Alfdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Alfdorf
Alfdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alfdorf hervorgehoben
48.84539.7191487Koordinaten: 48° 51′ N, 9° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 487 m ü. NHN
Fläche: 68,52 km²
Einwohner: 7031 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73553,
73655 (Haldenhof, Haselhof, Pfahlbronner Mühle, Schenkhöfle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07172
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Schlossstraße 28
73553 Alfdorf
Webpräsenz: www.alfdorf.de
Bürgermeister: Michael Segan
Lage der Gemeinde Alfdorf im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Alfdorf ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Panorama von Süden

Alfdorf liegt etwa 10 km nordwestlich von Schwäbisch Gmünd und 40 km nordöstlich von Stuttgart. Das landschaftlich abwechslungsreiche Gemeindegebiet (Höhenlage von 308 bis 560 m über NN) liegt im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und bietet viele Möglichkeiten zum Wandern und zur Erholung. In unmittelbarer Umgebung befindet sich der Welzheimer Wald.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1044 mm. Die Niederschläge sind hoch und liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 87 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren stark. An 71 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Ausdehnung[Bearbeiten]

Die Gemeinde erstreckt sich von Adelstetten im Osten bis zum Tannhof im Westen, von Haselbach im Süden bis Hellershof im Norden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An das Gebiet Alfdorfs grenzen im Norden Gschwend, im Osten Spraitbach, Durlangen und Mutlangen, im Süden Schwäbisch Gmünd und Lorch (alle Ostalbkreis), im Westen Plüderhausen, Urbach und Welzheim sowie im Nordwesten Kaisersbach (alle Rems-Murr-Kreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Wasserturm in Pfahlbronn

Die Gemeinde Alfdorf mit den Gemeindeteilen Alfdorf, Pfahlbronn und Vordersteinenberg besteht aus 64 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern:

Zum Gemeindeteil Alfdorf gehören das Dorf Alfdorf, die Weiler Bonholz und Haselbach sowie die Höfe Leinhalden, Maierhof, Maierhofer Sägmühle, Meuschenmühle, Schölleshof, Strübelhof und Strübelmühle.

Zum Gemeindeteil Pfahlbronn gehören das Dorf Pfahlbronn, die Weiler Adelstetten, Brech, Brend, Buchengehren, Burgholz, Enderbach, Haghof, Haselhof, Höldis, Mannholz, Mittelweiler, Rienharz, Schmidhof, Tannhof und Voggenberg, die Höfe Burgholzhof, Döllenhof, Fritzhof, Hagmühle, Leinecksmühle, Niederheckenhof, Schenkhöfle und Schmidhöfle sowie die Häuser Buchengehrener Sägmühle, Burgholzer Sägmühle, Gehäuhaus, Haghofer Ölmühle, Haldenhof, Mannholzer Ölmühle, Pfahlbronner Mühle, Rienharzer Sägmühle, Voggenberger Sägmühle und Voggenbergmühle.

Zum Gemeindeteil Vordersteinenberg gehören die Dörfer Vordersteinenberg, Hintersteinenberg und Kapf, die Weiler Bruckhof, Hellershof, Hüttenbühl, Steinhaus, Tennhöfle und Wahlenheim, die Höfe Deschenhof, Dornhalden, Greuthöfle, Greuthof, Hafental, Heinlesmühle, Pfahlenhof, Schotthof, Stixenhof und Vaihinghof sowie das Haus Neuwirtshaus.

Im Gemeindeteil Alfdorf liegt das abgegangene Gehöft Haselhof.[2][3]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Der Ausländeranteil beträgt 9,0 %.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus von Pfahlbronn

Die Römer errichteten ab dem Jahr 150 nach Christus zwischen dem Rhein bei Koblenz und der Donau bei Regensburg den Obergermanisch-Raetischen Limes. Diese Grenzlinie zu den Germanen durchzog auch den Westen des heutigen Gemeindegebiets von Alfdorf. Vom Nordnordwesten führte der Limes in schnurgerader Linie auf einer Länge von 80 Kilometern aus der Nähe von Walldürn im Odenwald bis zum Alfdorfer Ortsteil Haghof, wo er zunächst abrupt nach Osten abknickte und kurz vor dem benachbarten Alfdorfer Ortsteil Pfahlbronn erneut nach Süden schwenkte, um dann dem Remstal bei Lorch zuzustreben. Die nächsten Kastelle lagen im heutigen Stadtgebiet von Welzheim (im Norden) und Lorch (im Süden). Auf dem Gemeindegebiet von Alfdorf errichteten die Römer entlang des Limes mehrere Wachttürme, die Grundmauern einiger davon sind noch erhalten.

Die Siebzehner bei Welzheim sind 17 Bauernhöfe von Altersberg, Nardenheim, Seelach, Hintersteinenberg, Vordersteinenberg, Deschental, Wighartsrüte, Kapf und Krettenbach, die heute zu Alfdorf und Gschwend gehören. Einer weit verbreiteten, jedoch widerlegten Legende zufolge besaßen sie im späten Mittelalter eine eigene Gerichtsbarkeit einschließlich eigener Richtstätte.

Alfdorf ist in der Älteren Ausbauzeit entstanden und wurde erstmals 1143 urkundlich erwähnt, als Bischof Walther von Augsburg eine Stiftung an das Kloster Anhausen an der Brenz bestätigt; dieser Besitz ging 1327 an das Kloster Lorch. Das Dorf und die Burgstall selbst waren staufisch und gingen teils in den Besitz von Württemberg und teils in den Besitz der Rechberg über.

Bis 1805 war das Dorf ritterschaftliches Gut im Ritterkanton Kocher. 1805 kam Alfdorf unter die alleinige Oberherrschaft Württembergs. Alfdorf kam 1807 zum Oberamt Gmünd, 1810 zum Oberamt Welzheim und 1938 zum Landkreis Schwäbisch Gmünd.

Beim Dorf Pfahlbronn liegen in einer Südschlinge der Lein am unteren Hang des Bergsporns und gleich nördlich der Leinecksmühle die Überreste der Burg Leineck.

Die heutige Gemeinde entstand am 1. Januar 1972 durch Vereinigung der Gemeinden Alfdorf, Pfahlbronn und Vordersteinenberg.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 56,59 % (2004: 55,38 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,95 %
24,36 %
17,14 %
3,55 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,31 %p
-4,87 %p
-1,99 %p
+3,55 %p

Nach der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,6 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Freie Wähler 11 Sitze (55,0 %)
CDU 4 Sitze (24,4 %)
SPD 3 Sitze (17,1 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Am 12. August 2011 sind Alfdorf und die ungarische Gemeinde Hosszúhetény eine Partnerschaft eingegangen. Ziel ist der insbesondere der Schüleraustausch.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stephanuskirche
Oberes Schloss (Rathaus)

Bauwerke[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Alfdorf endet in der Nähe des Haghofs ein in Walldürn beginnendes, ca. 81 km langes, schnurgerade südsüdöstlich laufendes Teilstücks des Obergermanisch-Raetischer Limes, der zum Unesco-Welterbe gehört. Entlang der Trasse der alten Grenze kann der Wanderer auf dem Limes-Wanderweg (HW 6) des Schwäbischen Albvereins den Spuren der Römer folgen. Auch der Mühlenwanderweg führt durch das Alfdorfer Gemeindegebiet und berührt hier etliche historische Mühlen, darunter die Heinlesmühle, die Meuschenmühle, die Voggenbergmühle und die Hummelgautsche.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die im Jahr 1776 fertiggestellte Stephanuskirche.

In Alfdorf stehen zwei Schlösser. Das Neue, sogenannte Obere Schloss steht im Schlosspark und ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung. Das Alte, besser Unteres Schloss genannt, wurde um 1550 am Rande des Schweizertals erbaut. Bauherren waren die Herren von Neuhausen.

Im Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Gebäude Obere Schlossstraße 43 befand sich bis Ende der 2000er Jahre ein privat betriebenes Heimatmuseum.[5][6]

Kunstgewerbe[Bearbeiten]

Alfdorf besitzt eine lange Tradition im Töpferhandwerk. In dessen Blütezeit lieferten Alfdorfer Töpfereien ihre Ware auch an den Hof nach Stuttgart. Bis heute wird das alte Handwerk in traditioneller Form betrieben.[7]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Dreikönigsturnier (Handballturnier)
  • Alfdorfer Straßenfest (September)
  • Alfdorfer Weihnachtsmarkt
  • Alfdorfer Lichterfest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Alfdorf liegt im Bereich des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart und gehört zum Verbundtarif OstalbMobil. Die nächsten Bahnhöfe sind Lorch (Württ) und Schwäbisch Gmünd an der Remsbahn (Stuttgart–Aalen), acht bzw. zwölf Kilometer von Alfdorf entfernt. Landesstraßen stellen die Verbindung zum überregionalen Straßennetz her (B 14 in Backnang bzw. Waiblingen, B 29 in Lorch bzw. Schwäbisch Gmünd und A 7 bei Aalen, durch Zubringer B 29).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Standort Alfdorf von TRW Automotive

Der US-amerikanische Automobilzulieferer TRW Automotive beschäftigt in Alfdorf rund 1800 Mitarbeiter.

Die in Alfdorf ansässige Astorplast Klebetechnik AG besteht seit Mitte der 1960er Jahre, stellt technische Haftklebebänder her und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter (Stand 2010).[8]

Bildung[Bearbeiten]

In Alfdorf gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In den Teilorten Pfahlbronn und Hellershof befinden sich je eine weitere Grundschule. Die nächsten Realschulen und Gymnasien befinden sich in Welzheim, Lorch und Mutlangen. Neben drei Kindergärten verfügt Alfdorf außerdem über eine Musikschule und eine Volkshochschule.

Religion[Bearbeiten]

In Alfdorf gibt es eine Evangelische, eine Katholische, eine Neuapostolische und eine Evangelisch-Methodistische Kirche. Des Weiteren gibt es die Volksmission Alfdorf. Außerdem gibt es den Stiftungshof im Haubenwasen (Ev. Heimstiftung), ein modernes Pflegezentrum.

Ansässige Vereine[Bearbeiten]

Der TSV 1921 Alfdorf wurde am 15. März 1921 als Turnverein Alfdorf gegründet. Er baute 1927 eine Turn- und Festhalle, die auch von Schulen und anderen Vereinen genutzt wurde, sie ging 1935 in das Eigentum der Gemeinde über. 1947 wurde der Verein unter dem heutigen Namen neu gegründet. 1952 trennte sich die Fußballabteilung als FC Alfdorf ab, deren Männerabteilung zur Saison 2013/2014 in der Kreisliga B spielt[9] Zu den Sportanlagen in Alfdorf zählen eine Turn- und Festhalle, eine Sporthalle, ein Stadion mit Tartanbahn, ein Kleinfeld, ein Beachplatz, mehrere Tennisplätze und ein Baseballplatz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 493–497.
  3. TK 50; Blatt L 7124 „Schwäbisch Gmünd“.
  4.  Gemeinde Alfdorf (Hrsg.): Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Alfdorf und Hosszuheteny jetzt in offizieller Partnerschaft verbunden. In: Amtsblatt Alfdorf. Pfahlbronn und Hintersteinenberg. Nr. 34, Einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 25. August 2011, S. 1.
  5. Heimatmuseum Alfdorf, kunst-und-kultur.de, abgerufen 24. Juli 2011
  6. Grundbesitzer nach Interesse fragen, Gmünder Tagespost, Artikel vom 14. Oktober 2009
  7. http://www.alfdorf.de/Sehenswuerdigkeiten.html
  8. Astorplast: Aufsichtsratschef wird Vorstandschef, heilbronn-franken-wirtschaft.de, abgerufen 17. September 2010.
  9. Vereinschronik des TSV, Turn- und Sportverein Alfdorf 1921 e. V., abgerufen 29. November 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Vorder-Steinenberg in der Beschreibung des Oberamts Gaildorf von 1852