Șona (Alba)

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Șona
Schönau
Szépmező
Șona (Alba) führt kein Wappen
Șona (Alba) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Alba
Koordinaten: 46° 13′ N, 24° 1′ O46.2224.014444444444286Koordinaten: 46° 13′ 12″ N, 24° 0′ 52″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 286 m
Fläche: 105,80 km²
Einwohner: 4.067 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km²
Postleitzahl: 517755
Telefonvorwahl: (+40) 02 58
Kfz-Kennzeichen: AB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Șona, Alecuș, Biia, Doptău, Lunca Târnavei, Sânmiclăuș, Valea Sasului
Bürgermeister: Ioan Horșia (PD-L)
Postanschrift: Str. Lungă, nr. 2
loc. Șona, jud.Alba, RO–517755
Webpräsenz:

Șona (deutsch Schönau, ungarisch Szépmező) ist eine Gemeinde im Kreis Alba in Siebenbürgen, Rumänien.

Der Ort ist auch unter der deutschen Bezeichnung Schönen und den ungarischen Szászszépmező, Oláhmező, Oláhszépmező und Szépmező bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage von Șona im Kreis Alba

Die Gemeinde Șona liegt im Südwesten des Siebenbürgischen Beckens am Unterlauf der Târnava Mică (Kleine Kokel). An der Kreisstraße (Drum județean) DJ 107 und der Bahnstrecke Blaj–Praid gelegen, befindet sich der Ort etwa 10 Kilometer nordöstlich von Blaj (Blasendorf); die Kreishauptstadt Alba Iulia (Karlsburg) liegt ca. 41 Kilometer südwestlich von Șona entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des eingemeindeten Dorfes Biia (Bendorf) wurden verschiedene Goldfunde der frühen Eisenzeit gemacht.[3]

Der Ort Șona ein ehemaliges Siebenbürger-sächsisches Hörigendorf des Klein-Kokelburger Komitats, mit einer Kirchenburg auf einer Anhöhe im Westen des Ortes gelegen. Es wurde erstmals 1313 unter der Bezeichnung terra Scepmezeu urkundlich erwähnt.[4] Nachdem der Ort 1322 von König Karl I. Robert von Ungarn an Nikolaus von Talmesch verliehen wurde, war der Ort in Besitz von mehreren ungarischen Adligen. Bei einem Großbrand 1654 wurde (außer der Kirche) das gesamte Dorf zerstört; von einem weiteren Brand 1859 war außer der Kirche, der Schule und zehn Häusern (mit Dachziegeln gedeckt) erneut das ganze Dorf betroffen. 1784 beteiligten sich die Leibeigenen des Dorfes am Horea-Aufstand. 1848–1869 kaufte die Gemeinde den letzten im Ort ansässigen Adligen deren Besitz ab.[5]

In Schönau wurde jährlich im Mai von den Siebenbürger Sachsen – bis zu deren Massenauswanderung – das große „Rinnenfest“ gefeiert. Zum Fest wurden die Feldquellen und Abflussrinnen von den Burschen gereinigt; danach wurde von diesen ein Ochsenwagen geschmückt, mit welchem die Burschen singend durch den Ort fuhren und als Dank für ihre Arbeit von den Bauern Wein erhielten und am Abend ein Fest veranstalteten.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 4.301 2.672 679 682 268
1900 5.635 3.216 1.270 1.123 26
1941 7.027 4.157 1.347 1.207 319
1977 5.939 3.603 1.306 984 46
1992 4.647 3.102 1.262 57 226
2002 4.514 3.046 1.176 31 261
2011 4.067 2.734 930 11 392

Die höchste Einwohnerzahl der heutigen Gemeinde – und gleichzeitig die der Deutschen – wurde 1941 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumänen (4.000) wurde 1966, der Ungarn (1.404) 1920 und die der Roma (261) 2002 registriert. Darüber hinaus bezeichnete sich 1930 einer als Ukrainer und 1992 einer als Slowake.

Im Ort Schönau selbst wurden von 1850 (676) bis 1930 (1.110) ca. fünf mal so viele Deutschen wie Rumänen registriert. 1966 und 1977 waren es dann nur noch ca. doppelt so viele Deutsche (999) wie Rumänen. 1992 lebten in Șona (nach der Massenauswanderung der Siebenbürger Sachsen) noch 54 Deutsche. 2002 wohnten im Ort 1.122 Menschen; 961 waren Rumänen, 27 Deutsche, 51 Ungarn (gleichzeitig die höchste Anzahl der Ungarn des Ortes seit 1850) und 83 Roma.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die 1252 urkundlich erwähnte Martinskirche, wurde etwa 1450–1452 abgetragen und neu errichtet. Nach einem Großbrand im Ort (1654) wurde die Kirche 1657 erneut renoviert. Der Glockenturm wurde 1826 in seiner heutigen Form neu gestaltet. 1844–1845 wurde die Kirche, 1874 der Altar und 1852 die Orgel umgebaut.[5] Eine Glocke im Glockenturm hat folgende Inschrift: Mit Gottes Hilfe goß mich Gustav Unten aus Brunswig in Weißenburg 1647.[7] Die Kirchenburg steht nicht unter Denkmalschutz.
  • Das Pfarrhaus wurde 1875 am Ort des 1696 errichteten aufgebaut.[5]
  • Das Bethlen-Schloss der Familie Miklós Bethlen im Süden des eingemeindeten Dorfes Sânmiclăuș (Klosdorf), 1668–1683 errichtet. Das vom Architekten Miklós Bethlen mitgestaltete, rechteckige Schloss mit an den Ecken hervorstehend rechteckigen Basteien dient heute als Lagerraum für Sekte und Weine. Über dem Eingang des Schlosses ist der Name Miklós Bethlens eingemeißelt.[7]

Kirche & Pfarrhaus in Șona[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Șona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Wörterbuch der Ortschaften in Siebenbürgen
  3. Institute Of Archaeology − Sohodol, abgerufen am 15. Juni 2010 (rumänisch)
  4. http://www.sate-comune.ro/descriere_comuna.php?comuna=Sona (Version vom 13. April 2010 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt Șona bei web.archive.org
  5. a b c d Annemarie Morgen: Geschichte Schönaus auf www.sibiweb.de, abgerufen am 15. Juni 2010
  6. Volkszählung, letzte Aktualisierung 30. Oktober 2008, S. 172 (ungarisch; PDF; 1,2 MB)
  7. a b Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2