Richterswil

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Richterswil
Wappen von Richterswil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich
Bezirk: Horgenw
Gemeindenummer: 0138i1f3f4
Postleitzahl: 8805
UN/LOCODE: CH RIC
Koordinaten: 696001 / 22937347.2083288.705835408Koordinaten: 47° 12′ 30″ N, 8° 42′ 21″ O; CH1903: 696001 / 229373
Höhe: 408 m ü. M.
Fläche: 7.54 km²
Einwohner: i12'336 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.richterswil.ch
Ansicht von Feusisberg auf Richterswil, im Hintergrund Horgen und die Halbinsel Au

Ansicht von Feusisberg auf Richterswil, im Hintergrund Horgen und die Halbinsel Au

Karte
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Über dieses Bild
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Richterswil, im Volksmund "Richti" genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung

In Gold ein roter Pfahl

[Bearbeiten] Geographie

Uferanlagen, Hafen und Bahnhofsbereich, im Vordergrund die Insel Schönenwirt

Die Gemeinde liegt am linken Zürichseeufer, an der Grenze zum Kanton Schwyz, etwa 25 Kilometer entfernt von Zürich. Sie besteht aus den Ortsteilen Richterswil, Burghalden und Samstagern. Besonders reizvoll sind auch die Uferanlagen (Halbinsel Horn, Zürichseeinsel „Schönenwirt“) und die Moränenlandschaft im Richterswiler Berg. Nachbargemeinden Richterswils sind Wädenswil, Schönenberg und Hütten, sowie Wollerau.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1634 1850 1920 1940 1970 1990 2010
Einwohnerzahl 893 3203 4527 4554 7380 9882 12336

Einwohner in den beiden Dörfern Ende 2006
Richterswil: 9031
Samstagern: 2384

  • Bevölkerungsdichte: 1633.9 Einw./km2
  • Anzahl Haushalte: 4452 (Stand: 2000)
  • Konfessionszugehörigkeit: 36.6% evangelisch-reformiert, 32.1% römisch-katholisch, 31.3% andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010)[2]

[Bearbeiten] Politik

Gemeindepräsident ist Hans Jörg Huber (FDP) (Stand 2010).

Der Gemeinderat setzt sich zusammen aus Renate Büchi (SP), Ruedi Reichmuth (parteilos), Peter Theiler (CVP), Jürg Trachsel (SVP), Ivo Beeler (FDP), Marcel Tanner (FDP) und Jörg Hottinger (SVP).

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Verkehr

Bahnhof Richterswil

Die Gemeinde ist mit zwei Bahnlinien der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und Schweizerischen Südostbahn (SOB), der Autobahn A3 und einer Schiffanlegestelle der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) verkehrstechnisch erschlossen.

1992 erhielt der Bahnhof Richterswil den internationalen "Brunel Award" in der Kategorie For outstanding visual design in public railway transport.

[Bearbeiten] Geschichte

Zwischen 700–900 n. Chr. liess sich der Alemanne Richtilo auf dem heutigen Gemeindegebiet von Richterswil nieder. Erstmals urkundlich erwähnt wird Richtliwile im Jahre 1265.

Am Ende des 18. Jahrhunderts residierten bekannte Persönlichkeiten wie Goethe und Lavater beim Richterswiler Arzt Dr. Johannes Hotze. Richterswil birgt mehrere Aussichtspunkte mit Ausblick auf den Zürichsee, die Inseln Ufenau, Lützelau und Schönenwirt und auf die Vorläufer der Glarner- und Appenzelleralpen. Der wohl bekannteste Ausblicksplatz trägt den Namen seines Verehres Gottfried Keller.

Ruine Alt-Wädenswil
Richterswil 1794, auf einem Stich von Heinrich Brupbacher

Dank der Hilfe der Truppen von Napoleon konnte sich Richterswil während der französischen Revolution (Helvetische Republik) von der Herrschaft der Stadt Zürich befreien und wurde eine eigenständige Gemeinde mit dannzumal 2463 Einwohnern. Einige Jahre später wurde Richterswil dem Bezirk Horgen zugewiesen.

Im Jahre 1848 kaufte Richterswil vom Kloster Einsiedeln für 100 Schweizer Franken die ufernahe Insel Schönenwirt in der Bucht zwischen Richterswil und Bäch. Sie ist neben der Ufenau und Lützelau die kleinste der drei Zürichseeinseln. Der historische Kaufbrief wird im Gemeindearchiv aufbewahrt.

1873 erhielt Seidenfabrikant Rudolf Zinggeler-Syfrig (1819–1897) die Nutzungsrechte des Mülibaches für den Antrieb seiner Zwirnereimaschinen. Oberhalb Richterswil entstand durch Aufstauung des Mülibaches der Sternenweiher. Eine zwei Kilometer lange Druckleitung führte das Wasser bis zum Zürichsee hinunter, wo es in der Zwirnerei Zinggelers eine Wasserturbine antrieb. Zur Belustigung und als Symbol der Industrialisierung liess der Fabrikant an Festtagen, wie dem 1. August, das Wasser durch eine Düse emporsteigen. Ein Springbrunnen mit einer Höhe von 80 bis 85 Meter entstand. Diese Fontäne galt lange als die höchste des Kontinents. 1972 wurde die Kraftanlage ausser Betrieb gesetzt und damit auch die Fontäne. Die Reaktivierung der Fontäne wurde 2007 realisiert. Die erste Wiederinbetriebnahme fand am 8./9. Dezember 2007 statt. Dabei wurde der eigens für die Fontäne komponierte Marsch Fontane vive vom Musikverein Richterswil/Samstagern uraufgeführt.[3] Die Fabrik von Rudolf Zinggeler wurde am 10. Juni 2010 durch einen Brand zerstört.

1893 wurde das Spital Richterswil erbaut, welches seit 1994 unter dem Namen Paracelsus-Spital als anthroposophische Klinik geführt wird. 1905 wurde die neue reformierte Kirche, 1914 die katholische Kirche eingeweiht. 1975 wurde der historische Dorfkern von Richterswil als schützenswert erklärt.[4]

[Bearbeiten] Kunst, Kultur

Richterswil verfügt über einen malerischen Dorfkern mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern sowie über ein denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude. Ebenfalls auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Burgruine Alt-Wädenswil.

Höhepunkte im Dorfleben sind die Chilbi (Kirchweih) und die Räbechilbi im November. Nicht zu vergessen ist die "Haaggeri" im Dorfteil Samstagern, der jeweils in der anderletzten Werchnacht (vorletzten Werknacht) des Jahres in Gruppen von etwa vier bis acht ledigen Burschen gehuldigt wird. Dabei geht es nach alter Tradition um das Austreiben von bösen Geistern mit Geisseln, Glocken und dem "Haaggeri", einem geschnitzten Pferdekopf, mit dem an den Fenstern der Bauernhäuser um Geld gebettelt wird.

Übernachtungsmöglichkeiten bieten u.a. die auf dem Horn gelegene Jugendherberge, sowie der Gasthof "Drei Könige", welcher von der einst grossen Bedeutung Richterswils als Pilgerdurchgangsort (Wallfahrten nach Einsiedeln) zeugt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

  • Johann Konrad Friedrich von Hotze (1739–1799), österreichischer General. Geboren in Richterswil.
  • Jakob Braendlin-Näf (1775–1845), Textiltechniker und -unternehmer. Geboren in Richterswil.
  • Johann Jakob Staub (1783–1852), Schneidermeister in Paris. Geboren in Richterswil.
  • Johannes Wild (1814–1894), Ingenieur und Kartograph. Geboren und gestorben in Richterswil.
  • Johann Jakob Treichler (1822–1906), Rechtswissenschaftler und Politiker. Geburts-und Bürgerort ist Richterswil.
  • Heinrich Landis (1833–1815) Kaufmann und Politiker. Geboren und gestorben in, Bürger von Richterswil.
  • Heinrich Landis (1879–1922), Elektrotechniker und Unternehmer. Geboren in Richterswil.
  • Paul Burkhard (1888–1964), Bildhauer und Zeichner. Geboren in Richterswil.
  • Hans Streuli (1892–1970), Architekt und Politiker (FDP), Bundesrat. 1928 bis 1935 Gemeindepräsident in Richterswil.
  • Eduard Fueter (1908–1970), Historiker. Gestorben in Richterswil.
  • Bernhard von Arx (* 1924), Schriftsteller. Lebt in Richterswil.
  • Hans Peter Treichler (* 1941), Journalist, Volkslied und Chanson-Interpret. Lebt in Richterswil.
  • Fredy Staub (* 1952), Theologe. Geboren in Richterswil.
  • Ancillo Canepa (* 1953), Manager. Geboren in Richterswil.
  • André Blattmann (* 1956), Divisionär und Chef der Schweizer Armee. Geboren in Richterswil.
  • Alex Kuprecht (* 1957), Politiker (SVP), Ständerat. Geboren in Richterswil.
  • Peter Walt (* 1964), Radiomoderator. Lebend in Richterswil
  • Elias Schmäh (* 1986), Radrennfahrer. Geboren in Richterswil.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Richterswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Amt des Kantons Zürich – Bevölkerung in den Gemeinden und Regionen des Kantons Zürich, 2010
  2. Statistisches Amt des Kantons Zürich - Datenbank (Gemeindeporträts). abgerufen am 12. April 2011
  3. Gesellschaft historischer Springbrunnen Richterswil
  4. Schützenswerte Ortsbilder von nationaler Bedeutung. In: Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Abgerufen am 17. April 2011.
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