Gundremmingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gundremmingen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Gundremmingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 30′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Verwaltungsge-
meinschaft:
Offingen
Höhe: 437 m ü. NN
Fläche: 10,84 km²
Einwohner: 1536 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89355
Vorwahl: 08224
Kfz-Kennzeichen: GZ
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 136
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausplatz 1
89355 Gundremmingen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Mayer

Gundremmingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Günzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Offingen.

Der Ort Gundremmingen liegt im Donauried nahe der Einmündung der Mindel (rechter Nebenfluss) in die Donau.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Historisches

Der Ort ist durch eine germanische Sippe gegründet worden, deren Anführer wohl "Guntram" war. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Codex Eberhardi aus dem 12. Jahrhundert. Um etwa 800 n. Chr. hat danach "Hiltwin" dem Kloster Fulda Liegenschaften zu "Guntramingen" mit sechs Unfreien übereignet.

Auf dem Gebiet der Gemeinde sind Reste eines römischen Kastells nachgewiesen. Es wurde südlich der Donau zur Grenzsicherung errichtet, nachdem es den Alemannen 213, 233 und 259 / 260 n. Chr. gelungen war, die jenseitige römische Nordgrenze (siehe auch Limes) zu überrennen.

Das Dorf war über Jahrhunderte hinweg bäuerlich geprägt. Im Bauernkrieg 1525 schlossen sich mehrere Bewohner dem Leipheimer Haufen an.

Gundremmingen gehörte zum Hochstift Augsburg und fiel mit dem Reichsdeputationshauptschluss ab 1803 an Bayern.

Am 1. April 1822 gründete Ignaz Lindl, vormaliger Pfarrer der Gemeinde Gundremmingen, die Kolonie Sarata in Bessarabien. Von den 70 Gründungsfamilien waren ein guter Teil aus Gundremmingen ausgewandert.

[Bearbeiten] Politik

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl 2002 entfielen auf die CSU acht und auf die Freie Wählergemeinschaft/Unabhängige Wählergemeinschaft vier Sitze. Bürgermeister ist seit 1996 Wolfgang Mayer (FWG/UWG).

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen zeigt "über goldener Zinnenmauer mit Torturm im Schildfuß in Blau ein goldenes Atomsymbol."

Die Mauer mit Torturm weist auf die östlich von Gundremmingen gelegene römische Ausgrabungsstätte Bürgle hin. Das Atomsymbol bezieht sich auf den Standort des Kernkraftwerkes.

[Bearbeiten] Kernkraftwerk

Siehe Hauptartikel Kernkraftwerk Gundremmingen.

Durch den Bau des Kernkraftwerks, des damals, gemessen an der Leistung, „größten europäischen“ Stromerzeugers dieser Art, änderte sich die Struktur des Ortes. Ursprünglich sollte dieses Kernkraftwerk in Bertoldsheim, einem kleinen Ort an der Donau zwischen Donauwörth und Neuburg/Donau, gebaut werden. Infolge von Protesten der Stadt Nürnberg, die dort Brunnen ihrer Fernwasserversorgung hat, wurden diese Pläne aufgegeben, und der neue Standort im schwäbischen Gundremmingen gewählt. Ein dort aufflackernder Protest von Bauern erlosch nach Inaussichtstellung finanzieller Vorteile innerhalb weniger Monate. Nach vierjähriger Bauzeit wurde am 12. November 1966 erstmals Strom in das Verbundnetz gespeist.

Block A war bis zum Störfall 1977 in Betrieb, bei dem der Reaktor großflächig radioaktiv verstrahlt wurde. Es war in Deutschland der erste und bisher einzige Großunfall eines Atomkraftwerks mit Totalschaden. Dieser Block A wird seit 1983 rückgebaut. Der Rückbau sollte bis zum Jahr 2005 abgeschlossen werden. Die abgebaute Gesamtmasse beträgt nach Betreiberangaben insgesamt rund 8.200 Tonnen. Ein Großteil davon wird mit in Gundremmingen entwickelten Verfahren einer Wiederverwertung zugeführt. Der Massenanteil, der tatsächlich wegen Radioaktivität endgelagert werden muss, liegt bei etwa zehn Prozent. Im Jahr 1976 wurde in Umsetzung langjähriger Pläne der RWE, und auch als Folge der zuvor erlebten Ölkrise, mit dem Bau der beiden 1.344 Megawatt-Blöcke B und C begonnen. Sie liefern seit 1984 Strom ins Netz. Derzeit etwa 20 Terawattstunden (20 Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr. Gemessen am Stromverbrauch in Bayern reicht die gegenwärtige Leistung aus, um etwa 30 Prozent dieses Bedarfs zu decken. Die beiden Reaktoren sind zusammen das größte Kraftwerk Deutschlands. Sie gehören zu 75 Prozent der in Essen ansässigen RWE und zu 25 Prozent E.ON.

Sehr umstritten sind nach wie vor auch Bau und insbesondere Betrieb eines Zwischenlagers für abgebrannte Brennelemente. Das Abstellen von 192 Castoren soll nach dem Antrag von RWE und E.ON in dem Lager erlaubt werden. Im August 2004 begann der Bau des Zwischenlagers. Mehrere Klagen gegen die atomrechtliche Genehmigung sind vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München mit Urteil vom 2. Januar 2006 abgelehnt worden. Eine Revision wurde nicht zugelassen. Dagegen wurde Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht. Sie wurde vom Bundesverwaltungsgericht im August 2006 abgewiesen. Seit August werden die Castoren eingelagert.

[Bearbeiten] Weblinks

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