Jettingen-Scheppach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Jettingen-Scheppach
Jettingen-Scheppach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Jettingen-Scheppach hervorgehoben
48.39861111111110.451944444444474Koordinaten: 48° 24′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Höhe: 474 m ü. NHN
Fläche: 54,07 km²
Einwohner: 6769 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89343
Vorwahl: 08225
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 144
Marktgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 55
89343 Jettingen-Scheppach
Webpräsenz: www.jettingen-scheppach.de
Bürgermeister: Hans Reichhart (CSU)
Lage des Marktes Jettingen-Scheppach im Landkreis Günzburg
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Neu-Ulm Landkreis Unterallgäu Winzerwald Ebershauser-Nattenhauser Wald Aichen Aletshausen Balzhausen Bibertal Breitenthal (Schwaben) Bubesheim Burgau Burtenbach Deisenhausen Dürrlauingen Ebershausen Ebershausen Ellzee Günzburg Gundremmingen Haldenwang (Schwaben) Ichenhausen Jettingen-Scheppach Kammeltal Kötz Krumbach (Schwaben) Landensberg Leipheim Münsterhausen Neuburg an der Kammel Offingen Rettenbach (Landkreis Günzburg) Röfingen Thannhausen (Schwaben) Ursberg Waldstetten (Günz) Waltenhausen Wiesenbach (Schwaben) Winterbach (Schwaben) ZiemetshausenKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Jettingen-Scheppach ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Günzburg und liegt zwischen Ulm und Augsburg.

Geografie[Bearbeiten]

Jettingen-Scheppach liegt in der Region Donau-Iller. Durch das Gemeindegebiet fließt die Mindel.

Es existieren folgende Gemarkungen: Freihalden, Jettingen, Ried b. Jettingen, Scheppach, Schönenberg und Eberstall.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Jettingen, Stammsitz der Familie Stauffenberg

Jettingen erhielt 1363 die Marktrechte. Der Ort im heutigen Bezirk Schwaben war Sitz einer Herrschaft und gehörte seit 1460 den Herren, später Freiherren vom Stain, seit 1747 den Grafen Schenk von Stauffenberg. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Scheppach war ein Teil der vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau und fiel im Frieden von Preßburg (1805) an Bayern.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutigen politischen Gemeinden. Die Gemeinde Jettingen-Scheppach entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss des Marktes Jettingen und der Gemeinde Scheppach am 1. Januar 1970.[2]

Nach einem schweren Verkehrsunfall am 9. März 2006, bei dem der Fahrer eines Kleintransporters am Steuer einen tödlichen Herzinfarkt erlitten hatte, sein ungebremstes Auto in einen Trauerzug raste und zwei Frauen starben, erhielt Jettingen-Scheppach überregionale Medienaufmerksamkeit.[3]

Poststation Scheppach[Bearbeiten]

In Scheppach bestand seit 1549 eine Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Augsburg nach Innsbruck, Trient und Italien, als Nachfolgerin der aufgelösten Poststation in Roßhaupten.[4] Der Scheppacher Posthalter Joseph de Calepio, belegt seit 1568,[4] war beim Streik der Posthalter im späten 16. Jahrhundert aufgrund von Zahlungsrückständen und bei den späteren Verhandlungen mit dem Brüsseler Generalpostmeister Leonhard I. von Taxis einer der Wortführer.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinde Schönenberg[2], am 1. Januar 1976 die Gemeinde Ried und am 1. Mai 1978 die Gemeinde Freihalden eingemeindet sowie der Ortsteil Eberstall der Gemeinde Oberwaldbach umgegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 5333 Einwohner[6]
  • 1970: 5746 Einwohner[6]
  • 1987: 5744 Einwohner
  • 2000: 6631 Einwohner
  • 2011: 6669 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Bürgermeister von Jettingen-Scheppach ist Hans Reichhart (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Peter Ploeckl (CSU), der als 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Jettingen-Scheppach 26 Jahre von 1976 bis 2002 amtierte. Peter Ploeckl starb im Februar 2002.

Der Marktgemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 20 Sitze, die sich seit der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt verteilen:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Teilort Freihalden ist seit 1976 mit dem französischen Wallfahrtsort Ars-sur-Formans partnerschaftlich verbunden. Die Partnerschaft von Jettingen-Scheppach mit der ungarischen Gemeinde Csolnok besteht seit 1992.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Unterjettingen
  • Werkrealschule
  • Decker-Hauff-Schule
  • Außenstelle Volkshochschule Günzburg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Jettingen-Scheppach liegt verkehrsgünstig direkt an der Anschlussstelle Burgau der Autobahn A 8 (Abschnitt Stuttgart - München). In den Ortsteilen Jettingen und Freihalden befinden sich Haltepunkte an der Eisenbahnstrecke Ulm–Augsburg, an denen die Regional-Express-Linie Fugger-Express von Ulm nach München im Stundentakt hält. Damit können Ulm in 34 bis 38 Minuten, Augsburg in 37 Minuten und München in 86 Minuten erreicht werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jettingen-Scheppach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 475.
  3. Beispielsweise Bericht im Spiegel Fataler Unfall: Toter am Steuer rast in Trauerzug.
  4. a b Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501–1806, Teil II, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz 1977, S. 22–23.
  5. Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501–1806, Teil I, Kallmünz 1977, S. 62 und 66.
  6. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 774 und 775.