StadtRegionalBahn Kiel

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Die StadtRegionalBahn Kiel (SRB) ist die Bezeichnung für ein geplantes Zweisystem-Stadtbahnnetz, welches das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs und die Verkehrssituation in der Stadt Kiel sowie der gesamten Region Kiel nachhaltig verbessern soll. Nach dem Beispiel des Karlsruher Modells entworfen, soll die Kieler Innenstadt durch die geplanten Straßenbahnstrecken besser mit der Region verbunden werden. Nach einer ablehnenden Entscheidung des Kreistages Rendsburg-Eckernförde im Dezember 2014 liegen die Pläne nunmehr auf Eis.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1985[Bearbeiten]

Von 1881 bis 1985 gab es bereits eine Kieler Straßenbahn, die auf Gleisen der Spurweite 1100 mm verkehrte.

2008[Bearbeiten]

Im Verkehrsentwicklungsplan 2008 wurde ein Konzept entwickelt. Im September 2008 fasste der Rat der Stadt Kiel einen Beschluss, der die Verwaltung beauftragt, das Konzept der StadtRegionalBahn für die Kieler Region zu realisieren und weitere Schritte einzuleiten.

Welche Teile des Netzes davon realisiert werden und in welchem Zeitraum das geschehen wird, ist noch unbestimmt. Der vorherige Zeitplan sah den Entwurf der Planfeststellung für das Jahr 2010 und eine Bauzeit von 2012 bis 2017 vor.

2013[Bearbeiten]

Im Januar 2013 berichtete das Onlineportal nahverkehrhamburg.de, dass die Landesbehörde LVS die Ausschreibung einer Entwurfsplanung vorbereiten soll. Dies vereinbarten die von der Stadtbahn betroffenen Städte, Landkreise und das Land bei einem gemeinsamen Spitzentreffen zur Regionalstadtbahn in Kiel. Bei dem Treffen einigten sich die Teilnehmer dazu auf ein Eckpunktepapier. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung sollten bis Juni 2013 abgeschlossen sein, dann sollte eine weitere Sitzung dazu stattfinden. Außerdem wurde in dem Eckpunktepapier eine Imagekampagne für die Stadt-Regional-Bahn vereinbart. Damit sollen den Menschen die Vorzüge der Stadtregionalbahn (SRB) noch näher gebracht werden als es bisher der Fall war. Wie viel die Kampagne kosten soll und wann die dafür nötigen Gelder in der Kieler Ratsversammlung beantragt werden, stand bisher noch nicht fest. Insgesamt sollte der Bau der Bahn rund 380 Millionen Euro kosten, wovon mindestens 60 Prozent aus Fördertöpfen des Bundes bezahlt werden könnten. Dazu müssten die Projektbeteiligten pro Jahr insgesamt 14,6 Millionen Euro Betriebskosten zahlen. Das Land hatte bereits die Übernahme von 6,1 Millionen Euro zugesagt, was einem Anteil von rund 40 Prozent entsprechen würde. Nach Informationen der Kieler Nachrichten müsste die Stadt Kiel jährlich rund 4,7 Millionen Euro zahlen, Neumünster 300.000 Euro, auf den Landkreis Plön kämen 1,2 Millionen Euro Betriebskosten zu und auf den Kreis Rendsburg Eckernförde 1,6 Millionen Euro.[2]

Am Sonntag, dem 21. April 2013, fand im Rahmen der Messe „Klima & Energie Kiel 2013“ eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema „Kiel auf dem Weg zur StadtRegionalBahn“ im Ratssaal der Stadt Kiel statt. Die Veranstaltung wurde von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft in Kooperation mit Pro StadtRegionalBahn e.V. durchgeführt. In der Veranstaltung ging es unter anderem darum, dass man ab 2015 vom Kieler Hauptbahnhof mit der Bahn im Stundentakt nach Schönkirchen in nur 13 Minuten mit Haltestellen in Ellerbek und Oppendorf und dann weiter zum Schönberger Strand in 26 Minuten fahren können soll. Für die Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums in Gaarden soll es eine weitere Haltestelle an der Preetzer Straße geben. Ziel der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft sei demnach die Reaktivierung der alten „Hein-Schönberg“-Strecke bereits zum Jahr 2015. Erfolgreich wieder eröffnete Haltestellen wie in Elmschenhagen, Suchsdorf und Felde werden lt. der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft gerade von Auszubildenden und Berufspendlern bereits gut genutzt.[3]

2014[Bearbeiten]

Anfang November 2014 wurden Pläne bekannt, nach denen das Projekt „StadtRegionalBahn Kiel“ trotz großer Kritik von mehreren Seiten nun doch teilweise umgesetzt werden sollte. Zunächst wollte man mit dem Bau einer Stadtbahnlinie von Kiel ins Umland beginnen. Vor dem Bau sollten die Bürger von Kiel verbindlich über den Bau der neuen Stadtbahnlinie abstimmen. Erst nach dem Bau der ersten Linie sollten auch die Bürger der umliegenden Kreise über den Bau weiterer Stadtbahnlinien befragt werden. Dies werde vsl. nach 2020 sein. Den größten Anteil der Planungskosten von insgesamt 7,5 Millionen Euro übernimmt die Stadt Kiel mit weiterhin 5,25 Millionen Euro, der Anteil der beiden beteiligten Kreise (Kreis Plön und Kreis Rendsburg-Eckernförde) wäre auf insgesamt 375.000 Euro gesunken. Das Land Schleswig-Holstein hätte 25 Prozent bei der Projektplanung beisteuern sollen. Statt einer eigenen Gesellschaft sollte die bestehende Landesverkehrsservicegesellschaft (LVS) die Planung des Projektes übernehmen. Somit schien lt. den Vertretern ein Kompromiss bei den Kosten zwischen den beteiligten Kreisen und der Stadt Kiel gefunden.[4][5] Nach einer ablehnenden Entscheidung des Kreistages Rendsburg-Eckernförde im Dezember 2014, bei der auch zwei Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen gegen das Projekt votierten, liegen die Pläne nunmehr auf Eis.[6]

Vorgeschlagenes Liniennetz[Bearbeiten]

Linie Linienverlauf
S 1 Wik – Belvedere – Waitzstraße – HolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – SeefischmarktNeumühlen
S 2A Suchsdorf – Klausbrooker Weg – Universität – Waitzstraße – HolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – ElmschenhagenRaisdorfPreetz
S 2B Suchsdorf – Klausbrooker Weg – Universität – Waitzstraße – HolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – FlintbekBordesholmNeumünster Hbf
S 3A MelsdorfWilhelmplatzHolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – ElmschenhagenRaisdorf
S 3B MelsdorfWilhelmplatzHolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – SeefischmarktWellingdorfSchönberger Strand
S 4 Wik – Belvedere – Waitzstraße – HolstenplatzWilhelmplatzMelsdorf
S 5 Eckernförde – Klausbrooker Weg – Universität – Waitzstraße – HolstenplatzHauptbahnhof – Gablenzstraße – SeefischmarktNeumühlen
Innenstadtstrecke Waitzstraße–Gablenzstraße
Streckenlänge: 3,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: =
Stromsystem: ~
Stationen: 9
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von Wik (S1 und S4)
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von Suchsdorf (S2) und Eckernförde (S5)
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3,0 Waitzstraße
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2,5 Dreiecksplatz
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1,9 Kleiner Kiel
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1,6 Holstenbrücke
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von und nach Melsdorf (S3 und S4)
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1,0 Holstenplatz
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0,6 Hauptbahnhof
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0,2 Hummelwiese
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0,0
0,0
Kilometrierungswechsel
BSicon uxmKRZo.svg Bahnstrecke Kiel–Flensburg, –Lübeck und –Hamburg-Altona
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0,4 Gablenzstraße
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von und nach Preetz (S2A und S3A) und Neumünster (S2B)
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nach Neumühlen (S1 und S5) und Schönberger Strand (S3B)
Kiel–Eckernförde
Kopfbahnhof – Streckenanfang
31,1 Eckernförde
   
29,6 Eckernförde Süd (geplant)
Bahnhof, Station
19,1 Gettorf
   
17,9 Gettorf Süd (geplant)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Kiel Ladestelle Schusterkrug
Bahnhof ohne Personenverkehr
13,7 Neuwittenbek (ehemals Pers.-Halt, Wiederinbetriebnahme geplant)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Levensauer Hochbrücke (Nord-Ostsee-Kanal)
   
8,5 nach Kiel
   
3,9 Systemwechsel 15 kV~ / 600 V=
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von Suchsdorf
BSicon uxmKRZo.svg Bahnstrecke Suchsdorf–Wik
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2,9 Klausbrooker Weg, Kiel
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2,5 Bremerskamp, Kiel
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2,1 Universitätsbibliothek, Kiel
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1,4 Sportforum, Kiel
BSicon uxmKRZo.svg Industriebahnanschluss von Kiel-West
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0,8 Universität, Kiel
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0,3 Samwerstraße, Kiel
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von der Straßenbahnstrecke aus Wik
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zur Innenstadtstrecke in Kiel

Im Liniennetz der Stadtbahn sind fünf Hauptlinien vorgesehen. Die Linien 2 und 3 werden jeweils in A und B unterteilt.

S1[Bearbeiten]

Die Linie S1 WikNeumühlen soll ausschließlich auf Kieler Stadtgebiet verlaufen und die Kernlinie des gesamten Netzes bilden. Zudem soll die komplette Linie als Straßenbahnstrecke gebaut bzw. geführt werden. Es wird ein 15-Minuten-Takt auf der Linie angestrebt. Diese Linie ähnelt in ihrem Verlauf der 1985 stillgelegten letzten Straßenbahnlinie 4 sowie der heutigen Buslinie 11.

S2[Bearbeiten]

Die Linie S2 SuchsdorfNeumünster Hbf/–Preetz soll auf dem Abschnitt Gablenzstraße–Suchsdorf eine Einheit bilden. Dieser Abschnitt soll als Straßenbahnstrecke gebaut werden. Die Abschnitte Gablenzstraße–Neumünster Hbf und Gablenzstraße–Preetz sollen in die Linien S2A und S2B unterteilt werden. Diese Abschnitte sollen weiterhin als Eisenbahnstrecken betrieben werden, wobei der Abschnitt Gablenzstraße–Preetz noch elektrifiziert werden muss. Die Linie soll auf dem Abschnitt Suchsdorf–Gablenzstraße im 15-Minuten-Takt bedient werden und auf den beiden Außenästen jeweils im 30-Minuten-Takt.

S3[Bearbeiten]

Die Linie S3 MelsdorfRaisdorf/–Schönberger Strand soll auf dem Abschnitt Melsdorf–Gablenzbrücke gemeinsam geführt werden. Ab dort soll die Linie S3A nach Raisdorf und die Linie S3B auf der Strecke der Kiel-Schönberger Eisenbahn nach Schönberger Strand verkehren.
Der Abschnitt MelsdorfSeefischmarkt soll als Straßenbahnstrecke gebaut werden; die beiden Außenäste sind vorhandene Eisenbahnstrecken, sie sollen jedoch noch für den Stadtbahnbetrieb umgerüstet werden.
Der Abschnitt Melsdorf–Gablenzstraße soll im 15-Minuten-Takt bedient werden, die beiden Außenäste im 30-Minuten-Takt.

S4[Bearbeiten]

Die Linie S4 MelsdorfWik soll wie die Linie S1 ausschließlich auf Kieler Stadtgebiet (abgesehen von dem direkten Nachbarort Melsdorf) verlaufen. Sie ist die einzige Linie, die nicht den Hauptbahnhof Kiel anfahren soll, und soll ebenfalls als Straßenbahn gebaut werden.
Ein 15-Minuten-Takt soll auf der gesamten Linie eingerichtet werden.

S5[Bearbeiten]

Die Linie S5 EckernfördeNeumühlen ist die zweitlängste Strecke, die von der Stadtbahn Kiel befahren werden soll. Auf dem Abschnitt Neumühlen–Klausbrooker Weg soll die Linie als Straßenbahnstrecke realisiert werden, der Abschnitt Klausbrooker Weg–Eckernförde besteht als Eisenbahnstrecke, muss jedoch noch „stadtbahntauglich“ gemacht werden.
Die Linie soll durchgehend im 30-Minuten-Takt bedient werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kiel: „Die Stadtregionalbahn ist mausetot". Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 16. Dezember 2014, abgerufen am 13. März 2015.
  2. Artikel von www.nahverkehrhamburg.de vom 23. Januar 2013: „LVS soll Ausschreibung für Entwurfsplanung vorbereiten“
  3. Artikel von www.klima-energie-kiel.de vom 19. April 2013: „Programm im Rathaus“
  4. Artikel aus den Kieler Nachrichten vom 10. November 2014: „Kiel - Durchbruch bei Stadtregionalbahn“
  5. Artikel von www.nahverkehrhamburg.de vom 10. November 2014: „Neuer Vorstoß - Abgespeckte Pläne: Durchbruch für Kieler Stadtregionalbahn?“
  6. Stadtregionalbahn Kiel auf dem Abstellgleis. Kieler Nachrichten, 16. Dezember 2014, abgerufen am 13. März 2015.

Weblinks[Bearbeiten]