Richard-Wagner-Verband

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Richard Wagner (Porträt von Cäsar Willich), um 1862

Der Richard Wagner-Verband (RWV) hat die in einem Brief von 1882 erwähnte Anregung Richard Wagners aufgenommen, jungen, förderungswürdigen Musikstudenten, Sängern und Instrumentalisten einen Besuch der Bayreuther Festspiele durch Bereitstellung der dazu erforderlichen Mittel zu ermöglichen. Wagners Idealvorstellung war der unentgeltliche Festspielbesuch für jeden Interessierten, was sich aber aus naheliegenden Gründen nie verwirklichen ließ. Der Richard Wagner-Verband ist ein gemeinnütziger Verband.

Zweck des Verbandes[Bearbeiten]

Im Gegensatz zur Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die durch jährliche Geldspenden in Millionenhöhe die Bayreuther Festspiele direkt mitfinanzieren, sammelt der Richard Wagner-Verband Geld, um es an die Richard-Wagner-Stipendienstiftung in Bayreuth weiterzuleiten. Diese Mittel werden ausschließlich zum Ankauf von Festspielkarten verwendet, die ausgewählte Kandidaten als Stipendien erhalten. Die Stiftung übernimmt bei Bedürftigkeit auch Reise- und Aufenthaltskosten. Hauptkriterium für die Auswahl ist eine überdurchschnittliche musikalische Begabung. Ein solches Stipendium hat einen materiellen Wert von ca. 400 Euro. Die 3-4 Vorstellungen in Bayreuth gehen pro Jahr an 250 Stipendiaten weltweit. Die finanzielle Grundlage schaffen die einzelnen, selbständig tätigen Ortsverbände, die es in allen größeren Städten der Bundesrepublik gibt. Mitgliedsbeiträge und der Erlös aus Veranstaltungen gehen zugunsten der Stipendienstiftung (Vorträge, Kammermusik, Liederabende), wobei die Präsentation junger Solisten ein weiteres Anliegen des RWV ist. Einige der ehemaligen Stipendiaten sind heute weltberühmte Opernsänger, wie beispielsweise Waltraud Meier.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1908 lebte in Leipzig eine junge Lehrerin Anna Held, die fand, dass nicht nur große Beträge helfen, sondern dass viele kleine Beträge im Endergebnis genauso viel erbringen. Sie gründete am 13. Februar 1909 im Gesellschaftshaus des Palmengartens den Richard-Wagner-Verband Deutscher Frauen, der sich zu Aufgabe machte, die von Richard Wagner gegründete Stipendienstiftung zu unterstützen, die ihrerseits finanziell Minderbemittelten den Besuch der Bayreuther Festspiele ermöglichte. So flossen also "kleine Beträge" aus Spenden und Beiträgen der Mitglieder und Überschüsse von Veranstaltungen der Stipendiatenstiftung in Bayreuth zu.

Jedoch im Jahre 1919 fand bereits wieder eine Hauptversammlung in Hannover statt und dann laufend weiter: in jedem Jahr in einem anderen Ortsverband. Der Verband vergrößerte sich ständig, trotz der schwierigen Zeiten um die 1930er Jahre herum.

Die nächste große Zäsur in der Arbeit des Verbandes brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges, denn während des Krieges ging die Arbeit des Verbandes weiter. Die eingehenden Gelder wurden jedoch gesammelt, so dass bei Kriegsende ein sehr großes Vermögen bei der Stipendienstiftung vorhanden war. Wie alle anderen Verbände, wurde der Richard-Wagner-Verband Deutscher Frauen 1945 aufgelöst.

Im Oktober 1947 gelang es dem Hauptverband, von Hannover aus die Arbeitserlaubnis zu erhalten. Die erste Hauptversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 12. Juni 1949 in Hannover statt. In dieser Versammlung wurde beschlossen, den Namen des Verbandes mit Rücksicht auf die Erweiterung der Möglichkeiten (Mitglieder können Frauen und Männer aller Berufe und Bildungsschichten werden), in Richard Wagner-Verband umzuändern.

Bereits im Jahre 1951 wurden für 16.000,-- DM 219 Stipendien ausgegeben. Jedem Stipendiaten wurde der Besuch von 2 Vorstellungen, denen aus den Nachbarstädten von Bayreuth von je 1 Vorstellung, ermöglicht.

1991 wurde in Lyon der Richard Wagner Verband International gegründet. Der Richard Wagner Verband International umfasst 140 Verbände mit ca. 37.000 Mitgliedern, davon 47 Verbände in Deutschland und 93 Verbände in den europäischen und außereuropäischen Vereinigungen. Seit der Gründung der Stipendienstiftung sind exakt 18.539 Stipendiaten (bis Ende 2008) nach Bayreuth eingeladen worden. Von den Wagnerverbänden wurden allein zwischen 1951 und 2002 3,8 Millionen D-Mark für die Stipendiaten der Nachkriegszeit bis zur Einführung des Euro eingezahlt.

Vorsitzende und Präsidenten[Bearbeiten]

  • Margarethe Strauß
  • Marianne Lange
  • Lotte Albrecht-Potonié
  • Mercedes Bahlsen
  • Prof. Helmut Goldmann
  • Josef Lienhart
  • Prof. Eva Märtson
  • Thomas Krakow

Aktivitäten des Verbandes[Bearbeiten]

Alljährlich kommen Mitglieder der Ortsverbände zum Richard Wagner Kongress International zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und in Arbeitssitzungen für die Zukunft zu planen. Die Kongresse finden immer in anderen Städten statt:

Kongresse fanden auch in Frankfurt am Main, Bordeaux, Trier und Budapest statt.

Weblinks[Bearbeiten]