Rudersberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Rems-Murr-Kreis | |
| Höhe: | 279 m ü. NN | |
| Fläche: | 39,37 km² | |
| Einwohner: |
11.274 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 286 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 73635 | |
| Vorwahl: | 07183 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 19 061 | |
| LOCODE: | DE RUD | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Backnanger Straße 26 73635 Rudersberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Martin Kaufmann (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Rudersberg im Rems-Murr-Kreis | ||
Rudersberg ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Rudersberg liegt am westlichen Rand des Welzheimer Waldes im Wieslauftal in 270 bis 536 Meter Höhe zwischen Schorndorf und Backnang. Das Gemeindegebiet hat Anteil an den Naturräumen Schurwald und Welzheimer Wald, Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2]
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Rudersberg gehören 29 separat gelegene Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser sowie einige Wüstungen, die wie folgt den ehemaligen Gemeinden vor der baden-württembergischen Gebietsreform der 1970er zugeordnet sind.
- Zur ehemaligen Gemeinde Asperglen gehören das Dorf Asperglen, der Ort Krehwinkel und der Weiler Necklinsberg.
- Zur Gemeinde Rudersberg im Gebietsstand vor der Gebietsreform der 1970er Jahre gehören die Dörfer Rudersberg, Klaffenbach, Mannenberg, Oberndorf und Zumhof, die Weiler Königsbronnhof, Steinbach und Waldenstein, die Höfe Birkenberg, Burghöfle, Buschhöfle, Edelmannshof, Grauhaldenhof, Kirchenacker, Kirschhaldenhof, Schafhaus, Schloßhöfle und Seelach und die Wohnplätze Sauerhöfle und Strümpfelhof sowie die abgegangenen Ortschaften Commenthurhof, der möglicherweise zu Rodmannsweiler gehörte, Hofstatt, Hofstetten, Ödin und Rodmannsweiler.
- Zur ehemaligen Gemeinde Schlechtbach gehören das Dorf Unterschlechtbach, die Gemeindeteile Mittelschlechtbach und Oberschlechtbach, die Weiler Lindental und Michelau, das Gehöft Kirschenwasenhof sowie die abgegangene Ortschaft Weiler.
- Zur ehemaligen Gemeinde Steinenberg gehören das Dorf Steinenberg sowie die Weiler Obersteinenberg und Steinbruck, die allerdings nach der Gemeindereform der Stadt Welzheim zugeordnet wurden.[3]
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Rudersberg grenzt (im Uhrzeigersinn) an die Gemeinden Allmersbach im Tal, Weissach im Tal, Althütte, Kaisersbach, Welzheim, Schorndorf und Berglen.
Alte Wappen der Ortsteile [Bearbeiten]
Geschichte [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung von Rudersberg in einer Urkunde von Papst Innozenz IV. stammt aus dem Jahre 1245.
Schlechtbach wurde 1298 als Minneslechbach im Rahmen einer Übergabe eines Hofteils an das Kloster Adelberg erwähnt. Bereits 1181 findet Diepoldus de Slechbach, ein Gefolgsmann von Kaiser Friedrich I., Erwähnung.
Steinenberg wurde im Jahre 1234 erstmals urkundlich erwähnt.
Die Ortschaften Asperglen und Krehwinkel wurden 1411 im Rahmen einer Übereignung von Gütern des württembergischen Grafen Eberhard III. an Georg von Urbach erwähnt.
Der Ortsteil Michelau liegt an der südlichen Gemeindegrenze als „Tor zur Gemeinde Rudersberg“ und wurde 1284 in einer Urkunde von Konrad von Waldenstein erstmals erwähnt. Dieser Konrad von Waldenstein war Dienstmann am kaiserlichen Hof und verspricht einem Albert von Michenlowe, dass dieser das Kloster Lorch wegen eines im Dorfe gelegenen Gutes nicht mehr anfechten wolle. Der Name Michelau stammt aus dem altdeutschen und bedeutet „Hof in der Au“. Im Jahre 1821 wurde Michelau kirchlich und schulisch der damaligen Gemeinde Steinenberg zugeordnet. Kommunalpolitisch gehörte der Ort jedoch zu Unterschlechtbach. In Michelau waren eine Mahlmühle sowie eine Ölmühle ansässig. Diese Mühlen wurden durch einen ca. 2,5 km langen Mühlbach angetrieben, dessen Wasser aus der Wieslauf entnommen wurde. Die Ölmühle dient heute als Museum.
Bis 1910 wurde in den heute zu Rudersberg gehörenden Ortschaften Weinbau betrieben. Weil die Reblaus den gesamten Rebenbestand vernichtete, wurde auf Obstbau umgestellt. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die größten zusammenhängenden Streuobstwiesen der Region, was Rudersberg zur Gemeinde mit dem im Verhältnis höchsten Streuobstwiesenanteil Deutschlands macht.
Im Jahre 1942 beschlagnahmte die Gestapo die Gaststätte „Zur Rittersburg“ und ließ sie zum Arbeitserziehungslager (AEL) für 140 Frauen umbauen. Unter miserablen Lebensbedingungen und Schikanen mussten sie Zwangsarbeit im Holzwerk Rudersberg, bei der Firma Bauknecht in Welzheim und in der Landwirtschaft verrichten. Nach den Bombardierungen der Polizeigefängnisse von Stuttgart war das Lager mit über 200 Personen total überbelegt und wurde zuletzt Durchgangsstation für die Deportation in die Vernichtungslager.[4] Insgesamt durchliefen rund 3.500 Frauen das Lager.[5]
Am 25. Februar 1972 wurde Asperglen nach Rudersberg eingemeindet. Am 1. Oktober 1972 wurden die Gemeinden Rudersberg und Steinenberg zur neuen Gemeinde Rudersberg vereinigt, die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung dieser Gemeinde mit der Gemeinde Schlechtbach (so seit dem 16. Februar 1967, vorher Unterschlechtbach) gebildet.
Im Ortsteil Waldenstein befindet sich der Rest der Burg Waldenstein, heute eine Burggaststätte.
Religionen [Bearbeiten]
Seit Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert ist Rudersberg evangelisch-lutherisch geprägt. Noch heute gibt es drei evangelische Gemeinden und ein Pfarramt im Ort. Inzwischen ist aber auch die römisch-katholische Kirche wieder mit einem Pfarramt vertreten. Zudem gibt es eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde im Ort.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 24 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,43 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
| Freie Wähler | 10 Sitze | (40,26 %) | |
| SPD + Rudersberger Bürger | 9 Sitze | (37,20 %) | |
| CDU | 5 Sitze | (22,54 %) |
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
Am 19. April 2010 traten die Mitglieder der ehemaligen SPD-Gemeinderatsfraktion sowie ein weiteres Mitglied aus der bis dahin neunköpfigen Gemeinderatsfraktion "SPD & Rudersberger Bürger" aus. Diese behielt ihren Fraktionsnamen bei, bis sie am 18. Mai in der Gemeinderatsitzung kundtat, dass sie ab sofort unter dem Namen "Rudersberger Bürger" fungiere. Ab der Gemeinderatssitzung vom 20. April 2010 bestand folgende Konstellation im Gemeinderat:
| Freie Wähler | 10 Sitze | ||
| CDU | 5 Sitze | ||
| Rudersberger Bürger | 5 Sitze | ||
| SPD | 4 Sitze |
Zum 31. Dezember 2011 schied ein Mitglied der SPD-Fraktion aus dem Gemeinderat aus. Aufgrund der gemeinsamen Wählerliste mit den "Rudersberger Bürger", anlässlich der Kommunalwahlen 2009, rückte für das ausscheidende SPD-Fraktionsmitglied ein neues Fraktionsmitglied der “Rudersberger Bürger“ in das Rudersberger Gemeinde-Gremium nach. Seit dem 1. Januar 2012 besteht folgende Konstellation im Gemeinderat:
| Freie Wähler | 10 Sitze | ||
| Rudersberger Bürger | 6 Sitze | ||
| CDU | 5 Sitze | ||
| SPD | 3 Sitze |
Ortschaftsräte [Bearbeiten]
In den Ortschaften Asperglen, Schlechtbach und Steinenberg gibt es je einen Ortschaftsrat. Die Ortsvorsteher/innen der Ortschaften Asperglen und Steinenberg arbeiten ehrenamtlich, der/die Ortsvorsteher/in von Schlechtbach ist hauptamtlich bei der Gemeinde tätig.
Partnerschaften [Bearbeiten]
Rudersberg unterhält seit 1991 partnerschaftliche Beziehungen zur Stadt Ranis in Thüringen.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Rudersberg-Oberndorf ist die heutige Endhaltestelle des planmäßigen Zugverkehrs auf der 1908 bis Rudersberg eröffneten Wieslauftalbahn von Schorndorf. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten das Rudersberger Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhof vom Typ IIb.[6] Während der Hauptverkehrszeiten verkehrt die Bahn im Halb-Stunden-Takt. Ein darauf abgestimmtes Buszubringungkonzept versorgt die nicht an der Bahnlinie liegenden Ortsteile. Die 1911 fertiggestellte und 1988 nach einem Hangrutsch gesperrte Fortführung der Bahnstrecke nach Welzheim wird seit Mai 2010 wieder an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten und der Adventszeit von Touristikzügen nach einem besonderen Fahrplan befahren.[7] Die Verbindung zum überregionalen Straßennetz, B 14 in Backnang, B 29 in Schorndorf und A 81 in Mundelsheim, wird durch Landesstraßen hergestellt.
Rudersberg möchte sich neben der Gemeinde Bohmte (Niedersachsen) als eine der ersten Gemeinden in Deutschland an dem Verkehrsprojekt Shared Space beteiligen.[8]
Bildung [Bearbeiten]
Am Schulzentrum Rudersberg gibt es eine Grundschule, eine Hauptschule, eine Realschule sowie eine Förderschule. In Schlechtbach und Steinenberg gibt es jeweils eine Grundschule. Die Grundschule in Steinenberg trägt den Namen August-Lämmle-Schule.
Sport [Bearbeiten]
Der 1906 gegründete TSV Rudersberg überschritt 1986 die 1000-Mitglieder-Marke. 1919 wurde der TSV Schlechtbach gegründet, 1924 der TSV Oberndorf. Die SF Steinenberg haben rund 650 Mitglieder (2008).
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Weru AG, Hersteller von Fenstern und Türen mit 800 Mitarbeitern und einem Umsatz von 110 Millionen € (2007)[9]
- Adolf Föhl GmbH + Co KG, Druckguss - und Spritzgusshersteller mit 401 Mitarbeitern (2012) und einem Umsatz von 63,3 Millionen € (2011)[10]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
In Rudersberg gibt es ein Heimatmuseum. Im Ortsteil Michelau ist die Ölmühle zum Museum ausgebaut.
Wieslauftalbahn [Bearbeiten]
Der Verein DBK Historische Bahn führt an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten Sonderfahrten mit historischen Zügen auf der Wieslauftalbahn Schorndorf–Welzheim durch.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Maitreff – Tag der offenen Türe der Rudersberger Unternehmen
- Rudersberger Motocross – auf der Rennstrecke am Königsbronnhof
- Apfelmarkt – Tag der offenen Türe der Rudersberger Unternehmen rund ums Thema Apfel (immer am 3. Oktober)
- Adventswald – Weihnachtsmarkt im Zentrum Rudersbergs
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Viktor Kraemer senior (* 1. Juni 1840; † 4. November 1911 in Heilbronn), deutscher Verleger
Weitere Personen [Bearbeiten]
- Karl Buck (1894 - 1977), SS-Hauptsturmführer, Kommandant von mehreren KZ, lebte von 1955 bis zu seinem Tod in Rudersberg.
Weblinks [Bearbeiten]
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 540–544
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 73, ISBN 3-89331-208-0
- ↑ Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 156.
- ↑ Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
- ↑ http://www.schwaebische-waldbahn.de
- ↑ Shared Space in Rudersberg, Website der Gemeinde Rudersberg
- ↑ Unternehmensdarstellung WERU
- ↑ Unternehmensdarstellung Föhl
- Ackermann, Gotthilf: Auswanderer der Gemeinde Unterschlechtbach. Ein Beitrag zum Schwäbischen Weltwanderbuch. Unterschlechtbach 1936.
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