, 3° 41′ W
Höhe: 798 msnm
Fläche: 127 km²
Einwohner: 33.257 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 261,87 Einw./km²
Postleitzahl: 09400
Gemeindenummer (INE): 09018 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Luis Briones (PSOE)
Webpräsenz der Gemeinde
Die romanische Brücke im Stadtteil Tenerías nach Schneefall
Die Einsiedelei Virgen de las Viñas im Schnee
Kirche Santa Maria

Aranda de Duero ist eine Stadt im Norden Spaniens in der Provinz Burgos in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León mit 33.257 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2013). Sie ist die Hauptstadt der wegen ihres Weines bekannten Comarca Ribera del Duero. Im Umkreis von 80 Kilometern befinden sich die Städte Burgos und Valladolid. Die Entfernung zu Madrid beträgt 160 Kilometer.

Geografie[Bearbeiten]

Aranda de Duero liegt am Fluss Duero inmitten der schönen Landschaft der Ribera del Duero. Zwei weitere Flüsse, Arandilla und Bañuelos, münden innerhalb der Stadt in den drittgrößten Fluss Spaniens ein. Arandas Fläche beträgt 129 km². Es liegt 800 Meter über dem Meeresspiegel.

Nördlich liegt Burgos, östlich Soria, südöstlich Almazan (Duero) und Calatayud (Rio Jalón), südlich Sepulveda, südwestlich Segovia, westlich Valladolid und nordwestlich Palencia. Nach Madrid (südlich) sind es etwa 120 km.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima bewegt sich im Sommer zwischen 35 °C am Tage und 20 °C in der Nacht und im Winter zwischen 12 °C am Tage und 0 °C in der Nacht. Wegen der Höhe der Stadt schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht stark, so dass es mittags sehr warm wird, während der Nacht aber sehr abkühlt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An der Plaza Mayor befindet sich ein Tourismusbüro, in dem zahlreiche Informations-Materialien über Aranda und die Umgebung angeboten werden. Zudem werden Stadtführungen und Besichtigungen der Weinkeller angeboten. Zu Informationen über Öffnungszeiten und ggf. Eintrittspreisen empfiehlt es sich das Tourismusbüro aufzusuchen.

Seit 1998 findet in Aranda jährlich das Pop-/Rockfestival Sonorama statt, eines der bedeutendsten seiner Art in Spanien. Es knüpft lose an die Tradition eines in den 1960er Jahren veranstalteten internationalen Liedfestes an.

Monumente[Bearbeiten]

Fast unter der gesamten Altstadt Arandas befinden sich Weinkeller, sogenannte Bodegas. Sie wurden zwischen 1100 und 1500 von den Bewohnern Arandas zur Lagerung des Weines der Region erbaut. Da sie bis zu 10 Meter unter der Erde liegen, bieten sie im Sommer wie im Winter eine konstante Temperatur zwischen 11 und 13 Grad. Die einzelnen Weinkeller wurden zur besseren Kommunikation durch Tunnel verbunden, sodass das ehemalige Tunnelnetz über eine Länge von 7 Kilometern verfügte. Heutzutage stehen nur noch wenige Weinkeller zur Benutzung zur Verfügung. Zu besonderen Anlässen nutzen die Bewohner der Stadt die Keller zur Ausrichtung von Feiern oder Mahlzeiten. Einige der Keller sind auch für Besucher zugänglich, das Tourismusbüro bietet Führungen auf Anfrage an.

  • Iglesia Santa Maria (Kirche Santa Maria)

Die spätgotische Pfarrkirche Santa Maria aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen Arandas. Ihr beeindruckendes Portal wurde von Simón de Colonia gestaltet und enthält Elemente fortschrittlicher Kunst. Sein ebenfalls als Architekt bekannter Vater Juan de Colonia (Johannes von Köln) wurde vom Bischof der Stadt Burgos nach Spanien geholt um dort am Bau der Kathedrale (Kathedrale von Burgos) mitzuarbeiten. Juan de Colonia heiratete eine Spanierin und ließ sich in Spanien nieder. So konnte sein Sohn Simón de Colonia seine Werke als Architekt fortsetzen.

  • Iglesia San Juan (Kirche San Juan)

Die gotische Wehrkirche zu Ehren von "Johannes der Täufer" wurde im Laufe des 14. Jahrhunderts erbaut. Im Jahre 1473 fand hier der Konzil von Aranda statt. Heute beherbergt die Kirche das Museum Sacro.

  • Santuario de la Virgen de las viñas (Kloster und Kirche der Jungfrau der Weinberge)

Am Fuße eines großen Parks mit Wasserspielen und Spielplatz am Rande der Stadt befindet sich ein ehemaliges Kloster mit anliegender Kirche. Man durchquert einen schönen Innenhof auf dem Weg zur Kirche, die nach der Stadtpatronin "Virgen de las Viñas" benannt ist. Der Eintritt steht jedem frei, da das Kloster heute nicht mehr genutzt wird.

U-Bahn Wein Caves[Bearbeiten]

Kirche Santa Maria[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Museo del Tren (Eisenbahnmuseum)

Im Gebäude der ehemaligen Eisenbahnstation Aranda-Chelva, eingeweiht 1895, befindet sich das Museum zur Geschichte des Eisenbahnverkehrs in Aranda. Unterhalten wird das Museum vom Verein der Eisenbahnfreunde (ASAAT), zu besichtigen ist es nur Samstags.

  • Museo de Cerámica (Keramikmuseum)

Gelegen im Stadtteil Santo Domingo besitzt das Museum über eine umfangreiche Sammlung an Keramikobjekten der Comunidad Castilla y León.

  • Museo Sacro, Iglesia de San Juan (Museum der San Juan Kirche)

Im restaurierten Innenraum der Kirche San Juan sind Kunstobjekte aus über 500 Jahren Kirchengeschichte zu besichtigen.

  • Museo Casa de las Bolas (Museum "Haus der Kugeln")

Das hübsche, altertümliche Haus beherbergt Gemälde aus der Sammlung des Ingenieurs Félix Cañada. Félix Cañada hatte sie während seiner Lebzeit erworben und schließlich der Stadt Aranda vermacht. Die Gemälde stammen aus dem Zeitraum 17. Jahrhundert – 20. Jahrhundert und veranschaulichen die Entwicklung des europäischen Kunststils.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Aranda verfügt über ein großes Industrieviertel außerhalb der Stadt. Die Wirtschaftsunternehmen der Stadt bieten auch vielen Bewohnern der umliegenden Dörfern Arbeitsplätze, sodass unter der Woche viele Menschen nach Aranda pendeln. Die drei größten Unternehmen sind: GlaxoSmithKline (Pharmazie), Leche Pascual (Milch-Produkte) und Michelin (Reifen).

Der zweitgrößte Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Dazu gehört die Viehzucht, denn Aranda ist bekannt für das Gericht "Lechazo Asado", gebratenes Milchlamm- Fleisch. Am weitesten verbreitet ist der Weinanbau, da die Umgebung des Flusses Duero eine ideale Anbaufläche bietet.

Durch die Nähe zu Madrid suchen zahlreiche Großstädter die Stadt über das Wochenende auf, um sich in der Landschaft der Ribera zu erholen und in den Restaurants der Stadt zu speisen. Davon lebt die Gastronomie- und Tourismusbranche der Stadt.

Politik[Bearbeiten]

Wahl 2007[Bearbeiten]

Aus der Wahl am 27. Mai 2007 ging die PSOE (Partido Socialista Obrero Español), vergleichbar mit der SPD in Deutschland, mit 38,16 % der Stimmen als Sieger hervor. Die PP (Partido Popular), vergleichbar mit der CDU in Deutschland, errang 35,65 % und verlor ihre Regierungsmehrheit, da ihr Koalitionspartner, die TC (Tierra Comunera), eine regionale Partei "castellanista", auf 7,93 % abrutschte. Die IU (Izquierda Unida), ein Linksbündnis mit starken Öko-Einfluss, verbesserte sich auf 8,5 %. Die 21 Sitze des Parlaments verteilen sich auf 9 Stadtverordnete der PSOE, 9 der PP, 2 der IU und 1 der TC. Da sich die IU einer Koalition mit der PSOE verweigert, stellt die PSOE seit 2007 eine Minderheitsregierung und somit auch den Bürgermeister Luis Briones Martínez.

Bürgermeister seit 1979[Bearbeiten]

  • 1979–1983: Ricardo García García-Ochoa (UCD)
  • 1983–1987: Leonisa Ull Laita/ Rafael de las Heras Niño/ Porfirio Abad Raposo (PSOE/AP)
  • 1987–1991: Ricardo García García-Ochoa (CDS)
  • 1991–1995: Leonisa Ull Laita (PSOE)
  • 1995–1999: Javier Arecha Roldán (PP)
  • 1999–2003: Luis Briones Martínez (PSOE)
  • 2003–2007: Ángel Guerra García (PP)
  • 2007–  : Luis Briones Martínez (PSOE)

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Auto/Bus[Bearbeiten]

Aranda ist sehr gut an Schnellstraßen angebunden, die in alle Himmelsrichtungen führen. Gekreuzt wird Aranda horizontal von der Schnellstraße N-122 zwischen Valladolid und Soria und vertikal durch die Schnellstraße zwischen Madrid und Burgos. Es existieren regelmäßige Busverbindungen zu den größeren Städten der Umgebung.

Zug[Bearbeiten]

Seit den neunziger Jahren sinkt die Frequenz der Züge, die in Aranda halten, kontinuierlich. Bei dem Bau einer schnellen Nord-Süd-Verbindung wurde Aranda umgangen, damit die Hauptstadt der Comunidad Valladolid an das Netz angebunden wird. Derzeit hält der Zug zwischen Burgos und Madrid nur einmal wöchentlich, Samstag morgens, in Aranda.

Flugzeug[Bearbeiten]

In Burgos und Valladolid befinden sich kleine Flughäfen, die jedoch hauptsächlich inner-spanische Flüge abfertigen und keine Auslandsverbindungen anbieten. Vier mal täglich pendelt ein Bus zwischen Aranda und Madrid-Barajas, dem größten Flughafen Spaniens.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aranda de Duero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien