Landkreis Hameln-Pyrmont

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Hameln-Pyrmont Deutschlandkarte, Position des Landkreises Hameln-Pyrmont hervorgehoben52.19.39Koordinaten: 52° 6′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Hameln
Fläche: 796,18 km²
Einwohner: 148.532 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HM
Kreisschlüssel: 03 2 52
Kreisgliederung: 8 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Süntelstraße 9
31785 Hameln
Webpräsenz: www.hameln-pyrmont.de
Landrat: Tjark Bartels (SPD)
Lage des Landkreises Hameln-Pyrmont in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Hameln-Pyrmont ist ein Landkreis im Süden von Niedersachsen. Er grenzt im Westen an den nordrhein-westfälischen Kreis Lippe, im Norden an den Landkreis Schaumburg und an die Region Hannover, im Osten an den Landkreis Hildesheim und im Süden an den Landkreis Holzminden.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Hameln-Pyrmont liegt im Weserbergland an der Oberweser im südlichen Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

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Die erste urkundliche Erwähnung der Gegend ließ sich in einer Grabinschrift eines römischen Offiziers (ca. 50 n. Chr.) in Augusta Raurica, einer antiken Stadt nahe dem heutigen Basel, finden. Der Offizier Septimus Maximus sei in einer Schlacht in der Nähe des heutigen Dorfes Eichenborn (bei Bad Pyrmont) mit 6000 anderen Soldaten gefallen.

Im Jahr 782 schlugen während der Sachsenkriege Karls des Großen Franken und Sachsen die Schlacht im Blutbachtal (Süntel), bei der die Franken unterlagen.

Im Jahr 1523 wurden Hameln, Bodenwerder, die Ämter Aerzen, Lauenstein, Grohnde und die „Goe auf der Hamel“ (= Siedlungs- und Gerichtsbezirk auf dem Eichberg bei Klein-Hilligsfeld) dem Herzogtum Calenberg angegliedert. Die wirtschaftliche Lage und die soziale Stellung des Bauernstandes verbesserten sich in den darauffolgenden Jahren, der Weserraum wurde wieder ein geschlossenes Gebiet. Das Handwerk breitete sich aus, und mit der Salzgewinnung in Salzhemmendorf und dem Abbau der Steinkohle in Osterwald (1587) begann industrielle Tätigkeit.

Im Jahr 1823 wurden einige kleinere Ämter aufgelöst. Ohsen kam zum Amt Grohnde, die Ämter Lachem und Aerzen bildeten mit der Hamelner Stadtvogtei ein neues Amt Hameln. Die Patrimonialgerichtsbarkeit der Güter Hastenbeck und Ohr wurde abgeschafft. Die mit den Ämtern verbundenen Gutshöfe wurden als Domänen selbständig. Die Ämter als unterste Verwaltungsbehörden wurden den neu eingerichteten Landdrosteien unterstellt (spätere Regierungsbezirke). Das Hamelner Gebiet gehörte zur Königlichen Landdrostei Hannover.

Die alte hannoversche Ämterverfassung endete am 1. April 1885 mit dem Inkrafttreten der Kreisordnung für die preußische Provinz Hannover: Der Kreis Hameln entstand als neuer preußischer Verwaltungskreis aus den Städten Hameln und Bodenwerder und den Ämtern Hameln, Polle und Lauenstein. Die neue Ordnung zielte auf eine bewußtere Selbstverwaltung der Gemeinden und Kreise: Der Kreis wurde zugleich staatlicher Verwaltungsbezirk und selbständiger Kommunalverband. Die Dörfer erhielten eine eigene Gemeindeverwaltung mit Gemeindevorsteher, Rechnungsführer und Gemeindeausschuss.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont besteht seit dem 1. April 1922. Er entstand aus der Fusion der beiden Landkreise Hameln und Pyrmont. Vom 1. April 1923 bis zum 1. Januar 1973 war die Stadt Hameln kreisfrei und gehörte in dieser Zeit nicht zum Landkreis.

Durch die Verwaltungs- und Gebietsreform 1977 kam die Gemeinde Hessisch Oldendorf aus dem bisherigen Landkreis Grafschaft Schaumburg dazu.

Im September 1999 verkauften der Landkreis und die Mitgesellschafter das Elektrizitätswerk Wesertal an die finnische Fortum-Gruppe.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,34 %
34,91 %
13,85 %
3,52 %
2,92 %
2,42 %
2,17 %
1,07 %
1,76 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,25 %p
-1,47 %p
+6,42 %p
-3,78 %p
-5,75 %p
+2,42 %p
+2,17 %p
+1,07 %p
-0,87 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e DIE UNABHÄNGIGEN
h Bürgerliste

Kreistag[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Kreistages und die Kommunalwahlergebnisse:

2011 2006 2001
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 20 37,34 20 37,59 24 41,52
CDU 19 34,91 20 36,38 23 40,23
GRÜNE 7 13,85 4 7,43 3 6,81
FDP 2 3,52 4 7,30 4 8,37
Die Unabhängigen 2 2,92 5 8,67 1 3,06
LINKE 1 2,42
PIRATEN 1 2,17
Bürgerliste 1 1,07
Frischer Wind 1 1,05
Aktive Bürgergruppe 0,71
Linke Alternative 1 2,63
Gesamt 54 100 54 100 55 100

Landräte[Bearbeiten]

Bisherige Landräte[2]:

  • 1922–1933: Ernst Loeb-Caldenhof (1881–1964), zuvor bereits Landrat seit 1919 im Kreis Hameln
  • 1933–1940: Helmut Lambert (NSDAP)
  • 1940–Februar 1941: Erich Müller-Henning (NSDAP)
  • Februar 1941–März 1942: Richard Seebohm (kommissarisch)
  • Januar 1944–Oktober 1944: Oskar Funk (kommissarisch)
  • Oktober 1944–1945: Regierungsvizepräsident i. R. Rieck (kommissarisch), nach anderen Angaben: Martin Weidlich (kommissarisch)
  • Mai 1945: Friedrich Kreibaum, kommissarisch und ehrenamtlich, Ernennung durch die britische Militärregierung
  • Juli 1945-Dezember 1945: Paul Mertens, Ernennung durch die britische Militärregierung
  • Dezember 1945–?: Friedel Zeddies (DP)
  • 1973–1986: Fritz Saacke (CDU)
  • 1986–1991: Klaus Arnold (CDU)
  • 1991–1996: Herbert Steding (SPD)
  • 1996–2005: Karl Heißmeyer (SPD)
  • 2005–2013: Rüdiger Butte (SPD)
  • 2013-  : Tjark Bartels (SPD)
Beflaggtes Landkreisgebäude in Hameln mit Trauerflor für den am 26. April 2013 im Gebäude getöteten Landrat Rüdiger Butte

Bis 2005 waren die Landräte in Niedersachsen ehrenamtlich tätig.

Erster hauptamtlicher Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont war Rüdiger Butte (SPD). Er wurde 2005 mit 52,19 Prozent der Stimmen gewählt und 2011 mit 53,34 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Am 26. April 2013 wurde Rüdiger Butte im Kreishaus erschossen.[3]

Am 6. Oktober 2013 wurde Tjark Bartels (SPD) mit 59,84 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt und erhielt am 10. Oktober 2013 seine Ernennungsurkunde. Der frühere niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann unterlag ihm in der Stichwahl.

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

  • 1945–1947: Paul Mertens
  • 1947–1959: Hermann Weise
  • 1959–1979: Günter Graumann
  • 1979–1993: Horst Kallmeyer
  • 1993–Juni 2005: Hans-Jürgen Krauß (SPD)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Hameln-Pyrmont
Krankenhaus Sitz 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Sana Klinikum Hameln-Pyrmont
(ehemals Kreiskrankenhaus Hameln)
Hameln 478 461 461 443 443 443 443 443 428 428 428 417
Agaplesion Evangelisches Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont 248 224 224 224 214 206 291 291 273 273 263 263
Katholisches Krankenhaus St. Georg
(ab 2009 zu Bathildiskrankenhaus)
Bad Pyrmont 120 110 110 110 105 95 0 0 0 0 0 0
BDH-Klinik Hessisch-Oldendorf (Neurologische Klinik) Hessisch Oldendorf 160 160 160 120 120 120 113 113 113 113 113 113
Krankenhaus Lindenbrunn Coppenbrügge 154 154 154 127 127 94 94 94 94 94 94 106
AWO-GSD Deister-Süntel-Klinik Bad Münder am Deister 74 74 70 70 65 65 65 61 61 61 58 58
AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont Bad Pyrmont 0 0 0 0 0 0 0 0 50 50 50 62
Ameos Klinikum Hameln
(psychiatrische Tagesklinik, gehört zum Ameos Klinikum Hildesheim)
Hameln 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 32 32
MediClin Deister Weser Kliniken (Asklepios-Gruppe) Bad Münder am Deister 0 0 0 0 0 0 0 0 0 15 15 25
Gesamt 1234 1183 1179 1094 1074 1023 1006 1002 1019 1034 1053 1076

Neben den in der Krankenhausplanung von Niedersachsen aufgeführten Kliniken gibt es in Bad Pyrmont noch ein Rehazentrum (Therapiezentrum Brunswieck, Therapiezentrum Friedrichshöhe, Klinik Weser), getragen von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Straßen[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet liegt entfernt von Autobahnen, jedoch führen verschiedene Bundesstraßen durch den Landkreis:

Eisenbahn[Bearbeiten]

Von Bedeutung sind die regionalen Eisenbahnstrecken von Hannover nach Paderborn (S-Bahn Hannover) und von Löhne nach Hildesheim (Weserbahn). Sie verbinden den Bahnhof Hameln mit den Stationen in Bad Münder, Emmerthal und Bad Pyrmont sowie mit den Bahnhalten in Hessisch Oldendorf, Coppenbrügge, Voldagsen und Osterwald.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Die Weser ist schiffbar. Der Verkehr beschränkt sich im Wesentlichen jedoch auf die Freizeitschifffahrt der Flotte Weser.

Kultur[Bearbeiten]

Um kulturelle Belange kümmert sich der Landschaftsverband Hameln-Pyrmont.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Der Landkreis hält 2013 folgende Beteiligungen:

Anteil Gesellschaft Gegenstand des Unternehmens Sitz
100 % VHP Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont mbH Organisation, Koordination und Durchführung des ÖPNV Hameln
100 % RHP Regionalverkehr Hameln-Pyrmont GmbH Tochtergesellschaft der VHP Hameln
90 % Impuls gGmbH - Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung mbH
10 % hält die DGB-Bildungsvereinigung Arbeit und Leben e.V.
Qualifizierung und Fortbildung von Langzeitarbeitslosen und benachteiligten Personengruppen Hameln
71,12 % KSG Kreissiedlungsgesellschaft des Landkreises Hameln-Pyrmont mbH,
weitere Gesellschafter sind die Städte und Gemeinden des Landkreises
Wohnungsunternehmen zur sicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgung Hameln
49 % Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont GmbH,
siehe auch Sana Klinikum Hameln-Pyrmont
Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens im Wege der Krankenhausversorgung der Bevölkerung und zur Regelung der Krankenpflege Hameln
18 % Klimaschutzagentur Weserbergland gGmbH,
weitere Gesellschafter sind u.a. die Stadt Hameln (18 %), der Förderverein der Agentur (16 %), E.ON Westfalen Weser (10 %), GWS Stadtwerke Hameln GmbH (10%), Stadtwerke Bad Pyrmont Energie und Verkehrs GmbH (10%) sowie weitere Städte und Gemeinden
Förderung des Klimaschutzes, Informationen und Kampagnen Hameln
12,12 % Weserbergland AG,
weitere Gesellschafter sind u.a. der Landkreis Holzminden und der Landkreis Schaumburg
Förderung der Wirtschaftsstruktur und Beschäftigungsentwicklung, Existenzgründungen, Unternehmensansiedlungen Hameln
0,5 % E.ON Westfalen Weser Dienstleister im Bereich der Energie- und Wasserversorgung, Abwasserwirtschaft und Entosrgung Paderborn
0,27 % Interargem GmbH (IAG),
Mehrheitsgesellschafter mit 61,2 % ist die E.ON Energy from Waste (EEW), Helmstedt
Entsorgungsunternehmen, Betreiber der Müllverbrennungsanlage in Hameln Bielefeld
Jobcenter Hameln-Pyrmont Jobcenter als gemeinsame Einrichtung mit der Agentur für Arbeit zur Grundsicherung von Arbeitssuchenden Hameln

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2012[4].

Einheitsgemeinden

  1. Aerzen, Flecken (10.755)
  2. Bad Münder am Deister, Stadt (17.415)
  3. Bad Pyrmont, Stadt, selbständige Gemeinde (19.008)
  4. Coppenbrügge, Flecken (7271)
  5. Emmerthal [Sitz: Kirchohsen] (10.066)
  6. Hameln, Kreisstadt, große selbständige Stadt (56.281)
  7. Hessisch Oldendorf, Stadt (18.267)
  8. Salzhemmendorf, Flecken (9469)
Bad Münder am Deister Salzhemmendorf Coppenbrügge Hessisch Oldendorf Hameln Emmerthal Bad Pyrmont Aerzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Region Hannover Landkreis Schaumburg Landkreis Hameln-Pyrmont NiedersachsenMunicipalities in HM.svg
Über dieses Bild

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Hameln-Pyrmont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Artikel der Deister-Weser-Zeitung: Das Ende der Doppelspitze im Landkreis
  3. Artikel in Spiegel-online: Mann erschießt Landrat von Hameln-Pyrmont
  4. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012