Dan Quayle

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Dan Quayle (1989)
Quayles Unterschrift

James Danforth „Dan“ Quayle (* 4. Februar 1947 in Indianapolis, Indiana) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Von 1989 bis 1993 war er unter George Bush der 44. Vizepräsident der Vereinigten Staaten.

Leben[Bearbeiten]

Dan Quayle wurde als Sohn von James C. Quayle und Corrine Pulliam Quayle geboren. Sein Studium an der DePauw University in Greencastle beendete er als Bachelor in Politikwissenschaft. Von 1969 bis 1975 diente Quayle in der Nationalgarde von Indiana. Während seiner Dienstzeit studierte er Jura in Indianapolis und schloss dieses Aufbaustudium 1974 als Juris Doctor ab, woraufhin er in Huntington zu praktizieren begann.

Mit seiner Frau Marilyn hat er drei Kinder. Sein zweitältester Sohn, Ben Quayle, war von 2011 bis 2013 republikanischer Abgeordneter für den Bundesstaat Arizona im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

Politik[Bearbeiten]

Quayle (rechts) mit George Bush vor dem Weißen Haus, 1992
Quayle im Jahr 2011

Quayle war von 1977 bis 1981 Mitglied des US-Repräsentantenhauses. Im Jahr 1980 wurde er für den Staat Indiana in den Senat gewählt, in dem er von Januar 1981 nach einer Wiederwahl 1986 bis zu seiner Wahl zum Vizepräsidenten 1989 diente.

Auf dem Parteitag der Republikaner im Sommer 1988 wählte ihn Präsidentschaftskandidat George H. W. Bush zu seinem Anwärter für die Vizepräsidentschaft aus. Bei der Wahl am 8. November 1988 konnten Bush und Quayle einen komfortablen Sieg gegenüber dem Demokraten Michael Dukakis erringen. Am 20. Januar 1989 wurde Quayle zum Vizepräsidenten vereidigt und trat damit Bushs Nachfolge an, der den Eid zum Präsidenten ablegte. Vier Jahre später wurde er für die Wahl 1992 erneut als Running Mate von George Bush aufgestellt. Allerdings mussten Bush und Quayle nach der verlorengegangenen Wahl ihre Ämter nach einer Amtsperiode wieder abgeben. Seine Amtszeit endete turnusgemäß am 20. Januar 1993. Sein Nachfolger wurde Al Gore, der fortan in der Regierung von Bill Clinton als Vizepräsident amtierte.

Kontroversen[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Wahl trat Quayle am 5. Oktober 1988 in Omaha zu einem Fernsehduell mit dem demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten, Senator Lloyd Bentsen aus Texas an, bei dem er von Moderator Tom Brokaw − wie schon einige Male vorher während des Wahlkampfes − auf sein Alter und seine im Vergleich zu Bentsen geringe Erfahrung angesprochen wurde. Er entgegnete darauf, dass er erfahrener sei als manche Vizepräsidentschaftskandidaten in der Vergangenheit und ebenso viel Kongresserfahrung mitbringe wie John F. Kennedy („Jack Kennedy“), als dieser sich um die Präsidentschaft bewarb, weshalb für den Fall, dass er anstelle von George Bush dessen Amt übernehmen müsste, gerüstet sei. Sein Konkurrent Bentsen erwiderte daraufhin:

“Senator, I served with Jack Kennedy.
I knew Jack Kennedy.
Jack Kennedy was a friend of mine.
Senator, you are no Jack Kennedy!”

„Senator, ich habe mit Jack Kennedy zusammengearbeitet.
Ich kannte Jack Kennedy.
Jack Kennedy war mein Freund.
Senator, Sie sind kein Jack Kennedy!“

Lloyd Bentsen[1]

Quayle antwortete sichtlich überrascht: „That was really uncalled for, Senator.“ („Das war unnötig, Senator.“) Diese Reaktion wurde von den Demokraten in der Folge immer wieder in ihren Wahlwerbespots verwendet. Letztlich gewannen Bush und Quayle die Wahl allerdings deutlich gegen Bentsen und Präsidentschaftskandidat Michael Dukakis.

Quayle wurde während seiner Amtszeit von Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit vehement kritisiert, hauptsächlich wegen seiner häufig als mangelhaft bezeichneten sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten. Zum Opfer nationalen und internationalen Spotts wurde er, als er vor laufenden Fernsehkameras einen Volksschüler anwies, das von diesem korrekt geschriebene Wort „potato“ (Kartoffel) durch ein „e“ am Ende zu ergänzen. Diese Schreibweise war im 19. Jahrhundert als Alternative durchaus üblich, wird jedoch seitdem nicht mehr genutzt.

Quayle vertrat die Ansicht, dass die Musik des Rappers Tupac Shakur keinen Platz in der amerikanischen Gesellschaft habe, und löste damit eine Diskussion über Tupacs Musik im Senat aus.

Er bekam 1991 für seine missglückte Bildungspolitik den Ig-Nobelpreis verliehen, einen satirischen Preis für unsinnige Handlungen.

Aufsehen[Bearbeiten]

Einen Entrüstungssturm – vor allem unter Frauen – löste seine Kritik an der fiktiven Serienheldin Murphy Brown aus, die aufgrund des von ihr „gewählten Lebensstils“ als alleinerziehende Mutter für die „Verarmung von Werten“ in den USA mitverantwortlich sei. Er geriet außerdem, ähnlich wie später George W. Bush, wegen seines Dienstes in der Nationalgarde während des Vietnamkrieges in Kritik, der von politischen Gegnern als Umgehung des Militärdienstes in der US Army bewertet wurde.

Wegen gesundheitlicher Probleme war Quayle 1996 gezwungen, sich aus dem Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur zurückzuziehen. Im April 1999 kündigte er an, sich um die republikanische Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten zu bewerben. Er trat jedoch schon wenige Monate später von der Kandidatur zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Protokoll des TV-Duells bei der Commission on Presidential Debates

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dan Quayle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien