Coppenbrügge

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Coppenbrügge
Coppenbrügge
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Coppenbrügge hervorgehoben
52.1205555555569.5488888888889131Koordinaten: 52° 7′ N, 9° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hameln-Pyrmont
Höhe: 131 m ü. NHN
Fläche: 89,81 km²
Einwohner: 7232 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31863
Vorwahlen: 05156, 05159 (Bisperode, Diedersen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HM
Gemeindeschlüssel: 03 2 52 004
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 2 und 14
31863 Coppenbrügge
Webpräsenz: www.coppenbruegge.de
Bürgermeister: Hans Ulrich Peschka (CDU)
Lage der Gemeinde Coppenbrügge im Landkreis Hameln-Pyrmont
Bad Münder am Deister Salzhemmendorf Coppenbrügge Hessisch Oldendorf Hameln Emmerthal Bad Pyrmont Aerzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Region Hannover Landkreis Schaumburg Landkreis Hameln-Pyrmont NiedersachsenKarte
Über dieses Bild
Freibad vor der Komplettsanierung 2011
Das ehemalige Forstamt
Die Ruine von Burg Coppenbrügge
Museum im Innenhof der Burgruine
Der Ernst-Feuerhake-Brunnen

Coppenbrügge ist ein Flecken im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am Nordrand des Ithes, etwa 15 Kilometer östlich von Hameln.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Coppenbrügge wurde um 1000 das erste Mal urkundlich in einer Grenzbeschreibung des Bistums Hildesheim als Cobbanbrug[2] erwähnt. Am 9. März 1062 verlieh Kaiser Heinrich IV. dem Bischof Hezilo von Hildesheim den Forstbann bei Coppenbrügge. Um 1200 erbaute Graf Bernhard von Poppenburg, der auf der Burg Poppenburg saß, die Spiegelburg bei Lauenstein. Danach nannte er sich Bernhard von Poppenburg und Spiegelberg. Die Spiegelburg wurde im Tal zwischen Ith und Osterwald an der alten Heer- und Handelsstraße in der Nähe eines Sumpfgebiets erbaut. Bei der Straße handelte es sich um den Hellweg, der von Aachen nach Königsberg führte. Danach war es die Reichsstraße 1 und heute die Bundesstraße 1. Ab 1217 nannte sich Graf Bernhard nur noch „von Spiegelberg“.

1226 brach eine Fehde zwischen Bernhard von Spiegelberg und Bodo von Homburg aus. 1238 eroberten die Homburger die Burg Spiegelberg, die Grafen von Spiegelberg verließen das Land. 1247 errichten sich die Homburger die Burg Lauenstein. 1260 übergab Johann von Brünnighausen seinen Besitz dem Bischof von Minden. Dieser Besitz wurde 1281 dem Grafen von Spiegelberg übergeben, dadurch entstand die Grafschaft Spiegelberg mit dem Hauptort Coppenbrügge. Um 1300 stifteten die Spiegelberger den Karmeliten zum Bau ihres Klosters in Marienau Grund und Boden, und 1303 wurde die Burg Coppenbrügge neu errichtet.

Von 1409 bis 1435 kämpften die Spiegelberger mit den welfischen Herzögen um neue Gebiete an der Weser und im Tal der Hamel. Die Kämpfe endeten mit einer völligen Niederlage der Spiegelberger, aber die Grafschaft bleibt erhalten. 1494 erbten die Spiegelberger die Grafschaft Pyrmont.

1519 brach die Hildesheimer Stiftsfehde aus, das Hochstift Hildesheim geriet mit den welfischen Fürstentümern Braunschweig-Wolfenbüttel und Calenberg in Konflikt. Diese ursprünglich rein lokale Fehde entwickelte sich zu einer Auseinandersetzung niedersächsischer Territorialfürsten, in die auch die Grafen von Spiegelberg verwickelt waren. Die Fehde war erst 1523 beendet.

Um 1540 wurde Coppenbrügge reformiert. Wenig später, im Jahr 1557, fiel Graf Philipp von Spiegelberg und Pyrmont in der Schlacht bei Saint-Quentin. Die Herrschaft ging zunächst von 1557 bis 1584 an das Haus Lippe über. Ab 1584 regierte das Haus Gleichen-Tonnaund, ab 1631 das Haus Nassau-Dietz. Ihm folgte Anfang des 18. Jahrhunderts das Haus Nassau-Oranien (Niederlande).

1692 wurden bei einem großen Brand fast alle Bürgerhäuser zerstört. Am 10. August 1697 besuchte der russische Zar Peter der Große Coppenbrügge, zusammen mit der Kurfürstin Sophie von Hannover und der Kurfürstin Sophie Charlotte von Brandenburg. Am 18. September 1740 kam auch Friedrich II. von Preußen. 1764 wurde die alte Schwefelquelle in der Coppenbrügger Landwehr erneuert und für Heilzwecke ausgebaut.

Spiegelberg kam 1810 an das Königreich Westfalen, durch den Wiener Kongress(1815) kommt die Grafschaft wieder an die Nassau-Oranier (Niederlande). Doch schon 1819 wurde Spiegelberg als „Amt Coppenbrügge“ an das Königreich Hannover verkauft, es wurde 1866 preußisch.

1875 wurde die Eisenbahnlinie Hameln–Hildesheim erbaut, einige Jahre später (1906) gründete Carl Netter das Sanatorium Lindenbrunn. Der Feuerhake-Brunnen wurde 1908 errichtet. Er war ein Dank der Gemeinde Coppenbrügge an Ernst Feuerhake (1850–1924), der der Gemeinde eine Wasserleitung stiftete. Er stiftete ebenfalls die beiden großen farbigen Fenster im Chorraum der St. Nicolai Kirche. Seit 1945 gehört Coppenbrügge zum Land Niedersachsen.

Im Jahre 1957 wurde das Freibad eingeweiht. 1958 wurde die grundlegende Renovierung der Kirche beendet. 1962 erfolgte die Auflösung des Domänenlandes und der Verkauf sowie Abriss der Gebäude. Das Gutshaus wurde staatliches Forstamt. 1969 wurde das Sanatorium Lindenbrunn von seinen Besitzern aufgegeben und an den Verein zur Betreuung von Schwerbehinderten verkauft. 1972/1973 wurde das neu eingerichtete Fachkrankenhaus Lindenbrunn mit einer Kapazität von 255 Betten eingeweiht. 1976 wurde das Hallenbad eröffnet. Nach gründlicher Renovierung der Burgruine und des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes erfolgte 1986 die Eröffnung des Museums in der Burg. 1993 kam es zum Anschluss der letzten Ortsteile an die zentrale Wasserversorgung und an die zentrale Abwasserentsorgung.

Im Jahre 2011/2012 wurde das Freibad grundlegend renoviert. Die Schwimmbecken werden jetzt mit Fernwärme aus einer Biogas-Anlage in Brünnighausen beheizt. Auch das Hallenbad wurde neu errichtet und die gesamte Dachfläche mit Sonnenkollektoren ausgestattet.

Für das Schuljahr 2014/15 soll in den Räumen der ehemaligen Sonderschule die Freie Schule Weserbergland ihre Pforten öffnen, eine Privatschule, die nach dem Montessori-Ansatz arbeitet.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen von Coppenbrügge sind im 10. Jahrhundert Cobbanbrug, 1013 Cobbanberg, 1062 Choppenbrukke, 1281 Cobbenbrukke, 1381 Kobbenbrughe, 1388 Kopenbrügge und 1393 Cobbenbrugge. Der Beleg von 1013 enthält als einziger „-berg“ und ist wohl eine fehlerhafte Schreibung oder eine falsch gehörte Form. Der erste Teil gehört wohl zu einer alten germanischen Bezeichnung für „Berg, Bergspitze“, urgermanisch „kuban-, koban-“, mittelhochdeutsch „kuppe“, also „Spitze, Gipfel“, frühneuhochdeutsch „koppe“, also „Bergkuppe, Baumgipfel“. „Kopf“ bedeutet auch „das Obere eines Berges“, letzten Endes gehört hierher natürlich auch Kuppe, auch die Schneekoppe. Im zweiten Teil steht niederdeutsch „brügge“, also „Brücke“. Coppenbrügge bedeutet demnach „Bergbrücke, Brücke am Berg“. Angesichts der Lage an der Nordspitze des Ith ist dies eine schlüssige Deutung.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Bäntorf, Behrensen, Bessingen, Bisperode, Brünnighausen, Diedersen, Dörpe, Harderode, Herkensen, Hohnsen und Marienau eingegliedert.[4]

Einwohnerzahlentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1961 8439
1970 8255
1987 7665
1990 7758
1995 8025
2000 8052
2005 7927
2010 7415
2011 7306

(Einwohnerzahlen 1961: am 6. Juni, 1970: am 27. Mai, jeweils in den heutigen Grenzen[4], ab 1987: jeweils am 31. Dezember[5])

Politik[Bearbeiten]

Wahl zum Gemeinderat
Wahlbeteiligung: 66,28 %[6]
 %
50
40
30
20
10
0
43,15 %
36,62 %
6,42 %
5,68 %
4,06 %
4,05 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die 20 Sitze des Coppenbrügger Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Die Ratsfraktionen von CDU und FDP haben eine Gruppe gebildet.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister des Flecken Coppenbrügge ist Hans-Ulrich Peschka (CDU). Seine Stellvertreter sind Helmut Zeddies (FDP) und Achim Küllig (CDU).

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • Ortschaft Coppenbrügge: Karin Dröge (CDU)
  • Ortschaft Bisperode: Andreas Voß (CDU)
  • Ortschaft Brünnighausen: Lars Wiemann(CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün über einem offenen goldenen Faß schwebend ein goldenes Hirschgeweih“. Das Wappen entstand wahrscheinlich zu jener Zeit, als 1618 die Grafen von Gleichen dem Ort die Stadtprivilegien verliehen. In einem Siegel des 17. Jahrhunderts ist im Schildfuß ein Faß, am oberen Schildrand ein Geweih zu sehen. Es stammt von den Grafen von Spiegelberg, die ebenfalls in ihrem Schild und der Helmzier einen Hirsch führten. Das Faß geht auf das alte Brauwesen zurück, kann aber auch eine Fehldeutung des Topfhelms derer zu Spiegelberg sein.[7] Die Gemeindeflagge ist grün und mit gelben Rändern verziert, mittig aufgelegt ist das Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt an den Bundesstraßen 1 und 442 und an der Bahnstrecke Elze–Löhne. Die Bahnstrecke wird zur Zeit von der Nord-West-Bahn betrieben und fährt als Weser-Lammetal-Bahn zwischen Bünde (Westfalen)und Bodenburg (Niedersachsen). Die Züge fahren stündlich in Richtung Hameln sowie Hildesheim. Es gibt verschiedene Busverbindungen, darunter ein Schulbus nach Salzhemmendorf.

Infrastruktur[Bearbeiten]

In Coppenbrügge gibt es ein beheiztes Schwimmbad, ein Hallenbad, Lebensmitteldiscounter, Ärzte und Gastronomie. Eine Grundschule und zwei Kindertagesstätten sowie Alten- und Pflegeheim sind vorhanden.

Tourismus[Bearbeiten]

Im touristischen Bereich gibt es verschiedene Angebote wie ein Freizeitgelände in einer ehemaligen Kiesgrube für Mountainbiking und Schießsportarten. Es gibt einen Campingplatz und Übernachtungsmöglichkeiten durch Hotels und Privatpensionen. Im historischen Ortskern des Hauptortes befindet sich eine Burgruine, einen historischen Brunnen und eine Kirche im romanischen Stil. Es sind Wandermöglichkeiten im Ith vorhanden.

Religionen[Bearbeiten]

Ehemalige katholische Kirche

Es befinden sich drei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden in Coppenbrügge:

  • Ev. luth. Pfarramt Coppenbrügge
  • Ev. luth. Pfarramt Ith-Nesselberg
  • Ev. luth. Pfarramt Am Ith

Die 1968 erbaute katholische Kirche Maria Königin der Apostel wurde 2012 profaniert. Heute ist St. Benedikt im 5 km entfernten Lauenstein die nächstgelegene katholische Kirche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coppenbrügge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFlecken Coppenbrügge Geschichte. Abgerufen am 2. März 2009.
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 195.
  5. Regionalstatistische Datenbank, Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen LSKN-Online
  6. Coppenbruegge.de – Vorläufiges amtliches Endergebnis der Gemeinderatswahlen. 11. September 2011, abgerufen am 14. September 2011.
  7.  Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 5, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 32.