Priština

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Pristina und Prishtina sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Für die Gattung siehe Pristina (Gattung), für den Politiker Hasan Bej Prishtina.
Prishtinë/Prishtina1
Priština/Приштина2
Wappen von Priština
Priština (Kosovo)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Kosovo
Gemeinde: Priština/Prishtina
Koordinaten: 42° 40′ N, 21° 10′ O42.66333333333321.162222222222595Koordinaten: 42° 39′ 48″ N, 21° 9′ 44″ O
Höhe: 595 m ü. A.
Fläche: 572 km²
Einwohner: 198.897 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 348 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 038
Postleitzahl: 10000
Kfz-Kennzeichen: 01
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Gemeindeart: Großgemeinde
Gliederung: Stadt Priština und 41 Dörfer
Bürgermeister: Shpend Ahmeti (Vetëvendosje!)
Postanschrift: Komuna e Prishtinës
Rruga UÇK 2
10000 Prishtina
Webpräsenz:
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)

Priština Zum Anhören bitte klicken! [pɾiʃtiːna]a a (serbisch-kyrillisch Приштина; albanisch Prishtina oder Prishtinë), auch Prischtina oder Pristina, ist Hauptstadt und Regierungssitz des Kosovo. Die Stadt ist mit knapp 200.000 Einwohnern (Stand: 2011) die größte Stadt des Landes und bildet dessen politisches, wirtschaftliches sowie kulturelles Zentrum. Sie ist zudem Verkehrsknotenpunkt des Kosovo. Zur Großgemeinde von Priština gehören neben der eigentlichen Stadt noch 41 umliegende Dörfer.

Priština beherbergt das Hauptquartier der UNMIK, der OSZE-Mission im Kosovo und der EU-Mission EULEX im Kosovo sowie wichtige Institutionen wie das Parlament, die Regierung und den Sitz des kosovarischen Präsidenten.

Geographie[Bearbeiten]

Priština liegt östlich des zentralen Kosovo in der historischen Landschaft Amselfeld (serb. Kosovo Polje Косово Поље; alb. Fushë Kosova) auf 595 m ü. A.[2] Umgeben ist die Stadt von den fruchtbaren Ebenen dieser Region, nur im Osten erheben sich die Hügeln des Žegovac (alb. Zhegovc). In der Stadt gibt es keine Flüsse mehr. Die bis in die 1950er Jahre existierenden Flüsse, die Priština/Prishtina und die Veluša/Vellusha, wurden durch Müll und Erde weitgehend zugedeckt und verschwanden aus dem Stadtbild. Die beiden mündeten einst in die Sitnica, die westlich des Stadtgebiets nach Nordwesten fließt. Südöstlich von Priština in den Bergen des Žegovac (Zhegovc) befindet sich der Gračanica-See (alb. Liqeni i Badovcit), ein Reservoir mit etwa 5,5 Kilometern Länge.

Blick auf das Stadtzentrum von Westen aus. Gut erkennbar sind in der linken Bildhälfte der Jugend-, Kultur- und Sportpalast (links) und der Rilindja Tower (rechts).

Klima[Bearbeiten]

In Priština herrscht gemäßigtes kontinentales Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,4 °C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 600 mm vor. Im Juli liegt die Durchschnittstemperatur bei 20 °C, im Januar bei -0,6 °C.

Priština
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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9
 
 
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5
 
 
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1
 
 
56
 
4
-3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961–1990
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Priština
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,4 5,5 10,5 15,7 20,7 23,9 26,4 26,7 23,1 17,1 10,2 4,2 Ø 15,6
Min. Temperatur (°C) -4,9 -2,8 0,2 4,2 8,5 11,4 12,5 12,3 9,4 5,0 0,9 -3,1 Ø 4,5
Niederschlag (mm) 38,9 36,1 38,8 48,8 68,2 60,3 51,6 44,0 42,1 45,4 68,2 55,5 Σ 597,9
Regentage (d) 13,6 12,3 11,4 12,1 12,8 11,9 8,3 7,9 7,5 8,6 12,3 14,5 Σ 133,2
T
e
m
p
e
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2,4
-4,9
5,5
-2,8
10,5
0,2
15,7
4,2
20,7
8,5
23,9
11,4
26,4
12,5
26,7
12,3
23,1
9,4
17,1
5,0
10,2
0,9
4,2
-3,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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c
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38,9
36,1
38,8
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44,0
42,1
45,4
68,2
55,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961–1990

