Bauma

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde im Kanton Zürich; weitere Bedeutungen siehe Bauma (Begriffsklärung).
Bauma
Wappen von Bauma
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
BFS-Nr.: 0171i1f3f4
Postleitzahl: 8494
UN/LOCODE: CH QBA
Koordinaten: 708720 / 24738547.3683328.878049640Koordinaten: 47° 22′ 6″ N, 8° 52′ 41″ O; CH1903: 708720 / 247385
Höhe: 640 m ü. M.
Fläche: 20.91 km²
Einwohner: 4307 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 200 Einw. pro km²
Website: www.bauma.ch/
Gasthaus Tanne in Bauma

Gasthaus Tanne in Bauma

Karte
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Bauma ist eine politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Kantons Zürich in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2015 fusioniert Bauma mit der Gemeinde Sternenberg zur Gemeinde Bauma.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung:

In Silber auf grünem Boden eine grüne Tanne mit rotem Stamm

Es gibt verschiedene Theorien, wie das Wappen der Gemeinde Bauma entstanden ist. Die eine nimmt Bezug auf das Jahr 1740, als erstmals ein Wappen erwähnt wird.[2] So wurde wohl die ursprüngliche Abbildung, welche einen grünen Laubbaum mit rotbraunem Stamm auf grünem Boden zeigt, in der Zeit der Helvetik angepasst und der Laubbaum durch die Tanne ersetzt. Die Tanne war 1798 als Freiheitsbaum auf dem Dorfplatz gepflanzt worden um die Franzosen als Boten der Freiheit zu empfangen.

Das Wappen wurde offiziell am 26. Oktober 1926 von der Kantonalen Wappenkommission Zürich begutachtet und einstimmig beschlossen. Der Gemeinderat von Bauma stimmte dem am 3. März 1927 zu, wünschte aber weitere Nachbesserungen. Nach einer aktualisierten Herausgabe am 13. Oktober 1970 durch die Antiquarische Gesellschaft des Kantons Zürich war der Gemeinderat grundsätzlich einverstanden und befand es als sehr ansprechend.

Geographie[Bearbeiten]

Bauma liegt im Zürcher Oberland und im voralpinen Teil des Tösstales auf 640 m ü. M. an der Bahnlinie WinterthurRüti ZH. Die Stadt Winterthur liegt 24,2 km entfernt und die Stadt Zürich 37,4 km.[3] Der höchste Punkt der Gemeinde ist das Chli-Hörnli mit 1'073 m ü. M. Die Gesamtfläche von 2 076 ha unterteilt sich in:

  • 50 % Wald
  • 34 % Landwirtschaft
  • 16 % Siedlungen

Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Dorf Bauma die Ortschaften und Weiler Altlandenberg, Saland, Laubberg, Juckern, Blitterswil, Dillhaus, Undalen, Bliggenswil, Wolfensberg, Wellenau, Lipperschwändi (auch Lipperschwendi), Hörnen und Schindlet.

Die Nachbargemeinden von Bauma sind Fischenthal, Sternenberg, Wila, Wildberg ZH, Pfäffikon, Hittnau und Bäretswil.

Geschichte[Bearbeiten]

Burgruine Altlandenberg
Töss mit Bahnstrecke Winterthur – Rüti
Flarz in Bauma

Die Besiedelung durch den Einzug der Alemannen[4] erfolgte im 7. bis 10. Jahrhundert in den höheren Geländeterrassen, namentlich Allenwil, Bettswil, Bliggenswil, Blitterswil, Hörnen, Lipperschwendi, Undalen, Wellenau und Wilen. Im Einflussbereich des Klosters St. Gallen kam das Christentum in die Gegend und gleichzeitig die Urbanisierung.

Die Herren auf der Burg Alt Landenberg intensivierten den Landausbau im 12. Jahrhundert und 13. Jahrhundert. Bereits 1315 fielen die letzten Ritter der Habsburger in der Schlacht am Morgarten, und die Burg ging an die Abtei St. Gallen zurück. Über die nächsten Jahrhunderte wechselte die Burg immer wieder den Besitzer und verfiel zunehmend.

1549 ging das Niedergericht durch Kauf an Zürich über. Die eigentliche Geburtsstunde der Gemeinde Bauma war erst mit dem Bau der reformierten Kirche 1651 und der damit einhergehenden Unterstellung der umliegenden Siedlungen in den Verwaltungsbereich der Kirche. In diesem Jahr bestand das Dorf lediglich aus vier Häusern. Der örtliche Pfarrer war zu dieser Zeit gemeinsam mit seiner Stillstand für die Religion, die Schulen, die Fürsorge, für Recht und Ordnung und auch für das Strassenwesen zuständig.[5] Die Gemeinde erhielt 1661 das Markt- und Zollrecht,[6] und von da ab entwickelte sich Bauma zum Zentrum des oberen Tösstales. Die im Jahre 1651 erstellte Kirche wurde 1771 abgebrochen und an gleicher Stelle durch einen neueren, grösseren Bau ersetzt.

Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts kam es immer wieder zu schweren Rückschlägen in der Entwicklung der Gemeinde. 1786 brannte ein grosser Teil des Dorfes, und der Brand konnte aufgrund der Holzbauten nur schwer kontrolliert werden.[7] Immer wieder gab es Hungersnöte, so auch 1816 im Jahr ohne Sommer als 156 Einwohner an Schwäche starben.

Unter Napoleon und der von ihm initiierten Helvetik entstand die politische Gemeinde Bauma und gehörte zwischen 1798 bis 1803 dem helvetischen Distrikt Fehraltorf an. Dies wechselte über die nächsten Jahre mehrmals, ab 1803 bis 1814 gehörte die Gemeinde zum Mediationsbezirk Uster, dann bis 1831 zum Oberamt Kyburg, seit 1831 dem Bezirk Pfäffikon an.

Die Gemeinde Bauma war bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts verkehrstechnisch wie viele umliegenden Gemeinden nicht gut erschlossen. So gab es die erste Brücke über die Töss zwischen Winterthur und Bauma erst 1820. Zwischen 1836 und 1839 erfolgte der Bau der Strasse nach Wetzikon und Oetwil. 1835 wurde der Postkutschenverkehr nach Winterthur in Betrieb genommen. Die Tösstalbahn entstand 1875 von Winterthur nach Bauma. Sie wurde ein Jahr später bis nach Wald verlängert, und der gesamte Streckenabschnitt wird auch heute noch aktiv von der S-Bahn Zürich genutzt. Die 1901 eröffnete Uerikon-Bauma-Bahn war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Betrieb, wurde aber nach und nach durch den Busbetrieb Bauma-Wetzikon ersetzt.[8]

Da die Töss, der Fluss durch Bauma, erst im 20. Jahrhundert korrigiert wurde, kam es immer wieder zu Überschwemmungen. Im Jahr 1876 stand das gesamte Dorf unter Wasser, mehrere Gebäude stürzten ein, und die neu gebaute Tösstalbahn wurde auf weiten Strecken schwer beschädigt.[7]

Die Erschliessung Baumas war wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Wurde die Baumwolle zunächst noch von Frauen und Kindern in häuslicher Heimarbeit verarbeitet,[9] kam es durch die Industrialisierung zur Bildung von Fabriken entlang des Flusses. Um 1900 arbeiteten rund 600 Arbeitskräfte in den drei Baumwollspinnereien und -webereien sowie den zwei Seidenwebereien. Seit 1989 sind alle ehemaligen Textilbetriebe stillgelegt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Dorfzentrum
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 455
1691 1082
1772 2530
1836 3217
1850 2993
1900 2768
1950 2989
1970 3171
1990 3795
2000 4259
2010 4160

Religion[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 gehörten 51,6 % der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 19,4 % zur römisch-katholischen Kirche.[11] Die Reformierte Kirche Bauma entstand in den Jahren 1769–1770 als Querkirche und ersetzte den Vorgängerbau aus dem Mittelalter. Es handelt sich um einen typischen Sakralbau der reformierten Kirche des 18. Jahrhunderts im Kanton Zürich. Die katholische Kirche von Bauma ist die St. Antonius-Kirche. Entstanden ist sie in den Jahren 1902–1903 als typischer Bau einer Diaspora-Kirche im Kanton Zürich. 1954 wurde die Kirche verlängert und der ursprüngliche Dachreiter durch den heutigen Kirchturm ersetzt.

Zur Regional-Sektion Bauma-Fischenthal[12] der Evangelischen Allianz gehören die Evangelisch-reformierte Kirchen von Bauma[13] und Fischenthal sowie die RegiChile Bauma.

In Bauma sind von den evangelischen Freikirchen die Chrischona-Gemeinde RegiChile[14] und die Gemeinde für Christus[15] vertreten.

Zudem gibt es eine Neuapostolische Kirche.[16]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindepräsidentin ist Marianne Heimgartner (EVP Stand 2009). Die stärksten Parteien waren bei der letzten Kantonsratswahlen 2011 die SVP mit 40,2 %,[10] gefolgt von der EVP mit 16,7 % und der SP mit 12,9 %.

Kantonsrat[Bearbeiten]

Im Kantonsrat des Kantons Zürich ist die Gemeinde Bauma durch Walter Schoch (EVP) vertreten.

Zusammenschluss Bauma-Sternenberg[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Sternenberg hat den Gemeinderat Bauma im November 2012 zu Fusionsverhandlungen eingeladen. Das neue Finanzausgleichsgesetz gewährt der Gemeinde Sternenberg noch bis Ende 2017 jährliche Ausgleichszahlungen. Die finanzielle Lage der kleinen Gemeinde mit 349 Einwohnern (2011) wird dadurch weiter verschlechtert und es gibt zudem Schwierigkeiten dabei, geeignete Stimmbürger für öffentliche Ämter zu finden. Die Stimmbürger von Sternenberg haben im März 2013 an der Urne der Aufnahme von Verhandlungen über einen Zusammenschluss der beiden Gemeinden deutlich zugestimmt.[17] Im Falle eines Zusammenschlusses sichert der Regierungsrat des Kantons Zürich mit Beschluss vom 10. Juli 2013 den politischen Gemeinden Bauma und Sternenberg Fr. 3'500'000 zu. In der Volksabstimmung vom 24. November 2013 wurde der Zusammenschluss per 1. Januar 2015 in beiden Gemeinden deutlich angenommen. Die neue Gemeinde wird weiterhin Bauma heissen, das Gemeindewappen wird beibehalten.[18]

Wirtschaft[Bearbeiten]

1821 begann die Industrialisierung im Tösstal, indem die Wasserkraft für die Textilindustrie genutzt wurde.

Die Fabriken der einst blühenden Baumwollspinnerei und -weberei sind seit 1989 stillgelegt. Da in der Landwirtschaft heute weniger als 5 % der Bevölkerung beschäftigt sind, ist der Dienstleistungssektor und die auswärtige Arbeitsstelle das Haupterwerbsgebiet. Viele Einwohner pendeln nach Zürich oder Winterthur.

Verkehr[Bearbeiten]

Waggon im Bahnhof Bauma

Bis 1835 benützen Fuhrwerke das oft nicht ungefährliche Tössbett als Strasse, um nach Bauma zu gelangen. Erst mit dem Bau der Talstrasse von Winterthur nach Bauma und kurz darauf mit der Verbindung nach WetzikonOetwil fand Bauma Anschluss an die Welt.

1875 nahm die Tösstalbahn zwischen Winterthur und Bauma und ein Jahr später die Verlängerung nach Wald ihren Betrieb auf. 1901 folgte die Eröffnung der durch den Einheimischen Adolf Guyer-Zeller erbauten Uerikon-Bauma-Bahn. Ab 1969 wurde diese teilweise durch den Busbetrieb Bauma–Wetzikon ersetzt. Heute bedienen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Station Bauma im Halbstundentakt mit der Linie S 26 Winterthur HBBaumaRüti ZH der S-Bahn Zürich. Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland befährt an einigen Wochenenden im Sommer die Museumsbahn Bauma – Hinwil.

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

Daneben existieren folgende Buslinien, die durch die Postauto AG bedient werden:

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bauma besitzt ein eigenes Hallenbad mit 25-Meter-Becken. Auf dem Gemeindegebiet gibt es vier Kindergärten, drei Primarschulhäuser und ein Sekundarschulhaus.[19]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 66: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster, herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Birkhäuser, Basel 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 282–309.
  • Walter Sprenger u.a.: Geschichte der Gemeinde Bauma, herausgegeben von der politischen Gemeinde Bauma, Bauma 1994, ISBN 3-85981-173-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bauma ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Das Wappen der Gemeinde Bauma. Abgerufen am 16. September 2013.
  3. Facts and Figures. Abgerufen am 11. September 2013.
  4. Besiedelung. Abgerufen am 23. April 2014.
  5. Gemeindebildung. Abgerufen am 23. April 2014.
  6. Zentrum des oberen Tösstals. Abgerufen am 23. April 2014.
  7. a b Notzeiten. Abgerufen am 23. April 2014.
  8. Verkehr. Abgerufen am 23. April 2014.
  9. Wirtschaftliche Entwicklung. Abgerufen am 23. April 2014.
  10. a b Gemeindeportrait Bauma. Abgerufen am 23. April 2014.
  11. Provisorische Bevölkerungsdaten per Ende 2011. Abgerufen am 27. Februar 2012.
  12. EA Bauma-Fischenthal. Abgerufen am 27. Februar 2012.
  13. Reformierte Kirche. Archiviert vom Original am 21. Juli 2012, abgerufen am 27. Februar 2012.
  14. Willkommen auf der Website der RegiChile. Abgerufen am 27. Februar 2012.
  15. Gemeinde für Christus – Bauma. Abgerufen am 27. Februar 2012.
  16. Kirchgemeinden. Archiviert vom Original am 19. Juli 2012, abgerufen am 27. Februar 2012.
  17. Zusammenschluss Bauma-Sternenberg. Abgerufen am 23. April 2014.
  18. Grünes Licht für Gemeindefusion. Abgerufen am 23. April 2014.
  19. Unsere Baumer Schule. Abgerufen am 11. September 2013.