Astern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Herbstaster)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Pflanzengattung Astern (Aster). Für andere Bedeutungen – siehe Aster.
Astern
Berg-Aster (Aster amellus)

Berg-Aster (Aster amellus)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Gattung: Astern
Wissenschaftlicher Name
Aster
L.

Die Astern (Aster) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die heute etwa 180 Arten sind Eurasien weitverbreitet. Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Berg-Aster (Aster amellus)

Aster-Arten sind meist ausdauernde, manchmal auch ein- oder zweijährige, krautige Pflanzen, selten Halbsträucher oder Sträucher, und erreichen Wuchshöhen von 3 Zentimeter bis 3 Meter. Oft haben sie Rhizome. Die wechselständigen Laubblätter können gestielt oder ungestielt sein. Die Blattränder können glatt oder gezähnt sein. Oft stehen die Blätter sowohl in grundständigen Rosetten (Rosettenblätter, Grundblätter) als auch wechselständig angeordnet am Stängel (Stängelblätter).

Blütenkorb mit bläulichen Zungen- und gelben Röhrenblüten von Aster koraiensis

Die körbchenförmigen Blütenstände können einzeln oder zu mehreren an einem Stängel stehen. Die Blütenkörbchen, es sind Pseudanthien, also blütenökologisch „Blumen“, bestehen aus einem einreihigen (selten zweireihigen) Kranz aus meist 14 bis 55 (selten 100 bis 150) Zungenblüten (auch Strahlenblüten genannt) und dem Zentrum aus 20 bis über 100 meist gelben Röhrenblüten (auch Scheibenblüten genannt). Das Farbspektrum der Zungenblüten umfasst weiß, rosafarben, rot, blau und lila. Es werden Achänen meist mit einem Pappus gebildet.

Die Bezeichnung „Aster“ in Literatur und Symbolik[Bearbeiten]

Gottfried Benn verwendete in seinem expressionistischen Gedicht Kleine Aster diesen Pflanzennamen, wobei man nicht weiß, ob er die Gattung Aster meinte oder eine der anderen Gattungen, die im Deutschen Astern genannt werden.

Die Bezeichnung „Aster“ ist ein Symbol der Traumdeutung und wird in der Deutung je nach Farbe unterschieden.

Illustration der Berg-Aster (Aster amellus)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Aster wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 872 aufgestellt. Als Lectotypusart wurde 1913 Aster amellus L. festgelegt.[1] Die lateinische Ableitung des Gattungsnamens Aster ist astrum, was Stern, Gestirn bedeutet, und bezieht sich auf die strahlenförmige Anordnung der Strahlen- beziehungsweise Zungenblüten.

Die Tribus Astereae wurde neu geordnet, so dass heute die Gattung Aster einen völlig anderen Umfang als früher hat und nur noch Arten der Alten Welt zur Gattung gerechnet werden. Diese nach alter Systematik aus etwa 500 bis 600 Arten bestehende Gattung hatte eine Verbreitung in Eurasien, Afrika und vor allem Amerika.

Neue Erkenntnisse haben gezeigt, dass die nordamerikanischen Arten der Gattung mit den eurasischen nicht näher verwandt sind, sondern mit weiteren Gattungen – wie den Berufkräutern (Erigeron) und den Goldruten (Solidago) – aus Nordamerika eine zusammengehörige, monophyletische Gruppe bilden. G. Nesom (1994) schlug daraufhin eine Unterteilung in weitere Gattungen vor, die durch DNA-Analysen gestützt wird. Die nordamerikanischen Astern finden sich jetzt unter anderem in den Gattungen Eurybia und Symphyotrichum. Dabei sind auch häufig verwendete Gartenpflanzen wie Glattblatt-Aster (Symphyotrichum novi-belgii) und Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae). Durch die große Bekanntheit der Bezeichnung Aster und die gleichlautenden deutschen und wissenschaftlichen Namen hat sich die neue Namensgebung bei Freizeit- und Erwerbsgärtnern noch nicht verbreitet durchgesetzt.[2]

Synonyme von Aster L. s.str. sind: Alkibias Raf., Anactis Raf., Bellidiaster Dumort., Bindera Raf., Brachyaster Ambrosi, Chlamydites J.R.Drumm., Deinosmos Raf., Diplactis Raf., Linosyris Cass., Bellidastrum Scop., Lasallea Greene[3]

Aster ageratoides var. leiophyllus mit Pterodecta felderi
Aster microcephalus var. ovatus

Nach neuerer Auffassung gehören nur Arten der Alten Welt zur Gattung Aster, einzige Art, die in Nordamerika beheimatet ist und noch zur Gattung im neuerem Umfang gezählt wird ist Aster culminis. Es gibt heute 180 bis 200 Arten in der Gattung Aster s.str.:[3][4]

Nicht mehr zur Gattung Aster s.str. gehören:[2][4]

Nutzung[Bearbeiten]

Sorten einiger Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.[5]

Die medizinischen Wirkungen einiger Arten wurde untersucht.[6]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luc Brouillet: Aster, S. 20 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 20 - Magnoliophyta: Asteridae (in part): Asteraceae, part 2, Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530564-7. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aster bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. a b Die Gattung Aster s.str. nach Brouillet, Allen, Semple und Ito (2001). (engl.)
  3. a b Aster bei Global Compositae Checklist. Letzter Zugriff 7. Januar 2014
  4. a b Aster im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  5.  Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 120-122).
  6. Einträge zu Aster bei Plants For A Future. Abgerufen am 7. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Astern (Aster) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien