Affing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Affing
Affing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Affing hervorgehoben
48.45806610.98137465Koordinaten: 48° 27′ N, 10° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Höhe: 465 m ü. NHN
Fläche: 44,86 km²
Einwohner: 5300 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86444
Vorwahl: 08207
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 112
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlweg 2
86444 Affing
Webpräsenz: www.affing.de
Bürgermeister: Rudi Fuchs (CSU)
Lage der Gemeinde Affing im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben) Pöttmes Todtenweis Aindling Petersdorf (Schwaben) Inchenhofen Kühbach Schiltberg Sielenbach Adelzhausen Eurasburg (Schwaben) Ried (bei Mering) Mering Merching Schmiechen Steindorf (Schwaben) Kissing Obergriesbach Hollenbach Rehling Affing Aichach Friedberg (Bayern) Dasing Augsburg Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Dachau Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Donau-Ries Landkreis Augsburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Donau-Ries Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Affing ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ortsteil Affing mit Iglbach liegt an der Staatsstraße 2035 (Augsburg - Neuburg) am Affinger Bach und befindet sich rund zehn Kilometer nordöstlich von Augsburg in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Augsburg. Affing liegt am westlichen Rand des Donau-Isar-Hügellandes bzw. des Unterbayerischen Hügellandes und grenzt an die Donau-Iller-Lech-Platte.

Ortsteile[Bearbeiten]

Affing (Affing)
Affing
Affing
Katzenthal
Katzenthal
Iglbach
Iglbach
Haunswies
Haunswies
Pfaffenzell
Pfaffenzell
Frechholz-hausen
Frechholz-
hausen
Miedering
Miedering
Aulzhausen
Aulzhausen
Bergen
Bergen
Mühlhausen
Mühlhausen
Anwalting
Anwalting
Gebenhofen
Gebenhofen
Gemeinde Affing

Zur Gemeinde Affing gehören seit der Gemeindegebietsreform die Ortsteile Affing (mit Iglbach), Anwalting, Aulzhausen, Bergen, Frechholzhausen, Gebenhofen, Haunswies, Katzenthal, Miedering, Mühlhausen und Pfaffenzell.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Affing grenzt an die Nachbarkommunen Augsburg, Rehling, Aindling, Hollenbach, Aichach-Griesbeckerzell, Obergriesbach und Friedberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Schloss Affing (um 1700)

Eine Grabhügelgruppe und römische Funde weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Der Ortsname Affing könnte auf eine bayerische Gründung durch einen Affo hinweisen. Affing wurde 1040 erstmals urkundlich erwähnt und war vor 1800 Sitz einer geschlossenen Hofmark der Grafen von Leyden. Sie gehörte zum Kurfürstentum Bayern.

Die Ritter-, Hofmarks- und Herrschaftsgeschichte erwähnt folgende Personen: Perenhart de Affingin (1040), Ulrich von Affingen (um 1090), seine Söhne Udalschalk und Giselher (um 1126), Otto von Affing und Burkart von Affingen (um 1150), Eberhart von Affingen (1350) und folgende Lehens-Besitzer der Hofmark Affing: Engelhart von Oberndorf (1425), dessen Tochter Amalie mit Ehemann Wolfgang Waldecker (um 1470), Walter von Gumppenberg (1506), Seifried von Zillenhart (1552), Waldecker (bis 1621), Georg Friedrich von Stauding (ab 1621), Johann Baptist Freiherr von Leyden – kurfürstlicher Vizekanzler zu München (ab 1682).

Die Adelsfamilie der Freiherren von Gravenreuth kaufte im Jahr 1816 die Hofmark Affing und 1831 die Hofmark Obergriesbach und ist seitdem Schlossherr in Affing. Der Erwerber, Karl Ernst von Gravenreuth, war Diplomat und verwaltete als Generalkommissär das kurz vorher an Bayern gekommene Schwaben.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Einheitsgemeinde Affing.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Haunswies (Landkreis Aichach) nach Affing eingemeindet.[2] Anwalting, Aulzhausen, Gebenhofen und Mühlhausen, die bis zum 30. Juni 1972 dem Landkreis Friedberg angehörten, sowie kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Derching mit damals weniger als 50 Einwohnern kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2002 Rudi Fuchs (CSU, CBV, WG M-B, HWG, FBGA), der vorherige Geschäftsführer der Gemeinde. Im März 2014 wurde Fuchs für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.

2. Bürgermeister Markus Winklhofer (CBV)
3. Bürgermeister Stefan Matzka (CBV)

Bürgermeister seit 1978 waren Johann Matzka, Helmut Tränkl und Rudi Fuchs.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Affinger Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2014
Anteil Sitze
Christliche Bürgervereinigung Affing (CBV) 21.2 % 4
Wählergemeinschaft Mühlhausen-Bergen (WG M-B) 21.2 % 4
Christlich-Soziale Union (CSU) 16.3 % 3
Haunswieser Wählergemeinschaft (HWG) 12.0 % 3
Freie Bürgergemeinschaft Aulzhausen (FBGA) 11.5 % 2
Freie Wählergemeinschaft Anwalting (FWG) 9.3 % 2
SPD & Freie Bürger 8.5 % 2
Wappenversion

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: In Blau ein aus silbernem Felsen hervorwachsendes silbernes Einhorn. Das Gemeindewappen entspricht dem Gravenreuthschen Familienwappen.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Versöhnungskreuz
Mahnmal in Łobez

Mit der Errichtung des „Deutsch-Polnischen Versöhnungskreuzes“ in Aulzhausen durch den Aulzhausener Johannes Grabler wurden 1993 Kontakte zur polnischen Kreisstadt Łobez (deutsch Labes) aufgenommen. Das Mahnmal erinnert an den polnischen Zwangsarbeiter Michał Kwik aus Różaniec, der 1944 von den Nationalsozialisten in Aulzhausen hingerichtet bzw. erhängt wurde. Bei der Einweihung 1994 waren die zwei Schwestern des NS-Opfers aus Łobez angereist. Seit 1997 gibt es nun eine offizielle Städte- bzw. Gemeindepartnerschaft, die u. a. vom Affinger „Partnerschaftskomitee Lobez e.V.“ gepflegt wird. 2007 feierten die beiden Kommunen ihr zehnjähriges Partnerschaftsjubiläum.

Unabhängig davon wurde 1993 auch in Lobez eine „Deutsch-Polnische Gedenkstätte“ errichtet in die Teile eines zerstörten Roland-Denkmales[4] zum Andenken an die 208 gefallenen Labeser des Ersten Weltkrieges mit einbezogen wurden (u.a. ein Sonnen-Runenstein).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eschenallee südöstlich des Schlosses

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 40, im Produzierenden Gewerbe 367 und im Bereich Handel und Verkehr 199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 121 am Arbeitsort Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1735. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 5 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 129 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3014 ha. Davon waren 2262 ha Ackerfläche und 745 ha Dauergrünfläche.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

2010 waren in der Gemeinde Affing 496 Betriebe gemeldet. Unternehmen aus dem Bereich Handel (27,82%) sowie Handwerk (17,34%) stellten den größten Anteil.

  • Wurzer Profiliertechnik GmbH in Affing
  • Mühlhausener Frischbetonwerk GmbH & Co. Transportbeton KG
  • ABUS Security-Center in Mühlhausen
  • Die CoolEnergy GmbH in Affing liefert europaweit industrielle Kälteversorgung und Mietkälte in Industrie, Handel und im Veranstaltungsbereich. Das Angebot umfasst Prozesskühlung, Klimatisierung von Server-, Lagerräumen und Hallen, Temperatursteuerung und Kühlung bei Events, Ersatz- oder Zusatzkühlung bei Umbau, Wartung oder Ausfall. Neben Deutschland besitzt CoolEnergy auch Niederlassungen in England, den Benelux, der Schweiz, Italien und Österreich.

Verkehr[Bearbeiten]

Südlich der Gemeinde Affing verläuft die Bundesautobahn 8, im Westen die Bundesstraße 2, im Osten die Bundesstraße 300. Im Gemeindeteil Mühlhausen liegt der Flughafen Augsburg. Eine Umgehungsstraße nördlich von Anwalting und Gebenhofen wird gegenwärtig vom Staatlichen Straßenbauamt Augsburg geplant.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergärten:
    • Kindergarten Bergen (gemeindlicher Träger)
    • Katholischer Kindergarten Affing (seit Herbst 2009 gemeindlicher Träger, davor kirchlich/katholisch)
    • Kindergarten und Kinderkrippe Krambambuli Haunswies (gemeindlicher Träger)
  • Grundschule Affing
  • Staatliche Realschule Affing[9] in Bergen (von 2010 bis 2012 Außenstelle der Bertolt-Brecht-Realschule in Augsburg)
  • Volkshochschule Aichach-Friedberg (Außenstelle Affing)

Literatur[Bearbeiten]

  • Fitz Mayer, Rudolf Wagner (Hrsg.): Der Altlandkreis Aichach: Beiträge zur Ortsgeschichte; Aichach: Mayer & Söhne, 1979
  • Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. 1870–1995; Augsburg: Druckladen, 1995
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Einweihung Kläranlage Affing 17. Oktober 1991; Kissing: Weka, 1991
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Gemeinde Affing – Bürgerinformation; Giggenhausen: Icos, 2003
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Affing mit Ortsteil Haunswies 1040–1977
    1. Teil: Josef Lindinger: Ortsgeschichte Affing mit Frechholzhausen, Iglbach, Katzenthal, Pfaffenzell
    2. Teil: Karl Winkler: Geschichte des Ortsteiles Haunswies; Affing, 1977
  • Johannes Grabler: Das Schicksal eines Zwangsarbeiters in Aulzhausen (Affing); Arbeit zum Hauptseminar Zweimal „Vergangenheitsbewältigung“ – nach 1945, nach 1989 an der Kath. Universität Eichstätt; Eichstätt, 1993 ((doc; 191 kB))
  • Jürgen Schmid, Hubert Emmering: „Phaffencelle“ - eine karolingisch-ottonische Siedlung bei Affing-Pfaffenzell (Lkr. Aichach-Friedberg); in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 89 (1996), Augsburg 1997, S. 7–48
  • Landkreis Aichach-Friedberg (Hrsg.): Die fünf Burgen in der Gemeinde Affing; Bodendenkmäler im Landkreis Aichach-Friedberg Nr. 6, Faltblatt zum „Tag des offenen Denkmals“; Text: Helmut Rischert; Aichach, 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  4. Roland-Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges - (Wiki.Genealogy)
  5. Durch Schwert und Pest ausgerottet (mit Fotos) - (Aichacher Nachrichten vom 26. September 2008)
  6. a b Johannes Grabler will Abriss der alten Schule verhindern - (Aichacher Nachrichten vom 30. August 2010)
  7. Rettet die Affinger "Alte Schule" 1B - (Grabler)
  8. Knappe Mehrheit will lieber einen Neubau statt 1B - (Aichacher Nachrichten vom 23. Juli 2010)
  9. Staatliche Realschule Affing

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Affing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien