Bosse (Musiker)

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Bosse 2014

Bosse, auch genannt Aki Bosse (* 22. Februar 1980 in Braunschweig als Axel Bosse), ist ein deutscher Gitarrist, Songwriter und Rocksänger im deutschsprachigen Indiepop. Die Begleitband, die ihn bei Aufnahmen und Live-Auftritten unterstützt, nennt sich ebenfalls Bosse.

Leben[Bearbeiten]

Axel Bosse wuchs in Hemkenrode auf. Im Alter von 17 Jahren unterschrieb er mit seiner damaligen Schülerband Hyperchild den ersten Plattenvertrag beim Major-Label Sony Music Entertainment. Bereits die erste Single konnte sich in den Hitparaden platzieren, trotzdem löste sich die Band nach zwei Jahren wegen kreativer Differenzen auf. Daraufhin startete er eine Solokarriere und nannte sich ab dem Jahr 2003 nur noch Bosse. Zu diesem Zeitpunkt stießen Schlagzeuger Björn Krüger, Gitarrist Thorsten Sala und Bassist Theofilos Fotiadis (Ex-Mitglieder von Uncle Ho und Heyday) dazu und bilden, zusammen mit Pianist Tobias Philippen (PeterLicht), bis heute den Kern von Bosses Live-Band.

Bosse mit Band beim Kosmonaut Festival 2014

2005 erschien bei EMI das Debütalbum Kamikazeherz und Bosse spielte mit seiner Band als Vorgruppe von Such A Surge, Madsen und Mando Diao.[1] 2006 folgte das zweite Soloalbum Guten Morgen Spinner, das zusammen mit Produzent Moses Schneider in nur sieben Tagen eingespielt wurde. Im folgenden Jahr trennte sich Bosse von dem Label. Anfang 2009 veröffentlichte er das Album Taxi, in Kooperation mit seinem Management Scoop Music und dem Vertrieb von Rough Trade Distribution, selbst. Aus der Zusammenarbeit mit Jochen Naaf (PeterLicht, Polarkreis 18) wurden drei Singles ausgekoppelt. Im Anschluss arbeitete Bosse mit dem Elektro-DJ Oliver Koletzki zusammen. Der Song U-Bahn wurde ebenfalls 2009 auf Koletzkis Plattenlabel Stil vor Talent veröffentlicht.

Im März 2011 hatte Bosse einen Gastauftritt bei der Seifenoper Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Das Album Wartesaal erschien Anfang 2011, auf dem Bosse zwölf Songs geschrieben hatte; nur Frankfurt/Oder wurde bereits früher aufgenommen. Den Song singt Bosse im Duett mit Anna Loos von der Band Silly. Mit diesem Titel trat Bosse beim Bundesvision Song Contest 2011 für Niedersachsen an und belegte den dritten Platz.

Am 8. März 2013 erschien mit Kraniche sein fünftes Album, bei dessen Produktion Philipp Steinke beteiligt war, der auch für das Duo Boy produzierte. Einige Songs schrieb Bosse in Istanbul, wo er mehrere Monate mit seiner Frau und seiner Tochter verbrachte. In Umbrien richtete Steinke ein Musikstudio in einem Landhaus ein, wo das Album teilweise aufgenommen wurde.[2] Einflüsse seiner Reise nach Istanbul und Umbrien sind erkennbar, beispielsweise kommt im Song Istanbul das Saz zum Einsatz. Im Vergleich zu seinen beiden Vorgängeralben Taxi und Wartesaal sind die Arrangements umfangreicher, es kommen beispielsweise Chöre und Trompeten zum Einsatz.

Axel und Ayşe Bosse bei der 1LIVE Krone 2014

Mit dem Titel So oder so trat er beim Bundesvision Song Contest 2013 erneut für Niedersachsen an. Mit 153 Punkten gelang ihm dabei der Sieg vor Johannes Oerding und MC Fitti. 2013 spielte Bosse zudem in einem von Franz Dinda inszenierten Kurzfilm zu dessen Veröffentlichung Kavalier an Dame: 12 leidenschaftliche Poetkarten.[3] Seit 2010 spielt der leidenschaftliche Fußballer und Eintracht-Braunschweig-Anhänger regelmäßig im Rahmen des traditionellen Benefiz-Spiels Kicken mit Herz im Team der FC St. Pauli Hamburg Allstars gegen die Ärztemannschaft Placebo Kickers der Uniklinik Hamburg Eppendorf.[4]

Axel Bosse ist mit der Schauspielerin Ayşe Bosse verheiratet, mit der er eine Tochter hat.

Bei der Casting-Show Dein Song übernahm Bosse 2014 die Musikpatenschaft von Nico Schwappacher. Gemeinsam sangen sie im Finale am 4. April das Stück Ich geh’ nach Haus, verloren aber gegen DJ BoBo und dessen Schützling Pier Luca Abel.[5]

Am 11. Oktober 2015 sang er sowohl solo als später auch ein Lied zusammen mit der Band Sportfreunde Stiller im Rahmen des Konzerts Wir. Stimmen für geflüchtete Menschen in München auf dem Königsplatz.[6]

Am 21. Dezember 2015 spielte er Das Duell um die Geld bei Circus HalliGalli. Seine Gegner waren König Boris, Jeannine Michaelsen, Sido, sowie Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bosse/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2005 Kamikazeherz Erstveröffentlichung: 22. April 2005
2006 Guten Morgen Spinner Erstveröffentlichung: 27. Juli 2006
2009 Taxi 96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Februar 2009
2011 Wartesaal 16
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2011
2013 Kraniche 4 Gold
(38 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. März 2013
Verkäufe: + 100.000

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • HANS – Der Hamburger Musikpreis
    • 2013: in der Kategorie „Hamburger Künstler des Jahres 2013“
    • 2013: in der Kategorie „Hamburger Song des Jahres 2013“
    • 2013: in der Kategorie „Herausragende Hamburger Künstlerentwicklung 2013“

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bosse bei kammgarn.de.
  2. Bosse ist Hamburgs Bruce Springsteen. In: Hamburger Abendblatt. (Interview)
  3. YouTube-Video Axel Bosse in ‚Kavalier an Dame‘ von Franz Dinda.
  4. kickenmitherz.de.
  5. Artikel zu Dein Song 2014, 9. April 2014, abgerufen am 10. April 2014.
  6. SpotOn: Gratiskonzert in München: Sondersendungen im Ersten und BR. In: focus.de. Helmut Markwort, Uli Baur, 9. Oktober 2015, abgerufen am 13. Oktober 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien