Kist

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Kist in Bayern. Für weitere Bedeutungen siehe Kist (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kist
Kist
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kist hervorgehoben
49.7444444444449.8447222222222373Koordinaten: 49° 45′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kist
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 3,87 km²
Einwohner: 2470 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 638 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97270
Vorwahl: 09306
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 154
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
97270 Kist
Webpräsenz: www.gemeinde-kist.de
Bürgermeister: Volker Faulhaber (SPD)
Lage der Gemeinde Kist im Landkreis Würzburg
Landkreis Main-Spessart Landkreis Schweinfurt Landkreis Kitzingen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Baden-Württemberg Irtenberger Wald Irtenberger Wald Guttenberger Wald Guttenberger Wald Gramschatzer Wald Würzburg Winterhausen Uettingen Sommerhausen Remlingen (Unterfranken) Reichenberg (Unterfranken) Altertheim Zell am Main Waldbüttelbrunn Waldbrunn (Unterfranken) Veitshöchheim Unterpleichfeld Leinach Thüngersheim Theilheim Tauberrettersheim Sonderhofen Rottendorf Röttingen Riedenheim Randersacker Prosselsheim Ochsenfurt Oberpleichfeld Eisenheim Neubrunn (Unterfranken) Margetshöchheim Kürnach Kleinrinderfeld Kist Kirchheim (Unterfranken) Holzkirchen (Unterfranken) Höchberg Hettstadt Helmstadt Hausen bei Würzburg Güntersleben Greußenheim Giebelstadt Geroldshausen Gerbrunn Gelchsheim Gaukönigshofen Frickenhausen am Main Estenfeld Erlabrunn Eisingen (Bayern) Eibelstadt Bütthard Bieberehren Bergtheim Aub Landkreis Ansbach RimparKarte
Über dieses Bild

Kist ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kist.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kist liegt in der Region Würzburg und ist die höchstgelegenste Gemeinde im Landkreis Würzburg. Ihr höchster Punkt ist die Kirchturmspitze der Pfarrkirche St. Bartholomäus.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kist gliedert sich in zwei Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Kist und Irtenberger Wald (gemeindefreies Gebiet).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte zu Zeiten Karls des Großen in der ersten Würzburger Markbeschreibung vom 14. Oktober 779 unter dem Namen Chistesbrunno.[3][Anmerkung 1] Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich in den folgenden Jahrhunderten immer wieder, blieb aber im Wesentlichen gleich: Kisten (1260),[4] Kitsten (1271),[4] Kist (1324),[4] villa Kyste (1337),[4] Kyst (1356),[4] Kist (1449)[5] und Kyste (1483)[6]. Im Spätmittelalter bzw. in der Frührenaissance hatte die fränkische Adelsfamilie Zobel von Giebelstadt bis 1502 bzw. 1515 die Ortsherrschaft inne, ehe Kist an das Hochstift Würzburg überging.[7] Für dieses war Kist von besonderer Situation, da der Ort geistlich zunächst noch nicht zum Bistum Würzburg, sondern bis 1656 noch zum benachbarten Erzbistum Mainz gehörte (siehe Abschnitt „Religion“). Zeugnisse der immer wiederkehrenden Grenzstreitigkeiten zwischen dem Hochstift Würzburg und dem Erzstift Mainz sind neben dieser Aufspaltung Kists in weltlicher und kirchlicher Zugehörigkeit, auch einige Bauwerke bzw. Grenzmale: ein Grenzturm mit Schlagbaum,[8] der im Gemarkungsgebiet Kaltes Loch am Diotweg gestanden haben soll, zwei Hoheitssäulen im Irtenberger Wald (siehe Abschnitt „Forsthaus Irtenberg“) und nicht zuletzt die drei Kilometer entfernte Ruine der gegen Kurmainz errichteten[9] und im Bauernkrieg 1525 zerstörten Burg Guttenberg im Guttenberger Wald. Im Jahr 1803 fiel Kist dann im Rahmen der Säkularisation des Hochstifts Würzburg an das Herzogtum Bayern, das seit der Erlangung der Kurwürde 1623 auch Kurfürstentum Bayern bzw. seit dem Zusammenschluss mit der Kurpfalz 1777 (dann als Doppel-Kurfürstentum) auch Kurpfalz-Bayern genannt wurde. Im Frieden von Pressburg (1805) wurde Kist zwischenzeitlich Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg zugesprochen, mit welchem es dann nach dessen früher Auflösung 1814 wieder an das mittlerweile vom Herzogtum zum Königreich erhobene Bayern zurückfiel. Seit dem Ende der Monarchie und der damit einhergehenden Auflösung des Königreichs Bayern 1918, gehört Kist zum im selben Jahr ausgerufenen Freistaat Bayern. Da das Königreich Bayern jedoch bereits mit Gründung des Deutschen Reichs und Eingliederung in dieses[10] im Jahr 1871 seine volle staatliche Souveränität verloren hatte,[11] gehört auch Kist staatsrechtlich seitdem zum in jenem Jahr gegründeten und seit 1949 in der völkerrechtlichen Identität der Bundesrepublik Deutschland bestehenden[12] Deutschen Reich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1582: "1 Förster, 1 Häfner, 1 Beck und 8 Mannschaften"[13]
  • 1623: ca. 190 Einwohner[13]
  • 1748: ca. 440 Einwohner[13]
  • 1770: ca. 460 Einwohner[13]
  • 1786: 0495 Einwohner[13]
  • 1814: 0448 Einwohner[13]
  • 1830: 0549 Einwohner[13]
  • 1831: 0549 Einwohner[13]
  • 1880: 0745 Einwohner[13]
  • 1890: 0701 Einwohner[13]
  • 1895: 0639 Einwohner[13]
  • 1897: 0702 Einwohner[13]
  • 1900: 0639 Einwohner[13]
  • 1919: 0741 Einwohner[13]
  • 1925: 0745 Einwohner[13]
  • 1939: 0999 Einwohner[13]
  • 1946: 1294 Einwohner[13]
  • 1950: 1332 Einwohner[13]
  • 1953: 1322 Einwohner[13]
  • 1954: 1330 Einwohner[13]
  • 1955: 1331 Einwohner[13]
  • 1956: 1340 Einwohner[13]
  • 1957: 1389 Einwohner[13]
  • 1958: 1401 Einwohner[13]
  • 1959: 1436 Einwohner[13]
  • 1960: 1451 Einwohner[13]
  • 1961: 1481 Einwohner[13]
  • 1962: 1579 Einwohner[13]
  • 1963: 1656 Einwohner[13]
  • 1964: 1690 Einwohner[13]
  • 1965: 1769 Einwohner[13]
  • 1966: 1809 Einwohner[13]
  • 1967: 1900 Einwohner[13]
  • 1968: 1894 Einwohner[13]
  • 1970: 1890 Einwohner[13]
  • 1971: 1901 Einwohner[13]
  • 1972: 1939 Einwohner[13]
  • 1973: 1993 Einwohner[13]
  • 1974: 2064 Einwohner[13]
  • 1977: 2200 Einwohner[13]
  • 1978: 2213 Einwohner[13]
  • 1987: 2293 Einwohner
  • 2000: 2474 Einwohner
  • 2005: 2434 Einwohner[14]
  • 2006: 2470 Einwohner[14]
  • 2007: 2453 Einwohner[14]
  • 2008: 2427 Einwohner[14]
  • 2009: 2433 Einwohner[14]
  • 2010: 2423 Einwohner[14]
  • 2011: 2447 Einwohner[15]
  • 2012: 2458 Einwohner[16]

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Kist ist seit je her überwiegend katholisch geprägt. Ursprünglich gehörte Kist in kirchlicher Hinsicht zur Urpfarrei Tauberbischofsheim,[17] ehe Kist zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde. Dies muss im oder vor dem Jahr 1487 geschehen sein, da in jenem Jahr die Pfarrei Kist als die östlichste Pfarrei im Landkapitel Taubergau des Erzbistums Mainz ausgewiesen war, zu dem sie bis 1656 gehörte (siehe unten).[18] Zu diesem Zeitpunkt unterstanden ihr „Irdenberg, Meysenbach und Rinderfeld minor“.[19] Ob diese erste Kister Pfarrei auch nach dem Dreißigjährigen Krieg fortbestand oder ob sie in dessen Zuge untergegangen war,[20] war jahrhundertelang Gegenstand von Diskussionen. Einerseits wurde Kist oft als „Kaplanei“, „filiali“ oder „Pastorey“ von Kleinrinderfeld bezeichnet,[21] und es wurden Versuche unternommen Kist „von Kleinrinderfeld los[zu]reißen und wieder zu einer selbständigen Pfarrei [zu] machen“,[22] was für einen vormaligen Untergang spricht. Andererseits aber weigerten sich etwa die Kister Bürger im Jahr 1783, zum Bau eines neuen Pfarrhauses in Kleinrinderfeld beizutragen, mit dem Hinweis, dass sie eigentlich keine Filialisten seien, nachdem ehedessen der Pfarrsitz zu Kist gewesen sei.[23] Eine eindeutige Aussage zugunsten einer damals tatsächlich noch bestehenden Eigenständigkeit von Kist macht hingegen ein Schreiben der königlichen Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg vom 3. Mai 1870: „Die angebliche Filialeigenschaft der Kirche zu Kist stellt sich als unbegründet dar. Nach der Bestätigung des bisch. Ordinariates vom 15. Juli 1854 war die spätere Vereinigung von Kist mit Kleinrinderfeld eine unio per aequalitatem [= Vereinigung auf Rechtsgleichheit][24], durch welche die voher bestandenen rechtlichen Verhältnisse eine Änderung nicht erlitten, infolge dessen für Kist auch noch immer ein eigenes Pfarrsiegel und eigene Pfarrmatrikel besteht und der Pfarrer von Kleinrinderfeld sich noch bis in die neueste Zeit ‚Pfarrer von Kleinrinderfeld und Kist‘ genannt habe“.[25] Legt man diese Ansicht einer Vereinigung auf Rechtsgleichheit zugrunde, welche im 17. Jahrhundert erfolgt sein soll,[26] kann mithin davon gesprochen werden, dass in jener Zeit noch zwei eigenständige Pfarreien bestanden und der Pfarrer von Kleinrinderfeld in Personalunion auch Pfarrer von Kist war,[27] der Pfarrei Kist aber gleichwohl ein Kaplan zugeordnet war.

In der Folgezeit bekam Kist jedoch im Jahre 1890 den Status einer Expositur der Pfarrei Kleinrinderfeld und behielt diesen bis 1952,[28] sodass die Filialeigenschaft von Kist zumindest für diesen Zeitraum unbestreitbar ist. Der der Mutterpfarrei Kleinrinderfeld unterstehende Kaplan für Kist führte dementsprechend die Bezeichnung Expositus. Die endgültige Wiedererrichtung der Pfarrei Kist erfolgte dann schließlich auf Betreiben von Expositus Konrad Keller im Jahr 1952.[29]

Ähnlich kompliziert war die Einordnung der Pfarrei Kist in diözesaner Hinsicht: Denn obwohl der Ort weltlich bis 1803 zum Hochstift Würzburg gehörte (siehe Abschnitt „Geschichte“), war die Pfarrei Kist bis 1656 kirchlich dem Erzbistum Mainz zugeordnet, was der ehedemen Zugehörigkeit zur Urpfarrei Tauberbischofsheim geschuldet war.[30] Erst ab jenem Zeitpunkt war der weltliche Herrscher (Hochstift Würzburg) in Personalunion auch der geistliche Herr (Bistum Würzburg). Allerdings hatte noch bis zur Säkularisation der Dekan von Bischofsheim das Präsentationsrecht auf Kist.[31]

Heute gehört die Kister Pfarrei St. Bartholomäus mit ihrer Reichenberger Filiale Erscheinung des Herrn zur im Jahr 2010 gegründeten Pfarreiengemeinschaft Kreuz Christi im Dekanat Würzburg links des Mains des Bistums Würzburg. Ihre Kirche ist die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Kist.

Die Kister katholischen Ortsgeistlichen in chronologischer Reihenfolge:[32]

  • Pfarrer:
    • um 1423: Fridericus (Leutpriester in Kist)
    • vor 1512: Konrad Nyckel
    • 1512-1515: Johann Kleyn
    • nach 1515: Balthasar Engel
    • um 1549: Sigismund Hartmann (Pfarrer von Schönfeld, Verweser)
    • um 1625: Bernhard Hausler (Selbstbezeichnung als „Pfarrer Kleinrinderfeld et Kist“)[33]
  • Kleinrinderfelder Kapläne für Kist:
    • um 1780: Kaspar Scheuring
    • 1785: Josef Friedrich
    • 1787: Georg Müller (aus Randersacker)[34]
    • 1788: Adam Michel
    • 1795: Michael Heilmann (gest. 1797 in Kist)[35]
    • 1797: Balthasar Machert
    • 1798: Christoph Riegel
    • 1801: Jos. Anton Eisenmann
    • 1802: N. Viermeisel
    • 1803: Sebastian Burgstaller
    • 1810: N. N. Wagner
    • 1811: N. N. Feuerstein
    • 1829: Josef Weck
    • 1831: Josef Anton Wolf
    • 1833: Johann Schmitt
    • 1839: Joh. Nepomuk Wirth
    • 1842: Martin Wengel
    • 1846: Georg Gunz
    • 1850: Michael Zorn
    • 1851: Johann Alig und Christian Trunk
    • 1852: Ignaz Oberle
    • 1853: Johann Bauer
    • 1854: Franz Zanoni und Josef Konrad
    • 1856: Josef Maier
    • 1859: Franz Schmitt
    • 1860: Kaspar Dietz
    • 1865: Josef Seibold
    • 1874: Karl Sersi
    • 1878–1888: N. Schaab, Anton Bartholome, Joh. Herbert, Adam Wollbach
  • Kleinrinderfelder Kapläne für Kist (als Expositi):
    • 1892–1896: Johann Hochdörfer
    • 1896–1898: Ernst Ankenbrand
    • 1899–1905: Ulrich Glöggler
    • 1905–1911: Alfons Maria Broili
    • 1911–1917: Martin Popp
    • 1918–1927: Johann Siedler
    • 1927–1936: Karl Gehrlich
    • 1936–1940: Lukas Pfister
    • 1940–1946: Josef Knorz
    • 1946–1952: Konrad Keller
  • Pfarrer von Kist:
    • 1952–1953: Heinz-Erich Keller
    • 1953–1973: August Pfannes
    • 1974–2010: Konrad Martin[36]
  • Seelsorger für Kist:
    • seit 2010: Jerzy-Andrzej Jelonek (Pfarrer von Waldbrunn, Leiter der Pfarreiengemeinschaft), P. Leo Beck (OFMConv, Pfarrvikar), Gabriele Flörchinger (Gemeindereferentin)[37][38]

Evangelisch-Lutherische Kirche[Bearbeiten]

Aufgrund der starken katholischen Prägung des Ortes waren Kister Bürger evangelisch-lutherischer Konfession stets eine Minderheit. Erstmals im Jahr 1830 sind zwei Einwohner protestantischer Konfession bezeugt,[13] 1905 wohnten in der Gemeinde zehn evangelische Christen (einer in Kist, drei in Guttenberg, sechs in Irtenberg),[39] im Jahr 1970 belief sich ihr Anteil dann auf 9,9 % der Bevölkerung.[40]

Die evangelisch-lutherischen Christen in Kist gehörten daher zunächst der Kirchengemeinde Reichenberg an, ehe im Jahr 1991 die Kirchengemeinde Eisingen - Kist - Waldbrunn mit Sitz in Eisingen geschaffen wurde.[41] Diese ist der Pfarrei Höchberg zugeordnet[41] und gehört zum Dekanatsbezirk Würzburg im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Ihre Kirche ist die 1998 errichtete Philippuskirche in Eisingen.[41]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Kist

Gemeindeverwaltung[Bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Volker Faulhaber (SPD). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Walter Öhrlein (CSU).

Die Kister Ortsoberhäupter in chronologischer Reihenfolge:[42]

  • Schultheißen:
    • um 1532: Hans Ebert
    • um 1566: Claus Gert
    • um 1582: Jörg Bernhard
    • um 1683: Philipp Kogler
    • um 1720: Johann Schmitt
    • um 1750: Johann Adam Schmitt
    • um 1760: Paulus Keller
    • um 1783 und 1811[43]: Jakob Schmitt
    • 1817-1824: Friedrich Weber (ab 1818 als „Ortsvorsteher“)
  • Ortsvorsteher:
    • 1817–1824: Friedrich Weber
    • 1824–1836: Barthel Feßler
    • 1837–1839: Johann Spiegel
    • 1839–1845: Johann Konrad Leo
    • 1845–1852: Kaspar Weber
    • 1852–1857: Peter Willmy
    • 1858–1871: Nikolaus Joh. Stetter (ab 1868 als „Bürgermeister“)
  • (Erster) Bürgermeister:
    • 1858–1871: Nikolaus Joh. Stetter
    • 1871–1882: Peter Willmy
    • 1882–1896: Adam Anton Leo
    • 1897–1911: Peter Huller
    • 1912–1918: Klemens Scheder
    • 1919–1920: Peter Huller
    • 1920–1924: Klemens Scheder
    • 1925–1945: Oskar Popp
    • 1945–1948: Alfons Schneider
    • 1948–1952: Valentin Scheder
    • 1952–1953: Oskar Popp
    • 1953–1972: Otto Seubert
    • 1972–1990: Wilhelm Scheder
    • 1990–2002: Walter Öhrlein
    • seit 2002: Volker Faulhaber

Wappen[Bearbeiten]

Für den Ort Kist ist ein Dorfsiegel nachweisbar, das als lokales Kennzeichen einen Baum mit reichem Laubwerk auf Rasenboden stehend zeigt, und das auf einer Urkunde aus dem Jahr 1767[44] erhalten geblieben ist. Als weiteres Kennzeichen tritt dazu die Wappenfigur der fränkischen Adelsfamilie Zobel (gezäumter Pferdekopf), die vor dem Übergang von Kist an das Hochstift Würzburg die dortige Ortsherrschaft bis 1502 bzw. 1515[45] innehatte. Die Farben Rot-Weiß erinnern an die würzburgische Landesherrschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe hierzu auch Liste der Baudenkmäler in Kist

Eine äußerst informative historische Karte aus dem 19. Jahrhundert zeigt die damalige bauliche Situation Kists. Sie steht in digitalisierter Form unter http://geoportal.bayern.de/bayernatlas zur Ansicht zur Verfügung und bietet die Funktion, anhand von 3D-Modellen der heutigen Baukörper, die über die historische Karte gesetzt werden, die damalige bauliche Situation mit der heutigen exakt zu vergleichen und somit heute noch existierende (scheinbar historisch wertlose) Gebäude als tatsächlich historisch wertvolle zu identifizieren. Die Karte muss vor 1870 angefertigt worden sein, da sie insbesondere noch eine Plan-Skizze der alten Echterkirche von 1598 zeigt - dies macht ihre Einmaligkeit aus.

Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Bartholomäus, Kist (Germany), von Süden.JPG Pfarrkirche St. Bartholomäus, Kist (Germany), von Osten.JPG
Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus (mit Dorfplatz), 2013

Die denkmalgeschützte Kister Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde in den Jahren 1871 bis 1872 im neoromanischen Stil errichtet. Eine ausführliche Beschreibung und nähere Informationen zu ihrer Baugeschichte, ihrer Ausstattung und den Vorgängerbauten finden sich im Hauptartikel.

Gasthaus Grüner Baum[Bearbeiten]

Das Gasthaus mit dem markanten fränkischen Fachwerk dürfte das älteste Gebäude in Kist sein. Zwar trägt ein an der Außenwand befestigtes Wappenrelief die Jahreszahl 1706, jedoch wird vermutet, dass es sich hierbei nur um ein Jahr des Umbaus gehandelt hat.[46] Jenes Relief zeigt eine von zwei Engelsköpfen flankierte Mariendarstellung mit Jesuskind und eine Inschrift mit dem Wortlaut Unter deinen Schutz und Schirm flihen wir, O heilige Gottes Gebärerin. Darunter befindet sich das Wappen des damaligen Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths,[47] dem das Anwesen einst als Jagdsitz diente,[48] sowie eine weitere Inschrift mit dem Text Im Jahr Christi Anno 1706. An dem Giebelhaus mit Fachwerkobergeschoss und Krüppelwalm ist auch ein Rokoko-Ausleger angebracht, in dessen Mitte sich eine grün-goldene Miniaturdarstellung eines Baumes sowie eine Laterne befindet. Zum Komplex gehört auch eine gut erhaltene Scheune aus der Entstehungszeit des Anwesens, die früher als Zehntscheune des Ortes diente. Über ihrem Kellereingang ist das Zeichen für die Metzger, ein aus rotem Sandstein gefertigter Ochsenkopf mit zwei gekreuzten Beilen darüber angebracht, von dessen Inschrift nur noch . . W G 2 . zu entziffern ist. Diese deutet wohl auf das Jahr 1720 hin, in dem die Scheune anscheinend teilunterkellert wurde.[49] Auf dem Platz vor dem Gasthaus befindet sich das neu errichtete Anna-Häuschen, in dem sich eine Lindenholzfigur der Hl. Mutter Anna mit Jesuskind im Stil des Barock befindet. Ein Schild weist auf eine Linde hin, die dort nebenan ca. 400 Jahre lang gestanden haben soll, aufgrund eines Blitzschlags aber mittlerweile aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste.

Ehemaliges Gasthaus Zur Linde[Bearbeiten]

Im Hof nördlich unterhalb der Kreuzung Untere Dorfstraße zu Vordere Bergstraße liegt das ehemalige Gasthaus Zur Linde. Es dürfte wohl aus dem 18. Jahrhundert stammen und unter seiner künstlerisch verputzten Fassade ein Fachwerkobergeschoss tragen. In den 1930er Jahren wurde ein Saal angebaut, der bis zur Einstellung des Wirtsbetriebs als Tanzsaal des Ortes diente. Der Alte Tanzsaal wird heute gelegentlich im Rahmen privater Ausstellungen und kultureller Veranstaltungen genutzt.

Areal der früheren Weth[Bearbeiten]

Im Bereich des heutigen Dorfbrunnens in der Unteren Dorfstraße befand sich in früherer Zeit eine Weth, d.h. eine öffentliche Tränke.[50] Zu dem Areal gehörte auch ein barocker Bildstock am Dorfbrunnen (siehe Abschnitt „Bildstöcke“) sowie das gegenüber an der Kreuzung zur Eisinger Straße liegende „Gehorsamshäuschen“. Dieses alte, unscheinbare Steingebäude mit dem steilen Mauerwerk dürfte aus dem 18. Jahrhundert stammen, wie eine Skizze der Unteren Dorfstraße aus dem Jahr 1770 zeigt.[51] Das gehorsam diente in früherer Zeit als Arrestzelle, in die der Schultheiß in seiner Eigenschaft als Richter in kleinen Sachen des Polizei-, Schuld- und Zinswesens etwa Landstreicher oder ungehorsame Bürger sperren ließ.[52] Das Gebäude mit dem kleinen Fachwerkteil und sein Außenbereich sind stark sanierungsbedürftig. Der Bereich um den Dorfbrunnen mit dem Bildstock wurde im Jahr 2013 im Zuge der Straßenerneuerung umfassend saniert.

Das Areal ist nicht zu verwechseln mit dem Grillplatz Alte Weth,[53] dessen Name auf den Flurteil Alte Weth zurückgeht. Dieser Flurteil nimmt seinerseits Bezug auf eine weitere öffentliche Tränke, die in der Flur Kaltes Loch, einem seit dem Mittelalter so genannten Tal, lag, dessen Gestalt jedoch durch den Bau der Autobahn A 3 und durch die Trockenlegung des Margarethenseeleins (heute Waldsportplatz) stark verändert wurde.[54][Anmerkung 2]

Forsthaus Irtenberg[Bearbeiten]

Außerhalb der Gemeinde liegt etwa vier Kilometer entfernt das ehemalige Forsthaus bzw. Forstanwesen Irtenberg. Der zweigeschossige Walmdachbau mit den geohrten Rahmungen stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts[55] und diente u.a. als königlich-bayerisches Forsthaus, wie ein restaurierter blau-weiß gestrichener Wegweiser an der Hauptstraße in Kist verrät. Bis 1836 war dort auch das bayerische Zollamt untergebracht.[56] Ein Forsthaus muss dort aber schon sehr viel früher gestanden haben, da bereits im Jahr 1592 in einer Baukostenaufstellung des damaligen Würzburger Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn die Rede von einem Neubau ist: 205 fl. 4 Pfd. 1 alden Kr. cost das Försterhaus zu Irtenberg von neuem zu bawen.[57]

In der Nähe des Anwesens befinden sich im Wald zwei Hoheitssäulen aus dem Jahr 1584,[58] die Julius Echter nach zahlreichen Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn Kurmainz an der Kreuzung der einstigen Geleit- und der alten Weinstraße errichten ließ.[59] Die beiden über vier Meter hohen Hoheitssäulen, die auch „Geleitsäulen“ oder „Zollstöcke“ genannt werden,[59] sind aus rotem Sandstein gefertigt und zeigen das jeweilige Wappen des Hochstifts Würzburg und des kurfürstlichen Erzstifts Mainz sowie darüber jeweils eine Inschrift. Die Inschrift über der würzburgischen Säule lautet Wirtzburgische Gelaid Zennth Wildban Hohe und Nider Obrigkeit ec; die über der mainzischen Maintzisch Glaid Zent Zoll wildtban hohe und niedere Oberkeit.[60] In den 1930er Jahren wurden die Geleitsäulen zu ihrem eigenen Schutz im Rahmen des Ausbaus der heutigen St 578 ca. 150 m in südliche Richtung entlang der heutigen bayerisch - baden-württembergischen Grenze versetzt.[59] Auf Betreiben des Freundeskreis Waldbrunner Denkmäler erfolgte im Jahr 2006 eine umfassende Sanierung durch den Freistaat Bayern.[59]

Alte Schule[Bearbeiten]

Alte Schule in Kist (von Norden).JPG Alte Schule Kist (von Westen).JPG
Altes Schulhaus von 1872, heute Gemeindebücherei

Gegenüber dem Friedhof befindet sich das Alte Schulgebäude aus dem Jahre 1872.[61] Heute bietet es im Erdgeschoss der Gemeindebücherei Platz, im Übrigen wird es als Wohnhaus genutzt.

Pfarrheim[Bearbeiten]

Das Pfarrheim wurde im Jahre 1912 als Kleinkinderbewahranstalt mit ambulanter Krankenpflege errichtet.[62] Der Bau geht im Wesentlichen auf den letzten Willen der gebürtigen Kisterin Elisabeth Seubert zurück, die für die Errichtung 12.000 Mark aus ihrem Nachlass zur Verfügung stellte.[62] An der Außenwand der Frontseite in Höhe des 1. Stocks ist eine Statue angebracht, die den erwachsenen Jesus mit einem kleinen Jungen auf dem linken Arm und einem Mädchen an der rechten Hand zeigt. Durch eine Renovierung ging die ursprüngliche Dachlandschaft verloren. Heute dient das Gebäude der Pfarrgemeinde als Veranstaltungssaal.

Bildstöcke[Bearbeiten]

Bildstock "Beschneidung Christi" (Vorderseite), um 1700

Im Außenbereich der Katholischen Pfarrkirche befindet sich ein Sandstein-Bildstock mit barockem Kopfteil. Dieses zeigt auf der Vorderseite vermutlich eine Darstellung der Beschneidung Christi und auf der Rückseite Figuren des Hl. Sebastian, des Hl. Kilian und der Hl. Barbara, beidseits flankiert von zwei Engelsköpfen. Die Inschriften unterhalb der Darstellungen sind heute nicht mehr leserlich. Das um 1700[43] geschaffene Kopfteil befand sich ursprünglich in der Nähe des Erbachshofs bei Eisingen.[43] Es diente später als Grabmal des Theo Ernst Adalbert von Guérard (1917-1976) auf dem Kister Friedhof,[43] der das von seinem Vater Baron Theodor von Guérard Senior (nicht zu verwechseln mit Theodor von Guérard) 1931/1932 erworbene und zum Hotel umgebaute Gut Erbachshof bis 1972 betrieben hatte.[63] Nach der Auflösung des Grabes 1996 wurde das Kopfteil zunächst in Erbachshof im Restaurierungsbetrieb Anton Fuchs eingelagert.[64] Erst auf Initiative des Kister Pfarrers Konrad Martin nahm die Gemeinde Kist sieben Jahre später Kontakt mit dem Besitzer sowie den Eigentümern, den Erben des verstorbenen Baron von Guérard, auf, von denen die Gemeinde Kist das Kopfteil schließlich erwerben konnte.[64] Diese ließ es dann in den Jahren 2004 bis 2005 fachgerecht restaurieren[64] und mit einem neugeschaffenen Torso als Bildstock neben der Pfarrkirche aufstellen. Da vermutet wird, dass es sich bei dem Kopfteil seit je her um den Teil eines ehemaligen Heilig-Blut-Bildstocks handelt,[64] hat er für die Kister Walldürn-Wallfahrer eine hohe Bedeutung, denen er nunmehr seit seiner Einweihung am 6. Mai 2005[64] als Startpunkt für ihre Wallfahrt zum Heiligen Blut nach Walldürn dient.

Am Friedhof befindet sich ein zeitgenössischer Bildstock aus Muschelkalk von 1978/1979. Er steht anstelle eines Bildstocks aus dem 18. Jahrhundert, der ein Relief von Christus am Ölberg zeigte, und von dem nur noch am Sockel ein am Kopf stehendes Ankerstück mit den Buchstaben KH erkennbar war, die wohl auf den Stifter, wahrscheinlich den Kister Maurermeister Kaspar Hümmer (1726-1786), hindeuteten.[65] Unter dem nachgeschöpften Relief des heutigen Bildstocks befindet sich die Inschrift Vater wenn du willst lass diesen Kelch an mir vorüber gehen. Auf der Rückseite ist auf dem Kopfteil ein Christusmonogramm abgebildet; der Sockel trägt hier die Inschrift Kist 779-1979 Herr schütze unsere Gemeinde weiterhin In Memoriam K H [Ankerbild] 1750.

Im Friedhof steht heute ein 1977 neu geschaffenes Friedhofskreuz, das als Ersatz für das alte Kreuz dient, das aus rotem Sandstein geschaffen war und einen hellen Christuskorpus trug (wahrscheinlich 18./19. Jahrhundert).[66]

Im Altertheimer Weg befindet sich ein weiterer zeitgenössischer Bildstock aus Muschelkalk, der Flurbereinigungs-Bildstock, mit der Inschrift Heilige unsere Gaben durch deinen Geist.

Gegenüber stand auch die Figur eines Kreuzschleppers, die 1891 von Peter und Michael Dürr aufgestellt worden war, später aber zerbrochen wurde.[67]

Bildstock am Uengershäuser Weg von 1763 (erneuert 1982)

Ein weiterer Bildstock aus dem Jahr 1763 befindet sich außerhalb des Ortes am Uengershäuser Weg, von dem allerdings nur noch der Sockel erhalten ist. Dieser trägt die Inschrift: Zu Eren Jessu und Seiner Schmerz haffden Mutter [i]sst diser bilt Stock hie her auff gerichet worden Anno 1763. Das Kopfteil ist eine spätere Nachschöpfung: Es zeigt eine kleinere Darstellung einer Pietà, darunter die Inschrift Anno 1982.

Aus dem Jahr 1764 stammt ein ähnlicher Bildstock, der einst an der Abzweigung der Lehmgrubenstraße von der Rinderfelder Straße stand,[68] und von dem ebenfalls nur noch der Sockel erhalten ist. Seine Inschrift lautet: Zu eren Jessu und Maria hatt Willhe[l]m König und Kadrina König in disen biltstoc[k] hir auff gerithet. Anno 1764. Stifter war das Ehepaar (Johann) Wilhelm König (1731-1787) und (Maria) Katharina König, geb. Fessler (1730-1798). Der Sockel trug früher eine vierkantige Säule mit einem oben abgerundeten Aufsatz, der in seiner Nische eine Marienfigur beherbergte.[68] Der Sockel befindet sich heute in Privatbesitz.

Eingemauert in die Außenwand des Gasthauses Zum Hirschen an der Hauptstraße, ist eine kleine Sandstein-Darstellung einer Pietà mit Inschrift sowie darunter ein von je zwei Sternen flankierter Ochsenkopf mit zwei darüber gekreuzten Beilen (Metzgerwappen) und der Jahreszahl 1720 erkennbar.[69] Die Inschrift zwischen der Pietà und dem Ochsenkopf, der nach Form und Größe dem am Kelleraufgang des Gasthauses Grüner Baum ähnelt, lautet: Unter deinen Schutz und schirm fliehen mir o heilige Gottesgebr in unsren [Nöten].

Zum Marienrelief von 1706 am Gasthaus Grüner Baum siehe oben Abschnitt Gasthaus Grüner Baum.

Ein Relief aus dem Jahr 1818, das die Dreifaltigkeit Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist sowie eine Pietà darstellte und der Inschrift VM 1818 KM zufolge wahrscheinlich von Valentin Mayer (1782-1831) und Kunigunde Mayer (1778-1843) gestiftet wurde,[68] befand sich ehedem an der Außenwand eines Wirtschaftsgebäudes in der Unteren Dorfstraße.[70] Aus Sicherheitsgründen wurde es jedoch entfernt und wird heute privat aufbewahrt. Das früher als Schmiede genutzte markante Wirtschaftsgebäude wurde im Zuge der Sanierung der Unteren Dorfstraße abgerissen.

Fast nicht mehr erkennbar ist eine Bildhauerei, die zwei Häuser weiter östlich ebenfalls an einem Wirtschaftsgebäude in der Unteren Dorfstraße angebracht ist.

Am Dorfbrunnen, der 1977 neu geschaffen wurde, befindet sich ein zeitgenössischer Bildstock, der als Ersatz für einen dort zuvor gestandenen, aber verwitterten Barockbildstock dient, dessen Oberteil wie eine Krone geformt war. Sein genaues Aussehen könnte man allenfalls anhand alter vorhandener Zeichnungen rekonstruieren. Der jetzige Bildstock wurde 1975 geschaffen und stellt das Blutwunder von Walldürn dar.[71]

In einem Privatgarten in der Nähe befand sich eine 1811 vom damaligen Schultheißen Jakob Schmitt gestiftete klassizistische Frauenfigur, die ihren Kopf mit dem linken Arm auf eine Kugel abstützt und in der rechten Hand ein Buch mit der Inschrift Kurz ist die Zeit, lang ist die Ewigkeit hält.[43]

Ein weiterer Bildstock befindet sich im Außenbereich vor dem Katholischen Kindergarten in der Brennofenstraße. Das Kopfteil zeigt eine Darstellung der Heiligen Familie: Links den Hl. Josef und rechts die Gottesmutter Maria, in ihrer Mitte das Jesuskind. Darunter befindet sich der in altertümlicher Schrift gefasste Text Jesu Maria Josef steh uns bei. Der Bildstock stand ursprünglich an der Außenwand einer inzwischen abgerissenen Scheune an der Ecke Obere Dorfstraße zur Brennofenstraße und stammt vermutlich aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

Neben der Oskar-Popp-Schule wurde im Jahre 1937 durch den Würzburger Bildhauer Friedrich ein Kriegerdenkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten errichtet.[72] Es stellt in der Mitte einen überlebensgroßen Soldaten dar, der seinen gefallenen Kameraden stützt. Links und rechts sind im Halbkreis Gedenktafeln mit den Namen der getöteten Kister Soldaten angebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kreis mit weiteren Gedenktafeln und einem Gittertor geschlossen.

Wasserturm[Bearbeiten]

Als zweites Wahrzeichen thront seit 1960 der 30,40 m hohe Wasserturm über den Dächern der Gemeinde.

Hügelgräber[Bearbeiten]

In der Nähe des Waldsportplatzes nordöstlich von Kist befindet sich im Gemarkungsgebiet Kaltes Loch ein Grabhügelfeld mit vier Grabhügeln aus der Bronze- und der Hallstattzeit, die 1941 und 1960 mit Blick auf den jeweils geplanten Autobahnbau Gegenstand von archäologischen Ausgrabungen waren.[73] Drei der Grabhügel verschwanden im Zuge des Baus unter dem Autobahndamm, einer ist heute noch sichtbar, wenn auch im Unterholz versteckt, da ein Weg dorthin nicht existiert.[74] Die Grabhügel enthielten bzw. enthalten jeweils mehrere, in der Regel drei Gräber.[75] Insgesamt wurden auf der Schulzenwiese und im Kalten Loch 30 Grabhügel, im Stöckach drei und im Einsprung-West ein Grabhügel gefunden.[76] Während die 1941 gemachten und dann in Würzburg aufbewahrten Funde, bestehend aus Schalen, Gefäßen, Tonscherben usw. beim Bombenangriff auf Würzburg 1945 zerstört wurden, können die bei den im Jahr 1960 durchgeführten Grabungen gemachten Funde heute im Mainfränkischen Museum in Würzburg besichtigt werden.[77] Näheres bei Friedrich Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 9 ff.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass in und in der Umgebung von Kist noch weitere Funde, auch aus dem Mittelalter gemacht werden können. Da aber keine Ausgrabungen geplant sind, ist man auf Zufallsfunde bei Bauarbeiten oder Feld- und Ackerarbeiten angewiesen (siehe hierzu den Artikel Depotfunde, Kapitel „Vorkommen“), wie sie etwa in Röttingen im 20. Jahrhundert vermehrt gemacht wurden.[Anmerkung 3] Dies gilt insbesondere für den gesamten Altortbereich, weshalb eine erhöhte Sensibilität diesbezüglich wünschenswert ist.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Außenbereich des Friedhofs wurde im Jahr 1979 ein Gedenkstein anlässlich des 1200-jährigen Jubiläums der Gemeinde errichtet. Der Stein diente ursprünglich als Abdeckplatte eines ca. 6 bis 7 Meter tiefen Brunnens in der Unteren Dorfstraße, der sich im Kreuzungsbereich zur Straße Winterleiten vor dem dortigen Gebäude mit der Steinfassade befindet. Bis zur Sanierung der Unteren Dorfstraße 2013 war von ihm lediglich der gemauerte Schacht erhalten geblieben, der allerdings mit einem Kanaldeckel abgedeckt war. Im Zuge der Straßensanierung wurde der Brunnen wiederbelebt und mit den alten Steinen eines weiteren Brunnens aufgemauert, der beim Abbruch eines nahen Gebäudes, das in früherer Zeit als Schmiede genutzt wurde, unter dessen Boden entdeckt wurde. Das Quellwasser des so wieder erstandenen Brunnens wird bislang noch zu dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite unterhalb des Fachwerkhauses befindlichen (dritten) Brunnen geleitet. Die gleiche Situation stellt sich auch weiter westlich unweit des heutigen Dorfbrunnens (der vierte Brunnen in diesem Bereich) im oberen Parkplatzbereich des ehemaligen Gasthauses Zur Linde dar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 92 und im Bereich Handel und Verkehr 157 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 117 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 913. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn Betriebe, im Bauhauptgewerbe ein Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 drei landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 77 Hektar.

Verkehr[Bearbeiten]

Kist liegt in unmittelbarer Nähe zur Bundesautobahn 3 (Anschlussstelle 69 – Würzburg/Kist) und wenige Kilometer entfernt von der Bundesautobahn 81 (Anschlussstelle 2 – Gerchsheim). Durch Kist führt zudem die Staatsstraße 578 bzw. Bundesstraße 27 als Teil der Romantischen Straße, sowie die Kreisstraße WÜ 29.

Bildung & Soziales[Bearbeiten]

Es gibt folgende öffentliche Bildungseinrichtungen:

  • Krabbelstube
  • Katholischer Kindergarten St. Bartholomäus mit Kinderkrippe KiKriKi
  • Grundschule Oskar-Popp-Schule (vormals Ludwig-Siebert-Schule) mit Mittagsbetreuung
  • Gemeindebücherei
  • Außenstelle der Volkshochschule Würzburg
  • Jugendzentrum

Freizeitgestaltung[Bearbeiten]

In der Gemeinde Kist bestehen folgende Freizeiteinrichtungen:

Sportzentrum[Bearbeiten]

  • Gemeindesportplatz mit Tartanbahn und Tribüne
  • Sport- und Veranstaltungshalle Otto-Seubert-Halle
  • Tennishalle mit Außenplätzen
  • Hartplatz
  • Beachvolleyball-Platz
  • Boccia-Bahn
  • Skateranlage
  • Spielplatz

Weitere Sportstätten[Bearbeiten]

  • Waldsportplatz
  • Tischtennisplatten (im Schulhof der Oskar-Popp-Schule)
  • Kegelbahn (in der Gaststätte Kister Höh')
  • Private Sportschützenanlage (im Vereinsheim der Schützengilde St. Sebastian Kist e.V. 1966)

Spielplätze[Bearbeiten]

  • Abenteuerspielplatz Winterleiten
  • Sportzentrum
  • Spitzwiese/Herrleinsäcker
  • Turmstraße (am Wasserturm)

Sonstiges[Bearbeiten]

Gastronomie und Unterkünfte[Bearbeiten]

In Kist gibt es folgende gastronomische Angebote:

  • Gasthaus Grüner Baum (mit Übernachtungsmöglichkeit)
  • Gasthaus Zum Hirschen
  • Gasthaus Wiesengrund (Hühnerdiele)
  • Ristorante-Pizzeria Italia
  • Hotel Waldeck (garni)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 2006: Wilhelm Scheder (* 1926), Bürgermeister, verliehen zur Anerkennung seiner Verdienste als Gemeinderat (1952–1990), 2. Bürgermeister (1956–1972), 1. Bürgermeister (1972–1990) und Mitglied des Kreistags (1960–1966 und 1979–1984), Träger des Bundesverdienstkreuzes und der kommunalen Verdienstmedaille

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Annalena Bauer (* 29. Juni 1994), Ju-Jutsu-Kämpferin (U-18-Europameisterin 2010, U-18-Weltmeisterin 2011, U-21-Europameisterin 2012, U-21-Weltmeisterin 2013, Gewinnerin der German Open 2013) und Judoka der TG Höchberg
  • Pia Viola Buchert (* 1990), Mezzosopranistin

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Sabine Demel (* 21. September 1962 in Coburg), deutsche Theologin und Hochschullehrerin, lebte einige Jahre in Kist


Literatur[Bearbeiten]

  • Traudl Baumeister/Steffen Standke: Chronik von Kist. Geschichte eines Dorfes im Wandel 779 - 2012. bonitasprint GmbH, Würzburg 2012.
  • Friedrich Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1979.
  • Friedrich Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. Krug-Druck, Würzburg 1982.
  • Friedrich Ebert: Kist - im Wandel der Zeiten. Benedict Press, Münsterschwarzach 1986.
  • Konrad Martin: Kirchenführer Pfarrkirche St. Bartholomäus Kist. Kist 2006.
  • Heinz Willner: Die beiden Würzburger Markbeschreibungen. Valencia (Spanien) 2005, ISBN 3-00-016016-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kist in der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 21-23.
  4. a b c d e Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 23.
  5. Baumeister/Standke: Chronik von Kist. Geschichte eines Dorfes im Wandel 779 - 2012. 2012, S. 17.
  6. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 109.
  7. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 70 und 93.
  8. Vgl. http://www.gemeinde-kist.de/index.php?id=46
  9. Vgl. http://www.burgenwelt.de
  10. Gliedstaat
  11. Bismarcksche Reichsverfassung
  12. Rechtslage Deutschlands nach 1945
  13. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 180 f.
  14. a b c d e f https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?operation=previous&levelindex=2&levelid=1327876384425&step=2
  15. https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/data;jsessionid=F740B986F6C3904AF7F79DAE7DC77C58?operation=ergebnistabelleUmfang&levelindex=2&levelid=1343255259167&downloadname=12411-009r
  16. Siehe Fn. 1.
  17. Martin: Kirchenführer Pfarrkirche St. Bartholomäus Kist. 2006, S. 13.
  18. Ebert: Kurze Geschichte der Pfarrei Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 14.
  19. Ebert: Kurze Geschichte der Pfarrei Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 14.
  20. So Martin: Kirchenführer Pfarrkirche St. Bartholomäus Kist. 2006, S. 0.
  21. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 112 f.
  22. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 117.
  23. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 115.
  24. Nach Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 113.
  25. Abschrift des Schreibens im Gemeindearchiv Kist B6, in: Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 112 f.
  26. Ebert: Kurze Geschichte der Pfarrei Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 15.
  27. So Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 113.
  28. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 125 f.
  29. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 125; Martin: Kirchenführer Pfarrkirche St. Bartholomäus Kist. 2006, S. 0.
  30. Vgl. Martin: Kirchenführer Pfarrkirche St. Bartholomäus Kist. 2006, S. 13.
  31. Ebert: Kurze Geschichte der Pfarrei Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 14.
  32. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 125 f. bzw. Einzelnachweise.
  33. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 113.
  34. Ebert: Kurze Geschichte der Pfarrei Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 15.
  35. Ebert: Reihenfolge der Seelsorger in Kist, in: Ebert: Kirche St. Bartholomäus und Pfarrei Kist. 1982, S. 16.
  36. http://www.augustinus.de/bwo/dcms/sites/bistum/information/medien/pressestelle/archiv/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=42359
  37. http://www.bistum-wuerzburg.de/bwo/dcms/sites/bistum/pfarreien/dekanate/wuerzburg_l_d_mains/pfr/kist/index.html
  38. http://www.pg-kreuz-christi.de/pfarreiengemeinschaft/index.html
  39. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 122.
  40. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 182.
  41. a b c http://www.philippuskirche.de/Historie/KGHist.html
  42. U.a. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 91 f. bzw. Einzelnachweise.
  43. a b c d e Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 134.
  44. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 93.
  45. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 93.
  46. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 183.
  47. Vgl. http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/bi-wue-2.htm.
  48. http://www.gruenerbaum-kist.de/?site=home
  49. So Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 138.
  50. Willner: Die beiden Würzburger Markbeschreibungen. 2005, S. 58 (Fn. 51).
  51. Vgl. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 90.
  52. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 89 f.
  53. Vgl. http://www.gemeinde-kist.de/index.php?id=93
  54. Willner: Die beiden Würzburger Markbeschreibungen. 2005, S. 57 und S. 58 (Fn. 51).
  55. Informationsprofil zum ehemaligen Forsthaus, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  56. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 71.
  57. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 26.
  58. Informationsprofil zu den Hoheitssäulen am Riegelsweg, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  59. a b c d Denkmäler und Zeitzeugen um und in Waldbrunn
  60. Nach Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 30.
  61. Ebert: Kist - im Wandel der Zeiten. 1986, S. 84.
  62. a b Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 123.
  63. http://www.kunst-im-erbachshof.de/erbachshof.html
  64. a b c d e Baumeister/Standke: Chronik von Kist. Geschichte eines Dorfes im Wandel 779 - 2012. 2012, S. 201.
  65. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 132 f.
  66. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 136.
  67. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 135.
  68. a b c Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 137.
  69. siehe auch Informationsprofil zum Pietè, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  70. Informationsprofil zum Relief der Dreifaltigkeit, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  71. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 133.
  72. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 64.
  73. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 10 f.
  74. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 12.
  75. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 12 ff.
  76. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 10.
  77. Ebert: Chistesbrunno - Kist. 779 - 1979. 1979, S. 11 und 17.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. An jenem 14. Oktober 779 wurde mit einer Reihe von Zeugen ein Grenzgang zur Vermessung der Mark durchgeführt, welche von dem Priester Bernger beurkundet wurde. Hierfür war es notwendig die passierten Fixpunkte anzugeben. Einer davon war der Chistesbrunnon, von dem sich der Name der Siedlung (Kist) ableitete, die in seiner Nähe lag.
  2. Neue Erkenntnisse über die Lage dieser und weiterer Grenzpunkte in und um Kist wie Seen, alte und z.T. noch heute existierende Höhenwege (etwa der sogenannte altuuig/altwic oder diotwig, einem schon im Jahr 779 als „Alte Straße“ bezeichneten vorzeitlichen Höhenweg, der von Südwesten aus dem Irtenberger Forst kommend dort verlief wo sich heute die Gerchsheimer Straße befindet und dann in einem Bogen östlich um den heutigen Kister Altort etwa entlang der Straßenzüge Altertheimer Straße, Am Rathaus, Goethestraße und weiter zum Kalten Loch in Richtung Höchberg verlief) sowie die exakte Lage des Chistebrunno, der Brunnen, der dem Ort seinen Namen gab, finden sich bei Heinz Willner: Die beiden Würzburger Markbeschreibungen, 2005, insbesondere S. 57 ff., 177 ff., 216 ff. und 290 ff.
  3. Vergleiche hierzu den Abschnitt Siedlungs- und Territorialgeschichte im Artikel Tauber.