Tim Bendzko

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Tim Bendzko (2012)

Tim Bendzko (* 9. April 1985 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Singer-Songwriter. Überregionale Bekanntheit erreichte er mit seinem Lied Nur noch kurz die Welt retten und als Gewinner des Bundesvision Song Contests.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tim Bendzko wurde 1985 in Berlin geboren und wuchs im Bezirk Köpenick auf.[1] Er besuchte ein Sportgymnasium und begann, sich vor allem für Fußball zu interessieren. Beim 1. FC Union Berlin rückte er bis in die B-Jugend auf.[2] Nach eigener Aussage beendete er seine Karriere, da primär die Leistung und nicht der Spaß am Fußball im Vordergrund gestanden habe.[1] Im Alter von 11 oder 12 Jahren entschied er sich Gitarrenunterricht zu nehmen[3], mit 16 Jahren schrieb er eigene Stücke.[4] Nach dem Abitur begann er ein Studium der Evangelischen Theologie und nichtchristlicher Religionen an der Freien Universität Berlin, das er nach fünf Semestern ohne Abschluss beendete.[1] Danach war er zeitweise als Auktionator im Autohandel tätig.

2009 bewarb sich Tim Bendzko beim Talentwettbewerb Söhne gesucht der Söhne Mannheims und gewann den Platz als Pendant von Xavier Naidoo.[1] Gemeinsam mit den Söhnen Mannheims spielte er 2009 in der Berliner Waldbühne vor 20.000 Zuschauern, wenig später erhielt er einen Plattenvertrag bei Sony Music Entertainment.[5] Seinen musikalischen Durchbruch hatte er im Juni 2011 mit seinem Debütalbum Wenn Worte meine Sprache wären, das auf Platz vier der deutschen Charts einstieg.[6] Die Single Nur noch kurz die Welt retten hielt sich 47 Wochen in den Charts und wurde später mit Platin-Status ausgezeichnet, ebenso wie das Album.[7]

Man attestierte Bendzko, er treffe mit seinen Soul-Balladen „überraschend einen Nerv unserer Zeit“.[8] Er habe eine „weiche, markante Stimme“.[9] Für seine Leistungen wurde Tim Bendzko mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2011 den Bambi in der Kategorie Newcomer sowie die 1 Live Krone für die beste Single.[10][11] Mit dem Lied Wenn Worte meine Sprache wären vertrat Tim Bendzko das Land Berlin beim Bundesvision Song Contest.[1] Er gewann den Wettbewerb vor Konkurrenten wie beispielsweise Bosse feat. Anna Loos.[12] Im Januar 2012 begann seine erste größere Tournee, die in Offenbach am Main ihren Anfang nahm.[8] Zuvor war er im Vorprogramm von Elton John zu sehen und begleitete Joe Cocker auf dessen Tournee Hard Knocks.[4]

Tim Bendzko erhielt den ECHO in der Kategorie Newcomer National,[13] außerdem vertrat er Deutschland bei den MTV Europe Music Awards 2012 als bester deutscher Act.[14] Im Mai 2013 veröffentlichte er sein zweites Album Am seidenen Faden mit „gefühligem, selbstgedichteten deutschen Pop“.[15] Das Album erreichte den ersten Platz und die gleichnamige Single den elften Platz in den deutschen Charts [16] und wurde mittlerweile mit dreifach Gold ausgezeichnet [17]. Die Bewertungen des Werks fielen gemischt bis kritisch aus.[18][19] 2013 folgten diverse weitere Konzerte, unter anderem erneut in der Berliner Waldbühne.[20] Die Veranstaltung war Auftakt seiner zweiten Tournee Ich steh nicht mehr still,[21] die im Frühjahr 2014 durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg führte.[22]

Im Dezember 2013 erweiterte er sein zweites Album um zwölf weitere Lieder und veröffentlichte dies als sogenannte Limited Re-Edition.[23] Am seidenen Faden – Unter die Haut wurde nach eigenen Angaben mehrheitlich nicht im Studio, sondern zu Hause produziert.[24] Es enthielt mit Give A Little das erste englischsprachige Stück von Tim Bendzko, außerdem Beiträge anderer Künstler wie beispielsweise Xavas.[25] Die erste Single Unter die Haut ist ein Duett mit Cassandra Steen.[26] Vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi schrieb er für Maria Höfl-Riesch den Song Gewinnen, welcher nach den Spielen als Single veröffentlicht werden soll.[27]

Tim Bendzko war neben Henning Wehland und Lena Meyer-Landrut Juror bei The Voice Kids.[28] 2013 war er Teil der Initiative Liadl fürs Leiberl des FC Bayern München und Adidas, im Rahmen dessen eine neue Vereinshymne entworfen wurde.[29] Tim Bendzko ist nach eigener Aussage ein Fan des Vereins[30], aber auch Anhänger von TSG 1899 Hoffenheim.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2011 Wenn Worte meine Sprache wären 4 5-fach-Gold
(82 Wo.)
11 Gold
(32 Wo.)
13 Gold
(43 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Juni 2011
Verkäufe: + 525.000
2013 Am seidenen Faden 1 3-fach-Gold
(50 Wo.)
4
(13 Wo.)
7
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2013
Verkäufe: + 300.000

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tim Bendzko in der Berliner Waldbühne (August 2013)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tim Bendzko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Rebecca Schindler: „Ich verstehe meine Songs erst nach einem halben Jahr“. In: Der Tagesspiegel. 27. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014 (Portrait).
  2. Fan nach Noten. In: B.Z. Axel Springer, 3. August 2007, abgerufen am 6. Januar 2014 (Union Inside).
  3. 11 Fakten über... Tim Bendzko. Radio Regenbogen, abgerufen am 6. Januar 2014 (Stars unter der Lupe).
  4. a b c Interview: Tim Bendzko über Auftritte mit Elton John, Fußball und Musik. In: Hannoversche Allgemeine. 20. Juli 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  5. Tim Bendzko – Nur kurz die Welt retten. Radio Berlin 88,8, 3. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  6. Sandra Basan: Tim Bendzko schafft es in die Charts. In: Berliner Morgenpost. 31. Juli 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  7. Tim Bendzkos Karrierestart mit 2x Platin. In: SWR3. Südwestrundfunk, 19. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  8. a b Grete Götze: Ich war jetzt schon hier. In: Frankfurter Rundschau. 17. Januar 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  9. Anna Maria Priebe: So süß, dass die Welt gerettet wird. In: Süddeutsche Zeitung. 18. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  10. Viel Glanz bei den Bambis 2011. In: RP ONLINE. Rheinische Post, 10. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  11. Tim Bendzko erhielt die 1Live Krone für die beste Single des Jahres. In: Focus Online. 9. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  12. Berliner Tim Bendzko gewinnt. In: Frankfurter Rundschau. 30. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  13. Ina Müller, Tim Bendzko, Casper und Jupiter Jones räumen ab. In: Focus Online. 23. März 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  14. Tim Bendzko vertritt Deutschland. In: n-tv. 15. Oktober 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  15. Tim Bendzko und sein zweites Album „Am seidenen Faden“. In: Augsburger Allgemeine. 25. Mai 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  16. Am seidenen Faden. media control, abgerufen am 6. Januar 2014 (Charts).
  17. Am seidenen Faden. media Biz, abgerufen am 2014-24-07 (Dreifach Gold).
  18. Tim Bendzko hängt „Am seidenen Faden“. In: Focus Online. 27. Mai 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  19. Manuel Schubert: Tim Bendzko – Am seidenen Faden: Xavier Naidoo für Arme. In: Juiced. 19. Juni 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  20. Jochen Overbeck: Harmonie ist eine Strategie. In: Der Tagesspiegel. 4. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  21. Tim Bendzko Steht nicht mehr still. In: Telekom Musik. 15. August 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  22. VIVA präsentiert: Tim Bendzko & Band auf Tour 2014. In: VIVA. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  23. Teresa Tropf: Tim Bendzko singt nicht gerne Weihnachtslieder. In: Hamburger Abendblatt. 5. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  24. Tim Bendzko – „Am seidenen Faden / Unter die Haut“. In: NDR 2. Norddeutscher Rundfunk, 4. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  25. Tim Bendzko kann auch Englisch. In: Nordkurier. 5. Dezember 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  26. Tim Bendzko feat. Cassandra Steen – „Unter die Haut“. In: BAYERN 3. Bayerischer Rundfunk, 25. November 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  27. Maria Höfl Riesch: Ein Lied von Pop-Star Tim Bendzko heißt „Gewinnen“. In: Bild. 17. Februar 2014, abgerufen am 21. Februar 2014.
  28. Talentierte Kinder, nervende Lena. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 12. April 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  29. Fans dichten mit Tim Bendzko Bayern-Song. In: Rheinische Post. 26. Juli 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  30. Tim Bendzko singt den neuen Bayern-Song. In: tz. 26. Juli 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  31. Raab-Show: Tim Bendzko gewinnt Bundesvision Song Contest. In: Spiegel Online. 30. September 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  32. Ein Ball für die Stars von morgen. In: Abendzeitung. 17. Oktober 2013, abgerufen am 6. Januar 2014.
  33. Tränen, Lob und harsche Worte beim Bambi 2011. In: Münstersche Zeitung. 10. November 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  34. Clueso und Beatsteaks gewinnen die 1Live-Krone. In: DerWesten. Westdeutsche Allgemeine, 8. Dezember 2011, abgerufen am 6. Januar 2014.
  35. Malte Göbel: Echo 2012, die Sieger: Adele, Rammstein, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Rosenstolz, Tim Bendzko, Gotye... In: GIGA. 23. März 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  36. Jury zieht Preis für Erdoğan zurück. In: Zeit Online. 18. März 2012, abgerufen am 17. Januar 2014.
  37. MTV meint: bester deutscher Künstler. In: Gala. Gruner + Jahr, 15. Oktober 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  38. Kathrin Aldenhoff: 1Live-Krone: Hörer wählen Tim Bendzko zum besten Künstler. In: Aachener Zeitung. 7. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2014.
  39. Tim Bendzko erhält Goldene Kamera . stern.de, 21. Januar 2014. Abgerufen am 22. Januar 2014.