Lenne (Ruhr)

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Lenne
Verlaufskarte der Lenne

Verlaufskarte der Lenne

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2766
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Ruhr → Rhein → Nordsee
Quelle nahe Winterberg
im Rothaargebirge
auf dem Kahlen Asten
51° 10′ 47″ N, 8° 29′ 4″ O51.1798166666678.4843666666667825
Quellhöhe ca. 825 m ü. NHN[1]
Mündung in Hagen in die Ruhr51.4149416666677.491919444444496.8Koordinaten: 51° 24′ 54″ N, 7° 29′ 31″ O
51° 24′ 54″ N, 7° 29′ 31″ O51.4149416666677.491919444444496.8
Mündungshöhe 96,8 m ü. NHN[2]
Höhenunterschied ca. 728,2 m
Länge 129,1 km[1]
Einzugsgebiet 1352,233 km²[1]
Abfluss am Pegel Hagen-Hohenlimburg[3]
AEo: 1322 km²
Lage: 6,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (17.06.1996)
MNQ 1978/2010
MQ 1978/2010
Mq 1978/2010
MHQ 1978/2010
HHQ (06.02.1980)
5,77 m³/s
8,63 m³/s
30,1 m³/s
22,8 l/s km²
250 m³/s
401 m³/s
Großstädte Hagen
Mittelstädte Schmallenberg, Lennestadt, Plettenberg, Iserlohn
Kleinstädte Winterberg, Werdohl, Altena
Gemeinden Finnentrop, Nachrodt-Wiblingwerde
Einwohner im Einzugsgebiet 424.000Vorlage:Infobox Fluss/BILD_fehlt
Die Lennequelle im Sommer…
… und im Winter
Lenneübergang des Kriegerweg in Gleierbrück
Die Lenne in Iserlohn-Letmathe
Lennebogen bei Letmathe, Gemälde von Ursula Magdalena Reinheimer-Prestel, 1802
Die Lennemündung in die Ruhr unterhalb der Hohensyburg

Die Lenne ist ein 129,1 km[1] langer, orografisch linker und südöstlicher Nebenfluss der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Mit einem durchschnittlichen Abfluss von 30,1 m³/s ist sie wasserreichster und damit wichtigster Zufluss der Ruhr. Zwecks Stromerzeugung ist die Lenne an vielen Stellen aufgestaut.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Lennequelle[Bearbeiten]

Die Lenne entspringt innerhalb des Hochsauerlandes im Rothaargebirge auf dem Kahlen Asten. Ihre Quelle liegt etwa 300 m westlich des 841,9 m hohen Berggipfels und des dortigen Aussichtsturms Astenturm auf einer Höhe von etwa 825 m ü. NHN[1].

Über den Lehrpfad Kahler Asten, der durch die Hochheide führt, kann man leicht zur Lennequelle gelangen. Dort wurde eine kleine Metalltafel mit dieser Inschrift angebracht: „Lennequelle – 830 m ü. d. Meere – Länge des Flusses 138 km“. Dort genannte Quellhöhe und Flusslänge stehen im Gegensatz zu den von der Bezirksregierung Köln genannten Werten: 129,1 km Länge und 825 m Höhe.[1]

Oberlauf[Bearbeiten]

Von ihrer Quelle aus fließt die Lenne durch das Sauerland zuerst vorrangig in westliche Richtungen. Dabei durchfließt sie die Ortschaften Westfeld, Inderlenne und Oberkirchen. Zwischen Westfeld und Oberkirchen mündet rechtsseitig der bei Altastenberg entspringende Nesselbach, in Inderlenne rechtsseitig die Esenbeck und danach in Winkhausen rechtsseitig die Sorpe ein. Unterhalb von Gleidorf, wo der Gleierbach rechtsseitig einmündet, erreicht die Lenne Schmallenberg. Hier fließt ihr linksseitig die von Osten kommende Grafschaft zu. Drei Kilometer weiter durchfließt die Lenne Fleckenberg, wo auch linksseitig die Latrop mündet.

Mittellauf[Bearbeiten]

Die nächste größere Ortschaft am Flusslauf ist das zu Lennestadt gehörende und an den Saalhauser Bergen liegende Saalhausen, wonach er die Lennestädter Ortsteile Langenei und Kickenbach passiert. Dann fließt die Lenne nach und durch den Ortsteil Altenhundem, wo linksseitig die aus Süden kommende Hundem einmündet. Ab Altenhundem verläuft der Fluss im Mittel- und später auch im Unterlauf in einem stark mäandrierenden und mit Höhenunterschieden von über 300 m teils stark eingegrabenen Tal in nordwestliche Richtung. Nach dem Passieren der Ortsteile Meggen und Maumke erreicht sie den Ortsteil Grevenbrück. Hier mündet rechtsseitig der Elspebach ein.

Unterhalb von Grevenbrück erreicht die Lenne das Gemeindegebiet von Finnentrop, wo sie an den Nordostausläufern des Ebbegebirge vorbeifließt. Hier mündet linksseitig die aus Südwesten kommende und bei Attendorn zum Biggesee gestaute Bigge ein, die mit 44,6 km Länge der längste Lenne-Zufluss ist. Ein weiterer größerer Nebenfluss auf Finnentroper Gebiet ist der Fretterbach, der bei Lenhausen rechtsseitig einmündet. Hinter Rönkhausen, von wo an die Lenne das Lennegebirge passiert, erreicht sie das Stadtgebiet von Plettenberg.

Plettenberg selbst wird von der Else durchflossen, die im Ortsteil Eiringhausen von Süden kommend der Lenne zufließt. Etwas flussabwärts passiert die Lenne noch den Ortsteil Ohle, bevor sie Plettenberg Richtung Werdohl verlässt. In Werdohl macht der Flusslauf drei Mäander. Ferner mündet hier die aus Süden kommende Verse ein. Unterhalb des Ortsteils Ütterlingsen erreicht der Fluss das Stadtgebiet von Altena, wo die Steinerne Brücke über den Fluss führt. Hier mündet linksseitig die aus Süden kommende Rahmede und in Altena nach Umfließen des Schlossbergs mit der Burg Altena rechtsseitig die Nette in die Lenne. Weitere zu Altena gehörende Ortschaften am Flusslauf sind Mühlendorf, Linscheid, Knerling und Pragpaul. Das anschließend von der Lenne passierte Opperhusen gehört zu Nachrodt-Wiblingwerde, an dessen Ortsteilen Einsal, Obstfeld und Nachrodt der Fluss danach vorbei fließt.

Unterlauf[Bearbeiten]

Nach dem Passieren der Stadtgrenze von Iserlohn im Bereich des Stadtteils Letmathe erreicht die Lenne das ebenfalls zu Iserlohn gehörende Lasbeck. Vor Erreichen von Letmathe mündet rechtsseitig der Grüner Bach ein. Die Lenne macht hier einen Bogen nach Süden und erreicht mit der rechtsseitigen Ortslage Oege und dem linksseitigen Hohenlimburg das Stadtgebiet von Hagen, wo sie ihr Lauf wieder nach Nordwesten führt. In Hohenlimburg wird die Lenne als Wildwasser-Kanu-Wettkampfstrecke genutzt, die Kanustrecke hat eine Länge von etwa 300 m. Wenig später wird das ebenfalls zu Hagen bzw. Hohenlimburg gehörende Elsey erreicht.

Mündung[Bearbeiten]

Dann fließt die Lenne östlich an der Hagener Kernstadt vorbei, um bei dessen Ortslage Bathey linksseitig auf 96,8 m Höhe in den dort von Osten kommenden Rhein-Nebenfluss Ruhr zu münden. Gegenüber der Mündung liegt die Hohensyburg.

Sohlgefälle, Einzugsgebiet und Abflussvolumen[Bearbeiten]

Auf ihrem 129,1 km langen Weg überwindet die Lenne einen Höhenunterschied von 727 m, was einem mittleren Sohlgefälle von 5,6 ‰ entspricht. Sie entwässert ein Einzugsgebiet von 1352,233 km²[1] Fläche. In ihrem Unterlauf hat die Lenne ein mittleres Abflussvolumen von 30,1 m³/s[3] und führt somit fast zu einer Verdopplung der Wasserführung der Ruhr.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Wichtigster Nebenfluss der Lenne ist die 44,6 km lange Bigge, die mit einem 369,133 km² großen Einzugsgebiet zu 27,3 % zu dem der Lenne beiträgt. Weitere wichtige Zuflüsse sind Hundem, Else und Verse, deren Einzugsgebiet größer als 50 km² ist. Im Folgenden sind zahlreiche Nebenflüsse der Lenne, von ihrer Quelle zur Mündung, aufgelistet. Genannt sind die Länge[1], die Lage[1] der Mündung sowie, falls verfügbar, die Größe des jeweiligen Einzugsgebietes[1]. Aufgeführt sind nur Zuflüsse mit einer Länge von mehr als 5 km oder einem Einzugsgebiet größer als 5 km².

Name


Lage


Position
(km)

Länge
(km)

Einzugs-
gebiet
(km²)
Mündungs-
höhe
(m. ü. NHN)
DGKZ


Schwarzes Siepen rechts 122,5 5,1 6,185 498 2766 112
Nesselbach rechts 119,3 7,4 10,729 459 2766 12
Waldsiepen links 117,0 4,8 6,508 432 2766 132
Hartmecke links 116,8 4,3 5,102 429 2766 134
Sorpe rechts 114,0 10,3 16,607 405 2766 14
Gleierbach rechts 111,5 7,1 10,969 389 2766 16
Grafschaft links 108,2 6,4 12,398 368 2766 18
Latrop links 104,4 11,0 30,019 349 2766 192
Uentrop links 101,2 5,8 9,506 335 2766 194
Milchenbach links 98,4 4,7 8,540 322 2766 196
Gleierbach rechts 94,0 5,0 10,120 301 2766 198
Hundem links 86,4 14,5 128,946 269 2766 2
Elspebach rechts 79,1 12,1 42,477 247 2766 34
Veischedebach links 78,4 16,6 42,829 245 2766 36
Repe links 77,3 11,4 26,367 241 2766 38
Bigge links 73,6 44,6 369,133 233 2766 4
Fretterbach rechts 68,3 16,7 44,772 224 2766 52
Glingebach rechts 66,1 6,6 12,623 220 2766 54
Else links 56,6 12,9 96,178 203 2766 6
Almecke links 51,0 6,4 6,625 192 2766 74
Verse links 45,4 24,5 79,966 182 2766 8
Rahmede links 30,0 11,7 29,854 158 2766 92
Nette rechts 28,2 8,0 14,788 158 2766 94
Brachtenbecke links 25,3 4,4 7,152 157 2766 952
Lasbecker Bach links 18,2 5,5 5,712 132 2766 956
Grüner Bach rechts 16,1 11,6 25,183 128 2766 96
Nahmerbach links 10,5 11,2 25,948 117 2766 98
Holthauser Bach links 7,8 5,3 7,628 111 2766 992
Wannebach rechts 5,4 6,2 8,782 107 2766 996

Geschichte[Bearbeiten]

Aufzeichnungen von Hochwasserereignissen aus den Jahren 1682, 1808 bis 1998 zeigen, dass es häufig zu Überschwemmungen am Unterlauf der Lenne kam. Durch den Bau der Biggetalsperre verringerte sich die Hochwassergefahr. Die Orte Altena, Werdohl und Plettenberg sind jedoch auch heute noch überschwemmungsgefährdet.[4][5][6]

Gewässergüte und -strukturgüte und Schutzgebiete[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet Lennetal unterhalb von Schmallenberg

Die Gewässergüte wird auf weiten Strecken mit kritisch belastet (Güteklasse II-III), in Teilbereichen auch mit stark verschmutzt (Güteklasse III) angegeben. Nur auf der Strecke zwischen Quelle und Einmündung der Latrop wird die Gewässergüte überwiegend mit mäßig belastet, in Teilbereichen mit gering belastet angegeben.[7]

Die Gewässerstrukturgüte der Lenne wird im Bereich von der Quelle bis zur Einmündung der Latrop überwiegend mit mäßig bis deutlich verändert (Güteklassen 3 und 4) angegeben. Im weiteren Verlauf wird die Lenne jedoch überwiegend als stark bis vollständig verändert (Güteklassen 5 bis 7) angegeben.[7]

Teile des Lennelaufs sind als Naturschutzgebiet (z.B. Naturschutzgebiet Oberes Lennetal, Naturschutzgebiet Lennetal unterhalb von Schmallenberg) und gleichzeitig auch als FFH-Gebiet ausgewiesen worden.

Fauna[Bearbeiten]

In der Lenne kommen unter anderem Forellen und Äschen vor. An der Lenne wurden bisher Graureiher, Eisvogel, Wasseramsel, Gebirgsstelze und Stockente als Brutvögel nachgewiesen. Als Nahrungsgäste treten Kormoran und Schwarzstorch auf.

Wirtschaft und Kraftwerke[Bearbeiten]

Wildwasserpark in Hohenlimburg

Der Lenne kommt eine wichtige Funktion bei der Versorgung der an ihr gelegenen Industriebetriebe mit Brauchwasser zu. Das Kohlekraftwerk bei Werdohl wird mit Wasser aus der Lenne gekühlt. Als regenerativer Energieträger wird die Lenne bereits seit den 1920er Jahren durch rund zehn Laufwasserkraftwerke genutzt.[8] Um Plettenberg liegen drei Werke: Bockeloh, Ohle, Siesel. Auch für die Wasserversorgung des Ruhrgebiets hat die Lenne eine wichtige Funktion.

Verkehr[Bearbeiten]

Entlang der Lenne verlaufen auf weiten Strecken Straßen. Zwischen Westfeld und Oberkirchen ist es die Landesstraße 640, die dann von der Bundesstraße 236 abgelöst wird. Diese Bundesstraße begleitet den Fluss bis Iserlohn-Letmathe, wo sie heute auf die Bundesautobahn 46 geführt wird. Diese Autobahn kreuzt die Lenne westlich von Letmathe. Etwas flussabwärts wird sie von der Bundesautobahn 45 gequert. Bis zur Mündung wird die Lenne noch von der Kreisstraße 3 begleitet. In Sichtweite zur Mündung quert noch die Bundesautobahn 1 die Lenne.

Ferner wird die Lenne zwischen Hagen und Altenhundem von der Lennetalbahn begleitet. Die genannte Bahnstrecke verlässt das Flusstal in Altenhundem und führt weiter nach Siegen. Zudem ist der Fluss durch den Radwanderweg Lenneroute erschlossen.

Kulturelles[Bearbeiten]

Das Durchflussgebiet der Lenne sowie das Lennegebirge sind Handlungsschauplätze des Romans „Der Femhof“ von Josefa Berens-Totenohl. Die Gruppe Zoff bezeichnete in ihrem Titel „Sauerland“ Lennestrand und Lennesand als erwünschte Orte der ewigen Ruhestätte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. a b Deutsches gewässerkundliches Jahrbuch Ruhr/Hagen-Hohenlimburg 2010 (PDF, 14,6 kB)
  4. Staatliches Umweltamt Hagen (2000/2001): Hochwassermarken an der Lenne und den Nebengewässern (pdf-Dokument)
  5. Staatliches Umweltamt Hagen (2000/2001): Historische Hochwasserereignisse im Lenne-Einzugsgebiet, Teil 1 (pdf-Dokument)
  6. Staatliches Umweltamt Hagen (2000/2001): Historische Hochwasserereignisse im Lenne-Einzugsgebiet, Teil 2 (pdf-Dokument)
  7. a b Ergebnisbericht Ruhr
  8. Wasserkraftwerke im Märkischen Kreis

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lenne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien