Hyères
| Hyères | ||
|---|---|---|
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| Region | Provence-Alpes-Côte d’Azur | |
| Département | Var | |
| Arrondissement | Toulon | |
| Kanton | Hyères-Est Hyères-Ouest |
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| Gemeindeverband | Agglomération Toulon Provence Méditerranée | |
| Koordinaten | 43° 7′ N, 6° 8′ O43.1188888888896.128611111111129Koordinaten: 43° 7′ N, 6° 8′ O | |
| Höhe | 0–364 m | |
| Fläche | 132,38 km² | |
| Einwohner | 54.600 (1. Jan. 2010) | |
| Bevölkerungsdichte | 412 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 83400 | |
| INSEE-Code | 83069 | |
| Website | http://www.ville-hyeres.fr | |
In der Altstadt von Hyères |
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Hyères [jɛːʀ] (auch: Hyères-les-Palmiers, provenzalisch Ieras [ˈjeɾɔ] oder Iero [ˈjeɾɔ]) ist eine französische Hafenstadt an der Mittelmeerküste im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Die Mittelstadt liegt zwischen Toulon und Le Lavandou und hat 54.600 Einwohner (Stand 1. Januar 2010). Sie ist die südlichste Stadt der Provence und ein beliebter Badeort.
Die Stadt befindet sich auf der Südseite der Bergkette Les Maurettes, einem Teil des Massif des Maures, am Ansatz der Halbinsel von Giens. Stadt und Halbinsel vorgelagert liegen die geologisch ebenfalls zum Maurenmassiv zählenden Îles d’Hyères.
Die Landzunge, die Giens mit dem Festland verbindet, formt vor der Stadt zwei ausgedehnte Buchten mit insgesamt 35 km Sandstrand, die auch größeren Touristenströmen Platz bietet. Die Bucht von Almanarre ist eines der beliebtesten Windsurf- und Kitereviere Frankreichs.
Das Gebiet der Gemeinde umfasst auf mehr als 132 km² Fläche die nicht direkt mit dem Stadtgebiet verbundenen Ortschaften Les Salins, L’Ayguade, Les Borrels, Sauvebonne, Le Port, La Capte und Giens sowie die drei Inselorte Porquerolles, Port-Cros und Le Levant.
Hyères ist in drei Kantone unterteilt, wobei die Stadt nur Hauptort der Kantone Hyères-Est und Hyères-Ouest mit jeweils etwa 25.000 Einwohnern ist. Ein kleiner Teil des Gemeindegebietes mit etwa 600 Einwohnern gehört zum Kanton La Crau.
Klima[Bearbeiten]
Das Klima in Hyères ist ein ausgeprägtes Mittelmeerklima mit milden und feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommermonaten. Im Juli erreichen die Niederschläge mit im Schnitt deutlich weniger als 10 mm ihr Minimum, die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen erreichen im Sommer 28 °C. Die durchschnittliche Tiefsttemperatur erreicht im Januar und Februar mit 5 °C ihr Minimum.
Der zweite bestimmende Faktor des Klimas in Hyères ist der Mistral. Die Stadt profitiert in mehrerer Hinsicht von den trockenen und verhältnismäßig kühlen Nordwestwinden: An heißen Sommertagen mildert er die Hitze in der Stadt, dem Surf- und Kiteangebot in der Bucht gibt er eine verlässliche Grundlage. Andererseits erhöht er durch seine Trockenheit die Brandgefahr und gefährdet kleinere Boote durch den ungewöhnlich starken Seegang, den er hervorrufen kann.
Bevölkerung[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner | ![]() |
|---|---|---|
| 1962 | 28.505 | |
| 1968 | 34.875 | |
| 1975 | 36.123 | |
| 1982 | 38.999 | |
| 1990 | 48.043 | |
| 1999 | 51.417 | |
| 2009 | 54.686 |
Bereits seit den 1960er Jahren kann Hyères durch starken Zuzug ein deutlich überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum verzeichnen.
Geschichte[Bearbeiten]
Das Gebiet der heutigen Stadt Hyères ist seit über 5.000 Jahren von Menschen bewohnt.
Die erste Siedlung in historischer Zeit stammt aus der Zeit um das 4. Jahrhundert v. Chr., als griechische Seeleute in dem bereits damals Almanarre genannten Landstrich ein befestigtes Seehandelskontor errichteten, dem sie den Namen Olbia (die Glückliche) gaben. Der dort entstehende Ort bestand bis zum Niedergang des römischen Reiches.
Der heutige Name der Stadt erscheint erstmals in den Jahren 963 und 964 in zwei Quellen. Eine Bulle Papst Leos VIII. und eine Urkunde Konrads III. von Burgund bewilligten und bestätigten die Zuordnung von Hyères und seiner Umgebung zur Benediktinerabtei Montmajour. In den Dokumenten werden die Salinen und die Fischgründe der Eyras genannten Gemeinde erwähnt. Nach der Vertreibung der Sarazenen durch Wilhelm I. von Provence fiel der Ort, die Îles d’Hyères eingeschlossen, im Jahr 972 an die Herren von Fos, die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts das Schloss auf dem Colline de Castéou errichten ließen.
Hyères war der erste Ort am französischen Mittelmeer, den die englische Oberschicht seit dem späten 18. Jahrhundert aufsuchte und wurde so zu einem der Geburtsorte des Tourismus' in Frankreich. Zu den regelmäßigen Gästen der Stadt zählten unter anderen Königin Viktoria und Robert Louis Stevenson. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte sich der Luxustourismus in Richtung Nizza, Cannes und Monte-Carlo.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Die antike Stadt Olbia[Bearbeiten]
An der D 559 Richtung Carqueiranne liegt die antike Stadt Olbia. Griechische Seefahrer errichteten im 4. Jahrhundert v. Chr. das befestigte Handelskontor Olbia mit einem Hafen am Golf von Giens. Kleine, befestigte Etappenhäfen dieser Art waren Bestandteil der Verteidigungsstrategie zur Abwehr von Angriffen gallischer Piraten auf griechische Handelsschiffe. Im ersten Jahrhundert v. Chr. übernahmen die Römer Olbia. Der Hafen erhielt den Namen Pomponiana, büßte aber nichts von seiner wirtschaftlichen Bedeutung ein. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches verlor auch Olbia seine Bedeutung. Im Jahr 578 wurde die Siedlung vom Frankenkönig Guntram I. zerstört. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, 600 Jahre nach dem Niedergang der antiken Stadt, wurde dann eine Zisterzienser-Abtei errichtet, die jedoch bereits im 14. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Die Ruinen der antiken Stadt sind heute Ort archäologischer Ausgrabungen und können unter fachkundiger Führung besichtigt werden.
Altstadt[Bearbeiten]
Die mittelalterliche Altstadt von Hyères ist gut erhalten. Mit ihrer Lage am Hang des Casteou, einem der Vorberge der Maurettes, beherrscht sie die tieferliegende Ebene und öffnet einen weiten Blick auf das Meer und die vorgelagerten Inseln. Einige Bauwerke sind als Monument historique klassifiziert:
- Das Ensemble der Befestigungsanlagen umfasst die Altstadt im Norden von Hyères. Die Anlage stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Befestigungsmauern mit viereckigen Türmen und den vier Stadttoren Porte de Baruc, Porte de Fenouillet, Porte de Saint-Paul und Porte de La Rade umgeben den alten Ortskern.
- Der Templerturm (Tour des Templiers, auch Chapelle Sainte Blaise) wurde im 12. Jahrhundert von den Templern erbaut. 1673 übernahm die Bruderschaft der Commanderie de Beaulieu das Gebäude, die ursprünglich bestehenden Burgmauern wurden niedergerissen. Bis 1913 diente es als Rathaus, heute ist es Gerichtsgebäude und zeigt wechselnde Ausstellungen.
- Das Stift Saint Paul stammt ebenfalls aus dem 12.–13. Jahrhundert, wurde aber zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert wesentlich umgebaut. Es zeigt Sammlungen von Votivbildern und zwei Reliquienschreine.
Parks und Grünanlagen[Bearbeiten]
Für seine zahlreichen Grünanlagen, Gärten und Parks wurde Hyères als ville fleurie (blühende Stadt) ausgezeichnet und erhielt im Europäischen Wettbewerb eine Goldmedaille.
- Der Jardin Olbius Riquier liegt im Süden der Stadt. Er ist zugleich Ziergarten und botanischer Garten in dem zahlreiche exotische und seltene Pflanzen gepflegt werden. Mit seinen schattigen Wegen, Spiel- und Unterhaltungsangebot für Kinder, einem Zoo, Gewächshaus und einem kleinen See bietet er auf einer Fläche von 7 ha ein attraktives Naherholungsangebot. Der Name des Parks geht auf Olbius Hippolyte Antoine Riquier zurück, aus dessen Vermächtnis er im Jahr 1868 ins Eigentum der Stadt kam und zunächst zu einer Außenstelle des Jardin d’Acclimatation in Paris wurde.
- Die Gärten des Parkhotels und des Casinos verlängern die grüne Ader im modernen Zentrum der Stadt. Sie wurden in den Jahren 1990 und 2000 im Stil des 19. Jahrhunderts neu angelegt und mit Rosen, Orangenbäumen und Hecken bepflanzt.
- Der Park Saint Bernard mit dem Château Saint-Bernard auf dem Montée de Noailles bietet einen weiten Blick über die Halbinsel von Giens, die Bucht und die Inseln von Hyéres. Der öffentlich zugängliche Park liegt unterhalb der 1923 von Robert Mallet-Stevens geplanten Villa des Grafen und Kunstmäzens Noailles, der diesen Garten anlegen ließ. Neben exotischen Gewächsen gibt der Park auch der mediterranen Flora großen Raum.
- Park und Castel Sainte-Claire gehörten einst der amerikanischen Schriftstellerin Edith Wharton (1862–1937). Sie liegen in der nach der Autorin benannten Avenue Edith Wharton nahe dem Park Saint Bernard auf den Hügeln über der Stadt und ist mit diesem durch einen kleinen Weg verbunden. Heute ist das 6500 m² große Grundstück, in dem seltene südamerikanische und australische Pflanzenarten wachsen, Eigentum der Stadt Hyères. Das Castel war das erste Gebäude in den einstmals verlassenen Gebieten der oberen Altstadt, das seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder auf- und ausgebaut wurde.
Umgebung[Bearbeiten]
Das Gebiet von Hyères umfasst die Halbinsel von Giens und die vorgelagerten Îles d’Hyeres, die nicht nur vielfältige Angebote für Bade- und Sporttourismus bieten, sondern auch ein sehenswertes kulturelles Erbe erhalten haben.
- Das kleine Dorf Giens wird von den Überresten des Château des Pontevès überragt. Der Ort liegt auf der gleichnamigen Halbinsel, einer ehemaligen Insel, die inzwischen durch eine lange Landzunge mit dem Festland verbunden ist.
- Im Osten der Halbinsel befindet sich der Tour fondue, der im 17. Jahrhundert als Verteidigungsanlage erbaut und später umgebaut wurde. Zu seinem Gebäudekomplex gehören Unterkünfte und ein Pulverlager.
- Auf der Insel Porquerolles befindet sich nicht nur ein großes Naturschutzgebiet, sondern auch eine Anzahl verstreuter Befestigungsanlagen. Auf dem Gipfel des Hügels, der das kleine Inseldorf und den Hafen überragt, wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts das Fort Sainte Agathe erbaut. Die Terrasse des Turms bietet einen weiten Blick über die Reede von Hyères und die Bucht von Porquerolles.
- Um die Insel Port-Cros befindet sich außerdem der Nationalpark Port-Cros, welcher auch bei Tauchern beliebt ist.
Partnerstädte[Bearbeiten]
Hyères pflegt Städtepartnerschaften mit Rottweil in Baden-Württemberg und Koekelberg in Belgien.
Die Städtepartnerschaft mit Rottweil wurde 1970 geschlossen und geht auf Kontakte von Rottweiler Kriegsheimkehrern mit den Anciens combattants prisonniers de guerre aus Hyères zurück. Die Partnerschaft mit Koekelberg wurde 1977 besiegelt.
Zu den wichtigsten Aktivitäten der Städtepartnerschaften zählt der regelmäßige Schüleraustausch zwischen den Schulen der Gemeinden.
Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]
Flughafen[Bearbeiten]
Der Toulon-Hyères International Airport (TLN) (La Palyvestre) liegt vier Kilometer südöstlich des Stadtzentrums auf einer sandigen Ebene nahe der Küste. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände als Flugplatz für Privatflüge genutzt. Als in den 1920er Jahren das Marschgebiet trockengelegt war, begann die Französische Luftwaffe mit der Nutzung des Geländes und übernahm es schließlich als offiziellen Stützpunkt und Militärflugplatz. Seit 1966 wird der Flughafen wieder kommerziell genutzt, die Armee blieb aber im Umfeld präsent. Im Jahr 2012 gibt es Direktflüge von und nach Nantes, Bordeaux, Rotterdam, Tunis, Brest, London, Brüssel und Paris [1].
Eisenbahn[Bearbeiten]
Hyères ist der Endpunkt einer kurzen Bahnlinie aus Toulon. Hier verkehrt täglich ein TGV-Zugpaar auf einer Fortsetzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Méditerranée, der die Stadt in viereinhalb Stunden mit Paris verbindet. Von Hyères über Toulon bis zum Beginn der Hochgeschwindigkeitstraße verkehrt der TGV auf einer Normalgeschwindigkeitsstrecke. Ferner bestehen Nahverkehrsverbindungen (Transport express régional) nach Toulon und Marseille.
Landwirtschaft[Bearbeiten]
Die Landwirtschaft wird vom Gemüse- und Weinbau bestimmt.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]
- Jean-Baptiste Massillon (1663–1742), Prediger, Theologe und Bischof
- Hermann Fehling (1909–1996), deutscher Architekt
- Paul Berna (1910–1994), Autor
- Stéphane Ortelli (* 1970), monegassischer Autorennfahrer
- Fabien Sanchez (* 1983), Radrennfahrer
- Benoît Vétu (* 1973), Radsporttrainer und ehemaliger Bahnradsportler
Mit Hyères verbunden[Bearbeiten]
- Edmond Tulasne (1815–1885), Botaniker und Mykologe, in Hyères verstorben.
- Paul Bourget (1852–1935), Schriftsteller, besaß eine Villa in Hyères.
- Edith Wharton (1862–1937), amerikanische Schriftstellerin, Eigentümerin von Park und Castel Sainte-Claire.
- Georgi Iwanow (1894–1958), russischer Poet, in Hyères verstorben.
- Yann Arthus-Bertrand (* 1946), Fotograf, lebt auf der Insel Port-Cros.
Weblinks[Bearbeiten]
- Hyères. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 842.
- Ville de Hyères (französisch)
- Fremdenverkehrsbüro Hyères Les Palmiers (mehrsprachig)
- Deutsche Beschreibung von Hyères
