Berlin-Wedding
| Wedding Ortsteil von Berlin |
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|---|---|
| Koordinaten | 52° 33′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O52.5513.36666666666752Koordinaten: 52° 33′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O |
| Höhe | ≈ 52 m ü. NN |
| Fläche | 9,23 km² |
| Einwohner | 80.048 (31. Dez. 2012) |
| Bevölkerungsdichte | 8673 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1861 |
| Postleitzahlen | 13347, 13349, 13351, 13353, 13357, 13359, 13407 |
| Ortsteilnummer | 0105 |
| Verwaltungsbezirk | Mitte |
Der Wedding ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Mitte. Der heutige Ortsteil entstand 2001 durch Teilung des – ehemals zu West-Berlin gehörenden – Bezirks Wedding entlang der Linie Reinickendorfer Straße und Chausseestraße. Bis zur Verwaltungsreform am 1. Januar 2001 gab es den eigenständigen Bezirk Wedding, der die heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen umfasste. Dieser Bezirk wurde durch die Reform mit den ehemaligen Bezirken Mitte und Tiergarten zum neuen Bezirk Mitte vereinigt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Wedding wird bereits in zwei Urkunden aus dem 13. Jahrhundert erwähnt: 1251 handelte es sich um „eine Mühle im Gebiet des Dorfes, welches Weddinge hieß, am Flusse Namens Pankow erbaut“ und im Jahr 1289 um „das wirkliche Lehensgut und den mit dem Gehöfte Wedding verbundenen Titel eines Lehensgutes“.[1]
Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf Wedding als Wüstung, also als verlassene Siedlung, erwähnt. Die Mühle des Ortes wurde an das Benediktinerinnenkloster in Spandau verkauft, das auf der Gemarkung des Dorfes liegende Lehngut wurde Besitz der Stadt Berlin. Im 14. Jahrhundert wurden die Flächen von Berliner Bürgern noch zum Ackerbau genutzt, danach überwuchs es vollständig mit Kiefern und Eichen und wurde als „Berliner Stadtheide“ bezeichnet. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet des heutigen Nettelbeckplatzes ein Gutshof angelegt, der bereits 1603 an den brandenburgischen Kurfürsten übergeben wurde. Dieser ließ daraus ein Vorwerk errichten. Damit war der Gutshof kurfürstliche Domäne und rechtlich nicht mehr zur Stadt Berlin gehörig.
Im Zusammenhang mit dem Ausbau Berlins und dem dafür benötigten Holz wurde die Stadtheide fast vollständig gerodet, sodass das Land um den Wedding verödete. Im 18. Jahrhundert begann die umfangreiche Besiedlung des Gebiets nördlich Berlins und damit auch des Weddings. 1778 wurden die ersten Kolonistenhäuser im Bereich des heutigen Weddingplatzes errichtet. 1782 ließ Friedrich II. eine Kolonie gründen, die auf Grund ihrer Nähe zum Gutshof den Namen Wedding oder Neu-Wedding erhielt.
Mitte des 19. Jahrhunderts hielten Glücksspiel und Prostitution im Wedding Einzug. Er wandelte sich damit zu einem Vergnügungsviertel.
Im Jahr 1861 erfolgte die Eingemeindung nach Berlin.
Nach 1945 bis zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 gehörte der Bezirk Wedding zum französischen Sektor Berlins.
Seit den 1970er Jahren siedelten sich im traditionellen Arbeiterviertel zahlreiche – vielfach auch türkische – Gastarbeiter und andere Einwanderer an, da dort preiswerter Wohnraum vorhanden war, was dem Viertel einen multikulturellen Charakter verlieh.
Ortsname [Bearbeiten]
Bewohner und oftmals auch die Berliner Medien beziehen sich mit dem Begriff „Wedding“ fälschlicherweise weiterhin auf das Gebiet des ehemaligen Bezirks Wedding.
Der Wedding gehörte lange zu den wenigen Ortsnamen, die im Deutschen mit Artikel benutzt werden; der Wedding erinnert an den Ursprung als vom Adligen Rudolf de Weddinghe errichteten Gutshof und Vorwerk und folglich sagte man „er wohnt auf dem Wedding“ (im Stadtdialekt „er wohnt uff’m Wedding“) oder „am Wedding“. Heute wird jedoch „im Wedding“ bevorzugt oder zunehmend von den Zugezogenen die Formulierung „in Wedding“ gebraucht.[2]
„Wo ick wohne? Wie alle feine Leite, Berlin W. hinten mit en ‚Ding‘! –?? – Na Mensch, vastehste nich, Berlin Wedding!“
– Hans Ostwald: Der Urberliner[3]
Kieze und Viertel [Bearbeiten]
- Afrikanisches Viertel, auch Otawikiez
- Antonkiez
- Englisches Viertel
- Brüsseler Kiez, auch Belgisches Viertel
- Julius-Leber-Kaserne, auch Quartier Napoléon
- Leopoldkiez, auch Osramkiez
- Sprengelkiez, auch Sparrplatz-Quartier
Bebauung [Bearbeiten]
Der Wedding wird größtenteils durch Altbauten mit Hinterhäusern aus der Gründerzeit und mehrgeschossige Gebäude des sozialen Wohnungsbaus der 1970er und 1980er Jahre geprägt. Eine Ausnahme bildet das Afrikanische Viertel zwischen dem Volkspark Rehberge und dem Schillerpark. Hier sind die mit den typischen Grünflächen umgebenen Siedlungsbauten der 1920er und 1930er Jahre bestimmend. Erwähnenswert sind insbesondere die zum UNESCO-Welterbe gehörende Siedlung Schillerpark, sowie die Friedrich-Ebert-Siedlung.
Nahe dem U-Bahnhof Reinickendorfer Straße und dem Bahnhof Wedding steht das Erika Hess Eisstadion. Es ist im Winter die Heimat des Berliner Eishockeyvereins FASS Berlin. Durch die wenigen Berliner Eisflächen, ist das Eisstadion auch zweite Heimat der ECC Preussen Juniors Berlin.
Wichtige Plätze im Wedding [Bearbeiten]
- Augustenburger Platz
- Eckernförder Platz
- Leopoldplatz (umgangssprachlich Leo)
- Louise-Schröder-Platz
- Max-Josef-Metzger-Platz
- Nachtigalplatz
- Nettelbeckplatz
- Pekinger Platz
- Sparrplatz
- Zeppelinplatz
Grünanlagen im Wedding [Bearbeiten]
- Schillerpark
- Volkspark Rehberge
- Goethepark
Bevölkerung [Bearbeiten]
Der Wedding ist mit 80.048 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2012) der an Bevölkerung drittreichste Ortsteil (von sechs) des Bezirks Mitte. Er hat ein Durchschnittsalter von 38 bis 40 Jahren.
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Wedding liegt bei 30 %. Im gesamten Bezirk Mitte liegt der Ausländeranteil bei 27,14 %, im Berliner Durchschnitt bei 13,7 %. Einen Migrationshintergrund haben 48,3 % der Bewohner im Wedding.[4] 2011 stammten die größten ethnischen Gruppen aus folgenden Herkunftsgebieten:[5]
- Deutschland: 40.476 (51,7 % der Bevölkerung)
- Türkei: 13.998 (17,8 % der Bevölkerung)
- Schwarzafrika: 5011 (6,4 % der Bevölkerung)
- arabische Staaten: 4670 (5,9 % der Bevölkerung)
- Polen: 4665 (5,9 % der Bevölkerung)
- ehemaliges Jugoslawien: 4207 (5,3 % der Bevölkerung)
- ehemalige Sowjetunion: 1927 (2,4 % der Bevölkerung)
- Ostasien (u. a. China, Südkorea usw.): 1342 (1,7 % der Bevölkerung)
- Südostasien (u. a. Vietnam, Thailand usw.): 1130 (1,4 % der Bevölkerung)
- Südasien (Indien, Pakistan usw.): 1022 (1,3 % der Bevölkerung)
Öffentlicher Nahverkehr [Bearbeiten]
Im Ortsteil Wedding bestehen folgende ÖPNV-Verkehrslinien:
S-Bahn
- Ringbahnlinien S41 und S42
U-Bahn
Straßenbahn
- M13 Virchow-Klinikum – S Warschauer Straße
- 50 Virchow-Klinikum – Guyotstraße (Französisch Buchholz)
Bus
- M27 S+U Jungfernheide – S+U Pankow
- 106 U Seestraße – Lindenhof (Schöneberg)
- 120 S+U Hauptbahnhof – Hainbuchenstraße (Frohnau)
- 142 U Leopoldplatz – S Ostbahnhof
- 221 U Leopoldplatz – Bernshausener Ring (Märkisches Viertel)
- 247 U Leopoldplatz – S Nordbahnhof
- 327 U Leopoldplatz – S Schönholz
→ Siehe auch: Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Wedding
-
Eingang zum Rudolf-Virchow-Krankenhaus am Augustenburger Platz
-
Einer der OsramHöfe, Groninger Straße
-
Arbeitsamt in der Müllerstraße
-
Siedlung Schillerpark, denkmalgeschützte Wohnhäuser Bristolstraße
-
Miniatur-Eiffelturm am Centre Français
-
Edinburger Straße, am Schillerpark
-
Müllerstraße nahe
U-Bahnhof Rehberge -
Krematorium am Urnenfriedhof Gerichtstraße
Sonstiges [Bearbeiten]
Auf dem Gebiet des Schul-Umwelt-Zentrums Mitte in der Scharnweberstraße 158/159 liegt die Düne Wedding. Sie ist die letzte innerstädtische eiszeitliche Düne Deutschlands und als flächenhaftes Naturdenkmal geschützt.[6]
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Horst Evers: Wedding. 37 Geschichten über die Perle unter Berlins Stadtteilen. 3. Auflage. Lauf·Fahner Verlag, 1997, ISBN 3-924158-33-9.
- Gerhild H. M. Komander: Der Wedding – Auf dem Weg von Rot nach Bunt. Berlin Story Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-929829-38-X.
- Ute Langeheinecke: Der Wedding als ländliche Ansiedlung 1720 bis 1840. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-7861-1658-X.
- Ralf Schmiedecke: Wedding – Mitten in Berlin. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 978-3-89702-366-6 (Die Reihe Archivbilder).
- Ralf Schmiedecke: Berlin-Wedding – Neue Bilder aus alter Zeit. Sutton, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-866-2 (Reihe Archivbilder).
- Christian Simon: 750 Jahre Wedding – Eine Chronik. Berlin 2001, ISBN 3-8311-1777-2.
- Heiko Werning: Mein wunderbarer Wedding. Geschichten aus dem Prekariat. Edition Tiamat, Berlin 2010, ISBN 978-3-89320-143-3.
- Regina Scheer: Den Schwächeren helfen, stark zu sein. Die Schrippenkirche im Berliner Wedding 1882–2007. Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin, ISBN 978-3-938485-63-7.
Filme [Bearbeiten]
- Wedding, Regie: Heiko Schier, 1990
- Kroko, Regie: Sylke Enders, 2003
Weblinks [Bearbeiten]
- Ortsteil: Wedding auf den Seiten des Bezirksamtes Mitte
- Der Bezirk Wedding auf den Seiten des Quartiersmanagement-Team Sparrplatz
- Infoseite des Fördervereins Brüsseler Kiez in Wedding
- Wo war das Dorf Wedding?
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ G. Suchsdorf: Geschichte des Gesundbrunnens. Separat-Abdruck aus der Zeitung Die Quelle. Berlin 1891.
- ↑ Geschichte vom Wedding
- ↑ Paul Francke: Berlin, 1920.
- ↑ Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2011 (PDF; 2,7 MB)
- ↑ Statistik Berlin-Brandenburg
- ↑ Eiszeit im Wedding - Letzte innerstädtische eiszeitliche Düne Deutschlands wieder sichtbar. berlin.de, 16. Februar 2012, abgerufen am 25. Januar 2013.
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