Sulzbach an der Murr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sulzbach an der Murr
Sulzbach an der Murr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sulzbach an der Murr hervorgehoben
49.0044444444449.5055555555556273Koordinaten: 49° 0′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 273 m ü. NHN
Fläche: 40,11 km²
Einwohner: 5083 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71560
Vorwahl: 07193
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 3
71560 Sulzbach
Webpräsenz: www.sulzbach-murr.de
Bürgermeister: Dieter Zahn
Lage der Gemeinde Sulzbach an der Murr im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Sulzbach an der Murr ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Sulzbach an der Murr liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge[2] am Nordbogen der Murr inmitten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald zwischen den Löwensteiner Bergen und dem Murrhardter Wald, in Luftlinie etwa 34 km nordnordöstlich von Stuttgart. Das Gemeindegebiet liegt zwischen 260 m (Murr an der Kläranlage) und 544 m Höhe (Erhebung „Zollstock“ beim Eschelhof).

Die Oberamtsbeschreibung der Gemeinde Sulzbach an der Murr aus dem Jahr 1871 beginnt mit diesen Worten:

Wo das anmutige, frischgrüne Murrtal beim Einmünden des südwestwärts heranziehenden Lautertales und des gerade von Norden kommenden Fischbachtälchen eine ziemliche Weitung erhält, liegt in dem von stolzen Pappelgruppen malerisch besetzten Talgrund der große städtisch aussehende Ort …

Die längste Ausdehnung hat das Gemeindegebiet mit etwa 9 km von Nordnordwest (Waldgewann „Streitjagen“ bei Großerlach-Mittelfischbach) nach Südsüdost (Erhebung „Springstein“ bei Auenwald-Trailhof ). Senkrecht dazu sind es nicht ganz 8 km (vom Mörderbächle bei Siebersbach im Westsüdwesten bis zum Ortsrand von Großerlach-Hohebrach im Ostnordosten).

An Sulzbach grenzt im Norden und Nordosten die Gemeinde Großerlach, im Osten und Südosten die Stadt Murrhardt, im Süden die Gemeinde Auenwald und ganz kurz die Stadt Backnang, im Südwesten die Gemeinde Oppenweiler und im Nordwesten die Gemeinde Spiegelberg. Sie alle liegen ebenfalls im Rems-Murr-Kreis.

Die Gemeindereform von 1970 führte zur Bildung des Gemeindeverwaltungsverbandes Sulzbach, dem auch die Gemeinden Spiegelberg und Großerlach angehören. Sulzbach ist außerdem Mitgliedsgemeinde des Wasserverbands Murrtal. Dessen Aufgabe ist der Hochwasserschutz.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem von Wiesen und weiten Wäldern umgebenen Hauptort Sulzbach liegen auf der großen Gemarkung der Gemeinde noch 17 zum Teil weit verstreute Weiler und Häuser: die Weiler Bartenbach, Berwinkel, Bushof, Eschelhof, Eschenstruet, Hager, Harrenberg, Ittenberg, Kleinhöchberg, Lautern, Liemannsklinge, Schleißweiler, Siebersbach und Zwerenberg und die Wohnplätze Gronbachmühle, Hammer und Haselbachmühle, sowie die abgegangenen Ortschaften Einsiedel, Wüste Mühl und Alte Sägmühle.[4]

Die Gronbachmühle liegt im Murrtal knapp oberhalb der Dorfgrenze von Sulzbach, weiter aufwärts folgen Bartenbach und Schleißweiler. Lautern, Siebersbach und zuoberst Hammer liegen im zulaufenden Lautertal. Alle anderen Ortsteile liegen fern der drei großen Verkehrsachsen von oberem und unterem Murr- bzw. Lautertal, deren Sohlen in offener Flur liegen. Abgesehen von der in einem Seitental liegenden Haselbachmühle sind es von Rodungsinseln umgebene Siedlungen auf den Höhen zwischen den tief eingeschnittenen und ebenfalls bewaldeten Bachtälern zu den beiden Flüssen.

Kleinhöchberg liegt auf dem Bergrücken zwischen dem Lauter-Zufluss Siebersbach und dem Fischbach, Berwinkel auf dem zwischen Fischbachtal und dem bei Bartenbach mündenden Haselbachtal, das dicht von Wald umgeben die Haselbachmühle birgt. Noch weiter östlich zwischen Haselbach und Harbach reihen sich in einer großen, nach Norden langgezogenen Flurinsel Harrenberg, Zwerenberg, Hager und – auf etwa gleicher Breite – westlich Bushof und östlich Eschenstruet. Noch wenig weiter nördlich liegt Liemannsklinge isoliert, durch ein bewaldetes Quertal von den anderen fünf getrennt.

Auf der Höhe südlich des Murrbogens liegt in einer größeren Rodungsinsel Ittenberg, noch weiter südlich in einer kleineren der Eschelhof.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Das 1225 erstmals erwähnte Sulzbach liegt an teilweise schon in der Römerzeit genutzten wichtigen Straßenverbindungen. In seinem Ursprung ist Sulzbach deshalb wohl wesentlich älter. Einst stand der Ort unter der Lehnsabhängigkeit des benachbarten Klosters Murrhardt. Der Ortsname ist aus „Sülze“ oder „Sulz“ abzuleiten, was so viel wie „morastige Stelle“ oder „sumpfiges Wasser“ bedeutet. Im Ortswappen erinnert noch heute der Löwe an die Grafen von Löwenstein als einstige Grundherren der Gemeinde, der Fisch an den namengebenden Fischbach. Auf einer kleinen Geländeschwelle westlich über diesem Bach liegen hochwassersicher die ältesten Teile des Ortskerns mit den Resten der einstigen Wehrkirchenanlage rund um die markante Ulrichskirche. 1504 kam Sulzbach als Teil der Grafschaft Löwenstein unter württembergische Oberhoheit, blieb jedoch weiterhin Sitz des Amtes Sulzbach-Fornsbach.

1573 erhielt die Gemeinde das Marktrecht, welches bis zum heutigen Tage in Form von drei Jahrmärkten und einem Wochenmarkt ausgeübt wird. Am 29. Mai 1753 vernichtete ein großer Brand zwei Drittel des damaligen Gebäudebestandes nebst Kirche und Rathaus. Lediglich 62 Gebäude blieben vom Brand verschont. 1756 wird die neue evangelische Kirche eingeweiht. Rund 50 Jahre später fiel Sulzbach aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses vollends an Württemberg. 1844 erfolgte die Abtrennung von Fornsbach. Mit dem Verkauf des Schlosses Lautereck im Jahr 1867 gaben die Grafen von Löwenstein ihren Besitz auf. Im Königreich Württemberg gehörte Sulzbach zunächst zum Oberamt Backnang, seit 1934 dann zum Landkreis Backnang. Nach dessen Auflösung 1973 kam die Gemeinde zum neugebildeten Rems-Murr-Kreis.

Religionen[Bearbeiten]

Eine Kirche wird in Sulzbach erstmals 1295 erwähnt. Sie wird mit der Einführung der Reformation in Württemberg evangelisch-lutherisch. Die heutige St.-Ulrichs-Kirche von 1875 bildet den Ortskern und diente in der Vergangenheit als Wehrkirche.

Eine römisch-katholische Kirche entstand erst wieder nach dem Zweiten Weltkrieg nördlich der Landesstraße 1066. Daneben gibt es auch eine neuapostolische und eine evangelisch-methodistische Gemeinde.


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sulzbach an der Murr hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[6]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,27 %
39,76 %
9,98 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+6,19 %p
-5,04 %p
+9,98 %p
-11,11 %p
UBL Unabhängige Bürgerliste 50,27 7 44,08 6
CDU-FW Christlich Demokratische Union Deutschlands-Freie Wähler 39,76 6 44,80 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 9,98 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen–Offene Liste 11.11 1
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 51,96 % 52,80 %
Schloss Lautereck in Sulzbach

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sulzbach liegt an der Idyllischen Straße.

Bauwerke[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Lautereck

Das Schloss Lautereck ist ein Wasserschloss und wurde von den Grafen von Löwenstein zur Sicherung der an Sulzbach vorbeiführenden Straße errichtet. Es stammt in seiner heutigen Form aus dem dritten Viertel des 16. Jahrhunderts. Der massive Unterbau aus Sandsteinquadern, die Formen der Ecktürme und der Rundbogeneingang deuten aber auf frühere Bauphasen, wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, hin.

Das gut erhaltene Schloss war früher von einer Ringmauer mit Wassergraben umgeben. Das Schloss wurde 2008 und 2009 von Grund auf saniert und modern ausgestattet, z.B. mit einem Aufzug und einem neuen Trauzimmer für Sulzbach. Auch zwei Bürgersäle und eine Küche sind modernisiert worden.

Die 1985 erbaute Sporthalle an der Jahnstraße wurde von Behnisch & Partner entworfen und erhielt mehrere Architekturpreise.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Sulzbach (Murr)

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Sulzbach (Murr) an der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental wird werktags (außer Samstag) tagsüber stündlich von den Regionalexpresszügen Stuttgart–Schwäbisch Hall-Hessental bzw. Crailsheim/Nürnberg bedient. Am Wochenende und an Feiertagen werden die RE Stuttgart–Schwäbisch Hall-Hessental durch erst ab Backnang verkehrende Regionalbahnen ersetzt. Der vormalige Bahnhof Schleißweiler selbiger Strecke wurde inzwischen aufgehoben.

Neben dem Bahnanschluss bestehen Busverbindungen nach Murrhardt, Schwäbisch Hall, Wüstenrot, Backnang, Stuttgart und Heilbronn.

Sulzbach liegt am Knotenpunkt der B 14 (Stuttgart–Nürnberg) mit der L 1066 (Gaildorf–Murrhardt–Löwenstein), wobei Letztere hier ein Teilstück der Idyllischen Straße bildet.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 hat Titan Spezialfahrzeuge auch seinen Firmensitz an den Produktionsstandort Sulzbach verlegt.

Von 1865 bis 1986 bestand das Brauhaus Sulzbacher Adlerbräu.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Sulzbach verfügt über eine Förderschule, eine Realschule sowie eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Der Rems-Murr-Kreis unterhält eine Außenstelle der Sprachheilschule mit Sprachheilkindergarten. Daneben gibt es zwei evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Es gibt in Sulzbach eine 1985 erbaute Sporthalle, einen Rasen- und Kunstrasenplatz mit Laufbahn und leichtathletische Anlagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulzbach an der Murr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Wasserverband Murrtal auf www.murrhardt.de
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 552–554
  5. Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord, als Einzelblatt Nr. 6922, 6923, 7022 und 7023.
  6. Landesamt-Kommunalwahlen_2014/ Kommunalwahldaten 2014
  7. Sporthalle in Sulzbach. In: archINFORM. Abgerufen am 3. Juni 2014