Bosse (Musiker)

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Bosse 2014

Bosse, auch genannt Aki Bosse (* 22. Februar 1980 in Braunschweig als Axel Bosse), ist ein deutscher Gitarrist, Songwriter und Rocksänger im deutschsprachigen Indie-Pop. Die Begleitband, die ihn bei Aufnahmen und Live-Auftritten unterstützt, nennt sich ebenfalls Bosse.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axel Bosse wuchs in Hemkenrode in Niedersachsen auf. Er ist mit der Schauspielerin Ayşe Bosse verheiratet, mit der er eine Tochter hat.[1]

Axel und Ayşe Bosse bei der 1LIVE Krone 2014

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 17 Jahren unterschrieb er mit seiner damaligen Band Hyperchild den ersten Plattenvertrag beim Major-Label Sony Music Entertainment. Bereits die erste Single konnte sich in den Charts platzieren, trotzdem löste sich die Band nach zwei Jahren wegen kreativer Differenzen auf. Daraufhin startete er eine Solokarriere und nannte sich ab dem Jahr 2003 nur noch Bosse. Zu diesem Zeitpunkt stießen Schlagzeuger Björn Krüger, Gitarrist Thorsten Sala und Bassist Theofilos Fotiadis (Ex-Mitglieder von Uncle Ho und Heyday) dazu und bildeten, zusammen mit Pianist Tobias Philippen (PeterLicht), den Kern von Bosses Live-Band. Die aktuelle Besetzung (2016) besteht aus Thorsten Sala (Gitarre), Theofilos Fotiadis (Bass, Bass-Ukulele), Stefan Lenkeit (Keyboards), Chris Heiny (Schlagzeug, Percussion), Martin Wenk (Trompete, Waldhorn, Gitarre) und Valentine Romanski (Backing Vocals, Keyboards).

Bosse mit Band beim Kosmonaut Festival 2014

2005 erschien bei dem Label EMI das Debütalbum Kamikazeherz und Bosse spielte mit seiner Band als Vorgruppe von Such A Surge, Madsen und Mando Diao.[2] 2006 folgte das zweite Soloalbum Guten Morgen Spinner, das zusammen mit Produzent Moses Schneider in nur sieben Tagen eingespielt wurde. Im folgenden Jahr trennte sich Bosse von dem Label. Anfang 2009 veröffentlichte er das Album Taxi, in Kooperation mit seinem Management Scoop Music und dem Vertrieb von Rough Trade Distribution, selbst. Aus der Zusammenarbeit mit Jochen Naaf (PeterLicht, Polarkreis 18) wurden drei Singles ausgekoppelt. Im Anschluss arbeitete Bosse mit dem Elektro-DJ Oliver Koletzki zusammen. Der Song U-Bahn wurde ebenfalls 2009 auf Koletzkis Plattenlabel Stil vor Talent veröffentlicht.

Das Album Wartesaal, auf dem Bosse zwölf Songs geschrieben hatte, erschien Anfang 2011; das Lied Frankfurt/Oder, ein Duett mit der Schauspielerin Anna Loos von der Band Silly, wurde bereits früher aufgenommen. Mit diesem Titel trat Bosse beim Bundesvision Song Contest 2011 für Niedersachsen an und belegte den dritten Platz.

Mit dem Titel So oder so trat er beim Bundesvision Song Contest 2013 erneut für Niedersachsen an. Mit 153 Punkten gelang ihm dabei der Sieg vor Johannes Oerding und MC Fitti.

Am 8. März 2013 erschien mit Kraniche sein fünftes Album, bei dessen Produktion Philipp Steinke beteiligt war, der auch für das Duo Boy produzierte. Einige Songs schrieb Bosse in Istanbul, wo er mehrere Monate mit seiner Frau und seiner Tochter verbrachte. In Umbrien richtete Steinke ein Musikstudio in einem Landhaus ein, wo das Album teilweise aufgenommen wurde.[3] Einflüsse seiner Reise nach Istanbul und Umbrien sind erkennbar, beispielsweise kommt im Song Istanbul das Saz zum Einsatz. Im Vergleich zu seinen beiden Vorgängeralben Taxi und Wartesaal sind die Arrangements umfangreicher, es kommen beispielsweise Chöre und Trompeten zum Einsatz.

Nach einer Auszeit im Jahr 2015 erschien mit Engtanz am 12. Februar 2016 das sechste Album, auf dem Axel Bosse sich als Songschreiber mit den Verbindungen zu Anderen und sich selbst auseinandersetzt. Dabei kam es unter Anderem zu einer Zusammenarbeit mit Casper für den Song "Krumme Symphonie". Das Album erreichte als erstes Bosse-Album Platz 1 der Deutschen Charts.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. September 2011 spielte Bosse zusammen mit Philipp Poisel, Wir Sind Helden, Clueso, Kraftklub, Marteria, Andreas Bourani und Max Prosa beim Festival "Die neuen DeutschPoeten" auf dem IFA Gelände in Berlin.[4]

In den Jahren 2013[5], 2014[6], 2015[7] und 2016 war Bosse zu Gast in der Fernsehsendung Circus HalliGalli. Am 21. Dezember 2015 spielte er dort bei Das Duell um die Geld gegen König Boris, Jeannine Michaelsen, Sido, sowie Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt.

2013 spielte Bosse in einem von Franz Dinda inszenierten Kurzfilm zu dessen Veröffentlichung Kavalier an Dame: 12 leidenschaftliche Poetkarten.[8] Seit 2010 spielt der leidenschaftliche Fußballer und Eintracht-Braunschweig-Anhänger regelmäßig im Rahmen des traditionellen Benefiz-Spiels Kicken mit Herz im Team der FC St. Pauli Hamburg Allstars gegen die Ärztemannschaft Placebo Kickers der Uniklinik Hamburg Eppendorf.[9]

2014 war Bosse Gast in der NDR Talkshow mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burkhard und präsentierte einen Song aus seinem Akustik-Tour-Programm "Leise Landung".[10]

Am 11. Oktober 2015 sang er sowohl solo als später auch ein Lied zusammen mit der Band Sportfreunde Stiller im Rahmen des Konzerts Wir. Stimmen für geflüchtete Menschen in München auf dem Königsplatz.[11]

Bosse setzt sich für Humanität und Hilfsbereitschaft ein. Zur "Sonntagssause" im Jahr 2016 wurden daher 300 Flüchtlingshelfer eingeladen, Band und Crew spielten ohne Gage. Die Einnahmen in Höhe von 31.200 Euro wurden an Pro Asyl und an Hanseatic Help e.V. gespendet.[12][13]

Beim Echo 2016 positionierte sich Bosse erneut gegen Nazis, als er am Ende seines Songs "Steine" die Mittelfinger hob und klarstellte: "Und die hier gehen raus an jedes Nazischwein."[14]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bosse/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2005 Kamikazeherz Erstveröffentlichung: 22. April 2005
2006 Guten Morgen Spinner Erstveröffentlichung: 27. Juli 2006
2009 Taxi 96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Februar 2009
2011 Wartesaal 16
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2011
2013 Kraniche 4 Gold
(38 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. März 2013
Verkäufe: + 100.000
2016 Engtanz 1
(… Wo.)
28
(1 Wo.)
92
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Februar 2016

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • HANS – Der Hamburger Musikpreis
    • 2013: in der Kategorie „Hamburger Künstler des Jahres 2013“[15]
    • 2013: in der Kategorie „Hamburger Song des Jahres 2013“
    • 2013: in der Kategorie „Herausragende Hamburger Künstlerentwicklung 2013“

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sänger Axel Bosse im Talk • WOMAN.AT. In: WOMAN.AT. Abgerufen am 22. März 2016.
  2. Bosse bei kammgarn.de.
  3. Bosse ist Hamburgs Bruce Springsteen. In: Hamburger Abendblatt. (Interview)
  4. programm.ARD.de - ARD Play-Out-Center Potsdam, Potsdam, Germany: Fritz - Die neuen DeutschPoeten. In: programm.ARD.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  5. CIRCUS HALLIGALLI - Staffel 1 - Episode 10. In: www.prosieben.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  6. CIRCUS HALLIGALLI - Staffel 3 - Episode 11. In: www.prosieben.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  7. CIRCUS HALLIGALLI - Staffel 7 - Episode 3. In: www.prosieben.de. Abgerufen am 17. März 2016.
  8. YouTube-Video Axel Bosse in ‚Kavalier an Dame‘ von Franz Dinda.
  9. kickenmitherz.de.
  10. imfernsehen GmbH & Co. KG: NDR Talk Show 2014 Episodenguide. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 21. März 2016.
  11. SpotOn: Gratiskonzert in München: Sondersendungen im Ersten und BR. In: focus.de. Helmut Markwort, Uli Baur, 9. Oktober 2015, abgerufen am 13. Oktober 2015.
  12. Bosse - Liebe Leute!! Aufgrund der politischen Situation... | Facebook. In: www.facebook.com. Abgerufen am 21. März 2016.
  13. Bosse gibt Einnahmen der “Sonntagssause” bekannt. In: scoop-music.de. Abgerufen am 6. April 2016 (de-de).
  14. http://www.ardmediathek.de/tv/Echo-2016/Bosse-Steine/Das-Erste/Video?bcastId=26725648&documentId=34564586
  15. Bosse räumt bei Musikpreis «Hans» dreifach ab. In: Süddeutsche.de. Abgerufen am 22. März 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bosse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien