Richterswil

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Richterswil
Wappen von Richterswil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Horgenw
BFS-Nr.: 0138i1f3f4
Postleitzahl: 8805
UN/LOCODE: CH RIC
Koordinaten: 696001 / 22937347.2083288.705835408Koordinaten: 47° 12′ 30″ N, 8° 42′ 21″ O; CH1903: 696001 / 229373
Höhe: 408 m ü. M.
Fläche: 7.54 km²
Einwohner: i12'832 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1702 Einw. pro km²
Website: www.richterswil.ch
Aussicht von Feusisberg auf Richterswil, im Hintergrund Horgen und die Halbinsel Au

Aussicht von Feusisberg auf Richterswil, im Hintergrund Horgen und die Halbinsel Au

Karte
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Über dieses Bild
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Richterswil, im Volksmund „Richti“ genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Uferanlagen, Hafen und Bahnhofsbereich, im Vordergrund die Insel Schönenwirt

Die Gemeinde Richterswil liegt zwischen dem süd-westlichen linken Ufer des Zürichsees und der Hügelkette der Höhronen an der Grenze zum Kanton Schwyz. Die Gemeindefläche umfasst 755 Hektaren und erstreckt sich von 408 m.ü.M. (Zürichsee) bis 725 m.ü.M. (Hüttnersee). Die Distanz zu Zürich beträgt rund 25 Kilometer (Luftlinie).

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Richterswil, Burghalden und Samstagern. Nachbargemeinden Richterswils sind Wädenswil, Schönenberg und Hütten, sowie Wollerau. [2]

Flächennutzung[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 bestand die Gemeindefläche von 755 Hektaren zu 50.7% aus Landwirtschafts- und zu 30.5% aus Siedlungsfläche. Historisch betrachtet bedeutet das einen Rückgang der Landwirtschaftsfläche zugunsten der Siedlungsfläche seit 1983 um rund 8%. Der Anteil stehender und fliessender Gewässer an der Gesamtfläche (ohne Zürichsee) beträgt 0.7%, während die bestockte Fläche (d.h. Wald, Gehölz) 7.2% ausmacht. 10.7% der Fläche entfällt auf Verkehrsflächen. Im Jahr 2012 umfassten die Bauzonen 34.6% der Gesamtfläche.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ende 2013 zählte Richterswil 12'999 Einwohner (5493 Haushalte) bei einer Bevölkerungsdichte von 1721.7 Einw./km2. Damit hat sich Richterswils Bevölkerung in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt (1963: 6'121 Einwohner).[4] Von den Ende 2012 ansässigen Bewohnern (12'781) lebten rund 3/4 (76.3% oder 9756 Personen) in Richterswil und rund 1/4 (23.7% oder 3025 Personen) in Samstagern.[5]

In Richterswil sind 34,8 % der Bevölkerung evangelisch-reformiert, 31,3 % römisch-katholisch und 33,9 % gehören einer anderen oder keiner Konfession an. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung lag mit 19.3 % deutlich unter dem kantonalzürcherischen Durchschnitt von 25.2 %. Die Sozialhilfequote lag bei 1.5 % und der Anteil der Arbeitslosen an der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahre bei 2.2 %.[6]

Historische Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[7]
Jahr 1634 1850 1920 1940 1962 1970 1980 1990 2000 2010 2013
Einwohnerzahl 893 3203 4527 4554 5935 7380 8635 9882 10430 12336 12999

Politik[Bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten]

Die ausführende Behörde (Exekutive) Richterswils ist der Gemeinderat. Er besteht aus neun Mitgliedern und führt die Geschäfte der politischen Gemeinde. Vorsitzender des Gemeinderats ist der Gemeindepräsident. Alle Gemeinderatsmitgliedern sind für ein oder mehrere Ressorts zuständig, zudem präsidiert jedes Mitglied eine oder mehrere Kommissionen. Die Gemeindekanzlei und die Abteilungen der Gemeindeverwaltung unterstützen den Gemeinderat bei der Vorbereitung von Geschäften sowie beim Vollzug von Beschlüssen. Die Gemeindeverwaltung wird vom Gemeindeschreiber geführt, der zugleich als Personalchef und Berater des Gemeinderates fungiert.[8]

Der aktuelle Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (Stand 2014): Als Gemeindepräsident amtiert Hans Jörg Huber (FDP), die weiteren Mitglieder sind - in alphabetischer Reihenfolge - Ivo Beeler (FDP), Bernadette Dubs (SP), Hansjörg Germann (CVP), Ruedi Reichmuth (parteilos), Christian Stalder (SVP), Melanie Züger (FDP), Marcel Tanner (FDP) und Markus Oertle (SP).

Legislative[Bearbeiten]

Gesetzgebendes Organ (Legislative) ist die Gemeindeversammlung, die de jure aus der Gesamtheit aller stimmberechtigten SchweizerbürgerInnen besteht. Sie findet mindestens zweimal jährlich statt: Als Rechnungs-Gemeindeversammlung im Juni und als Budget-Gemeindeversammlung im Dezember. Dem Gemeinderat bleibt es vorbehalten, weitere Versammlungen einzuberufen, sollten genügend Geschäfte vorliegen. Zu den Aufgaben der Gemeindeversammlung gehören unter anderem die Wahlen von kantonalen Geschworenen, die Rechtsetzung in Form von Erlassen von Verordnungen und Reglementen, das Bau- und Planungsrecht (kommunaler Richtplan, Bau- und Zonenordnung, Gestaltungspläne, Sondervorschriften), die Festlegung des Steuerfusses und eines Voranschlags sowie die Abnahme der Jahresabrechnung.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Richterswil ist bahnverkehrstechnisch durch die Anbindung an das Netz der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Schweizerischen Südostbahn (SOB) erschlossen. Die Autobahn A3 Zürich–Chur erschliesst Richterswil für den Individualverkehr.

In Richterswil gibt es vier Bahnhöfe (Richterswil, Samstagern, Burghalden, Grüenfeld), die von vier S-Bahn-Linien des Zürcher Verkehrsverbunds erschlossen werden. Der Bahnhof Richterswil liegt an der Bahnlinie ZürichChur (SBB), die Bahnhöfe Samstagern und Burghalden sowie die Haltestelle Grüenfeld liegen an der Linie WädenswilEinsiedeln (SOB):


Innerhalb der Gemeinde verbindet die Buslinie 170 die Ortsteile Richterswil, Burghalden und Samstagern. Zudem verkehren die Buslinien 175 und 176 zwischen Richterswil und Wollerau sowie die Linie 189 zwischen Richterswil und Pfäffikon SZ; zwischen Samstagern und Pfäffikon SZ verkehrt die Postauto-Linie 180.

Richterswil hat eine Schiffanlegestelle, die von Kursschiffen der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) angefahren wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte und Mittelalter[Bearbeiten]

Ort- und Flurnamen sowie archäeologische Funde beim Inselchen Schönwenirt deuten auf eine alemannische Besiedelung des heutigen Gemeindegebiets im 7.-9. Jahrhundert hin.[10] Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht näher belegt, könnte aber auf den althochdeutschen Namen Richtilo zurückgeführt werden, dessen Träger man als früh(st)en Siedler annehmen mag. Erstmals urkundlich erwähnt wird Richterswil als Richtliswile erst im Jahre 1265.[11]

Um 1200 wurde auf Richterswiler Boden die Burg Alt-Wädenswil errichtet. Zu dieser Zeit war Richterswil Teil der Herrschaft Wädenswil, deren Freiherren bereits im 1265 die Kirche St Martin errichteten. 1287 gelangte die Herrschaft Wädenswil in Besitz des Johanniterordens, der für rund 250 Jahre die Geschicke Richterswil bestimmen sollte. Im Alten Zürichkrieg in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts blieb der Johanniterorden neutral, was ihn vor Kriegsverwüstungen weitgehend bewahrte. Infolge der Reformation verkaufte der Johanniterorden aber schliesslich 1550 die Herrschaft Wädenswil - und damit auch Richterswil - an die Stadt Zürich.[12]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Bis zur Reformation 1529 umfasste die Pfarrei Richterswil auch Teile von Wollerau (und gar noch bis 1703 Teile von Hütten ZH). Seit der Reformationszeit und dem Verkauf an Zürich lag Richterswil nun aber im konfessionellen Grenzbereich an der Grenze zum Kanton Schwyz. Im 17. Jahrhundert kam es aufgrund dieser Lage im Ersten Villmergerkrieg (1656) zu einem Einfall der Schwyzer. Mithilfe von neu errichteten Schanzen oberhalb des Dorfes konnte im Zweiten Villmergerkrieg von 1712 ein weiterer Einfall erfolgreich abgewehrt werden.[13]

Die Wirtschaft Richterswils war zunächst landwirtschaftlich geprägt, bevor bereits relativ früh Formen der Hausindustrie aufkamen. So wurde seit dem 15. Jahrhundert das Woll- und Baumwollgewerbe, seit dem 16. Jahrhundert die Leinenweberei wichtiger Teil der Richterswiler Wirtschaft. Ende des 18. Jahrhunderts war fast die Hälfte (46%) der Einwohner an der Baumwollinsdustrie beteiligt. Darüber hinaus partizipierte Richterswil wirtschaftlich erfolgreich am Transitgüterkehr und als wichtige Station auf dem Pilgerweg nach Einsiedeln profitierte die Gemeinde massgeblich vom Pilgerverkehr. Letzterer führte zur Etablierung eines profitablen Gastgewerbes und auch Schiffer, welche die Pilger über den See führten, verdienten an den Gläubigen.[14]

18.-20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Richterswil 1793, auf einem Stich von Heinrich Brupbacher
Bahnhof Richterswil

Am Ende des 18. Jahrhunderts residierten bekannte Persönlichkeiten wie Goethe und Lavater beim Richterswiler Arzt Dr. Johannes Hotze.[15]

Dank der Hilfe der Truppen Napoleons konnte sich Richterswil im Zuge der helvetischen Revolution (Helvetische Republik) von der Herrschaft der Stadt Zürich befreien und wurde eine eigenständige Gemeinde im Distrikt Horgen mit 2463 Einwohnern. Im 2. Koalitionskrieg (1799-1801) wurden französische Truppen in Richterswil einquartiert.

Nach der Auflösung der helvetischen Republik nahmen Richterswiler Bürger 1804 am Bockenkrieg teil, in dem Teile der Landbevölkerung des linken Seeufers und des Knonauer Amts in einem spontanen Aufstand gegen die Stadt zogen. Die Aktion endete mit einer Besetzung des aufbegehrenden Gebiets, dessen Entwaffnung sowie einer finanziellen Zwangserhebung, wovon auch Richterswil betroffen war. Im Zuge politischer Neugliederungen war Richterswil zwischen 1814 und 1831 zunächst Teil dem Oberamts Wädenswil, bevor die Gemeinde 1831 dem Bezirk Horgen zugeteilt wurde, zu dem sie seither gehört.[16]

Im Jahre 1848 kaufte Richterswil vom Kloster Einsiedeln für 100 Schweizer Franken die ufernahe Insel Schönenwirt in der Bucht zwischen Richterswil und Bäch. Sie ist neben der Ufenau und Lützelau die kleinste der drei Zürichseeinseln. Der historische Kaufbrief wird im Gemeindearchiv aufbewahrt.

1873 erhielt Seidenfabrikant Rudolf Zinggeler-Syfrig (1819–1897) die Nutzungsrechte des Mülibaches für den Antrieb seiner Zwirnereimaschinen. Oberhalb Richterswil entstand durch Aufstauung des Mülibaches der Sternenweiher. Eine zwei Kilometer lange Druckleitung führte das Wasser bis zum Zürichsee hinunter, wo es in der Zwirnerei Zinggelers eine Wasserturbine antrieb. Zur Belustigung und als Symbol der Industrialisierung liess der Fabrikant an Festtagen, wie dem 1. August, das Wasser durch eine Düse emporsteigen. Ein Springbrunnen mit einer Höhe von 80 bis 85 Meter entstand. Diese Fontäne galt lange als die höchste des Kontinents. 1972 wurde die Kraftanlage ausser Betrieb gesetzt und damit auch die Fontäne. Die Reaktivierung der Fontäne wurde 2007 realisiert. Die erste Wiederinbetriebnahme fand am 8./9. Dezember 2007 statt. Dabei wurde der eigens für die Fontäne komponierte Marsch Fontane vive vom Musikverein Richterswil/Samstagern uraufgeführt.[17] Die Fabrik von Rudolf Zinggeler wurde am 10. Juni 2010 durch einen Brand zerstört.

1878 wurden Teile des Gemeindegebiets (Teile des Giessen und des Staubenweidli, die links des Reidbachs lagen) an die Gemeinde Wädenswil abgetreten.[18] 1893 wurde das Spital Richterswil erbaut, welches seit 1994 unter dem Namen Paracelsus-Spital als anthroposophische Klinik geführt wird. 1905 wurde die neue reformierte Kirche, 1914 die katholische Kirche eingeweiht. 1975 wurde der historische Dorfkern von Richterswil als schützenswert erklärt.[19] 1992 erhielt der Bahnhof Richterswil den internationalen "Brunel Award" in der Kategorie For outstanding visual design in public railway transport.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Gold ein roter Pfahl

Kunst, Kultur[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Die Volksschule besteht aus den drei Stufen Kindergarten, Primarschule (1.-6. Klasse) und Oberstufe (7.-8./9. Klasse). Die Schule Richterswil-Samstagern ist organisatorisch in fünf Schuleinheiten (Boden, Dorf, Feld 1, Feld 2, Samstagern) mit je eigener Schulleitung untergliedert. Die Oberstufe wird als dreiteilige Sekundarschule geführt. Während es sowohl in Richterswil als auch in Samstagern Kindergärten und Primarschulhäuser gibt, müssen SchülerInnen aus Samstagern in der 7.-9. Klasse nach Richterswil in die Schule.

Bibliothek[Bearbeiten]

Richterswil verfügt über eine Gemeindebibliothek mit einem vielfältigen Angebot an Büchern, Zeitschriften und elektronischen Medien für Erwachsene und Kinder. Ihr Bestand ist in einem zentralen Online-Katalog der Gemeindebibliotheken im Kanton Zürich erschlossen. Darüber hinaus veranstaltet die Bibliothek in unregelmässigem Abstand Lesungen und ist Initiantin eines Lesezirkels.

Museen[Bearbeiten]

Mit dem Ortsmuseum im barocken Fachwerkhaus Bären und der Schausägerei mit Museum in der Sagi Samstagern verfügt die Gemeinde über zwei Museen.

Freizeit[Bearbeiten]

Richterswil verfügt über zwei gemeindeeigene Seebäder am Zürichsee und am Hüttnersee sowie über ein Schulhallenbad im Schulhaus Feld 1, das zu unterrichtsfreien Zeiten öffentlich zugänglich ist. Das Horn ist eine öffentliche Halbinsel, die nicht nur ein beliebter Badeort ist, sondern darüber hinaus weiter Infrastruktur für die Freizeitgestaltung bereitstellt, so etwa ein Beachvolleyballfeld und Grillplätze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ruine Alt-Wädenswil

Historischer Dorfkern[Bearbeiten]

Richterswil verfügt über einen malerischen Dorfkern mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern sowie über ein denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude. Der Gasthof „Drei Könige“, welcher von der einst grossen Bedeutung Richterswils als Pilgerdurchgangsort (Wallfahrten nach Einsiedeln) zeugt. Die Reformierte Kirche Richterswil und die Katholische Kirche Richterswil sind gute Beispiele für die Sakralarchitektur in der Spätphase des Historismus. In Samstagern befindet sich eine Kapelle der katholischen Kirchgemeinde.

Ruine Alt-Wädenswil[Bearbeiten]

Ebenfalls auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Burgruine Alt-Wädenswil, die grösste Festungsruine im Kanton Zürich. Unweit des malerischen Sternensees bei Samstagern sind die Erdwälle einer der zahlreichen Schanzen im konfessionellen Grenzgebiet zur katholischen Zentralschweiz erhalten. Die Schanzwerke waren in den Villmergerkriegen und im Sonderbundskrieg von Bedeutung.

Natur[Bearbeiten]

Die Gemeinde birgt mehrere Aussichtspunkte mit Ausblick auf den Zürichsee, die Inseln Ufenau, Lützelau und Schönenwirt und auf die Vorläufer der Glarner- und Appenzelleralpen. Der wohl bekannteste Ausblicksplatz unweit des Bahnhofs Burghalden wird mit Bezug auf seinen wohl bekanntesten Verehrer als Gottfried-Keller-Plätzli bezeichnet. Als reizvoll gelten auch die Uferanlagen (Halbinsel Horn, Zürichseeinsel „Schönenwirt“), die Moränenlandschaft im Richterswiler Berg sowie der 2012 fertig gestellte Uferweg zwischen Wädenswil und Richterswil.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu den traditionellen Veranstaltungen in Richterswil gehören:

  • Die Räbechilbi, die lokale Variante des alemannischen Räbenlichtbrauchtums, findet jeweils am zweiten Samstag im November statt. Sie hat überregionale Bedeutung und zieht jährlich über 10'000 BesucherInnen nach Richterswil.
  • Die Chilbi (Kirchweih) in Richterswil und die Bergchilbi in Samstagern, die jeweils an aufeinander folgenden Wochenenden (Sa-Mo) im August stattfinden.
  • Die Haaggeri ist ein lokaler Brauch, der in Samstagern am Abend des vorletzten Arbeitstages (anderletzten Werchnacht) des Jahres begangen wird. Dabei geht es nach alter Tradition um das Austreiben von bösen Geistern mit Geisseln, Glocken und dem "Haaggeri", einem geschnitzten Pferdekopf, mit dem Gruppen von je vier bis acht ledigen Burschen an den Fenstern der (Bauern-)Häuser um Geld betteln.

In jüngster Zeit haben sich weitere regelmässig stattfindende kulturelle Veranstaltungen etabliert:

  • Die "Beachparty Richterswil", die seit 1998 einmal jährlich auf der Halbinsel Horn stattfindet.
  • Das Open-air-Kino "Ciné au Lac", das seit den 1990er Jahren jeweils während einer Woche im Juli auf der Halbinsel Horn stattfindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Konrad Friedrich von Hotze (1739–1799), österreichischer General. Geboren in Richterswil.
  • Jakob Braendlin-Näf (1775–1845), Textiltechniker und -unternehmer. Geboren in Richterswil.
  • Johann Jakob Staub (1783–1852), Schneidermeister in Paris. Geboren in Richterswil.
  • Johannes Wild (1814–1894), Ingenieur und Kartograph. Geboren und gestorben in Richterswil.
  • Johann Jakob Treichler (1822–1906), Rechtswissenschaftler und Politiker. Geburts- und Bürgerort ist Richterswil.
  • Heinrich Landis (1833–1815) Kaufmann und Politiker. Geboren und gestorben in, Bürger von Richterswil.
  • Heinrich Landis (1879–1922), Elektrotechniker und Unternehmer. Geboren in Richterswil.
  • Paul Burkhard (1888–1964), Bildhauer und Zeichner. Geboren in Richterswil.
  • Hans Streuli (1892–1970), Architekt und Politiker (FDP), Bundesrat. 1928 bis 1935 Gemeindepräsident in Richterswil.
  • Eduard Fueter (1908–1970), Historiker. Gestorben in Richterswil.
  • Bernhard von Arx (1924–2012), Schriftsteller. Lebte in Richterswil.
  • Hans Peter Treichler (* 1941), Journalist, Volkslied und Chanson-Interpret. Lebt in Richterswil.
  • Fredy Staub (* 1952), Theologe. Geboren in Richterswil.
  • Ancillo Canepa (* 1953), Manager. Geboren in Richterswil.
  • André Blattmann (* 1956), Divisionär und Chef der Schweizer Armee. Geboren in Richterswil.
  • Alex Kuprecht (* 1957), Politiker (SVP), Ständerat. Geboren in Richterswil.
  • Peter Walt (* 1964), Radiomoderator. Lebt in Richterswil.
  • Marcel Hähni (* 1970) Radiojournalist SRF. Lebt in Samstagern
  • Elias Schmäh (* 1986), Radrennfahrer. Geboren in Richterswil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Peter: Von den Anfängen bis zur Reformation. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 1). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1975.
  • Heinrich Peter: Zweieinhalb Jahrhunderte unter der Herrschaft der Stadt Zürich: die Landvogteizeit 1550–1798. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 2). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1975.
  • Heinrich Peter: Die Franzosenzeit (Helvetik und Mediation). (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 3). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1980.
  • Heinrich Peter: Der eigene Weg zur Freiheit (Restauration – Regeneration – Sonderbundkrieg). (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 4). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1983.
  • Heinrich Peter: Politische, wirtschaftliche und bauliche Geschichte der Gemeinde. Das Dorf als Kulturzentrum. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 5). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1985.
  • Heinrich Peter: Geschichte der Gemeinde Richterswil: von den Anfängen bis zum Jahr 1918 und mit einem kurzen Überblick bis 1985. Sonderaufl. Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1986.
  • Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Band X: Von Pro bis Schafroth. Schwabe, Basel 2011, ISBN 978-3-7965-1910-9 (online).
  • Kurt Wild: Alt-Richterswil: ein kulturgeschichtlicher Bilderbogen. Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1992.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richterswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Homepage der Gemeinde Richterswil 'Richterswil in Zahlen'. abgerufen am 23. Juli 2014
  3. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 23. Juli 2014
  4. Homepage der Gemeinde Richterswil 'Richterswil in Zahlen'. Abgerufen am 23. Juli 2014
  5. Homepage der Gemeinde Richterswil 'Richterswil in Zahlen'. abgerufen am 23. Juli 2014
  6. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 25. Juli 2014
  7. Daten bis 1940 aus Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz (online). Daten seit 1963 von: Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). Abgerufen am 28. Juli 2014
  8. Homepage der Gemeinde Richterswil 'Gemeinderat'.Abgerufen am 25. Juli 2014.
  9. Homepage der Gemeinde Richterswil 'Gemeindeversammlung'. Abgerufen am 25. Juli 2014.
  10. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  11. 'Richterswil' in der Datenbank von ortsnamen.ch. Abgerufen am 25. Juli 2014.
  12. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  13. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  14. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  15. Christoph Mörgeli: Hotz [Hotze], Johannes im Historischen Lexikon der Schweiz
  16. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  17. Gesellschaft historischer Springbrunnen Richterswil
  18. Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil in Historisches Lexikon der Schweiz.
  19. Schützenswerte Ortsbilder von nationaler Bedeutung. In: Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Abgerufen am 17. April 2011.