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Die Gegend von Priština ist schon seit rund 7000 Jahren von Menschen bewohnt. Davon zeugen verschiedene zutage gebrachte Artefakte, welche zufällig während Bauarbeiten gefunden wurden.[3] Die Illyrer gehören zu den ersten Siedlern der Region. Sie fanden damals eine weithin unberührte fruchtbare Ebene vor und begannen sie landwirtschaftlich zu bebauen, auch Vieh wurde gezüchtet. Mit den benachbarten Völkern und Stämmen – vor allem den Griechen – wurde rege Handel getrieben. Wahrscheinlich bildeten sich die Dardaner aus einem illyrisch(-thrakischen) Stamm heraus. Ulpiana gehört zu den ersten stadtähnlichen Siedlungen der Illyrer und zu den ersten Städten auf dem Gebiet Kosovos. Sie liegt einige Kilometer südöstlich Prištinas und wurde durch die Römer stark ausgebaut und befestigt. Nach dem Fall des Römischen Reiches gewann die antike Siedlung in Priština an Bedeutung, nicht zuletzt durch die vielen Handelsstraßen des Balkans, die sich hier kreuzten und die Stadt zu einem wichtigen Handelsort machten.

Nachdem Ulpiana in der Spätantike aufgegeben wurde, gewann das nahe gelegene Priština an Bedeutung und trat an der Stelle als wirtschaftliches und politisches Zentrum der Region.[3]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahr 892 vom kroatischen Knez Mutimir.[3]

Im Mittelalter wurde die Siedlung im Zuge der Landnahme der Slawen auf dem Balkan durch serbische Stämme erobert und entwickelte sich zu einem der Zentren der mittelalterlichen serbischen Kultur. Sie diente unter der Herrschaft von Stefan Uroš II. Milutin (1282–1321) für einige Jahre auch als Residenz. Nordwestlich der Stadt kam es 1389 zur historischen Schlacht auf dem Amselfeld, die für die ganze Balkanhalbinsel von historischer Bedeutung ist. Nach der Eroberung der serbischen Hauptstadt Smederevo und des ganzen serbischen Herrschaftsgebiets 1459 durch die Osmanen begann die knapp 400 Jahre dauernde Herrschaft der Hohen Pforte.

Frühosmanische Zeit[Bearbeiten]

Priština zu Ende der osmanischen Zeit um 1900

Während der osmanischen Zeit breitete sich in der Stadt der Islam aus. Er war sunnitisch geprägt und verdrängte weitgehend das Christentum; während die Serben orthodox blieben, konvertierte der Großteil der Albaner zur neuen Religion. Eine Minderheit von ihnen blieb jedoch beim alten Glauben, der römisch-katholischen Kirche.

Während der osmanischen Zeit erlebte Priština (türkisch Priştine) eine neue Blüte im Handel und in der Kultur. Es entstanden zahlreiche Moscheen, Hammame, Karawansereien und Tekken. Auch die Infrastruktur wurde gebessert. Straßen wurden erstellt oder erneuert und auch viele Brücken entstanden zu dieser Zeit.

Der osmanische Schriftsteller und Reisende Evliya Çelebi (1611–1683) erzählt 1662 in seinem Reisebuch (Seyahatnâme) von der Stadt. Nach seinen Angaben bestand einst eine Festung, welche vom serbischen König Milutin errichtet und 1389 während einer Belagerung durch die Osmanen unter Führung Sultans Murad I. zerstört wurde. Diese Festung konnte mit Hilfe von Archäologen in den letzten Jahrzehnten zwischen dem heutigen Uhrturm und dem Nationaltheater lokalisiert werden.[3]

Spätosmanische Zeit[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert schwand langsam die Macht des Osmanischen Reiches auf dem Balkan und somit auch im Kosovo. Das Sultanat zerbrach schließlich an seinen verschiedenen Völker, die mit ihren nationalistischen Bewegungen Autonomie oder sogar Unabhängigkeit von den Osmanen forderten. Im Kosovo waren dies namentlich die Serben und Albaner. Wegen der Überschneidung ihrer Wohngebiete kam es zwischen diesen zwei Völkern zu blutigen Konflikten.

Erstmals bekundeten die Albaner bei einem Aufstand 1844 ihren Widerstand gegen das Osmanische Reich. Sie protestierten gegen die ihnen auferlegten, zu hohen Steuern und der Politik der Zentralisierung. Nach der Zerschlagung des Aufstandes wurden viele albanische Einwohner Prištinas inhaftiert oder nach Kleinasien verbannt.[4]

Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Priština zum osmanischen Vilayet Kosovo, seit 1877 war es Sitz der Regionalverwaltung eines eigenen Sandschak. Meyers Konversationslexikon von 1888 bezeichnete die Stadt als „Hauptwaffenplatz der westlichen Balkanhalbinsel“, an der Eisenbahnstrecke SalonikiMitrovica. Es sei Sitz eines griechisch-orthodoxen Bischofs, habe 13 Moscheen, einen Basar, Bäder und rund 8000 Einwohner.

Priština und die umliegende Region sind für die albanische Geschichte von großer Bedeutung. Hier war eines der Zentren des albanischen Widerstands gegen das osmanische Sultanat und führten zur Herausbildung der literarischen Epoche der Rilindja (zu deutsch „Wiedergeburt/Renaissance“). Gesandte aus Priština waren an der Gründung der Liga von Prizren mitbeteiligt, die den Widerstand und die Autonomiebestrebungen der Albaner zu koordinieren versuchte. Diese kontrollierte sogar für kurze Zeit die Verwaltung des Vilayets Kosovo in Üsküp.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Newborn-Monument im Stadtzentrum. Enthüllt anlässlich der Unabhängigkeitserklärung am 17. Februar 2008

Im Januar 1912 wurde die Stadt von durch Hasan Bej Prishtina geführte albanischen Rebellen befreit und damit das Ende der über 450-jährigen osmanischen Herrschaft herbeigeführt. Doch schon im August kam sie wieder in osmanische Hand.[5] Am 22. Oktober 1912 griffen serbische Truppen die Stadt an. Laut Berichten des albanischen Erzbischofs von Skopje, Lazër Mjeda, missbrauchten während der Eroberung der Stadt die Albaner unter Führung osmanischer Offiziere die Parlamentärflagge und töteten dabei zahlreiche serbische Offiziere und viele Soldaten. Als Racheakt sollen die serbischen Soldaten in den Tagen danach ein Massaker an geschätzten 5.000[6] Albanern der Stadt verübt haben.[7]

Im Ersten Weltkrieg war die Stadt 1915 durch Bulgarien besetzt.[8] Anschließend von 1915–1918 von österreichisch-ungarischen Truppen, danach fiel sie wieder an das Königreich Jugoslawien.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Priština dem italienischen Besatzungsbereich unterstellt und dem großalbanischen Vasallenstaat zugeschlagen. 1943 folgte die deutsche Wehrmacht als Besatzer. 1944 eroberten jugoslawische Partisanen die Stadt, die danach in den jugoslawischen Staat eingegliedert wurde (als Bestandteil der Teilrepublik Serbien). Nach einem Dekret der jugoslawischen Regierung erhielt Priština 1974 den Status der Provinzhauptstadt der innerhalb Serbiens neu gegründeten Sozialistischen Autonomen Provinz Kosovo. Diesen Status verlor sie nach 15 Jahren wieder und war Schauplatz vieler blutiger Demonstrationen und Proteste von Freiheit und Autonomie fordernden Studenten.

Seit 1999[Bearbeiten]

Anfang 1999 erlitt die Stadt während des Kosovokrieges schwere Schäden, als militante Anhänger der Unabhängigkeitskämpfer UÇK Kämpfe mit den serbischen Polizei lieferten. Nach dem Krieg flüchteten fast alle Nicht-Albaner aus der Stadt oder wurden vertrieben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Priština ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes und hat nach aktueller Zählung 198.897 registrierte Einwohner (Stand: 31. März 2011). 99.361 davon waren männlich (49,96 %) und 99.536 waren weiblich (50,04 %).

Die Gemeinde ist mehrheitlich von Albanern bewohnt. Sie stellen mit 194.452 Personen (97,77 %) die größte Ethnie dar. Zur größten Minderheit zählen die Türken mit 2156 Personen (1,08 %). Die restlichen 2289 Personen gehören anderen Minderheiten an, unter anderem den Aschkali und den Serben, oder bekannten sich zu keiner ethnischen Gruppe.

Die Religion mit den meisten Anhängern ist der Islam. 193.474 Personen (97,27 %) zählen sich als Muslime. Die größte religiöse Minderheit bilden die Katholiken mit 1170 Personen (0,59 %).

Vom Bevölkerungsteil, der über 15-jährig ist, sind 51,25 % erwerbstätig. Davon sind 27,67 % arbeitslos.[1]

Kultur[Bearbeiten]

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Die 1944 gegründete Bibliothek Prishtina ist die größte des Landes und ist in einem architektonisch einzigartigen Gebäude untergebracht.

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

Priština ist kulturelles Zentrum des Kosovo. Hier befinden sich das Nationaltheater, der Jugendpalast (Kongresszentrum), die Nationalbibliothek, das Museum des Kosovo und weitere Einrichtungen, die für das Land von großer Bedeutung sind.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 2009 findet in der Hauptstadt das PriFilmFest statt, das bedeutendste Filmfestival des Landes. Auch die Wahlen zur Miss Kosovo finden meist hier statt.

Sport[Bearbeiten]

Mit dem KF Prishtina und dem KF Flamurtari spielen zurzeit zwei Fußballvereine aus der Stadt in der höchsten Liga des Kosovo, der Raiffeisen Superliga.

Trivia[Bearbeiten]

Aus Dankbarkeit gegenüber den USA für deren Unterstützung der Unabhängigkeit Kosovos sind mehrere Straßen der Stadt nach früheren US-amerikanischen Politikern benannt, wie beispielsweise der Bulevardi Bill Klinton (nach Ex-Präsident Bill Clinton) und die Rruga Robert Dole (nach Ex-Senator Bob Dole).[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Çarshi-Moschee zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und zu den ältesten Moscheen des Landes. Ihren Bau verordnete 1393 höchstpersönlich Sultan Bayezid I. zu Ehren seines auf der Schlacht auf dem Amselfeld gefallenen Vaters.
Der im 19. Jahrhundert errichtete Uhrturm spielte zu osmanischer Zeit vor allem für die Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Priština wurde während der jugoslawischen Zeit stark modernisiert, sodass viele alte Gebäude verschwanden. Während des Kosovo-Krieges wurden außerdem etliche Baudenkmäler stark beschädigt oder zerstört. Trotzdem gibt es heute noch einige sehenswürdige Bauten, meist aus osmanischer Zeit.

Ethnologischer Park Emin Giku[Bearbeiten]

In der Altstadt von Priština gelegen, gilt das Ensemble als bestes Beispiele für regionale Stadtarchitektur im Kosovo. Die frühere Stadtresidenz einer reichen kosovarischen Familie aus dem 18. und 19. Jahrhundert besteht aus drei Hauptgebäuden, die um zwei Höfe gruppiert sind. Die Ausstellung im Inneren dokumentiert das traditionelle Leben der früheren Kosovo-Albaner.

Großer Hammam[Bearbeiten]

Das Gebäude liegt nordwestlich der Sultan-Mehmet-II.-al-Fātih-Moschee. Es wurde am Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Der Platz zwischen Moschee und Badehaus ist im Frühjahr und Sommer Treffpunkt älterer Einwohner. Das Gebäude ist eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele für osmanische Badehäuser (Hammam) im Kosovo. Nach Angaben der UNESCO befindet es sich in einem sehr verwahrlosten Zustand, die anfänglichen Kosten für eine Renovierung werden auf rund eine halbe Million Euro geschätzt.

Mutter-Teresa-Kathedrale[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mutter-Teresa-Kathedrale

Zur Zeit befindet sich in der kosovarischen Hauptstadt eine große römisch-katholische Kathedrale in Bau. Sie soll das neue Gotteshaus der Katholiken in Prishtina werden. Neben der Kathedrale sollen zudem ein Bischofshaus, eine Grundschule, ein Schwesternheim, ein Kindergarten, ein Begegnungszentrum, eine Bibliothek und ein Theater entstehen. Finanziert wird das Projekt von der Römisch-katholischen Kirche des Kosovo und der Stadtverwaltung von Prishtina.[10]

Llap-Moschee[Bearbeiten]

Die 1470 gebaute Moschee liegt außerhalb des Stadtzentrums und ist eines der ältesten Baudenkmäler. Sie besteht aus einer Vorhalle und einem sechs Meter im Quadrat großen Gebetsraum mit einem steinernen Mihrab und einer ebenfalls steinernen Minbar mit stalaktitenförmiger Überdachung. Das Minarett besteht im unteren Teil aus Quader- im Oberen aus Ziegelsteinen. Die Moschee wurde im Kosovokrieg 1999 durch Brandstiftung weitgehend zerstört; ist jedoch heute wieder renoviert.

Große Moschee[Bearbeiten]

Die Moschee wurde 1460 von Sultan Mehmet II. im frühkonstantinopolischen Stil erbaut, sieben Jahre nach dem Fall von Konstantinopel und neun Jahre, bevor er in der zu Istanbul umbenannten Stadt seine Moschee errichtete. Sie liegt in der historischen Altstadt und gehört zu den ältesten architektonischen Denkmälern der Stadt.

Weitere Moscheen[Bearbeiten]

Die Jashar-Pascha-Moschee und die Çarshi-Moschee zählen zu den bedeutendsten und ältesten islamischen Sakralbauten der Stadt.

Uhrturm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Uhrturm von Priština

Der Uhrturm wurde im 19. Jahrhundert erbaut und steht in der Nähe der Jasār-Pascha-Moschee.

Politik[Bearbeiten]

Großgemeinde innerhalb Kosovos
Das Stadtwappen geht auf ein archäologisches Artefakt zurück – die „Königin auf dem Thron“ (alb. Mbretëresha në fron).

Die Politik wird klar von der größten albanischen Partei LDK dominiert; auf dem zweiten und dritten Platz liegen die ebenfalls albanischen Parteien PDK und AAK, die beide als politische Nachfolgeorganisationen der UÇK gelten.

Legislative[Bearbeiten]

Das Parlament der Großgemeinde besteht aus 52 Mitgliedern und setzt sich seit den Wahlen 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Exekutive[Bearbeiten]

Seit 2002 war Isa Mustafa (LDK) Bürgermeister der Stadt. Er wurde 2007 und 2009 wiedergewählt. Bei den Kommunalwahlen 2013 wurde Shpend Ahmeti (VV) zum Bürgermeister gewählt.

Judikative[Bearbeiten]

Der Gerichtsbezirk von Priština umfasst neben der Hauptstadt auch die benachbarten Gemeinden von Gllogoc, Gračanica, Lipjan, Podujeva, Fushë Kosova und Obiliq. Das grundlegende Gericht dieses Bezirks hat seinen Sitz in der Hauptstadt und besteht aus 58 Richtern. Auch das 34-köpfige Appellationsgericht und die 27-köpfige Staatsanwaltschaft von Priština sind für diese Zone zuständig.

Nicht nur regional sondern auch national spielt die Stadt im Justizsystem des Landes eine wichtige Rolle. Der oberste Gerichtshof mit 27 Mitgliedern und das Verfassungsgericht der Republik Kosovo haben ihren Sitz in der Hauptstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Orte in Priština

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

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Priština unterhält Partnerschaften mit fünf Städten:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Innenstadt im Abendverkehr
Der zentrale Skanderbeg-Platz im Stadtzentrum

Gewerbe und Industrie[Bearbeiten]

Obwohl dieser Wirtschaftszweig in der Stadt – wie auch im ganzen Land – seit dem Zerfall Jugoslawiens zum großen Teil brach liegt, haben sich einige größere Unternehmen etablieren können, die unter anderem Nahrungsmittel, pharmazeutische Produkte, Schmuck und Textilien herstellen.

Das größte Gewerbe- und Industriegebiet befindet sich an der Straße nach Fushë Kosova, die die Hauptstadt auch mit dem Bahnhof der Trainkos in diesem Ort verbindet.

Dienstleistungen und Handel[Bearbeiten]

Der Großteil der Bevölkerung arbeitet heute in diesen beiden Sektoren, welche vor allem seit dem Ende des Kosovokrieges (1999) hohe Gewinne verzeichnen konnten. Priština ist heute Sitz zahlreicher national operierender Firmen, wie die nationale Post, die Telekommunikationsunternehmen PTK, IPKO und TK, das Mobilfunkunternehmen Vala und die Banken NLB Prishtina, ProCredit Bank Kosovo, Raiffeisenbank Kosova. Auch die Energie- und Wasserversorgungsunternehmen (Korporata Energjetike e Kosovës KEK und Ujësjellësi Rajonal i Kosovës URK) haben ihren Sitz in der Hauptstadt.

