Hermann Hoth
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Hermann Hoth (* 12. April 1885 in Neuruppin; † 25. Januar 1971 in Goslar) war ein deutscher Offizier, der in der Königlich Preußischen Armee, in der Reichswehr und in der Wehrmacht, zuletzt als Generaloberst diente. Er wurde beim letzten der Nürnberger Prozesse als Kriegsverbrecher verurteilt.
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[Bearbeiten] Leben
Nach dem Gymnasium trat Hoth in das Preußische Kadettenkorps ein und diente als Leutnant danach im 4. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 72. Er kam bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 im Range eines Hauptmanns zum Großen Generalstab. In den Jahren 1915 bis 1918 fand er Verwendungen als Kompaniechef, Bataillonskommandeur und Chef einer Fliegerabteilung. Bei Kriegsende 1918 war er Offizier im Generalstab einer Infanteriedivision und trug neben den beiden Klassen des Eisernen Kreuzes sowie hamburgischen, österreichischen und türkischen Orden auch das Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.[1][2]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen und bekleidete dort bis 1934 verschiedene Kommandeurs- und Stabsstellungen. Am 1. Oktober 1934 wurde er schließlich zum Generalmajor ernannt und übernahm am 1. Oktober 1935 das Kommando über die 18. Infanterie-Division. Am 1. Oktober 1936 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant und am 1. November 1938 zum General der Infanterie. Am 1. Oktober 1938 wurde er Kommandierender General des XV. Armeekorps (mot.), was er bis Kriegsausbruch blieb.
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg
Als das Deutsche Reich mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begann, unterstand Hoths Korps der 10. Armee. Am 27. Oktober 1939 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.[3][2]
Mit der 10. Armee nahm er im Jahr 1940 auch am Frankreich-Feldzug teil. Für seine Verdienste während der Schlacht um Frankreich wurde er am 19. Juli 1940 zum Generaloberst befördert.
Der Stab seines XV. Armeekorps wurde am 16. November 1940 zur Panzergruppe 3 umbenannt, Hoth blieb ihr Kommandeur. Am 28. Juni 1941 eroberte Hoth mit seiner Panzergruppe beim Unternehmen Barbarossa die Stadt Minsk und am 9. Juli 1941 Wizebsk, wofür er am 17. Juli das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhielt.[3]
Am 5. Oktober 1941 erfolgte die Ernennung zum Oberbefehlshaber der 17. Armee. Die 17. Armee nahm 1942 unter seiner Führung an den Angriffen am Donez und auf Charkow teil. Hoth vertrat die Auffassung, dass der „Ostfeldzug anders zu Ende geführt werden [müsse] als z.B. der Krieg gegen die Franzosen“ und gehörte zu jenen Offizieren, die den berüchtigten Kommissarbefehl und den „Reichenau-Erlass“ umsetzten und weitergaben.[4][5]. Am 17. November 1941 forderte er seine Soldaten auf,
- „kein Mitleid oder Weichheit gegenüber der Bevölkerung zu zeigen, keine Sorglosigkeit und Gutmütigkeit gegenüber Partisanen, dafür aber Herrentum und NS-Weltanschauung, gesunde Gefühle des Hasses und der Überlegenheit sowie Verständnis für die erbarmungslose Ausrottung von Kommunisten und Juden.“[4]
Sein letztes Truppenkommando erhielt Hoth am 1. Juni 1942, als er die Nachfolge von Generaloberst Erich Hoepner als Oberbefehlshaber der 4. Panzerarmee antrat, den Hitler zuvor wegen „Feigheit und Ungehorsam“ aus der Wehrmacht entließ. Vom 12. bis zum 23. Dezember 1942 versuchte er mit der an Truppenstärke erheblich reduzierten 4. Panzerarmee vergeblich, die 6. Armee in Stalingrad unter General Friedrich Paulus zu entsetzen (Unternehmen Wintergewitter). Sommer bis Herbst 1943 hielt Hoths 4. Panzerarmee die strategisch wichtige Dnjeprlinie, was ihm am 15. September die Schwerter zum Eichenlaub einbrachte.[6] Im Herbst 1943 wurde Hoths Frontlinie in der Ukraine von der Roten Armee durchbrochen, so dass die Stadt Kiew verloren ging (Schlacht am Dnepr). Am 10. Dezember wurde Hoth deswegen von Hitler seines Kommandos enthoben. Ab April 1945 reaktiviert als „Befehlshaber Saale“, dann „Befehlshaber Erzgebirge“ unter dem Armee-Oberkommando 7 bis Kriegsende.
Hoth gehörte zu den Generälen, die in ihren Befehlen ihre Übereinstimmung mit den Massenmorden der Einsatzgruppen im rückwärtigen Gebiet zum Ausdruck brachten und an ihrer Zustimmung zur „Ausrottung“ der jüdischen Bevölkerung keinen Zweifel ließen:
- „Die Notwendigkeit harter Maßnahmen gegen volks- und artfremde Elemente muss gerade von den Soldaten verstanden werden. Diese Kreise sind die geistigen Stützen des Bolschewismus, die Zuträger seiner Mordorganisation, die Helfer der Partisanen. Es ist die gleiche jüdische Menschenklasse, die auch unserem Vaterlande durch ihr volk- und kulturfeindliches Wirken so viel geschadet hat, heute in der ganzen Welt deutschfdl. Strömungen fördert und Träger der Rache sein will. Ihre Ausrottung ist ein Gebot der Selbsterhaltung.“ - aus einem Befehl an die 17. Armee vom 17. Okt. 1941 [7]
[Bearbeiten] Nachkriegszeit
Im Prozess Oberkommando der Wehrmacht, dem letzten der Nürnberger Prozesse, wurde Hoth wegen Verbrechen gegen den Frieden, Planung eines Angriffskrieges sowie der Weitergabe des Kommissarbefehls zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1954 wurde er aus der Haft, die er zumeist in Landsberg am Lech verbrachte, entlassen.
[Bearbeiten] Eigene Veröffentlichungen
- Panzer-Operationen: Die Panzergruppe 3 und der operative Gedanke der deutschen Führung, Sommer 1941 (Heidelberg: Kurt Vowinckel Verlag, 1956)
[Bearbeiten] Literatur
- Jürgen Förster: Die Wehrmacht im NS-Staat. Eine strukturgeschichtliche Analyse, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-58098-1
- Gerd F. Heuer: Die Generalobersten des Heeres Inhaber höchster deutscher Kommandostellen, Moewig Verlag, Rastatt 1988, ISBN 3-8118-1049-9, Seite 122-126
- Johannes Hürter: Hitlers Heerführer: Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-58341-7
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Hermann Hoth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie des DHM
- Biografie auf lexikon-der-wehrmacht.de
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Gerd F. Heuer: Die Generalobersten des Heeres Inhaber höchster deutscher Kommandostellen, Moewig Verlag, Rastatt 1988, ISBN 3-8118-1049-9, Seite 123
- ↑ a b Johannes Hürter: Hitlers Heerführer: Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-58341-7, Seite 635
- ↑ a b Gerd F. Heuer: Die Generalobersten des Heeres Inhaber höchster deutscher Kommandostellen, Moewig Verlag, Rastatt 1988, ISBN 3-8118-1049-9, Seite 124
- ↑ a b Jürgen Förster: Die Wehrmacht im NS-Staat. Eine strukturgeschichtliche Analyse, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-58098-1, Seite 64
- ↑ Der "Reichenau-Befehl" im NS-Archiv.
- ↑ Gerd F. Heuer: Die Generalobersten des Heeres Inhaber höchster deutscher Kommandostellen, Moewig Verlag, Rastatt 1988, ISBN 3-8118-1049-9, Seite 126
- ↑ Abgedruckt in: Verbrechen der Wehrmacht, Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944, Ausstellungskatalog, Hamburg 2002, S. 90.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoth, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier und Kriegsverbrecher |
| GEBURTSDATUM | 12. April 1885 |
| GEBURTSORT | Neuruppin |
| STERBEDATUM | 25. Januar 1971 |
| STERBEORT | Goslar |

