Lorenz Oken
Lorenz Oken (* 1. August 1779 in Bohlsbach bei Offenburg in Baden; † 11. August 1851 in Zürich; eigentlich Lorenz Okenfuß) war ein deutscher Mediziner und Naturforscher.
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[Bearbeiten] Leben und Wirken
[Bearbeiten] Herkunft und Ausbildung
Lorenz Oken wurde als Sohn des Kleinbauern Johann Adam Okenfuß und seiner Ehefrau Maria Anna geb. Fröhle (im Ehebuch von 1767 Anna Maria Fröhlerin, im Taufbuch von 1778 aber Anna Maria Fröhlich) in dem kleinen, katholisch geprägten Dorf Bohlsbach (ca. 500 Einwohner) in der Ortenau geboren.[1] Okenfuß – er kürzte seinen eigentlichen Namen zu Oken ab, um mögliche Spöttereien zu vermeiden – stammte aus armen bäuerlichen Verhältnissen. Er verlor seine Mutter bereits im Alter von 13 Jahren, am 9. Februar 1792. Als sein Vater am 14. Oktober 1797 starb, war er gerade 18 Jahre alt.[2] Möglicherweise übernahm sein Stiefbruder Mathias seine Obhut. Lorenz war das dritte von vier Geschwistern; eine Halbschwester Katharina und drei leibliche Geschwister namens Theresia (*1771), Franziskus Michael (*1776) und Magdalena (*1783). Okens Förderer waren der Bohlsbacher Lehrer Josef Anton Herr und die beiden Pfarrer Johann Georg Schwendemann und Anton Kohmann[3]. Durch Unterstützung der Dorfpfarrer von Bohlsbach konnte er von 1793 bis 1798 das Franziskaner-Gymnasium in Offenburg und anschließend von 1799 bis 1800 die Stiftschule der Stadt Baden besuchen.
Zum Wintersemester 1800 erhielt er ein Stipendium, welches ihm erlaubte, ein Medizinstudium in Freiburg zu beginnen. In Freiburg arbeitete er an einem Grundriss der Naturphilosophie, einer Übersicht des Grundrisses des Sistems der Naturfilosofie. Obgleich aus kleinbäuerlichen Verhältnissen stammend, verwaist und ohne wesentliche finanzielle Mittel, gelangt er durch Kommilitonen in höhere, lokale Gesellschaftskreise; so wurde etwa von einer heimlichen Verlobung mit Charlotte von Ittner (1784–1874)[4], der Tochter des Kanzlers des Johanniterordens Joseph Albrecht von Ittner (1754–1825) aus Heitersheim bei Freiburg berichtet[5]. Als Oken im Jahre 1807, nunmehr Professor in Jena, bei Joseph Albrecht von Ittner um die Hand seiner Tochter Charlotte anhielt, soll dieser ihn vertröstet haben.
Im Sommersemester im Juli 1804 wurde er zum Doctor medicinae promoviert. Seine Dissertation trug den Titel Febris synochalis biliosa cum typo tertiano et complicatione rheumatica. Sein Doktorvater war der Chirurg Alexander Ecker sr. (1766–1829).
[Bearbeiten] Aufenthalt in Würzburg und Göttingen
Ab dem Wintersemester 1804 [6]studierte er in Würzburg und nahm an den Vorlesungen des Ignaz Döllinger und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling teil. Schelling, der dort zunächst mit seiner frisch getrauten Ehefrau Caroline Schelling lebte, gelang es während seiner Würzburger Zeit von 1803 bis 1806, einen über die Frankenmetropole hinaus wirkenden Kreis von bedeutenden Ärzten und Naturphilosophen zusammenzuführen, die den medizinischen Diskurs damals in hohem Maße mitbestimmten[7]. Dem Würzburger Schelling-Kreis verbunden waren neben Lorenz Oken u.a. Ignaz Döllinger, Adalbert Friedrich Marcus aus Bamberg, Karl Joseph Hieronymus Windischmann aus Aschaffenburg, Philipp Franz von Walther aus Landshut, Carl August von Eschenmayer, Ignaz Paul Vitalis Troxler, Henrich Steffens und Gotthilf Heinrich von Schubert. Ab Mitte 1805 schuf der Kreis ein Puklikationsforum, die Jahrbücher der Medicin als Wissenschaft[8].
Auf Anregung Schellings wechselte er zum Sommersemester 1805 nach Göttingen, wo er sich mit der entwicklungsgeschichtlichen Schrift Die Zeugung als Privatdozent habilitierte. Betreut wurde er in Göttingen von Johann Friedrich Blumenbach. In einem Brief vom 24. Mai 1805 an Schelling schrieb Oken, Blumenbach sei ein Possenreisser und Raritätenkrämer. Von November 1806 bis April 1807 hielt sich Oken zwecks meeresbiologischer Studien in Wangerooge auf. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Landphysikus. Seine Zeit in Göttingen war mehr noch als in Würzburg von finanzieller Not geprägt.
In diese Zeit fällt auch der Beginn einer fragilen Freundschaft zu Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck. Nees verfasste zu zwei Oken'schen Frühwerken Die Zeugung und Abriß des Systems der Biologie in der Jenaische Allgemeine Literaturzeitung im Jahre 1806 und 1808 jeweils zwei Rezensionen. Nees wird Herausgeber einer akademischen Zeitung, der Nova Acta. Ein spärlicher Briefwechsel ist dokumentiert. Kritisch wurden von Oken die beiden Bände des Handbuch der Botanik von Nees aufgenommen.
[Bearbeiten] Politischer Professor in Jena
Nach seiner Rückkehr nach Göttingen erreichte ihn eine Nachricht aus Jena, in welcher ihm eine außerordentliche Professur für Medizin an der Universität Jena angeboten wurde. Im selben Jahr, im Oktober 1807, kam er durch Fürsprache Johann Wolfgang von Goethe zur Berufung als a. o. Professor der Medizin nach Jena. Seine Antrittsvorlesung am Montag, den 9. November 1807, hielt er Über die Bedeutung der Schädelknochen. Seine Wirbeltheorie des Schädels brachte ihn später zu einem Prioritätenstreit mit Johann Wolfgang von Goethe.
Jena war eines der kulturellen Zentren im deutschsprachigen Raum. Am Dienstag, den 14. Oktober 1806 wurde nach der Schlacht von Jena und Auerstedt die Stadt geplündert und gebrandschatzt. Nicht nur Goethes Intervention bei Napoleon Bonaparte ist es zu verdanken, dass durch einen kaiserlichen Schutzbrief vom 26. November 1806 das Fortbestehen der Universität von Jena garantiert wurde.
In Jena las Oken über Naturphilosophie, Naturgeschichte, Zoologie und vergleichende Anatomie, Pflanzen- und Tierphysiologie. 1812 erhielt er die ordentliche Honorarprofessur für Naturwissenschaften der Universität Jena.
Im Jahre 1814 heiratete er Louise Stark (1784–1862), Tochter des Jenaer Mediziners Johann Christian Stark. Das Paar bekam in der Folgezeit zwei Kinder, die Tochter Clothilde Oken (1815–1873) und den Sohn Offo Oken (* 1816).
1807 trat Oken auf Empfehlung von Goethe seine Professur für Medizin in Jena an. In Weimar wurde Oken in die Freimaurerei aufgenommen. Seine Loge war die Amalia in Weimar (Geschichte der Freimaurerei). Neben seiner Lehrtätigkeit als Professor der Medizin in Jena war er noch Direktor der Entbindungsanstalt, des Hebammeninstituts und des Klinischen Instituts in Weimar. Auch als (sachsen-weimarischer) Leibarzt des Großherzogs Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Herzogin Amalie war er tätig[9].
Er begann 1816 die Herausgabe der Isis, eines enzyklopädischen Blattes, vorzugsweise naturwissenschaftlichen Inhalts. Er nutzte die relative Pressefreiheit des damaligen Weimar und nahm viele der ihm zugesandten Klagen und Beschwerden in die Isis auf, soweit sie allgemeines Interesse hatten. Bald kam er in Konflikt mit der Zensur. In einem bereits 1816 für den Weimarer Herzog erstellten Gutachten empfahl Goethe das Verbot der Zeitschrift. Es sei keine Rechtssache, sondern eine Polizeisache, so Goethe. Die über das Wartburgfest (18. bis 19. Oktober 1817) berichtende Ausgabe von 1817,[10] an dem Oken selbst teilgenommen hatte, wurde beschlagnahmt. Oken, der in seiner eigenen Zeitschrift Isis über das Wartburgfest berichtete, löste damit einen politischen Sturm aus. Aber nicht nur die Zeitschrift wurde beschlagnahmt, Oken selbst wurde zu sechs Wochen Festungshaft verurteilt. In einem Revisionsverfahren siegte er jedoch mit einem Freispruch. Der Prozess erregte in ganz Deutschland Aufsehen, und die Auflage der Isis nahm stark zu.
In Folge der Konflikte mit den deutschen und russischen Fürstenhäusern, hinsichtlich der Frage des Umgangs mit den Studenten und der Bewertung des Wartburgfestes, in dessen Verlauf Oken eindeutig positioniert blieb und das liberale Pressegesetz in Weimar nutzte, stellte ihm 1819 die weimarische Regierung Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach die Alternative, entweder die Isis oder seine Professur aufzugeben. Oken wählte das letztere. Am Dienstag, den 1. Juni 1819 erfolgt die offizielle Zwangs-Emeritierung durch den Weimarer Großherzog. Die Auszahlung seiner Bezüge wurde eingestellt. Am 26. Juli ordnete die großherzogliche Polizei-Commission eine provisorische Unterdrückung der Isis an. Bis zum Jahre 1827 lebte Oken in Jena von den Einkünften aus seinen Büchern und der Isis, die er zur führenden naturwissenschaftlichen Zeitschrift entwickelte. Zum Abschied übergab ihm die Jenaer Burschenschaft einen Silberpokal mit dem beziehungsreichen Spruch: Wermuth war Dir geboten – trink Wein!
Schon wenige Monate nach seiner Berufung an die Universität Jena sucht Oken Kontakte zu französischen Naturforschern. So übergab er der Pariser Académie des Sciences seine Beiträge zur Vergleichenden Zoologie, Anatomie und Physiologie. In einem Sitzungsprotokoll der Académie vom Montag, den 21. September 1807 wurde dieses dokumentiert. Zwar berichtete er dem Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach noch am 13. März 1808:
- In Paris habe ich noch keinen passenden Korrespondenten finden können.
Doch gelang es ihm letztlich doch, Kontakte mit französischen Naturforschern zu gründen. Einer der ersten, mit denen Oken korrespondierte, war der Zoologe und Anatom André Marie Constant Duméril. Obgleich dieser Briefwechsel nicht vollständig erhalten ist, berichtet L.Oken im Jahre 1808 in einem Brief an Johann Alexander Ecker
- Duméril schreibt mir von Paris, daß er sich eben auch viel mit ähnlichen Untersuchungen über die [[Metamorphose (Zoologie)<Metamorphose]] der Wirbelbeine in dem Kopf und mit den Analogieen desselben mit dem Rumpf beschäftigt habe. Ihm stehen vorzüglich mehr Thiere zu Gebot als mir und daher kann er es von mehreren Seiten erhärten.[11]
Ebensolchen postalischen Kontakt pflegte Oken, wenn auch nur spärlich, mit Georges Cuvier und ferner mit Étienne Geoffroy Saint-Hilaire. Zu letzterem entstand während seines Pariser Aufenthaltes eine intensive Freundschaft. Auch seine Schüler schickte Oken nach Paris, genauer zu Saint-Hilaire, so etwa Emil Huschke.
Zwischen 1819 und 1821 folgten mehrere Aufenthalte unter anderem in Basel und Paris.
Im Sommer des Jahres 1821 hielt er sich für drei Monate in Paris auf. Er wohnte dort im Hôtel du jardin des plantes in der Rue Copeau № 4, einer Unterkunft in der Nähe des Jardin des Plantes. Später äußerte er sich enthusiastisch in der Isis über den Jardin royal des plantes médicinales. Ebenso fand die Sammlung zur vergleichenden Anatomie von Georges Cuvier sein größtes Interesse:
- Ohne diese ungeheure, so sinnreich angelegte Sammlung wäre es mir begreiflicherweise ganz unmöglich gewesen, meine Wünsche hierüber zu befriedigen, nehmlich die nothwendige Ordnung auch im System der Zähne zu suchen, wie ich sie bereits in der Anordnung der Thiere gefunden habe. Indem ich hiermit die großen Dienste, welche Cuvier der Naturgeschichte geleistet, nach ihrer vollen Wichtigkeit öffentlich anerkenne und Anerkennung hinstelle, freue ich mich Gelegenheit zu haben, ihm für die Dienste, welche er meinem Studium durch die liberale Eröffnung aller seiner Schätze geleistet, hiermit gleichfalls öffentlich und so bleibend danken zu können.[12]
1821 erschien Okens Naturgeschichte für Schulen, sein erstes vollständig ausgearbeitetes System der Naturgeschichte.
Oken, seit 1822 als Privatgelehrter wieder in Jena, rief 1822 die Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte ins Leben. Aus ihr ging später die bis heute bestehende Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) hervor, die durch regelmäßige Versammlungen den Informations- und Meinungsaustausch zwischen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen fördert.
[Bearbeiten] Professur in München
1827 ging er als Privatdozent an die Universität München und wurde dort 1828 ordentlicher Professor für Physiologie. Als er an eine andere bayerische Universität versetzt werden sollte, ging er darauf nicht ein, sondern begab sich 1832 als Professor für Allgemeine Naturgeschichte, Naturphilosophie und Physiologie nach Zürich und wurde wenige Monate später zum Rektor ernannt. 1827 hatte ihn die Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu ihrem ordentlichen Mitglied ernannt. Nach seinem Weggang nach Zürich blieb er der Akademie als auswärtiges Mitglied verbunden.
[Bearbeiten] Lebensausklang in Zürich
Bei der Berufung Okens nach Zürich war der exilierte deutsche Dichter Adolf Ludwig Follen von großer Wichtigkeit. Er stellte wahrscheinlich auch den Kontakt mit dem Zürcher Bürgermeister Bernhard Hirzel her. (siehe auch Züriputsch)
Okens bekanntester Schüler war der früh verstorbene Dichter und Naturforscher Karl Georg Büchner. Am Samstag, den 5. November 1836 hielt Karl Georg Büchner an der Universität Zürich seine Probevorlesung Über Schädelnerven. Er wurde zum Privatdozenten ernannt und offiziell in die Fakultät aufgenommen. Büchner hielt sein erstes Kolleg Zootomische Demonstrationen und knüpfte Kontakte zu den Mitgliedern der Fakultät, so vor allem zu Oken, Philipp Friedrich Arnold und Johann Lukas Schönlein. Im Übrigen arbeitete er an seinen Dramen Leonce und Lena und Woyzeck weiter[13]. Ein Freund Georg Büchners, der protestantische Straßburger Theologe Johann Wilhelm Baum schrieb nach Büchners Tod im Jahre 1837 an Eugen Boeckel (1831–1900):
- Oken lernte ich letzthin kennen, eine kleine, magere, ausgetrocknete Persönlichkeit mit kleinem, von oben nach unten zusammengedrücktem Gesicht, gescheit hervorstechender Nase, voll klaren und scharfen Verstandes. Ein Mann, der sich in alle diese Kantons-Fraubasereien nicht mischt, nicht weil er keinen Sinn dafür hat, sondern weil er sie verachtet. Auch sagte er mir, es sei hier kein besseres Mittel, den politischen sowohl als gelehrten Gegnern zu antworten, als stillezuschweigen und sie zu verachten.[14]
Während seiner Zeit in Zürich verfasste Oken sein letztes großes Werk, die Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände, die zwischen 1833 und 1845 in Stuttgart bei Carl Hoffmann gedruckt wurde. 1843 erschien in Zürich die dritte, neu bearbeitete Auflage seines Lehrbuchs der Naturphilosophie, die 1847 auch ins Englische übersetzt wurde.[15] 1835 erhielt Oken das Bürgerrecht von Zürich. Nach ihm ist im Quartier Wipkingen die Okenstrasse benannt. Oken wohnte in Zürich zunächst im Bleicherweg, aber dann ab 1835 bis 1844 mit seiner Familie am Rennweg 57 im Hause von Konrad Melchior Hirzel. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in der Winkelwiese.
1851 verstarb Oken in Zürich an einer Bauchfellentzündung. Die gemeinsame Grabstätte Okens und seiner Tochter Clothilde befindet sich auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich.
[Bearbeiten] Wissenschaftliche Leistungen
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Die romantische Bewegung, ausgedrückt in der Naturphilosophie und idealistischen Morphologie, war eine Gegenbewegung zu dem (physikalischen) Reduktionismus des Newtonschen Weltbildes. Phänomene und Vorgänge der belebten und unbelebten Natur in simpler Weise reduziert auf nur Kraft und Stoff waren für die romantisch geprägten Naturforscher inakzeptabel.[16] Neben empirischen Überlegungen wurden spekulative Ansätze zu ihren zentralen Positionen. Etwa in Okens Monadenlehre im Lehrbuch der Naturphilosophie (1831).
Obgleich Lorenz Oken ein romantischer Naturphilosoph war und er Schelling und Goethe nahe stand – seine Naturinterpretation war pantheistisch – verließ er dennoch den Raum des nur-Naturphilosophischen. Er entwickelte ein ausgefeiltes Klassifikationssystem der Mineralogie, Botanik und Zoologie, das sich an die Schellingschen naturphilosophischen Prinzipien anlehnte. Für Oken galt aber nicht dessen schematische Klassifikation des Naturalen, sondern er bezog insbesondere die detaillierte empirische Naturbeobachtung mit ein. Damit wurde sukzessive die Spekulation in der Naturphilosophie entbehrlich und gewann den Charakter einer Naturforschung.
Dabei wurden die einzelnen Phänomene – ausgehend von der Konzeption einer lebendigen All-Natur – als jeweils unterschiedlich komplexe und individuell eingeschränkte Erscheinungsformen dieser lebendigen Natureinheit und -ganzheit gedeutet.
Oken steht als ein wichtiger Repräsentant für das Konzept der Romantischen Naturphilosophie ganz in der Tradition von Schelling. So begriff er Natur dynamisch als stufenweise sich vollziehende Verwandlung Gottes in der Welt, deren Krone der Mensch sei. Seine Überlegungen waren teleologisch und anthropozentrisch. Nach Oken ist der Mensch die potenzierteste Form des All-Organismus, und ermöglicht es, alle anderen Lebensformen und auch das Anorganische als defizientere Formen abzuleiten.
Als Spitze, sozusagen als Krönung der Entwicklung, repräsentiert der Mensch die gesamte Welt im Kleinen. Der Mikrokosmos Mensch als Spiegelbild des Makrokosmos der Schöpfung. (Mikrokosmos-Makrokosmos-Prinzip)
Das Tierreich war für Oken die...
„(...) allmähliche Entwicklung und selbständige Darstellung der Organe des höchsten Thiers oder des Menschen, und es zerfällt daher in so viele Stuffen, Classen, Ordnungen, Zünfte und Geschlechter als im Menschen anatomische Systeme, Organe und Abstuffungen vorhanden sind.“
– Lorenz Oken: Allgemeine Naturgeschichte Bd. V (1835)
Begründet wurden diese Überlegungen durch Analogieschlüsse. Diese Methode der Analogisierung ist ein wichtiges Prinzip in Okens Naturbetrachtungen. Somit repräsentiert sich das Ganze in den jeweils einzelnen Naturphänomenen (siehe hierzu auch Pantheismus). Durch diese, nach heutigen naturwissenschaftlichen Kriterien, umstrittene Methode der Analogisierung konnte er Naturphänomene einteilen und charakterisieren.
In seiner entwicklungsgeschichtlichen Habilitationsschrift Die Zeugung (1805) entwickelte L. Oken die Vorstellung, dass die primären Einheiten des Lebens Infusorien oder Urthiere seien. Diese Infusorien sollten durch fortdauernde Urzeugung entstehen. Alle anderen Lebensformen, auch die pflanzlichen, betrachtete er als Kombinationen und Aggregationen dieser Infusorien, die dann in den übergeordneten Organismus integriert wurden. Sein Motto, mit dem das Werk über die Zeugung endet, war omne vivum e vivo (Alles Leben aus dem Leben). Das bedeutet, jedes Lebewesen steht in einer ununterbrochenen Kette von lebenden Organismen aus welchem es hervorging. Mit der Konzeption der Infusorien stand Oken der späteren Schleiden-Schwannsche Zelltheorie nahe, diese betrachtet Körperzellen als autonome Lebenseinheiten.
Lorenz Okens Bedeutung liegt in der systematischen Anwendung der Prinzipien der Romantischen Naturphilosophie für alle Bereiche – von der Entstehung der Weltkörper und Urstoffe über die Entstehung der lebenden Organismen bis hin zu deren komplexen Wechselwirkungen. Aus Gottes Selbstbewusstsein entsteht nach Oken das Licht; die Weltkörper bestehen aus Lichtmaterie, alles Sichtbare ist der materialisierte Gedanke Gottes. Organismen bilden sich durch optisch-elektrische Kräfte aus dem Urschleim. Das Lebensprinzip ist Selbsterregung. Der Inbegriff der Möglichkeiten des Organischen ist der mit Seele und Geist begabte Mensch[17].
Im Jahre 1802 veröffentlichte Oken eine kleine Monographie Grundriss der Naturphilosophie, der Theorie der Sinne, und der darauf gegründeten Classification der Thiere, in der er eine Klassifikation der Tiere Umriss. Die Position, in dieser bemerkenswerten Arbeit ist die, dass Tier-Klassen praktisch nichts anderes sind als eine Darstellung ihrer Sinnesorgane und dass sie im Einklang mit diesen arrangiert werden sollten. L. Oken behauptete, dass es nur fünf Tier-Klassen gäbe:
- die Dermatozoa oder wirbellose Tiere
- die Glossozoa oder Fische, also jene Tiere, bei denen eine wahre Zunge vorhanden sei
- die Rhinozoa oder Reptilien, wobei sich die Nase zum ersten Mal in den Mund öffnet und von Luft durchströmt wird
- die Otozoa oder Vögel, in denen sich die Ohren zum ersten Mal nach außen öffneten
- die Ophthalmozoa oder Säugetiere, in der alle Sinnesorgane vollständig vorhanden und die Augen beweglich mit zwei Lidern bedeckt sind
In Göttingen – ab 1805 - geschah es dann, was Okens Leben in den kommenden Jahren stark beeinflussen sollte. Auf einer Exkursion im Harz fand er den gebleichten Schädel einer Hirschkuh.
„Aufgehoben, umgekehrt, angesehen und es war geschehen. Es ist eine Wirbelsäule, fuhr es mir wie ein Blitz durch Mark und Bein(...)“
– Lorenz Oken
Oken formulierte daraus die sogenannte Wirbeltheorie des Schädels, die besagt, dass sich der gesamte Schädel aus umgestalteten Wirbeln entwickelt hat.
Im selben Jahr 1805 widersprach Oken in seinem Buch über Die Zeugung der Präformationstherorie. Diese sei im Widerspruch gegen die Gesetze der Naturentwicklung. Die Hauptvertreter der Präformationstheorie behaupteten, dass in einer Keimzelle die künftige Organisation eines Tieres schon enthalten sei, sie sich lediglich nur noch entfalten müsse. Das männliche Sperma habe nur die Rolle eines auslösenden Reizes zur Entwicklung. Oken formulierte nun im Gegensatz hierzu seine Bläschentheorie, wonach die Basis der organischen Welt eine Unendlichkeit von Bläschen darstellt; jedes Bläschen besteht aus dem Urschleim, einer flüssigen Kugel mit fester Hülle. Diese Gebilde nennt Oken Infusorien. Pflanzen und Tiere sind gemäß dieser Theorien nur Umwandlungen daraus. Oken ließ seine Infusorien durch Urzeugung entstehen, sie werden erschaffen, alles Größere entwickelt sich daraus im Sinne einer Metamorphose.
Okens Hauptbestreben war es, ein in sich zusammenhängendes, alle Reiche der Natur und deren Elemente umfassendes Natursystem darzustellen. Dabei stützte er sich auf die Arbeit von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Okens dafür geschaffene Nomenklatur aus meist neugebildeten oder zumindest ungewöhnlichen Ausdrücken gehörte zu seinem Bestreben, die leitenden Grundsätze der Einteilung durch die Namen anzudeuten. Viele dieser „deutschen“ Namen haben bis heute Bestand – nicht zuletzt dank der erwähnten Isis, die für alle späteren populärwissenschaftlichen Zeitschriften Vorbild war. Insbesondere Claude Perrault et al. Abhandlungen zur Naturgeschichte der Tiere und Pflanzen, Mémoires pour servir à l'histoire naturelle des animaux (1757–1758) wurden von Oken eingehend studiert und exzerpiert. Okens naturphilosophisches System war allerdings noch ganz der Deduktion verhaftet: die drei Naturdinge-Klassen sollten auf unterschiedlichem Mischungsverhältnis der vier antiken Elemente beruhen; innerhalb des Mineral-, Pflanzen- und Tierreichs aber fände man immer wieder dieselben Mischungs-Verhältnisse in allen systematischen Kategorien bis herab zur Gattung – was es zum Beispiel gestatte, die Zahl der Arten usw. in jeder Kategorie im voraus zu berechnen. Eine Fortwirkung dieses Klassifikations-Schematismus liegt zum Beispiel vor in Carl Friedrich Vollgraffs ethnographischer Zusammenschau der Kultur-Leistungen der Völker (1851–1855), auf der wieder Kurt Breysig ab 1901 aufbaute.
[Bearbeiten] Ehrungen
Kurz nach Okens Tod riefen die Jenenser Professoren Dietrich Georg von Kieser, Emil Huschke und Friedrich Wilhelm Theile am 1. September 1851 zu einer Subskription für ein Oken-Denkmal in Jena auf. Bereits Ende 1851 war die hierfür veranschlagte Summe von 2000 Thaler annähernd zusammengekommen.[18] Unter den zahlreichen Spendern befand sich beispielsweise Napoléon Bonaparte.[19] Mit der Anfertigung der Büste wurde der Berliner Bildhauer Friedrich Drake beauftragt, der sie 1852 fertigstellte. Als Aufstellungsort war ursprünglich der Eichplatz in Jena vorgesehen, was jedoch von der Stadtverwaltung verhindert wurde. Für die Büste wurde ein Postament aus Eklogit geschaffen. Die Einweihung am Fürstengraben fand erst am 18. September 1857 statt. Die heutige Inschrift wurde später ergänzt.[20] [21]
Auf dem Züricher Pfannenstiel wurde am 25. Juni 1854 eine Gedenktafel zu seinen Ehren eingeweiht.[22] 1883 wurde ihm ein Denkmal in Offenburg gesetzt. Franz von Kobell benannte Oken zu Ehren 1828 das Mineral Okenit.[23] Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte verleiht seit 1984 alle zwei Jahre die Lorenz-Oken-Medaille.
[Bearbeiten] Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten] Originalausgaben
- Uebersicht des Grundrisses des Sistems der Naturfilosofie und der damit entstehenden Theorie der Sinne. P. W. Eichenberg, Frankfurt am Main [1803].
- Abriß des Systems der Biologie. Zum Behufe seiner Vorlesungen. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 1805 (online).
- auch als: Abriß der Naturphilosophie. Bestimmt zur Grundlage seiner Vorlesungen über Biologie. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 1805 - ohne Widmung.
- Die Zeugung. Joseph Anton Goebhardt, Bamberg/Würzburg 1805 (online).
- Beiträge zur Vergleichenden Zoologie, Anatomie und Physiologie. Joseph Anton Goebhardt, Bamberg/Würzburg 1806–1807. - als Herausgeber mit Dietrich Georg Kieser.
- I. Heft. 1806 (online). Darin:
- Vorrede. S. I–XIV.
- Anatomisch-physiologische Untersuchungen, angestellt in Schweinsfötus, Schweinsembryonen und Hundsembryonen zur Lösung des Problems über das Nabelbläschen. S. 1–4
- Anatomie von eilf beinahe reifen Schweinsfötus zur Bestimmung der Bedeutung und Function der Appendices allantoidis. S. 5–58.
- Anatomie von fünf noch nicht vier Wochen alten Schweinsembryonen zur Lösung des Problems über die Vesicula umbilicalis. S. 59–102.
- Entwiklung der wissenschaftlichen Systematik der Thiere. S. 103–122.
- II. Heft. 1807 (online). Darin:
- Anatomie von drei Hundsembryonen zwanzig Tage nach der Belegung, in denen sich die Därme kurz zuvor von dem Darmbläschen abgelöst hatten. S. 1–26.
- Beweis, dass alle Säugethiere die Darmblase (vesica omphalo-mesenterica) besitzen und die Därme aus ihr ihren Ursprung nehmen. S. 29–87.
- I. Heft. 1806 (online). Darin:
- Ueber den Athmungsprozeß des Fötus. In: Lucina. Zeitschrift zur Vervollkommnung der Entbindungskunst. Band 3, Heft 3, 1806.
- Idee der Pharmakologie als Wissenschaft. In: Jahrbücher der Medicin als Wissenschaft. Zweyten Bandes erstes Heft. Tübingen 1807, S. 75–94. - erschienen 1809.
- Über die Bedeutung der Schädelknochen. Ein Programm beim Antritt der Professur an der Gesammt-Universität zu Jena. Christian Gottfried Göpferdt, Jena 1807 (online).
- Erste Ideen zur Theorie des Lichts, der Finsterniß, der Farben und der Wärme. Friedrich Frommann, Jena 1808 (online)
- Über das Universum als Fortsetzung des Sinnensystems. Ein pythagoräisches Fragment. Friedrich Frommann, Jena 1808 (online).
- Grundzeichnung des natürlichen Systems der Erze. Friedrich Frommann, Jena 1809 (online).
- Newtons erster Beweis für die verschiedene Brechbarkeit der Lichtstrahlen, wodurch die Verschiedenheit der Farben erzeugt werden soll, widerlegt von Oken. In: Journal für die Chemie, Physik und Mineralogie. Band 8, Berlin 1809, S. 269–276 (online).
- Ueber den Werth der Naturgeschichte, besonders für die Bildung der Deutschen. Friedrich Frommann, Jena 1809 (online).
- Lehrbuch der Naturphilosophie. Frommann, Jena 1809–1811.
- Band 1: Erster Theil und zweiter Theil. 1809. [Teil 1: Mathesis. Vom Ganzen, Teil 2: Ontologie. Vom Einzelnen] (online).
- Band 2: Dritter Theil. Erstes und zweites Stück. 1810 [Pneumatologie. Vom Ganzen im Einzelnen]. (online).
- Band 3: Dritter Theil. Drittes, letztes Stück. 1811 [Pneumatologie. Vom Ganzen im Einzelnen]. (online).
- Preisschrift über die Entstehung und Heilung der Nabelbrüche. Philipp Krüll, Landshut 1810 (online).
- Über die Erkenntniß des Muschelthiers aus der Schale, und über die darauf gründbare natürliche Classification der Schalthiere. In: Göttingische gelehrte Anzeigen, unter der Aufsicht der Königl. Gesellschaft der wissenschaften. Der dritte Band auf das Jahr 1810. 169. Stück, 22. Oktober 1810, S. 1681–1688 (online).
- Entwurf von Oken’s philosophischem Pflanzensystem. In: Neues botanisches Garten-Journal. Band 1, Heft 1, 1813, S. 3–110 (online).
- Bemerkungen zu Macartney’s Beobachtungen über leuchtende Thiere. In: Neues Journal für Chemie und Physik. Band 12, Heft 3, 1814, S. 342–346 (online).
- Neue Bewaffnung, neues Frankreich, neues Theutschland. Cröker, Jena 1814 (online).
- Okens Überlegungen zu einer neuen Kriegskunst. In: Neue Bewaffnung, neues Frankreich, neues Theutschland. Cröker, Jena 1814, S. 1–30 (online).
- Donna Pedegache, die Wunderseherin: Nebst dazu gehörigen Bemerkungen. In: Curiositäten der physikalisch-literarisch-artistisch-historischen Vor- und Mitwelt. Band 5, 1816, S. 352–359 (online).
- Entwurf von Oken’s philosophischem Pflanzensystem. Weimar 1817.
- Esquisse du système d'anatomie, de physiologie et d'histoire naturelle. Paris 1821.
- Naturgeschichte für Schulen. Brockhaus, Leipzig 1821 (online).
- Beschreibung und Zergliederung eines Foetus von Bradypus torquatus. In: Maximilian zu Wied: Beiträge zur Naturgeschichte von Brasilien. Band 2, Weimar 1826, S. 496–500 (online).
- Vergleichung der Schädel von Bradypus torquatus und Bradypus tridactylus. In: Maximilian zu Wied: Beiträge zur Naturgeschichte von Brasilien. Band 2, Weimar 1826, S. 500–511 (online).
- Rede über das Zahlengesetz in den Wirbeln des Menschen. Lindauer, München [1828] (online).
- Rede bei der Inauguration der Züricher Hochschule. In: Reden gehalten bei der Inauguration der Zürcherischen Hochschule am 29. April 1833. Zürich 1833 (online).
- Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände. Carl Hoffmann, Stuttgart 1833–1841.
- Erster Band. Mineralogie und Geognosie. Bearbeitet von F. A. Walchner, 1839 (online).
- Zweyter Band oder Botanik erster Band. 1839 (online).
- Dritter Band erste Abtheilung oder Botanik, zweyter Band erste Abtheilung. Mark- und Schaftpflanzen. 1841 (online).
- Dritter Band dritte Abtheilung oder Botanik, zweyter Band dritte Abtheilung. Fruchtpflanzen. 1841 (online).
- Dritter Band zweyte Abtheilung oder Botanik, zweyter Band zweyte Abtheilung. Stamm- und Blüthenpflanzen. 1841 (online).
- Vierter Band, oder Thiereich, erster Band. 1833 (online).
- Fünfter Band erste Abtheilung oder Thierreich, zweiter Band erste Abtheilung. 1835 (online).
- Fünfter Band zweite Abtheilung oder Thierreich, zweiter Band zweite Abtheilung. 1835 (online).
- Fünfter Band dritte Abtheilung oder Thierreich, zweiter Band letzte Abtheilung. 1836 (online).
- Sechster Band, oder Thierreich dritter Band. 1836 (online).
- Siebenter Band erste Abtheilung, oder Thierreich vierter Band erste Abtheilung. Vögel. 1837 (online).
- Siebenter Band zweyte Abtheilung, oder Thierreich, vierter Band zweyte Abtheilung. Säugthiere 1. 1838 (online).
- Siebenter Band dritte Abtheilung, oder Thierreich, vierter Band dritte Abtheilung. Säugthiere 2. Schluß des Thierreichs. 1838 (online).
- Idées sur la classification des Animaux. In: Annales des sciences naturelles. 2. Folge, Band 14, Paris 1840, S. 247–268 (online).
- Oken’s anatomischer Atlas in Stahlstich. Aus dessen Abbildungen zu seiner allgemeinen Naturgeschichte besonders abgedruckt. Carl Hoffmann, Stuttgart 1840 (online).
- Universal-Register zu Oken’s allgemeiner Naturgeschichte. Carl Hoffmann, Stuttgart 1842 (online).
- Abbildungen zu Oken’s allgemeiner Naturgeschichte für alle Stände. Carl Hoffmann, Stuttgart 1843 (online).
- [Vorwort]. In: Das mikroskopische Institut von August Menzel und Comp. 1. Heft, Zürich 1851.
[Bearbeiten] Moderne Ausgaben
- Julius Schuster (Hrsg.): Lorenz Oken: Gesammelte Schriften. Die sieben Programme zur Naturphilosophie, Physik, Mineralogie, vergleichenden Anatomie und Physiologie. Keiper, Berlin 1939 (online).
- Thomas Bach, Olaf Breidbach, Dietrich von Engelhardt (Hrsg.): Lorenz Oken: Gesammelte Werke. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 2007–2012, ISBN 978-3-7400-1170-3.
- Band 1: Frühe Schriften zur Naturphilosophie. 2007, ISBN 978-3-7400-1171-0.
- Band 2: Lehrbuch der Naturphilosophie. 2007, ISBN 978-3-7400-1223-6.
- Band 3: Schriften zur Naturforschung und Politik. 2012, ISBN 978-3-7400-1224-3.
- Band 4: Naturgeschichte für Schulen. 2012, ISBN 978-3-7400-1225-0.
[Bearbeiten] Literatur
- Biografische Abrisse
- Stefan Büttner: Oken (eigentlich Okenfuß), Lorenz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, S. 498 f. (Onlinefassung).
- Heiderose Brandt Butscher: Oken (or Okenfuss), Lorenz. In: Complete Dictionary of Scientific Biography. Band 23, Charles Scribner’s Sons, Detroit 2008, S. 331–335 (online).
- Marc Klein: Oken (or Okenfuss), Lorenz. In: Complete Dictionary of Scientific Biography. Band 10, Charles Scribner’s Sons, Detroit 2008, S. 194–196 (online).
- Arnold Lang: Oken, Lorenz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 24, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 216–226.
- Erwin Neuenschwander: Oken, Lorenz im Historischen Lexikon der Schweiz
- Zur Rezeption
- Olaf Breidbach, Hans-Joachim Fliedner und Klaus Ries (Hrsg.): Lorenz Oken (1779–1851). Ein politischer Naturphilosoph. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 2001, ISBN 3-7400-1165-3.
- Alexander Ecker: Lorenz Oken. Eine biographische Skizze. E. Schweizerbart, Stuttgart 1880.
- Dietrich von Engelhardt, Jürgen Nolte: Von Freiheit und Verantwortung in der Forschung: Symposium zum 150. Todestag von Lorenz Oken (1779–1851). Schriftenreihe zur Geschichte der Versammlungen deutscher Naturforscher und Ärzte, Band 9, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2002, ISBN 978-3-8047-1955-2.
- Arnold Lang: Laurentius Oken, der erste Rektor der Zürcher Hochschule. In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich Band 43, Zürich 1898, S. 109–124 (online).
- Pierce C. Mullen: The Romantic as Scientist: Lorenz Oken. In: Studies in Romanticism. Band 16, Nummer 3, 1977, S. 381–399 (JSTOR).
- Rudolph Zaunick (Hrsg).: Lorenz Oken und die Universität Freiburg i. Br. Erster Abschnitt einer für die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte bearbeiteten Quellensammlung: Aus Leben und Werk von Lorenz oken, dem Begründer der deutschen Naturforscherversammlungen. In: Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Band 31, Heft 6, 1938, S. 365–403, 410 (JSTOR).
- Rudolph Zaunick, Max Pfannenstiel: Aus Leben und Werk von Lorenz Oken: dem Begründer der deutschen Naturforscherversammlungen: Eine Quellensammlung im Auftrage der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. In: Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Band 33, Heft 3/4, 1941, S. 113–173 (JSTOR).
- Sonstige
- Catalog der Bibliothek von Laurentius Oken welche am 17. Mai 1853 in Zürch gegen baare Zahlung öffentlich versteigert werden soll. J. J. Ulrich, Zürch 1852 (online).
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Lorenz Oken im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- 150 Jahre Lorenz Oken. - Internetseite des Offenburger Stadtteils Bohlsbach
- Nachlass bei der UB Uni Freiburg (Digitalisiert)
- Lorenz Oken - Namensgeber unserer Schule - Internetseiten des Oken-Gymnasiums in Offenburg
- Lorenz Oken - Über Schädelknochen und andere Dinge - Zur Sonderausstellung im Jenenser Ernst-Haeckel-Haus vom 8. November 2007 bis 30. Juni 2008
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Kurzbiographie Lorenz Oken im Historischen Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 24.Okt.2011.
- ↑ Breidbach, Olaf; Fliedner, Hans-Joachim; Ries, Klaus: Lorenz Oken 1779–1851. Ein politischer Naturphilosoph. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar (2001)
- ↑ http://www.ott-malinao.de/oken/jugend.htm
- ↑ http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6396/pdf/Schupp_Die_Gruendung_der_Gesellschaft.pdf
- ↑ Schweizer, Claudia: Johann Wolfgang von Goethe und Kaspar Maria von Sternberg Naturforscher und Gleichgesinnte. Schriften der Österreichischen Goethe-Gesellschaft Bd. 2, 2004, S.180 Fußnote
- ↑ Bachmann, V.: Die napoleonischen Kriege und ihre Auswirkungen auf Sachsen–Weimar–Eisenach[1]
- ↑ Gerabek, Werner E.: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und die Medizin der Romantik. Studien zu Schellings Würzburger Periode. Frankfurt/M. Peter Lang Vlg. 1995
- ↑ Faksimileseite des 1. Bd. v. 1806. Abgerufen am 24.Okt.2011.
- ↑ Müller, Gerhard; Ries, Klaus; Ziche, Paul: Die Universität Jena – Tradition und Innovation um 1800. Franz Steiner, 2001
- ↑ Studentika – Erster Zeitschriftenbericht über das Wartburgfest 1817. In: burschenschaft.de. Abgerufen am 18. Juni 2009.
- ↑ Brief an J.M.A.Ecker Jena 13. April 1808. zitiert aus Breidenbach, O.; et al: Lorenz Oken 1779–1851, S.125
- ↑ Kanz, K.T. S. 112 zitiert aus: Breidbach, Olaf; Fliedner, Hans-Joachim; Ries, Klaus: Lorenz Oken 1779–1851. Ein politischer Naturphilosoph. Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 2001
- ↑ http://www.hoerspielhelden.de/rezensionen/highlights/buechner_portrait.htm
- ↑ Strohl, Jean: Lorenz Oken in Basel. Bern 1946, S10, zitiert aus Breidenbach, O.; et al: Lorenz Oken 1779–1851, S.134
- ↑ Olaf Breidbach, Thomas Bach: Lorenz Oken. Über Schädelknochen und andere Dinge. S. 3.
- ↑ Mayr, Ernst: Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt. Springer 2002, S. 308-311
- ↑ Lorenz Oken Porträt auf der Webseite der Uni Freiburg. Abgerufen am 24.Okt.2011.
- ↑ Johannes Günther: Lebensskizzen der Professoren der Universität Jena seit 1558 bis 1858. Eine Festgabe zur dreihundertjährigen Säcularfeier der Universität am 15., 16. und 17. August 1858. F. Mauke, Jena 1858, S. 141 (online).
- ↑ Summarische Verzeichniß der Beiträge zum Okendenkmale. In: Didaskalia: Blätter für Geist, Gemüth und Publizität. Nummer 200, 28. August 1854 (online).
- ↑ Michael Maurer: Aufbau einer Denkmallandschaft. Die Jenaer »via triumphalis« am Fürstengraben. In: Jürgen John, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Jena: ein nationaler Erinnerungsort?. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln/Weimar/Wien 2007, ISBN 978-3-412-04506-7, S. 248.
- ↑ Hans-Joachim Fliedner: „… Denkmäler sind Volksgeister.“ Oken und seine Darstellung im Denkmal. In: Olaf Breidbach, Hans-Joachim Fliedner, Klaus Ries (Hrsg.): Lorenz Oken (1779–1851). Ein politischer Naturphilosoph. 2001, S. 220–227.
- ↑ Ein Denkmal für Oken. In: Didaskalia: Blätter für Geist, Gemüth und Publizität. Nummer 168, 15. Juli 1854 (online).
- ↑ Franz von Kobell: Ueber den Ockenit, eine neue Mineralspecies: In: Archiv für die gesammte Naturlehre, 1828, Band 14, S. 333–337 (online).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Oken, Lorenz |
| ALTERNATIVNAMEN | Okenfuß, Lorenz (Geburtsname); Ockenfuß, Lorenz |
| KURZBESCHREIBUNG | Naturgeschichtler und Naturwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1. August 1779 |
| GEBURTSORT | Bohlsbach bei Offenburg in Baden |
| STERBEDATUM | 11. August 1851 |
| STERBEORT | Zürich |
|
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- Mediziner (19. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Universität Göttingen)
- Hochschullehrer (Universität Jena)
- Hochschullehrer (LMU München)
- Hochschullehrer (Universität Zürich)
- Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Emden
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
- Freimaurer (18. Jahrhundert)
- Freimaurer (19. Jahrhundert)
- Deutscher
- Geboren 1779
- Gestorben 1851
- Mann