Im Südwesten der Stadt entsteht seit einigen Jahren ein neues Geschäfts- und Handelszentrum. Unter anderem wird seit 2008 am ENK City Center gebaut, das eine Höhe von 165 Metern aufweist und in das etwa 400 Millionen Euro investiert wurden. Auch das neue Kongresszentrum entsteht dort.

Weitere Sektoren[Bearbeiten]

Auch in der Landwirtschaft und im Bauwesen sind viele Einwohner der Stadt beschäftigt. Eher wenig prosperierend ist der Sektor des Tourismus, der nicht sehr entwickelt ist.

Medien[Bearbeiten]

Priština ist das Medienzentrum des Kosovo. Hier hat die einzige öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt – Radio Televizioni i Kosovës (kurz RTK) – ihren Sitz, welcher einen TV-Sender und zwei Rundfunkstationen (Radio Kosova und Radio Blue Sky) betreibt. Dazu kommen weitere private TV-Sender wie RTV 21 (Radio Televizioni 21), KTV (Kohavision), 21 Popullore, 21 Plus (Musiksender), TV Klan und weitere. Die Redaktionen der landesweiten albanischen Tageszeitungen wie Koha Ditore, Bota Sot, Epoka e Re, Gazeta Express und andere haben auch ihren Sitz in Priština.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Wasser, Abwasser, Elektrizität, Kommunikation[Bearbeiten]

Das starke Anwachsen der Stadt nach dem Krieg belastet die Infrastruktur beispielsweise im Bereich Straßen und Kanalisation. Seit dem Einmarsch der KFOR-Truppen sind 75 % der bis dahin bestehenden Stadtstruktur – oft im Rahmen illegaler Bautätigkeit – umgebaut worden[13]. Es gibt ernste Probleme bei der Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Das Telefonfestnetz in der Stadt wurde modernisiert und arbeitet genauso zuverlässig wie das Mobilfunknetz. Die Internetanbindung ist für den größten Teil der Stadt gesichert.

Bildung[Bearbeiten]

Vorstufe[Bearbeiten]

Die Vorschulorganisation Gëzimi Ynë betreut in neun Stätten 535 Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren (Stand 2005). Dazu kommen noch einmal über tausend Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Kinderkrippen und Kindergärten beherbergen insgesamt 1522 Kinder und haben 192 Mitarbeiter (Stand 2005).

Primarstufe[Bearbeiten]

In der Großgemeinde Priština gibt es 37 Grundschulen, 14 in der Stadt selbst, sechs davon liegen im Siedlungsgebiet der serbischen Minderheit außerhalb der Stadt. In der Stadt gibt es außerdem zwei Schulen, an denen Angehörige der türkischen bzw. bosnischen Minderheit Unterricht in der Muttersprache bekommen. Die Zahl der Grundschüler liegt bei 29.270. Es gibt eine Sonderschule für höhere Anforderungen mit dem Namen Naim Frashëri für 58 Schüler.

Sekundarstufe[Bearbeiten]

Von den vierzehn Oberschulen sind drei allgemeinbildende Gymnasien. Die übrigen sind wie folgt fachspezifisch ausgerichtet: drei für Technik und jeweils eine für Philologie, Medizin, Jura, Handel, Landwirtschaft und Musik. Dazu kommt die US-amerikanisch-Türkische Privatschule Mehmet Akif und das islamische Gymnasium Medresa Alaudin.[14]

Tertiärstufe[Bearbeiten]

Die Stadt beheimatet die im Jahre 1970 eröffnete Universität Priština mit ihren 13 Fakultäten. In Priština ist auch die Akademie der Wissenschaften und Künste des Kosovo angesiedelt. Daneben gibt es weitere private Universitäten, welche in den 2000er Jahren gegründet wurden.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Empfangsterminal des Flughafens von Priština

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Von Priština laufen vier nationale Straßenachsen in verschiedene Richtungen des Landes. Die Stadt ist direkt mit Prizren (weiter zur albanischen Grenze), Peja, Mitrovica und Podujeva (weiter zur serbischen Grenze) verbunden. Darüber hinaus bestehen Straßen nach Skopje (Mazedonien) und Preševo (Süd-Serbien). In Zukunft wird die nationale Autobahn Route 7 die Stadt westlich umgehen. Auch die geplante Autobahn R6, die von Vuštri den Verlauf der M2 übernehmen wird und an der Mazedonischen Grenze auf die geplannte M3 übergehen wird, führt von Westen an der Stadt entlang.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Etwa 22 Kilometer südwestlich von Priština liegt der internationale Flughafen Priština, der 2009 rund 1,2 Millionen Passagiere abfertigte und 5709 Flugbewegungen verzeichnete.

Eisenbahn[Bearbeiten]

In Fushë Kosova bei Priština befindet sich der Knotenpunkt des Netzes der kosovarischen Eisenbahngesellschaft Trainkos. Priština selbst befindet sich an der im Güter- und Personenverkehr betriebenen Eisenbahnverbindung nach Fushë Kosova. Der nach Niš weiterführende Abschnitt wird zur Zeit nicht betrieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Radmila Todić-Vulićević: Priština. Prištevci i vreme. Novi Sad 1999, ISBN 86-363-0858-5.
  • Michelangelo Severgnini: Good morning, Pristina! Diario di un giornalista radiofonico tra Kosovo e Serbia. Roma 2000.
  • Stara Priština. Poznavanje grada u crtežu Radomira Paje Jankovića, priredio Zoran S. Nikolić. (Das alte Priština. Vorstellung der Stadt in Zeichnungen von Radomir P. Janković, ausgewählt von Zoran S. Nikolić.) Priština 1994.
  • Nikolić, Miodrag: Priština. Grad heroj. Beograd 1980. (Über den Widerstand im Zweiten Weltkrieg).
  • Đuričić, Predrag: Priština = Prishtinë. [1977].
  • Mekuli, Esad und Cukic, Dragon (Hrsg.): Priština. Priština 1965.
  • Nebojsa B. Tomasevic: Jugoslawische Städte. (Beograd, Zagreb, Ljubljana, Sarajevo, Skopje, Titograd (Pogradec), Novi Sad, Priština). [Beograd] 1965.
  • Hajrullah Koliqi: Das Überleben der Universität 1991–1996. 1997.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Priština – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Priština – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Priština – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kosovo Population and Housing Census 2011 – FINAL RESULTS – MAIN DATA. Agjencia e Statistikave të Kosovës, 31. März 2011, abgerufen am 10. Mai 2013 (englisch, PDF-Datei, 3,91 MB).
  2. Messung beim Rathaus der Stadt
  3. a b c d Qazim Namani: Kultura materiale dhe historia e qytetit të Prishtinës (Materielle Kultur und Geschichte der Stadt Priština). Yll Press, 23. Juni 2010, abgerufen am 28. April 2013 (albanisch).
  4.  Miranda Vickers: Shqiptarët - Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008 (Originaltitel: The Albanians - A Modern History, übersetzt von Xhevdet Shehu), ISBN 978-99956-11-68-2, Vazhdimi i shpërbërjes së Perandorisë Osmane, S. 48.
  5.  Dimitrije Bogdanović: Albanski pokreti 1908–1912. In: Knjiga o Kosovu. Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste, Belgrad 1986 (Online-Version, abgerufen am 21. August 2014).
  6. Servian Army left a trail of blood. In: The New York Times. 31. Dezember 1912, abgerufen am 21. August 2014 (englisch).
  7. 1913 Archbishop Lazër Mjeda: Report on the Serb Invasion of Kosova and Macedonia. In: Robert Elsie. Abgerufen am 21. August 2014 (englisch).
  8. Robert Elsie: Historical Dictionary of Kosovo. Scarecrow Press, Inc., estover road plymouth PL6 7PY, United Kingdom 2010, ISBN 978-0-8108-7231-8, S. xxxiv (Zugriff am 19. August 2014).
  9. New York Times: That Crush at Kosovo’s Business Door? The Return of U.S. Heroes, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  10. Ipeshkvia e Kosovës, Katedralja e së Lumes Nënë Tereza në Prishtinë. Abgerufen am 25. Juni 2011 (albanisch).
  11. Twinning Cities: International Relations (PDF) In: Municipality of Tirana. www.tirana.gov.al. Abgerufen am 23. Juni 2009.
  12. Twinning Cities: International Relations. Municipality of Tirana. www.tirana.gov.al. Abgerufen am 25. Januar 2008
  13. Le Monde diplomatique: Zerstören durch Bauen (vom 9. April 2010)
  14. Steckbrief zur Stadt. OSZE, 2011, abgerufen am 13. Januar 2013.