Winterbach (Remstal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Winterbach
Winterbach (Remstal)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winterbach hervorgehoben
48.7991666666679.48258Koordinaten: 48° 48′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 258 m ü. NHN
Fläche: 17,1 km²
Einwohner: 7570 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 443 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73650
Vorwahl: 07181
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 086
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
73650 Winterbach
Webpräsenz: www.winterbach.de
Bürgermeister: Albrecht Ulrich
Lage der Gemeinde Winterbach im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Winterbach ist eine Gemeinde im Remstal in Baden-Württemberg etwa 23 km östlich von Stuttgart.

Geografie[Bearbeiten]

Winterbach liegt im Remstal an der Bundesstraße 29 (Stuttgart – Aalen) zwischen Stuttgart und Schorndorf. Im Hauptort befindet sich ein Haltepunkt der S-Bahnlinie S2 (Schorndorf – Stuttgart – Stuttgart FlughafenFilderstadt), die Winterbach über die Remsbahn an das Stuttgarter S-Bahnnetz anschließt.

Gliederung[Bearbeiten]

Winterbach besteht aus den Teilorten Winterbach, Engelberg und Manolzweiler. Während die Teilorte Engelberg und Manolzweiler auf dem Schurwald südlich vom Hauptort Winterbach liegen, liegt Winterbach selbst im Tal an der Rems. Im Norden von Winterbach wird Wein angebaut.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Winterbach grenzt im Uhrzeigersinn von Norden über Osten bis Südosten an die Stadt Schorndorf, im Süden an die Gemeinden Lichtenwald und Baltmannsweiler, im Südwesten an die Stadt Weinstadt und von Südwesten über Westen bis Norden an Remshalden.

Trotz seiner großen Wirtschaftskraft hat sich Winterbach bislang einen dörflichen Charakter bewahrt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Winterbach wurde 1046 zum ersten Mal von Heinrich III. (HRR) urkundlich erwähnt. Funde lassen jedoch ein deutlich höheres Alter vermuten. Im Jahr 1080 gelangten die Königshöfe Winterbach und Waiblingen durch eine Schenkung Heinrich IV. vor der Schlacht bei Hohenmölsen in den Besitz der Domkapitel von Speyer. 1238 wurde erstmals ein Pfarrer in Winterbach beurkundet und seit 1293 ist der Weinbau in der Gemarkung nachweisbar.

Im Jahr 1309 wurde die noch heute stehende Michaelskirche eingeweiht, jedoch wird schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung Winterbachs die Existenz einer Urkirche für das mittlere Remstal im Ort angenommen.[2] Seit 1369 wird die Pfarrei Winterbach als eine Filiale der Kirche von Schorndorf geführt. Bei der Teilung der Grafschaft Württemberg 1442 gelangte Winterbach in den Besitz der Stuttgarter Grafenlinie.

1490 erfolgte ein Umbau der Kirche, aus dieser Zeit stammen die bis heute erhaltenen Passionsfresken.

Neuzeit[Bearbeiten]

Am Aufstand des Armen Konrad 1514 waren auch Winterbacher Einwohner beteiligt. Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs von Württemberg führte dieser 1534 die Reformation im Herzogtum ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Remstal mehrfach von durchziehenden Heeren verwüstet. 1644 setzte ein Blitzschlag den Kirchturm in Brand, welcher in den Folgejahren wieder aufgebaut wurde. Um 1750 erreichte Winterbach einen bescheidenen Wohlstand, unter anderem erfolgte von 1751–1758 der Umbau der Michaelskirche.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

1825 begann in Winterbach der Badebetrieb, nachdem beim Gasthaus Adler schwefelhaltige Quellen erschlossen wurden. Nur 25 Jahre später versiegten diese und der Kurbetrieb kam zum Erliegen. In der Folge wurde in den Badehäusern eine Anstalt für geistig behinderte Kinder eingerichtet. 1861 verbesserte sich die Verkehrsanbindung Winterbachs durch die Eröffnung der Remsbahn bis Wasseralfingen. Im Jahr 1874 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Badeanstalt ein Krankenasyl für pflegebedürftige Frauen. Um die Jahrhundertwende wurde eine zentrale Wasserversorgung aufgebaut.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Um 1900 ging der Weinbau in Winterbach zurück. Ursache waren Schäden durch Reblausbefall und Schimmel.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 61,1 % (+2,5 Pp.)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,4 %
21,5 %
14,4 %
13,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,8 %p
+1,7 %p
-2,5 %p
± 0,0 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Gemeinderat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,10 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  BWV1 10 Sitze (50,39 %)
  CDU 4 Sitze (21,47 %)
  SPD 2 Sitze (14,40 %)
  GRÜNE     2 Sitze  (13,73 %)

Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

1Bürgerliche Wählervereinigung Winterbach-Engelberg-Manolzweiler

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1961 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Gleisdorf in der Steiermark (Österreich).

Wappen[Bearbeiten]

Ortskern mit Michaelskirche

Beschreibung: In rot ein silberner (weißer) Wellenbalken, darüber eine goldene (gelbe) Krone, darunter eine silberne (weiße) Hape mit goldenem (gelbem) Griffholz.

Die goldene Krone soll daran erinnern, dass Winterbach ein altes Reichgut war und sich Kaiser Heinrich III. am 28. August 1046 und am 3. Dezember 1048 in Winterbach aufgehalten hat. Der Wellenbalken macht das Wappen in Bezug auf den zweiten Bestandteil des Ortsnamens „redend“.

Die Weinberghape ist die alte Wappenfigur von Winterbach, die sich bis 1831 zurückverfolgen lässt, im Laufe der Zeit zu einer Sichel wurde und heute wieder als Hape erscheint.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Winterbach gehört zu den reichen Gemeinden in Baden-Württemberg. Winterbacher Unternehmen stellen über 2000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Dies entspricht in etwa der Anzahl der in Winterbach lebenden Arbeitnehmer. Der größte Arbeitgeber im Ort ist die Peter Hahn GmbH.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Arbeiterwohlfahrt betreibt seit 1988 ein Pflegeheim in der Ortsmitte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Michaelskirche und Rathäuser
Bürgerhaus Kelter (Baujahr 1750)

Winterbach liegt an der Württemberger Weinstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Michaelskirche
  • Die drei Rathäuser
  • Bürgerhaus Kelter

Museen[Bearbeiten]

  • Dorf- und Heimatmuseum mit Julie-Palmer-Stube

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich findet Ende Juni das Winterbacher Brunnenfest von Samstag bis Montag statt und am ersten Adventssonntag der Winterbacher Weihnachtsmarkt. In ungeraden Jahren veranstaltet im Juli die Kulturinitiative Rock das Winterbacher Zeltspektakel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Werner Dilger (1942–2007), Professor für Informatik, Inhaber des Lehrstuhls für künstliche Intelligenz an der TU Chemnitz
  • Ingo J. Biermann (*1978), Regisseur, Filmemacher und -produzent, wuchs von 1981 bis 2000 in Winterbach auf.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten, die einen Teil ihres Lebens in Winterbach verbracht haben, sind:

  • Giovane Élber (* 1972), ehemaliger brasilianischer Fußballnationalspieler, wohnte in den 1990er Jahren, als er für den VfB Stuttgart spielte, in Winterbach. Die von ihm gegründete Giovane-Élber-Stiftung ist in Winterbach ansässig.
  • Davie Selke, deutscher Fußballnationalspieler, wuchs in Winterbach auf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Siegfried Zarth: Die Michaeliskirche – Geschichte, Bau und Ausstattung. in: Ev. Kirchgemeinde Winterbach (Hrsg.): 700 Jahre Michaeliskirche in Winterbach. Reihe Winterbacher Heimat Heft 5, 2009, ISBN 978-3-86705-066-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Winterbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien