Alexander von Linsingen

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Alexander von Linsingen
Grabstätte in Hannover

Alexander Adolf August Karl von Linsingen (* 10. Februar 1850 in Hildesheim; † 5. Juni 1935 in Hannover) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generaloberst im Ersten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Alexander entstammte dem alten Adelsgeschlecht derer von Linsingen. Er trat nach seiner Erziehung im Kadettenkorps am 7. April 1868 als Fähnrich in das Infanterie-Regiment „Graf Barfuß“ (4. Westfälisches) Nr. 17 ein und wurde dort 1869 zum Leutnant befördert. 1870/71 nahm Linsingen am Deutsch-Französischen Krieg teil. 1888 wurde er Adjutant der 31. Division und 1889 Major des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8 sowie Adjutant des XIV. Armee-Korps. 1890 wurde der überzählige Major zum Bataillonskommandeur des III., dem der Füsiliere, Bataillons zu Lübeck des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76[1] - seinen Namen "Hamburg" erhielt es, wie alle Hanseatischen Regimenter, erst auf dem Kaisermanöver von 1904. Unter Beförderung zum Oberst wurde er 1897 Kommandeur des Grenadier-Regiments „König Friedrich der Große“ (3. Ostpreußisches) Nr. 4 ernannt. 1901, unter Beförderung zum Generalmajor, kehrte er mit der Ernennung zum Kommandeur der 81. Infanterie-Brigade nach Lübeck zurück. Diese hatten unter der Verwendung des III./76 1897 ihr eigenes, das 3. Hanseatische erhalten. 1905 übernahm er dann als Generalleutnant die 27. Division (2. Königlich Württembergische). Nach zwei Jahren folgte seine Beförderung zum General der Infanterie und als solcher wurde Linsingen Kommandierender General des II. Armee-Korps in Stettin.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat sein Korps auf den westlichen Kriegsschauplatz unter der 1. Armee in der Schlacht von Mons vom 22. bis 23. August erstmals in die Kämpfe ein.

Ab Januar 1915 führte er die neugegründete Südarmee, ab Juli des gleichen Jahres die Bugarmee. Von September 1915 bis 31. März 1918 hatte er den Oberbefehl über die Heeresgruppe Linsingen inne. In der Zeit nach dem Waffenstillstand besetzten seine Divisionen weite Teil der Ukraine sowie die Krim. Mit Auflösung der Heeresgruppe wurde Linsingen von seiner Stellung als Oberbefehlshaber entbunden.

Am 7. April 1918 wurde Linsingen aus Anlass seines 50-jährigen Militärjubiläums durch Wilhelm II. zum Generaloberst befördert. Erst am 1. Juni 1918 fand er eine neue Verwendung als Oberbefehlshaber in den Marken und Gouverneur von Berlin. Nach Ausbruch der Novemberrevolution verbot er der Truppe den Gebrauch der Waffe sogar bei der Verteidigung des Gebäudes. Er stellte seinen Posten zur Verfügung und wurde daraufhin am 17. November 1918 zur Disposition gestellt.

Linsingen liegt im Familiengrab auf dem Neuen St. Nikolai-Friedhof in Hannover im Stadtteil Nordstadt begraben.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens pour le mérite im Weltkrieg. Band I: A-L, Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935, S. 679-682
  • Klaus Mlynek: Linsingen, Alexander von in: Hannoversches Biographisches Lexikon, Schlüter, Hannover 2002, S. 236

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lübeckische Blätter: Jg. 33, Ausgabe Nr. 78 vom 30. September 1891, Artikel: Jubiläumsfeier des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76
  2. a b c d e f g h i j k Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1914, S.56
  3. Rudolf von Kramer, Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA. Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden Kriegstaten und Ehrenbuch 1914–1918. Selbstverlag des königlich bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens. München 1966. S. 448.