Indisches Parlament

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Das indische Parlamentsgebäude (Sansad Bhavan) in Neu-Delhi

Das Indische Parlament (Hindi: भारतीय संसद, Bhāratīya saṃsad) ist ein Parlament, das nach der Unabhängigkeitserklärung Indiens durch die indische Verfassung am 26. Januar 1950 gegründet wurde. Es befindet sich in Neu-Delhi und enthält zwei Kammern: das "Haus der Staaten" (Rajya Sabha) entspricht dem Oberhaus, und das "Haus des Volkes" (Lok Sabha) entspricht dem Unterhaus. Der Führer der Mehrheitspartei in der Lok Sabha wird üblicherweise zum indischen Premierminister ernannt.

Zweikammernparlament[Bearbeiten]

Das politische System Indiens ist auf dem politischen System Großbritanniens aufgebaut, das auch als Westminster-System bezeichnet wird. Der Aufbau des Zweikammersystems mit Mehrheitswahl geht auf Strukturen zurück, die vor der indischen Unabhängigkeit in Britisch-Indien errichtet wurden.

Parlamentsgebäude[Bearbeiten]

Das Parlamentsgebäude (Sansad Bhavan) ist ein Rundbau, der von den britischen Architekten Edwin Lutyens und Herbert Baker 1912–1913 geplant wurde. Der Baubeginn erfolgte 1921, und 1927 wurde das Gebäude für die Sitzungen der Kammer der Fürsten (Chamber of Princes), des Staatsrats (State Council) und der Zentralen Gesetzgebenden Versammlung (Central Legislative Assembly) eröffnet.[1]

Anschlag 2001[Bearbeiten]

Am 13. Dezember 2001 verübten fünf Terroristen der Jaish-e-Mohammed einen Anschlag auf das Bundesparlament, dem 14 Menschen zum Opfer fielen. Indien hielt zunächst zwei pakistanische Extremistengruppen für die Urheber und der Anschlag vertiefte die Spannungen zwischen beiden Staaten bis hin zur Kriegsgefahr.[2] Unter den aus Jammu und Kashmir stammenden Tätern wurde Mohammad Afzal Guru 2004 als einziger zum Tode verurteilt, da ihn die indischen Gerichte für die Anschlagsplanung verantwortlich sahen.[3] Erst 9. Februar 2013 wurde die Todesstrafe an ihm vollstreckt, nachdem alle seine Mittäter ihre Strafen bereits abgesessen hatten und entlassen worden waren. Politisch stand die Vollstreckung gegen Afzal Guru im Zusammenhang mit der Todesstrafvollstreckung gegen den Mumbai-Attentäter Ajmal Kasab im November der vorherigen Jahres.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Indisches Parlament – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das neue Parlament von Delhi, in: Badener Zeitung vom 27. April 1927, S. 4f (zeitgenössische Schilderung)
  2. news.at vom 24. Dezember 2001 Spezial: Kriegsgefahr zwischen Indien und Pakistan. Abgerufen am 12. Dezember 2011.
  3. Afzal Guru, Parliament attack convict, hanged in Delhi's Tihar Jail bei NDTV vom 9. Februar 2013